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Der Anzetgenprers betragt für Die 7ge|paltene _ >jeile ober
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stieß alles weit von sich und riß auch die enge Kinderkappe von dem Köpfchen.
„Alle guten Geister," rief sie entsetzt, „ich glaube die Christel ist närrisch geworden."
Die Alte nickte gutmütig mit dem Kopfe, als wollte sie sagen: ich freue mich, daß Du überhaupt nur wieder redest, wenn's auch Unsinn ist.
Langsam wie eine Schnecke kroch das alte Gefährt über die Heide. Lotte legte das goldflimmernde
Tränen kollerten lustig über die Schinkenbrötchen. Das Heimweh war gebannt.
Und die Heide glänzte noch einmal im Sonnenglanze auf, noch einmal sah die Heidelotte die alten Föhren herüber grüßen, noch einmal neigten die Tannen am Wege tief ihre Häupter.
Die letzten Schwalben rüsteten sich zur Reise nach dem fernen Süden, und die letzten Erikabüschel blühten am Wege. Wie weit lag schon die Heimat in der Ferne, wie weit — wie weit!
der Kabinettsorder vom 21. Juli 1834 steht den katholischen Bischöfen das Ehrenrecht zu, sich in der Domkirche ihrer Diözese bestatten zu lassen. Da v. Ledochorvski durch den Gerichtshof für kirci,.iche Angelegenheiten als Erzbischof von Gnesen-Posen abgesctzt worden war, ist sein Anspruch auf dies Ehrenrecht erloschen. Jnfolge- bc|;en bedarf die Bestattung im Posener Dom des Erlasses einer Kabinettsorder. Solche ist von dem Testamentsvollstrecker des Kardinals im Jahre 1902 für die Beisetzung des Herzogs im Gnesener Dom nachgesucht und vom König, ebenso wie in dem Fall des gleichfalls staat- licherfeits abgesetzten Kardinals von Köln, Melchers, erteilt worden. Im Jahre 1905 unternahmen Freunde des Kardinals Schritte, um auch für die Bestattung des Körpers im Posener Dom, die in aller Stille erfolgen sollte, die Genehmigung der Staatsregierung nachzusuchen. Bei den zuständigen Stellen bestand prinzipielle Geneigtheit, das Gesuch zu befürworten; gleich- uohl unterließ der Testamentsvollstrecker damals die Einreichung eines formellen Gesuches. Dieses wurde jetzt dem Oberpräsidenten von Pofen eingereicht; die Entscheidung darüber steht noch aus.
— Bon der Konferenz der Rettungshausverbände. München, 26. April. Die 12. Konferenz der deutschen evangelischen Rettungshaüs- vcrbände wurde heute nach verschiedenen Referaten, u. a. nach einem Referat des Präsidenten des Oberkonsistoriums D. Bezzel über „Die Sittlichkeit des Volkes" geschlosien. Die nächste Konferenz findet im Jahre 1913 in einer mittel- deuts^ n Stadt statt.
— Das angebliche Opfer seiner liberale» Gesinnung. Berlin, 25. April. In der linksstehenden Presie war die Behauptung aufgestellt worden, daß der Jnsterburger Profesior Schmidt seiner liberalen Gesinnung wegen nicht als Direktor des Osteroder Gymnasiums bestätigt worden sei. Diese Unterstellung ist schon vom Kultusministerium unzweideutig zurückgewiesen worden, jetzt teilt nun die „Breslaue-' Zeitung" authentisch mit, daß Schmidt zwar für den Direktorposten ausersehen gewesen sei, daß et jedoch selbst seine Beförderung aus Gesundheitsrücksichten nicht gewünscht und die Behörde seines leidenden Zustandes wegen ganz in seinem Sinne von der Ernennung Abstand genommen habe. Damit ist der Versuch der linksstehenden Presie, Profesior Schmidt als Märtyrer seiner politischen Gesinnung hinzustellen, gescheitert.
— Gin neuer Anstrich für die Auslandsschiffe der deutschen Marine. Der kleine Kreuzer „Geier", der demnächst die Ausreise nach den ostafrikanischen Eewäsiern antritt, um den bereits auf der Heimreise befindlichen klein-n Kreuzer „Sperber" abzulösen, hat auf der Danziger Marinewerft seine Jnstandsetzungsarbeiten beendet und tritt am 28. April erneut unter die Flagge. Er zeigt jetzt nicht mehr den früheren r. 'on Auslandsanstrich, sondern trägt graue
um ihre schöne Hofdame, Gräfin Bergholz, die bald nach ihrer Ankunft in der Residenz zu den gefeiertsten Schönheiten gehörte.
Draußen lag dichter Schnee, aber im Salon der Herzogin brannte ein lustiges Feuer, überallhin behagliche Wärme verbreitend. In der nächsten Nähe des Kamins ruhte in purpurnem Schaukelstuhl, zart wie ein Blumenblatt, ein seltsames, elfenhaftes Wesen nachlässig zurückgelehnt und starrte mit leuchtenden Augen in die rote Glut. Es war die jüngste Tochter des herzoglichen Ehepaares, Prinzessin Erica, der ganze Verzug des herzoglichen Hofts. Die junge, kaum siebzehnjährige Dame, die eine überaus zarte Gesundheit besaß, ohne gerade krank zu sein, hatte eine gar eigene Macht über die Menschen. Ein einziger Wink aus den großen schwarzen leuchtenden Augen machte ihr Vater, Mutter, Geschwister, ja die ganze Welt untertan. Ein Lächeln de» kleinen Munde» brachte die ganze
Die „Kreuzzeitung" macht einige sehr interesiante Ausführungen über die Haltung Frankreichs in der Marokkofrage.
Es heißt dort u. a.: „Wir erfahren übrigen aus einem sehr lehrreichen Artikel von R. Recouly in der „Revue politique et parlementaire", daß der geheime französisch-spanische Vertrag von 1904 „eine Teilung Marokkos für den Fall ins Auge faßt, daß der Sultan alle Autorität verliert und das der Anarchie ausgelieferte Land die Intervention Frankreichs und Spaniens verlangt."
Herr Recouly meint, diese Eventualität sei nicht naheliegend, aber wer wird bestreiten können, daß Frankreich mit allen Mitteln darauf hinarbeitet, sie herbeizuführen. Jene Marokkoexpedition könnte das Signal zu Ereignisien von außerordentlicher Tragweite sein. Die in der Schauja zum Marsch gegen Fez bestimmte Truppe zählt 20 000 Mann, deren Mehrzahl aus Franzosen oder unter französischer Hoheit stehenden Truppen besteht. Daß sie Fez erreichen werden, ist zweifellos, weniger sicher, wie viele von ihnen den Rückzug wieder antreten werden."
Beachtenswert find auch folgende Zeilen, die wir der „Post" entnehmen.
Marburg
Freitag, 28. April
46. Jahrg«
1911.
Das Charakteristische der französischen Marokkopolittk ist ihr aufreizender Charakter. Es heißt den Pattiotismus und den Verstand der Marokkaner zu niedrig einschätzen, wenn man annimmt, daß sie die Ziele der französischen Politik nicht erkennen. Sie wisien, daß es sich um ihre Existenz als Ration handelt. Daher die Unversöhnlichkeit, die sie allen französischen Sultanen entgegentragen werden, und der religiöse Fanattsmus, der sich an dem politischen entzünden muß. Von einer Penetration pacifiqtie wird bald keine Rede mehr sein; trotz der offiziellen, im „Matin" veröffentlichten Erklärung, daß Frankreich keine Eroberungsgedanken hege, weist alles auf solche Absichten hin. Frankreich pflegt drei Schritte vorzugehen und nachher einen zurückzuweichen, die beiden anderen gelten als gewonnenes Terrain. Das ist die Methode, die bisher eingehalten wurde und die offenbar dahin zielt, die öffentliche Meinung Europas und die Empfindung der Marokkaner zu demoralisieren.
Herrenwelt des Hofes außer Rand und Band; aber leider sah man die strahlenden Augen selten und da» sinnbestrickende Lächeln nicht immer, und so kam es denn, daß die Damen des Hofes, namentlich »ie „Neidvollen" sich leise zuraunten, die Prinzessin Erica wäre tyrannisch und das launenhafteste, unausstehlichste Eeschöpfchen, das man je gefehen.
Jetzt stemmte gas kapriziöse kleine Ding die schmalen Füßen in den goldgesttckten, lichtgelben Lederschuhen gegen das vergoldete Gitter des Kamins. Fröstelnd zog sie die mattrosa Plüschdecke fester um ihre Kniee. Matt hoben sich die zarten Arme und schoben sich verschränkt unter das reizend« Köpfchen, das tief im Schaukelstuhl zurückgelehnt lag. Ein Lächeln, köstlich und süß, flog um den kleinen Mund und ein Sttmmchen, rein wie ein silberner Elockenton, rief:
„Halt, stillgestanden, Georg Wilhelm, ich habe ernsthaft mit Dir zu reden."
Der Angeredete kam lachend näher.
„Was gibt es denn, mein holdes Schwesterlein?"
„Mach' keine Redensarten," wehrte sie leise ab, „ich wollte Dir nur sagen, daß mein lauschiges Plätzchen hier, wohin ich mich, um Eurem Sodom und Gomorrha zu entgehen, zurückgezogen habe, ei» vorzüglicher Beobachtungspostcn ist."
„Und was hat das Kundschafterauge meiner kleinen Gebieterin erspäht?"
Der Erbprinz, ein junger Mann von vielleicht 28 Jahren, mit rötlich-blondem Haar und ebensolche« kecken Schnurrbart, eine ftische, lebensvolle Erscheinung — fragte es scherzend; es war aber doch, al» wäre bet Blick seiner graugrünen, etwas ernste« Auge« seltsam forschend. (Fortsetzung folgt.) -
recht für Marokko uns ausdrücklich zugestanden worden und wir hoffen, daß einst noch alle südlichen Häfen des Sultanats durch deutschen Draht Über Vigo-Emden mit uns verbunden werden. Besonders im Kriegsfall sind Kabel von außerordentlicher Bedeutung, wenn auch die drahtlose Telegraphie ein wenig Erleichterung geschaffen hat. So war der spanisch-amerikanische Krieg, wie ein Admiral sagte, „der Krieg von Kabeln und Kosten"; Admiral Cervera wäre nie in die Mausefalle von Santiago gegangen, wenn die telegraphischen Befehle des spanischen Ministeriums, die ihn zur Rückkehr ermächtigten, überhaupt angekommen wären. Aber das amerikanische Kabel unterschlug sie natürlich.
(Nachdruck verboten.) Heidezauber.
Roman von A n n y W o t h e.
< Fortsetzung.)
Deutsches Reich-
— Der Kaiser und der amerikanische Flotten- befnch. Kiel, 26. April. Die bereits angekün- digte amerikanische Flottendivision, die die Ostseehäfen besuchen wird, soll kurz vor dem 21. J»ni in Kiel eintreffen. Der Kaiser, der am 19. und 20. Juni an den Regatten auf der Unterelbe teilnehmen wird, wird am 21. Juni mit der „Hohenzollern" sich nach Kiel begeben und die Meldungen der amerikanischen Offiziere entgegennehmen. Voraussichtlich wird der Monarch dann an einem der nächsten Tage die amerikanischen Schiffe einer Besichtigung unterziehen und die amerikanischen Offiziere auf der „Hohenzollern" bei sich sehen. Da das erste Geschwader aus Wilhelmshaven vom 19. bis 25. Juni vor Kiel liegen wird, so haben die Amerikaner Gelegenheit, die ganze Hochseeflotte in Augenschein zu nehmen, da das zweite Geschwader in Kiel seinen Standort hat und die Kreuzer gleichfalls anwesend sein werden. Das amerikanische Geschwader wird nach den bisherigen Dispositionen sieben Tage lang, also bis zum 27. Juni, in Kiel weilen und dann die Weiterreise antreten. Der Kaiser, der sich mit dem „Meteor" an den Regatten beteiligt, wird bis zum 29. Juni in Kiel bleiben, um sich dann zur Segelregatta nach Travemünde zu begeben und die Segelregatten an der Ostseeküste mitzumachen. Voraussichtlich wird im Anschluß daran die Nordlandsreise des Monarchen beginnen.
— Die Beisetzung des Kardinals v. Ledo- chowski. Berlin, 26. April. Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt: Wie wir hören, reichte der Posener Domherr Meczczynski als Testamentsvollstrecker des im Jahre 1902 verstorbenen Kardinals, des früheren Erzbischofs von Pofen, Grafen v. Ledochowski, dem Posener Oberyrä^dium ein an den König gerichtetes Gesuch um Erlaubnis zur Beerdigung des Kardinals im Dom zu Miosen ein. Der im Jahre 1902 in Rom verschiedene Kardinal sprach testamentarisch den Wunsch aus, daß sein Körper im Posener Dom, sein Herz im Gnesener Dom aufbewahrt werden solle. Nach
Zur Lage in Marokko.
Paris, 26. April. Aus Tanger wird gemeldet, daß Major Bremond infolge der unaufhörlichen Angriffe der Scherardaleute mit seiner Mahalla am 22 April den Weg nach Fez eingeschlagen habe. Als der Vizekonsul Boisset, der mit einer Proviantkolonne am Sebufluß eingetroffen war, dies erfuhr, kehrte er nach Alkcsiar zurück. Nach einer von einem ftanMschen Unteroffizier dieser Mahalla stammenden Meldung, sei dieselbe vollständig von feindlichen Stämmen umgeben und leide an Munitionsmangel Im Ministerium des Äußern ist eine Bestätigung dieser Nachricht btsher nicht eingetroffen.
Tanger, 26. April. Aus Elksar wird unter dem 24. gemeldet: die Beunruhigung im Gharbgebiet ist im Zunehmen begriffen. Ein Eingreifen der Truppen in Elksar könnte allein den Ausbruch aui- halten. Wenn er erfolgen sollte, würde er den Der- pflegungsersatz für die Kolonne Bremonds gefährden und Fez gänzlich von Tanger abschneiden. Der Scherif von Wefian Mulay Ali ist von Tanger nach dem Gharbgebiet abgereist, Um zu versuchen, dir Ruhe wieder herzustellen.
Tanger, 25. April. Der Scherif Wazan reist auf Wunsch des Sultans und der französischen Gesandt- schäft heute Nacht nach Fez ab, um zu versuchen, durch seinen Einfluß die Aufftändischen zur Unterwerfung zu veranlassen.
Tie „Tberliessische Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn» und Feiertage. — Der Bezugspreis beträgt vierteljährlrch durch die Post bezogen 2.25 <M. (ohne Bestellgeld), bei unseren Zettungsstellen und der Expeditton (Markt 21) 2.00 «Ä frei ins Haus. (Für unver» langt zugesandte Manuskripte übernimmt die Redaktton keinerlei Verantwortung.) Druck der Univ.-Buchdruckeret I. A. Koch (Inh.:
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Deutsche Leekabel.
Als im Jahre 1906 der damalige Major von Estorfs die Hottentotten so mürbe gemacht hatte, daß nach einwandfteien Mitteilungen aus dem Lager «nferer Gegner größte Geneigtheit bestand, den Kampf aufzugeben, versandte das Reutersche leie» graphenbureau folgenden Bericht: „Der Deutsche Reichstag versagte die Mittel zur Fortsetzung des Krieges in Südwestafrika." Man war sprachlos über diese Mitteilung, die merkwürdigerweise den Aufständischen eher bekannt wat, als den Leuten in der englischen Handelsstadt am Oranje, llpington, über die die Meldung zu den Aufftändischen gelangt war. Nur die englische Polizeibehörde hatte Kenntnis davon. Als die Benachrichtigung einttaf, daß es sich nur um die Mittel zum Weiterbau der Bahn nach Keetmanshoop handelte, war die Situation schon zu unseren Ungunsten verändert. Die Rebellen hatten neuen Mut gefaßt, sie wurden wieder angriffs- lusttger, mancher deutscher Reiter mußte noch mit feinem Herzblute den heißen Sand netzen und die Händler und Gauner machten neue Geschäfte. Aus bem (natürlich englischen) Kabel Swakopmund- Kapstadt-Europa sollte sofort eine dringende Anfrage nach Berlin gehen, ob die Reutermeldung wahr sei. Aber das Kabel hatte gerade — eine „Betriebs- störung", wie der englische Direttor versicherte, und konnte Depeschen nicht annehmen.
Jetzt nähert sich das Ende eines deutschen Kabels schon unserer Kolonie Kamerun und die Zeit rückt näher, da Südwest unabhängig wird von dem englischen Kabelmonopole. Seit 15 Jahren arbeitet bas Reich daran, diese Sklavenketten zu brechen, die einer Nation, wie der deutschen, längst unwürdig find. Immerhin, viel ist schon erreicht worden, fett bas erste deutsche Ueberseekabel, das von Emden über die portugiesischen Azoren nach Amerika geleitet wurde, Newyork erreichte. Im Jahre 1904 folgte ein zweites Kabel nach Amerika, 1909 folgte die Inangriffnahme der Kabelverbindung mit West- efrita und Südamerika. Am 29. März erreichte der fast 11000 Kilometer lange Draht Pernambuco und von Santa Cruz auf der Insel Teneriffa wurde ein anderes Kabel nach der Hauptstadt der Negerrepublik Liberia, Monroria, abgezweigt, das nun schon weitergeführt wird nach Togo und Kamerun. Auch in der Südsee haben wir schon eine nichtenglische unterseeische Verbindung, welche die deutsch- niederländische Telegraphengesellschaft zwischen Shanghai und Jap, Menado-Jap und Euam-Jap herstellte. So werden wir freier mit jedem Kilometer, den die Kabellegung fortschreitet und was das zu b-fagen hat, erhellt aus dem traurigen Beispiele, das wir eingangs anführten. 42 Millionen Mark deutschen Kapitals sind an diesem großen nationalen Werke interessiert, das technisch und auch politisch- wirtschaftlich den Neid der Franzosen und Engländer hervcrruft. So ist das französische Kabel in Westafrika alle Augenblicke in Unordnung und unbenutzbar. Jetzt benutzt man französischerseits daher schon stark das verläßlichere deutsche Kabel.
Die Franzosen sind nächst den Engländern im Kabelbau am weitesten vorgeschritten. Einen großen Teil ihrer bevorzugten Stellung in Marokko verdanken sie beispielsweise auch ihren dortigen Telegraphenstationen, deren Konzession sie einer deutschen G sellschaft abgejagt haben, — während unsere Regierung zusah. Aber in der Schlußsitzung bet Algeciraskonferenz ist wenigstens da--abellandungs-
Die junge Dame hätte am liebsten Christel einige Grobheiten gesagt, aber der junge Pastor trat näher und hob die noch immer schluchzende Lotte in den SEngen. Christel schwang sich behend auch hinein und faß Maria Magdalenen so selbstrerständlich gegenüber, als wäre der Platz ihr ureigenstes Eigentum.
Es ist so schrecklich eng hier, Tante; meinst Du nicht, daß Christel auf dem Bock sitzen kann?"
Frau Pastor Rieckmann wintte Maria Magdalene Schweigen zu; sie kannte Christel und wußte, daß diese sich nur dahin setzte, wo es ihr behagte.
1 Lotte hielt die alte Dienerin an ihrer Seite mit beiden Händen umklammert.
; „Christel, es ist zu schrecklich," schluchzte sie leise.
„Still, sttll, Liebling," flüsterte diese, ,chald ist alles überwunden."
, Dann begann sie ein großes Bündel, das sie schon vorher im Wagen untergebracht hatte, aufzuschnüren. P3as kam da alles zum Vorschein. Ein großes Bett- stück zur bequemen Lagerstätte, drei wollene Decken, verschiedene Tücher, einige Paar warme Schuhe und Erschiedene Wärmflaschen. Damit begann nun Chri-
l eine Einrichtung in der alten Kutsche, als roä-e außen nicht ein sonniger Herbsttag, sondern als ginge die Reise im strengsten Winter mitten durch {Sibirien.
Die Pastorin «nb Maria Magdalene ließen sich 5a» „(Einmummele" schweigend gefallen. Lotte aber
mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
und den Beilagen: „Nach Feierabend", „Fürs Haus" und „Landwittschastliche Vellage.
Köpfchen gegen die kühlen Scheiben und sah sehn
süchtig in die Ferne. Dort schimmerte im Sonnenlicht I Bei der Herzogin Wilhelmine war literarischer der Eosenhof und vom Turmfenster ein weißes Tüch- I Tee. Eine zwanglosere Geselligkeit konnte man sich
lein — der letzte Gruß der alten Gräfin — denn I kaum denken. Gelehrte, Künstler, schöngeistige Frauen
Elinor war schon vor vierzehn Tagen in die Stadt I der Residenz und einige Damen und Herren des Hofes
gereist. Hier grüßten zum letzten Mal die alten schatten sich an diesen Abenden um die Herzogin und
Föhren die Lotte so sehr liebte, und die goldgelben " — ~ """" ~
Bienen surrten wohl zum letzten Male über die nun schon braunschimmernden Erikablüten, die sie nun nicht mehr sehen durfte.
Wieder füllten sich die blauen Augen mit Tränen und wieder wollte sich ein herzbrechendes Schluchzen über ihre Lippen drängen.
„Schlackwurst oder Schinken, Lotte?" hörte sie Christels harte Stimme so seltsam weich sagen, und dabei blickten sie die kleinen, blauen Augen der Alten so bittend an, indem sie ihrem Pflegling zwei leckere Brötchen unter die Augen hielt. Und Lotte mochte die alte, treue Seele nicht betrüben, die, das las die Kleine in dem runzevollen Gesicht, dasselbe Weh durchkämpfte, was ihr fast das Herz brach, und ie nahm daher, sich zum Lächeln zwingend, eines der Brötchen und jagte lakonisch:
„Schinken."
Da lacht« die Wie, und Lott« lachte auch, und die