Einzelbild herunterladen
 

mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

und den Beilagen:Nach Feierabend",Fürs Haus" undLandwirtschaftliche Beilage.

33120

DieDbrrhrssischr Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der Simn- und Feiertage. Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich durch die Post bezogen 2.25 <Ä lohne Bestellgeld), bei unseren Zeitungsstellen und der Expedition (Markt 21) 2.00 * frei ins Haus. (Für unver­langt zugesandte Manuskripte übernimmt die Redaktion keinerlei Verantwortung.) Druck der Univ.-Buchdruckerei I. A. Koch (Inh.:

Dr. Hiheroth), Markt 21. Telephon 55.

Marburg

Dienstag, 23. Mat

Der Anzeigenpreis betragt für Cie 7gcfpaltene Zeile oder deren Raum 15 j., bei auswärtigen Anzeigen 20 für Reklamen die Zeile 40 4- Bei Wiederholungen entsprechender Rabatt. Feder Rabatt gilt all Barrabatt. Bei Konkurs kein Rabatt. Verbindlich­keit für Platz«, Tatenvorschrift und Beleglieferung ausgeschlossen. Zahlungen im Postfckeckverkehr ohne Portokosten unter Nr. 5015 des Postscheckamtes Frankfurt a. M.

46. Jahrg.

1911.

Erstes Blatt.

Ein furchtbares Unglück beim Start zum Weltflug ParisMadrid.

D««^»mzöfische Ministerpräsident Monis «nd ein hoher Offizier schwer verwundet. Der Kriegsminister Berteaux tödlich verunglückt.

Jsiy-les-Moulineaux, 21. Mai. Beim Start der Flieger für den Wettflug ParisMadrid stürzte heute früh 6y2 Uhr das Flugzeug des Fliegers Train, der wegen schlechten Funk­tionierens seines Motors noch einmal landen wollte, in eine Menschengruppe hinein, wobei der Ministerpräsident Monis und ein Offizier schwer verwundet wurden. Kriegsminister Ber- teaux, der schwere Verletzungen erlitt, ist diesen erlegen.

Hergang des Unglücks.

Paris, 21. Mai. Anläßlich des vomPetit Parisien" veranstalteten Wettfluges Paris- Madrid hatte sich eine große Menschenmenge auf dem Flugfelde Jsiy-les-Moulineaux einge­funden. Das Wetter war trübe und es herrschte besonders in den höheren Luftschichten starker Nordwind. Die Flüge sollten in Znterwallen von fünf Minuten erfolgen. Es hatten bis 6% Uhr zwei Flieger den Flug angetreten,' mehrere andere gaben den Flug auf, zum Teil wegen des heftigen Windes. Ein Aeroplan, welcher von de Niffot gelenkt war, kippte, doch blieb der Flieger unverletzt. Gegen y27 Uhr stieg mit seinem Aeroplan der Flieger Train, der als ein sehr kühner Flieger gilt, auf und machte eine halbe Runde in einer Höhe von 30 Metern. Man sah, daß der Apparat stark schwankte. Train kehrte um und machte der Menge, die ihm akklamierte, mit der Hand ein Zeichen, sich nicht zu nähern. In diesem Augenblick sah man eine Gruppe das Flugfeld durchqueren und anschei­nend vor dem Aeroplan flüchten. Train, der in einer Höhe von zwei Metern flog, fuhr mitten in die Gruppe hinein, welche er nicht gesehen zu haben scheint oder der auszuweichen schon zu spät war. Man sah sechs oder sieben Personen hinstürzen, teils unter dem Eindecker begraben, teils durch die Flugschraube wie hingemäht. Ein Schrei des Entsetzens entrang sich der Menge. Darauf erfuhr man, daß sich unter den Verwundeten Ministerpräsident Monis und der Kriegsminister Berteaux befanden. Dem Kriegsminister Berteaux soll von der Schraube rin Arm buchstäblich abgeriffen sein; sein Zu­stand wird als lebensgefährlich geschildert. Monis soll einen Beinbruch und mehrere Kopf­wunden erlitten haben. Der Flieger Train selber ist-«»verletzt. Der Wettflug wurde selbst­verständlich sofort abgebrochen. Der Kriegs­minister ist inzwischen verstorben.

Berichte von Augenzeugen.

Paris, 21. Mai. Von einem Augenzeugen, welcher sich in der Gruppe der verletzten Per­sönlichkeiten befand, wird erzählt: Der Polizei­präfekt Lupine erteilte uns den Rat, uns auf die gegenüberliegende Seite des Flugfeldes zu be­geben, da man von dort aus ein weiteres Ge­sichtsfeld habe. Wir taten dies und als wir ungefähr in der Mitte des Flugfeldes angelangt waren, sahen wir Train heranfliegen. Wir hatten den Eindruck, daß Train nicht recht wisie, was er tue und wo er landen solle. Es schien, als wolle er einer Kürasfierabteilung aus­weichen, die gerade über das Flugfeld ritt. Ber­teaux, Monis und Lckpine befanden sich in die­sem Augenblick mit mehreren Mitgliedern des Aeroklubs links von den Kürassieren. Plötzlich machte Train eine Wendung, um zu landen, und ein Schraubenflügel erfaßte Bertenux, Monis und den Großindustriellen Deutsch de la Meurthe. Berteaux, dem von dem Schrauben­flügel der Hals und der linke Arm zerschnitten und der Schädel gebrochen worden war, blieb auf der Stelle tot. Monis, welcher trotz seiner schweren Verletzungen volles Bewußtsein behal- len hatte, verlangte, sofort nach dem Mini­sterium des Innern transportiert zu werden, doch legten die Aerzte erst einen Notverband an. Deutsch hat nur Quetschungen, jedoch einen schweren Chock erlitten. Es ist geradezu ein

Wunder zu nennen, daß die Katastrophe nicht noch mehr Opfer gefordert hat.

Antoine Monis, der Sohn des Ministerpräsi­denten, erzählte über die näheren Umstände des Unglücksfalles: Die Gruppe der offiziellen Be­sucher sahen das Fahrzeug mit Schwindel er­regender Schnelligkeit auf sich zukommen. Es sei heftig gegen seinen Vater gestoßen, der nie­derfiel und so vielleicht das Leben rettete. Als er sich umwandte, sah er den vollkommen ab­getrennten Arm Berteaux' in einem Meer von Blut schwimmen; einige Schritte davon lag die Leiche des Kriegsministers.

Paris, 21. Mai. Zu dem Unglück wird noch gemeldet: Als der Aeroplan sich der Gruppe der offiziellen Besucher näherte, sprangen Monis und Berteaux beiseite. Sie wurden aber vom Apparat erfaßt, der über dem Kopfe des einige Meter weiter befindlichen Polizeipräfekten- pine hinwegsauste, ohne ihn zu verletzen.

Paris, 21. Mai. Bei dem Gedränge, welches nach dem Bekanntwerden des Unglücks in der Menge entstand, wurden 60 Personen verletzt.

Das Befinden des Ministerpräsidenten.

Paris, 21. Mai. Der Ministerpräsident hat beide Beine gebrochen und mehrere Rißwunden im Gesicht erlitten; er beklagt sich auch über innere Schmerzen, doch hofft man, daß er her- gegellt werden wird.

Paris, 21. Mai. Der Ministerpräsident Mo­nis wurde ins Ministerium des Innern ge­schafft, wo er in ärztliche Behandlung genom­men wurde. Der Sohn des Ministerpräsidenten Antoine Monts erlitt bei dem Unglvcksfall eine leichte Verletzung am Bein. Präsident Falliäres begab sich sofort in das Ministerium, um sich nach dem Zustand Monis' zu erkundigen. Auch die Minister kamen, wurden aber nicht zu dem Perletzten vorgelaffen.

Paris, 21. Mai. Ein heute vormittag über d?s Befinden Moni's ausgegebener Krankheits­bericht besagt: Der Unglücksfall hatte einen schweren komplizierten Bruch der beiden Kno­chen des rechten Unterschenkels zur Folge, der jetzt eingerichtet ist, ferner eine Quetschung und eine Wunde an den Augenlidern und im Gesicht, die vernäht werden muß, endlich einen Bruch des Nasenbeins. Die Augen und die Schädel­decke blieben unverletzt. Monis verspürt Schmerzen in der Brust und im Unterleib. Die Leiche des Kriegsministers, die gräßlich ver­stümmelt ist, wurde ins' Kriegsministerium übcrgeführt.

Paris, 21. Mai. Ministerpräsident Monis blieb bei vollem Bewußtsein und trug mit gro­ßer viandhaftigkeit die Einrichtung des Unter­schenkelbruches und das Vernähen der Ritzwunde im Gesicht. Monis leidet auch an innerlichen Schmerzen, die vielleicht auf Rippenbrüche zu­rückzuführen sind. Monis frug, ob es noch andere Verletzte gebe. Man verheimlichte ihm den Tod Berteaux. Präsident Fallitzres besuchte Monis und unterhielt sich mit ihm in der teil­nehmendsten Weise. Monis ist fieberfrei. Der Puls ist fast normal.

Maßnahme« der französischen Regierung.

Paris, 21. Mai. Ein im Elyscke abgehaltener Ministerrat betraute den Minister des Aeußern mit der vorläufigen Führung der Geschäfte des Kriegsministers. Berteaux wird auf Staats­kosten beerdigt. Für die Betrauung des Mi­nisters des Auswärtigen, Cr"vvi, mit der zeit­weiligen Führung der Geschäfte des Kriegs­ministers war die Rücksicht auf die marokkani­schen Angelegenheiten ausschlaggebend. Da die Organisation einer Hilfskolonne von Berteaux und Cruppi im gegenseitigen Einvernehmen vorbereitet war, waren der Präsident Falliöres und die Minister der Ansicht, daß Cruppi dazu bestimmt sei, die Verantwortung für die der Ko­ke nne zu erteilenden Instruktionen zu über­nehmen. In der heute vormittag abgehaltenen Beratung faßten die Minister keine Ernennung eines interimistischen Ministers des Innern ins Auge, da der Unterstaatssekretär Constand die

Zgkeit besitze, die laufenden Geschäfte zu er­ledigen. Schwierigkeiten würden sich nur er­geben, wenn der Zustand Moni's sich verschlim­mere, doch erklärte der Arzt, daß der Zustand des «iätzten so zufriedenstellend als möglich sei. Nur die Verletzung in der Gegend der Leder scheine ein wenig ernst.

Anteilnahme der deutschen Regierung.

Paris, 21. Mai. Der deutsche Botschafter Freiherr v. Schön, begab sich vormittags zum Präsidenten der Republik, um ihm das Beileid über die Katastrophe von Jsiy-les-Moulineaux auszusprechen. Ebenso drückte Freiherr v. Schön dem Kriegsministerium des Aeußern seine Teil­nahme aus.

Berlin, 21. März. Der Reichskanzler beauf­tragte den deutschen Botschafter in Paris, der französischen Regierung die Teilnahme der kaiserlichen Regierung an dem erschütternden Unglücksfalle auszusprechen, der Monis und Berteaux betroffen.

Berlin, 21. Mai. Der Reichskanzler v. Beth- mann-Hollweg und der stellvertretende Staats­sekretär des Auswärtigen Amtes, Zimmermann, sprachen beim französischen Botschafter vor und sprachen ihm ihr Beileid zu dem Unglücksfall aus.

Der Besuch des Serbenkönigs verschoben.

Paris, 21. Mai. Die anläßlich des Besuches des Königs von Serbien geplanten Festlichkeiten werden infolge der Katastrophe abgesagt werden.

Paris, 21. Mai. Dem Vernehmen nach wird der offizielle Besuch des Königs von Serbien unterbleiben. Man glaubt jedoch, daß der König von Serbien nach Paris kommen wird, um als ehemaliger französischer Offizier dem Leichen­begängnis Berteaux' beizuwohnen.

Paris, 21. Mai. Im Hinblick auf das Un­glück in Jsiy-les-Moulineaux verschob der König von Geraten seine Reife nackt Frankreich.

Parts, 21. Mai. Der hier weilende fran­zösische Gesandte in Belgrad, Deschos, fuhr heute nachmittag dem König von Serbien nach Basel entg. ^en, um ihn zu bitten, seinen Besuch zu verschieben.

Die französische Presie zu dem Unglück.

Paris, 21. Mai. Die gesamte Presie gibt der (5i|iyutterung und der Bestürzung Ausdruck, welche die Katastrophe von Isiy-le -Monlineaux in der Bevölkerung hervorgerufen hat, und hebt hervor, daß der verunglückte Kriegsminifter Berteaux bei verschiedenen Anlässen mit beson­derem Eifer für die Förderung der Flugtechnik eingetreten war, deren Bedeutung für die fran­zösische Armee er mit Begeisterung gerühmt habe. Mehrfach beschäftigen sich die Blätter auch schon mit den politischen Folgen der Kata­strophe, indem sie darauf Hinweisen, daß die radikale Partei in Berteaux ihre einigende Hauptkraft verloren habe. Der Umstand, daß der Ministerpräsident monatelang den Geschäf­ten werde fernbleiben müsien, bilde gerade jetzt, wo so viele heikle innere und äußere Fragen schweben, für das Kabinett eine besondere Schwierigkeit. Die antiministerielleLiberty" behauptet, daß man bereits von einer Minister­kombination Clemenceau, Millerand und Potn- car6 spreche.

Der Mettflug Paris-Madrid nicht abgebrochen.

Paris, 21. Mai. Auf Wunsch des Minister­präsidenten Monis ordnete das Ministerium des Innern an, den Wettflug ParisMadrid nicht zu unterbrechen.

Paris, 21. Mak. Der Ausschuß des Aeroklubs entschied, daß der Wettflug ParisMadrid morgen fortgesetzt werden solle. Sechs Flug­zeuge, deren Abfahrt heute früh infolge der Ka­tastrophe nicht stattfinden konnte, werden mor­gen früh um 4 Uhr auffliegen.

Paris, 21. Mai. Der Flieger Earros, wel­cher um 5r4 Uhr morgens in Isiy-lex-Mouli- neaux aufflog, landete kurz nach 10 Uhr in Angoulämes, der ersten Etappe des Wettflugs ParisMadrid. Es heißt, Carros wolle den Flug morgen fortsetzen. In Sportkreisen er­innert man daran, daß das vor einigen Jahren veranstaltete Automobilrennen ParisMadrid infolge tödlicher Unglü^sfälle gleich zu Beginn abgebrochen werden mußte.

Die Rückkehr des Kaiserpaares.

London, 20. Mai. Der Kaiser empfing heute vormittag Sir Ernest Cassel.

London, 20. Mai. Das Kaiserpaar und die Prinzessin Viktoria Luise sind um 3% Uhr von der Viktoriastation nach Port Viktoria abge­fahren. Das Königspaar, der Prinz von Wales, Prinzesiin Mary, das Herzogspaar von Con- naught, Prinz Arthur und Prinzessin Patricia

von Connaught und das Prinzenpaar Christian von Schleswig-Hofftein begleiteten sie an di« Station.

London, 20. Mai. Das Kaiserpaar und Prinzessin Viktoria Luise find um 4 Uhr 24 Min. in Port Viktoria eingetroffen und vom Kom­mandierenden Admiral der Station und den höheren Marineoffizieren empfangen worden.

Port Viktoria, 20. Mai. Nachdem der Kai­ser und die Kaiserin sowie Prinzesiin Viktoria Luise an Bord derHohenzollern" gegangen waren, begaben sich in den Salon zum Tee, zu dem vom Kaiser Admiral Sir Charles Drury, Vizeadmiral Prinz Alexander von Vak- tenberg, Generalmajor George Varker, der Be­fehlshaber der östlichen Küstenverteidigungen geladen waren. Kurz nach 5y2 Uhr machte di« Hohenzollern" vom Pier los und ging im Ha­fen zwischen dem KreuzerKönigsberg" und dem DepeschenbootSleipner" vor Anker.

Sheerneß, 21. Mai. Die JachtHohonzol- lern" ist heute früh kurz vor 8y2 Uhr mit dem Kaiser, der Kaiserin und Prinzessin Viktoria Luise nach Vlisstngen in See gegangen.

London, 20. Mai . Die Presie äußert sich sehr sympathisch über den Besuch des Kaiserpaares und der Prinzessin und stellt fest, welche große Freude der Besuch den hohen Gastgebern be­reitet und welch lebhaften Anteil die Hauptstadt daran genommen. Die alte Volkstümlichkeit des Kaisers bei der Londoner Bevölkerung be­wies sich von neuem glänzend. Die Persönlich­keiten der Kaiserin und der Prinzessin machten einen tiefen Eindruck. Gerade der private Cha­rakter führte zu dem großen Erfolg des Besuches, der alle Erwartungen übertroffen hat.

Das Kronprinzenpaar in Rußland.

Zarskoje Sselo, 20. Mai. Vor dem großen Palais fand in Gegenwart des Kaiserpaares und des Kronprinzenpaares eine glänzende Pa­rade der Truppen von Zarskoje Sselo und Paulsunk statt. Der Kaiser trug das Band des Schwarzen Adlerordens, der Kronprinz die Uni­form des 14. Kleinrussischen Dragonerregiments, das Band und die Kette des Andreasordens. Die Kaiserin Alexandra, die Kronprinzessin und der russische Thronfolger fuhren in einer Equi­page ä. la Daumont. Das deutsche und russisch« Gefolge schlosien sich an. Die Truppen defilierten zweimal vorbei. Hierauf führte der Convoi des Kaisers eine Dschigstouka aus. Von einem zahl­reichen Publikum begrüßt, begaben sich sodann die Majestäten und das kronprinzliche Paar in das Alexanderpalais, wo Tafel stattfand.

Petersburg, 20. Mai. Der Kaiser, der deutsche Kronprinz und die Kronprinzessin so­wie die Großfürstin Tatjana Nikolajewna unternahmen heute nachmittag eine Automobil­fahrt von Zarskoje Sselo nach Krasnoje Sselo, Peterhof und zurück.

Zarskoje Sselo, 20. Mai. Das kronprinzliche Paar ist heute abend 7 Uhr nach Kalisch abge­reist, wo der Kronprinz die Parade über das 14. Kleinrussische Dragonerregiment seines Na­mens abnimmt. An den Bahnhof begleiteten es das Kaiserpaar, die Großfürstin Olga und Tatiana Nikolajewna, die Hofminister und die höchsten Chargen. Nach herzlichem verwandt- s östlichen Abschied bestieg das kronprinzliche Paar den Wagen des Sonderzuges. In dem­selben Zuge reisen der Ehrendienst, außerdem die eigne Suite, General von Lauenstein, wel­cher bis Berlin mitfährt, ferner der deutsche Botschafter und der russische Militäragent in V-lin.

Politische Umschau.

DieRordd .Allg. Zig." zur Annahme der elsaß- lothringischen Verfassung.

Berlin, 20. Mai. DieNordd. Allg. Ztg." schreibt in ihren Rückblicken: Die Verhand­lungen über die elsaß-lothringische Verfasiung führten nach mancherlei Schwierigkeiten in der Kommission zu dem Ergebnis, mit dem sich die von der Reichspartei bis zur äußersten Linke« reichende Mehrheit einverstanden erklärte. In der Frage der Wahlkreiseinteilung kam ei« Kompromiß auf Grund des von der Regierung ausgegangenen Vorschlages zustande. Ebenso wurde für die das Wahlrecht einschränkende» Ausenthaltsbestimmungen eine für die Regie­rung annehmbare Formulierung gefunden. I»!