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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

und den Beilagen:Nach Feierabend",Fürs Haus" undLandwirtschaftliche Beilage.

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TieObrrheffische Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich durch die Post bezogen 2.25 M lohne Bestellgeld), bei unseren Zeitungsstellen und der Expedition (Markt 21) 2.00 <K frei ins Haus. (Für unver­langt zugesandte Manuskripte übernimmt die Redaktion keinerlei Verantwortung.) Druck der Univ.-Buchdruckerei I. A. Koch (Inh.: [ Dr. Hitzeroth), Markt 21. Telephon 55.

Marburg

Sonntag, 23. April

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46. Jahrg.

1911.

Erftes Blatt.

Die Universitätsfrage.

Br! unserer Erörterung der Universitäts­frage- Haben wir immer als wichtigsten Grund gegen die Errichtung einer Universität in Frank­furt den ins Feld geführt, daß ein Be d ü r f n i s nicht vorliege, daß, wenn die kleineren Universi­täten an Studenzahl wüchsen, es gerade* im Interesse der Unterrichtsverwaltung liege, diese a'.'szubauen und nicht durch Gründung neuer Aniversitäen die gesunde Entwicklung kleinerer Universitäten zu stören. Es liegt in der Tat auf der Hand, datz wir genügend Universitäten haben und daß Universitäten von 23000 Stu­denten auch für die Studenten mehr lMte« können als Universitäten von 300. Jetzt nkMmt der Nationalökonom Prof. Bücher in derFrkf. Ztg." das Wort, um die Notwendigkeit neuer Universitäten auf Grund seiner Sachkenntnis zu verneinen. Er kommt also zu demselben Schluß, dem wir Ausdruck gegeben haben. Die Frkf. Ztg.", bekanntlich eifrige Verfechterin des Frankfurter Universitätsprojekts, ist gleichwohl loyal genug, die Ausführung Prof. Büchers zu veröffentlichen. Wir unsererseits nehmen von den wichtigsten seiner Gründe in folgendem Notiz. Prof. Bücher schreibt:

Man hat von einerUeberfüllung" der be­stehenden Universitäten gesprochen und sich dabei auf die Steigerung der Studentenzahl in den letzten zwanzig Jahren berufen. Fragt man dann aber, welche unter den 20 deutschen Uni­versitäten denn überfüllt sei, so beschränkt sich die Liste auf die 3 durch eine besonders hohe Fre­quenz hervorragenden: Berlin, München, Leip­zig. Würde man an diesen Orten selbst in ur­teilsfähigen Kreisen sich umhören, so würde man vielleicht einigem Staunen begegnen.

Bei den Vorlesungen kann es eineUeberfül­lung" so leicht nicht geben. Ob 6 oder 60 oder 600 Hörer den Worten eines akademischen Leh­rers lauschen, ist für den Arbeitsaufwand, den letzteren sein Kolleg kostet, einerlei. Dagegen unterliegt es keinem Zweifel, dass eine große Hörerzahl Dozenten wie Studierende ganz an­ders anregt als eine kleine, daß sie bei ersteren die Derufsfreudigkeit steigert, den möglichen Nutzen ihrer Geistesarbeit für den Staat wachsen läßt.

Die Uebungen bestehen in der Hauptsache in persönlichen Anleitungen zu methodischem wis­senschaftlichem Arbeiten. Sie finden in der Re­gel statt in Seminaren, Instituten, Laborato­rien oder wie diese Spezialanstalten sonst heißen mögen. Meist haben sie eine bestimmte Zahl' vonArbeitsplätzen". Sind diese besetzt und es zeigt sich weitere Nachfrage, sodaß für einen Teil der Studierenden Noteinrichtunqen getroffen werden müssen, so liegt zweifellos absolute Ueberfüllung vor. Aber ich möchte das Unter­richtsministerium sehen, das einer solchen gegen­über die Mittel zu einem Erweiterungsbau ver­weigerte. Tatsächlich scheint denn auch kaum an einer Universität ein solcher Zustand zu bestehen. (Sebr richtig.)

Nun ist in letzter Zeit viel von einer rela­tiven Ueberfüllung die Rede gewesen, die na­mentlich die Seminare in den Geisteswissenschaft ten treffen soll. Sie besteht darin, daß die Zahl der an einer Uebung teilnehmenden Studie­renden zu groß geworden ist, als daß der Leiter dSr Uebung noch alle Teilnehmer näher kennen lernen und zu jedem in ein persönliches Verhält­nis treten könnte. Die Behauptung ist vollkom­men richtig,' aber der Professor, der einen solchen Zustand dauern ließe, müßte einem Amte schlecht gewachsen sein. Durch Bildung mehrerer Ab­teilungen, Gliederung des Unterrichts, Heran- zi-hung von Extraordinarien und Privatdozen­ten läßt sich überall Abhilfe schaffen: ja, es läßt sich gerade in einem stark besuchten Seminar oder Institut einer großen Universität durch solche Mittel die Ausbildung der Studierenden viel gründlicher und vielseitiger gestalten, als es da der Fall zu sein pflegt, wo sich in alter Weise eine kleineSchule" gläubiger Jünger um den allmächtigen, aber doch in der Regel recht ein­seitigen Ordinarius und Institutsdirektor schart »nd von ihm ihre einzige Erleuchtung erwartet.

Seminare, Institute, Laboratorien sind im Laufe der Zeit sehr kostspielige Einrichtungen

geworden, und sie werden es von Jahr zu Jahr wehr. Gebäude, Instrumente, Apparate, Ma­schinen, Bibliotheken erfordern immer größere Au^-ndungen, die für die meisten naturwissen­schaftlichen und medizinischen Institut» der grö­ßeren Universitäten sich heute der Millionen­grenze stark nähern. Stehen doch allein die für Unterrichtszwecke bestimmten Gebäude der Uni­versität Leipzig mit 18 Millionen zu Buch. An­ter diesen Umständen ist es für den Staat ein­fach ein Gebot guter Oekonomie, so große Kapi­talien nur festzulegen, wo sie vollständig ausge­nutzt werden können, und das ist in der Regel nur an großen Universitäten der Fall. Nur an diesen können auch die Jnstitutsbauten den Fort­schritten der wissenschaftlichen Forschungstechnik und Arbeitsteilung nachkommen, während die kleineren entweder ganz darauf verzichten oder sich mit Unzulänglichem beanügen müssen.

Run hat es die historische Entwicklung Deutschlands mit sich gebracht, daß einige Staa­ten über mehr Universitäten verfügen, als sie streng genommen nötig haben. Preußen würde, wenn es das Universitätswesen von Grund auf neu zu ordnen hätte, gewiß nicht zehn Universi­täten errichten, sondern sich vielleicht mit sechs begnügen. Schwerlich würde auch Hessen, wenn es sein Hochschulwesen neu zu ordnen hätte, ne­ben Marburg die Universität Eießen, die Thü­ringischen Staaten neben Halle ihr Jena, und Mecklenburg sein Rostock zwischen Kiel und Greifswald setzen.

Freilich scheint der Erbfehler des Partiku- larismus, an dem wir Deutsche nun einmal lei­den, kaum auf einem Gebiete so leicht freie Bahn zu finden wie auf dem des Hochschulwesens. War es nötig, daß sich Mannheim neben Frankfurt setzte, daß die Münchener Handelshochschule ent­stand? Es wird ja vielleicht bald einmal an der Zeit sein, über die Beeinträchtigung zu reden, welche der Grundgedanke der Handelshochschule durch diese übereilten Konkurrenzgründungen erfahren hat.

Man muß den flotten Betrieb einer großen Universität in Vorlesungen und Instituten ken­nen gelernt haben und mit ibm die Erfahrungen vergleichen können, die der Dozent einer kleine­ren Hochschule macht, zu dessen Füßen vielleicht e'i halbes Dutzend Hörer stcki zu versammeln pflegt. Der Widerspruch zwischen Kraftausgabe und Nutzeffekt, der hier zutage tritt, legt sich läh­mend auf seine wissenschaftliche Betätigung.

Als Minimalzahl von Studierenden, für welche der Aufwand einer großen Universität sich rechtfertigt, kann man heute etwa 4000 anneh- mcn.

Es kann meines Erachtens nicht davon die Rede sein, daß die deutschen Staaten selbst die Zahl die Universitäten vermehren. Wohl aber werden sie darauf Bedacht zu nehmen haben, von den bestehenden, deren Einrichtungen nicht im­mer mit ibrem historischen Ruhme im Einklang stehen, diejenigen, deren Freouenz dies erlaubt, zu Universitäten großen Stils auszubauen und sie mit all den kostspieligen Einrichtungen des modernen Forschungs- und Unterrichtsbetriebs auszustatten, die sie allein in den Stand setzen können, ihre Bestimmung wirklich zu erfüllen.

Das i st einfach eine Staats not­wend igkei t, der gegenüber entsteh- ende lokale Interessen keine Rolle spielen dürfen."

Wenn Bücher die Minimalzahl der Besucher auf 4000 setzt, so sind wir ja noch lange nicht in der glücklichen Lage: und wenn die Frankfurter uns sagen, daß wir vor 20 Jahren ja nicht an die Frequenz von 2000 gedacht hätten und uns in­folgedessen auch nicht über einen eventuellen Verlust durch Frankfurt beschweren könnten, so d^^.en die Bücherschen Ausführungen der beste Beweis für die Notwendigkeit unseres Drängens nach einem Vorwärts unserer Universität sein.

Daß Prof. Bücher die Vorzüge des Betriebes an einer kleineren Universität in vielen Dingen doch auch unterschätzt, wollen wir hier nur er­wähnen, mit dem Grundgedanken, daß die Re­gierung die Pflicht hat, gerade die kleineren Universitäten immer mehr und mehr auszubauen und sie nicht durch Neugründungen schädigen zu lassen, find wir durchaus einverstanden. Bon kleineren llnioersitäen sollen namentlich die in ihrem Bestand erhalten und gefördert nicht geschädigt werden, die sich in einer erfreu­lichen Aufwärtsentwicklung befinden wie Mar­

burg. Das liegt im Interesse des Staates dem gegenüber das Interesse einer reichen Kommune nicht in Betracht kommt.

Aus der Woche.

Die Welt ist voll von Krieg und Kriegs­geschrei, und gekämpft wurde während der Ostertage in drei Erdteilen, aber alles das ge­mahnt doch nur an Theaterdonner; wenn der Regisseur einen Wink gäbe, hörte alles alsbald auf. In Mexiko verkaufen dieGenerale" der Aufständischen in den Pausen Ansichtspost­karten an das Pankeepublikum, das massenhaft in Automobilen gekommen ist, sich dieSchlach­ten" anzusehen, in denen mitunter auch wirklich Leute verwundet werden. Am Balkan sieht es etwas gefährlicher aus, denn dort gelten Menschenleben wenig, und es wird gut geschos­sen. Aber an demgroßen albanesischen Auf­stand" find insgesamt doch nicht mehr als höch­stens 1500 Mann beteiligt. Es ist im wesent­lichen eine Art Polizeiaktion, die die Türkei bae gegen die Herren Räuber auszuführen hat, wo­bei allerdings mindestens das Zehnfache an Mannschaften zum Einkreisen gehört.

Sehr lustig und operettenhaft muten die Pariser Skandale an, fast wie in der Fledermaus". Die liebe Eitelkeit behängt stch mit den exotischsten Orden, die mindestens vom Bey von Tunis stammen, oder gar vomHei­ligen Wilhelm von Frankreich". Unter all' den Schwindlern, die dieser Tage in Paris durch- gehechclt werden, sind die Ordensschwindler, die für ein paar Quadratzentimeter strahlenden Blechs und ein gefälschtes hochtrabendes Doku­ment ihren Mitbürgern Beträgeje nach der Leistungsfähigkeit" von 12 bis 6000 Franken abnehmen, die amüsantesten. Aber vor Gericht gibt es nachher auch nur die reine Operetten­schlacht. Nirgends wird mit Begnadigungen großer Diebe und kleiner Halunken so freigebig gewirtschaftet wie in Frankreich. Die str-ikenden Eisenbahner, die durchSabotage" Hunderte von Menschenleben in fahrenden Zügen in Le­bensgefahr brachten, sind nicht nur samt und sonders aus dem Gefängnis entlassen, sondern werden jetzt auch wieder in ihre alten Posten eingesetzt. Die Gerechtigkeit straft in Repu­bliken nur solche Uebeltäter, die keinen Für­sprecher in der Abgeordnetenkammer besitzen. Wer aber gar eine Zeitung sich kaufen kann, der ist ein Rühr-mich-nicht-an für alle öffentlichen Gewalten geworden und bekommt, wie der Mil- ltonenmacher des Panamaftandals, Bunau- Varilla, dem derMatin" gehört, auch noch Orden umgehängt, und zwar echte.

Der kommende Reichstagswahlkampf ist im Grunde schon längst eröffnet, aber die Osterwoche bedeutet wenigstens einen kurzen Zwischenakt, in dem das Publikum sich erfrischen konnte. Nun geht es wieder los. Hier und da verreist ein Mitbürger inseinen" Wahlkreis, um dort zu reden, oder zu verhandeln, und sechs oder sieben andere tun desgleichen. Jeder nennt den Kreis denseinen", obwohl das doch erst Ende Januar nächsten Jahres entschieden wird.

Allen, denen blinde Parteiwut und -ver- ranntheit nicht gestatteten, das Wahrwort des Kanzlers, daß die Reichsfinanzreform ge­sunde Finanzen bewirkt habe, unbefangen zu werten viele Blätter von links unter­schlugen bekanntlich damals diese Wahrheit ihren Lesern, bleibt nun nichts mehr übrig als endlich den Mund zu halten. Denn bin­nen kurzem werden Zahlen zum Belege der Kanzlerworte aufmarschieren. DieBerl. Pol. Nachr." kündigen an, daß demnächst das Ergeb­nis der Einnahmen aus den Zöllen, Steuern und Gebühren während des Rechnungsjahres 1910 veröffentlicht werden wird. Dieser Publi­kation wird sich die in der Jahreseinnahme aus der Post- und der Reichseisenbahnverwaltung anschließen. Es ist sicher so wird hinzu- gefügt, daß die wirklichen Einnahmen bei den Zöllen, Steuern und Gebühren, wie bei den bei­den großen Betriebsverwaltungen des Reiches die Etatsansätze übertroffen haben. Man darf sich sogar auf ansehnliche Summen gefaßt machen. Jedenfalls sind sie so groß, daß auch insgesamt für das Rechnungsjahr 1910 auf einen Ueberschuß beim Endabschluß der Reichs­hauptkasse zu rechnen ist. Er ist bekanntlich etatsgesetzmäßig zur Abminderung der aus den |

bereitesten Mitteln des Reiches abzubürdenden Beträge zu verwenden.

Im englischen Unterhause hat der Minister Churchill einen Gesetzentwurf einge­bracht, welcher das unbeschränkte Asylrecht selbst für politische Verbrecher, das England wie die Schweiz und die Vereinigten Staaten zum Leidwesen der übrigen Mächte bislang ge­währte, wenigstens etwas einschränken dürfte. Das Asylrecht ist eben heute veraltet, patzt nicht mehr in unsere Zeit hinein. Diese hat die poli­tischen Freiheiten, deren sie bedarf. Was man auf umstürzlerischer Seite unter Freiheit heute versteht, läuft auf die Beseitigung jeglicher Autorität hinaus. Sie birgt die schlimmste Tyrannei in sich. Gegen diese Bewegung neh­men im Selbstinteresse alle vernünftigen Men­schen und Gemeinwesen Stellung. Die neue eng­lische Gesetzesvorlage entspricht dieser Idee, für die sie auch schon die Internationale Krimina­listische Vereinigung bei ihrer Brüsseler Tagung im Vorjahre verwendet hat. Die revolutionäre Bewegung heischt Abwehr, und die gründlichste ist eine Revision des Asyl- und Ausweisungs­rechtes.

DeritMs Reich.

Bom Kaiser. Achilleion, 21. April. Der Kai­ser empfing gestern den griechischen Minister des Aeußern Cryprris in Gegenwart des Gesandten von Jenisch in Audienz und überreichte ihm dabei den Roten Adlerorden 1. Klasse.

Ein neuer Flugpreis des Kriegsministeriums. Dresden, 21. April Der Sächsische Landesdiensi meldet: Das preußische Kriegsministerium setzte für den Rundflug durch Sachsen einen Preis von 5000 ,M für den Sieger aus; außerdem wurden 25 000 ,M. für die Anschaffung Les siegreichen Flugzeuges bewilligt Als Bedingung für die Gewährung des Zusatzpreises wird verlangt, daß der Fliege" eine Teilstrecke mit einem Passagier zurücklegt und während des Fluges eine Höhe von 400 Meter überschreitet. Das Fluz­zeug muß deutschen Ursprungs sein.

Verstärkung des Pensionsfonds. Berlin, 21 April. DieBerliner Korrespondenz" meldet: Durch den Etat von 1911 wird der Fonds zu Ausgleiche unterstützungen für Altpensionäre und Hinterblie­benen von 1% Millionen auf 2% Millionen, sowie die entsprechenden Fonds für Elementarlehrer, Lehrer-Witwen und Waisen auf 400 000 <M verstärkt. Gleichzeitig beschloß die Staatsregierung eine we­sentliche Erleichterung der Bewilligungssätze und ordnete insbesondere an, daß die Voraussetzungen für die auf Antrag zu erfolgende Gewährung von Zu­wendungen wohlwollend geprüft werden, um den aus den jetzigen Teuerungsverhältr.issen sich ergebende» Härten abzuhelfen.

Ausland.

** Festtage in Rom. Rom, 21. April. Die Stadt ist anläßlich des Jahrestages der Gründung und Er­öffnung der Ethnographischen Ausstellung mit Fah­nen und Flaggen reich geschmückt. selbst die Wagen der elektrischen Straßenbahn und die Omnibusse führen Flagqenschmuck. Eine festüch erregte Menge belebt die Straßen. Bereine und Schulen ziehen, patriotische Lieder singend, nach dem Ausstellungs­platz. Das Königspaar und Prinz Arthur von Con- naught wurden auf der Fahrt zur Ausstellung mit begeisterten Zurufen begrüßt. An der Ausstellung wurden die Fürstlichkeiten von den Ministern und den Behörden, sowie dem diplomatischen Korps emp­fangen. Das Königspaar und Pr^nz von Connaught durchschritten einen Teil der Ausstellung und nah­men sodann im Festpavillon Platz. Der Präsident des Ausstellungskomitees, Graf San Martino, der Vizepräsident, Deputierter Martini, und der Kom­missar für die Sektion Piemont, Eiordani, hielten unter großem Beifall aufgenon mene Ansprachen. Sodann erklärte der Unterrichtsminister Eredare die Ausstellung für eröffnet. Unter erneuten Ovationen kehrten die Fürstlichkeiten nach dem Schloß zurück.

** Frankreich. Csax, 21. April. Präsident Fal- liöres begab sich von Gabes noch Toulon. Ein Trans­portschiff ging mit einer Kolonialtruppenabteilunz nach Marokko ab-

** Bahngesellschaften gegen den Minfter del öfentliche« Arbeite«. Paris, 21. April DasEch« de Paris" will wissen, daß die Eisenbahngesellschaften der vom Minister der öffentlichen Arbeiten an sie ge­richteten Aufforderung nicht entsprechen und keiner­lei Wiederanstellung entlassener Eisenbahner vor­nehmen werden. Dieser Beschluß sei von den Direk­toren der verschiedenen Bahngesellschaften gemeinsam am letzten Samstag gefaßt worden nach der Sitzung, in der die Kammer den drohenden Erklärungen des Ministerpräsidenten und des Ministers der äffen!« lichen Arbeiten ihre Zustimmung erteilte .

** Mexiko. Rewyork, 21. April. Nach einem Telegramm aus El Paso gab Madero bekannt, befc wenn er nicht die Zusicherung von dem Rücktritt be»