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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
und den Beilagen: „Nach Feierabend", „Fürs Haus" und „Landwirtschaftliche Beilage.
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Tie „Oberhessische Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. — Der BezugsprerS beträgt viertelsährlich durch die Post bezogen 2.26 <X lohne Bestellgeld), bei unseren Zeitungsstellen und der Expedition (Markt 21) 2.00 Jl frei ins Haus. (Für unverlangt zugesandte Manuskripte übernimmt die Redaktion keinerlei Verantwortung.) Druck der Univ.-Buchdruckerei I. A. Koch (Inh.: Dr. Hitzeroth), Markt 21. — Telephon 65.
Marburg
Dienstag, 4. Juli
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46. Jahrg«
1911.
Erttes Blatt.
Die Krisis im Hansabunde.
Wie wir bereits am Samstag meldeten, geht die Austrittsbewegung aus dem Hansabunde vonseiten der Industrie weiter. Aus Essen wird gemeldet:
Die niederrheinisch - westfälische Bezirksgruppe des Hansa-Bundes hat hier in einer Versammlung ihrer Vorstände nach lebhafter dreistündiger Aussprache mit 48 gegen 11 Stimmen eine selbständige Bczirksgruppe beschlossen, an deren Spitze der bekannte Geh. Rat Kirdorf trat. Sämtlichen Mitgliedern der bisherigen Gruppe wird ein Schreiben übermittelt, in dem es u. a. heißt:
„Die von Herrn Geheimrat Rießer auf dem ersten Deutschen Hanfatag am 12. Juni d. I. abgegebenen Erklärungen und der an diese Erklärungen anknüpfende Meinungsaustausch zwischen dem Genannten und dem inzwischen aus dem Präsidium des Hansabundes wie dem Hansabunde überhaupt ausgeschiedenen Herrn Landrat a. D. Rötger können keinen Zweifel darüber aufkommen lasten, daß die Leitung des Hansabundes die dem Bunde gesteckten Ziele im Wege einer einseitigen Unterstützung der politisch linksgerichteten und einer scharfen Bekämpfung aller rechtsstehenden Elemente verfolgen will. Mit dieser Stellungnahme hat die Leitung des Hansabundes die mittlere Linie verlosten, auf der allein ein gedeihliches Zusammenwirken der im Hansabund vereinigten Erwerbsstände und Berufszweige erhofft werden konnte." Im Gegensatz zu der früher vom Präsidium vertretenen Ansicht, „daß dem Hansabund eine Förderung der Sozialdemokratie unbedingt fernliegen müsse, und daß er diese ebenso zu bekämpfen habe, wie dies seitens aller übrigen in ihm vertretenen bürgerlichen politischen Parteien geschieht —", lasse man jetzt über die Stellung des Bundes zur Sozialdemokratie bei den Wahlen Unklarheit obwalten und beschwöre die Gefahr herauf, daß anstelle von Vertretern bürgerlicher Parteien mit Hilfe des Hansabundes Angehörige der auf den Umsturz der heutigen Eesellfchafts- und Wirtschaftsordnung abzielenden sozialdemokratischen Partei in den Reichstag gewählt werden. „Unter solchen Umständen erscheint es ausgeschlossen, daß die hervorragenden wirtschaftlichen Interessen, auf deren nachdrückliche Vertretung der gewerblich so hoch entwickelte niederrheinisch- westfälische Jndustriebezirk aus Gründen der Selbsterhaltung nicht verzichten kann, im Hansabunde in einer ihrer Bedeutung angemessenen Weise zur Geltung kommen. Daß es sich bei der Verselbständigung unserer Gruppe nicht darum handeln kann, bei der Behandlung von gemeinsamen Fragen, die alle Teile unserer Gewerbetätigkeit berühren, störend einzugreifen, erhellt schon aus dem Umstande, daß wir die ursprünglichen allgemeinen Richtlinien des Hansabundes zu den unserigen machen. In solchen Fragen wird der Hansabund stets unsere Unterstützung finden, wie wir es denn auch als selbständige Gruppe nur werden begrüßen können, wenn der Hansabund sich wieder auf die mittlere Linie zurückfinden würde, die er unserer Auffassung nach nie hätte verlassen dürfen."
Geheimrat Kirdorf hat ferner in einem besonderen Schreiben an Geheimrat Rießer seinen Austritt erklärt. Hier heißt es:
Ihre jetzige politische Stellungnahme muß zu einem Kampfe der linksstehenden Elemente gegen alle rechtsstehenden werden. Sie steht im Widerspruch mit den satzungsgemäßen Aufgaben des Hansabundes und namentlich zu denjenigen Richtlinien, die wir in ernster mündlicher Aus- spräche als zur Erhaltung und zum erfolgreichen Wirken des Hansabundes übereinstimmend erkannten. Der Hansabund wird statt des erhofften Vorteils auf der jetzt festgelegten poli- tischen Richtung ein Schaden unseres Wirtschaftslebens werden.
Ueber einen weiteren Austritt der Industrie aus dem Hansabunde liegt folgende Meldung
. ®a“ V*,1 ücken, 2. Juli. Die Vorstände der südwestlichen Gruppe des Vereins Deutscher Eisen- und Stahlindustrieller, des Vereins zur Wahrung der gemeinsamen wirtschaftlichen Interessen der Saarindustrie und des Arbeitgeberverbandes der Saarindustrie beschlossen gestern
in einer gemeinsamen Sitzung den Austritt aus dem Hansabund. Ferner zeigten ihren Austritt aus dem Hansabund an: Der Borgendes des Stahlwerks-Verbandes, Kommerzienrat Louis Roechling-Völklinghausen, Mitglied des Direktoriums und Großen Ausschusses des Hansabundes, die Mitglieder des Direktoriums des Zentralverbandes Deutscher Industrieller Major Richard v. Vopelius, Dr. Tille, der Geschäftsführer der Ortsgruppe Saarbrücken, der Generaldirektor der Vurbacher Hütte, Kommerzienrat Edmund Weisdorff, das Mitglied des Eefamt- ausschusses und Vorsitzender der Ortsgruppe Saarbrücken, Hüttendirektor ^»-eodor Müller- Neunkirchen in Firma Eebr. Stumm, Mitglied des Gesamtausschusses, und die Vorstandsmitglieder Kommerzienrat Karl Rot, Hermann Roechling, Dr. Max v. Vopelius.
Politische Umschau.
Dr. Hahn und der Reichskanzler. .
In Hildesheim hat der Führer des Bundes der Landwirte, Dr. Hahn, eine Rede gehalten, in der er folgendes ausführte:
Unser Kanzler ist ein philosophisch angelegter Mann, wie wir in verschiedenen Zeitungen zu lesen bekommen. Aber wir sehen in ihm keinen Mann, der nach Bismarcks Art Ziele zeigt, die erreicht werden müssen. Er hat sich in den zwei Jahren seiner Kanzlerschaft nicht als Führer des deutschen Volkes erwiesen. Es scheint so, als ob er eine gewisse Sorge habe, daß man nicht glauben möge, er sei in Abhängigkeit vom schwarzblauen Block, der gar nicht existiert. Was wird nun der Reichskanzler in Zukunft tun? Ich sehe nicht recht, ob er Führer werden wird. Er hat gezeigt, daß er einen weitgehenden Instinkt für politische Macht besitzt. Bei der elsaß-lothringischen Verfassung hat er sogar, was ich lebhaft bedauere, Rücksicht auf die Sozialdemokraten genommen, weil er auch diese als politische Macht gefühlt hat. Ich möchte nun, ohne Prophet zu sein, folgendes voraussagen. Wenn der Kanzler sieht, daß die Parteien, die im Sinne Bismarcks und Miquels nationale Wirtschaftspolitik treiben, fest bleiben, dann glaube ich, wird er mit uns gehen, ohne daß wir dann so lieblos sein wollen zu behaupten, daß wir ihn geführt haben.
Deutsches Reich.
— Bom. Kaiser. Travemünde, 1; Juli. Der Kreuzer „von der Tann" ist um 11 Uhr vormittags hier eingetroffen. An Bord befand sich das Kronprinzenpaar. Das Schiff salutierte die Kaiserstandarte und ankerte neben der „Hohen- zollern". — Der Kaiser begab sich an Bord des „von der Tann", gleich nachdem dieser eingelaufen war. Zur Frühstückstafel beim Kaiser an Bord der „Hohenzollern" waren geladen der Kronprinz und die Kronprinzessin mit Gefolge, ferner der Generaloberst v. Plcssen, Kopitän zur See Mischke. Es herrschte Regenwetter. — Das Kronprinzenpaar ist heute nachmittag 3.50 Uhr nach Potsdam abgereist. — Travemünde, 2. Juli. Der Kaiser hielt heute vormittag Gottesdienst an Bord der „Hohenzollern" ab und begab sich später an Bord der „Hamburg", um , an der Wettfahrt des Norddeutschen Regattavereins und des Lübecker Jachtklubs in der Lübecker Bucht teilzunehmen. Um 11.35 Uhr starteten bei günstigem Wetter und Wind über 20 Jachten; zahlreiche Dampfer begleiteten die Regatta.
— Die Auflösung de» „Zirkels". Straßburg, 30. Juni. Das akademische Disziplinaramt der llniverprat hat eine längere Erklärung ver- öffeniHü.)t, in welcher unter Anführung der inkriminierten Stellen des Semesterberichts des nationalistischen Studentenzirkels die Auflösung gerechtfertigt und die Behauptung zurückgewiesen wird, daß auf die akademische Behörde von irgend einer Seite Seite ein Druck in dieser Frage ausgeübt worden sei. Der „Zirkel" habe bei früheren Gelegenheiten versprochen, sich jeder Ausschreitung zu enthalten, und habe dieses Versprechen gebrochen.
XII. Hessisches Athleten-Verbandsfest.
* M a r b u r g, 3. Juli.
Wenn auch in Marburg schon einmal vor etwa 10 Jahren die hessischen Athletenvereiue ihr Verbandsfest begingen, so gibt es doch noch
| Viele, die diesem Sport fremd gegenüberstehen. Durch das gegenwärtig hier stattfindende 12. Hessische Athletenverbandsfest wird das Tun und Treiben der Vereine, welche der Athletik huldigen, etwas mehr bekannt. Es geht hier wie bei allen Sports: der eine begeistert sich dafür in sehr hohem Grade, und der andere begreift nicht, wie es nur möglich sein kann, daß sich Menschen auf solche Art und Weise unterhalten und amugeren. Doch genug davon. Der Festberichterstatter will weiter keine Betrachtungen und Untersuchungen über den Zweck und Nutzen der «uyietif anstellen, sondern den Verlaus des Festes schildern.
In vielen Kreisen sah man den festlichen Veranstaltungen mit „kühlen" Erwartungen entgegen, und zwar meistens deshalb, weil der von den Landwirten so dringend ersehnte Regen anscheinend im Anzuge war. Es ist das Gegenteil eingetreten, denn das Wetter hielt sich zwar etwas kühl, im übrigen wurden die festlichen Veranstaltungen jedoch bis jetzt durch keinen Regenschauer gestört; die Damen können ihre schönen Hellen Kleider, wenn sie nicht durch irgend ein Malheur Schaden gelitten haben, bis zum Kehraus des Festes benutzen. Eine beim Tanzen oder beim Karusselfahren abgetretene Schleife läßt sich leicht wieder annähen.
Das Eröffnungs-Konzert
am Sonnabend erfreute sich schon eines recht guten Besuches, wenn auch viele der Festgäste wegen der eingetretenen Frische auf Rundgänge zwischen den Wirtschaften und den Tanzplätzen beschränkten. Das angel^ndigte elektrische Keulenschwingen des Athletik-Sportvereins Cassel muhte eingetretener Umstände halber ausfallen.
Gestern ftüh brachte die Eisenbahn zahlreiche Festgäste, insbesondere aus Cassel und Gießen. Um 6 Uhr durchzog die Jägermusik die Straßen der Stadt und bereits kurz nach 8 Uhr früh begannen auf dem Festplatze die Wettkämpfe in Schwer- und Leichtathletik.
Kurz nach 3 Uhr mittags durchzog ein stattlicher
Festzug
die mit Fahnen und Flaggen geschmückten Straßen der Stadt. Dem Zuge, in welchem zwei Musikkapellen spielten, fuhren eine Anzahl Wagen, in denen Ehrengäste, Vertreter der Behörden und Vorstandsmitglieder Platz genommen hatten; es folgten die auswärtigen Athletenvereine und einige hiesige Vereine. Auf dem Festplah angekommen, betrat Herr Rechtsanwalt Dr. Külz das Podium. Im Anschluß an kurze Begrüßungsworte wies er auf den Zweck und Nutzen der Athletenvereine hin, daß sie, jeder Politik fernstehend, nur die körperliche Ausbildung ihrer Mitglieder bezweckten und daß im übrigen vaterländische Gesinnung hier eine gute Pflegestätte habe Er endete mit einem Hoch auf Kaiser Wilhelm II., worauf die Nationalhymne gesungen wurde. Nach ihm dankte ein Vorstandsmitglied eines auswärtigen Athletenvereins für den freundlichen Empfang seitens der Marburger Einwohnerschaft und das Interesse, welches diese dem Feste entgcgenbrächten. In fein am Schlüsse ausgebrachtes Hoch auf Marburg stimmten die Festteilnehmer freudig ein. Während nun die Jägerkapelle ihre Weifen erklingen ließ, fänden auf dem großen Sportplätze die
athletischen Wettkämpfe
statt. Auf vier einzelnen Standplätzen rangen je zwei Athleten immer so lange, bis einer besiegt am Boden lag. Jeder einzelne Ringkampf wurde von den besonders dazu bestimmten Kampfrichtern ausführlich begutachtet. So ganz glatt ging die Geschichte manchmal nicht ab. Schon am Morgen hatte die Sanitätswache einen jungen Mann von hier in die Klinik bringen müssen, weil ihm eine schwere Hantel auf den Fuß gefallen war. Hier erlitt gleich beim Beginn des Ringens ein fremder Athlet anscheinend einen Knöchelbruch. Auch er wurde sofort von der Sanitätswache in die Klinik gefahren. Abgeschürfte Schenkel und Arme, blutende Nasen ufw., di« einige Ringer davontrugen, kommen weiter nicht in Betracht. Sie zählen mit zu den etwa 40 Fällen, in denen die Sanitätswache bis gestern abend um 10 Uhr auf dem ganzen Festplatze in Anspruch genommen wurde. Man sieht, wie zweckmäßig und nützlich diese Einrichtung geworden ist. Die Sanitäter waren das „Mädchen für alles", sie brachten so« |
gar kleine verlorene Söhne und Töchter an Ott und Stelle. Hoffentlich bringt man der Sanitätskolonne bald die so nötige Unterstützung entgegen. Der neue Krankenwagen, in den man unsere hilfsbedürftigen Mitmenschen so bequem betten kann, soll noch nicht ganz bezahlt sein. Man darf dies doch nicht noch obendrein von den Leuten, die sich freiwillig dem Samariterdienst widmen, verlangen.
Während eb tausendköpfiges P' bukum den Wettkämpfen zusah, hielten viele jmige Leute es für praktischer, auf den sonnenbestrahlten Tanzplätzen Leichtathletik zu treiben. Diese älteste Sport übte die meiste Anziehungskraft aus, denn bald hüpften dort so viele Männlein und Weiblein, daß diese Bretter, die wohl auch die Welt bedeuten, nicht mehr ausreichten und der grüne Rasen zum Aufmarsch hinzugcnommen werden mußte. •
Eine wirkungsvolle Abwechselung, die . auch viel Beachtung fand, boten nach eingetretener Dunkelheit die von etwa 30 jüngeren Mitgliedern der Turngemeinde aufgeführten Leiterund Barrenpramiden, die ein reizendes Bild gewährten. Nicht minder gefiel auch das elektrische Keulenschwingen eines Casseler Vereins. Später wurde nur noch getanzt; auch die Schaubuden machten gute Geschäfte.
Ueber das Resultat der athletischen Wettkämpfe können wir nicht berichten, weil uns eine Siegerliste trotz mehrfachen Ersuchens weder gegeben noch mitgeteilt wurde. Heute abend findet das Fest seinen Schluß. == ! !
Marburg und Umgegend.
(Nachdruck aller OriginalarMrl ist gemäß § 18 bei Urheberrechts nur mit der deutlichen Quellenangabe
.Oberheff. Ztg." aestattet.)
Marburg. 8. Juli.
• Prinz Heinrich passierte gestern auf der Fahrt von Kiel nach Mainz unsere Stadt. Er nahm in dem ihm von ftüher her ’ «kannten Rest. Wald schlößcheu (Nehbrücke), einen kurzen Aufenthalt.
* Universität. Auf eine 25jährige Tätigkeit als Universitätsprofessor kann am 5. Juli der Direktor des botanischen Gartens, des botanischen und pharmakognostischen Instituts an der hiesigen Universität Dr. Arthur Meyer zurück- blicken. Prof. Meyer (geb. zu Langensalza, steht int 52. Lebensjahre.
* Ein« Revision der Znvalidenkarten findet von heute ab durch einen Beamten der Casseler Anstalt statt. Es ist zu empfehlen, daß die Arbeitgeber die Karten und Lohnlisten bereit halten, damit sich die Revision glatt abwickeln kann.
* Die Hessen-Nassauische Baugewerbs-Berusr- genossenschaft hielt in Mainz in Vertreter-Versammlung ab. Am Ende des Berichtsjahres bestanden 14 867 versicherungspflichtige Betriebe. Die Gesamtlohnsummer bezifferte sich auf 71 684 233 M. 3198 Unfallanzeigen wurden erstattet und an Entschüdigungsleistungen 1046 9o9 cH bezahlt. Der Reservefonds beträgt 3 üöo »U3 dl. Die nächste Tagung findet in Frankfurt statt.
* 3* Sommertheater Marbach gelangte gestern Abend das neckische Lustspiel „Das Konzert" von Hermann Bahr zur Aufführung. Das Stück ist in Marburg bekannt und auch schon hier hinreichend besprochen worden. Die gestrige Aufführung, di« — trotz des Athletenfestes — recht gut besucht war vorzüglich. Die an und für sich sehr dankbare nRollen waren allesamt in guten Händen. Herr Direktor Sieger gab den Dr. Jura. Die Darstellung dieses „lachenden Philosophen", wie man ihn nennen könnt«, gelang ihm ausgezeichnet. In Spiel «nd Mimik charakterisierte er wirkungsvoll den seltsam närrischen Menschenfreund. Sehr gut brachte auch Herr Brönner den Meister Heink heraus. Durch sein detailliertes Spiel wußte er den krassen Eigennutz und die Selbstsucht des viel geliebten und angebeteten Künstlers zu illustrieren. Der Pollinger des Henn Luley war gut gezeichnet. Frau Direktor Sieger hatte die Rolle der Marie, der Gattin des Pianisten übernommen Vortrefflich brachte sie in ihrem Spiel die innere lleberlegenheit der liebenden Gattin zum Ausdruck. Frl. Krause als Delfine sprach sehr an. Ei« schuf ein gutes Bild der schwankenden und unklaren Frau Jura und führt« ihre Rolle auch in anerkennenswerter Weise durch. Recht hübsch fand sich Frl. Gühne mit der Darstellung des verliebten E> chens ab. Besonders in der Schlußszene des letzten Aktes hatte ste einige glückliche Momente. Die Dameu Stenten und Novotny steuerten ihr bestes zum Ee- fingen des Abends bei, sodaß unter der Regie des Herrn Direktor Sieger eine vortreffliche Gesamt- Wirkung erzielt wurde. Die Zuschauer lohnt« >iw ' auch ihrerseits durch reichen Beifall. (