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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

und den Beilagen:Nach Feierabend",Fürs Haus" undLandwirtschaftliche Vellage.

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TieObrrdesiische Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich durch die Post bezogen 2.25 «Ä (ohne Bestellgeld), bei unseren Zeitungsstellen und der Expedition <Markt 21) 2.00 dH frei ins Haus. (Für unver­langt zugesandte Manuskripte übernimmt die Redaktion keinerlei Verantwortung.) Druck der Univ.-Buchdruckerei I. A. Koch (Inh.:

Dr. Hiheroth), Markt 21. Telephon 55.

Marburg

Donnerstag, 20, April

Der Anzeigenpreis beträgt für die 7gehaltene Zeitc oder deren Raum 15 j., bei auswärtigen Anzeigen 20 X, für Reklamen die Zeile 40 j.. Bei Wiederholungen entsprechender Rabatt. Jeder Rabatt gilt als Barrabatt. Bei Konkurs kein Rabatt. Verbindlich­keit für Platz-, Datenvorfchrist und Belegliefcrung ausgeschlossen. Zahlungen im Postscheckverkehr ohne Portokosten unter Rr. 5015 deS Postscheckamtes Frankfurt e. M.

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46. Jahrg.;

1911.

Erstes Blatt.

Die Lage in Marokko.

Madrid, 17. April. Die ZeitungEl Vkundo" meldet aus Fez unter dem 9. ds.: Die Benei Mter unternahmen einen Angriff auf die Hauptstadt, deren Tore geschlossen wurden. Die Kerteidigerzahl der Stadt ist schwächer gewor­den. Es fehlen Lebensmittel.

Tanger, 17. April. Infolge des Abfalls des Beni Sadden, und der Beni Uarain int Süd­osten von Fez berief der Sultan seine Mahalla zurück, welche gegen die Scherarda operiert. Der französische Konsulat-Agent von Alkassar konnte dem Kommandanten der Mahalla, Vremond, Geld und Munition überbringen. Bremond führt die Mahalla trotz des aussergewöhnlichen starken .Regens zurück. In der Gegend von Eharb ist alles ruhig.

Paris, 18. April. Aus Fez wird vom 12.' April gemeldet: Der als Friedensunterhändler zu den Beni Mter entsandte Scherif Anrani ist von diesen ausgeplündert, geschlagen und voll­ständig entkleidet zurückgeschickt worden. Die Beni Mter, Uarain und Djamax näherten sich nachmittags der Stadt und griffen die Posten an, mutzten sich aber, als sämtliche Streitkräfte des Wachsen anrückten und sich ihnen entgegen: stellten unter Zurücklassung von mehreren Toten zurückziehen. Die Truppen des Wachsen hatten zwei Tote und mehrere Verwundete.

Paris, 18. April. Nach einer Meldung aus Fez vom 9. April konnte der Bevollmäch­tigte des Sultans, Ben Eabrit, der die Geneh­migung zum Abschlutz einer neuen 45 Millionen- Anleihe erhielt, die Hauptstadt nicht verlassen, da die Verbindungen abgeschnitten sind. Tau­send Mann von dem Stamme der Beni Uarain fielen vom Sultan ab. Sie teilten sich in drei Gruppen und beschossen die Vorposten im Süden und Osten von Fez, die ebenso wie die Angreifer einige Tote hatten. Mehrere Aufwiegler wur­den verhaftet.

Blida, 18. April. Ein Bataillon des ersten algerischen Schützenregiments wurde mo­bil gemacht, um nach Marokko gesandt zu werden.

Paris, 18. April. In einer offiziösen Zei­tungsnote wird betreffs der beschlossenen Ver­stärkung der Besatzungstruppen des Schaujage­biets mitgeteilt, daß bett neuesten Nachrichten zufolge nunmehr auch gewisse bisher treugeblie­bene Stämme südöstlich von Fez vom Sultan ab- gesallen seien. Man befürchtet, datz dies eine Rückwirkung auf die Gesinnung der Stämme an der Grenze des Schaujagebiets ausüben könnte, und die französische Regierung sei deshalb der Ansicht, datz es zweckmässig sei, das Vesatzungs- korps durch vier Bataillone zu verstärken.

Paris, 18. April. DerTemps" schreibt über die Entsendung von Verstärkungen in das Schaujagebiet, dieselben scheinen nicht die Vor­bereitung zu einem Entsätze von Fez zu bilden. Es wäre nicht schwer, nach Fez zu gelangen, aber schwer, dort zu bleiben und sich mit Kriegsmate­rial und Lebensmitteln zu versehen. Das mili­tärische Problem bestehe im Grunde genommen darin, sich eine Etappenstratze zu sichern. Es liege aber auf der Hand, datz das Besatzungskorps der Cchauja, welches nach Ankunft der Verstärkun­gen höchstens 11000 Mann zählen werde, nicht stark genug wäre, um gleichzeitig das Schauja­gebiet zu bewachen, auf Fez zu marschieren und die Verproviantierung zu sichern. Selbst wenn General Moinier 5000 bis 6000 Mann detachie­ren könnte, wäre diese Streitkraft nicht hinrei­chend, um Fez, dem Sultan und den Europäern zweckdienlich zu Hilfe zu kommen und die Ver­bindung mit der Küste aufrecht zu erhalten. Aber abgesehen davon, sei es klar, dass, wenn man auf Fez marschieren sollte, dies von Osten aus geschehen miitzte. Auch deshalb dürfe man der Erklärung der Regierung Glauben schenken, dass die Verstärkung des Schaujakorps nur eine örtliche Vorsichtsmassregel sei und nicht den Zweck habe, eine weitausgreifende Unterneh­mung zu verbergen. DerTemps" schliesst: Wenn diese Unternehmung jedoch notwendig war, um den Frieden in Marokko zu retten, dann war es gleichzeitig loyal und Geschick, unsere Entscheidung und unsere Vorbereitungen offen­kundig zu treffen und unsere Aktion, die alge­rische Grenze als Basis zu geben und sie möglichst «virHarn zu gestalten.

Diese Nachrichten über die Lage in Marokko klingen natürlich äusserst ernst. Aber man wird gut tun gewitzigt durch frühere Erfahrungen , sie nicht alle für bare Münze zu halten. Frankreich und Spanien haben ein grosses Interesse daran, die Welt mit Schreckens­nachrichten zu überschütten und die Lage mög­lichst düster hinzustellen, dadurch wollen sie es dann rechtfertigen, wenn sie die Truppen in Ma­rokko bedeutend verstärken, wie jetzt Frank­reich 4 Bataillone hinsenden wird. Man wird sich unter diesen Umständen fragen: Wie steht es denn eigentlich mit der Algecirasakte, jetzt wo über die Hälfte des Landes von französischen und panischen Truppen besetzt ist.

Ein Berichterstatter derD. Tgsztg." schildert die Lage folgendermassen:

Tanger, 12. April. Vor drei Tagen hier angekommen, sehe ich, wjF die politischen Ereig­nisse, die in letzter Zeit so viel Unruhe verursach­ten, sich im hiesigen Leben wiederspiegeln. Die Strassen von Tanger wimmeln von französischen Uniformen. DerPetit Marocain", das neu ge­gründete Konkurrenzblatt derDepesche Maro- caine" konstatiert mit unverhohlener Freude, dass Tanger das Aussehen einer algerischen Gar­nison habe. Die Gefahr der französisch-spanischen Intervention in Marokko droht ständig, denn Frankreich kann durch seine Agenten die Auf- standsbewegung schüren und bis zur Gefährdung der Europäer in Fez anwachsen lassen. Zn der französischen Marokko-Presse spiegelt sich die Un­geduld wieder, den Vorhang über das ersehnte Französisch-Marokko aufgehen zu sehen. Die in Casablanca erscheinendeVigie Marocaine" fragt, ob der lange verzögerte Schlussakt im ma­rokkanischen Spiel gekommen sei. Die allge­meine Ueberzeugung der hiesigen Deutschen ist, datz die marokkanische Frage jetzt vor ihrer end­gültigen Entscheidung steht. Der Sultan regiert Marokko, Frankreich regiert den Sultan. Es stützt ihn, weil er ein vortreffliches Herrschafts­instrument ist. Ob der Sultan der Aufstands­bewegung Herr wird oder nicht, liegt in Frank­reichs Hand. Damit ist alles gesagt. Die Frage für Deutschland ist, ob die Algecirasakte und das deutsch-französische Abkommen deshalb geschlos­sen wurden, um die politischen und wirtschaft­lichen Zustände herbeizuführen, die jetzt in Ma­rokko herrschen u. s. f.

DieNordd. Allg. Ztg." bringt ihrerseits die Ueberzeugung zum Ausdruck, datz die Verhält­nisse im Scherifenreiche nicht so bedrohlich sind, als die Alarmnachrichten glauben machen wol­len. ZmmerhinwirddiedeutscheRe- gierung die Augen offen halten müssen.

Deutsches Reich-

Koloniales. Wie aus Südwestafrika ge­meldet wird, ist der Häuptling Rande von Un- kuanjama (Ovamboland) anfangs Februar ge­storben. Randes Nachfolger ist sein Neffe Man- dume. DasDeutsche Kolonialblatt" nimmt an, dass der Regierungswechsel in Unkuanjama kei­nen Einfluss auf die augenblickliche Lage in Ovamboland haben wird. Die Meldung von Gold- und Silberfunden auf den Farmen Gorab und Swartmodder bestätigt sich.

Die Selbstmorde in Preußen während des Jahres 1909. Zn Preutzen haben lautReichs­anzeiger" im Jahre 1909 8422 Personen (6466 Männer und 1956 Frauen) Selbstmord verübt. Seit dem Jahre 1905 also während eines fünfjährigen Zeitraumes schwankt die jähr­liche Selbstmordziffer, aus 100 000 Lebende be­rechnet, zwischen 20 und 22. Bei den Männern betrug sie 30 bis 34, bei den Frauen 9 bis 10. In jedem Zahre kam eine Anzahl von Selbst­morden vor, für die eine bestimmte Ursache nicht zu erkennen war. Im übrigen hat sich feststellen lassen, datz die meisten Selbstmorde im Berichts­jahre infolge von Geistesstörung begangen wur­den; diesen schliessen sich diejenigen an, als deren nächster Anlass Trauer und Kummer, körperliche Leiden, Reue und Scham, Gewissensbisse, Alko- holismus, Nervenkrankheiten, Leidenschaften, Lebensüberdruss, Aerger und Streit, Geistes­schwäche und endlich Laster genannt werden.

Ausland.

** König Alfons. Paris, 18. April. König Al­fons von Spanien ist gestern nachmittag in Bordeaux eingetroffen, um einen Speztalarzt für Rasen- an»

Halskrankheiten zu konsultieren, der ihn schon wieder­holt behandelt hat.

* * Präsident Fallier« in Biserta. Biserta, 18. April. Zur Begrüßung des Präsidenten Fallieres waren außer dem englischen und dem italienischen Geschwader auch ein spanischer Kreuzer eingetroffen. Unmittelbar nach der Landung richtete Präsidcnr Fallieres an die Könige von England, Italien und Spanien Depeschen, in denen er ihnen für den neuen Beweis der Sympathie dankt und seine Bewunderung für die schönen Schiffe ausspricht. Anläßlich der Anwesenheit des Präsidenten Fallieres fand heute ein Festmahl statt, bei dem Fallieres einen Trink­spruch auf das Gedeihen des Schutzgebietes ausbrachte und fein Glas zu Ehren der Souveräne erhob, die ihn in den Gewässern Bijertas durch Kriegsschiffe begrüßt und dadurch Frankreich einen Beweis ihrer hohen Sympathie gegeben hätten. Präsident Fal­lieres empfing an Bord derVerite" die fremden Ad­mirale und bestieg sodann mit Gefolge einen Tor­pedobootszerstörer, worauf er die Parade über das engltsche und das italienische Geschwader, sowie über den spanischen Kreuzer abnahm. Nachher besuchte der Präsident die Kommandanten der ftemden Schiffe und ging darauf an Lend.

* Sie Lage in Mexiko. Newyork, 18. April. Nach einer telegraphischen Meldung aus Dougals überschritt der Führer der Insurgenten in Agua Prieta Earaja in der vorigen Nacht die Grenze. Er ergab sich für seine Person dem Führer der ameri­kanischen Truppen; der Kampf hörte um 10 Uhr 45 Minuten auf. Die Aufständischen blieben int Besitz aller Stellungen. Aus Douglas wird gemeldet: Die Rebellen räumten heute früh Agua Prieta. Die Regierungstruppen besetzten den Ort bei Tages­anbruch. Washington, 18. April. Die Regierung von Mexiko gab dem Präsidenten Taft die Versiche­rung ab, daß die Vorkommnisse in Agua Prieta sich nicht wiederholen würden. An der Grenze würde künftighin die Politik strenger Zurückhaltung be­folgt. Präsident Taft lehnte es ab, den amerikani­schen Truppen den Befehl zum Ueberschreiten der Grenze zu erteilen, da er die Besorgnis hegt, daß das Ueberschreiten die mexikanische Bevölkerung gegen Tausende von Amerikanern erbittere, welche in Mexiko wohnen. Der Präsident riet den Einwohnern von Douglas, sich aus der gefährdeten Zone zurück­zuziehen.

* * Aus Mozambique wird nach London gemeldet. Die Gegensätze zwischen Monarchisten und Republi­kanern sind daselbst so scharf, daß man auf die Mög­lichkeit von Ruhestörungen rechnet, bei welchen Leben und Eigentum britischer Reichsangehöriger gefährdet werden könnten.

* * Sie Ermordung ein« Japaners durch die chinesische Polizei. Mulden, 18. April. In der An­gelegenheit der Ermordung des Japaners durch die chinesische Polizei erklärte der Generalgouverneur von der Mandschurei Hsihliang dem japanischen Konsul mündlich sein Einverständnis, den folgenden Forde­rungen nachzukommen: Sämtliche chinesische Polizi­sten, die an dem Ueberfall auf den Japaner teilge­nommen haben, sollen streng bestraft werden. Dem Chef der Polizei soll eineRüge erteilt und den verwun­deten Japanern eine Entschädigung ausgezahlt wer­den. Es soll kategorisch versprochen werden, daß ein derartiger Fall nicht mehr vorkommen wird. Dem japanischen Konsul soll ein offizielles Entschuldig­ungsschreiben zugesandt werden.

Aus der französiicken Republik.

Die Winzerunruhen.

Paris, 18. April. Heute Morgen wurde hier ein anarchistischer Fassbindergehilfe namens Renaudel verhaftet unter der Beschuldigung, dass er in einer in Paris abgehaltenen Versamm­lung die in der Champagne begangenen Plünde­rungen verherrlicht habe. Die Zabl der im Winzergebiet verhafteten Ruhestörer beträgt 120. DemJournal de Paris" zuiolor steht auch die Verhaftung eines Pariser Agitators bevor, der bei den in Ay vorgekommenen Zerstörungs- akten eine hervorragende Rolle gespielt hatte.

Der Fall Hamon.

Paris, 18. April. Wie verlautet, hat die Untersuchung gegen den verhafteten Kassendirek­tor im Ministerium des Aeutzern Hamon bereits zahlreiche Betrugs- und Veruntreuungsfälle er­geben. So soll festgestellt worden sein, dass Ha­mon aus dem Geheimfonds dieses Ministeriums 75 000 Francs entwendet hat. Ein Maler, der für das Gebäude der französischen Botschaft in Wien Arbeiten für 17 000 Francs ausgeführt hatte, erhielt diese Summe erst nach mehrjähri­gem Drängen, mutzte aber eine Empfangsbeschei­nigung über 30 000 Francs ausstellen.

Die Ordenschwindler.

Paris, 18. April. Mehrere Blätter be­haupten. dass nicht alle von Palenfi und Cle-

menti verkauften Ordensdiplome gefälscht seien« So habe ein hiesiger Kaufmann für 6000 Franc» ein Diplom derakademischen Palmen" erhall ten, das zweifellos echt fei und die Unterschrift eines Unterrichtsministers trage. Giementi habe sich dieses Diplom durch die Vermittlung einer intimen Freundin eines Ministers verschafft.

Die Unterschlagung amtlicher Dokumente.

Paris, 18. April. Aus Konstantinopel wird einem hiesigen Blatt gemeldet, dass Mall man mittels der diplomatischen Schriftstücke, di« er sich durch feine Helfershelfer verschaffte, wie­derholt Erpressungsversuche unternommen hat. Er drohte, die geheimen Schriftstücke zu ver­öffentlichen, falls ihm die von ihm angestrebten Eisenbahn- und sonstigen Konzessionen nicht be­willigt würden. Es scheint jedoch, dass er nil diesen Erpressungsversuchen keinen Erfolg i e habt hat.

Konstantinopel, 18. April. Die Xb rektion des Departements für die öffentliche Si­cherheit leitete eine Untersuchung ein, um die in der Angelegenheit Maimon beteiligten Beam ten der Pforte ausfindig zu machen. Die Bläll termelbung, zwei Beamte des Ministeriums de» Aeuhern seien verhaftet worden, ist falsch. Wahl ist nur, dass die Polizei seit Monaten davon Kenntnis hat, dass der Inhalt diplomatische, Schriftstücke verraten worden war und einig« Beamte des Ministeriums überwachte. Da, Prehbureau erklärt die Nachricht, die Botschaft einer befreundeten Macht machte den Grotzwesft darauf aufmerksam, datz unter den gestohlenen Dokumenten auch solche der Pforte seien, für un- richtig.

Kreis-FeuerweMafl.

* Fronhausen, 18. April.

Heute fand hier der 13. Verbandstag der Feuerwehren des Kreises Marburg statt. Aus diesem Anlasse war für die hiesige Feuerwehr, die durch die Anlage der Wasserleitung in letzter Zeit um eine Hydranten-Abteilung bereichert ist, mittags um 2 Uhr eine Hebung anberaumt. Als der Marburger Zug, der die meisten Delegierten und fremden Feuerwehrleute brachte, einlief, stand die Feuerwehr in Reih und Glied mit ihren Spritzen und Gerätschaften auf der unmit­telbar am Bahnhofe gelegenen Eemeindehute. Es wurde bann sofort in Gegenwart einer zahl­reichen Zuschauermenge mit bet Hebung begon­nen, die zunächst in Marschübungen bestand. Auf erfolgte Alarmierung hin, ginge dann im Lauf­schritt zur fingierten Brandstätte, als welche die Hoossche Scheune diente. Auch diese Brand Übung gelang vollkommen, insbesondere bewährte sich hier die Wasserleitung, die genügend Wasser für bie Spritzen lieferte. Rach beendigter Hebung schloss sich im Saale des Restaurants Jost der Vertretertag an. Bürgermeister Gethardt-Fron- hausen hiess zunächst die zahlreich erschienenen Feuerwehrleute willkommen und forderte sie auf, zu Ehren des so plötzlich dahin geschiedenen Reg.- Rats Landrat v. Negelein sich von ihren Sitzen zu erheben. Ihm schlotz sich der Vorsitzende der Versammlung, Kreisbrandmeister Heuset-Mat- burg an, der besonders der Verdienste gedachte, welche sich Landrat v. Negelein um den Verband und das Feuerlöschwesen im Kreise erworben habe, anschließend wies er auch auf das Ableben des Ehrenmitgliedes des Kurhessischen Feuer­wehrverbandes, Geh. Rat Dr. Knorz in Cassel hin, bet stets Beihilfen zur Anschaffung von Feuerspritzen unb zur Anlage von Wasserleitun­gen befürwortet habe. Die Anwesenden erhoben sich zu Ehren der beiden Verblichenen von den Sitzen.

Die Anwesenheitsliste ergab, dass 49 Feuer­wehren mit etwa 150 Mitgliedern vertreten waren.

Bei Besprechung der abgehaltenen Hebung betonte Kreisbrandmeister Heuser, daß die Feuerlöchverhältnisse in Fronhausen sich gebessert hätten, das hätte ja auch die Hebung, die unter bet Leitung bes Kommandanten Geil gestanden, gezeigt.

Aus dem nunmehr erstatteten Jahresbericht ist zu erwähnen, datz von 90 Feuerwehren im Kreise 87 dem Verbände angeboren, fern stehen immer noch die Gemeinden Fronhausen, Kehna und Seelbach. Es wurde, unter Hinweis auf bie S Lhlichkeit bet Feuerwehr tage bem Wunsch Aus­druck gegeben, dass bie letzteren sich doch nun such