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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

und den Beilagen:Nach Feierabend",Fürs Haus" undLandwirtschaftliche Beilage.

Jts. 144

TieOberheffische Zeitung" erscheint täglich mit Aufnahme der Senn- und Feiertage. Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich durch die Post bezogen 2.25 <K (ohne Bestellgeld), bei unseren Zeitungsstellen und der Expedition (Markt 21) 2.00 Jt frei ins Haus. (Für unver­langt zugesandte Manuskripte übernimmt die Redaktion keinerlei Verantwortung.) Druck der llniv.-Buchdruckerei I. S. Koch (Inh.: Dr. Hiheroth), Markt 21. Telephon 65.

Marburg

Donnerstag, 22 Juni

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46. Jahrg.

1911.

Erstes Blatt.

Beginn der englischen Krönungs- Feierlichkeiten.

**'-* London, 20. Juni.

* Die Krönungswoche hat begonnen, leider zu­gleich auch schlechtes Wetter. Heute nachmittag fand in der Westminsterabtei eine vollständige Probe der Krönung statt, allerdings ohne Ko­stüme und ohne das Herrscherpaar, doch nahmen die hohen Hofbeamten und Geistlichen daran teil. Der normale Geschäftsverkehr steht fast still. Das Geschäft dreht sich nur noch um Krö­nung und Touristen. Die Vorbereitungen der Polizei stnd riesenhaft, es heißt, daß die Polizei die Emissäre der revolutionären Indier unter f<f;arfer Beobachtung hat. Ein Attentat von dieser Seite gehört zu den schlimmsten von den vielen Sorgen, mit denen man an außerordent- lichen Tagen ihren Gefahren entgegenfieht.

Heute fand in Spithead den ganzen Tag hin­durch fast ununterbrochen Salutschießen statt, da ein fremdes Kriegsschiff nach dem anderen an­kam. Jedes Schiff feuerte bei Ankunft einen Salut von 21 Schuß zu Ehren der englischen Na­tion und einen weiteren Salut von 17 Schuß zu Ehren des britischen Oberkommandierenden, M>- mirals Moore. Die englische Flotte hat sich mit Ausnahme der Torpedobootszerstörer und der Unterseeboote hier versammelt. Tausende von Besuchern gingen trotz des ungünstigen Wetters auf See.

An der gestrigen Familientafel im Bucking- hampalast nahmen unter anderen deutschen Fürstlichkeiten das Kronprinzenpaar, die Eroß- herzogspaare von Hessen, von Mecklenburg- Schwerin, von Mecklenburg-Strelitz, Prinz Hein­rich von Preußen, die Erbgroßherzogin von Mei­ningen, das Prinzenpaar Friedrich Karl von Hessen, Prinz Rupprecht von Boyern, das Prin­zenpaar Johann Georg von Sachsen, das Her­zogspaar von Koburg, Herzog Ernst Günther von Schleswig-Holstein teil. Nach der Tafel folgten das Kronprinzenpaar und fast alle deut­schen Fürstlichkeiten der Einladung des Herzogs- paares von Sutherland zu einem außerordent­lich glänzenden Ballfest im Staffordhouse.

Das Programm für die Krönungsfeierlich­keiten ist folgendes: 20. Juni: Staatsbankett im Buckinghampalast, darauf Ball in der Albert Hall. 21. Juni: Diner im St. James Palast bei dem Herzog von Connaught. 22. Juni: Krönung in der Westminsterabtei von 11% vormittags bis 2y2 Uhr nachmittags. Abends Familien­diner im Duaingham-Palast. 23. Juni: Pro­zession des Königs und der Königin durch die City und Süd-London. Diner im Auswärtigen Amt. 24. Juni: Flottenparade vor Spithead. 26. Juni: Galavorstellung im Opernhause. 27. Juni: Gartenfest im Park des Buckingham- Palasts. Gala-Vorstellung im His Majestys- Theater. Souper und Ball bei Derby.

Die Schadenbrände in Preußen im Jahre 1909 nach Brandursachen.

Die im Statistischen Landesamt für das Jahr 1909 beendete Auszählung der Schadenbrände nach den Brandursachen deren Ergebnisse jetzt in der Stat. Korr." veröffentlicht werden, hat ein Nach­lassen der durch Blitzschläge verursachten Schaden­beträge gegenüber den Vorjahren ergeben: der durch Blitzschläge verursachte Eesamtschaden ist von 8,14 6,33 und 8,29 Millionen Mark in den Jahren 1906 bis 1908 auf 5,64 Millionen Mark zurückgegangen. Die Explosion von Dampfkesseln spielt nach wie vor «ine verschwindende Rolle: etwas erheblicher ist schon der Schadenbetrag infolge der Explosion von Leucht-, Koch- und Heizgas, im Verhältnis zum Eesamt­schaden ist er freilich ebenfalls kaum von Belang (232 070 Jl). Die Explosionanderer Gase" und von Petroleum hat dagegen schon Schäden von 1,437 vnd 0,945 Million Mark gebracht. Etwa gleich hoch, wie der durch andere Gase verursachte Schaden, ist der durch elektrische Leitungen entstandene, noch weil erheblicher der durch Selbstentzündung anderer Stoffe entstandene Schaden (5,470 Millionen Mark), von welchem Betrage allerdings nur etwa rund ein Drittel auf Selbstentzündung als erwiesene Schaden­ursache entfällt, während bei zwei Dritteln Selbst­entzündung nur gemutmaßt ist. Mangelhafte Feuerungsanlagen haben 5,465 Millionen Mark Schaden verursacht. Durch Fahrlässigkeit im Um­gang mit Streichhölzern ist ein Eesamtschaden von

5,478 Millionen Mark entstanden. Es bleibt abzu­warten, ob nicht die durch die Steuererhöhung des Jahres 1909 bewirkte Verteuerung der Streichhölzer eine Verminderung dieser Vrandschädenursache be­wirkt: sie hätte dann außer dem fiskalischen auch einen volkswirtschaftlichen Zweck erfüllt. Im Jahre 1909 konnte die Verteuerung noch nicht recht wirksam sein, weil die Konsumenten vor der Steuererhöhung sich beeilt haben, größere Vorräte von Streichhölzern anzuschaffen, und die Fabrikanten froh waren, mit den alten Lagerbeständen aufräumen zu können. Immerhin ist der durch Fahrlässigkeit im Umgänge mit Streichhölzern entstandene Eesamtschaden 1909 im Verhältnis zu den drei Vorjahren, in denen er 6,359, 6,466, und 6,60 Millionen Mark ausmachte, etwas geringer. Aufsonstige Fahrlässigkeit" ent­fällt freilich ein noch weit höherer Betrag (8,357 Millionen Mark). Durch offenes Licht ist für 739 292 Jl, durch Petroleumlampen für 295 480 Jl Schaden verursacht worden. FürLampen" ohne nähere Bezeichnung ist noch ein weiterer Schaden von 405 448 Jl angegeben, für Laternen ein solcher von 504 829 Jl. Die Brandstiftung ist für 22,438 Mill. Mark Schaden verantwortlich, von welchem Betrage indessen nur 2,378 Millionen Mark auf die erwiese­nen Fälle kommen. Für nahezu 2 Fünftel des Ee- samtschadens, nämlich 39,702 Millionen Mark, blieb die Brandursache unbekannt: es ist dies ein Verhält- nissatz, der von Jahr zu Jahr sich fast genau wiederholt.

Politische Umschau.

Gegen die Frankfurter Universität.

Der Verein deutscher Studenten zu Berlin erläßt einstimmig folgende Erklärung:

Der Plan.Hn Frankfurt a. M. einefreie" Universität so genannt im Gegensatz zu den bestehenden staatlichen Hochschulen zu grün­den, beschäftigt zur Zeit wieder in stärkerem Maße die Oeffentlichkeit. Die Bedeutung dieser Frage berechtigt auch die deutsche Studenten­schaft, ihre Bedenken geltend zu machen. Der Verein deutscher Studenten zu Berlin ist über­zeugt, daß die Unabhängigkeit der wissenschaft­lichen Forschung und Lehre, sowie der nationale Beruf der deutschen Universität in Frage gestellt und bedenklichen Einflüssen Tür und Tor ge­öffnet wird, wenn die nicht unerheblichen Mit­tel von privater, namentlich jüdischer und aus­ländischer Seite aufgebracht werden.

Ein Aufrauf Deutschamerikaner für den deutsch­amerikanischen Schiedsgerichtsentwurf.

Newyork, 20. Juni. Der Ausschuß für Fricdensbestrebungcn und internationale Be­ziehungen des deutsch-amerikanischen National- bundes veröffentlicht angesichts des Schieds­gerichtsentwurfs einen Aufruf an das deutsche Volk, welcher gleichzeitig abschriftlich an den deutschen Botschafter zur Uebermittlung an den Kaiser und Reichstag, sowie an den Präsidenten Taft und an den Kongreßausschuß für auswär­tige Angelegenheiten gegangen ist. Darin wird gesagt, in dem vorgeschlagenen Schiedsgerichts­vertrag mit Großbritannien sehe man die Fest­legung eines beinahe hundertjährigen Friedens­zustandes. Mit Deutschland würde er den Frie­den für immer zu sichern suchen, der überhaupt nie getrübt worden und seit Gründung der Re­publik bestanden habe. Im Vertrauen auf un­sere Bluts- und Kulturverwandtschaft wenden wir uns in diesem weltgeschichtlich bedeutenden Augenblick an Euch, liebe Stammesbrüder, mit der Bitte, Eure Bemühungen mit den unfern für den Abschluß des Vertrags zu vereinigen. Wir wissen, daß unser altes Vaterland vielleicht mehr als irgend ein anderes Land durch seine ge­schichtliche Entwicklung an die Kriegsgefahr ge­mahnt und auf seine Stärke zu vertrauen ge­lehrt wird. Aber gerade die geschichtliche Ent­wicklung weist zwischen den Vereinigten Staaten und Deutschland auf den Frieden und fried­fertige Auseinandersetzung bei Meinungsver­schiedenheiten hin. Gewiß gibt es Fälle, wo die elementaren Gewalten trotz jeder Bindung los­brechen und ebensowenig durch Verträge wie durch Gesetze zurückgehalten werden. Aber eben­sowenig, wie uns solche Fälle veranlassen, die bürgerlichen Gesetze überhaupt zll verwerfen oder sie für nutzlos zu erklären, können sie den Grund dafür bilden, im internationalen Leben auf das Rechtsverfahren ganz und gar zu verzichten. Am Schlüsse des Aufrufs heißt es: Sprecht aus, daß das deutsche Volk diesen Friedensvertrag mit der Schwesternation jenseits des Welt­meeres wünscht, daß Ihr vertraut auf die Auf­richtigkeit und Ehrlichkeit unseres Anerbietens,

daß Freundschaft und Gerechtigkeit walten soll zwischen Eurem und unserem Volk, das 25 Mil­lionen Bürger deutschen Blutes zu den Seinen zählt.

Deutsches Reich.

Born Kaiser. Brunsbüttel, 20. Juni. Der Kaiser begab sich heute vormittag 9y2 Uhr an Bord der JachtMeteor". Um 11 Uhr begann die internationale Segelwettfahrt des norddeut­schen Regattavereins auf der Unterelbe. Das fetter ist nach starkem Regenfall gut. Es herrscht eine frische Brise. Um 11 Uhr 5 Min. startetenMeteor",Hamburg" undWater- wich". In entsprechenden Abständen folgten die kleineren Jachten. Begleitdampfer warenEo- bra" und der TurbinenschnelldampferKaiser" und andere Fahrzeuge. Die JachtMeteor" mit dem Kaiser an Bord ist kurz nach 3 Uhr als erste durch das Ziel gegangen. Die englische JachtWaterwich" gab auf.

Aus dem Herrenhaus. Berlin, 20. Juni. Das Herrenhaus nahm den grundlegenden § 1 des Feuerbestattungsgesetzes in namentlicher Abstimmung mit 92 gegen 86 Stimmen an.

Beginn der Ferien des Bundesrats. Wie mitgeteilt wird, ziehen sich die Beratungen des Bundesrats noch bis gegen Ende dieses Monats hin. Die letzte Sitzung ist für den 28. Juni an­gesetzt worden, von welche mTage ab die Ferien des Bundesrats beginnen. Die Pause in den Beratungen wird bis Ende September dauern, sodaß der Bundesrat etwas früher mit seiner Tätigkeit beginnt als der Reichstag.

Aus der Kommission für das Pflichtfort­bildungsschulgesetz. Berlin, 20. Juni. Die Kom­mission des Abgeordnetenhauses für das Pflicht­fortbildungsschulgesetz nahm unter Zustimmung der Staatsregierung den Antrag an, nach dem der Religionsunterricht als fakultativer Lehr- gegenstand in den Unterrichtsplan auf Beschluß des Schulvorstandes ausgenommen werden kann. Ueber die Zusammensetzung des Schulvorstandes, die nochmals beraten wird, ist eine Einigung dahin vorgesehen, daß die Geistlichen hinein­gewählt werden können, ihre Zugehörigkeit aber nicht obligatorisch ist. Strittig ist noch die Frage, ob neben dem Handelsminister auch der Unter­richtsminister beteiligt werden soll.

Der Delegiertentag des Verbandes Deutscher Journalisten- und Schriftstellervereine. Eisenach, 20. Juni. Heute Vormittag begann der Delegierientag des Verbandes Deutscher Journalisten- und Schrift­stellervereine unter dem Vorsitze des Eheftedakteurs Eiefen-Frankfurt a. M. bei der Darlegung des Ee- fchäftsberichts, der feststellt, daß der Verband 31 Vereine mit 22 290 Mitgliedern umfaßt. Vormittags wurden nur zwei Anträge erledigt. Der Antrag des Berliner Journalisten- und Schriftstellervereins (Urheberschutz) auf Abänderung der Satzungen wurde dem Ausschuß überwiesen, der dem nächsten Delegier­tentag Material liefern soll. Der Antrag Schumm- Hamburg. daß zwischen dem Verbände der deutschen Journalisten- und Schriftstellervereine, und dem Reichsverband in geeigneten Fällen ein gemeinsames Vorgehen angestrebt werde und daß namentlich bei Eingaben an Behörden, bei Erörterung von die Presse betreffenden Angelegenheiten und bei der Forderung auf Hinzuziehung von Pressevertretern als Sachverständige der Reichsverband mit dem alten Verbände zusammengehe, wurde mit großer Mehrheit angenommen. Die Verhandlungen werden am Nach­mittage und morgen fortgesetzt.

Keine Reform der FahrkartensteAer. Ber­lin, 20. Juni. Zu der durch einen Teil der Presse gegangenen Meldung über eine Reform der Fahrkartensteuer schreibt dieNordd. Allg. Ztg.": Ein hiesiges Blatt bringt Mitteilungen üoer die Reform der Fahrkartensteuer und den Inhalt des dem künftigen Reichstage vorzu­legenden Gesetzentwurfs. Diese Mriteilungen, die auch in andere Blätter übergegangen sind, find aus der Luft gegriffen. Bei den Verhand­lungen des Preußischen Abgeordnetenhauses und des Reichstages hat der Minister der öffentlichen Arbeiten wiederholt fich zu dieser Frage ge­äußert. Im Abgeordnetenhause hat der Mi­nister am 20. und 21. Februar 1911 auf die An­frage eines Abgeordneten erklärt, was die Fahr­kartensteuer betrifft, so bestätige er ausdrücklich, daß die Resormbestrebungen, die von unserer Seite ausgehen, auch von den übrigen deutschen Bahnen geteilt werden und dahin zielen, die vierte Klasse unbesteuert zu lassen, und daß die bisherigen Steuerträger der 1. bis 3. Klasse das Steueraufkommen aufbringen sollen, das bisher

dem Reiche zufueßt, weil vorausgesetzt werde, daß eine Minderung der Einnahmen des Reiche» durch eine Aenderung der Steuer nicht herbei­geführt werden dürfe. DieNordd. Allg. Ztg." sagt zum Schluß des Artikels: In der Sachlage ändert sich heute nichts. Was verschiedene Zei­tungen über den Inhalt des Reformplanes mit- teilten, beruht auf müßiger Kombination.

Der Zeltungsstreik beendet. Berlin. 20. Juni. Das entlassene Personal der Firma Scherl bat an die Eeschäftsleitung eine Kommission mit der Bitte um Wiederaufnahme in die Ar­beit entsandt. Die Firma Scherl setzte sich mit den Firmen Mosse und Ullstein in Verbindung. Es trat darauf das Tarifamt und die Zentral­vorstände der maßgebenden Prinzipal- und Ge­h'lfenorganisationen zu einer gemeinsamen Sitzung zusammen. Nach - langen Beratungen wurde die Antwort festgestellt und dem Ausschuß des Personals abends 6 Uhr erteilt. Die darin gestellten Bedingungen sind angenommen wor­den und damit war der Ausstand beendet. Die Antwort enthielt folgende 3 Bestimmungen: 1. Das ausständige Hilfsarbeiter-Personal und die Falzer wieder einzustellen, und zwar ohne Ausnahme. Die Einstellung erfolgt nach Bedarf, und zwar dergestalt, daß sich die Zahl der wieder einzustellenden Personen nach der Zahl der wie­der in Betrieb gestellten Druckmaschinen und der Komplettierung des Eesamtbetriebes richtet, Bedingung für die Wiedereinstellung ist, daß sich das wieder einzustellende Hilfspersonal nicht weigert, mit den zurzeit an den Maschinen tätigen Obermeistern oder mit den noch tätigen oder neu einzustellenden Maschinenmeistern ord­nungsgemäß und in friedlicher Weise zu ar­beiten. Diese Bedingung gilt zunächst für die Zusammenarbeit mit den Obermeistern in der Rotationsabteilung und mit den Maschinen­meistern aus der AbteilungDer Tag". Für die von den vorbezeichneten Obermeistern und Maschinenmeistern bedienten Maschinen ist das nötige Hilfspersonal sofort zur Verfügung zu stellen. 2. Von den vor Einstellung der Arbeit tätigen 37 Rotationsmaschinenmeister sollen 30 wieder eingestellt werden. Die Einstellung dieser Maschinenmeister erfolgt nach Bedarf, und ist i i Wahl unter den einzustellenden Personen dem freien Ermessen der Firma überlassen. 3. Diejenigen Maschinenmeister, Hilfsarbeiter und Falzer, die von der Firma wieder eingestellt werden, haben sich spätestens innerhalb 24 Stun­den nach ergangener Aufforderung seitens der Firma derselben zur Verfügung zu stellen. Ge­schieht dies nicht, wird an Stelle des ausblei- benben Personals neues Personal eingestellt, für benen Zuweisung die tariflichen Arbeitsnach­weise die Verpflichtung zu übernehmen haben. Die im Einigungsvorschlag enthaltene wei­tere Bestimmung: 4. Das ausständige Personal hat für den frei Firma zugefügten Schaden eine Sühnegebühr von 10 000 Jl ju entrichten, welch« Summe später zugunsten des Gesamt-Personals der Firma Scherl verwendet werden soll, zog die Firma Scherl auf eine Bitte der anwesenden Ee- hilfenvertreter zurück, weil dieselben erklärten, seitens der Organisation die Haftung für Zah­lung der Kontraktbruchstrafe, die den 39 Ma­schinenmeistern durch Urteil des Schiedsgerichts c ferlegt wurde, zu übernehmen.

Ausland.

** Aus bet franz. Kammer. Paris, 20. Juni. Die Kammer wies gemäß dem Ersuchen der Re­gierung mit 423 gegen 125 Stimmen die Anträge Perrissoui und Rouanet, wodurch den Beamten die Annahme eines Postens in der Verwaltung eines Finanzunternehmens verboten werden soll, an die Kommission zurück. Die Anträge zielten auf den Fall des Polizeipräsidenten Lepine, der Administrator der Suez-Kanal-Gesellschast war.

- Rarokko. Paris, 20. Juni. Bei der Ankunft des Generals Moinier in Fez richtete El Mokri an den französischen Gesandten in Tanger einen Brief, in dem er der Dankbarkeit des Sultans gegenüber der französischen Regierung für die Unterstützung Ausdruck gibt, die sie ihm offen durch diszipliniert« Truppen geliehen habe, um die plötzlichen Schwierig­keiten zu überwinden, die sich feiner Absicht entgegen­gestellt hatten, vom allgemeinen Interesse eingegebene Reformen durchzuführen. Larrasch, 19. Juni. Der spanische KreuzerCarles V. ist angekommen. Das wenig bewegte Meer erlaubte den Beginn der Aus­schiffung der an Bord desAlmirance Lobo" befind­lichen Kavallerie. Die Gegend ist ruhig. Pari^ 20. Juni. In dem im Elyjee abgehaltenen Ministev- rat teilte Minister Truppt Depeschen des General»