Einzelbild herunterladen
 

i

41

C??6fibru(f ->ten.)

In der wahren um der die ge-

müfien, sobald der bisher nur in dürftigem Aus­zugs angedeutete Text des Entwurfs und vor allem auch die tatsächliche Haltung der deutschen Regierung bekannt sein werden.

bührende Achtung und Freiheit zur Entwicklung zu verschaffen. Vor allem Herr Daniel Blumen­thal, der erst vor kurzem den Weg vom Roten Meer zumwahren" Elsaß-Lothringer vollendet hat, ist ein ausgezeichneter Typ dieser beson­deren elsaß-lothringischen Volksindividualität; namentlich wenn er mit französisch-klerikalen Heißspornen wie Wetterlä Arm in Arm geht? Die Vertreter des Zentrums haben erklärt, sie müßten erst den auf den 11. Juni einberufenen Delegiertentag abwarten.

Er schlief zum ersten Mal seit langer Zeit den glücklichen, traumlosen Schlaf der Jugend.

nomie weiter entfernt seien als vorher, neuen Vereinigung sollen sichalle Elsaß-Lothringer" zusammenschließen, elsaß-lothringischen Volksindividualität

ger ächt hatte, Elinor zu gewinnen, aber auch, daß die junge Gräfin ihn energisch abgewiesen. Der Erbprinz war auf Reisen gegangen, um, wie er sagte, in der Ferne zu vergessen. Wolfgang hatte es abgelehnt, ihn zu begleiten, und war gern dem Rufe einer andern Universität gefolgt und in eine ferne Stadt übergesiedelt, die ihn weit abführte von dem Schauplatz der vielen trüben Erinnerungen. Wolf­gangs ehemalige Braut war in eine Diakoniffenan- stalt getreten, in der sie Ruhe und Frieden zu fin­den hoffte und vor allem Ergebung in ihr Geschick.

Der Herzog und die Herzogin äberschüttteten Elinor, die, wie sie meinten, sich so leicht vnb frei­willig ihren Wünschen gefügt hatte, fortgesetzt mit Beweisen ihrer Huld und Gnade, welche die junge Gräfin ebenso bestimmt als gleichmütig ablehnte. Kurt von Herbig und Liddy von Wedell waren in­zwischen auch ein Paar geworden, und Lotte endlich das kleine Lottchen? Hier wurde Niendorf rot nnc ein Schulbube. Er dachte das kleinen, lachen­den Heidettndes, wie er es vor Jahresfrist hier in der Heide gefunden, er dachte des närchenhaften Zaubers, der ihn damals umfing, und der doch nicht stark genug war, ihn zu halten. Er dachte seiner stürmischen, leidenschaftltchen Liebe zu Elinor, und rcie bald sie verglüht. Es fiel ihm ein, wie elend, roic grenzenlos elend rr gewesen damals, als er von dannen zog, um vergessen zu können. Und dann bi» alte Heimat, das traute väterliche Hans, wie hotte es auf ihn gewirkt? Wie oft, wenn er des Abends müde und matt vom Felde heimgekehrt, war es in ihm wie leise, zitternde Sehnsucht aufge­stiegen nach einem Paar sonniger blauer Augen, die er zum letztenmal so todestraurig gesehen Und der Blick hatte ihn verfolgt bis in den tiefsten Traum, und hatte ihn so wehmütig und dach so süß lächelnd gegrüßt beim Erwachen.

Dann war eine Zett gekommen, wo et gemeint

Der Herbst war nahe, aber noch sah die Heide warme, sonnige Septembertage. Noch spannen sich des Sommers blitzende Fäden über den roten Heide­teppich, aber nicht lange mehr, dann würde atsein Mahnbrief des Todes Blatt um Blatt zur Erde sinken, und dann dann wurde es Winter sein.

Ob der Mann, der rüstig über die sonnen­flimmernde Heide schritt, ähnliche Gedanken hegte? Nein, die Augen sahen zwar ernst und sehnsüchtig in die Weite, aber es lag ein gar seltsames Leuchten darin, wie von nahem Frühling und Maienluft.

Der Wanderer, *,er so einsam dahinschritt, ist uns schon einmal auf oer Heide begegnet. Damals trug er ein« goldstrotzende Uniform und Lackstiefel, heute schritt er im einfachen grauen Neise-Anzug und mit tüchtigen Wandersriefeln angetan dahin. Damals lag etwas Keckes, Herausforderndes in seinem Wesen, heute ging er ernst und doch glückselig lächelnd einher.

Niendorf war es, der über die Heide dem Dorfe znschritt, in dem das Witwenhäuschen der Pastorin Rieckmann lag.

Jetzt suchte sein Blick die Zinnen der Türme des Gl senhofes. Wirklich dort schimmerten sie zwischen den Föhren auf. Ullrichs Herz klopfte nicht schneller bet dem Gedanken, daß sie dort weilte, deren Anblick ihn noch vor Jahresfrist so entzückte; sie, die damals sein ganzes Sinnen und Denken gefangen nabm.

Wie viel lag zwischen dem einst und jetzt. Den Tod des alten Grafen hatte er durch Rieckmann, mit dem er in regem Briefvcrkehr stand, erfahren, auch daß Elinor mit ihrer Mutter in abgeschiedener Stille noch immer auf dem Eosenhof lebe. Es war ihm auch nicht unbekannt geblieben, daß der Erbprinz Georg Wilhelm noch wiederholte Bersuche

46. Jahrg

1911.

hatte; die alten Wände des Vaterhauses müßten ibn erdrücken, als könne er N'cht aushalten in der schrecklichen, obwohl selbstgeschaf'enen Einsamkeit. Das war damals gewesen, als Wolfgang schrieb: Lctte, die kleine Lotte wäre bei Nacht und Rebel zurück in die Heide gelaufen, weil f - I ch fast tot ge­sehnt nach ihrer Heimat. Sie läge krank, dem Tod? nahe im Pastorenhause, und er selbst und seine Mutter hätten keine Hoffnung mehr. Wie war es da über Niendorf in fast wahnsinniger Angst ge­kommen, daß diese strahlenden l.üblichen Augen brechen könnten, daß er es nicht wiedersehen sollte, das süße Gesichtchen, das ihn oft so froh, so liebreich angelacht. Und er hatte an Wolfgang geschrieben, tausend närrische Worte er wußte es selbst nicht mehr was; aber der Freund mußte sie wohl ver­standen haben, denn jede Woche kamen ein paar Briefblätter zu Niendorf, die ihm Kunde brachten voll Lottes Ergehen. Welche Wonne es für ihn war, zu hören, daß die Gefahr vorüber, daß es besser ginge, und daß sie mit ihrer Mutter und der alten getreuen Ehristel in das Witwenhäuschen, welches einst die Pastorin so verschmäht, gezogen war.

Und dann endlich die Kunde:Sie ist genesen! Schon färbt wieder eine schwache Röte ihre Wangen, schon lächelt sie wieder."

Da war es wie ein Taumel ü<*er ihn gekommen! Eine Sehnsucht riesengroß nach der kleinen, beschei­denen Heideolume, nach der sonnigen Heide selber war da in seinem Herzen erwacht, und er hatte sich auf den Weg gemacht, sie wiederzusehen.

Da flog alles durch Ullrichs Gedanken, als er ss sinnend dahinschritt. Gerade wie zum erstenmal wellte er ins Heidedorf kommen. Mehr wie damals wellte er den Zauber der Heide genieße ihn an». kosten. Nichts sollte sich in ihm wehren. Noch einmel wenigstens wollte er in Gedanken glücklich jein.

------ . - (Fortsetzung fojgtZ

Heidezauber.

Roman von Anny W o t h e.

(Fortsetzung.)

So saß er lange. Der Mond zog mit seinem bleichen Silberlicht herauf und warf gespenstisch: Schatten in das Gemach. Er saß noch immer unbe­weglich, seinen qualvollen Gedanken hingegeben.

Er hatte wie int Traume gehört, daß Maria Magdalene das Haus verlassen, auch Christels Adieu, Herr Professor, werde die Heide grüßen," hotte er dunkel und verworren vernommen. Nun war es ganz einsam int Haus ganz einsam. Und sie, an die er dachte jede Stunde seines Lebens, sie stand wohl nun bald an einem Totenlager, an der Bahre ihres Vaters, und ihre warmen Tränen tupften darüber hin.

Ach, wer doch meinen tonnte!

Wie ein heißer Wunsch nach Tränen quoll es in fernem Herzen auf.

Sie meinte ja auch, sie, die Heideblume, sie meinte um den Vater, um das verlorene Gut, den Eosen- hos, nur nicht um ihn!

Der Eosenhof! Blitzschnell durchflog ihn der Ge­danke! Die alte, liebe Stätte der Kinderzeit sollte ihr genommen roerben, unb sie sollte heimatlos durch die Welt irren, sie, die geschaffen war, nur Glücks­rosen zu brechen?

Er sprang erregt auf. Nein, das sollte, das durfte nicht sein.

Wolfgang i hrieb die ganze Nacht. Erst als das Frührot im Osten tagte, ließ er die Feder sinken.

Ein glückliches Lächeln huschte über sein ernstes Antlitz. Rüde sank der blonde Kopf auf die breite Brust.

Deutsches Reich-

Prinz Friedrich Wilhelm als Landrat. Breslau, 6. Juni. Wie dieSchlesische Zeitung" mitteilt, wurde Prinz Friedrich Wilhelm von

Ausland.

** Der König von Bulgarien bei Kaiser Franz Josef. Wien, 6. Juni. Kaiser Franz Josef empfing heute vormittag in Schönbrunn

Der Anzeigenpreis betragt für Cie Tgefpaltene Zeile ober beten Raum 15 j., bei auswärtigen Anzeigen 20 für Reklamen die Zeile 40 Bei Wiederholungen entsprechender Rabatt. Jeder Rabatt gilt al» Barrabatt. Bei Konkurs kein Rabatt. Verbindlich­keit für Platz-, Tatenvorschrift und Beleglieferung ausgeschlossen. Zahlungen im Postscheckverkehr ohne Pottokosten unter Nr. 5015 des Postscheckamtes Frankfurt a. M.

Marburg

Tonnctstag, 8. Jnnt

den König der Bulgaren in Privataudienz. Der König trug dabei die Uniform seines K. u. K, Husarenregiments Nr. 11 mit dem Orden vom Goldenen Vließ. Der Empfang war sehr herz­lich und dauerte länger als 20 Minuten.

* Das Testament Johann Orths. Wien, 6. Juni. Nach derNeuen Freien Presse" wurde heute das Testament Johann Orths geöffnet. Es liegen drei letztwillige Verfügungen aus dem Jahre 1878 und 1890 vor. Der Nachlaß dürfte 3y2 Millionen Kronen betragen und wird in gleichen Teilen unter die Verwandten aus- g'teilt. Es wird weiter verfügt, daß die hinter­lassenen Schriftstücke des Erzherzogs dem Fürsten Karl von Pfenburg zufallen.

** Die Cholera in Oesterreich. Trient, 6. Juni. An Bord des gestern aus Newyork ein­getroffenen Dampfers der Eunard LinieSaxo­nia", der in den Häfen von Gibraltar, Genua und Neapel anlegt, wurde ein choleraverdäch­tiger Fall konstatiert. Die bakteriologische Unter­suchung ist noch nicht endgiltig durchgeführt. Der erkrankte Passagier, ein ungarischer Rück­wanderer aus Amerika namens Bernis, ist im Laufe des Tages gestorben.

** Der Papst und die italienischen Festlich« leiten. Rom, 6. Juni. Der Präsident der rö­mischen katholischen Gesellschaft richtete anläßlich der nationalen Festlichkeiten am 4. Juni an den Papst eine Adresse, in der er auf das hinweist, was an diesem Tage geschehen sei, die Barm­herzigkeit des Himmels auf diejenigen herab­fleht, die daran mitgearbeitet haben, und Eott bittet, die Kämpfe zu beenden ,in die die Kirche seit so vielen Jahren verwickelt sei. Der Papst antwortete mit einem eigenhändigen Schreiben, in dem er für die Gefühle dankt, die ihm anläß­lich dieses für ihn so schmerzlichen und für den Apostolischen Stuhl so überaus traurigen Tages zum Ausdruck gebracht wurden. Der Papst fügte hinzu, auch er bitte Eott, daß er die Tage der Drangsal kürze und alle jene belehre und unter die Fittiche seines Erbarmens nehme, die die katholische Kirche bekämpfen

** Di« Mannesmannsche Minenexpedition, ausgewiesen? Einem Berliner Mitiagsola.it zufolge wies General Toutäe die Mannes­mannsche Minenexpedition untc~ Führung des Ingenieurs Bsrtrand aus Debda in Ostmarokko aus. Die deutschen Behörden sind beauflagt worden, den Sackwerhalt fest?,'/stellen.

* Die Jahrtausendseier der Normandie. Rouen, 6. Juni. Der Kongreß zur Feier des 1000jährigen B-Bebens Normandie r>bc heute auf dem Rathause in Gegenwart von 400 Gelehrten des In- und Auslandes, insbesondere von norwegischen Gelehrten, feierlich eröffnet.

** Marokko. Paris, 6. Juni. DieAgence Havas" meldet aus Tanger: General Moinier traf am 31. Mai in Zegotta ein, nachdem er

| Preußen mit der dauernden Verwaltung des Landratsamtes Frankenstein betraut. Der bis­herige Landrat Freiherr v. Schirnding wurde zum Oberverwaltungsgerichtsrat ernannt.

Automobilunfall der Prinzessin Arnulf von Bayern. München, 6. Juni. DieMünch. Reuest. Nachr." melden: Gestern wollte ein Automobil, in dem sich Prinzessin Arnulf von Bayern und ihr Sohn Prinz Heinrich befanden, bei Siegertsbrunn an einem anderen Automobil vorbeifahren, glitt dabei in den Straßengraben und fuhr direkt einen Mast der elektrischen Hoch­spannungsleitung an. Der Mast wurde aus der Erde gehoben und eine Strecke weit geschleift. Die Leitungsdrähte fielen nicht herunter. Das Automobil der Prinzessin wurde stark beschädigt. Die Insassen blieben unverletzt und fuhren mit einem anderen Automobil "ach München zurück.

Reichskanzler und Genoss«. Berlin, 6. Juni. Nach einem süddeutschen Zentrumsblatt soll der Reichskanzler den sozialdemokratischen Reichstagsabgeordneten Dr. Frankprivatim empfangen und sehr lange mit ihm verhandelt" haben. Es soll sich dabei um die elsaß-lothrin­gische Verfassnngsfrage gedreht haben. Auf­klärung erwünscht!

Kongreß für Meeresheilkund«. Kolberg, 6. Juni. Der Internationale Kongreß für Meeresheilkunde wurde durch den Eroßherzog von Mecklenburg-Schwerin eröffnet.

Elsaß - lothringischeRationalpartei". Straßburg, 6. Juni. Der geplante Zusammen­schluß der nationalistischen Elemente ist in Form eines Kartells der bestehenden Organisationen gelungen. An der Spitze dieser neuen Partei­gruppierung stehen die Abgeordneten Blumen­thal, Wetterlä und Preiß. Ein Aufruf, der in deutscher und französischer Sprache veröffentlicht worden ist, besagt, daß die Reichslande nach der Verfassungsform von der zu erstrebenden Auto-

Malokko-Schiebimgen.

Man schreibt uns:

Das französische Telegraphenbureau verbrei­tete, daß der Sultan eine furchtbare Angst vor der Proklamation des Heiligen Krieges habe und deswegen den französischen General mit Bitten bestürme, er möge eine Besatzung in Fez zurücklassen. Der letztere hat ja außerdem be­kanntgegeben, daß er auf dem Rückwege von Fez überall dieLandstraßen säubern", auch in die Gebirge eindringen werde, um dort Ordnung und Ruhe zu schaffen. Der Begriff einer Be­satzung von Fez ist ja an und für sich ein weiter, unter allen Umständen aber würde unseres Er­achtens eine solche Maßnahme offenen Bruch der Algecirasakte und Verletzung ihrer Bestim­mungen bedeuten. Eine Besatzung in Fez kann durch keine Bestimmung gerechtfertigt werden, auch durch kein europäisches Mandat oder ähn­liche Redensarten. An amtlicher Stelle ist deutscherseits noch nichts veröffentlicht worden, was irgendwelche Schlüsse gestattete, welchen Weg die deutsche Regierung einzuschlagen ge­denkt. Nach der wiederholten Erklärung aber, zuletzt noch des Staatssekretärs des Auswärtigen Amts, stellt man sich auf den Boden der Alge­cirasakte nach wie vor. Wir begreifen vollkom­men, daß besonders infolge der Bülowschen und Schoenschen Erbschaft die Lage nicht einfach, ja bis zu einem gewissen Grade auch schwierig ist, aber einmal muß es ein Ende haben, und man kann die fortgesetzten und zielbewußten Um­gehungen der Algecirasakte nicht ewig dulden.

Was den viel erörterten Heiligen Krieg eine Hauptschiebung der Franzosen! anlangt, so ist für diesen ebensowenig in Marokko wie in den anderen mohammedanischen Ländern in unseren modernen Zeiten gegen die Heere einer europäischen Großmacht eine Möglichkeit ge­geben. Sollte es wirklich einmal gelingen, die nötige Einheit unter den zahlreichen Stämmen zu erzielen, so würden diese doch nichts weiter darstellen als ein todesmutiges Kanonenfutter. Die modernen Waffen, Signal- und Verkehrs­mittel find unwiderstehlich. Der Heilige Krieg wird zweifellos auch in Zukunft oft als Vor­wand gebraucht werden: aber mehr als ein Vor­wand, als ein Schreckbild ist er nicht.

Doch Schiedsgerichtsvertrag?

Nun ist aus demsympathischen Interesse" doch schon mehr geworden als eine Redensart; die deutsche Regierung hat vor Pfingsten halb­amtlich kundgegeben, unser Botschafter in den Betätigten Staaten sei beauftragt worden, um Kenntisnahme des amerikanischen Schieds­gerichtsentwurfs zu bitten, da Deutschland beab­sichtige, unter Umständen der Anregung der Ver­einigten Staaten Folge zu leisten. In den Ver­einigten Staaten herrscht hierüber große Freude, und man meint: nun, wo auch Deutschland zu­gesagt habe, bedeute der Vorschlag einen großen diplomatischen Erfolg für Herrn Taft. Und in einer Kabelmeldung aus Newyork vom zweiten Pfingsttage heißt es bereits mit amerikanischer Fixigkeit:Taft wünscht, die von Deutschland, England und . Frankreichrorgeschligenen" Schredsgerichtsverträge gleichzeitig zu unter­zeichnen, u.it äußerlich die volle Uebereinstim- mung aller Vertragsteile zu dokumentieren."

Die japanische Regierung hatte kurz vorher die Zusage gegeben, daß sie beabsichtige, dem Vorschläge näherzutreten; allerdings äußerten japanische Regierungsblätter gleichzeitig schwere Bedenken, ob ein solcher Vertrag sich bei der Ver­schiedenartigkeit beider Interessen tatsächlich werde anwenden lassen. Deutscherseits ist die amtliche Ansicht nicht veröffentlicht worden, nur dieKölnische Zeitung" brachte bisher eine kurze Betrachtung, die in den Schluß auslies; eine Macht, die sich an diesen internationalen Be­strebungen nicht beteilige, werde in ihren po­litischen Absichten mißverstanden, und das be­deute einen viel größeren Schaden als alle Nach­teile, die aus dem Schiedsgerichtswesen er­wachsen könnten.

Wir hoffen sehr, daß diese Auslassungen nicht den amtlichen Auffassungen entsprechen. Wäre das dennoch der Fall, so würde man daraus eine resignierte Ergebenheit der verantwortlichen Stellen in Deutschland entnehmen müssen, die sehr wenig erfreulich wäre. Wüßte man, daß im Gegenteil eine unbeugsame Festigkeit, Furcht­losigkeit und Klarheit des Blicks herrsche, so würde man denken, daß das vorläufige Ent­gegenkommen tatsächlich nur eine belanglose Höflichkeit bedeute und daß nach Prüfung des amerikanischen Entwurfs die deutsche Antwort lauten werde, der Vorschlag sei ja sehr gut ge­meint und dankenswert, die deutsche Regierung bebaute aber sehr, die in dem Entwurf ange- deuteten Mittel und Wege nicht gangbar und änwendbar finden zu können.

Die anderen Mächte haben alle und beinahe immer das Bestreben" des IndieLänge­ziehens, und der amerikanische Schiedsgerichts­entwurf scheint ganz besonders hierfür erfunden zu sein. Es wird noch viel dazu gesagt werden

mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

und den Beilagen:Nach Feierabend",Fürs Haus» unbLandmittschastliche Beilage.

TieLberhesiische Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der L«nn- und Feiertage. Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich durch -«z- die Post bezogen 2.25 Jt (ohne Bestellgeld), bei unseren Zeitungsstellen

JVo 132 und der Expedition (Markt 21) 2.00 F frei ins Haus. (Für unver- *'= langt zugesandte Manuskripte übernimmt die Redaktion keinerlei

Verantwortung.) Druck der Univ.-Buchdruckerci I. A. Koch (Inh.: Tr. Hitzerotbl, Markt 21. Telephon 55.