Einzelbild herunterladen
 

MchM 3 citu Hfl mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain und den Beilagen:Nach Feierabend",Fürs Haus" undLandwirtschaftliche Beilage.

Jfä 121

DieObrrheffischr Zeit»««" erscheint täglich mit Ausnahme der Sr-nn- und Feiertage. Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich durch die Post bezogen 2.25 JL lohne Bestellgeld), bei unseren Zeitungsstellen und der Expedition (Marit 21) 2.00 «X frei in5 Haus. (Für unver­langt zugesandte Manuskripte übernimmt die Redaktion keinerlei Verantwortung.) Druck der Univ.-Buchdruckerei I. 8. Koch (Inh.:

Dr. Hitzeroth), Markt 21. Telephon 55.

Marburg

Mittwoch, 24. Mai

Der Anzeigenpreis beträgt für die 7gespaltene Zeile oder deren Raum 15 j., bei auswärtigen Anzeigen 20 4» für Reklamen die Zeile 40 4- Bei Wiederholungen entsprechender Rabatt. Jeder Rabatt gilt al» Barrabatt. Bei Konkurs kein Rabatt. Verbindlich­keit für Platz-, Datenvorschrift und Beleglieferung ausgeschlossen. Zahlungen im Postsckeckverkehr ohne Portokosten rmter Nr. 5015 deS Postscheckamtes Frankfurt a. M.

46. Jahrg.

1911.

Erstes Blatt.

Der heutigen Nummer liegt bei Kreisblatt Nr. 39.

*Kaisertage in Köln.

»lisfingen, 22. Mai. Der Kaiser, die Kai­serin und die Prinzessin Viktoria Luise sind um IO14 Uhr im Sonderzug nach Köln abgefahren. DieHohenzollern" ist nach Kiel gegangen.

Köln, 22. Mai. Aus nah und fern trafen gestern und heute im Laufe des Tages viele Fremden zum Kaiserfest hier ein. Vom wolken­losen Himmel erstrahlte die Sonne auf die froh­gestimmte Menschenzahl in den Straßen der Stadt. Der kaiserliche Sonderzug lief um 5 Uhr 20 Min. hier ein. Zum Empfang hatten sich ein­gefunden: Geheimer Kabinettsrat v. Balentini, Oberhofmeister Frhr. v. Mirbach, der Gouver­neur von Köln, Eeneraleutnant v. Wegstern- Hagen, und der Polizeipräsident v. Weegmann. Das Kaiserpaar und die Prinzessin begaben sich sofort zur nahegelegenen Hobenzollernbrücke zur Einweihung der Brücke und Enthüllung des Denkmals Friedrichs ITT. Eisenbahnminister ». Breitenbach hielt die Weiherede. Der Kaiser besichtigte das Denkmal eingehend: es stellt Kai­ser Friedrich dar in der Paradeuniform der Pasewalker Kürassiere. Der aus 15 Automo­bilen bestehende kaiserliche Zug setzte sodann die Rundfahrt durch Köln fort.

Köln, 22. Mai. Nach der Rundfahrt der M-ttestäten. auf welcher sie allenthalben stürmisch von der Kölner Bevölkerung bejubelt wurden, kehrten die Majestäten für kurze Zeit nach dem Sonderzug zurück und begaben sich alsdann nach dem Festmahl im Gürzenich. Auf dem Wege dobin b».oeten insbesondere die Innungen mit Ihren Fahnen und Emblemen Spalier. Im Gür­zenich wurden die Majestäten vom Oberbürger­meister empfangen und in den großen Saal ge­leitet. Die prächtige alte Salle war auf das reichste geziert. Von den Säulen hingen die alten Staatsbanner herab, Blumengewinde durchflochten die Kronleuchter, Kranze und Gnirlanden schmückten die Wände. Auf der Ebrentafel sah man den schweren Silberschatz der Stadt. Die Orgel erbrauste und der Gürzenich- Konzertchor stimmte den Ehor aus Judas Maccabäus:Seht, er kommt mit Preis ge­krönt" an, und die Majestäten mit der Prin­zessin Viktoria Luise und den Damen und Herren der Umgebung zogen ein. Der Kaiser führte die Kaiserin. An der Ehrentafel nahmen die Ma- sesi.äten nebeneinander Platz. Im Verlaufe der T'-'M hielt Oberbürgermeister Wallraf eine An­sprache, die vom Kaiser herzlich erwidert wurde. Nach der Tafel hielten die Majestäten Eercle uW^ogSn zahlreiche Anwesende ins Gespräch. Hierauf überreichten die vereinigten Hand­werker Kölns eine silberne Vlakette. Vom Gür­zenich begaben sich die Majestäten auf den D-"-nferPrinzessin Cäcilie" zur Rheinfabrt.

Die Rückkehr des Kronprinzklipaares.

K a l i s ch, 22. Mai. Zur Begrüßung des deutschen Kronprinzenpaares, das gestern abend um y210 Uhr eintraf, waren am Bohnhof der Eeneralgouverneur von Warschau und der Gou­verneur von Kalisch erschienen. Das Kleinrus­sische Dragonerregiment des Kronprinzen stellte die Ehrenwache. Das ganze Regiment war neben dem Bahnhof aufgestellt. Aks der Zug einfuhr, spielte die Musik die deutsche National­hymne. Der Eeneralgouverneur und die Ge­mahlin des Gouverneurs sowie der Oberst des Regiments überreichten der Kronprinzessin Blu­mensträuße. Der Kronprinz begrüßte in rus­sischer Sprache die Mannschaften des Regiments als sie im Parademarsch vorbeizogen. Um 10 Uhr verließ der Zug den Bahnhof. Die längs des Bahndamms aufgestellten Mannschaften des Regiments des Kronprinzen begrüßten den Zug mit Hurrarufen.

Oels, 22. Mai. Das Kronprinzenpaar ist heute nacht hier eingetroffen und begab sich so­fort zum Jagdschloß Klein-Ellguth.

-*

Zur Katastrophe in Jssy-les- Moulineaux.

Das Befinde« des Ministerpräsidenten.

Paris, 22. Mai. Monis verbrachte die Nacht ruhig. Ein Komplikation ist nicht eingetreten. Das körperliche und seelische Empfinden des Ministerpräsidenten ist zufriedenstellend. Er ist fieberfrei und schlief mehrere Stunden. Monis unterhielt sich mit großer Eeistesklarheit heute vormittag mit dem llnterstaatssekretär Constant über die marokkanischen Angelegenheiten. Er erkundigte sich nach dem Befinden Berteaux', den er schwer verletzt glaubt. Man wird Monis den Tod Berteaux heute abend mitteilen. Obwohl die Besserung des Zustandes des Ministerpräsi­denten die Besorgnis in der Umgebung zer­streute, wird versichert, Professor Lannelongue würde sich erst in drei Tagen endgiltig über den Zustand des Verletzten äußern können.

Deutsche Anteilnahme.

München, 22. Mai. Der Prinzregent beauf­tragte die bayrische Gesandtschaft in Berlin, der französischen Regierung die wärmste Anteil­nahme an dem schweren Unglück zu übermitteln, das sie und die französische Armee betroffen.

Berlin, 22. Mai. DieNordd. Allg. Ztg." schreibt: Die erschütternde Kunde des schweren Unglücks, das sich gestern vor den Wällen von Paris auf dem Flugfeld ereignete, wurde über­all, wo Menschen wohnen, mit aufrichtiger Teil­nahme ausgenommen. Die Geschichte der Aviatik ist reich an tragischen Zwischenfällen; noch nie aber gefiel sich der Zufall in so unwahrschein­licher Tragik. Berteaux, der die Entwicklung der französischen Aviatik mit besonderem Inter­esse und tatkräftiger Unterstützung verfolgte, wurde oeftern inmitten von einer hunderttau­senden freudig bewegten Meni-bonmenge von eiuem berunierstür'enden Aeroplan getötet und Ministerpräsident Monis schwer verletzt. Es ist k"''m nötig, zu sagen, daß die deutsche Reoicrunq und das Volk durch das erschütternde Unglück tief bewegt ist und die Trauer des französischen Vrlles und b-r Reoiernng aufrichtia

Lupine über den Hergang des Unglücks.

Paris, 22. Mai. Der Polizeipräfekt LHffne ertc.lte einem Berichterstatter über den Hergang der Katastrophe folgenden Bericht: Wir hatten d'e Tribüne auf Ansuchen der Fluan-ranstalter verlassen, um die Flugzeuge zu besichtigen. Als wir bei der Nückkebr schräg das Flugfeld dnrck- querten, sah ich eine Kürassierschwadron auf uns zureiten. Ich ging den Reitern entgegen «nd rief dem kommandierenden Offizier zu: War«m kommen Sie hierher? Weil man mir den Be­fehl gegeben hat, die Ordnungsmannschaften an b?-rem Punkte zu verstärken. Ich entgegnete: Sie können fortreiten, wir brauchen niemand. diesem Augenblick sah ich den Aero^lon. der n^ch der Richtung flog, wo wir uns befanden. Ick hotte nicht den Eindruck, daß der Aerovlan stürzen könne, sah nur, daß er sebr niedrig flog. Obne mich vmntroenben, rief ich der hinter mir gebenden Gruppe, in der sich Menis und Ber- teaur befanden, zu: Nack rechts, nach reckts! und machte dazu mit der Hand das entsprechende Zei­chen. Als ich mich umkebrte, sah ich zu meinem Entsetzen, wie der Aeroplan in die Gruppe hineinstürzte.

Politische Folgen der Katastrovbe.

Paris, 22. Mai. Wie in der Presse, so be­schäftigt man sich auch in parlamentarischen Kreisen mit den etwaigen politischen Folgen der ge;..:gen Katastrophe. Die radikalen und die sozialistisch-radikalen Deputierten sind zumeist der Ansicht, daß der Ministerpräsident, wenn er auch für längere Zeit an das Krankenlager ge­fesselt sei, in der Lage sei, die Leitung der Po­litik seines Kabinetts fortzusetzen. Von meh­reren sozialistischen und gemäßigt republikani­schen Deputierten wurde jedoch darauf hinge­wiesen, daß das Parlament in der beginnenden Sommertagung überaus wichtige Angelegen­heiten zu beraten haben werde, so betreffs Ma­rokko, das Budget, die Arbeiterpensionen, die Wahlreform, die Wiederanstellung der Eisen­bahner usw. Es könnten sich da Situationen er­geben, bei denen nur der veranwortliche Leiter des Kabinetts, die Autorität, einzugreifen haben würde. In der Umgebung des Ministerpräsi­denten erklärt man, es fei kein Grund vorhan­den, daß Monis zurücktrete, da er in der Lage

sei, die Geschäfte fortzuführen. Die morgige Eröffnungssitzung der Kammer wird voraussicht­lich nach einer Ansprache des Präsidenten Brisson und nach Genehmigung des Kredits für das na­tionale Begräbnis Berteaux' zum Zeichen der Trauer aufgehoben werden. Dasselbe dürfte im Senat geschehen.

Politische Umschau.

Revanche pour Strassbourg et Metz!

Der Herr kommandierende General des fran­zösischen 10. Armeekorps, der bekannte General Cyantey, hat sich berufen gefühlt, beim Jahres- fcst der Mitkämpfer 1870/71 vor zahlreichen Oi.izieren, Senatoren, Deputierten usw. fol­gende racheglühende Rede zu schwingen:

Ich danke Ihnen im Namen der Armee für das, was Sie sind, für das, woran Sie erinnern, für das, was Sie vorbereiten. Sie haben die Ehre gerettet; wir wollen sie wieder Herstellen! Wir dachten nicht, daß so viele Jahre vergehen würden bis zur Revanche! Geben wir die Hoff­nung nicht auf, sie kommen zu sehen. Genug von diesen Humanitären Phrasen über den Krieg. Er ist ein Gesetz und für die gesckloqenev Völker eine Pflicht. Wie fall man Leute zweckmäßig und vorteilhaft militärisch erziehen, wenn sie glauben, daß alles, was sie tun, nur zum Schein da fei, und daß es keinen Krieg mehr gäbe? Tun wir nichts, um diesen Krieg zu beschleu­nigen, aber vergessen wir niemals, daß wir im Herzen eine hohe Hoffnung tragen, die wir nie­mals ausgelöscht haben. Ich habe die Soldaten Frankreichs ins Feuer geführt; ich babe nichts Schöneres, nichts Erhebenderes gesehen. Das si: d Eure Eurer würdigen Söhne. Sie wissen sich durchlöchern zu lassen, wie Sie es verstanden haben. Wie Sie, werden auch diese Soldaten morgen wieder anfangen."

Das klingt ja wie Fanfarengeschmetter. Monsieur Cyantey scheint ia den Augenblick, wo er sein Korps ä Berlin fübrt, kaum noch er­warten zu können. Was würde man in Frank­reich sagen, wenn ein deutscher General so reden wallte?

Die englische Flottenrevue,

die im Anschluß an dtt Krönunasfeierlichkeiten am 23. Juni auf der Reede von Spitbead (Portsmouth) stattfindet, wird nicht nur an Zahl, sondern vor allen Dingen an Gefechtskraft der teilnehmenden Sckiffe und Fahrzeuge alle ihre Vorgänger übertreffen. Obne llebertteibvng darf man sagen, daß hier die stärkste Flotte versammelt sein wird, die die Welt j: gesehen hat. Sie wird insgesamt 180 Einheiten umsassen. Das ist an und für sich nicht besonders viel, und für die englische Marine wäre es ein leWes gewesen, die Zahl zu verdovveln, da sich un- geiäbr 500 Schisse und Fahrzeuge in den heimischen Gewässern ständig in Dienst befinden. Aber unter diesen 180 Einheiten befinden sich . .cht weniger als 57Capital ships, nämlich 32 Linienschiffe und 25 Panzerkreuzer, und unter Mel»- 9 Linienschiffe «nd 4 Panzerkreuzer, die zurDreadnought"-Klasse ge­bären. Keine andere Marine der Welt konnte diesen Zahlen etwas Ebenbürtiges an die Seite stell n. Außerdem nehmen noch teil 19 geschützte Kreuzer, 84 T> rvedobootzerstörer und Unterseeboote, von letz­teren je zwei der vier vorhandenen Klassen.

Wie bet früheren Flottenreouen aus besonderer Veranlassung werden auck die fremden Marinen ver­treten sein, die nach Möglichkeit ihre modernsten Sckiffe sckickten, ebenso wie England auch nur die neuesten Typen teilnehmen läßt. Deutschland schickt den großen Kreuzervon der Tann", der erst kürzlich von seiner so erfolgreichen Reise nach Südamerika zvrückgekehrt ist, Frankreich sein neuestes Linienschiff Danton", ebenso die Vereinigten Staaten das LinienschiffDelaware". Von Italien gehenVit- ttrio Emanuele",Regina Elena" undSan Marco" unter dem Herzog der Abruzzen nach Eng­land, von Oesterreich-Ungarn das Linienschiff Radetzky", von Japan der PanzerkreuzerKurama" und der Kleine Kreuzer JEone"; an der Revue darf jedoch von den nichtenglischen Nationen nur je ein Schiff teilnehmen. Von anderen Schiffen wären noch zu erwähnen der spanische KreuzerReina Regente", der schwedische PanzerkreuzerFylgia". die chilenische Esmeralda" und die argentinischeBuenos Aires".

Turnvorschrift für die Infanterie.

ImMilitärwochenblatt" äußert sich ein Offizier zum Entwurf der Turnvorschrift für die Infanterie. In dem Aufsatz sind einige gute Anregungen, die wir unseren Lesern nicht vorenthalten möchten.

Meine Beobachtungen des Turnbetriebes bei den Truppenteilen früher und heutzutage lassen mich die Ueberzeugung geroinren, daß wir ohne Gefahr für die Disziplin das militärische Turnen noch sehr viel zwangloser wenn wir da» Wortsportsmßiger"

vermeiden wollen gestalten können und dadurch für die Erziehung und kriegsmäßige Ausbildung nur gewinnen. Von Interesse wäre es, wenn aus der Truppe Anregungen hervorgtngen, in welcher Weise unser Turnbetrieb auszugestaltrn wäre und wie die Besichtigungen durch Wettbewerbe innerhalb der Bataillone, Regimenter usw. ersetzt werden könntew Versuchsweise habe ich für dieses Jahr in meinem Bataillon einen turnerischen Wettbewerb -wischen den Kompagnien angeordnet, der mit Rücksicht auf die Abwesenheit auf dem Truppen-Uebungsplatz schon Anfang Juli stattfinden muß; anderenfalls würde die beste Zeit für eine solche Veranstaltung die erste Hälfte des Monats August sein. Die Bedingungen für den Wettbewerb sind den Kompagnien Ende März bekannt gegeben worden. Diejenige Kom­pagnie, die im ganzen die höchste Punktzahl erreicht, erhält einen Wanderpreis, die zweitbeste Kompagnie einen Ermunterungspre's. Außerdem werden Er­innerungszeichen für beste Leistungen der Kampagne auf einzelnen Gebieten, sowie Einzelpreise für beste Leistungen einzelner Leute gegeben.

Deutsches Reich-

Das Privatbeamtengesetz. Berlin, 22. Mai. Dem Reichstag ist das Privatbeamtenversiche­rungsgesetz zugegangen.

Technische Austauschprofessoren. Wie ver­lautet, ist die Regierung der Vereinigten Staa­ten mit der' deutschen Regierung in Verhand­lungen getreten, um den Austausch vontech­nischen" Professoren zwischen den Technischen Hochschulen beider Länder in die Wege zu leiten. Amtlich deutscherseits steht man einem solchen Plane, wie wir hören, sehr sympathisch gegen­über, denn die Regierung der Vereinigten Staaten wird bei Verwirklichung des Planes aller Voraussicht nach als ersten Austausch­professor den auch in Deutschland nicht unbe­kannten Erfinder der nach ihm benannten Tur­bine Professor L. Person Logan, entsenden. Er besuchte bereits im Juli 1909 als Vorsitzender der amerikanischen technischen Studienfahrt Deutschland. Seine Lehttätigkeit in Deutsch­land wird sich auf moderne Derkehrsmaschinen- lehre erstrecken. Wer der erste deutsche Aus­tauschprofessor sein wird, steht noch nicht fest.

Saatenstandsbericht. Berlin, 22. Mai. Saatenstand des Deutschen Reichs per Mitte Mai, wenn 2 gut, 3 mittel (durchschnittlich) und 4 gering bedeutet, für Winterweizen 2,6, Som­merweizen 2,6, Wintersvelz 2,7, Winterroggen 2,8, Sommerroggen 2,5, Sommergerste 2,4, Hafer 2,6, Klee 2,9, Luzerne 2,8, Bewässerunoswiesen 2,2, andere Wiesen 2,5. Während der Berichts­monate war das Wetter im ganzen Reiche vor­wiegend trocken und warm, zeitweise sogar som­merlich heiß. Die strichweisen Gewitterregen ge- -rken meist nicht, um den Pflanzen die für ein freudiges Wachstum nötige Feuchtigkeit zuzu- ff'bren. Für die Durckfübrung der Frübiahrs- bestellung erwies sich die Witterung sehr förder­lich. Der Mäuseplage wurde in mancken Gegen­den durch Gift und Fallen einiger Abbruch ge­tan, vielerorts herrscht sie noch ungemindert weiter. Die weniger auf eigentliche Winter­schäden als auf Frübjahrsfröste und'>si>fratz zurüchuführenden Umpflügungen nahmen kn verschiedenen Gebieten, besonders in Mittel- und C 'iddeutsckland, einen recht bedeutenden Umfang an. Die Wintersaaten haben sich in manchen Gegenden kräftig entwickelt, in vielen anderen lassen sie, vor allem die späteren Saaten manches zu wünschen übrig. Sommerhalmfrüchte waren Mitte Mai erst zum Teil avfaelaufen. Die Kar­toffeln find im weitaus größten Teil noch nicht aufgegangen, die Errechnung einer Reichsnote mußte daher unterbleiben. Der Stand von Klee und Luzerne findet trotz der warmen Witterung größtenteils keine besonders günstige Beurtei­lung. Aprilfröste, vor allem der starke Mäuse­fraß, führten vielfach zu Umvflügunaen oder zu einem lückenhaften Bestände. Die Begut­achtungsziffern von beiden Wiesenarten sind fast allgemein wesentlich günstiger als im Vormonat. Die Saatenstandsberichte werden von Juni ab Anfang jeden Monats erstattet und auf die Zett vom 1. April bis zum 1. Dezember ausgedehnt.

Ausland.

** Das englische Marine-Luftschiff. Narrow in Furneß, 22. Mai. Das Marineluftschiff Mayfly ist heute glücklich vom Stapel gelassen worden. Es ist ein Starrschiff von 512 Fuß Länge und einem äußersten Durchmesser von 48,