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Jf 113

Erttes Blatt

Die heutige Nummer umfaßt 10 Seiten.

Marburg

Sonntag, 14. Mai

46. Jahrg

1911.

Vom Deutschen Handelstag. Heidelberg, | 12. Mai. Als weitere Redner sprachen in der heutigen Arbeitssitzung der 50jährigen Jubi­läumstagung des Deutschen Handelstages Kom­merzienrat Blell-Brandenburg über dieDop­pelbesteuerung durch die Stempelgesetze der ein­zelnen Bundesstaaten", und der 1. Vizepräsident der Berliner Handelskammer Franz von Men­delssohn-Berlin überDie wirtschaftliche Be­deutung des deutschen Besitzes an ausländischen Wertpapieren". Nach Annahme der zu beiden Referaten gestellten Resolutionen erfolgte die Wahl von Ausschuß-Mitgliedern. Sodann ver­las der Generalsekretär Dr. Soetbeer zur Ent­lastung der morgigen Festsitzung eine große Reihe von Glückwunschschreiben und -Telegram­men. Um 12^4 Uhr schloß der Vorsitzende, Prä­sident Kampfs, die Sitzung.

Zum Straßburger Denkmalszwischenfall. Straßburg, 11. Mai. Der Eesamtausschuß der Straßburger Studentenschaft hat seine letzten Beschlüße umgestoßen. Der Huldigungszug zum Kaiser sowie die bereits bewilligte Audienz beim Statthalter wurden als. genügende Reha­bilitierung angesehen, so daß man von einem weiteren Vorgeehn absieht.

Wodurch die Behörde aufgereizt wirb. Einereizende" Meldung kommt aus Dresden. Hier besteht eine blühende Privatschule, die sich Schule für Töchter höherer Stände" nennt und diesen Titel auch auf einem Schilde am Hause angebracht hat. Jetzt nun wurde die Schul­leiterin aufgefordert, das Straßenschild abzu­ändern, da die Aufschrift aufreizend wirke (!). Auf wen wird nicht gesagt. Sollten vielleicht die Dresdener Genoßen bei ihrem genehmigten Maifeierumzug durch das Schild gereizt toortrew sein?

Gesellschaft für soziale Reform. Berlin, 12. Mai. Im Bürgersaale des Rathauses wurde heute vormittag unter zahlreicher Beteiligung die Generalversammlung der Gesellschaft für so­ziale Reform eröffnet. Vertreten waren die meisten Reichsämter und Ministerien aus allen Teilen Deutschlands, das Reichsgesundheitsamt u. a. Nach der Begrüßungsansprache des Staats­ministers v. Berlepsch hielt Prof. Grube einen Vortrag über Verufsschuh der jugendlichen Ar­beiter.

deren Raum 15 <$., bei auswärtigen Anzeigen 20 j., für Reklamen die Zeile 40 4.. Bei Wiederholungen entsprechender Rabatt. Jeder Rabatt gilt al» Barrabatt. Bei Kontur» kein Rabatt. Berbindlich- kett für Platz«, Datenvorschrift und Beleglieferung ausgeschlossen. Zahlungen im Postscheckverkehr ohne Portokosten unter Nr. 5015 des Postscheckamtes Frankfurt a. M.

schön, daß es wiederholt gezeigt werden mutzte. Ein Doppelquartett von Mitgliedern des S. E. V. Fridericiana trug in ansprechender Weise 3 Frühlingslieder vor und erntete lebhaften Bei­fall. Eine lleberraschung war ein Pas de trois von 2 Damen und einem Herrn. Der zierliche Eifersuchtstanz in Kostümen wurde so stilgerecht und exakt getanzt, dah das Publikum ihn wie­derholt sehen wollte «nd sah. Besonder» wollen wir auch der brillanten turnerischen Leistungen von Mitgliedern des A. T. V. ge­denken, die wirklich sowohl kn Stabreigen als auch am Reck grotzartiges boten. Für die wiede­rum zahlreich vertretenen Studenten war die Schlutznummer wohl das Anziehendste, inter- esiante Fechtübungen in den verschiedensten Fechtarten die unser Univ.-Fechtlehrer Herr Harms selbst leitete. Vielleicht noch interessanter war wohl der Tanz, der sich nunmehr anschlotz, nachdem allmählich im Saal etwas Platz ge­schaffen war. Ob es freilich bei dem Gedränge immer ein Vergnügen war, wollen wir dahin gestellt sein laßen. Doch was tuts, man sah es den Gesichtern an, daß Prof. Birts Wunsch iw Prolog wahr geworden war.So ende in heller Freude, so mag verschweben der Margaretentag." Mag nun auch der finanzielle Erfolg alle Er­wartungen des Vaterländischen Frauenvereins erfüllt haben, was erst nach endgiltiger Verrech­nung festgestellt werden tarnt, mögen ihm die Mittel zu seinem segensreichen Wirken gestern in besonders reichem Maße zugefloßen sein. Dann wird man in der von einem harmonisch verlaufenen Tage der Margareten sprechen können.

* Städtisches. Am nächsten Montag findet eine Stadtverordnetensitzung statt.

* Unser Jägerbataillon rückt am nächsten Montag zu einer längeren Uebung nach dem Schießplatz Ohrdruf aus.

* Auszeichnung. Die Erlaubnis zur An­legung des ihm verliehenen Ritterkreuzes 1. Klaße des Erotzherzoglich Hessischen Verdienst­ordens Philipps des Großmütigen wurde dem Hauptmann v. Harnier im Kurheß. Jäger-Ba­taillon Nr. 11 erteilt. '

* Bürgerverein. Die gestrige Generalver­sammlung des Bürgervereins im Hotel Freidhof befaßte sich, wie man uns schreibt, unter Punkt 1 der Tagesordnung mit der Linienführung der elektrischen Straßenbahn. Es entspann sich ein« längere Debatte über diesen Punkt. Die jetzige Strecke der Pferdebahn HauptbahnhofWil- helmsplatz zu elektrisieren, fand wenig Anklang. Es wurde besonders hervorgehoben, daß es eine Notwendigkeit sei die Oberstadt zu befahren und eine Linie durch die Biegenstraße, Rudolphsplatz, Kasernenstraße, Wörthstraße nach dem Südbahn­hof zu legen. Zum Schluß wurde folgender An­trag angenommen:Den Magistrat zu ersuchen recht bald ein Projekt ausarbeiten zu laßen und nach Fertigstellung und eingehender Prüfung dem Bürgerverein Kenntnis zu geben, damit diesem ermöglicht sei, vor Beschlußfaßung der städtischen Körperschaften definitiv Stellung dazu zu nehmen." Bei der darauf folgenden Vorstandswahl wurde der seitherige 1. Vor­sitzende Gastwirt Konrad Dietrich wiederge­wählt, ebenso das Vorstandsmitglied Rentier Ehr. Roth. Herr Vuchbindermeister Max Voigt wurde neugewählt.

* Polizeiliches. Im Walde bei Wolfhagen ist ein Mann besinnungslos aufgefunden worden und auf dem Transport nach der Stadt ge­storben. Es handelt sich offenbar um einen Schlaganfall. Der Mann wird wie folgt be­schrieben: etwa 70 Jahre alt, mittlerer Statur, rötliches Haar, blaubrauner Anzug, blaue Mütze, genagelte Schuhe. Dem Aeußeren nach handelt es sich um einen Landwirt oder landwirtschaft­lichen Arbeiter aus hiesiger Gegend. Eventuelle Mitteilungen find der hiesigen Polizeiverwal­tung unverzüglich zu machen.

* Automobilverkehr auf den Kreisstraßen. Die Provinzialdirektion Starkenburg hat an die Kreisämter der Provinz ein Schreiben gerichtet, in dem sie die Anlage besonderer Seiten-Fuß- pfade neben den Hauptverkehrsstraßen in einiger Entfernung von diesen anregt. Es heißt darin: Die Staubentwicklung durch Automobile auf den Hauptverkehrsstraßen bringt bekanntlich eine große Belästigung für den Fußgängerver­kehr auf diesen Straßen mit sich. Wenn nun auch durch verschiedene Maßnahmen die 6te«6»

» Kreta. Athen, 11. Mai. Aus Kreta herrscht große Aufregung infolge des Entschlußes der Pforte, mohammedanische Richter nach Kreta zu entsenden. Die Bevölkerung ist fest entschloßen, die Ausschiffung der Richter mit Gewalt zu verhindern. Das Exe­kutivkomitee von Kreta weigert sich, in eine Ver­handlung der ganzen die Richter betreffenden Frage einzutreten, mit der Begründung, daß dies den be'den kretischen Konstitutionen, die von den Schutzmächten anerkannt seien, zuwiderlaufe.

** Ausstand. Johannesburg, 12. Mai. Aus­ständige Angestellte der Straßenbahn bestiegen einen in Fahrt befindlichen Wagen und brachten den Verkehr zum Stillstand. Berittene Polizei schuf dem Wagen freie Bahn. Die Ausständigen marschierten nach dem Stratzenbahnhof. Die Lage ist ernst, der Geschäftsverkehr ist fast gänz­lich lahmgelegt.

** Zur Lage tu Marokko. Paris, 12. Mai. Wie dieAgence Havas" aus Fez unterm 6. Mai erfährt, hat feit dem 4. Mai, wo die 10 000 Auf­ständischen zurückgewiesen worden waren, kein Angriff mehr stattgefunden. Der Sohn El Mokkis, der Pascha von Fez, ist seines Amtes entsetzt worden, da man seinen Mangel an Energie fürchtete. Wie aus Fez unterm 5. Mai gemeldet wird, griffen die Uled Djamaa vorgeschobene Truppenabteilungen bei Deddji- lali an. Diese zogen sich auf die Stadt zurück. Die Besatzung der Stadt warf sodann die Feinde bis Sidi-Ahmed-Beraußi zurück, wobei sie sechs Gefangene machte. Der Verlust der Truppen betrug drei Tote, auch die Beni Mter wurden nach westlicher Richtung zurückgeworfen. Die Lage in Fez ist unverändert. DieAgence Havas" meldet aus Merada: Am 10. Mai 11 Ilhr morgens stürmte eine Truppe von Hun­derten von Reitern und zahlreichen Fußsoldaten auf dem rechten Ufer des Muluja gegen das französische Lager an. Das ganze Lager ergriff die Waffen: eine Kolonne der Karka wurde so­fort entgegengeschickt.

Ausland.

** Vorboten der englischen Krönungsfeier- lichkeiten. London, 12. Mai. Der König und die Königin wohnten heute der Eröffnungs­feierlichkeit des Reichsfestes im Kristall-Palast bei, wo eine Ausstellung veranstaltet worden ist, welche die Leistungen des Reichs auf indu­striellem und landwirtschaftlichem Gebiete ver­anschaulichen soll. Die Veranstaltung ist die erste der großen Festlichkeiten, die in Verbin­dung mit den Krönungsfeierlichkeiten stattfin- dcn sollen.

** Prozeß gegen 19 Bürgermestier. Paris, 12. Mai. Morgen findet vor dem Zuchtpolizei­gericht in Bar-sur-Aube der Prozeß gegen die neunzehn Bürgermeister statt, die zur Zeit des Protestes gegen die Ausschließung des Departe­ments Aube aus dem Champagne-Bezirk sich ge­weigert haben, die Bekanntmachung über die Volkszählung anschlagen zu laßen.

** Die französischen Flottenmanöver. Paris, 12. Mai. An den diesjährigen großen Flotten­manövern werden bereits vier Dreadnoughts vom TypDanton" teilnehmen. Die Vollen­dung derselben war erst für Januar 1912 vor­gesehen, doch werden sie bereits im Juli dieses Jahres in Dienst treten können und unter dem Kommando des Admirals de Lapeyröre zu einem Geschwader vereinigt werden. Bei den Flottenmanövern, die im September im Mittel­meer unter der Oberleitung des Admirals Hauröguiberry stattfinden und 14 Tage dauern sollen, werden 18 Panzerschiffe, 8 Panzerkreuzer und 10 Torpedojäger mit einem Bestand von 750 Offizieren und 10 000 Mann zur Verwen­dung gelangen. Die französische Flotte, so be­merkt derMatin", habe bisher noch niemals eine solche Stärke aufgewiesen.

** Vom Ordensschwindel. Lille, 12. Mai. Die Polizei verhaftete Evrard, den ehemaligen Präsidenten, und Dutruel, den ehemaligen Schatzmeister der Abteilung Lille des Halb­mondes von Marokko", die beide wegen Ordens­schwindels bloßgestellt find.

Marburg und Umgegend.

(Äad;t>vi:e! aller Criginalartltel ist gemäß § 18 des Urheberrechts nur mit der deutlichen Quellenangabe »Oberhess. Zig." oeftnttet.)

Marburg, 13. Mai.

Margaretentag.

lleber das Leben und Treiben in den Stra­ßen unserer Stadt anläßlich des Margareten- tages haben wir bereits gestern ausführlich ge­schrieben. Zu dem Promenadenkonzert vor dem

Ritter um 4 Uhr hatte sich eine große Menschenmenge eingefunden, zu der die Stu­dentenschaft wiederum das Hauptkontingent stellte. Neben der Jagerkapelle konzertierte noch eine weitere, und es entwickelte sich bald ein lebhaftes Leben und Treiben. Der Blumen- verkauf war bereits am Morgen intensiv ge­handhabt worden, so schien es wenigstens, wenn man die blumengeschmückten Paßanten betrach­tete. Auch di^ reizende Festkarte von Ubbelohde war, obwohl große Mengen von ihr angefertigt waren, bereits ausverkauft, und für die letzten Stücke wurdenLiebhaberpreise" bezahlt. Nicht vergeßen wollen wir auch, daß dem Komitee von den Herren Nahler (2) und Pabst (1) schön ge­schmückte Automobile zur Verfügung gestellt waren, mit denen die verkaufenden Damen Ab­stecher nach Wetter und in die Umgebung machten, um Margareten abzusetzen. Der Abend brachte dann ein volles Haus in den Stadtsälen, wie es beimDeutschen Abend" und ähnlichen Gelegenheiten hier üblich ist. Es konnte buchstäblich kein Apfel zur Erde kommen. Sehr angenehm fiel es auf, daß das Komitee von weiterenVerkäufen" hier abgesehen hatte, so konnte man sich ungestört dem Genuß weihen. Vorab gab es einige Bühnenaufführungen. Den Prolog hatte Prof. Birt in der ihm eigenen, an­mutigen, poesievollen und neckischen Weise ge­dichtet. -Aus dem Rosenwunder der heil. Elisa­beth war ein Margaretenwunder geworden, das sich da auf der Bühne wirklich zutrug. Der Narr, der übrigens den richtigen Humor mit­brachte, sorgte dann in witzigen Worten dafür, daß aus dem Stück die Beziehungen zum Mar­burger Margaretentag klar wurden. Das lebende Bild, das den Grundgedanken der Fest­karte (Stadt- und Landkinder aus unserer Ge­gend der hl. Elisabeth Margareten bringend) übrigens in völlig neuer Form gab, war in wirk­samster Weise von Herrn Maler Giebel gestellt worden. Es wirkte so malerisch und szenisch

Deutsches Reich.

Der Kaiser in Wiesbaden. Wiesbaden, 12. Mai. Der Kaiser unternahm heute nach­mittag mit dem Reichskanzler und den Herren des Gefolges eine Ausfahrt im Automobil mit ß, ...cBenbem Spaziergang. Während des Spaziergangs nahm der Kaiser den Vortrag des Reichskanzlers entgegen. Zur Aben!: täfel sind geladen: Der Prinz und die Prinzessin Fried­rich Karl von Heßen und der Reichskanzler. Der letztere verläßt heute abend Wiesbaden und be­gibt sich nach Heidelberg zu dem Deutschen Han­delstag. Der Kaiser verlieh dem hiesigen Poli­zei-Präsidenten v. Schenck den Roten Adlerorden 8. Klasse mit der Schleife und der Königlichen Krone.

Eeneralfeldmarschall Frhr. von der Goltz. Eeneralfeldmarschall Freiherr von der Eoltz kann, wie der KorrespondenzHeer und Politik" von militärischer Seite geschrieben wird, am 14. Mai das 50jährige Jubiläum seiner mili­tärischen Laufbahn feiern, da er am 12. Aug. 1843 zu Bielkenfeld bei Labiau in Ostpreußen geboren am 14. Mai 1861 als Leutnant zum Infanterieregiment Nr. 41 in Tilsit kam. Seine Vorbildung hatte er auf der Realschule in Kö­nigsberg sowie in den Kadettenhäusern zu Kulm »nd Berlin erhalten«

DieObertzeffßche Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- unb Feiertage. Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich durch die Post bezogen 2.25 * lohne Bestellgeld), bet unseren Ze'tungsstellen und der Expedttion (Markt 21) 2.00 M frei in» Hau». (Für unver- langt zugesandte Manuskripte übernimmt bte Redaktion keinerlei Verantwortung.) Druck der Univ.-Buchdruckeret I. A. Koch (Inh..

Dr. Hiheroth), Markt 21. Telephon 55. ____________

Mexikanische Revolution.

Es scheint jetzt, als ob durch die Friedensver- handlungen zwischen der Regierung des Präst? deuten Porfirio Diaz und dem Jnsurgenten- 'führer Madero wieder friedlichere Zeiten für Mexiko begonnen haben. Wir glauben, daß die Kiufschiebung des Bruderkrieges dazu führen 'wirb, daß auch die Räuberbanden, die sich in den verschiedenen Staaten Mexikos gebildet hatten, Jn kurzer Zeit ausgerottet sein werden.

Auch in den Vereinigten Staaten hat sich im Gegensatz zu den vergangenen Monaten auf ver­schiedenen Seiten eine gewiße Sympathie für hie Nachbarrepublik Mexiko geltend gemacht, ßo hat der Expräsident Roosevelt, von dem die Ingoblätter tückischer Weise gemeldet hatten, er sei im Lager der an der Grenze aufgestellten mexikanischen Armee eingetroffen, um in ähn­licher Weise wie früher bei dem Kriege mit Spanien sich aktiv an den bevorstehenden Käm­pfen zu beteiligen, während er in Wirklichkeit lediglich zu der Einweihung eines höchst wich­tigen Zwecken dienenden Staubassins in Arizona eingetroffen war, in einem Briefe unumwunden seiner aufrichtigen Bewunderung für die Person des Präsidenten Diaz Ausdruck verliehen, indem er von ihm sagte:Don Porfirio ist der größte aller lebenden Staatsmänner, denn es lebt nie­mand, der so viel für sein Vaterland wie er ge­tan und geleistet hat."

Ein Akt großer Selbstüberwindung für den Präsidenten Diaz ist die soeben erfolgte Rück- ierufung des in Paris in einer Art von Ver­bannung lebenden früheren mexikanischen Kriegsministers Fernardo Lejes, der binnen kurzem in Mexiko eintreffen wird. Lezes Hai sehr viel für die mexikanische Armee und ins­besondere für das mexikanische Offizierkorps ge­tan und erfreut sich deshalb einer beispiellosen Popularität bei dem mexikanischen Heere. Cs Ist zu erwarten, daß sein Eintreffen in Mexiko die allergünstigsten Folgen haben wird und das General Lejes, sobald Präsident Diaz die Zügel aus der Hand legt, sein Nachfolger werden wird. Mexiko kann nur einen General, der die Armee hinter sich hat, zum Präsidenten brauchen, nicht aber einen Zivilminister von der Art des jetzi­gen Finanzministers Nimontur, deßen Freunde die Staatsgewalt wiederholt für ihre eigenen Ingreßen mißbrauchten und ihren Gönner Nimontur dadurch in Mißkredit gebracht haben.

Mexiko wird unter einer Präsidentschaft des General Lejes, der ganz im Sinne Don Por- frrios bft Geschicke bes Staates leiten wirb, vor- ßä.ruhigen und friedlichen Zeiten ent- g:.-zengehen.

mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

und den Beilagen:Rach Feierabend",Fürs Haus" undLandwirtschaftliche Vellage.