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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
und den Beilagen: „Nach Feierabend", „Fürs Haus" und „Landwirtschaftliche Beilage.
Jti 153
Spedition (Marn 21) 2.00 <* frei ms Haus. (Für unverwandte Manuskripte übernimmt die Redaktion keinerlei
Erstes Blatt
der Schüler stellte, wie
bührliche Anforderungen in den oberen Eyinnafial- klassen gestellt wurden hinsichtlich des Unterrichtsziels, der Stundenzahl, der geistigen Anspannung in
weiß es doch noch aus sie tatsächlich fast ungc-
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Die
und körperliche Spannkraft jetzt.
Die altere Generation eigener Erfahrung, daß an
Marhnrg
Sonntag, 2 Juli
kanntlich unter der Aegide des Oberbürgermeisters Adickes der moderne Reformeifer auf vielen Gebieten ganz besonders lebhaft, wenn auch nicht immer glücklich betätigt, findet auch die Bewegung, welche dem humanistischen Gymnasium hie Lebensfreude nicht mebr gönnt, ausnehmend eifrige Förderer. Und bezeichnender Weise so..en die Aerzte in ihr das wesentlich treibende Element sein. Frankfurt ist schon die Geburisstätte des Reformgymnafiums mit seinem vielgerühmten einheitlichen Unter- und mehrteiligen Oberbau. Es ist die Heimat der „Kurzstunde", in der vorläufig nur 40 Minuten, später vielleicht nur 30 Minuten Unterricht erteilt wird, — selbstverständlich im höchsten Interesse des Schülers, dessen Aufmerksamkeit zum Nachteile seiner geistigen und
körperlichen Disposition nicht zu lange durch den Unterricht in Anspruch genommen werden soll! Den gleichen Rücksichten ist in der alten Demokratenstadt auch das Streben entsprossen, den Unterricht überhaupt auf nur dreißig Wochenstunden zu beschränken, und ganz auf den Vormittag zu verlegen. Jetzt soll nun noch auf eine erhebliche Verminderung der wissenschaftlichen Anforderungen, zu diesem Behuf auf eine völlige Beseitigung des Griechischen, auf die Depossedierung des Lateinischen aus seiner Vormachtsstellung, auf eine tunlichste Verengerung der häuslichen Arbeiten und auf die Abschaffung des Abiturientenexamens bingewirkt werden. O, welche Lust, nunmehr ein Schüler zu sein! Mit dem End- abschluß einer solchen Reform wäre allerdings dem humanistischen Vildungsprinzip für immer der Boden entzogen. Was dabei aus dem höheren deutschen Unterrichtswesen und dem Wissen der Schüler werden würde, ist eine andere, oder vielmehr gar keine Frage mehr.
Fast abenteuerlich klingt das weiter kolportierte Eerücht, der Frankfurter Aerzteverein hätte es, unter Ausnutzung der persönlichen Beziehungen eines seiner Mitglieder zu dem Kaiser, versucht und verstanden, den hohen Herrn für das vorgedachte Projekt schon zu interessieren. Zu diesem Behuf habe man dem Kaiser, von welchem bekanntlich vor zwei Dezennien die erste Anregung zu einer Schulreform ausging, in „kluger, fortgesetzter Rücksichtnahme auf seine Persönlichkeit" ein Memorandum unterbreitet, in welchem die Abnahme der Militärtauglichkeit, die Zunahme der Kurzsichtigk.it und andere sanitäre Schädigungen direkt auf das bisherige Erziehung?- system unserer humanistischen Bildungsanstalten zu- rückgeführt werden.
Wenn diese von einem Berliner freikonservativen Blatte vertretenen Mitteilungen den Tatsachen wirklich entsprechen, wird man zunächst von einem nicht einwandsfreien Gebrauch der Vertrauensstellung eines Arztes zu unserem Kaiser sprechen können. Objektiv liegt ihm eine durchaus anfechtbare ärztliche Prognose zugrunde. Es beruht unstreitig auf einem Irrtum, wenn man die mehrfach konstatierte „Abnahme der Militärtauglichkeit" und die „Zunahme der Kurzsichtigkeit" schlechthin auf die Unterrichtsmethode an unseren humanistischen Lehranstalten zurückführen will. Zunächst könnte es sich doch nur um die verhältnismäßig kleine Gemeinde der diese Schulen bis zur Einjährigen-Reife oder bis zum Abiturientenexamen besuchenden Schüler handeln. Und im weiteren hätten die hier beklagten körperlichen Gebrechen, wenn sie mit der humanisttschen Bildungspraxis wirklich in einem unmittelbaren Zusammenhang ständen, doch in der Zeit schon grell und für das Staatswohl nachteilig hervortreten müssen, wo diese Praxis in ihrer höchsten Blüte stand und noch ganz andere Anforderungen an die geistige
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46. Jahrg.
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aller Art verdirbt, schon als Quartanern da» Rauchen und Biertrinken, auch bei völliger geistiger Unreife den Besuch der Theater und öffentlichen Vergnügungen, sowie die Anteilnahme an den bis zum frühen Morgen sich hinziehenden modernen Gesellschafts-Abfütterungen gestattet, so kann das nicht Wunder nehmen. Der geheimen Sünden und Laster nicht erst zu gedenken, an denen die Jugend von heute in erschreckender Weise krankt! Hier sind die Quellen der abstoßenden Nervosität zu suchen, welche die typische Erscheinung unserer Zeit geworden ist, und die auch der Irgend mehr und mehr zum Verhängnis zu werden droht. Und wenn die deutschen Aerzte ihr Auge recht aufmerksam den klar erkennbaren Ursachen dieses Uebelstandes zuwenden wollen, werden sie sich ungleich verdienter um das lebende Geschlecht machen, als wenn sie „klug" und in „fortgesetzter Rücksichtnahme auf die Persönlichkeit" unseres Kaisers bei dem hohen Herrn Vorstellungen übet unsere Schulverhältnisse zu erwecken suchen, welche der Wirklichkeit des Lebens nicht entsprechen.
In Schulfragen sind die Frankfurter Aerzte jedenfalls nicht die kompetenten Berater. Was bei der von. Frankfurt aus empfohlenen Reform unserer höheren Bildungsanstalten unvermeidlich sein müßte, wäre ein ganz unaufhaltsamer Niedergang des geistigen Niveaus der sogenannten gebildeten Stände, und damit ein Abstieg der ganzen deutschen Nation von ihrer bisherigen Kulturhöhe. Dieser Preis wäre zu hoch für die hygienischen Vorteile, welche die Aerzte uns im Zuge der Zeit versprechen, ober voraussichtlich praktisch gar nicht zu bieten imstande sind. Man kann sich unmöglich gegen die Wahrnehmung verschließen, daß das lebende Geschlecht trotz der immer intensiver betriebenen Bolkshygiene mehr und mehr nervös entartet und einen femininen Zug annimmt. Daher kann d*r unbefangene Beobachter unserer Zeit auch der von Frankfurt aus propagierten „Schulhygiene" als Ersatz für die humanistische Jugenderziehung nur mit voller Skepsis folgen. Von einem Irrtum geboren, kann sie nur mit schweren Enttäuschungen enden. Die mit auch fernen Augen prüfenden vaterländischen Kreise halten denn auch, belehrt durch die gleichartigen Selbsttäuschungen früherer Reformer mit ihren „realistischen Schulexperimenten", fest an dem Huma nistischen Gymnasium, von dem sie wenigstens wissen, was sie an ihm haben.
Wir können u s mit den obigen Ausführungen in soweit einverstanden erklären, als man endlich einmal dem Gymnasium sein: eigene Entwickelung lassen sollte. Das ist doch eine Forderung gerade der Freiheit. Nachher, die Gleichberechtigung aller höheren Schulen praktisch durchgeführt ist, ist nicht einzusehen, weshalb man immer wieder an den Grundlagen des Gymnasiums rüttelt, die nun einmal in der humanistischen Bildung (Griechisch und Lateinisch) beruhen. Es ist ungerecht, das Gymnasium, Überhaupt das höhere Schulwesen, für gesundheitliche Schäden bei unserer Jugend verantwortlich zu machen. Die Eltern sollten liebe-, wie auch oben angeführt ist, erkennen lernen, worin die Ursachen derselben eigentlich liegen.
Zur Schulreform
wir im „Reichsboten" folgende bemerkens- Ausführungen:
humanistische Unterweisung unserer Jugend tatsächlich ernster gefährdet zu sein, als man
langt zuge)------ -------------------- —,
Verantwortung.) Druck der Univ.-Buchdruckeret I. «. Koch (Inh.:
Dr. Hiheroth), Markt 21. — Telephon 55.
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es bisher ahnte. In Frankfurt a. M., wo sich be-
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I den Lehrstunden und der häuslichen Arbeiten. Ein lateinischer und deutscher Aufsatz, ein griechisches und französisches Exerzitium, eine lateinische ober griechische Versübung, eine mathematische Hausaufgabe begleiteten in derselben Woche oft die laufende tägliche Präparation der Schüler für bas Verständnis der alten Klassiker. Damals konnte man mit Recht von einer Ueberbürbung, namentlich bet Primaner, mit Schularbeiten, aber selbst bamals nicht von ungewöhnlich nachteiligen Wirkungen bte- ses Mißverhältnisses auf bie körperliche Konstitution der Jugenb sprechen, bie einen öffentlichen Notschrei ber Aerzte gerechtfertigt hätten. Die bamalige Jugenb war in ben oberen Gymnasialklassen wohl nicht selten kurzsichtig, aber im übrigen kerngesund an Seele, Geist und Körper, und zwar ohne eine ausgedehntere Vornahme von Leibesübungen am Turnreck. Die Tatsachen sind redende Zeugen für diese Wahrheit. Man will doch wohl nicht ernstlich behaupten, daß das Geschlecht, welches vor Düppel, bei Königgrätz, Metz und Sedan seinen Mann stand, durch übermäßige Schulüberbürdung kriegsuntüchtig geworden war? Man kann diese Behauptung nicht einmal dem engeren Kreise der damaligen Reserve- Offiziere und -Unteroffiziere gegenüber aufrecht halten, obwohl diese vornehmlich auf den humanistischen Gymnasien ihre Schulbildung erhalten hatten. Und doch hätten sich bei ihnen allen notwendig die üblen Folgen derselben fühlbar machen müssen, wenn eben der behauptete Zusammenhang zwischen der humanistischen Erziehung und der Abnahme der Kriegstüchtigkeit bestände.
Ein solcher Zusammenhang war aber, wie gesagt, selbst damals nicht nachweisbar, um rote viel weniger heute, wo bie Anforderungen an bie körperliche und geistige Spannkraft der Jugend schon sehr erheblich, leider schon viel zu weit gemindert worden find. Ein Arzt, welcher trotzdem das Gegenteil behauptet, täuscht sich unzweifelhaft über Ursache und Wirkung in den ihm nähertretenden Erscheinungen, oder er lebt ganz im Banne unhaltbarer Vorurteile.
Wahr ist es leider, daß die heutige Jugend in ihrer äußeren Erscheinung, in ihrer Lebensfrische und in ihrem geistigen und seelischen Standard auffällig zurücksteht hinter den Jünglingen, welche den deutschen Fahnen siegreich in drei Feldzügen folgten. Aber dies hat andere Gründe, als die Frankfurter Aerzte glauben machen möchten und dem Kaiser vortrugen. Kein Geringerer, wie Graf Posadowsky, hat schon darauf hingewiesen, daß die Schüler in Deutschlands größten Tagen sich noch als „Jungen" fühlten, die für andere Dinge, als für das Lernen, keine Zeit hatten, und trotz der Intensität ihrer Studien frisch blieben. Heute aber führten sie sich auf, und würden sie von schwachen Eltern bewertet als „junge Herren", die schon in den ersten Lebensjahren ihren Anteil haben müssen an den Zerstreuungen ber mobernen Gesellschaft, und bie schon stöhnen, wenn sie nur zu einem paar häuslichen Arbeiten unb zu gespannter Aufmerksamkeit in der Schule angehalten werden. Das entspricht vollständig den Tatsachen.
Wenn diese „Herren Jungen" blasse Gesichter bekommen, weil man ihnen schon im zarten Kindesalter den Magen mit Konfitüren und Leckerbissen
sRack>>--'• - - 'en.)
Dir Rückkehr zur Rnlur.
18) eine lachende Geschichte
-r Von Agne» Harder.
(Fortsetzung.)
Wenigstens sagte Dietrich das. Er kam fast täglich herübergeradelt, stellte sein Rad im Hof ein und schritt zum Haff herunter. Da prüfte er die Temperatur der schmalen Hände, hielt sie in das Licht, daß sie rosig aufleuchteten, lagerte sich Lusche zu Füßen und ruhte aus. Er behauptete ganz einfach, diese Stunde weltabgewandter Aesthetik sei ihm nötig nach den anstrengenden Konsultationen im Städtchen. Lusche war so unirdisch, daß er garnicht nötig hatte, ihr Rückkehr zur Natur zu predigen. Er wußte, wie bald sie ohnehin zu ihr zurückkehren würde. Er wußte auch, daß sie ihn liebte. Aber warum sollte ihn so ein von der Wand gestiegenes Freskobild nicht lieben? Er gönnte ihr diesen letzten Lebensgenuß von Herzen. Und er erzählte ihr halbleise, während die ersten Grillen zu zirpen begannen, erzählte ihr von ber Märchen des Lebens draußen, bis sie die Augen voll Licht auf ihn senkte und ihr Köpfchen sich neigte. Dann fielen ihre schwarzen Zöpfe nach vorn in bie Blumen unb ringelten sich wie zwei Schlangen, unb Dietrich dachte, es sei in Ostpreußen poetischer als in Indien. Wenn von fern bie ersten Sensen gedengelt wurden, unb es klang so schrill durch bie Mittagsglut, unb sie legte ihre Hand auf seinen Arm, baß er ben Zaunkönig nicht störe, bet in ber Schlehenhecke umherschwirrte, bann bekam bet Priester bet Natur seltsame Anwandlungen. Gr sprach bann nicht
von kalten Waschungen und Abhärtungen des Fleisches. Das war hier ja ganz unnötig.
Seine Stimme wurde leiser und heißer, und w-'nn der S-bnilshrer seine Schwester hereinholte, hatte sie hochrote Flecke auf den Backen.
„Fieberst du wieder, Lusche?"
„Ach nein, Gottlieb. Ich bin nur so sehr glücklich."
Er sah sie besorgt an. Aber er sagte nichts. Er trug seine eigenen Schmerzen.
Sonst, wenn Eusti im Sommer zum Baden nach Neuhäuser geradelt war, hatte sie allemal Rast gemacht in der Komturei. Jetzt war das ai ders. Er konnte von seiner Bücherei aus die Lendstraße heruntersehen und wartete aus sie. Und er fand, sie kam später und später. Dann winkte sie wohl mit der Hand und rief ihm zu, daß sie große Eile hätte oder sie sprang einen Augenblick ab, fragte, ob der Kiwitt da sei und stürzte für fünf Minuten zu Lusche. Ganz selten nur noch saß sie wie in früheren Zeiten mit ihm in ben kühlen Gewölben ber großen Schloßküche und plauderte.
Die Küche der alten Komturei lag in den Kellergewölben. Mächttge kurze Pfeiler trugen die Bogen, der Boden war mit Ziegeln gepflastert, unb ein riesiger gemauerter Herb zeigte, daß auch hier auf saure Wochen frohe Feste gefolgt waren. Die alte Frau Rodonath stellte hier im Sommer einige Satten mit Milch auf. Hier lag das Faß mit Braunbier unb hier staub bas Butterfaß unb bie weißgescheuerten Waschwannen. Eine Ecke bes Riesenraumes hatte dabutch etwas Trauliches bekommen unb hier ruhte Gusti gern aus, wenn bie Sonne braufeen brannte, unb erholte sich.
„Warum halten Sie den fetzt nie an, Fräu
lein Gusti," fragte er eines Tages. „Sie sinb noch nicht einmal in bet Küche gewesen in bie» fern Iaht."
Sie errötete.
„Also neh :en Sie mich mit, Gottlieb. Sie wissen boch, baß ich anfange, Lusche zu hassen, seit ber Kiwitt sie auch verhext hat."
Et lächelte.
„Ach graulet’* Gusti," sagte er bann nut. Sie saßen in betn kühlen Raum, auf besten Ziegelboden bie Abendsonne hin unb her huschte. „Ich meine, wenn sie noch ein bißchen Glück hat, dann soll man es ihr gönnen."
„Aber sie ist doch nun gesund, denke ich. Sie geht doch an den Strand u—"
„Ja, sie flackert noch so ein Weilchen. Ich sehe es ja. ich weiß auch, daß sie den Doktor liebt. Nein, Fr" lein Gusti, nun müssen Sie ben Kopf nicht so in ben Nacken werfen. Sein bißchen Glück will bet Mensch haben, unb ich freue mich, baß sie es noch kennen lernt, ehe es zu Ende geht. Ich störe sie auch nie unb sage kein Wort. Mutter — bie sieht es ja nicht. Mutter ist nur Sorge. Das ist so bei uns, wo jeder soviel zu tragen hat. Erst, als Vater in die Sense fiel unb so lange krank lag, bie Not, ob ich auf bem Seminar bleiben könnte, unb bann, als wir hier unterkamen und meinten, es könne im Himmel nicht bester sein, ba fing es mit Lusche an. Da kann Mutter nichts sehen, als bie Sorgen."
„Aber er verdient es nicht, daß sie ihn liebt."
„Nein, bas weiß ich. Unb wenn Lusche ge» funb wäre, nicht einen Tag bulbete ich's. Sie aber verbient doch, daß sie den Frühling sieht, nicht wahr, Fräulein Eusti? Oder ist bie Liebe nicht der Frühling?"
Er beugte sich vor unb sah sie an. Unb plötzlich geschah etwas Sonbetbates. Die lustige Eusti fing an zu meinen. Er sah so zu ihr herab u::d lächelte ein wenig.
„Nicht wahr, Sie verstehn mich nun? Unb ba bitte ich nun, Fräulein Eusti, lasten Sie ben Herrn Leutnant im Pilzenkrug ober wo Sie sich sonst treffen. Aber wenn er Sie bis hier auf bie Chaussee bringt, bann —"
Sie griff nach seiner Hanb.
„Sie müssen nichts Schlimmes beule«, Gottlieb. Wir — wir sind noch nicht verlobt. Nur" — sie hob ihr glühendes Gesichtchen auf — „nur denke ich, wird es nicht mehr lange dauern. Er kommt auch immer nach Neuhäuser zum Baden, weil bie Mole in Pilau ben Wellenschlag bin- bert, und da haben wir uns zufällig wieder-
-offen, b. h. zuerst, nachher, ba war es nicht mehr zufällig. Und jetzt ist doch noch ”'-*™nb draußen. Aber ich weiß nicht, wie das werden wird, wenn bie Ferien anfangen unb alle Bekannten kommen. Er kennt meine Eltern noch nicht, unb Vater ist jetzt immer so schlechter Laune. Er wollte am Sonntag Besuch machen, er kann doch aber nicht sagen, daß wir uns immer treffen. Und wenn Vater mir bann bas Laden verbietet? Er ist jetzt so gegen Natur. Und Mama ist auch so sonderbar. Sie liest dicke Bücher über ganz burme, langweilige Sachen. Und ich bin ganz allein unb niemanb kümmert sich um mich, unb Lusche habe ich auch verloren."
Er strich mit einem Lächeln über bas blonbe Haar..
„Wenn ich Ihr Freunb fein darf, Fräulein Eusti?"
Sie ergriff f.e Idee mit Feuereifer (Fortsetzung folgt)