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und den Beilagen:Nach Feierabend",Fürs Haus" undLandwirtschaftliche Beilage.

mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

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M 156

TieOberheffische Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn« und Feiertage. Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich durch die Post bezogen 2.25 Jt (ohne Bestellgeld), bei unseren Zeitungsstellen und der Expedition (Markt 21) 2.00 Jt frei ins HauS. (Für unver­langt zugesandte Manuskripte übernimmt die Redaktion keinerlei Verarrtwortung.) Druck der Univ.-Buchdruckerei I. A. Koch (Inh.: Dr. Hiheroth), Markt 21. Telephon 55.

Marburg

Donnerstag. 6. Inti

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46. Jahrg.

1911.

Die Marokkosrage.

Der ersten Erregung über den rasch entschie­denen Schritt Deutschlands ist fast allenthalben eine^.ruhigere Beurteilung der Lage gefolgt. Von verschiedenen Seiten werden Vorschläge zur Lösung gemacht, mit denen sich zu beschäftigen nötig geworden ist.

. Der nächstliegende Gedanke ist, bei der neu­geschaffenen Lage wiederum eine Konferenz ein­zuberufen. Jedoch muh ein derartiger Plan, in anbetracht der Erfahrung, die man mit dem Algecirasvertrage gemacht hat, als untauglich verworfen werden. Ein weiterer Vorschlag, unsere Interessen und Rechte in Marokko ganz oder teilweise abzutreten und dadurch als Kom­pensation Zugeständnisie auf anderen kolonialen Gebieten zu erhalten, ist auch nicht so ohne wei­teres annehmbar; denn unsere Interessen in Marokko sind derart große, daß sie kaum mit irgendwelchen Kompensationen in irgend­welchem Teile der Erde ausgewogen werden könnten. Als dritter Lösungsversuch käme dann nochangesichts der nun einmal bestehenden Zu­stande in Marokko und der internationalen Lage" der Plan einer Teilung' Marokkos in Einflußsphären in Frage. Dieser Vorschlag ist wohl der vernünftigste. In den einzelnen Ein­flußsphären könnten dann die beteiligten Mächte die Verwaltung gewissermaßen als Mandatare Europas ausüben..

Alle diese Fragen werden natürlich eifrigst in der Presse erörtert, und auch die maßgeben­den Kabinette können nicht umhin, sich mit ihnen eingehend zu befassen. Es sind denn auch'

französisch-englische Unterhandlungen

schon im vollen Gange. Sir Edward Grey hatte eine lange Unterredung mit dem französischen Botschafter Cambon. Jedoch wurde nichts Defi­nitives dabei beschlossen, sondern nur eine neue Konferenz angesetzt .nach dem ein Kabinettsrat in London abgehalten werden soll. Man glaubt, im englischen llnterhause werde am Mittwoch vonseiten der Regierung eine widrige Erklä­rung abgegeben werden.

Unterdessen interpellierte Balfour den Mi­nisterpräsidenten und fragte, ob es wohl im öffentlichen Interesse möglich sei, Mitteilung über Marokko zu machen. Asquith erwiderte: Die Angelegenheit, auf die Balfour hinweist, zieht die ernste Aufmerksamkeit der Regierung auf sich. Diplomatische Mitteilungen werden in diesem Augen­blick ausgetauscht. Ich glaube aber nicht, daß es angebracht ist, gegenwärtig mehr zu sagen.

Das Bild der Aufnahme, die die deutsche Intervention im Auslande gefunden hat, wird noch durch folgende Preßstimmen ergänzt:

fSTnAb-v f ---<4en.)

Die Rückkehr zur Matur.

Eine lachende Geschichte

Von Agnes Harder.

(gorttetzung.)

Sie hielt das Köpfchen gesenkt und ein paar Helle Tränen liefen über die Wange. Die Plan­tage war durchaus kein verschwiegenerSchloß­wald vor der Stadt" aus dem Sommernachts­traum, wo nur die Elfen Liebespärchen belau­schen konnten. Sie war ein großes Ellerngehölz mit regelmäßigen Wegen, durch die beständig kleine Trupps von Soldaten marschierten, wes­halb sich natürlich alle Kindermädchen des Städtchens mit ihren Schutzbefohlenen hier Herumtrieben. Es war hier auch nicht still. Trommler und Pfeifer übten irgendwo, und das ewige Quierili und die kleinen, raschen Wirbel drangen aus dem lichten Gehölz eigentümlich aufreizend. Die Hellen Tropfen, die über ihr Gesicht liefen, brachten Körner in jenen Zustand der Ekstase, in dem nur das Kindermädchen des Majors unb seine Buben, die auf ihn zugestürzt kamen, eine Explosion verhinderten. Und als er dann dem Jüngsten seine Uhr gezeigt und dem Aelteren erklärt hatte, wer die fremde Tante sei, marschierte ein Trupp Soldaten vom Scheibenschießen an ihnen vorbei und ein Ka­merad grüßte erstaunt, und dann kamen einige Marineoffiziere, die Torpedos abnahmen vnd dann wurde au» den zwei Tränen Eustis ein Quell.

Haltung Oesterreichs.

Wien, 4. Juli, lleber die Haltung der österreichischen Regierung zur Entsendung des Panther" sagt dieNeue Freie Presse": Frankreich und Deutschland müssen zu einer Verständigung gelangen, die nicht schwer zu fin­den sein wird, wenn man sich in Paris ent­schließt, mit der gefährlichen Tatsachenpolitik DelcassSs endlich zu brechen. Die österreichisch­ungarische Monarchie wird somit, wie sie es in Algeciras getan, alles aufbieten, um diese Ver­ständigung zu erleichtern und dem allgemeinen Frieden nützlich zu sein. Die Berechtigung der deutschen Politik kann nicht ernsthaft bezweifelt werden. Es muß gelingen, in friedlicher Berück­sichtigung der gegenseitigen Interessen zu einer klaren Ordnung der Dinge zu gelangen. Die österreichisch-ungarische Monarchie wird eine solche Einigung nach Kräften unterstützen und trotz der selbstverständlichen Bundestreue die Gegensätze abzuschwächen suchen."

Roch eine französische Auslassung.

Paris, 4. Juli. Der ehemalige Marine­minister Lenessau schreibt imSiede":Die­jenigen Blätter, welche seit einigen Jahren am lebhaftesten zur Besetzung von Marokko durch Frankreich gedrängt haben, tragen heute das größte Erstaunen und die größte Entriistuirg über das Vorgehen Deutschlands, nach Agadir zu ziehen, zur Schau. Sie vergessen, daß wir Franzosen in Easablanca und im Schaujagebiet sitzen wie Leute, die keine Lust haben, fortzu­gehen. Unsere Diplomaten in ihrer Unwissen­heit und ihrem Ehrgeiz schickten sich schon an, aus das Kapitol zu steigen, als.Spanien sich Nord­marokkos bemächtigte. Nun, angesichts des Schauspiels, wie Deutschland die Hand auf den Süden Marokkos legt, stürzt das ganze Kapitol zusammen. Das französische Volk wird die erforderliche Kaltblütigkeit und den Frieden bewahren, welchen die Ignoranz und der Ehrgeiz seiner Diplo­maten so schwer geschädigt haben."

Neue englische Stimmen.

London, 4. Juli. In der Londoner Presse ist eine sichtliche Beruhigung über Marokko ein­getreten. Die Abendblätter widmen der Affäre nur wenig Aufmerksamkeit. Es gilt jetzt hier als ziemlich sicher, daß der deutsche Schritt nicht zu ernsten Konflikten führen werde, und daß England einen mäßigenden Einfluß in Paris geltend machen werde. Selbst die konservative Presse bespricht den marokkanischen Zwischenfall mit Besonnenheit. Die unionistischePal Mal Gazette" schreibt:Niemand braucht sich über den deutschen Schritt unmäßig aufzuregen. Er hat in diplomatischen Kreisen keine Ueber- raschung erregt. Frankreichs Antwort bleibt ab­zuwarten. Man erwartet, daß es kaltes Blut br-

Run griff er energisch nach ihrer Hand.

Eusti! Das ist ja alles gleich, das ist ja" Aber sie entzog sie ihm.

Ach Gott, wenn ich nur erst zu Hause wäre. Die Schildwache ich hatte solche Angst und nun"

Sie lief fast. Und dabei war die Plantage ein liebliches, kleines Idyll. Außer den Erlen schien hier nichts zu wachsen als Kälberkropf. Der blühte gerade, und in solcher Fülle, daß feine weiße Schleier unter den Bäumen zu lie­fen schienen. Die schnurgeraden Gräben standen voll von den zarten Pflanzen, die im grünen Halbdunkel rot? schimmerndes Wasser leuchteten. Je mehr sie vorwärts kamen, um so einsamer wurde es, und Eusti, die in ihrer Herzensangst auf die andere Seite des Weges gegangen war, fing an, diese einfache Schönheit wie eine weiche Hand zu empfinden, die ihr schmeichelnd über das glühende Gesichtchen strich, und als sie das Erlengehölz durchschritten und die Düne mit dem gemauerten Seezeichen vor ihnen lag, wo der Fußsteig nach Neuhäuser abbiegt, da blieb sie stehen, lehnte das Rad an einen blühenden Ebereschsnbaum und holte tief Atem.

Da war das Meer! Jenseits der jungen Kiefernschonung lag es, tiefblau, nur mit einer schaumigen Welle auf den Sand schlagend. Der hölzerne Aussichtsturm von Reuhäuser grüßte von ferne! Und nun setzte sich Eusti auf ihr Rad und flog auf dem festen Fußpfad, der durch den losen Sand der Schonung angelegt war, und in einem Augenblick war sie den Augen ihre» An- | betet» entschwunden. >

Agadir.

Dort, wo die wilde Brandung des Atlantischeit Ozeans den nordwestlichen Streifen der sonnendurch­glühten Sahara küßt, erheben sich einige verwahrloste Steinhäuser von festungsartigem Aussehen die Ueberreste einer englischen Ansiedlung. Um fie herum in nach Südwest geöffnetem Bogen erkennt man von der See aus trotz des grauen Dunstes, den die Bran­dung verursacht, niedrige braune Zelte der Wüsten­bewohner, die hier ein armseliges Leben führen. Das ist Jfni, der südlichste Küstenplatz des Scherifen- reiches. Nach sechsstündiger Meerfahrt ändert sich die Landschaft völlig. Hohe Berg« steigen teils schroff, teils in sanften Hängen aus dem Meere auf, das gierig die roten Felsen leckt. In den Tälern und Senken dieses Gebirges, des Atlas, findet das Auge eine üppige Vegetation. Zahlreiche Duars, prächtige Felder und Gärten mit Mais, Weizen, Eranat- bäumen Oelbäumen, Orangen, Palmen zeigen sich hier und da, und je weiter man dem Innern auf be­schwerlichen Pfaden zuftrebt, desto reicher erscheint die Gegend. Und die Geologen haben längst entdeckt, daß auch der dunkle Schoß der Erde nicht minder be­deutende Reichtümer birgt: Kupfer, Eisen und andere wichtige Metalle. Das ist das Susgebiet, für welches Agadir eigentlich der richtige Hafen ist. Einige Felsenriffs bilden eine Landzunge, an deren nörd­lichem Ende die Stadt liegt, überragt von einem halb in portugiesischem, halb im maurischem Stile gehal­tenen Fort, der Kasbah. Viele Häuser und H:ten sind verfallen und verlassen. Kaum 1000 armselige Menschen bewohnen die Stadt, die an dem einzigen

Doch der ließ sich nicht verblüffen, sondern eilte ihr nach. Wenn er auf dem schmalen Wege die Aester der jungen Kiefern streifte, stiegen ganze Wölkchen Somenstaub wie Rauch auf. Die kleinen Kiefernäpfel saßen wie rote Röschen auf d: Zweigen, ein Wunder in dem Sande. Und als er um die Ecke bog, lag da das Rad, und die Sonne blitzte auf die Lenkstange. Daneben aber saß sein Mädchen zwischen den blühenden Kie­fern, der Hut lag neben ihr und b** verwirrte Blondkopfhaar leuchtete und mit einem letzten Abwehren, shon halb in seinen Armen, rief sie noch:

Es ist verboten, in die Dünenschonnng zu r' - es ist verboten!"

An dem kleinen Häuschen Kapitän Rodo- naths, das vor der Plantage lag, waren die ver­liebten Leute so verbeigegangen, wie es eben die Art von ihresgleichen ist. Nicht einmal die mächtigen Büsche flammender Herzen, die ihre rosa Gehänge durch den blendend weißen Sta­ketenzaun drängten, hatten sie angezogen. Und so hatten sie hinter den blitzblanken Fenstern der So je nicht die sonderbaren Dioskuren gesehen: den Käpten und den Kiwitt. Aber man hatte sie gesehen, und der Käpten hatte seine Pfeife aus dem Munde genommen, mit tödlicher Sicherheit über das halbe Zimmer nach dem messingenen Spucknapf gezielt und verächtlich L sagt:

Da muß wieder einmal ein Loch in der Natur zugestopft werden."

Wie meinen Sie das, Käpten?"

Ich meine man. Wissen Sie, Herr Doktor,

wahren werde." Nur der chauvinistische konser­vativeGlobe" fordert die britische Regierung auf, die Mittelmeerflotte nach Marokko zu schicken und Tanger zu besetzen, ein Rat, für den Sir Edward Grey schwerlich dankbar sein wird. Der deutsche Botschafter war während der letzten Tage der vergangenen Woche von Lon­don abwesend; man erwartet seine Rückkehr nach London heute abend.

London, 4. Juli.Daily Eraphic" er­hofft von den Verhandlungen eine umfassende definitive Lösung der Marokkofrage. Das Blatt fährt fort, die Algecirasakte enthalte nichts, was die deutsche Aktion, wie sie in der deutschen Note erklärt wird, verbieten könnte. Es sei sehr zweiselhaft, ob das Abkommen von 1909 so ausgelegt werden könne, daß es Deutschland ver­boten wäre, seine eigenen Untertanen gegen innere Unruhen in Marokko zu schützen. Die ganze Frage erfordere eine ruhige und geduldige Erörterung.

*

Berlin, 4. Juli. Das Kanonenboot Panther", das auf der Heimreise von Deutsch- Südwest-Afrika nach Agadir entsandt wurde, wird nunmehr durch den KreuzerBerlin" ab­gelöst, da die Rückkehr desPanther" zu einer gründlichen Reparatur nicht länger aufschieb­bar ist.

brauchbaren Hafen der atlantischen Küste Marokkos liegt. Der ist zwar versandet und nur von Schissen mit geringem Tiefgange benutzbar, aber dem Uebel- stande läßt sich abhelfen.

Erstaunlich fragt man, wie es möglich ist, daß ein Hafen mit einem so reichen Hinterlande zur Bedeu­tungslosigkeit verurteilt ist. Die Antwort ist nicht schwer. Sultan Sidi Mohammed ben Abdullah sperrte ihn einst für den internationalen Verkehr. Die Kara­wanen, die vom Innern Afrikas, von Timbutku und vom Tschads e konimend, Goldstaub, köstliche Speze­reien, Felle, Straußenfedern, Elfenbein schwarzes und weißes brachten, mutzten weiter ziehen bis Mogador, das offen gehalten wurde, weil es der Machsen beherrschen konnte. Auch die Bauern aus dem Sus mußten anstatt 30 Kilometer deren 300 wei­ter ziehen, um ihre Waren (Mandeln, Del, Wachs, Gummi, Sandara für chemisch-pharmazeutische Prä­parate, Ammoniak-Gummi, ein wichtiger Artikel für Mohammedaner, die ihn als Enthaarungsmittel ge­brauchen), an den Mann zu bringen, d. h. an die Juden in Mogador.

Dieser rege Handelsverkehr der von Agadir abge­lenkt wurde, hat aber noch auf eine andere Weise schwer zu leiden. Zahlreiche Kaids erheben unerhört« Wegegelder von den nach Mogador reisenden Karff-, leuten und Bauern der Sus, welche letztere nur durch das Ansehen der Familie el (Blaut von neuen Aus­ständen gegen den Machsen abgehalten wurden. Die ©laut haben dem französischen Einflüsse weichen müssen. Und so steht zu fürchten, daß die Anarchie auch hier im Süden einreißt, umso mehr als die Ein­geborenen, Berberstamme, die das Schluh sprechen, in den unzugänglichen Tälern des schneegekrönten Atlas schwer zu fassen find. Sie haben ihre reichen Ernten hereingebracht und find nun frei und gerüstet. Die zahlreichen deutschen Interessenten, die namentlich in letzter Zeit sich dort festgesetzt haben, sind dadurch ge­fährdet. So war es an der Zeit, zum Schutze dersel­ben und zum Schutze der zahlreichen eingeborene« Reichsairgehörigen etwas zu-tum U.'"

Deutsches Reich-

vom Kaiser. Kiel, 4. Juli. Der Kaiser besuchte heute vormittag mit seinen Gästen die Neubauten an den Kanalschleusen bei Holtenau und sodann das im Bau befind­liche LinienschiffHelgoland". Er ließ durch den Kommandanten der ,Lohenzollern" Kapi­tän zur See Graf v. Platen dem amerikanischen Schulschifsgeschwader seine Glückwünsche zu dem heutigen Festtage aussprechen. Der Kaiser wird voraussichtlich morgen früh 4 Uhr seine Nordlandreise antreten.

Das amerikanische Geschwader in Kiel. Anläßlich der amerikanischen Unabhängigkeits­feier prangen heute alle im Kieler Hafen lie­genden Schiffe, auch die KaiserjachtHohen- zollern", im Flaggenschmuck. Um 12 Uhr feuerte die gesamte Flotte Salut von 21 Schuß. Der amerikanische Eeschwaderchef, Commander Coontz sowie sein Flügeladjutant und die Kom­mandanten der amerikanischen Schiffe waren

ich fuhr doch mit meinem Schiff immer nach Virgen. D" f*~en wir dann an derdeutschen Brücke", und wenn ich ein paar Tage Zeit hatte, dann besah ich mir so die Geschichte. Was die Reisenden waren, die sahen sich da immer dar deutsche an, wie sie es nannten, und

ich denn auch. Ist eine staubige Gegend, dicht am Wasser und Hinterhäuser na, ich schu-eige schon. Früher, zeigen sie auf Bildern, ist das alles befestigt gewesen, und 3000 Ange­hörige der Hansa haben da gewehnt und sich mit den Einwohnern oft genug gerauft. Mir ist das ja einegal gewesen anfangs. Dann hörte ich aber: Weibsleut waren da keine bei. Wer d:r Hansa diente, der mußte ledig sein, na, und da sah ich mir die Sache denn an, das Kontor, den Glaskasten, in dem der Vertreter der deutschen Handelsherren gesessen, und die Zimmer der Jungen. Und da sand ich überall hinter den Bettstellen in der Wand ein Loch, das war mit einer hölzernen Klappe zu schließen. Von da aus sagte man, hätten die Mägde die Betten ge­macht."

Er ging auf und ab unb rauchte heftig.

Bitt ich Sie! Als ob sich die nicht ihr Bett selbst hätten machen können! Aber das Loch -* durch das Loch da kam eben die Natur zu ihnen. Zustopfen sag ich, zum Donnerwetter."

Er schlug mit der Faust auf den Tisch. Aber Doktor Dietrich war kein so aufmerksam« Zu­hörer wie sonst, jedenfalls zog er feint Nulp- anwendung.

(Fortsetzung folgt)