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Jflfo 1 21) und der Expedition (Markt 21)
langt zugesandte Manuskripte
Erstes Blatt
das besitzt, was Frankreich als die erste
französische
kein Die das im
er nach seiner Einsetzung auf die Pfarrei Landtagsmandat mehr annehmen werde. Liberalen haben auch hier wieder einmal Nachsehen. Denn der Wahlkreis Naila
Wohlwollen noch besonderen habe ich Ihnen beifolgendes Bei dessen Anblick seien Sie der herzlichen Dankbarkeit
nung und meinem Ausdruck zu geben, Bildnis verliehen, allezeit eingedenk
Frankenwald geht für sie dahin. Das Mandat hing nur an Pfarrer Erandingers Person. Die Erben aber werden die Sozialdemokraten sein, denen Erandinger das Mandat abnahm.
— Der siebente internationale Kongress für Kriminal-Anthropologie findet vom 9. bis 19. Oktober in Köln statt. Mit dieser Versammlung wird eine internationale Ausstellung kriminal- psychologisch wichtiger Gegenstände auf dem Gebiete der Polizeiwissenschaft verbunden sein.
— Konflikt zwischen freier Studentenschaft und Senat in Halle. Halle, 3Ö. Mai. Die fortwährenden Konflikte zwischen der freien Studentenschaft und dem Senat der Universität haben sich in der letzten Woche besonders zugespitzt, als der Senat verlangte, der freien 'Stickenten-
schast sollten fortan nur Studierende angehören, die sich in ausliegende Listen eintrügen. Di« freie Studentenschaft weigerte sich solche Listen aufzulegen mit der Begründung, daß der freien Studentenschaft sämtliche inkorpierte Studenten angehören. Der Senat erklärte darauf, er laste die freie Studentenschaft auflösen, wenn st« sich nicht bis zum 30. Mai gefügt habe. Die freie Studentenschaft dagegen erklärt, auf ihrem Standpunkte zu beharren. Die freie Studentenschaft wurde aber heute, am 30. Mai nicht aufgelöst. Da man aber die Auflösung in den nächsten Tagen befürchtet, so schloß die freie Studentenschaft, sich zu einem Verband von Freunden der freien Studentenschaft zusammen. Der Ber- band soll nur interimistischen Charakter tragen. Es wurde weiter beschlosten, sich mit einer Eingabe an den Kultusminister zu wenden.
In eingeweihten politischen Kreisen ist es allgemein bekannt, welche scharfen Gegner Delcaste und Giuppi find. Man konnte dies besonders bemerken, als nach dem Tode Berteaux Gruppt zum einstweiligen Leiter des Kriegsministeriums ernannt wurde und nicht Delcaste, der dies erwartet hatte und nun darüber wütend wurde, sich in seiner Hoffnung getäuscht zu haben. Uebrigens waren Delcaste und Gruppt schon Feinde, als das Miiisterium Menis gebildet wurde, denn DelcasteS trug sich mit der bestimmten Hoffnung, als er das Marineportr- feuille schließlich doch übernahm, dabei gleichzeitig auch einen maßgebenden Einfluß auf Gruppt ausüben zu können, den er sozusagen als seinen Strohmann am Quai d'Orsay betrachtete. Darin täuschte er sich jedoch, er hatte Gruppi unterschätzt, denn dieser ließ sich von Delcaste nicht in die Leitung der auswärtigen Politik hineinreden, er holte sich seine Instruktionen nicht bei Delcaste, sondern blieb selbständig in seinen Entschließungen, denn er erinnerte sich daran, wie gefährlich sich Delcaste als Leiter der auswärtigen Politik Frankreichs seinerzeit gezeigt hatte."
Ihres wohlgeneigten (gez.) Wilhelm I. R." Neues Palais, 31. Mai.
— Ordensauszrrchnungen. Berlin, 1. Juni. Der Kaiser hat, wie die „Nordd. Allgem. Ztg." mitteilt, dem Staatssekretär des Innern Delbrück das Eroßkreuz des Roten Adlerordens mit Eichenlaub und Brillanten, dem Direktor int Neichsamt des Innern Caspar den Wilhelm- Orden und dem Direktor im Reichsamt des Innern Dr. Lewald den Stern zum Königlichen Kronenorden zweiter Klaste verliehen. — Der
46. Jahrg«
1911.
Ein Zttnjctenfall DelcM—Cruppl.
Am Mittwoch erzählte der Figaro", daß es in einer der letzten Ministerratsfitzungen zu einer lebhaften Szene zwischen dem Marineminister Delcaste und dem Minister des Aeußeren Gruppi gekommen fei Delcaste habe, gestützt auf einen Bericht des Kommandanten des vor Gasablanca stationierten Kreuzers „Du Ghalay", Herrn Gruppt vorgeworfen, daß er die ftanzösischen Truppen zu einem überstürzten Marsch nach Fez veranlaßt habe, weil er die Berichte der Diplomaten, wonach Fez von Hungersnot bedroht gewesen sei, mit Unrecht für ernst ge- noi-men habe. Der „Figaro" beschuldigt im An- sckluß an diese Behauptung Delcaste ,daß er eine systematische Opposition gegen die Politik des Ministers des Aeußern mache, um zu verhindern, daß es in Marokko zu einem offenen Konflikt zwischen Spanien und Frankreich komme, wodurch das von Del- coste abgeschlostene geheime spanisch-französische Abkommen enthüllt werden müßte.
Diesen Ausführungen des „Figaro" folgte sofort ein amtliches Dementi. Dies berührte jedoch die Zeitung wenig, vielmehr hält sie ihre Behauptung oufteifit und erklärt:
Regierung erleben, daß die Arbeiterschaft gegen das ihr zuteil gewordene Geschenk, das man nicht hoch genug preisen konnte, zu dem in Frankreich überhaupt so beliebten Mittel der Obstruktion bezw. passiven Resistenz greift. Es sind nicht etwa die Arbeitgeber, obwohl diese durch das Gesetz ziemlich stark belastet werden, vielmehr die Arbeiterschaft selber will von dem Gesetz einfach nichts wisten. In einer ganzen Reihe von Orten erklärt die Arbeiterschaft offen, sich nicht in die Verficherungslisten eintragen zu lassen, die Versicherungsstellen werden einfach nicht aofgesucht, trotz aller Auftlärungsversuche der Regierung. Die Regierung setzt den ganzen offiziellen und offiziösen Presseapparat in Bewegung, um im Volke Aufklärung über die Vorteile des Gesetzes zu schaffen; die Arbeiterschaft will aber von dem Gesetz einfach nichts wisten. Bezeichnenderweise llnd es gerade die radikalen syndikatlichen Arbeiterorganisationen, welche schon seit-langem ganz systematisch darauf hingearbeitet haben, das Mißtrauen gegen die staatliche Arbeiterfürsorge mit allen Mitteln zu nähren. Man scheut dort nicht davor zurück, das Kapitalisationsverfahren, welches bei der Durchführung der Versicherung in Anwendung kommt, hinzustellen als ein im Intereste des „Bourgeofiestaates" angewendetes Mittel, um die Arbeiterbeiträge dazu zu benutzen, große Kapitalien für militärische Zwecke und für die Zwecke der Staatsbeamten zu verwenden. Kaum 5 v. H. der Versicherten haben sich bis zu dem Schlußtermin der Eintragung gemeldet. Selbst Iaures, der Herausgeber der „Humanste", hat es trotz feiner eifrigen Aufklärungsartikel nicht fertig gebracht, daß die Arbeiterschaft, in ihrer Ansicht wankelmütig geworden ist. Nach wie vor wird mit allen Mitteln die pastive Resistenz geübt, obwohl, wic schon erwähnt, die französische Regierung seinerzeit das Gesetz als eine Kulturtat ersten Ranges gefeiert hatte. Der Vorgang in Frankreich ist nicht ohne symptomatische Bedeutung für Deutschland. Bekanntlich haben die deutschen Arbeitgeber nicht mit Unrecht eingewendet, durch die fortwährende sozialpolitische Belastung werde ihre Konkurrenzfähigkeit au? dem internationalen Markte eingeschränkt, weil der ausländische Konkurrent des deutschen Unternehmers, der diese Lasten nicht zu tragen hat, um den Betrag derselben bei der Kalkulation voraus ist. Als nun Frankreich dazu überging, sich eine gesetzliche A'beiterverficherung zu schaffen, hat man einge- wcndet, durch das Vor-ehen Frankreichs werde schon ein kleiner Ausgleich auf dem internationalen Markte geschaffen. Dieselbe Einwendung macht man jetzt, wo England ebenfalls zur Einführung einer gesetzlichen Arbeiterversicherung entschlossen zu sein scheint. Bei den ungünstigen Erfahrungen aber, welche man jetzt in Frankreich zu machen scheint, und bei den hinter den deutschen Leistungen zurück- stehenden Leistungen des englischen Gesetzentwurfes ist jedoch von einem vollkommenen Ausgleich der internationalen Lasten in der gewünschten Weise noch keine Rede.
„Staatsanzeiger" veröffentlicht die Verleihung des Kreuzes und des Sterns der Komture des Königlichen Hausordens von Hohenzollern an den Staatsminister von Breitenbach, ferner die Ernennung des Mitgliedes des Königlichen Statistischen Landesamts in Berlin Oberregierungsrat Evert zum Präsidenten dieser Behörde.
— Das Befinden des Prinzen Joachim. Potsdam, 1. Juni. In dem Befinden des Prinzen Joachim ist gegen gestern keine Besserung eingetreten. Der Prinz verbrachte die Nacht überaus schlecht. Erst gegen Morgen stellte sich Schlaf ein. Auch am Tage litt der Prinz heftig unter Schmerzen. Der Heilungsprozeh verläuft trotzdem ganz normal.
— Der Potsdamer Blumentag. Potsdam, 1. Juni. Der Blumentag des Vaterländischen Frauenvereins zum Besten der armen und kranken Kinder der Stadt Potsdam bot ein buntes und farbenprächtiges Bild und nahm einen glänzenden Verlauf. Bei der Frühstückstafel, welche noch der Parade im Stadtschloh stattfand, verkaufte die Prinzessin August Wilhelm, die Pro- tektorin des Blumentages, den Allerhöchsten Herrschaften Margareten, später im Zivilkasino dem Publikum Blumen und Postkarten. An verschiedenen Punkten der Stadt pielten die Kapellen der Potsdamer Earderegimenter. Um y25 Uhr wurde in der Kaiser-Wilhelm-Strahe ein prächtiger Ma^zaretenkorso gefahren, an dem unter anderen teilnahmen der Kronprinz und die Kronprinzessin, Prinz und Prinzessin Eitel Friedrich, Prinz und Prinzessin August Wilhelm, Prinzessin Viktoria Luise, Prinzessin Friedrich Leopold mit Prinzessin Viktoria Mar- garelc u.r° Prinz Friedrich Sigismund.
— Silberjubiläum des Generaldirektors Ballin. Hamburg, 1. Juni. Anläßlich des Jubiläums des Generaldirektors Ballin sind diesem zahlreiche Ehrungen zuteil geworden. U. a. bechloß der Senat, in Anerkennung der Verdienste des Jubilars um Hamburgs Handel und Schiffahrt einen im Hafen herzustellenden Kai „Vallin-Kai" zu benennen. Unter den zahlreichen, eingegangenen Telegrammen und Schreiben befindet sich auch ein Telegramm des Reichskanzlers. Die Hamburgische Handelskammer sandte ein Glückwunschtelegramm, ferner der Großherzog von Oldenburg. Schreiben liefen von dem Staat^ekretär der Innern, dem Staatssekretär des Reichspostamts ein, sodann gratulierten der Großadmiral v. Tirpitz, Fürst v. Bülow. — Berlin, 1. Juni. -Generaldirektor Ballin wurde anläßlich seines Jubiläums von der Technischen Hochschule Charlottenburg zum Ehrendoktor ernannt.
Der neue Stuttgarter Oberbürgermeister. Stuttgart, 1. Juni. Regierungsrat Lautenschläger wird am nächsten Donnerstag als Stadtvorstand vereidigt werden. Seine Bestätigung steht unmittelbar bevor. Dem „Neuen Tagblatt" zufolge wird Lautenschläger im Anschluß an die Vereidigung eine Erklärung in Sachen seines Spezifikationsberichtes über die Stuttgarter Polizei, wovon in der Kammer so lebhaft die Rede war, abgeben.
— Das Ende des Falles Erandinger. Pfarrer Erandinger von Nordhalben, der bekannte liberale katholische Geistliche und Landtagsabgeordnete, ist vom Magistrat München auf die Pfarrei Pullach berufen worden, für welche der Münchner Magistrat das Präsentationsrecht hat. Pullach ist ein vielbesuchter, herrlich am Hochufer der Isar gelegener Ausflugsort und gilt als Vorzugspfarrei. Erandinger erklärt aber, daß
Ausland.
** Rückkehr des Kaisers Franz Joseph nach Wien. Wien, 1. Juni. Der Kaiser traf um 6 Uhr abends auf dem Staatsbahnhofe ein. Unter den stürmischen Ovationen der auf dem Bahnhofplatze versammelten Menge bestieg der Monarch den Wagen und fuhr nach Schönbrunn. Aus dem ganzen Wege bereitete die Bevölkerung dem Kaiser, dessen Aussehen vorzüglich ist, begeisterte Huldigungen.
** Die Pest in Oesterreich. Graz, 1. Juni. Die Schwester des an Cholera verstorbenen Post- offizianten Franzki ist unter choleraverdächtigen Erscheinungen erkrankt.
»* Der Papst und der Flieger. Paris, 1. Juni. Aus Rom wird hiesigen Blättern ge- _ meldet, daß der Papst vom Balkon des Vatikans aus dem Flug Beaumonts betrachtet und die Hand ausgestreckt habe, um den Flieger zu segnen. Zu seiner Umgebung habe der Papst geäußert, er danke Gott, daß es ihm vergönnt gewesen sei, eine der großartigsten Taten des Jahrhunderts mit anzusehen.
*♦ Der entführte Ingenieur Richter. Saloniki, 1. Juni. Der deutsche Kanzlerdragoman Dr. Schwoerbel ist nach Katerina abgereist. Er begibt sich von dort unter starker Eskorte nach Ko- hinople, um zu versuchen, die Befreiung Richters zu beschleunigen und Maßnahmen und Handlungen der Behörden zu verhüten, wodurch das Leben des Gefangenen gefährdet werden könnte. Man vermutet, daß die Räuber in der Gegend von Hagios Antonios versteckt sind.
** Internationaler Kongreß für Luftschiff- recht. Paris, 31. Mai. Auf der heute Morgen unter dem Vorsitz des ehemaligen Ministert Millerand eröfneten Internationalen Kongreß für Luftschifferrecht war Deutschland durch Dr. Andreae, Dr. Alex Meyer, Rechtsanwalt Dr. Niemeyer und Fritz Simon vertreten. Niemeyer wurde zum Vizepräsidenten gewählt.
** Rachwehen zum Eisenbahnerstreik. Paris, 1. Juni. Der ehemalige Sekretär des Eisenbahnersyndikats Durand veröffentlicht im „Malin" Enthüllungen über den Ursprung des letzten Eisenbahnerstreiks, worin er unter anderem behauptet, daß die eigentlichen Urheber des Ausstandes verdächtige Beziehungen zu klerikalen und antirepublikanischen Politikern unterhalten hätten und daß der von ihnen erlassene Streik- besehl mit der Unterschrift des Generalsekretärs des Lokomotivenverbandes Toffin eine Fälschung gewesen sei.
** Die Kämpfe im Jemen. London, 1. Juni. Nach einer Meldung des Reuterschen Bureaus aus Hodeida traf dort eine Botschaft aus der Festung Sabyeah ein, welche besagt, der Präten- den Mohammed Jdris, der in der Festung angekommen sei, berichte, die Insurgenten hätte« Abha, die Hauptstadt von Assyr eingenommen, wo sich 3000 türkische Soldaten mit mehreren schweren Geschützen befanden. Die Streitkraft des Eroßscherifs von Mekka erlitt, als sie zum Entsatz auf Abha marchierte, eine Niederlage, und hätte Abha infolgedessen nicht erreichen können. Andererseits operierte Izzet Pascha erfolgreich int Hochland von fernen gegen die Insurgenten uyter Imam Pahya, von denen sich bi« meisten ergaben.
*» Marokko. Paris, 1. Juni. Aus Fez wird unterm 27. Mai gemeldet, der Sultan habe dem Eroßwesir Elaui mitteilen lassen, daß er feines ( Amtes enthoben sei. Elaui habe stch damit begnügt zu antworten: Es ist gut! Diese KaJ»1 nähme Vnnte bezüglich der Haltung der Stamm«'
Dec Anzeigenpreis betragt für die Tgefpaltene _ Zeile oder deren Raum 15 j., bei auswärtigen Anzeigen 20 J., für Reklamen die Zeile 40 4. Bei Wiederholungen entsprechender Rabatt. Feder {Rabatt gilt als Barrabatt. Bei Konkurs kein Rabatt. Verbindlichkeit für Platz«, Datenvorschrift und ffleleg(ieferung ausgeschlossen. — ' Zahlungen im Postsckicckverkehr — ohne Portokosten — unter Nr. 5015 des Postscheckamtes Frankfurt a. M.
auf diesem Gebiete preist, nämlich eine gesetzliche Arbeiterversicherung. Nun muß die s
Marburg
Sonnabend, 3. Jimi
Passive Resistenz gegen die Arbeiter- Versicherung in Frankreich.
AkS die französische Altersversicherung in Frankreich verabschiedet wurde, hielt der damalige Ministerpräsident in gewohnter Weise eine patriotische Rede, in welcher er u. a. betonte, Frankreich habe wieder einmal der Welt gezeigt, daß es t.i der Kultur voranmarschiere. Der französische
Deutsches Reich-
— Bom Kaiser. Berlin, 1. Juni. Der Kaiser hielt heute vormittag auf dem Tempelhofer Felde die Frühjahrsparade über die Berliner Garnison ab. Die Truppen standen in zwei Treffen. Der kommandierende General v. Löwenfeld befehligte die Parade. Im Gefolge des Kaisers nahmen an der Parade die argentinischen Herren Figusira Alcorta und General Aguirre, der brasilianische Bundessenator Lauro Müller und der samoanische Oberhäuptling Ta- mosese teil, letzterer geführt wom Gouverneur Dr. Golf. Tamasese tm.7Hyauptig im weißen Gewand und trug Blumengewinde um Brust und Schultern. Er folgte dem militärischen Schauspiel mit größtem Interesse. Mit dem Kaiser erschien der Kronprinz, die Prinzen Eitel Friedrich, August Wilhelm und Oskar, sowie Prinzessin Viktoria Luise in der Uniform des Leibhusarenregiments, die Kaiserin und die übrigen Prinzessinnen im Ealawagen. Der Kaiser führte bei beiden Vorbeimärschen der Kaiserin sein zweites Earderegiment vor. Nach der Parade führte der Kaiser, vom Publikum stürmisch begrüßt, die Fahnenkompagnie zum Schloß. — Nach Einbringung der Fahnen ließ der Kaiser sich durch den Gouverneur Dr. Solf im Schloßhofe den samoanischen Oberhäuptling Tamasese vorstellen, welcher des Kaisers Hand küßte und als Ehrengeschenk samoanische Matten überreichte, deren Gewebe der Kaiser interessiert prüfte. Der Kaiser besuchte heute Nachmittag den Reichskanzler. Abends fand im Schlosse Paradediner statt.
— Ein Schreiben des Kaisers an den Reichskanzler. Berlin, 1. Juni. Die „Nordd. Allgem. Zeitung" teilt mit: Der Kaiser und König richtete an den Reichskanzler das nachstehende Allerhöchste Handschreiben: „Mein lieber von Beth- mann-Hollweg! Mit Befriedigung habe ich aus Ihrer Meldung ersehen, daß nach dem glücklichen Zustandekommen des Gesetzes über die Verfas- ung von Elsaß-Lothringen nun auch die Vorlage der Reichsversicherungsordnung die Zustimmung des Reichstages gefunden hat. Wenn es gelungen ist, diese beiden bedeutungsvollen Eesetz- gebungswerke nach einer langwierigen Verhandlung und nach Ueberwindung mannigfacher Schwierigkeiten in einer den Interessen des Reiches entsprechenden Weife zum Abschluß zu bringen, so ist dieses erfreuliche Eroebnis nicht zum Mindesten Ihrem persönlichen Eingreifen, Ihrer staatsmännischen Kunst und zielbewußten Arbeit zu verdanken. Ich kann es mir daher nicht versagen. Ihnen zu diesem Erfolge meinen wärmsten Glückwunsch und meinen kaiserlichen Dank auszusprechen. Um aber meine Anerken-
Tie „Oberhessifche Zeitung" erscheint täglich nut Ausnahme der und Feiertage. — Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich eurch die Post bezogen 2.25 <X (ohne Bestellgelds, bei unseren Zeitungsstellen - - - ..... —) 2.00 -ck frei ins HanS. (Für unser.
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Patriotismus geht eben so weit, daß selbst eia Ministerpräsident doch noch nicht gewußt zu haben scheint, daß Deutschland schon mehrere Jahrzehnte ..... ........Kulturtat
mit dem Krelsblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
und den Beilagen: „Nach Feierabend", „Fürs Haus" und „Landwittfchastliche Beilage.