MchM Setfung
mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
und den Beilagen: „Nach Feierabend", „Fürs Haus" und „Landwirtschaftliche Beilage.
M 117
Die „Obrrhrffische Zeitung" erscheint täglich mit «usnah.ne der (sinn* und Feiertage. — Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich durch die Post bezogen 2.25 * (ohne Bestellgeld), bei unseren ZcitungSstellen und der Expedition (Marit 21) 2.00 7<Ä frei inS Haus. (Für unverlangt zugesandte Manuskripte übernimmt die Redaktion keinerlei Verantwortung.) Druck der Univ.-Buchdruckerei I. A. Koch (Inh.: Dr. Hihcroth), Markt 21. — Telephon 65.
Marburg
Freitag, 19. Mai
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46. Jahrg.
1911.
Erstes Blatt.
Das Unglück der .Deutschland".
Die Schöpfungen Zeppelins bezw. seiner Schüler Werden vom Unglücke verfolgt. Ihr unabwendbares Schicksal scheint zu sein, nach nur kurzer Lebensdauer infolge oft geringer Zufälle der Vernichtung anheim zu fallen. Die Deutschland I" verunglückte seinerzeit auf stürmischer Fahrt über dem Teutoburger Wald, ihr jüngeres Schwesterschifs aber wurde im sicheren Hafen vün dem Verhängnis ereilt. Zu dem Unglück werden nun noch folgende Einzelheiten bekannt:
Das Luftschiff wollte gegen 10 Uhr zu einer Passagierfahrt aufsteigen, und etwa 8 Passagiere, darunter auch einige Damen, hatten bereits Platz genommen. Als nun das Luftschiff aus der Hallherausgebracht wurde, wurde es von einem Wind- stoß erfaßt und mit aller Gewalt nach der Seite gedrängt, so daß die „Deutschland" an die vor der Halle aufgerichtete Schutzwand gepreßt wurde. Ein anderer Windstoß schleuderte den vorderen Teil des Luftschiffes auf das Dach der Halle. Dabei knickte der schlanke Rumpf in zwei Teile. Die eine Gondel lag oben auf der Halle, die andere an der Schutz- wond. Die Paffagierkabine schwebte zwischen beiden keilen in der Lust, die Insassen konnten jedoch über die Leitern der herbeigeeilten Feuerwehr herabgeholt werden. Verletzt wurde niemand. Das Luftschiff darf als vollständig verloren betrachtet werden und wird sofort abmontiert. Man hat bereits begonnen, die unbeschädigten Bal- lonets zu entleeren.
Dr. Eckener, der Führer der „Deutschland", schiebt die Ursache des Unfalles auf die örtlichen Verhältnisse, denn die Düsseldorfer Halle entsprach nie den Anforderungen, die man an sie stellen mußte. Es wird deshalb schon davon gesprochen, daß die Delag ihren Vertrag mit der Stadt Düsseldorf lösen und sich bis zur Ferttgstellung der Hallen in Hamburg und Berlin mit denen in Frankfurt und Baden- Ocs begnügen werde. Der Paffagierbetrieb der „Delag" wird eine Störung durch diesen Umfall kaum erleiden, denn der „L. Z. 8“ liegt bereits fertig in der Friedrichshafener Montagehalle, wenn auch vorläufig noch in der kürzeren Versuchsaus- führung von 103 Meter Länge, die für die Aufnahme einer größeren Anzahl Passagiere allerdings nicht geeignet ist. Der Körper braucht jedoch nur um zwei Sektionen verlängert zu werden, wozu die Vor- atteiten auch bereits abgeschlossen find. Dieser dann 133 Meter lange Luftkreuzer ist in kurzer Zeit betriebsfähig zu machen.
Gestern morgen ist Graf Zeppelin in Düsseldorf eingetroffen. Er besichtigte die Trümmer des Luftschiffes und äußerte sich hierbei über "den Unfall dahin. daß es angebracht sei, einen zweiten Ausgang an der Halle zu schaffen, um das Luftschiff auch bei ungünstigem Winde unversehrt aus der Halle heraus- zr bringen.
Beachtenswert ist das
Urteil he» Major» Groß,
bei sich über die Ursache der Katastrophe folgendermaßen ausspricht:
„Allem. Anschein nach ist das höchst bedauerliche Unglück darauf zurückzuführen, daß das Herein- und Hcrausbringen so riesenhafter Luftschiffe, wie es die „Deutschland" ist, auf überaus große Schwierigkeiten stößt, wenn die Halle, die zur Unterbringung des Schisses bestimmt ist, fest auf der Erde steht. Nur bann, wenn der Wind in der Fahrtrichtung weht, ist nichts zu befürchten. Bei bttr. heutigen Unglück hat aber der Wind das schöne stolze Luftschiff breitseitig gefaßt, und so war es den Leuten unmöglich, den Ballon zu halten, und vor der schweren Havarie zu schützen. Aus diesem Grunde hat bet Siemens-Schuckert-Ballon eine drehbare Halle als Untergrund. Die Halle wird bei dem Herein- und Herausbringen des Ballons so gestellt, daß der Wind in der Längsrichtung des Schiffes fich bewegt. So wird das Anschlägen an die Wände ganz vermieden. Die Frage ist lediglich eine Geldfrage Die drehbaren Hallen pnb natürlich sehr kostspielig, da aber die Eigentümerin der „Deutschland" in erster Linie eine Erwerbsgesellschast ist, so hat ste zunächst die großen Ausgaben für eine drehbare Halle gescheut, die zweifellos dasschwere Unglück verhütet hätte. Jedenfalls ist es tief bedauerlich, daß die deutsche Luftschiffahrt wiederum von einem so herben Verlust betroffen worden ist."
Natürlich ist infolge des neuen Unglück» auch der alte Streit zwischen Anhängern und Gegnern des Z. Typs ausgebrochen. Doch muß gesagt werden und wird auch von den Gegnern des starren Systems zu- gestanden, daß in diesem besonderen Falle auch ein mftarre» Luftschiff gescheitert wär«.
Wie zum Beweise hierfür kommt eben folgend« Meldung, danach ist
auch ein ^-Luftschiff verunglückt.
B i t t e r f el d, 17. Mai. Da, im Besitz de» Lust- jchifftrbatatllon» bestndlich« Luftschiff »P r". da- aus
der hiesigen Werft der Luftfahrzeug-Gesellschaft in Stand gesetzt worden war, erledigte heute seine erste Probefahrt. Im Begriff, zu Lnben, wurde es gegen die Halle getrieben; die Hülle stieß an die Halle und erhielt einen Riß, wodurch das Schiff zu Boden kam. Es ist einiger Materialschaden an der Gondel entstanden. Von den sechs Insassen erlitten zwei leichte Verstauchungen an den Füßen.
Kaisertage in London.
London, 17. Mat. Der Kaiser und der Oberst Henry Legge unternahmen heute vormittag mit einigen Mitgliedern des Gefolges eine Ausfahrt in offenen Automobilen und statteten eine Reihe von Besuchen ab. Die Prinzessinnen Viktoria Luise und Mary verließen um dieselbe Zeit den Buckinghampalast, um den Tower und auf der Rückfahrt die St. Pauls-Kathedrale zu besuchen. Heute Mittag gab der deutsche Botschafter zu Ehren des Kaiserpaares ein Frühstück. Die Majestäten und Prinzessin Viktoria Luise wurden beim Betreten der Botschaft von sämtlichen Mitgliedern der Botschaft begrüßt. — Heute Vormittag besuchte die Kaiserin die Nationalgalerie, die Ausstellung der Königlichen Gesellschaft der Aquarellmaler und das Kunstgewerbehaus. Der Kaiser besuchte die Ausstellung des Malers Laßlo und den botanischen Garten in Kew. — Die Umgebung des Drury Jane Theaters bietet einen bemerkenswerten Anblick. Dichte Zuschauermaffen sind versammelt und beobachten die langen Reihen derjenigen, die mit Lebensmittel, Büchern und Feldstühlen ausgerüstet, draußen geharrt haben, manche seit gestern morgen, um Sitze in dem nicht reservierten Teil des Zuschauerraums zu erhalten. Britische und deutsche Fahnen flattern nebeneinander am Theatergebäude. Die Pfeiler desselben find mit Euirlanden geschmückt, darüber ragen die Chiffren E. R., W. I. Die ganze Mitte des ersten Ranges im Theater ist in die königliche Loge verwandelt. Die vier Sitze in der ersten Reihe sind für das Königspaar und das Kaiserpaar reserviert. Prinzessin Viktoria Luise wird zwischen dem Prinzen von Wales und dem Prinzen Arthur von Connaught Platz nehmen.
Das Kronprinzenpaar in Petersburg.
Petersburg, 17. Mai. Der Kronprinz und die Kronprinzessin sind heute Nachmittag 4y2 Uhr hier eingetroffen und vom Kaiser Nikolaus und von der Kaiserin Alexandra empfangen und nach dem Palais geleitet worden, wo später auch die Kaiserin Witwe einttaf.
Russische Blätterstimme,.
Aus Anlaß der Ankunft des Deutschen Kronprinzen und der Kronprinzessin veröffentlichen die Zeitungen Bilder des hohen Paares und Begrüßungsartikel.
„Nowoje Wremja" schreibt in einem Artikel mit der Ueberschrift .herzlich willkommen!": Der Kronprinz besucht Rußland nicht als Thronfolger des mächtigsten, mit Rußland durch dynastische Bande verbundenen Herrschers, sondern auch als naher Verwandter des russischen Hofe». Die Geradheit, die Einfachheit, das Pflichtgefühl und andere schöne Eigenschaften des jungen Paares entsprechen völlig den Idealen des Russen.
„Birshewija Wjedomosti" sagt in einem Leitartikel: Der Besuch des Kronprinzen hat zweifellos politische Bedeutung. Der Kronprinz ist ein lebendiger Träger der politischen Gedanken, die nach Potsdam führten. Im Lager der Feinde finde Deutschland nicht Rußland und Rußland nicht Deutschland. Das Blatt gibt schließlich dem Wunsche Ausdruck, daß der Besuch des Kronprinzen der Anfang einer neuen, durch keine Kriege verdunkelten Periode sein möge.
Die offiziöse „Rosfi" schreibt in einem Leit- arttkel über den Besuch des Kronprinzenpaares unter anderem folgendes:
Dieses Ereignis ist von hervorragender polittscher Bedeutung und dient al» neuerlich« feierliche Bekräftigung der Unwandelbarkeit der freundschaftlichen Beziehungen, welch« schon fett mehr al» ein Jahrhundert zwischen Rußland und Deutschland zum Wohl« beider Staaten und Völker bestehen. Die nahen verwandschaftlichen Bande, di« seit langem zwischen beiden Herrscherhäusern bestehen, fördern in bedeutendem Grade in den wechselseitigen Beziehungen der beiden benachbarten Großmächte solche Bedingungen, die für die Erhaltung de» europäischen Stieben» günstig find. Die große ruhmvolle politische
Traditton welche. die Herrscher Rußlands und Deutschlands von ihren erlauchten Vorfahren übernommen haben, sind eine genügende Bürgschaft dafür daß die aus vergangenen Zeiten ererbten Prinzipien auch fernerhin die Grundlage des Zusammenlebens beider Reiche bilden werden. Ein besonderer Zug der russisch-deutschen Beziehungen besteht eben bann, daß die unveränderliche Nähe der beiden großen Reiche bei vollkommen gut nachbarlichen Be- zii Hungen beider zueinander gleichzeitig der para- lellen Verwirklichung einer engen Einigung mit an» bct-n Mächten nicht hinberlich find. Das erklärt sich am besten dadurch, daß Rußland sowie Deutschland ihre traditionelle Freundschaft treu wahren und diese ausschließlich zur Erhaltung de» allgemeinen Friedens und der Ruhe benützen. Di« Aufrichttgleit der Beweggründe beider Regierungen steht dabei über jedem Zweifel, wodurch auch die Kundgebungen patriotischer Gefühle erklärlich find, welch« in Rußland und Deutschland aus Anlaß des Besuches de» Kronprinzen und der Kronprinzessin, der Enkelin des Großfürsten Michael Nikolajewitsch zum Ausdruck kommt. Zum Schluß wird noch einmal di« Ueberzeugung ausgesprochen, die Ankunft des Kronprinzen und der Kronprinzessin werde zum allge- meinen Wohl und noch zur größeren Festtgung der Freundschaft dienen, welche seit altersher zwischen beiden Ländern bestehe, die außerdem durch die ihnen gemeinsame traditionelle Anhänglichkeit an dar monarchische Prinzip verbunden sind.
Auslassung der „Rordd. Allgem. Zeitung".
Die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" schreibt: In Deutschland wird der herzliche Will- kommensgruß, der dem Kronprinzenpaare von der russischen Presse dargeboten wird, mit aufrichtiger Befriedigung ausgenommen. Die engen Bande, die die Kaiserhöfe Deutschlands und Rußlands mit einander verknüpfen, sowie die auf bewährter Ueberlieferung und klarer Würdigung der beiderseittgen Interessen beruhenden freundschaftlichen Beziehungen zwischen den beiden Nachbarmächten werden bei Gelegenheit des Besuches unseres Kronprinzenpaares in Rußland erneut und weithin sichtbar als bedeutsame Bürgschaften des Friedens und dessen Erhaltung die Herrscher der Regierungen Deutschlands und Rußlands als hohes Ziel ihrer Politik ansehen.
Deutsches Reich.
— Zwischenfall i« Reichstage. Berlin, 17. Mai. Die heutige Reichstagsverhandlung erlitt eine Unterbrechung dadurch, daß eine auf der Zufchauertribüne anwesende Zuhörerin, die wiederholt „Lauter" rief, von den Dienern gewaltsam von der Tribüne entfernt werden mußte, denen ste sich mit lautem Schreien widersetzte.
— Aus der Budgetkommisfion. Berlin, 17. Mai. Die Budgetkommission des Abgeordnetenhauses bewilligte den Rest der Sekundärbahnvorlage und überwies die dazu eingegangenen Petttionen als Material.
— Der Fall Iatho. Köln, 17. Mai. Pfarrer Jatho hat zur Ergänzung seiner dem Oberkirchenrat im Januar gegebenen Antwort dem Spruchkollegium eine Abhandlung eingereicht, in welcher er fich ausführlich über feine Auffassung des lebendigen Christus und über das Glaubensbekenntnis ausspricht, das er seinen Konfirmanden zu geben pflegt.
— Aus der Reichsversicherungskommissiou. Berlin, 17. Mai. In der Sitzung der Reichsver- ficherungskommission baten die Sozialdemokraten die zur Tagesordnung stehende Beratung des Gesetzentwurfes betreffend die Aufhebung des Hilfskassengesetzes, mit Rücksicht auf die starke Inanspruchnahme durch die zweite Lesung der Reichsversicherungsordnung im Plenum bis zur Herbstsession zu verschieben. Sie seien bereit, die Reichsvrsicherungsord- nung mit dem Einführungsgesetz bis Pfingsten erledigen zu helfen; eine Verschleppung der Beratun- gen ihrerseits sei nicht beabsichtigt. Die Vertreter der übrigen Parteien erklärten sich im Hinblick auf die Zusage mit der Hinausschiebung der Beratung einverstanden, ebenso Ministerialdirektor Caspar.
— Zur elsaß-lothringischen Berfassnngsfrage. Berlin, 17. Mai. Die „Frankfurter Zeitung" läßt sich über ein vermutliches Kompromiß in der Sprachenfrage berichten: „Wahrscheinlich wird man dem Sprachenparagraphen, wie er in der Kommission formuliert war, einen Zusatz beifügen, wonach die bisherigen Befugnisse des Statthalters über die Erteilung des Religionsunterrichts unberühtt bleiben. Mit dieser Lösung wird fich wahrscheinlich die Reichspartei
einverstanden erklären, den Parteien der Linken wird sie annehmbar sein und auch das Zentrum kann fich damit befreunden. In diesem Falle würde voraussichtlich noch im Laufe dieser Woche die Kommission wieder zu einer Sitzung zusammentreten."
— Untersuchung wegen den Winzeransschrei- tungee. St. Martin, 17. Mai. Gestern weilt« hier der Untersuchungsrichter aus Landau, um die bei den Ausschreitungen am 19. April in dem Weinberge des Winzers Valentin Hormuth beteiligt gewesenen Personen zu verhören. Es wurden 17 Winzer, gegen die Anklage erhoben worden ist, einem Verhör unterzogen. Von der weiteren Untersuchung wird es abhängen, ob di« Angelegenheit vor das Schwurgericht oder di« Strafkammer verwiesen wird.
— Seuchenstatistik. Berlin, 17. Mai. Nach den Veröffentlichungen im „Ministerialblatte für Medizinalangelegenheiten" sind im preußischen Staate in der Zeit vom 26. Februar bis zum 1. April d. I. nachstehende Erkrankungen (Todesfälle) an übertragbaren Krankheiten amtlich gemeldet worden: Diphterie 8584 (642), Flecksieber 5, übertragbare Genickstarre 37 (21), Kindbettfieber 506 (132), spinale Kinderlähmung 9 (3), Körnerkrankheit 1301, Lungen- und Kehlkopftuberkulose (4154), Milzbrand 9 (—), Pocken 33 (3), übertragbare Ruhr 18 (5), Scharlachfieber 6075 (293), Tollwut 2, Unterleibstyphus 685 (65), Fleisch-, Fisch- und Wurstvergiftung 2 (1), Bißverlehungen durch tolle oder tollwutverdächtige Tiere 12. — Von den Erkrankungen (Todesfällen) an Genickstarre en^, fielen 3 (3) auf Schlesien, 7 (5) auf Westfalen/ 10 (6) auf die Rheinprovinz und 17 (7) auf die übrigen Provinzen.
Ausland. '
* * Diebstahl wichtiger Papiere. Pari , 18. Mai. An Bord des Torpedobootes „256“ im Hajen von Dünkirchen wurde die Schiffskaffe gestohlen, die zwar nur 250 Francs, aber wichtige Papiere enthielt. Der Täter ist bisher nicht entdeckt.
Die Wirren in Mexiko. Rewyork, 17. Mai. Die „Rewyork Times" melden aus Mexiko: Die Ab- bai.tungsurfunbe des Präsidenten Diaz soll berei s unterzeichnet sein. — Rewyork, 17. j-iai. Nach dm Meldungen der „Ncwyork Times" aus der Stadt Mexiko sandte der deutsche Gesandte an das Ministerium des A-ußem einen Protest, in dem erllärt wird, das Eigentum und Leben der Deutschen würden ungenügend beschützt. Die Mitglieder der deutschen Kolonie unterzeichneten eine in demselben Sinne gehaltene Petition.
**®egräbni» de» erschossenen Abgeordneten. Beckes- Csaba, 17. Mai. Das Begräbnis des ermordeten Abgeordneten Achim hat heute Nachmittag unter sehr starker Beteiligung der Bauernschaft stattgefunden. Ruhestörung-n sind dabei ..icht vorgekommen.
• * vom Balkan. Konstantinopel, 17. Mai. Der Aufruf des Dßertommanbanten im albanischen Aufstandsgebiete, in dem er die Malifforen zur Unterwerfung aufforderte, ist erfolglos geblieben. Di« Aufständischen griffen bei Kastratidie K^.o"ne Mu- hiddin an, ferner die Truppen, die auf Barken zum Helmberg übersetzten. Die Truppen eröffneten daher die Operationen und griffen die Aufständischen auf den Anhöhen bei Samaeer an, besetzten diese, sowie drei gegenüber Helm liegende Höhen und den Berg bei Detschitsch. Die Truppen hatten neun Verwundete.
* * Zur Lage iw Marokko. Tanger, 17. Mai. Ein Bote der deutschen Poft, der von Fez aufgebrochen war, kehrte zurück, weil et nicht über Muley Pakoub, einige 15 Kilometer nordwestlich der Stadt, hinauskommen konnte. Als der Bote am 11. Mai die Stadt wieder verließ, wurde ein großer Kampf rings um die Stadt ausgefochten. -Die Truppen, die einen Ausfall aus b?t Stadt machten, warfen die Aufständischen zurück. Die Aufständischen geben große Verluste seit der Eröffnung der Feindseligkeit zu. — Paris, 17. Mai. Die „Agence Havas" meldet aus Madrid: Der Eeneralkapitän von 2. Melilla teilt mit,, daß die Stämme in bet Nachbarschaft von Alhucemas hartnäckig die spanische Schutzherschaft über ihr Gebiet fordern. (!)
Landwirtschaftlicher Kreisoerein.
♦ Wetter, 17. Mai.
Der landwirtschaftliche Kreisoerein Marburg hielt heute nachmittag im Saale des Restaurants Aldenhoven hier seine erste diesjährige Wanderversammlung ob. Der Vorsitzende, Oekonomierat Direktor Dr. Hesse, gedachte zunächst des Hinscheidens unseres Landrats Geh. Reg.-Rat v. Regelein; der Verein habe durch seinen Tod einen schweren Verlust erlitten. Die