M 146
46. Jahrg.!
1911.
Marburg
Sonnabend, 24. Juni
zuteil wurde, die eine deutliche persönliche Note trug.
Um 10 Uhr verließ ‘bei Zug des Prinzen, der von Royal Horse-Euards eskortiert wurde, den Palast. Der Prinz wurde von der Menge lebhaft begrüßt.
Um 12y2 Uhr kündigte die Artillerie im Hyde Park durch 21 Kanonenschüsse an, daß der Zug der Majestäten sich in Bewegung setze. An der Spitze des Zuges marschierten in mittelalterlichen Kostümen die königlichen Schiffsknechte, hinter ihnen ritten die Adjutanten des Königs. Es folgten die Generäle, darunter die Feld- marfchälle Sir Jan Hamilton und Sir John French, alle in großer Uniform, in roten Waffenröcken mit federgeschmückten Hüten und orden- geschmückt. Die Hurrahrufe begannen, als an der Spitze der königlichen Eskorte die Offiziere der indischen Kavallerie vorbciritten, und sie wuchsen immer stärker an, sobald die große Staatskarossc der Majestäten mit ihren Vorreitern und Postillonen in Sicht kam. Dieser Wagen, der ganz aus Gold und Glas besteht, wurde von acht isabellenfarbenen Pferden gezogen. Es folgte die Standarte, dann Lord Kitchener und der Herzog und Prinz Arthur von Connaught, Prinz Ludwig von Battenberg, der Herzog von Teck, Prinz Christian von Schleswig-Holstein und eine glänzende Kavalkade von Adjutanten und Leibgarden.
Alle Abteilungen des Krönungszuges wurden auf dem ganzen Wege mit lauten Zurufen begrüßt. Während des Vorbeifahrens der ersten Abteilung regnete es und die Equipagen waren deswegen geschlossen. In dem Augenblick, wo die Equipage des Königs in die Mall einbog, hörte es zu regnen auf und die Sonne begann zu scheinen. Der Beifall schwoll so gewaltig an, als des Königs Equipage vorüberfuhr, daß er den Donner des Salutschießens der Batterien im Hyde Park übertönte.
Um 12 Uhr betraten die Majestäten die Abtei. Den Geistlichen folgten die großen Würdenträger des Hofs, denen Pagen die Kronen trugen, mit den Standarten Englands, Schottlands, Irlands, des Vereinigten Königreichs und denen des Größeren Britanniens, die von früheren Dizekönigen und Generalgouverneuren getragen wurden. Nun erschien die Königin, die große 18 Fuß lange Schleppe von 6 jungen Mädchen, den schönsten des englischen Adels, getragen, dann der König, dem Edelleute mit den Regalien voranschritten. König Georg selbst im Krönungsornat trug die Halskette des Hosenbandordens und das sammtene Staatsbarett. -Sein langer purpurner, mit Hermelin besetzter Krönungsmantel wurde von 8 Pagen getragen. Zu den Seiten des Königs gingen zwei Bischöfe und die königliche Leibwache . Die jugendlichen Stimmen der Schüler von Westminster begrüßten
das Königspaar mit den traditionellen Rufen: „Vivat Regina! Vivat Rex!"
Ehe der König und die Königin die Thronsessel einnahmen, knieten sie zum Gebet nieder. Dann folgte der erste Akt der Krönung, die feierliche „Anerkennung" des Königs. Der Erzbischof von Canterbury, begleitet von dem Lordkanzler, dem Lord Eroßkämmerer, dem Lord High Constable Herzog von Fife, dem Earl Marschall und dem Wappenkönig des Hosenbandordens, stellte den König dem versammelten Volk vor mit den Worten: „Hier zeige ich Euch den König Georg, den unzweifelhaften König dieses Königreichs. Seid Ihr also, die Ihr hierhergekommen seid, um die Huldigung und Eure Pflicht zu leisten, bereit, es zu tun?“ Eine Trompetenfanfare und Zurufe: „Gott schütze König Georg!" vollzog die Anerkennung. Dann begann der religiöse Teil der Zeremonie. Nach der Predigt trat der Erzbischof vor den König und fragte ihn, ob er den Kronungseid leisten wolle. Der König erhob sich, kniete am Hochaltar nieder und leistete mit entblößtem Haupt den Eid auf die Bibel. Dann trat et vor den Krönungsstuhl König Eduards, über dem die Lords Rosebery, Cadogan, Crewe und Minto einen Baldachin hielten, und der Erzbischof vollzog die Salbung, der sich die Investitur mit den Insignien der königlichen Macht anschloß. Mit den Symbolen seiner Macht bekleidet, bestieg der König nun den Thron zur Krönung. Der Erzbischof sprach ein kurzes Gebet, die Krone wurde in Prozession vom Altar gebracht und der Erzbischof setzte sic dem König auf das Haupt. In demselben Augenblick setzten ave Peers und die Waffenkönige sich ihre Kronen auf, und die Versammlung brach in den lauten Ruf aus: „Gott schütze den König!' Trompeten schmetterten, die Kanonen des Towers und die Batterien in den Parks lösten Freudenschüsie, und alle Glocken der Stadt begannen zu läuten.
Auf die Krönung folgte die Huldigung. Der König, auf dem Haupt die Krone mit dem berühmten „Cullinan", saß auf dem Thron, umgeben von den Eroßwürdentragern des Reiches. Als erster leistete der Prinz von Wales die Huldigung. Es folgten die übrigen Peers nach ihrem Range. Nunmehr schritt der Erzbischof von Canterbury zu der Krönung der Königin.
Rach der Spendung des Heil. Abendmahls stimmte der Chor ein Te Deum an, und die Majestäten zogen sich in die Kapelle hinter dem Altar zurück. Ihre Rückkehr in die Kirche gab das Zeichen zu erneuten brausenden Rufen: „Gott schütze den König!" und unablässig sich steigernde Freudenrufe begleiteten das Königspaar, bis es die Kirche verlassen hatte. Durch Whitehall, Trafalger Square, Pall Mall, St. James Street und Piccadllly kehrte der königliche Zug nach dem Buckingham-Palast zurück, auf der ganzen Feststraße von der versammelten Menge aufs
lebhafteste begrüßt. Die Spitze des Krönungszuges erreichte kurz vor 3 Uhr den Buckingham- Palast. Wenige Minuten später, nachdem dl« Majestäten ausgestiegen waren, erschienen sie im Krönungsornat auf dem Balkon des Schloßes, von der Menge mit brausendem Jubel begrüßt.
Die Feierlichkeiten verliefen bisher, ohne daß die Polizei einzuschreiten brauchte. Der Ambulanzdienst und alle militärischen Vorkehrungen funktionierten ausgezeichnet. Es ereigneten sich nur wenige Ohnmachtsanfälle.
Der heutigen Nummer liegt bei Kreisblatt Nr. 47.
Die englischen Krölmugsseierlichkiten.
London, 22. Juni.
Die ganze Nacht vor dem Krönungstage hat London wenig Ruhe gefunden. Als um 4 Uhr früh eine Batterie im Hyde Park den Tag mit 21 Kanonenschüssen begrüßte, herrschte in den Straßen bereits ein reges Leben. Auf allen Bahnhöfen, auf und unter der Erde, quillt unaufhörlich eine bunte Menge. Die Lager und Biwaks in den Parks sind bereits mobilisiert, und die für die Absperrung bestimmten Truppen in der Stärke von 50 000 Mann setzen sich in Marsch. Der Polizeidienst ist entsprechend verstärkt. An allen Zugängen, die auf die Feststraße führen, sind starke Holztore ausgerichtet, um den Andrang der Menge aufzuhalten. Um 8Uhr früh ist die Fcststraße gefüllt und abgesperrt, und alle Tribünen sind besetzt.
Auf dem Charing Croß war anläßlich der heutigen Krönungsfeier der Andrang der Menge so gewaltig, daß sie die Polizeikette durchbrach. Doch gelang es den Beamten, die Ordnung ohne Schwierigkeit ausrechtzuerhalten. Um 8 Uhr setzte leichter Regen ein.
Um 6V2 Uhr wurden die großen Pforten der Westminster Abtei geöffnet, und in glänzenden Staatskaroffen begannen die Peers und Peeresies in ihren roten, mit Hermelin verbrämten Roben, die indischen Fürsten in ihren juwelengeschmückten Gewändern und die anderen Krönungsgäste einzutreffen. Um 9 Uhr waren alle Geladenen in der Abtei versammelt, um die Ankunft der Majestäten zu erwarten.
Es herrschte trockenes, aber trübes Wetter. Der um 8 Uhr einsetzende Regen hatte, als sich der Zug der Majestäten nach der Westminster- Abtei in Bewegung setzte, bereits aufgehört. Der Himmel ist weiter bedeckt.
Gegen 91/2 Uhr verließ der glänzende Zug der fremden Fürsten und Vertreter den Buckingham-Palast und begab sich auf den Weg nach der Westminster-Abtei. Die Spitze des Zuges .bildeten das Trompeterkorps und die Musik der Leibgarden in ihren roten, reich mit Gold gestickten Uniformen und scharzen Sammt- kappen. Der Zug bestand aus 14 Staatswagen mit Vorreitern und Postillonen in scharlachnen Livreen. Die Eskorte wird durch Royal Horse- Euards in dunkelblauen Uniformen und silbernen Kürassen gebildet.
Bei dem Zuge der fremden Fürsten und Vertreter nach der Westminster-Abtei wurde bemerkt, daß dem deutschen Kronprinzenpaar, sowie dem Prinzen Heinrich von Preußen eine sehr herzliche Begrüßung durch die Bevölkerung
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Dennoch war es gerade der „Cäpten", der fast noch einen Mißklang in den Abend gebracht hatte. Frau Rudies war seine Tischnachbarin geworden, hatte sich aber in ablehnendem Schweigen verhalten. Es ging heute zu vieles durch ihren Kopf, und im Stillen gruppierte sie den Stoff schon für ein Schreiben an Minnachen, die glücklich unter der Haube zu haben ihr als ein immer größerer Gewinnst erschien. Da schlug plötzlich Rodonath an sein Glas.
Die Hausfrau soll leben. Sie haben ihr vorhin man übersehn, als sie die Honneurs machten. Eie steht daneben in der Ecke und greint über das ganze Gesicht. Als sie noch Fleisch über den Knochen gehabt hat, muß sie ein famoses Afsen- weibchen gewesen fein, aber auch in ihren augenblicklichen allernatürlichsten Zustand —“
Dietrich hob etwas geräuschvoll die Tafel auf. Bimm hatte neben an in alten silbernen Armleuchtern Wachskerzen angezündet. Da die Türen zum Garten offen waren, schwankten die Flammen hin und her. Der halbwelke Kalmus duftete stark.
Man sammelte sich vor dem Skelett. Auch die vorhin so Zurückhaltenden wurden lebhaft. In der Tat, das Skelett einer Steffin? Wie interessant! Nein, dieser Kiewitt! Wieviel Leben der noch in die Bude brachte!
„Wohl eine alte Liebe, was?“
„In der Tat etwas Aehnliches. Ich brachte sie von Borneo mit. Wir waren wirklich vertraut miteinander, denn ich widmete ihr meine ganze Sorgfalt. Ich kann es nicht beschreiben,
mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
und den Beilagen: „Nach Feierabend«, „Fürs Haus« und „Landwirtschaftliche Berlage.
Die Rückkehr zrrr Matur.
11) Eine lachende Geschichte
Von Agnes Harder.
(Fortsetzung.)
Es ließ sich schon bei dieser ersten Gelegenheit feststellen, daß der alte Adam ein zähes Leben hat, denn die meisten atmeten erleichtert auf, und der Uebergang zu der int Nebenzimmer gedeckten Abendtafel wurde wesentlich bequemer. Dietrich, der mit Fuschchen oben an der Tafel erklärte ihr auch, an einen plötzlichen Sieg auf der ganzen Linie durchaus nicht gedacht zu haben.
„Und daß Ihr Mann mein härtester Widersacher sein müßte, war mir von Anfang an klar. Der gute Tittnak! Sehen Sie, mit welchem Appetit er ißt! Ja, freilich, auch er glaubt mit seinem ganzen Leben von jeher der Natur zu dienen. Mit ihm die Klinge zu kreuzen, wie einst in fröhlicher Studentenzeit, ist ja eben mein sehnlichster Wunsch. Und Sie sind meine Bundesgenossin, nicht wahr, teuerste Sophie?“
Fuschchen atz junge Erbsen und Morcheln und ein ganz, ganz kleines Hühnerflügelchen und verstand ihren Partner. Ja, sie wollte zur Na- tat zurück! Aus dem nur wenig erhellten Nebenzimmer leuchteten die gipsernen Glieder des Athleten, der sich mit dem Schabeistn von dem Staube der Arena reinigt. Sie begriff diese Schönheit, wenn sie auch nur aus Gips war. Und sie sah auch, daß Tittnak die Serviette in den Kragen gesteckt hatte, und daß et das blu-
Tie „Oberheffische Zeitung« erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. — Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich durch die Post bezogen 2.25 «M. (ohne Bestellgeld), bei unseren Zeitungsstellen und der Expedition (Markt 21) 2.00 Jl frei ins Haus. (Für unver- langt zugesandte Manuskripte übernimmt die Redaktion keinerlei Verantwortung.) Druck der Univ.-Buchdruckerei I. A. Koch (Inh.:
Dr. Hiheroth), Markt 21. — Telephon 55.__
tigste Stück vom Rostbraten nahm. Sie wurde sehr rot, und es tat ihr sehr wohl, daß ihr Partner den Sitz ihres Reformkleides lobte. Rur als er sich zu fest an Einzelheiten hing, wurde sie verlegen. Aber sie erinnerte sich dann immer wieder, daß er das ja im Namen der Natur tat.
Einmal traf sie Eustis Augen und nickte ihr zu. Aber als auch Dietrich hinübergrüßen wollte, sah Eusti fort.
„Ein reines Kind, das Mädchen.“
Er nickte flüchtig.
„Ich habe wenig Jnteresie für dieses Alter. Ist sie schwer zu ziehen?"
„Nein," sagte Fuschchen warm. „Sie ist, wie wir beide es lieben, ganz Natur.“
Als sie gesprochen, war sie fast erschrocken. Aber sie war zu lebhaft und ihr Geist zu unbeschäftigt, als daß sie das Neue nicht mit offenen Armen empfangen hätte. Und dann kam ihr Tittnak in diesen Tagen wirklich so sonderbar vor. Er war ihr in eine ganz neue Beleuchtung gerückt, unvorteilhaft, fand sie. Wieviel duldsamer war nicht Dietrich! Da satz ihnen der alte Rodonath gegenüber und trank ein Glas Grog nach dem andern. Das tat er trotz aller Verehrung in der neuen Freundschaft.
„Warum soll ich es ihm abgewöhnen? Nehmen wir an, meine Macht über ihn wäre groß genug — aber wozu? Er ist alt. Bei ihm genügt für die Idee die Hingabe des Herzens.“
Fuschchen nahm sich vor, das noch heute abend ihrem Mann z« erzähle«.
Jubiläums - Ausstellung der Deutschen dnudwirtschasts- Gesellschaft in Caffel
vom 22.-27. Juni.
II.
§§ Caffel, 22. Juni. Mit überaus feierlichem Gepränge wurde heute mittag 12 Uhr die 25. Jubiläums-Wanderausstellung der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft eröffnet. Das Wetter war prächtig: ein so enormer Verkehr, wie er sich in beit Vormittagsstunden nach dem Ausstellungsplatz entwickelte ist in Caffel wohl überhaupt noch niemals dagewesen. In das an und für sich schon bunte Bill> brachten die zahlreichen Teilnehmerinnen und Teilnehmer an dem heffischen Trachtenfest einen besonders lebhaften Einschlag: gegen 170 Frauen, Mädchen, Burschen und Männer in den kleidsamsten, malerischen Volkstrachten uns res Hessenlandes promenierten in geschloffenem Zuge durch die Ausstellung: die sehnigen, großen Gestai en mit den gebräunten Gesichtern und den blitzenden hellen Augen erregten größte Aufmerksamkeit und wurden überall mit größter Hochachtung empfangen. Echte Hessentreue bewahrten diese schlichten, ihrem Volkscharakter entsprechend gekleideten Söhne und Töchter der heimatlichen Erde den mutigen Vorfahren, die der franzöfi- scheu Fremdherrschaft getrotzt und so auf dem Forft den Ehrentod gefunden hatten: die Teilnehmer ar dem hessischen Trachtenfest lenkten ihre Schritte nag dem H^sendenkmal, das jetzt von der Ausstellung umschloffen worden ist, und hier gedachte Heu Landtagsabg. Rittergutsbesitzer von Stockhausen- Abgunst der heffischen Helden, die hier den Tod a«, Feindeshand empfingen, weil sie ihrem Wahlspruch« entsprechend: „Treu bis in den Tod!« dem heffischen Vaterlande geblieben waren. Das hessische Trachtenfest nahm den besten Verlauf und war gewissermaßen der Auftakt zu der glanzvollen Eröffnungsfeier, die um 12 Uhr vor sich ging. Zu dieser Eröffnungsserer fanden fich gegen %12 Uhr unter dem roten, prächtig geschmückten Baldachin der großen, mit Fahnen und Euirlanden reich ausgestatteten Tribüne ein: Se. Hoheit der Landgraf Chlodwig von Hessen, Landwirtschaftsminister Dr. Freiherr von Schorlemer- Lieser, Kommandierender General des 11. Armeekorps Freiherr von Scheffer-Boyadel, Oberpräfident Hengstenberg, der Vorsitzende der Deutschen Land- wirtschaftsgesellschast Ritterschaftsrat v. Freier- Hoppenrade (Mark), Rittergutsbesitzer Landtagsabg. H. E. von Stockhausen-Abgunst, Vorsitzender der Landwirtschaftskammer für den Regierungsbezirk Cassel, Oberbürgermeister Müller-Cassel, zahlreich« Mitglieder des Landwirtschaftsministeriums, btt
wie angenehm ihre Lippen gerunzelt waren, wie sanft das Rot ihrer Haare erglänzte, wenn bit Sonne darauf schien. Sie fletschte mit schon von weitem die Zähne entgegen, wenn ich mich zm Fütterung näherte. Unser Verhältnis währt« nicht lange. Sie starb schon in Gibraltar. Schwindsucht. Ja, aber welche Lebenslust steckt in den Schwindsüchtigen! Ich besinne mich noch, daß sie am letzten Tage ihres Lebens auf Deck tanzte. Uebrigens, meine Freunde, ich kann ein solches Skelett überall da empfehlen, wo die Freude am schönen Schein noch allzu stark ist. Es wirkt!“
Er blickte verloren auf das Affenskelett. Tittnak, der über ihn hinwegsah, legte bezeichnend den Finger an die Stirn.
Dann ging man in den Gatten, wo die weißen Narzissen in den Rabatten standen und ordentlich unirdisch aussahen, und hier näherte fich dem Erneurer die einzige Jüngerin, die er an diesem Tage gewonnen hatte.
Tante Tinchen war die älteste Schwester von Rudies. Ihrem Opfermut und ihrer Energie hatte der Bruder von jeher viel verdankt, und nicht zum mindesten das warme Nest, in dem et faß. Kein Wunder, das Tante Tinchen dott eine gewisse Gewalt usurpiert hatte, trotz der rundlichen Souveränität ihrer Schwägerin. Wenn es je eine Amazone gegeben hatte, so war sie es. >
Plötzlich stand sie neben Dietrich «nter bew blühenden Kirschbaum.
I lFortsetzung folgt.)