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Ratschläge

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Oesterreich-Ungarns erkenne. Das albanesische

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sich selbst nicht eingestehen.

Lotte lächelte vergnüglich vor sich hin.

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listet!" rief sie fröhlich, die Arme fest und zärtlich u./t Christels Hand schlingend. Dann aber lief sie aufjauchzend wie ein Kind durch den Garten, denn vom Fenster der Wohnzimmers her ertönte seine Stimme:

Guten Morgen, meine süße, kleine Heidelotte!"

Aufjubelnd warf sie Ullrich ein paar Rosen zu, di-, er geschickt auffing und an seine Lip.-en führte. Dann stürmte sie selig über ihr junges Glück ins Haus.

Niemand außer Christel hatte die hoye schwarze Gestalt bemerkt, die vom Eartenzaun aus das süße Iieilen mit angesehen. Er hatte es ja gestern schon erfahren, der ernste Herr Pfarrer, und es war Christel gewesen, als hätte er dabei noch bleicher als gewöhnlich ausgesehen. Aber heute im hellen Tages­lichte sah es die Alte noch deutlicher, wie sehr der Pastor, den Christel besonders gern mochte, litt.

Christel schossen die Tränen in die Augen, als sie sah. wie de: Pastor sich tief aufseufzend wandte und wieder der Pastorei zufchritt, ohne ins Haus zu treten.

Sie hatte es ja lange, lange gewußt, daß der Pastor ihre kleine Lotte gern mochte. Damals schon als et sie halbtot an der Schwelle seines Hauses ge­funden, mit dem wunden kranken Herzen. Wie lieb­reich, ernst und mild hatte er damals das junge Menschenherz aufgerichtet, als Lotte genesen, wie

Die Lage auf dem Balkan.

Wien, 8. Zuni. Das offiziöseFremden­blatt" läßt sich an leitender Stelle über die Lage auf dem Balkan aus. Es schreibt, daß wenig Aussicht auf Frieden in Albanien vorhanden sei. Die Türkei lohnte mit Undank die Unterstützung der Albanesen zur Zeit der Begründung des konstitutionellen Regimes. Das hätte zu dem Aufstande im Frühjahr 1910 geführt. Die harte Art der Unterdrückung desselben, auf deren zweifelhaften Wert Oesterreich schon damals hingewiesen habe, hätte den Boden für die gegenwärtige Erhebung vorbereitet. Demnach halte die türkische Regierung auch jetzt an der Methode der schonungslosen Energie fest. Vielleicht werde die jetzt gemeldete Bewegung unter den Miriditen dazu beitragen, daß das Konstantinopeler Kabinett endlich die Zweck­widrigkeit seiner albanesischen Politik und die

lichen Wohlstandes wäre wohl das beste Mittel dazu. Das lebhafte Zntereffe, mit der die öffentliche Meinung Oesterreich-Ungarns die letzten Peripetien der türkischen Polittk in Al­banien verfolge, entspreche nicht nur den guten Gesinnungen der Monarchie für das Osmanische Reich, sondern auch ihren alten Sympathien für die Albanesen aller drei Konfessionen, insbeson­dere auch noch dem Protektorate, das ste über den Katholizismus in Albanien ausübe. Wenn Oesterreich-Ungarn auch die albanesische Frage immer für eine innere Angelegenheit der Türkei erklärte, berechtigten doch die Wünsche nach einem Fortbestehen der europäischen Türkei und der traditionellen Beziehungen zu den Alba­nesen die Diplomatie und die Monarchie, ihre Ansicht über eine Politik zu äußern, die zu un­haltbaren Zuständen führte.

DieReue Freie Presse" schreibt zu derselben Frage:Die türkische Politik häufte in Alba­nien tatsächlich Fehler auf Fehler. Der nächste Zufall kann aus der albanesischen Frage eine Balkanfrage und eine europäische Frage machen. Die österreichisch-ungarische Monarchie warnte vor den Folgen dieser Politik. Sie will die Er­haltung des jetzigen Besitzstandes und die Stär­kung der Türkei; aber die Pforte schafft Situa-

Volk dürfe nicht gebeugt, sondern söhnt werden. Die Hebung des

die Qual, und verlassen Eie mick a (Schluß folgt.)

nicht in die Hand nahm? Das Kind verstand ja rein gar nichts, sie, die alt. Christel mußte mit. sie mußte sich opfern. Daß sie es gern tat, auch nur zu gern, daß ihr altes Herz seit gestern Abend unauf­hörlich im Trenn mgsschmerz gebebt, da- wollte sie

Der heutigen Nummer liegt bei Kreisblatt Nr. 43.

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Heidezauber.

Wetters einen Schlag ins Gesicht der deutschen Regierung sowohl wie der deutschen Parteien zu nennen. DieStraßb. Post" beschäftigt sich dann auch mit der neuen Partei und schreibt:

Es ist eine dreiste Entstellung der Tatsache, wenn jetzt in dem Aufrufe zur Gründung der elsaß-lothringischen Nationalpartei von Blu­menthal bis Wetterlä in wegwerfendem Tone von der aufgenötigten Verfassung geredet wird, die in ihrer Gesamtheit einen Rückschritt bedeute und beweise, daß weder auf die Regierungen noch auf die Parteien zu rechnen sei. Wozu alle diese Verdrehungen in dem Aufruf der Na­tionalpartei? Die Gründe liegen auf der Hand. Nicht das Wohl des Landes entscheidet, nein, auf die Mandate der Herren Wetterlö, Blumenthal und Preiß kommt es an, auf die Erhaltung des persönlichen Einflusses dieser politischen Con- dottiera."

Wenn das Blatt sein Vertrauen auf den ge­sunden Sinn der Bevölkerung setzt, so zeigt es damit ungewollt, zu welchem schweren Schlag gegen sich selbst das Deutsche Reich sich her­gegeben hat, denn ganz ohne Umschweife führt ein Blatt des Herrn Metterich derNouvelliste", aus:

Alles in allem: das Reich wird ganz ver­flixt wenig Freude erleben an dem kleinen Kerl in der Südwestecke des Reiches. Die französischen Patrioten brauchen nicht zu trauern,, als ob nun die Dinge in Elsaß-Lothringen in Friede und Gemächlichkeit versumpften." Eine unerhörte Frechheit! Immerhin war ein derartiges Ver­halten ja vorauszusehen, noch immer haben der­artigeGeschenke" diese Wirkungen gehabt. Für den weiter Blickenden bedeuten diese Ereignisse keine Ueberraschung, eher eine Bestätigung seiner Befürchtungen.

Wann wird man erkennen, daß das Verfas­sungswerk in Elsaß-Lothringen nicht nur ein Schlag gegen die Ehre Preußens", sondern auch gegen das Reich selbst war! Wir sind heute wie­der in demselben Fahrwasser, wie in der Ver­söhnungsära, auch damals glaubte man mit Nachgeben und Gewinnen die Gegensätze aus der Welt zu schaffen, und alles war, wie Caprivi sagte, national. Aber man hat scheinbar nichts gelernt aus der Geschichte. Man hat es auch jetzt wieder so gut gemeint, man hat sogar preu­ßische Rechte preisgegeben, man hat das all­gemeine Wahlrecht bewilligt, und man muß schon jetzt erleben, daß die Beschenkten mit einer neuen scharfen Kriegserklärung danken. Man hat sogar eine Position nach der andern mutvoll aufgegeben, ohne zu bedenken, welches Kapital des Vertrauens auf die Festigkeit der Regierung für die Zukunft damit zugrunde geht. Alles hat man getan, um flut etwas zustande zu brin­gen, und erntet diesen Dank.

Wir sind wieder einmal die sentimentalen Deutschen gewesen. Wie für die stamm­verwandten Buren das Volk, so schwärmte für die stammverwandten Elsässer und Lothringer

Roman von AnvyWothe.

(gortfefcimg.)

Und Du hast gar feine Bange, Du kleine undank­bare Kreatur, so auf und davon zu gehen in die ftemde, weite Welt?"

Die blauen Augen Lottes hoben sich in staunend- kirdlicher Frage zu Christel auf:

Wie kann mir bange sein, wennEr" bei mir ist. wennEr", den ich liebe, mit mit geht in die neue Welt, in die ich trete. Rein, Christel, ich gehe ja dem Glücke, dem sonnigen Glücke entgegen."

Die Alte blickte bewegt in da- strahlende, von Glück verklärte Gesicht ihres Lieblings.

Jetzt lächelten die blauen Augen schelmisch zu der alten Dienerin auf, und die Stimme klang fast jubelnd, als Lotte, indem sie noch ein paar bunt- sckillernde Astern in den Koch der Alten warf, dieser p-rief:

Jetzt hab ich's Christel: Du mußt ja mit! Wer soll denn Ullrich die sch-..en Eierkuchen backen, wenn niqt Du? Und wer soll es der kleinen, ungeschickten Sitte beibringcn, wenn Du es nicht tust? Du sagst ja alle Tage, ich wäre, was die edle Kochkunst m:belangt noch dümmer, als die Polizei erlaubte, und da Du in DeinerWeltwelsyelt", wie mein Ullrich es nennt, auch immer behauptest, die Liebe der Männer gehe durch den Magen, so hilft kein Widerstreben, Du mußt mit! Verstanden?"

Christel nickte resigniert mit dem Kopf. Sie war Geschlagen. Das Kind hatte Recht: wie sollte es mit bem jungen Haushalt werden, wenn sie die Sache

46. Jahrg<

1911.

Deutsches Reich-

Taufe der Tochter des Prinzen Friedrich Wilhelm. Berlin, 8. Juni. Heute mittag 1 Uhr fand im Palais des Prinzen Albrecht die Tauft der Tochter des Prinzen Friedrich Wilhelm und Gemahlin, geb. Prinzessin von Ratibor, statt. Zugegen war das Kaiserpaar, die hier anwesen­den Prinzen und Prinzessinnen des Königs­hauses und die herzoglich Ratiborfche Familie. Oberhofprediger Dryander vollzog die Taufe. Hieran schloß sich ein Frühstück.

Reichskanzler und Sozialdemokratie. Ber­lin, 8. Juni. Ein süddeutsches Zentrumsblatt hatte gemeldet, daß der Reichskanzler den sozial­demokratischen Abgeordneten von Mannheim Dr. Frank empfangen und lange mit ihm Übei das elsaß-lothringische Verfaffungsgesetz verhan­delt hätte. Demgegenüber wird derFranks. Ztg." aus Berlin berichtet, daß die Meldung ihre Entstehung denselben Leuten zu verdanken

hatte et sich um den Pflegling bemüht, es wat umsonst gewesen. Die kleine süße Heidelotte zog die sonnige Glückesbahn an eines anderen Mannes Seite, und er, der Pastor, blieb einsam auf der stillen Heide.

Cstristel schluchzte herzbrechend.

So viel Tränen »ab ich ja mein Lebtag nicht meint, wie seit gestern abend," polterte sie. sich un­wirsch die Tränen aus den grauen Wimpern wischend.Das kommt alles von derverdammten Liebe", wie mein Vater selig sag e; ja, ja, die ver­dammte Liebe."

Noch immer schluchzend ging sie in das Haus.

Zur selben Zeit sag Elinor im Turmzimmer des Eosenhofes, wo wir sie zuerst gesehen, und schaute trüben Blickes über die weite, sonnenschimmernde Heide. Das dunkle Trauergewand, welches sie trug, bildete einen wunderbaren Kontrast zu dem blonden Haar, das noch immer wie einst in fesselloser Pracht ih- blasses, schönes, seltsam verklärt schimmerndes Anlitz umgab.

Endlich, endlich," flüsterte sie vor sich hin,habe ich mich .durchgerungen. Endlich ist es mir gelungen, in fremdem Hause einen passenden Wirkungskreis zu finden. Ich gehe! Morgen schon lasse ich die Heide, Hekmat und Baterhaus hinter mir und ziehe in die Welt hinaus zu fremden, vielleicht hartherzigen Men­schen, um zu---dienen! Wie mich das Wort er­

greift! Ich, die ich einst herrschen wollte, herrschen um jedeb Preis. Und doch gehe ich gern, doch gehe ich freudig. Die Mauern be* Eosenhofes, von denen uns kein Stein mehr gehört, erdrücken mich. Die Gastfreundschaft des neuen, unbekannten Besitzers, die er mir und der Mutter nach des Vaters Tode ft fteundlich bot, macht mir Pein, ja unsagbar« Qual

Honen, welche die Politik der Erhaltung des gegenwärtigen Zustandes bedrohen. Jedenfalls können uns die Kämpfe in Albanien nicht gleich­gültig sein, noch weniger können wir teilnahms­los zusehen, wenn sich die Situation hart an den Grenzen zuspitzt und durch weitere Mißgriffe der Pforte sogar bedenklich werden könnte. Die Pforte muß rasch handeln, wenn sich aus den albanesischen Aufständen nicht schließlich eine Krise entwickeln soll."

Diese plötzliche, heftige Sprache Oesterreich- Ungarns gegen die Türkei, die nichts anderes als eine Einmischung in die inneren Verhält­nisse der Türkei bedeutet, wird überall die größte Beunruhigung Hervorrufen. Ob die Bul­garen, Serben, Albanesen sich einmal herum­schlagen, was nota bene zu ihren Lebens­gewohnheiten gehört und ihnen nichts ausmacht, kann eigenttich dem übrigen Europa ziemlich gleichgültig sein. Aber das diplomatische Spiel der Mächte bei dieser Gelegenheit muß doch nach­denklich stimmen. Der Bluff des russischen Ka­binetts ist kaum einigermaßen vergessen, dazu verlangt man in der italienischen Kammer z. Z. ein energisches Eingreifen gegen die Türkei in Tripolis und eine diplomatische Aktion Italiens zur Erzielung eines internationalen Eingrei­fens auf dem Balkan. Daß der König Nikita hofft, recht bald mit den Griechen gegen die Türkei vorzugehen, könnte daneben ja höchstens als Scherz aufgefaßt werden. Am meisten Be­unruhigung aber dürfte die scharfe Sprache Oesterreichs Hervorrufen. Glaubt Oesterreich den Zeitpunkt gekommen, die Türkei ganz aus Europa vertreiben zu können? Denn daß die Türkei derartige Anzapfungen ruhig hinnehmen wird, kann man in Wien wohl nicht glauben. Wir selbst haben andererseits aber auf dem Balkan andere Interessen als Oesterreich, viel eher ein Interesse an einer lebenskräftigen starken Türkei.

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Die Mutter empfindet nichts davon. Sie ist glück- Idi, in bescheidenem Maße das zu haben, was sie für ihr Leben bedarf, nachdem sie schon alles aufgegeben hatte. Die Freundin, die sie in Frau Pastor Rieck­mann gefunden, machte ihr dr s Scheiden leichter Lotte, unsere süße kleine Lotte, tritt an der Hand dessen ins Leben, der mir einst sein Herz und eine glänzende Zukunft bot. Was b'eibt mit zu tun übrig, als fort zu wandern, weit, weit weg von der Heide, dem Schauplatz meinet Qual und meinet Schmerzen. In all die trostlose Oede und Einsam­keit meines Hetzens fallt Lottes Glück allein wie ein freundlicher Sonnenstrahl. Möge Gott das Glück von Wolfgangs Schwester gnädig behüten und be­wahren"

Elinor hatte die Hände wie zum Gebet gefaltet. Jh> Blick hing wie in feucht schimmernder Ver­klärung an den roten Etikadüscheln der Heide.

Ein Geräusch an der Tüt veranlaßte sie, den blonden Kopf zu wenden. Wie erstarrt in tödlichem Schreck blickten ihre Augen unverwandt nach bet Tür, in deren Rahmen Wolfgangs hohe Gestalt er­schien.

Es lag etwas wie Traget in seinem Blick, als er nähet tretend und die Tür hinter sich schließend, sagte:

Haben Sie kein Wort des Willkommens fit mich, Gräfin, hier auf bet Heide?"

Sie winkte abwehrend mit bet Hand.

Rein," entgegnete sie hart.Sie wissen, und Sie haben es mir selbst einst gesagt, daß es zwischen uns keine Brücke der Verständigung gibt. Enden

die Regierung uns etwas vor. Besieht man nachher die Sache bei Licht, so hat man nur die Frechheit von Französlingen gestärkt. Es ist schlimm genug, daß in Metz, der zweitgrößten Garnison des Deutschen Reichs, ein Pöbelhaufen von Französlingen deutscher Reichsangehörigkeit unter Hochrufen auf Frankreich gegen die Wache vorstürmen konnte. Auf unserem Glacis ist nicht alles klar. Wir sehen da ummauerte französische Parks sich erheben, und wir haben kein freies Schußfeld mehr.

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Marburg

Sonnabend, 10. Juni

- Das Glacis.

Elsaß-Lothringen ist das Glacis des Deut- fchenk-Reiches nach Frankreich hin. So hat Bis­marck es genannt. Wir haben die beiden Pro­vinzen nicht deshalb erobert, um an den Be­wohnern Experimente der Volksbeglückung zu machen, sondern um gegen Frankreich, das früher mit einem Fuß in der Rhetnebene stand, ein sturmfreies Hindernis zu schaffen. In solchem Festungsgelände sind Einschränkungen im In­teresse der Reichsverteidigung selbstverständlich. Auf dem Glacis Elsaß-Lothringen dürfen wir auch die Bäume des Partikularismus nicht in den Himmel wachsen lassen. Ackerbau, Handel, Verkehr, Politik müssen, wo es nötig ist, Halt machen. Von dieser seiner Meinung hat sich Fürst Bismarck sein Lebtag nicht abbringen lassen, und es ist ein sonderbares Unterfangen, wenn sich sein jetziger Nachfolger zur Entschul­digung der Verfassungsreform für Elsaß-Loth­ringen auf ihn beruft. Diese Reform ruiniert das Glacis.

Sofort sind nämlich allerlei wilde Gewächse dort emporgewuchert. Bis auf drei mittelpartei­liche Abgeordnete und einen Sozialdemokraten hahen die beiden Provinzen lauter Zentrums­abgeordnete oder wenigstens Hospitanten des Zentrums in den Reichstag entsandt. Jetzt aber verlangt ein Aufruf zahlreicher elsaß-loth­ringischer Abgeordneter die Gründung einer eigenen nationalistisch-partikularistischen, fran­zösischen Partei und Trennung vom Zentrum. Nurin religiös-kirchlichen Dingen" sei ein Zu­sammenarbeiten möglich. Worte? In Wahr­heit kommt die Sache doch auf keinerlei Zusammenarbeiten mit irgend einer deutschen Fraktion heraus, sondern auf eine bewußte Trennung, auf eine Züchtung der französischen Gesinnung. Gleichzeitig hat der Leiter der auf­gelöstenLorraine sportive" erklärt, daß diese in französischen Uniformen herumlaufende anti­deutsche Jugendwehr unter einem anderen Na­men Wiedererstehen werde. In Frankreich ist für Samain, den Vorsitzenden der aufgelösten Lorraine sportive", eine Sammlung veran­staltet worden, die angeblich 50 000 Franks er­gab. An den Pfingstfeiertagen wurden fran­zösische Flugschriften verteilt, die in dürftigen Versen Samain verherrlichen und worin es heißt:Zittert, Tyrannen und Du, Kaiser? Unser Haß ist unauslöschlich?"

Es ist u. E. falsch, jede Bewegung der elsaß- lothringischen Schreihälse mit bitterem Ernst zu behandeln, auch wo sie zuweilen eher auf unsere Lachmuskeln wirken sollten, aber selbst das B. T." kann nicht umhin, die Gründung der nationalistischen Partei der Blumenthal und

Tic£btrl)tfitfd)e äcitung" erscheint täglich mit Ausnahme der Eann- und Feiertage. Der Bezugspreis beträgt merteljahrttch rurch die Post bezogen 2.25 M (ohne Bestellgeld), bei unseren Zettungsstellen und der Expedition (Markt 21) 2.00 Jt frei ins Haus. (Für unver- langt zugesandte Manuskripte Übernimmt die Redaktton kemerlet Verantwortung.) Druck der llniv.-Bnchdruckerei I. A. Koch (Inh.: Dr. Hitzeroth). Markt 21. Telephon 55.

mit dem Krersblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

und den Beilagen:Nach Feierabend",Fürs Haus" undLandwittschastliche Vellage.