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Marburg

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I

Erstes Blatt

46. Jahrg.

1911.

Zur Fliegerkatastrophe in Frankreich.

Paris, 23. Mai. In der Kammer hielt der Präsident eine Gedächtnisrede auf Berteaux, dessen Tod ein Verlust für die Republik, das Heer und das Vaterland bedeute und drückte den Wunsch für die Wierderherstellung des Minister- prästdenten Monis aus. Die Kammer bewil­ligte den Kredit für die Beisetzung Berteaux auf Staatskosten und vertagte sich auf Montag.

Im Senat hielt der Präsident eine Gedächt­nisrede für den verstorbenen Kriegsminister Berteaux. Der Senat bewilligte den Kredit für

Doch gerade die Sicherung des Publikums wird von diesem in feinem Sensationsbedürfnis ojt illusorisch gemacht. Die Bestie im Menschen will tollkühne Leistungen bewundern und möchte um keinen Preis die nervenkitzelnde Erregung entbehren, die ihm der schauerliche Kampf eines Fliegers mit Wind und Wetter verursacht. In AngoulSme in Frankreich kamen am Montag von Paris her die Teilnehmer am Ueberland- fluge nach Madrid an und sollten Schauflüge unternehmen. Der Wind war, wie berichtet wird, stark; der eine der Flieger lag todmüde, der Gefahr glücklich entronnen, in seiner Kabine und hatte nur den einen Wunsch: Schlafen, schlafen! Ein anderer, Vedrines, ließ sich von der Flugplatzleitung unter dem Hinweis auf die drohende Haltung" der Zuschauer dazu bewe­gen, mit seinem Apparat herauszukommen. Einmal, zweimal, dreimal knatterte er los. Immer wieder drückte der Wind das Flugzeug an den Boden und trieb es seitwärts auf die Schranken zu, so daß Vedrines erst kurz vor dem Publikum abstoppen konnte. Da gab er die ge­fährlichen Versuche auf. Nun aber brach das entrüstete" Publikum in wilden Wogen durch die Schranken, ritz alles nieder, was nicht niet- und nagelfest war, schichtete Stühle, Zäune, Fahnenstangen, Schuppenteile zu einem großen Scheiterhaufen und steckte ihn an, stach mit Mes­sern auf die Ordner los, die schleunigst ihre Amtsbinden einsteckten, und zog skandalierend auf dem ganzen Platz umher. Und die anstän­digen Leute innerhalb der Masse, die entsetzt auf dies Treiben sahen, wurden umgerisien und verprügelt.

Wird dem Hervorbrechen derartiger Leiden­schaften nachgegeben, so sind gräßliche Unglücks­fälle unvermeidlich. Dann stürzt sich die auf­geregte Menge selbst in Gefahr. Die surrenden Propeller schlagen, wie es jetzt in Augsburg der Fall war, in die Menge ein und schlagen mit einer einzigen Umdrehung Dutzende von Men­schen nieder.

Steuerrad und sieht nichts von dem, was dicht vor ihm und unter ihm sich befindet, sondern nur weit voraus. Für praktische Zwecke, also als Instrument der militärischen Rekognos­zierung, ist dieses Flugzeug ganz unbrauchbar; es ist lediglich für Wettflüge konstruiert, um der Vaufirma die Preise zu sichern und den Schau­pöbel zu verblüffen. Der Flieger kam gar nicht in die Lage, seinen schlecht arbeitenden Motor rechtzeitig abzustellen, weil er das Hindernis, die lebende Menschenmauer, überhaupt nicht sah. Von jeder feststehenden Dampfmaschine wird eine Art Befähigungsnachweis und eine behörd­liche Abnahme verlangt, die Flugzeuge aber, die wie toll umherschwirren und mit ihren Propel­lern rasend herumsäbeln, werden ohne weiteres auf die Menschheit losgelassen. Das Fliegen aus den Truppenübungsplätzen ist eine vaterlän­dische Notwendigkeit; die Wettflüge sind aber eine Zirkusvorstellung, weiter nichts, und be­dürfen daher auch der dafür üblichen behörd­lichen Maßnahmen zur Sicherung des Publi­kums wie der Artisten."

Sicherung des Publikums fordert auch die Franks. Ztg." mit folgenden Worten:

Kein Sport hat so unzählige Opfer gefor­dert, in keinem drängen sich so die Katastrophen. Sie bedrohen in erster Linie die Aviatiker selbst, dann aber auch das Publikum. Wenn der Flie­ger die Herrschaft über feine Maschine verliert und sie in unheilvoller Fahrt hineinsaust, wird fast mit Notwendigkeit großes Unglück ange­richtet. Das hat sich schon manchmal ereignet, vor kurzem erst während der Flugwoche in Bar­celona, aber keine Katastrophe auf einem Flug­platz hat die Bedeutung wie diejenige, die sich am Sonntag in Issy-les-Moulineaux bei Paris zutrug, einmal deshalb, weil ein Minister auf der Stelle tot blieb und der Ministerpräsident schwer verwundet wurde, und dann, weil dieses Unglück endlich den Behörden Veranlasiung ge­ben wird, bessere Vorkehrungen zum Schutze des Publikums zu treffen, entweder durch schärfere Verordnungen oder durch energische Maß­nahmen, um die schon bestehenden Bestimmun­gen auch wirklich zur Ausführung zu bringen. Als seinerzeit die Berliner Polizei einen Avia­tiker in Strafe nahm, der einen Spazierflug über die Stadt unternommen hatte, fanden manche Leute dieses Vorgehen kleinlich. Die Behörde hat aber recht, wenn sie verbietet, daß ein Flieger über die Köpfe der Menschen dahin- saust und die Leute gefährdet. Namentlich aber sollte bei Schauflügen und bei Starts zu Wett­flügen peinlichste Vorsicht geübt werden, daß die Flugbahn frei ist, daß der Flieger sich in respektvoller Entfernung von der Menschen­menge hält und auch diese von ihm."

die Bestattung Berteaux' auf Staatskosten und vertagte sich auf Mittwoch.

Das Befinden des Ministerpräsidenten.

Paris, 23. Mai. Der Ministerpräsident Monis verbrachte eine gute Nacht. Heute friif wurde ihm der Tod des Kriegsministers mit> geteilt. Monis rief mehrmals aus: Mein arm« Freund! Er widmete dem Hingeschiedenen warme Worte des Lobes.

Di« politischen Folgen des Unglücks.

Paris, 23. Mai. Der frühere Minister Viviani sagte, es sei unmöglich, daß Frankreich wegen eines Aeroplanunfalls feine Politik andere.

P a r i s, 23. Mai. Nach einer halbamtlichen Note wird der Ministerpräsident die von ihm zum Nachfolger Berteaux' ausersehene Persön­lichkeit Sonabend dem Ministerrat bekannt geben, sodaß das Kabinett bei der für Montag anberaumten Wiederaufnahme der Kammer­verhandlungen vollzählich sein wird. Das Mi­nisterium wird von der Kammer eine Abände­rung ihrer vor den Osterferien gefaßten Be­schlüsse verlangen, wonach gleich zu Beginn der gegenwärtigen Tagung die Beratung der Wahl­reform in Angriff genommen werden sollte. Marineminister Delcass6 wird beantragen, daß dem Gesetzentwurf über das Flottenprogramm der Vortritt gelassen werden möge, da hierdurch der Bau der geplanten Kriegsschiffe beschleunigt würde.

Paris, 23. Mai. Der Vollzugsausschuß der radikalen und sozialistisch-radikalen Partei faßte in einer außerordentlichen Sitzung einen Beschlußantrag, in dem dem Schmerz über den tragischen Tod Berteaux' und dem Wunsche nach baldiger Genesung des Ministerprapdenten Aus­druck gegeben und der Regierung, welche dieser mit solcher Energie leite, volles Vertrauen für die Verwirklichung der von der Partei ange- strebten demokratischen, sozialen und Derwal- tungsreformen ausgesprochen wird.

P a r i s, 23. Mai. Radikale und sozialistische Deputierte erhoben in den Wandelgängen ent­schieden Einspruch gegen die von mehreren Anti- ministeriellen aufgestellte Behauptung, daß unter den gegenwärtigen Verhältnissen eine Kabinettskrise unvermeidlich sei. Sie erklärten, das Parlament müsse dem Ministerium aus zwei Gründen Vertrauen und Kredit gewähren, aus Gründen des Taktes und des Gefühles, denn der Ministerpräsident habe ein Recht daraus, daß man ihm gerade jetzt Sympathie entgegen­bringe, und aus politischen Gründen, denn die Kammer habe dem Ministerium wiederholt ihr Vertrauen bewiesen.

mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

und den Beilagen:Nach Feierabend-,Fürs Haus" undLandwirtschaftliche Vellage

Das Unglück von Jssy-les-

. Monlineaux.

' Das UngM von Issy-les-Moulineaux, über das schon" eingehend berichteten, hat in der

gesamten zivilisierten Welt lebhaftes Mitleid ausgelöst. Mit Recht wird es als einer der schwersten Schläge empfunden, die der junge Flugsport bisher erlitten. Um so ergreifender ist die Katastrophe, als sie gerade einem Manne zum Verhängnis wurde, der mit solchem Eifer der Förderung der Aviatik oblag, wie der Kriegsminister Berteaux. Kürzlich noch rekla­mierte er in einer Rede die ungeahnten Erfolge des Flugsportes für Frankreich und nannte seine Landsleute die zukünftigen Herren der Luft. Unbarmherzig hat nun die Geschichte ihre Glosse dazu gemacht.

Die Vertreter der Regierungen aller Länder, unter ihnen als erste die Deutschlands, beeilten sich, der französischen Republik ihr Beileid aus­zusprechen, und die Presse steht ihnen darin nicht nach, auch nicht die deutsche Presse, die hierin keine Vergeltung Übt, wie dasVerl. Tagebl." sehr richtig schreibt. Wir lesen dort:

Die französische Presse hat den Opfern un­serer Lufteroberungsversuche nicht viel be­dauernde Worte gegönnt und, verrannt in eine störrische Verärgerung hat sie jüngst bei der Er­mordung des Oberstleutnant v. Schlichting sich ein wenig kaltherzig ausgedrückt. Wir ahmen dieses Verhalten nicht nach, und jeder gesittete vnd geradsinnige Deutsche ist heute von aufrich­tiger Anteilnahme bewegt. Wir wünschen dem Präsidenten des französischen Ministeriums, der nach der Katastrophe so viel ruhige Standhaftig­keit gezeigt, von Herzen eine schnelle und volle Wiederherstellung. Und wir empfinden ein schmerzliches Mitgefühl bei dem Gedanken an diesen unglücklichen Berteaux, den ein sinnloser Zufall mitten aus dem Genüsse des Glückes riß."

Cs ist natürlich, daß Katastrophen wie diese allerhand Fragen aufwerfen lassen. So wird man dem reinenLuftrenner" trotz allem nicht so viel Sympathien entgegenbrtngen. Das Flug­zeug, das das Pariser Unglück angerichtet hat, sist nämlich eine eigene Konstruktion für den Rennbetrieb, ein Eindecker mit weit vor­gebautem Schnabel zum Zerteilen der Luft; und um den Widerstand möglichst zu verringern und die größte Schnelligkeit zu ermöglichen, hat man den Führersitz zwischen beiden Tragflächen an­gebracht. Dort hockt der Flieger an seinem

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Vor hundert Jahren.

Der Auszug der Marburger Studenten

. nach Gladenbach im Jahr« 1811.

Von L. Müller.

Schon früher einmal nahmen wir Gelegenheit, auf die Art und Weise, wie Marburger Studenten in 1611 die akademische Freiheit zu wehren wußten, hin­zuweisen. Da der Vorfall sich heute vor 100 Jahren abspielte, sei die Geschichte hier noch einmal kurz er­zählt.

Aus allerhand ehrgeizigen Gründen war ~ der Kommissar der hohen Polizei, Wolfs, ein Elsässer, mißtrauisch gegen die Professoren und Studenten von Marburg. Nun kam eine Gelegenheit, wo die Stunde der Vergeltung schlug. Am 24. Mai 1811 kam nämlich eine Anzahl Studenten von einem Aus­flüge zurück und geriet in Weidenhausen mit Bür- gerssöhnen in Streit.

Da die Studenten an Zahl geringer waren, so mußten sie weichen. Sie sahen dies als eine Schmach an und faßten daher den Entschluß, sich mit Nap­pieren und Stöcken bewaffnet vor dem Barfüßertor einzufinden und dann die Scharte auszuwetzen. Dreier Plan wurde aber vereitelt. Der Stadthaupt­mann o. Dalwigk machte nämlich gerade einen Spaziergang, bemerkte die Ansammlung der Studen- teii und als er sich danach erkundigte, erfuhr er ihren Plan. Er ließ daher die Weidenhäuser Brücke mit Militär besetzen und machte Wolfs Meldung von dem Vorgänge. Dieser befahl der Polizei, sich vor das Barfüßertor zu begeben. Dort trafen sie einige Stu­denten und die Gendarmen traten vor den ihnen zunächst Stehenden, der gemütlich sein Pfeifchen rauchte und fragten ihn nach seinem Namen. Dieser sagte:Er hätte es gar nicht nötig, es ihnen zu sogen." Aber die Gendarmen, ihren Herrn kennend, führten ihn zur Wache und machten Wolfs Anzeige

hiervon. Sobald dieses gemeldet, eilte Wolff zum Präfekten von Trott und meldete ihm das, man kam überein:man müsse den Herrn auf die Finger klopfen und wenn der Student seinen Namen nicht nenne, so solle man ihn ins Gefängnis werfen." Hierbei verkündete Trott, daß er morgen eine Dienst­reise machen müsse. Am anderen Morgen fragte Wolff den Studenten, ob er Bürgschaft stellen könnte, dieser verneinte, und so wurde er auf das Schloß ge­bracht und dort mit Landstreichern und Vagabunden eingesperrt. Als die anderen Studenten dieses er­fuhren, eilten sie zum Prorektor Bauer und »sagten, dieses dürfe er nicht dulden, das gehe gegen die aka­demische Freiheit, Studenten gehörten ins Karzer.

Bauer begab sich zum Kommissar und stellte ihm die Sache vor.Ja. wollen Sie die Bürgschaft über­nehmen?" fragte Wolff.Nein," sagte Bauer, wel­cher ein schwacher Mann war,er sei dazu nicht im Stande."Nun, dann bleibt er fitzen," erklärte Wolff. Bauer kam nach Hause, wo ihn die Studenten erwarteten, und als sie ihn fragten, sagte er, daß et nichts tun könne, da der Präfekt verreist sei, auch könne er keine Bürgschaft leisten. Als dieses die Studenten erfuhren, gingen sie in höchstem Unmut fort, um es ihren Kommilitonen zu verkünden. Es wurde eine Studentenversammlung nach Ockershausen anberaumt, wo nun alles verhandelt wurde. Als nun die einzelnen Redner gesprochen hatten, riefen alle:Wir ziehen aus!" Wohin aber?Wir gehen über die Grenze, ins Darmstädtische nach Gladen­bach!"

Hier standen die Auditorien leer,

Kein Hörer saß da am Pulte mehr,

Der Professor, wie in Ferienzeit, Saß im Schlafrock, dampfte Wolken wert.

Der Prorektor schickte Pedellen hinaus: Kehren die Herren nicht schleunig nach Haus, So ziehen wir alle Benefizien zurück.

Es bringt sich im Staat ein jeder ums Glück."

Von Gaffel kam rasch der Beschluß:

,Der Stein ist zu setzen auf freien Fuß." Professoren zogen hinaus zur Schar, Als der Stein des Anstoß beseitigt war.

Der Philister selbst blieb nicht träg zu Haus, Man zog sie holen mit Chaisen aus, Unter Jubel gings heim, doch ohne Musik, Zur guten Musenstadt zurück.

Die Schönen waren da hoch erfreut,

Sie haben den Burschen Blumen gestreut, Tags drauf gings wieder im alten Gleis Man studierte wieder mit doppeltem Fleiß.

Es wurde nun eine Schaar Studenten abgeschickt, um Quartier zu machen, die anderen gingen noch einmal zur Stadt zurück, um sich mit dem Nötigsten zu versehen, und nun gings Über Ockershausen nach Gladenbach, wo man bei einbrechender Nacht ankam. Die Gladenbacher Bürger nahmen die Studenten be­reitwillig auf, in einem Wirtshaus wurde das Hauptquartier aufgeschlagen. Daß dieses alles ordent­lich herging, verdankte man den drei Verbindungen, die damals bestanden. Es waren dies: 1. Die Hessen, ihre Farben waren fchwarz-grün-rot. 2. Die Rheinländer Farben: schwarz-grün-weiß. 3. Die Westfalen, Farben: blau-weißrot. Zu den He7en gehörten die aus Niederhessen und Hanau, zu den Rheinländern die von. Rhein her, zu den Wesffalen die vom Land der roten Erde Stammenden. Von jeder Verbindung wurden mehrere Fo:riere im Wirtshause einquartiert. Run begann ein eigentüm­liches Leben. In Gladenbach ließ sich eine Musik­kapelle mit Sängerchi,r hören, welche alle Straßen durchzogen. Eine Versammlung fand statt, wo die eingetroffenen Nachrichten von Marburg mitgeteilt wurden. Zugleich wurden die gebildeten Familien von Gladenbach zu einem Konzert eingeladen, welches man veranstaltete und wo alles Schöne vorgetragen wurde. Der Abend abe. wurde zu einer dramatischen

Vorstellung benutzt, welche auf dem Marktplatz unter freiem Himm-l ausgeführt wurde. Alle Studenten, dir es nut konnten, taten hierbei ihr Möglichstes. Da kam z. B. aus einem Haus, das cm Marktplatz stand, ein Ritter hoch zu Roß zum Vorschein, ein Knappe mit einem ledigen Pferd und einer Leiter folgte. An einem anderen Hause wurde die Leiter angelegt, der Reitersmann stieg hinauf zum Fenster, wo ein weibliches Wesen erschien. Es wurde lange unterhandelt und nach langem Widerstreeben hob der Reiter das Mädchen herab. Doch da öffnete sich das Tor des Hauses und zwei Verfolget warfen ihre Lanzen hinter dem Entführer her. Diese aber trafen nicht, es kam zu einem Handgemenge, bis endlich alle auf dem Pflaster lagen. Der Entführer, Karl von Eichenhorst, blieb Sieger. Die Entführte flehte ihren Vater, den Ritter von Hochberg, an und bat um Versöhnung mit ihrem Karl, welche auch ftattfanb und auf einem darauffolgenden Balle gefeiert wurde.

Am 26. Mai wiederholte sich alles, wie am Tage vorher. Was aber die Vorbereitungen für den Nachmittag anbetraf, fo gab es eine Unterbrechung. Mittags kam nämlich ein Bote von Marburg und brachte die Nachricht, die Studenten sollten zurück- kchren, es fei alles beigelegt. Es kam auch der Pedell Lederer mit einem Brief des Prorektors Bauer, der die Studenten aufforderte, zurückzukehren und ihnen volle Straffreiheit zusich rte. Stein, derselbe, der seinen Namen nicht nannte, sei entlassen und habe nur Stadtarrest bekommen. Sofort wurde eine Ver­sammlung einberufen und beschlossen:Wir kehren zurück!"

Man versammelte sich nachmittags auf dem Markt­platze, wo man den Eladenbachern ein dreimaliges Hoch ausbrachte, dann ging e- Musik voran, zum Städtchen hinaus, zurück nach Marburg. Hier sollten die Studenten mit Musik begrüßt werden, aber auf Anordnung des Präfekten unterblieb es. Die Bürger hatten sich mit Eichenlaub geschmückt und zogen ihnen entgegen, wobei der Jubel die Musik überwog