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JH50

46. Jahrg.

1911/

Marburg

Donnerstag, 29. Jnni

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TieQberhestische Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der L<.nn- und Feiertage. Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich durch die Post bezogen 2.25 * (ohne Bestellgeld), bei unseren Zeitungsstellen und der Expedition (Markt 21) 2.00 Ji frei ins Haus. (Für unver­langt zugesandte Manuskripte übernimmt die Redaktion keinerlei Verantwortung.) Druck der Univ.-Bnchdruckerci I. A. Koch (Inh.: Dr. Hiheroth), Markt 21. Telephon 55.

mrt dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

und den Beilagen:Nach Feierabend", «Fürs Haus" undLandwirtschaftliche Beilage.

Erstes Blatt.

Die Straßenbahnen in den deutschen Großstädten.

Ein Vergleich der Straßenbahnen in den deutschen «roßstädten dürfte von Interesse sein, da dadurch sich ein sicheres Bild von dem Verkehr in den einzelnen Städten Herstellen läßt. DieZeitschrift für Klein­bahnen" bringt darüber eine Zusammenstellung der letzten amtlich festgestellten Zahlen. In erster Linie ist bemerkenswert, daß Berlin weder die größte Ein­nahme pro Kopf der Bevölkerung noch die meisten Fahrten pro Kopf der Bevölkerung aufzuweisen hat, trotzdem man allgemein annimmt, daß der Berliner am meisten die Straßenbahn benutzt. Berlin steht hierin an fünfter Stelle. Die meisten Fahrten pro Kopf werden in Frankfurt a. M. gemacht und die größten Einnahmen pro Kopf hat Hamburg auszu­weisen, da hier pro Fahrgast die Einnahmen 12,5 Pf. betragen, während sie z. B. in Berlin nur 9,9 Pf. hoch sind. Die Statistik zeigt den allgemeinen Stand von Anfang 1910. Die Summe sämtlicher deutscher elektrischer Straßenbahnwagen betrug 10 800, davon entfallen auf Berlin 1500, auf Hamburg 800. Die Leistungen sind um 28 Millionen Wagenkilometer, das sind 5 Prozent, und der Verkehr um 86 Millionen Fahrgäste, das sind 4 Prozent, gestiegen, gegenüber 5% bezw. 6 Prozent Zunahme im Vorjahre. Die Detriebsdichte der Berliner Hoch- und Untergrund­bahn stieg auf 373 000 Wagenkilometer Vetriebslänge, bei der Großen Berliner Straßenbahn stellte sie sich etwas weniger als im Vorjahre, nämlich auf 366 000, tu Hamburg auf 246 000. Der Straßenbahnverkehr der wichtigsten deutschen Städte ergibt sich aus fol- ßender Tabelle:

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Bei den einzelnen Städten kommen meist noch ihre Vororte in Betracht, so sind z. B. in Berlin bet den Zahlen alle Vorortverbindungen mit berücksichtigt. Auch bei Hamburg ist das Gleiche der Fall. Bei Frankfurt a. M. kommt noch Offenbach in Betracht, bei Nürnberg ist Fürth berücksichtigt, bei Hannover die Stadt Linden und bei Elberfeld Barmen.

Deutsches Reich-

Bo« Kaiser. Eckernförde, 27. Juni. Der Kaiser verweilte nach dem Einlauf der Segel­jachtMeteor" noch längere Zeit an Bord. So­dann begab er sich auf die JachtHohenzollern"w Vorher verabschiedete sich der Reichskanzler von dem Kaiser. Der Reichskanzler gedenkt morgen in Berlin einzutreffen.

Da» Reichsg-richt über Auflösung von Ser» sammlungen. Ww witgete.lt wird, hat das Reichs­gericht vor einiger Zett eine Entscheidung über die Auflösung von Versammlungen gefällt, die im Hinblick auf die vielfachen politischen Ver­sammlungen für die Reichstagswahlen von allge­meinem Interesie ist. Es handelte sich um die Frage, ob eine Versammlung auch dann als aufgelöst zu be­trachten ist, wenn der Polizelbeamte, der die Auf­lösung ausspricht, irrtümlich annimmt daß es sich um eine öffentliche Versammlung handele. Der Leiter einet Versammlung hatte einem Gendarmeriewacht­meister, der die Versammlung überwachen sollte, den Zutritt In den Saal untersagt, weil die Versamm­lung nicht öffentlich war. Dieser Sachverhalt lag tatsächlich vor; trotzdem wurde die Versammlung von

dem Eendarmeriewachtmeister aufgelöst, weil er sich in dem Irrtum befand, daß die Versammlung eine öffentliche sei. De- Versammlungsleiter setzte der Auflösung Widerstand entgegen, forderte die An­wesenden auf, dem Befehl keine Folge zu leisten und blieb auch selbst im Saal. Er wurde deswegen an­geklagt und von dem Landgericht freigesxrochen, weil eine Verurteilung auf Grund des § 111 R. St. G. B. nicht möglich sei. Der Widerstand muß nach diesem Paragraphen öffentlich erfolgen. Es war aber keine öffentliche Versammlung. Der 4. Strafsenat des Reichsgerichts sch. sich diesen Ausführungen aber nicht an und gab sein Urteil dahin ab, daß die An­wesenden aus Aufforderung des Polizeibeamten hin sich aus der Versammlung entfernen mußten, wenn auch eine öffentliche Versammlung nicht vorlag. Wenn auch tatsächlich der § 111 ausscheide, so käme doch § 18 Nr. 4 VE. in Betracht, weil sich der An­geklagte nach Erklärung der Auflösung durch den Vertreter der Polizei nicht sofort entfernt habe. Die Frage, ob die Auflösung irrtümlich erfolgte, käme dabei nicht in Betracht

Protest gegen die Amtsentlassung Iathos. Berlin, 27. Juni. Die liberalen Geistlichen Groß-Berlins stellten die bereits angekündigte Protesterklärung gegen die Amtsentlassung des Pfarrers Jatho dem Wortlaut nach, wie folgt, fest:Wir erblicken in der Tatsache der Amts- entlsiung des Pfarrers Jatho. dessen Jesus- Jüngerschaft unwidersprochen vor aller Welt klar liegt, eine unabsehbare Schädigung der Re­ligion unserer evangelischen Landeskirche. Wir werden unbeirrt durch alle Folgen unsere Ver­kündigung des Evangeliums, allein unserer Ee- wissensüberzeugung folgend, im protestantischen Geiste nach wie vor ausüben". Die Erklärung ist unterzeichnet von Pfarrer Alfred Fifcher- Berlin, Pfarrer Lic. T>. Hollmann-Nikolassee, Pfarrer Lic. Traub-Dortmund, Pfarrer Lic. Prof. D. v. Soden-Berlin. Eine zustimmende Erklärung sandten 77 Geistliche, darunter 44 aus Berlin und Umgebung.

Freisinnige Berdrehungskünfte. Durch die Presse der linksstehenden Parteien geht eine Notiz, daß ein konservativer ostpreußischer Rit­tergutsbesitzer es handelt sich um Herrn von Egan-Krieger gesagt habe, die Konservativen hätten den Für st en Bülow gestürzt, wie man einen Knecht wegjage, der nicht bas leiste, was man von ihm verlange." Dazu schreibt dieDeutsche Tagesztg.":Wir hatten sofort entschiedene Zweifel daran ausge- drückt, daß die angebliche Aeußerung richtig wie­dergegeben sei. Unsere Zweifel werden vollauf bestätigt durch folgende authentische Mitteilung, die wir über den Hergang erhalten: Herr von Egan-Krieger hat in einer Versammlung in Bie­berstein, in welcher die freisinnigen Redner Wagner (Tapiau) und Maul es den Agrariern als besonderes Verbrechen angerechnet hatten, daß sie angeblich den Fürsten Bülow gestürzt hätten, in der Diskussion ausgeführt, daß die Frage des Kanzlerwechsels doch nicht von so großer Bedeutung mehr sei; und er hat gegen­über den versammelten kleinen Besitzern und ländlichen Arbeitern den Vergleich gebraucht, daß, wie es für jeden Bauern in seinem Betriebe die Hauptsache sei, ob sein neuer Eroßknecht seine Sache gut oder besser mache als der vorige, so auch für die Politik die Hauptfrage, wie der der­zeitige Kanzler seinen Platz ausfülle. Aus dieser Darstellung wird ohne weiteres ersichtlich, daß Herr v. Egan-Krieger nicht im ent­ferntesten daran gedacht hat, irgend etwas von dem zu sagen, was die Freifinns- blätter ihm unterschoben; daß vielmehr diese nur durch eine dreiste und aßstchtliche gröbliche Ver­drehung den Worten des Herrn v. E. die sinn- und geschmacklose Zuspitzung gegeben haben. Jede weitere Bemerkung zu einem betartigen Verfahren erübrigt sich wohl."

Ausland.

** Der Ministerwechsel in Oesterreich. Wien, 26. Juni. Ministerpräsident v. Bienerth unter­breitete an Allerhöchster Stelle die Bitte um Enthebung vom Amte. v. Bienerth ließ sich hier­bei von jenen Erwägungen leiten, welche bereits bei der Auflösung des Abgeordnetenhauses maß­gebend waren. Schon damals stand die Ueber- zeugung fest, daß die Konsolidierung der parla­mentarischen Verhältnisse notwendig sei, wenn die großen, über die Abwicklung der laufenden Geschäfte weit hinausgehenden Aufgaben, vor die der Reichsrat gestellt sei, einer zuverlässigen und befriedigenden Lösung zugesührt werden sollen. Je mehr aber die Mandaisdauer de»

früheren Hauses sich ihrem Ende näherte, desto geringer wurde naturgemäß die Neigung der Parteien, ihr Verhältnis zu einander einer Aenderung zu unterziehen, sowie sich wechselsei­tig für einen längeren Zeitraum für ein um­fangreiches Programm zu binden. Von dem neuen Hause darf aber erwartet werden, daß in ihm der ernste Wille zu weit ausgreifender und fruchtbringender Arbeit nicht nur vorhanden ist, sondern auch in der Bildung einer großen einheitlich gestimmten, schaffensfreudigen Mehr­heit seinen Ausdruck und die Möglichkeit erfolg­reicher Betätigung finden kann. Läßt nun diese Annahme es geboten erscheinen, für das Ver­hältnis der Regierungsgewalt und der Parteien im gegenwärtigen Zeitpunkt eine neue Orientie­rung zu versuchen, so kommt insofern noch ein wetterer unmittelbarer Anstoß hinzu, als zwei, den großen Gruppen der bisherigen Mehrheit angehörige Mitglieder aus dem Kabinett ausge­schieden sind und dieser Umstand eine Aussprache mit den betreffenden Gruppen notwendig mache, eine Aussprache, die wohl nicht abgesondert, son­dern in einer allgemeinen Auseinandersetzung mit den Parteien des Abgeordnetenhauses erfol­gen muß. Bienerth hat sich nicht für berufen erachtet diese durch die Situation gegebene Auf­gabe auf sich zu nehmen, weil er glaubt, daß die Verhandlungen mit den parlamentarischen Gruppen nicht durch von früher bestehende nähere Beziehungen oder Differenzen beeinflußt, sondern in voller beiderseitiger Unbefangenheit lediglich unter dem Gesichtspunkt der künftigen politischen Notwendigkeit geführt werden sollen. Wien, 27. Juni. Wie verlautet, ist die Er- nendung drs'Frerhertn v. Gautsch znm Minister-" Präsidenten bereits erfolgt und Freiherr v. Bie­nerth zum Statthalter von Nieder-Oesterreich ernannt worden.

! ** Zur Ministerkrifis in Frankreich. Paris, 27. Juni. Bezüglich der Kammerabstimmung, durch die das Ministerium Monis gestürzt wurde, veröffentlicht dasAmtsblatt" eine An­zahl Berichtigungen von Deputierten, die erklä­ren, daß sie für das Kabinett gestimmt haben und daß ihre Stimmen irrtümlich als gegnerische angeführt worden seien. Darnach hätte das Mi­nisterium Monis bei dieser Abstimmung nicht eine Minderheit von 21, sondern ein: Mehrheit von 5 Stimmen erzielt. Dies ändert jedoch nichts an der gegenwärtigen Sachlage, da nach der Geschäftsordnung der Kammer das einmal verkündigte Abstimmungsergebnis zu Recht be- ftchr. Der sozialistische Deputierte Bouision kündigte an, daß er das künftige Ministerium über die Ernennung des Kabinettsdirektors, des scheidenden Justizministers Perrier zum Appellationsgerichtsrat in Paris interpellieren werde, da diese Ernennung eine durchaus gesetz­widrige Begünstigung bedeute. Es heißt übri­gens, daß auch eine Anzahl Richter gegen diese Ernennung beim Staatsrat Einspruch erheben wollen. Wie verlautet, hat Gaillaux hervor­gehoben, daß er vor allem die unverzügliche Er­ledigung des Budgets erstrebe und daß er dies­bezüglich die Vertrauensfrage stellen werde. In der Frage der Wahlreform sucht er eine vermit­telnde Wirkung, die die Stimmen sämtlicher Re­publikaner auf sich vereinigen könnte. Wie schwer es jedoch sein durfte, einen Ausgleich zwischen den Anhängern und den Gegnern der Verhältniswahl zu erzielen, zeige sich in den von den elfteren gefaßten Beschlußanträgen, in denen sie erklären, daß sie, gestützt auf die von der gro­ßen Mehrheit der Kammer ausgedrückte Wil­lenskundgebung, die Wahlreform auf Grund des Prcportionalsyftems raschestens durchführen wol­len und daß die diesbezüglichen Vorlagen be­reits die größtmöglichsten Zugeständnisie an die Gegner der Wahlreform enthalten. Nach Be­sprechungen mit Caillaux wird das Ministerium in einigen Stunden endgiltig gebildet sein. Mestmy übernimmt das Portefeuille des Krieges, Eouyba das des Handels und Lebrun das der Kolonien. Die Besetzung der übrigen Porte­feuilles dürfte in der heute Nachmittag gemelde­ten Weise erfolgen.

** Die Londoner Festtage. London, 27. Juni. Heute Nachmittag fand im Park des Buckingham- Palastes bei schönem Wetter ein von 6000 Gästen besuchtes Gartenfest statt. In Zelten wurden Erfrischungen geboten. Die Tafeln wa­ten mit silbernem Gerät und Nelken und Rosen prächtig geschmückt. Kurz vor 4 Uhr, als die Rasenplätze dicht besetzt waren, erschienen die Majestäten mit den fürstlichen Gästen. Die Kö­

nigin schritt vorauf, geführt von dem deutschen Kronprinzen. Der König folgte mit der deut­schen Kronprinzessin hinter ihnen, der Prinz von Wales und Prinzessin Mary, die jungen Prin­zen sowie die anderen Fürstlichkeiten. Die Er­lauchte Gesellschaft machte einen Rundgang über den Festplatz und kehrte dann nach der Tettasie zurück, wo eine Anzahl Vorstellungen erfolgte.

** Vom Balkan. Konstantinopel, 27. Juni. Sihin" zufolge wurde in dem Ministcrrat, der nach der Rückkehr des Sultans abgehaltcn wurde, auf Anregung des Oberkcmmandieren- den von Albanien befchlosien, die den Malisioren zur Unterwerfung eingeräumte Frist auf 14 Tage zu verlängern. Das Blatt betont, Monte­negro fei verpflichtet, die flüchtigen Maliffo.m zu entwaffnen.

** Born internationalen Seemannsstreik. London, 27. Juni. Die Vereinigung der Fuhr­leute und die Vereinigung der Hafenarbeiter in Liverpool hielten gestern Abend Sitzungen ab, in denen beschlossen wurde, für die gegenwärtig mit den Seeleuten in Streit befindlichen Schiss- fahrtsgesellschaften keinerlei Waren zu beför­dern. Liverpool, 27. Juni. Die Pacific« Dampfer-Gesellschaft, bei der fünf Dampfer ge­stern infolge des Ausstandes nicht auszulaufen vermochten, bewilligte heute die Forderungen der Ausständigen. Hutt, 27. Juni. Die Aus­ständigen drohten an, daß sie die Eisenbahnar­beiter auffordern würden, ebenfalls die Arbeit einzustellen, falls man nicht noch heute zu einer Vereinbarung gelange. Die Polizei in der City ist verstärkt, es herrscht die größte Aufregung. Die Ausständigen brachten den Schiffahrtsver» kehr-zum Stillstan^-und weigern sich zu gestat­ten, daß die Ladungen ans Land geschafft werden. Die zwischen der Stadt und den Docks verkehren­den Hauptzüge laufen nicht mehr. Sunder­land, 27. Juni. Der Ausstand der Dockarbeiter brachte hier die Schiffahrt völlig zum Stillstand. 500 Zimmerleute stellten aus Sympa' ,'e mit den Dockatbeitetn ebenfalls die Arbeit ein. Amsterdam, 27. Juni. Aus 20 von 35 im Hasen liegenden Schiffen ruht die Arbeit. Auf ben übrigen Schissen, wo bie HafenaA:ii:r aus Stücklohn arbeiten, nimmt das Lös ', m seinen Fortgang. Insbesondere werden die Dampfer der regelmäßigen Linien durch den Ausstand bei Seeleute unb Hafenarbeiter in Mittleioenschaii gezogen.

Stadtverordneten-SitziM

* Marburg, 27. Juni.

Heute fonb eine Sitzung bet Stadtverord­neten statt.

Unter Mitteilungen zur Kenntnisnahme zir­kulierten Kasieilübersichten. Ferner wurde er­wähnt, daß die Eemeindegewerbesteuet auf 146 % und die gemeine Wertstener auf 2,48 % festgesetzt sei.

Es folgte die endgültige Beschlnßfaffung über die Ordnung bett, die Quartier- unb Natural­leistungen. Hierzu würbe Mitteilung von ver- schiebenen Einsprüchen von Priva'.iersonen und des Mieter-Vereins gegeben. Der Magistrat ist der Ansicht, daß die Einsprüche aus Gründen, die der Vorsitzende näher erörterte, zu verwerfen feien. Siadtv. Justizrat Rohde fügte hinzu, daß das Gesetz nicht von Gebäulichkeiten und Haus­besitzern, sondern von Räumlichkeiten spreche, in anderen Städten würde es ebenso gehandhabt. Stadtv. Storck meinte, daß die Eingabe eines hiesigen Mieters, in der ausgeführt würde, man sei wegen des Mangels an kleinen Wohnungen gezwungen, große zu mieten, nicht richtig fei. Hier gebe es große und kleine Wohnungen ge­nug. Die Stadtverordneten schloffen sich dem Magistratsantrag an und genehmigten die Ord­nung.

Ebenso genehmigte man das bereits früher vorgelegte Ortsstatut bett, die amtlichen Be­kanntmachungen und die Uebertragung eines in den Etat für 1910 eingestellten Betrages für Dachdeckerarbeiten am Waisenhaus auf das Rech­nungsjahr 1911.

Der Erhöhung des Verlags für 1911 für die Vertretung erkrankter rc. Beamten wurde zuge­stimmt.

Betreffs der Bewilligung von Geldmitteln zur Beschaffung von Holzmasten für das Elektri­zitätswerk meinte Stadtv. Engel, daß man solche Monstrums doch möglichst aus den Straßen be­seitige. Man solle sie wenigstens Überall da weglaffen, wo ste das Ctädtebild verunstalten.