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Jroje 14o und der Expe!

v Ä* langt zugefa,

Bord der Jacht ein, die um 2 Uhr zur Revue in | Kriegsschiffe, darunter zwölf vom Dreadnought- See ging. Die Flotte, die sich in den Gewässern von Spithead versammelt hatte, umfaßt drei Divisionen der Heimatsflotte, die atlantische Flotte, Kreuzerdivisionen mit Torpedobooten und Torpedobootszerstörern, sowie acht Unter­seeboote. Insgesamt zählte sie 177 englisch« Typ. Siebzehn fremde Mächte waren durch Kriegsschiffe bei Spithead vertreten. An der Revue nahmen teil:Danton" für Frankreich, von der Tann" für Deutschland. Obwohl es die ganze Nacht geregnet hatte, war die Flotten­parade über Erwarten vom Wetter begünstigt. Es war allerdings windig und die See leicht be­wegt. Zum größten Teil herrschte aber Heller Sonnenschein. Das seltene Schauspiel der Ber­einigung einer so starken Seemacht und zugleich die Anwesenheit zahlreicher fremder Kriegs­schiffe, hatten einen starken Besuch von Vergnü gungsdampfern und Prachtjachten veranlaßt. Darunter befand sich als größtes Schiff von allen der DampferGeorge Washington" vom Rordddeutschen Lloyd. Wie die meisten frem­den Schiffe, so hatte der deutsche Kreuzervon der Tann" eine Anzahl Gäste an Bord geladen. Sämtliche Kriegsschiffe lagen in Reihen ver­ankert und hatten Flaggenschmuck angelegt. Es war ein majestätisches Bild auf der weißen Fläche des Hafens von Portsmouth, der durch Wellen gekräuselt war und ein stetig wechselndes Farbenspiel bot. Als die königliche Jacht in die Linie der gewaltigen Flotte einfuhr, wurde sie von mächtigem Geschützdonner begrüßt. Von allen Schiffen tönten Hurras, als dieVictor and Albert" sich langem dem Mittelpunkt der Flotte näherte, um ihren Platz an der Seite des Danton" einzunehmen. Rach der Revue emp­fing der König an Bord der königlichen Jacht alle Admirale und höheren Offiziere der frem­den Kriegsschiffe. Rach dem Empfang der Kom­mandanten der britischen und fremden Kriegs­schiffe kehrten der König und di« Königin auf ihrer Jacht unter dem Donner der Geschütze in den Hafen zurück.

Zum Konflikt im Hansabnnd.

wird imBerl. Tgbl." der Briefwechsel Geh. Rat Rießers mit Landrat Rötger veröffentlicht. Es waren schon vor dem entscheidenden von uns mit­geteilten Brief mehrere gewechselt worden. Es würde zu weit führen, den ganzen Briefwechsel mitzuteilen. Es geht daraus jedenfalls hervor, daß der Hanfabund früher eine Stellung einge­nommen hatte, die man als eine gegen die So­zialdemokratie gerichtete Neutralität innerhalb der bürgerlichen Parteien bei den Wahlen be­zeichnen kann. Geh. Rat Rießer hat dann ver­sucht, die Wendung nach links zu geben, indem er unter Ausschaltung anders denkender Ele­mente des Präsidiums sein persönliches Schluß­wort zu einem offiziellen Werbeaufruf machte, der sich übrigens, wie aus einem Schreiben Röt- gers vom 16. Juni hervorgeht, im Widerspruch

46. Jahrg.

1911.

Mtnisterkrisis in FrankreUi.

Paris, 24. Juni. Die Minister hielten einen Kabinettsrat ab, nach welchem sie dem Ministerprä sidenten ihre Demission überreichten. Nach seiner Ankunft begab sich Präsident Fallieres zu Monis, der ihm die Demission des Kabinetts unterbreitete. Fal- lieres erklärte sich mit der- Demission e inner standen.

Der Sturz des Kabinetts ist den Gegnern des Verhältniswahlsystems zuznschreiben, die entschlossen waren, alle Mittel anzuwenden, um die Durchführung der Wahlreform zu verhindern. DerRadical" schreibt: Das Ministerium ist von seiner eigenen Partei gestürzt worden, deren Politik und Grund­sätze es im Stiche gelassen hat. Schon die Wahl eine» Generals zum Kriegsminister hätte das Kabinett

erschüttert. Das vorgestrige Vertrauensvotum bedeu­tet« feine endgültige Verurteilung.

Der konservativeFigaro" sagt: Das Ministerium Monis befand sich schon seit vielen Wochen im Zu­stande der Auflösung. Es war höchste Zeit, daß es ging, denn in diesem Lande, dar von niemandem mehr regiert wurde, drohte alles zusammen zu brechen.

DiePost" führt zu der Demission des Ka­binetts u. a. folgendes an:

Wegen seiner ausgesprochen sozialistischen Neigungen kam Monis ans Ruder. Sein Mini­sterium war bis auf den unglücklichen Charakter­kopf Delcasi6 ein Verlegenheitsministerium. Nachdem das Kabinett in seiner inneren Politik Niederlagen auf Niederlagen erlitten hatte und Frankreich an den Rand der Anarchie gebracht war, nachdem auf den französischen Bahnen der Frachtverkehr wochenlang stockte und die Unfälle infolge Lässigkeit oder offener Sabotage sich er­schreckend häuften, während schließlich di« Win­zerunruhen offene Szenen der Revolution her­aufführten, suchte die Regierung die Unzufrie­denheit der Bauern durch eine imperia­listische Politik, durch eine Politik der gloire zu beschwören. Sie unternahm den marokkanischen Feldzug, der, verlogen in allen seinen Voraussetzungen, dem französischen Volk zeigen sollte, was Frankreich heute Deutsch­land bieten könne. Zu gleicher Zeit wurden die kriegerischen Instinkte des französischen Volkes geweckt. Sie haben schließlich, vielleicht nicht ohne Beeinflussung durch den Ernst der inter­nattonalen Lage, in einer Frage zum Sturz des republikanischen Ministeriums geführt, in der kein republikanisches Ministerium nachgeben kann. Denn der Generalissimus, den das fran­zösische Volk ersehnt, das ist nicht der kühle wis- enschaftliche Stratege nach Art eines Moltke, das ist der Imperator, zu dem jeder Franzose ein persönliches Verhältnis hat. der Imperator nach dem Muster eines Napoleon.

Marburg

Dienstag, 27. Juni

zu einem früheren Präsidialbeschluß befand. Es handelt sich im Grunde um eine prinzipielle Entscheidung, die von Herrn Rötger in durchaus klarer Weise herbeigeführt ist, wie selbst vom V. T." anerkannt wird. Um so unangenehmer wirkt es, wenn einzelne Blätter die Entschei­dung Rötgers mit einem konservativen Mandat, das ihm angeboten worden sei, in Verbindung bringen. Diese Behauptung ist bereits als falsch entlarvt, aber auch Geheimrat Rießer ver­öffentlicht ein Schreiben, in welchem er den Ver­such macht, den Austritt Rötgers aus dem Hansabunde damit zu motivieren, daß Herr Röt­geraus Gründen politischer Taktik" ben Wunsch habe, daß der Hansabundeinen satzungs­widrigen Kampf gegen alles, was links steht, aufnehme." Geheimrat Rießer muß sich trotz seiner hochtönenden Worte recht unsicher fühlen, wenn er ben Versuch macht, bte klare und beut» liche Sprache, die Herr Rötger in seinem Schrei­ben an ihn führt, in das Gegenteil zu verkehren und Herrn Rötger Absichten zu imputieren, die dieser nie gehabt hat.

Gerade weil man eine machtvolle wirtschafts­politische Vertretung von Gewerbe, Handel und Industrie wünschen muß, weil wir sie nötig ha­ben, kann man in den neusten Schritten des Prä­sidiums des Hansabundes nur einen bedauer­lichen Fehler erblicken, bet sich schwer rächen wird. Man höre nur, wie man sich z. B. in bet demokr. Vgg. bet Eerlach-Vreitscheid bie weitere Entwickelung bes Hansabundes denkt. Herr Breitscheid schreibt imFreien Volk", das den Hansabund noch kürzlich verhöhnte, folgendes: Sein Schicksal wird dem bes Handelsvertrags- oeteins gleichen, wenn er ben Moment nicht zu erfassen versteht. In wenig Jahren mag sich dann der Krieger, der heute bramarbasiert, als wenn ihm die Welt zu klein sei, eine Bureaustube mieten, um als Hämorrhoidarius Akten über bte Bevorzugung bet Agrarier in Deutschlanb zu häufen.

Leiber sieht es bis jetzt nicht so aus, als er­kennte et bie Gefahr. Man redet über die Be­denklichkeit der Agrardemagogie und scheint sich dieses neuen Schlagwortes zu freuen.

Mit solchen allgemeinen Redensarten läßt sich nichts anfangen. Noch stets hat es sich im öffentlichen Leben gezeigt, daß Organisatio­nen, bie bie berüchtigte mittlere Linie suchten, ein klägliches Fiasko erlitten."

Unb nun forbert B., man solle nicht mehr de­klamieren gegen die Agrardemagogen, sondern gegen ben Schutzzoll für ben Freihandel usw. Zum Schluß folgt eine freundliche Einladung. Man solle, wenn politisch Partei genommen wer­den müsse, das immer nut für bie Parteien, bie bie nötige Sicherheit bieten, baß sie nicht vor bem Knall ihrer eigenen Gewehre davon­laufen". Davor braucht man nun freilich bet diesen Herren keine Angst zu haben.

Die englischen Krönnvgßfeieriichfkiten.

London, 24. Juni. Der König, bi« Königin unb bie Mitglieder der königlichen Fa­milie, sowie die Vertreter der fremden Staaten sind heute Vorimttag 10 Uhr 20 Min. zur Flot­tenparade nach Spithead abgeteist. Der König trug Admiralsuniform mit bem Bande des Hosenbandordens, bet Prinz von Wales bie Uniform der Midshipman; seine Brüder trugen bte Uniform der Seekadetten, bie Königin unb Ihre Tochter unb die Mehrzahl der fürstlichen Damen marineblaue Roben. Im Verlauf des Vormittags war eine große Anzahl von Sonder- zügen von London abgelassen worden, um die Parlamentsmitglieder, die geladenen Gäste unb anbete Schaulustige, bie bet Flottenparabe an Bord großer Dampfer zusehen wollten, nach Portsmouth zu bringen. Während der Nacht herrchte in Southampton, wo die Reisenden an Bord gehen, reges Leben.

Portsmouth, 24. Juni. König Georg und Königin Mary trafen, von den Spitzen der Marine- und Zivilbehörden empfangen, um 12 Uhr 30 Min. hier ein und begaben sich auf die königliche JachtVictoria and Albert", begrüßt von dem Geschützdonner derVictoria", dem Ad­miralschiff Nelsons in der Schlacht bei Trafal­gar. Die Majestäten nahmen den Lunch an

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sNachd^,- ....

Die Rückkehr zur Uatrrr.

13) Eine lachenbe Geschichte

Von Agnes Hatber.

(Fortsetzung.)

Als bie Herten eintraten, schloß bet Post- birektor bie beiden obersten Knöpf« an seiner Weste. Et verleugnete nie ben gewesenen Offi­zier, trug sich peinlich eigen unb war bet einzige Herr, durch den die Eingeborenen Gamaschen Jenen gelernt hatten, ehe Dr. Dietrich seinen Einzug gehalten hatte. Der Postdirektor wat der Vertreter der Hoch-Torys unb vom ersten Augenblick bet unversöhnliche Gegner des Kiwitt gewesen.

Weil er ein Wolf im Schafspelz ist, Kinder. Ja, wenn er als Naturmensch hier eingezogen wäre, im weißen Hemd mit einem Eichenkranz, mit Kopfläusen und langen Erabe-NSgeln! Aber habt Ihr schon einmal gehört, daß jemand zur Natur zurückkehren will mit Koffern aus Juchtenleder, Eummibadewannen und einem englischen Reisenecessaire? Daß er sich dem an­dern Geschlecht verächtlich machen will mit Pa­namahüten, Selbstbindern unb seidener Wäsche? O Ihr Kleingläubigen!"

Die Abneigung schien übrigens gegenseitig zu fein. Die Herten schnitten sich, und der Post- direktor hatte infolgedessen mit der süßen Laura fm teeren HonotattotenstLbchen des Kruges einen sehr angenehmen, stillen Abend verbracht. Min Abalanr davon lag noch auf seinem Gesichte, |

als er die Eintretenden nach den Neuigkeiten des Tages befragte. Aber er bekam vorläufig keine rechte Antwort. Ein jeder suchte seinen Stammplatz, unb Laura, die ihre Arbeit rasch zusammengerollt hatte, als bie Herten kamen, brachte bas heiße Wasser unb ben Rum.

Sßitbs halb, Schlauch," sagte bet Rat.

Der Apotheker versorgte sich sehr umständlich und sehr gründlich, dann reichte er die Flasche weiter. Als alle behaglich bie ersten Züge schlürften und eine leichte Wolke bläulichen Zi­garrendampfes über dem Tisch schwebte, wendete sich Tittnak an den Postdirektor.

Et hat uns den Handschuh hingeworfen, Hauptmann, ganz öffentlich, in Gegenwart un­serer Weiber. Wenn wir pathetisch sein wollen, können wir davon reden, daß er die Brandfackel in unseren stillen Ort warf, bie Axt an bie heilige Eiche bes Hains Romow« legte, ober sonst etwas. Es stimmt alles. Kiwitt, bieset hinterlistige Kerl, bet in seiner Sünden Maien­blüte im Dreivierteltakt über bie Wiesen lief und sich an jede Schürze hängte, er ist vom Himalaya zurückgekehrt, um hier so etwas wie einen Sittlichkettsverein zu gründen. Bei uns, die wir feit Iahten das sittliche Staatsjoch der Ehe wie etwas Selbstverständliches tragen unb für ben prozentmäßigen Zuwachs ber Bevölke­rung sorgen, während er feige eine Verlobung löste, als in dem Mädchen das natürliche unb nur hier meiner Meinung nach absolut unver­ständliche Gefühl ber Lieb« erwachte."

Gr machte eine Pause. Der Poistbitektot. ben

man im engeren Kreise nach seinem früheren nnlttätischen Grad einfach ben Hauptmann nannte, bückte sich übet ben Spucknapf, um seine Pfeife auszuklopfen, dabei warf et bet süßen Laura einen vielsagenden Blick zu, ben sie er­widerte, ehe sie zu dem ledernen Tabaksbeutel griff, der neben ihren bunten Seiden lag.

Weiter, Kind Gottes, du bist auf bem rich­tigen Wege," sagte Schlauch, bet sein zweites Glas Grog umstänblich zurechtmachte.

Unb Tittnak fuhr fort. Es wat ein heim­licher Groll in seiner Männerbtust, ben nährten bie Sonnenstrahlen, bie burch bie Gucklöcher in bem Rouleaux fielen, unb Fuschchens Ganz­waschungen und Freiübungen und das Refotm- kleid.

,,Er schlägt uns eine Generalkur vor, ber Ki­witt, Wasser von außen und von innen. Nut Master. Unb ohne Frage wirb er bie Weibsen hinter sich haben. Denn er kommt von weit her, so weit, daß sie es gar nicht kontrollieren können, unb Master ist ja auch Gänsewein."

Oh," unterbrach ber Postdirektor,keine persönlichen Bitterkeiten."

Ich revoziete. Prost, Laura. Also, bie Frauen werben alle auf seiner Seite fein, jede aus einem andern Grunde. Ich sehe einen Kampf der Geschlechter voraus, einen furcht­baren Kampf, denn man wird mit Nadelstichen gegen uns zu Felde ziehn, wir werden uns in einen Ameisenhaufen schlafen legen wüsten"

Btrr!" Schlauch griff zur Rumflasche.

Wir werbe« miete heiligen Rechte »et»

leidigen müssen. Völker bes Ostens, wahrt eure heiligsten Güter! Ich schlage vor, daß mir einen Bund bilden, wir Männer. Keiner weiche, keiner wanke. Wer an den offiziellen fünf Abenden hier fehlt, verpflichtet sich, jedesmal einen Taler in eine Büchse zu tun, deren Inhalt Laura gehört."

Es muß ein Buddha sein, ein Buddha mit einem Schlitz in seinem Dickbauch. Wit wüste« auch ein Moments tnoti haben," lallte bet Sqlauch.Ich opfere meinen Taler, aber ich werbe feine Sitzung verfehlen. Ein Pereat bem Klwitt!"

Pereat! Pereat!"

Der Postdirektor machte eine elegante Hanb- bewegung.

Das wäre bet Suff, Kinder. Da bin Ich natürlich ganz eurer Ansicht. Trete dem neu- gegründeten Verein ohne weiteres bei. Aber bie Liebe. Wie wollt ihr ihm benn in ber Liebe trotzen?"

Wit lieben eben unsere Frauen."

Aber wenn bie nicht wollen? Wenn er sie in seine Netze zieht?"

Et hat ja keine Lust am Weibe. Es barf ja keine in bie Dechanei. Nimm ist bet Engel mit dem feurigen Schwerte."

Kinder, im Ernst, kennt schon einer von euch eine Katze, die bas Mausen gelosten hat?"

Tieft Stille.

(Fortsetzung folgt.)