mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
und den Beilagen: „Nach Feierabend", „Fürs Haus" und „Landwirtschaftliche Beilage.
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Tie „Lbtrhrflischr Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der L^nn- und Feiertage. — Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich durch die Post bezogen 2.25 F lohne Bestellgeld), bei unseren Zeitungsstellcn und der Expedition (Markt 21) 2.00 * frei ins Haus. (Für unverlangt zugesandte Manuskripte übernimmt die Redaktion keinerlei Verantwortung.) Drruk der Univ.-Buchdruckerei I. A. Koch (Inh.: Dr. Hitzeroth), Markt 21. — Telephon 55.
Marburg
Tonneislag, 11. Mai
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46. Jahrg.
1911.
Erstes Blatt.
Gesunde Finanzen.
Angesichts der vorliegenden, zwar noch nicht im einzelnen, doch insgesamt zutreffenden Zahlen wird es allen denen, die von einem Fiasko der neuen Zölle und Steuern zu sprechen sich angewöhnt hatten, schwer, ihre Behauptung ausrecht zu erhalten. Sie suchen nach Wegen, auf die sie ausweichen, und glauben einen in dem Hinweise darauf gefunden zu haben, daß in den Etat für 1910 die neuen Zölle und Steuern mit einem weit geringeren Ertrage eingestellt worden sind als ihre ursprüengliche Schätzung bei der Einführung im Jahre 1909 betragen hatte. Das ist tatsächlich der Fall gewesen, ist auch niemals zu verheimlichen versucht worden. Es ist im Gegenteil wiederholt ausdrücklich darauf aufmerksam gemacht worden, daß neue Zölle und Steuern in den ersten Zeiten ihres Bestehens die vollen von ihnen erwarteten Beträge nicht zu erbringen pflegen. Die Ursachen liegen auf der Hand. Die mit den erhöhten Zöllen belegten Waren werden in möglichst großen Mengen vor dem Erhöhungstermin in das Zollinland eingeführt und um die neuen Steuern sucht man in ähnlicher Weise in der ersten Zeit ihres Bestehens herumzukommen. Das ist doch nicht bloß im Jahre 1909, sondern stets bei neu eingeführten Zöllen und Steuern so gewesen. Auch in dem Reichshaus- haltsetat für 1911 ist noch nicht der ganze, ursprünglich auf 500, nach Abzug von Zuckersteuer, Fahrkartensteuer, Ortsporto und Matrikularbeiträgen auf 417 Millionen Mark insgesamt angenommene Ertrag der neuen Zölle und Steuern eingestellt worden. In seiner Etatsrede vom 9. Dezember 1910 hat sich der Reichsschatzsekretär ausführlich darüber ausgelassen. Er teilte mit, daß in den Etat für 1910 etwa fünf Siebentel der erwarteten Summe von 417 Millionen, nämlich 290 Millonen Mark für die neuen Zölle und Steuern eingestellt wären, in den Etat für 1911 etwa 80 bis 35 Millionen Mark mehr. So gelange man in 1911 zu vier Fünfteln des Betrages von 417 Millionen oder, wenn man auf beiden Seiten die feststehenden Größen mit einrechne, zu fünf Sechsteln der Endsumi e von 500 Millionen Mark. Also die Differenz zwischen den in die Etats eingesetzten Erträge aus den neuen Zöllen und Steuern und den ursprünglich von ihnen erwarteten ist völlig klar- gestellt. Sie ist aber nunmehr tatsächlich für 1910 noch geringer »eworden, als bei der Etatsaufstellung vorausgesetzt wurde. Es ist bereits mitgeteilt, daß die neuen Zölle und Steuern im Rechnungsjahre 1910 mindestens einen Mehrcrtrag über den Etatsanschlag in Höhe von 20 Millionen Mark ergeben haben. Es sind aus ihnen also mindestens 310 Millionen Mark auf gekommen. Da- sind nahezu vier Fünftel von den erwarteten 417 Millionen Mark. Was man erst vom Jahre 1911 erwartete, ist also nahezu schon im Jahre 1910 eingetreten. Gewiß besteht immer noch eine Differenz zwischen den ursprünglich erwarteten und den tatsächlich eingegangenen Erträgen. Wenn sich aber diese Erträge weiter so steigern, als bisher, ist der Zeitpunkt, zu dem man mit dem vollen Aufkommen aus den neuen Zöllen und Steuern wird rechnen könne«, nicht fern.
Politische Umschau.
Dritte Lesung des Bersassungsgesehe« für Elsaß-Lothringen.
In der Sitzung der Reichstagskommisston für die elsaß-lothringische Verfassungsgesetze zeigte stch am Dienstag bei der dritten Lesung, daß die Preßnach richt, es sei eine Verständigung über den Entwurf zustande gekommen, der tatsächlichen Grundlage entbehrt. Gleich zu Beginn der Sitzung nahm die konservative Partei streng ablehnend Stellung, der Vertreter der Reichspartei w ,dte sich für einen Teil seiner Fraktion gegen die Gewährung der Bundesratsstimmen nach den Beschlüssen der Kommission. Auch die wirtschaftliche Bereinigung lehnte ab. Trotz Erklärungen des Staatssekretärs wurden die Kommiffionsbeschlüsse zu den ersten Paragraphen bestätigt und im weiteren Verlauf der Sitzung zeigte sich noch deutlicher, daß wohl kaum noch überbrückbar» Gegensätze unter den Parteien sowohl wie zu der Regierung vorliegen.
Der § 6 (Zusammensetzung der ersten Kammer) wurde, nachdem der Staatssekretär, Aenderungsan- trägen gegenüber, namens des Reichskanzlers erklärt hatte, daß die Vorlage, sobald an der ersten Kammer etwas geändert werde, falle, schließlich ganz abgelehnt. Die Reichspartei hatte mit einem erneuten Anträge zur Gewährleistung der Freiheit des religiösen Bekenntnisses Erfolg, nicht so mit einem weiteren von ihr neu eingebrachten Antrag zur Sicherung des Deutschen als Eeschäftssprache unter Zulassung von Ausnahmen für Landesteile mit überwiegend französisch sprechender Bevölkerung. Dieser Antrag verfiel der Ablehnung mit 15 gegen 8 Stimmen, da sich namentlich Zentrum und Sozialdemokratie gegen ihn erklärten, während Unterstaatssekretär Mandel ihn warm befürwortete.
Nunmehr ließ die Reichspartei erklären, daß sie gegen das ganze Gesetz stimmen werde.
Die Eesamtabstimmung wurde auf Mittwoch festgesetzt.
Deutsches Reich-
— Som Kaiser. Metz, 9. Mai. Der Kaiser hat den Bezirkspräsidenten Graf Zeppelin-Asch- Hausen zum Wirkl. Geheimen Oberregierungs- rat mit dem Rang der Räte erster Klasse ernannt. — Der Kaiser nahm um 12^ Uhr das Frühstück im Offizierkasino des Königs-Infanterieregiments Nr. 154. — Der Kaiser hat eine Reihe von Auszeichnungen verliehen; u. a. wurde der kommandierende General des 16. Armeekorps v. Prittwitz und Eaffron durch eine Höchste Kabinettsorder vom heutigen Tag ä la suite des Erenadierregiments Graf Kleist von Nollendorfs (1. Westpreußisches Nr. 6) gestellt, dessen Kommandeur er seiner Zeit war. Ferner erhielt Generalleutnant v. Oven, Gouverneur von Metz, und Eeneralleutnantron Dingeldein den Kronenorden 1. Klasse, die Generalmajore v. Förster und v. Borcke den Roten Adlerorden 2. Klasse mit Eichenlaub und die Obersten Waldorf und v. Sieg den Kronenorden 2. Klasse. — Der Kaiser besichtigte heute nachmittag Werke bei Diedenhofen. Allenthalben auf seiner Fahrt wurde er von der Bevölkerung herzlich begrüßt. Auf der Rückfahrt fuhr der Kaiser bei der verwitweten Frau General Stötzel vor. Abends folgte der Kaiser einer Einladung des kommandierenden Generals v. Prittwitz und Eaffron zum Diner. Dabei saß rechts vom Kaiser Exz. Frau v. Prittwitz und Eaffron, links der Statthalter Eraf v. Wedel. — Berlin, 9. Mai. Der Kaiser beauftragte aus Metz den Staatssekretär des Innern, der deutschen antarktischen Expedition auf den Huldigungsoruß bei der Abreise seinen Dank und seine beste nWünsche für einen glücklichen Ausgang und Erfolg der Unternehmung auszusprechen.
— Staatssekretär v. Kiderlen-Wächter in Kisfingen. Berlin, 9. Mai. Staatssekretär von Kiderlen-Wächter begab sich, der „Nordd. Allg. Zig." zufolge, zum Kurgebrauch nach Kissingen.
— Ausstände. Bremen, 9. Mai. Die Straßenbahner, soweit sie dem Transportarbeiter- verbande angehören, beschlossen in einer gestern nacht abgehaltenen Versammlung, heute früh in den Ausstand zu treten, weil sie in der Entlassung einiger Angestellten eine Maßregelung erblicken. Infolgedessen konnte der Betrieb heute früh nur mit 150 Mann ausgenommen werden. — Sämtlichen heute nicht zur Arbeit erschienenen Fahrern und Schaffnern ist gekündigt worden. Der Betrieb der Straßenbahn wird vorläufig von 7 Uhr morgens bis 8 Uhr abends aufrecht erhalten. Mit der Einstellung neuen Personals ist begonnen worden. — Berlin, 9. Mai. Die Vauklempner Berlins und der Vororte sind heute morgen in den Ausstand getreten. Ungefähr 1500 Mann legten die Arbeit nieder, nachdem in einer Versammlung der Schiedsspruch des Einigungsamts des Berliner Eewerbegerichts als unannehmbar abgelehnt worden war.
— Unfall bei einer Eeschützübung. Ludwigsburg, 9. Mai. Auf dem großen Exerzierplatz schlug heute vormittag bei Uebungen der. 5. Batterie des Feldartillerie-Regiments Nr. 29 ein Geschütz um. Der Einjährig-Freiwillige Arnold wurde dabei so schwer am Kopfe verletzt, daß er kurz darauf starb.
Ausland.
** Zur Lage in Marokko. Paris, 9. Mai. Dem „Matin" zufolge äußerte sich der Kriegsminister über die von ihm getroffenen Maßnahmen u. a.: Die dem General Moinier vom ersten Tage an erteilten Weisungen sind von einer durchaus einwandsfreien Klarheit und Bestimmtheit; sie schreiben dem General Moinier vor, in der kürzesten Frist und mit möglichster Eile der in Fez eingeschlossenen Kolonne und der Militärmission Hilfe zu bringen. Alles was General Moinier an Mannschaften, Lebensmitteln und Geld verlangt hat, ist ihm bewilligt worden. E: hat alles zur Verfügung, um die ihm anvertraute Aufgabe zu einem guten Ende zu führen. General Moinier hat vollständig freie Hand, ich habe sogar dem Eeneralstab untersagt, ihm einen Rat bett, der Etappen oder des Marsches zu erteilen. — Madrid, 9. Mai. In der Kammer erklärte Ministerpräfident Canalejas auf eine Anfrage, Spanien werde in bet Marokkoangelegeicheit feine Haltung bewahren, die
mit den Bestimmungen der Algecirasakte im Einklang stehe und keinem Drucke irgendwelcher Art nachgeben
* * Ein albanefifcher Agitator ausgewiesen. Rom, 9. Mai. Der Albaner Jvanay Bai, der zugunsten des Albaner-Aufstandes Propaganda zur Anwerbung versuchte, wurde aufgefordert, Italien zu verlassen. Die Polizei geleitete ihn bis Brindisi, wo er, wie er erklärte, sich nach Korfu einschifft.
* * Die Abreise Falliöres. Paris, 9. Mai. Präsident Falliöres ist heute vormittag in Begleitung des Ministers Cruppi nach Brüssel ab- gereist.
* * Mexiko. El Paso, 9. Mai. Ungehorsam in den Reihen Maderos veranlaßte am Montag 150 Aufständische zu einem heftigen Angriff auf Juarez. Sie nahmen nicht nur mehrere wichtige Vorposten, sondern trugen das Gefecht auch in die Stadt hinein, in der es zu ernsten Straßen- kämpfen kam. Man nimmt an, daß auf beiden Seiten 30 Mann gefallen und 60 verwundet worden sind. In El Paso wurden 5 getötet und wenigstens 12 verwundet. Ein Teil der Rebellen zieht in Juarez ein, um die llebergabe der Stadt zu verlangen. Falls diese verweigert wird, steht ein neuer Angriff bevor. Wie erklärt wird, wurden die Vorposten der Bundestruppen vollständig in die Flucht geschlagen und sie erwarten jetzt in der Stadt Verstärkungen. Die Bundestruppen gaben während des Kampes ein wohl- gezieltes Feuer ab. Den Rebellen gelang es jedoch, die Bundestruppen nach Juarez zu treiben. — Newyork, 9. Mai. Die „Associated-Preß" meldet aus El Paso: Die Aufständischen begannen heute morgen wiederum den allgemeinen Angriff auf Juarez. — Santiago, 9. Mai. Die Aufständischen nahmen die StadtTiajuana heute morgen gegen 4 Uhr ein
* * Telephonverbindung Newyork—Denver. Der „Berl. Lok.-Auz." meldet aus Newyork: Aus Grund neuer Experimente ist gestern eine direkte Telephonverbindung zwischen Neuwyork und Denver hergestellt worden. Die Strecke beträgt 3000 Kilometer.
* * Ein Handelsabkommen zwischen Deutschland und Kanada. Ottawa. 9. Mai. Im Unterhause verlas der frühere Finanzminister Foster eine Mitteilung aus Berlin, daß zwischen Deutschland und K a n a d a ein Abkommen getrosten worden sei, nach welcher zwecks Verbesserung der Handelsbeziehungen Unterhandlungen eingeleitet werden sollten, sobald der Gegenseitigkeitsvertrag zwischen Kanada und den Unionstaaten erledigt sei. Finanzminister Fielding erklärte, die deutsche Regierung sei ohne Zweifel bereit, die Verhandlungen zu eröffnen, aber es seien darüber noch keine Erörterungen gepflogen oder Vereinbarungen getroffen worden.
* * Eine brennende Stadt. Tokio, 9. Mai. Die Stadt Pamagata steht in Flammen. Mehr als 1000 Häuser, darunter die Präfektur, mehrere Banken, Schulen und Gerichtsgebäude sind vernichtet.
Stadtverordneten-Sitzung.
* Marburg, 9. Mai.
Auf der Tagesordnung der heutigen Sitzung standen 16 Punkte.
Unter Mitteilungen zur Kenntnisnahme wurde ein Dankschreiben der Frau Geh. Rat v. Negelein für die Kranzspende beim Tode ihres Gemahls zur Verlesung gebracht.
Ferner wurde die bereits in unserer Zeitung veröffentlichte Mitteilung zur Verlesung gebracht, daß der Bezirksausschuß bezw. der Ober- präfident die Steuersätze, welche die Stadtverordneten vorgeschlagen, also 165 Proz. Real- und 187 Proz. Gewerbesteuern gntgeheiße« habe. Der Bezirksausschuß ist der Ansicht, daß die Stadtverordneten in Bezug auf die Steuerfestsetzung maßgebend seien.
Es entspann sich nun eine längere Debatte darüber, ob der Antrag betreffs Elektrisierung der Pferdebahn zunächst verhandelt werden solle. Ein diesbezüglicher Antrag fand Annahme.
Stadtverordnetenvorsteher Justizrat Dörffler brachte dann den Magistratsantrag, der dahin lautet, daß 5000 für Anfertigung eines ausführlichen Projekts zur Elektrisierung der Pferdebahn vom Hauptbahnhof nach dem Südbahnhof verlangt werden, zur Verlesung. Er teilte ferner mit, daß Fra« Heppe stch bereit er
klärt hat, gegen eine Entschädigung von aus« gerechnet 4700 -4l den Betrieb der Pferdebahn am 1. Dezember einzustellen.
Stadtv. Schäfer, der zunächst das Wort nahm, fragte an, ob man denn jetzt Unterlagen dafür habe, daß die alten Schienen der Pferdebahn für den elektrischen Betrieb noch brauchbar seien, Der Oberbürgermeister entgegenete, daß es sich heute nur darum handle, ob die Stadtverordneten im Prinzip überhaupt dafür seien, daß eine elektrische Bahn gebaut würde und zweitens, daß 5000 J*. für die Ausarbeitung eines genauen Projekts bewilligt würden, das weitere würde dann schon angebahnt. Stadtv. Storck führte aus, daß die Kommission nach mehrjähriger Arbeit zu der Ansicht gekommen sei, daß die Pferdebahn elektrisiert werden müsse. Er für seinen Teil könne das Projekt nur befürworten. In der Stadt Celle z. B., wo die Verhältnisse fast die gleichen wie in Marburg seien, habe sich die elektrische Bahn recht gut eingeführt. Auf eine Anfrage des Stadtv. Hering, wer die Vorarbeiten machen solle, betonte der Oberbürgermeister, dafür sei ja Herr Lautemann da, einen besseren Fachmann könne man wohl kaum finden. Es würde dann ein ganz genauer eingehender Kostenvoranschlag vorgelegt. Stadtv. Dr. Maurmann meinte, aus Prinzip könne man sich niemals mit dem Projekt jetzt srbon einverstanden erklären, da müsse man erst genaue Anbaltspnnkte haben und vor allen Dingen wissen, welche Linie festgehalten werden solle. Dem Stadtv. Schäfer ist es nicht klar, für welche Linie ein Kostenanschlag gemacht werden softe. Die vora-kck^agene Linie, welche bekanntlich den Lauf der jetzigen Pferdebahn mit Verlängerung bis zum Südbahnhof betreffe, erscheine ihm wenig sympathisch. Stadtv. Zeiß erklärte sich ganz und gar gegen das Projekt. Wenn man über ein bischen Verstand verfüge, müsse man wissen, daß die Kosten nachher kämen. Er sei auch für den Fortschritt und deshalb wünsche er. daß man vor allen Dingen für die Besserung der Eesundheitsverhältnisse in Marburg durch die Kanalisierung Wei^-nhausens sorge. Die elektrische Bahn mache Marburg nicht glücklich, das aefchebe durch gesunde Verhältnisse. Er warne vor dem in Frage stehenden Projekt, man könne da nicht vorsichtig genug sein; et bitte nochmals, erst für die Kanalisierung Weidenhausens zu sorgen. Herr Lautemann wies nunmehr darauf bin, daß das definitive Projekt sich von dem vorläufigen wesentlich unterscheide. Das Bauprojekt müsse ja dann doch bis ins kleinste unbearbeitet werden. Die 5000 M, die jetzt 6eroilfljt werden sollten, seien in der ganzen Vausumme mit enthalten. Stadtv. Scholl- meyer ist der Ansicht, daß die Arbeiten der Kommissionen viel zu wenig gewürdigt würden. Auch die „elektrische Kommission" habe gründlich gearbeitet und alles genau besprochen. Es gebe wohl Gegner des Projektes, aber doch mehr Freunde desselben. Man möge nur ruhig die 5000 cM bewilligen. Stadtv. Dr. Maurmann war anderer Ansicht, man müsse über alle Verhältnisse genau Bescheid wissen. Wenn ein neuer Untergrund gebaut werden müsse, sei et z. B. schon dafür, daß anstatt des Pilgrimsteins die Biegenftraße benutzt würde. Der Redner ging dann ausführlich auf die einzelnen Details ein. Stadtv. Rohde streift die Prinzipfrage und fragt an, ob man sich wirklich aus Prinzip heute für die Elektrische festlegen solle oder nicht, worauf der Stadtverordnetenvorsteher erwidert, daß dies nicht im Antrag stände, sondern nur gewünscht würde. Der Oberbürgermeister bemerkte hierzu, daß es sich nur um einen Wunsch des Magistrats bandle, ein endgiltiger Beschluß bleibe ja vorbehalten. Der Stadtverordnetenvorsteher machte darauf aufmerksam, daß der Magistratsantrag von dem früheren abweiche, den weitergehenden Antrag von früher habe man fallen lassen. Der Oberbürgermeister begründete dies damit, daß man wegen des Unterbaues Bedenken gehabt hätte, ob die veranschlagte Gesamtsumme von 300 000 Jl richtig sei. Stadtv. Schäfer ist der Meinung, daß ein Projekt gemacht werden müsse, das allen Einwohnern der Stadt gerecht werden müsse. Das sei eine Rundbahn durch die ganze Stadt. Das alte Sardemannfche Projekt müsse die Grundlage bilden. Wenn man etwas mache, solle mail gleich etwas Richtiges schaffen.
Stadtv. Stroinsky bezeichnet sich als Gegner des Antrages, obgleich er kein Gegner der kM»