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Heimer Regierungsrat Edmund Brückner, er­nannt worden.

Landtagsabgeordneter Borgmann f. Ber­lin, 17. April. Der Stadtverordnete und Land­tagsabgeordnete für den Wahlkreis Berlin V, Borgmann (Sozialdemokrat), ist gestern gestor­ben.

Die deutschen Schüler in Paris. Paris, 17. April. Die vom BerlinerJournal d'Alle- magne" nach Paris gesandten 50 Schüler und Schülerinnen statteten heute der deutschen Bot­schaft einen Besuch ab und wurden daselbst vom Botschafter Freiherr von Schoen und dessen Ge­mahlin festlich bewirtet. Oberlehrer Dr. Schmidt sprach im Namen der jungen Taste und der Aus­tauschkomitees in herzlichen Worten seinen Dank für die liebenswürdige Aufnahme aus, worauf der Botschafter erwiderte, es sei ihm eine grosse Freude gewesen, Vertreter der deutschen Schul­jugend auf französischem Boden begrüssen zu kön­nen. Am Abend veranstaltete die Vereinigung Le foyer de l'ecol einen Ball zu Ehren der deut­schen Schüler und Schülerinnen.

46. Jahrg.

1911.

Marburg

Mittwoch, 19. April

DemFremdenblatt" zufolge wird das Geschwa­der, das gegenwärtig in der Levante kreuzt, den Kurs nach Korfu nehmen. Selbstverständlich wird der Kommandant des Geschwaders Kontre- admiral Kunfti sich bei Kaiser Wilhelm melden. Ob eine Besichtigung des Geschwaders durch den deutschen Kaiser stattfinden wird, ist noch nicht bestimmt, aber wahrscheinlich. Achilleion, 16. April. Die kaiserliche Familie nahm heute vor­mittag an einem Gottesdienst in der Schloh- kapelle teil, welchen Oberpfarrer Eoen» abhielt, und begab sich darauf zur Stadt, wo sie vom Bal­kon des Königspalastes der grossen Prozession zu­schaute, welche heute, als am griechischen Palm­sonntag, Korfu durchzog. Nach der Mittagstafel im Achilleion fuhren die Majestäten und die Prinzessin abermals zur Stadt und gingen an Bord der Hohenzollern, wo um 4 Uhr das Oster­eiersuchen der Matrosen vor sich ging. Das Wet­ter ist sehr schön. Die Kronprinzessin von Grie­chenland besuchte gestern dieKönigsberg".

Bom Kronprinzenbesuch. Wien, 15. April. Kronprinzen. Berlin, 15. April. Wie uns mit­geteilt wird, sind alle Nachrichten über eine Aen- derung der Dispositionen des Kronprinzen un­richtig. Es sind bisher keinerlei Abänderungen, das Danziger Kommando des Kronprinzen be­treffend, vorgesehen. Da auch bereits die Miets­kontrakte über Wohnungen und Stallungen auf längere Zeit abgeschlossen sind, so ergibt sich da­raus, dass die gegenteiligen Meldungen ohne tatsächliche Grundlage sind. Ueber die Frage, wie lange der Kronprinz das Kommando in Danzig behalten wird, liegen endgültige Ent­scheidungen der massgebenden Stille noch nicht vor. f

Keine Aenderungen der Dispositionen des Kronprinzen. Berlin, 15. April. Wie der Inf." mitgeteilt wird, find alle Nachrichten über eine Aenderung der Dispositionen des Kronprinzen betreffend, vorgesehen. Da auch bereits die Mietsontrakte über Wohnungen und Stallungen auf längere Zeit abgeschlossen sind, so ergibt sich daraus, dass die gegenteiligen Mel­dungen ohne tatsächliche Grundlage find. Ueber die Frage, wie lange der Kronprinz das Kom­mando in Danzig behalte nwird, liegen endgül­tige Entscheidungen der massgebenden Stelle noch nicht vor.

Zum Rücktritt des amerikanischen Bot­schafters. Washington, 17. April. Das Staats­departement erklärt, dass der Rücktritt Hills nicht mit seiner Haltung in der Kalifrage zusammen­hänge. >

Der neue Gouverneur von Togo. Berlin, 15. April. Zum Gouverneur von Togo als Nach­folger des in den Ruhestand getretenen hochver­dienten langjährigen Gouverneurs Grafen von Zech auf Neuhofen ist nunmehr der seitherige stellvertretende Erste Referent beim kaiserlichen Gouvernement von Deutsch-Südwestafrika, Ee-

aufhörlich spähte sie doch durch die Menge, es war ihr immer, als mühte sie hier den seltsamen blauen Augen begegnen, von denen sie die Nacht mit offenen Augen geträumt.

Und als sie wieder die Blicke hob, da sah sie den schönen, jungen Adjutanten des Herzogs mit dem hohen Herrn zu Pferd in ihrer allernächsten ^Nähe halten, und als der aufleuchtende Blick des jungen Offiziers ihr sagte, dass auch er sie wieder erkannt, va fühlte sie plötzlich ein heisses Erröten in ihre Wangen steigen.

Der Adjutant dirigierte sein Pferd und das des Herzogs unmerklich so geschickt, dass sie dicht neben dem Wagen der Frau von Nieper zu stehen kamen, worauf der junge Rittmeister dem Herzog einige Worte zuflüsterte. Der Fürst drehte sich hastig um und rief leutselig herüber:

Ah, meine beste Frau von Nieper, wie freue ich mich. Eie zu sehen, und noch dazu in so reizender Ge­sellschaft."

Hoheit sind sehr gütig," hatte Frau von Nieper geantwortet.Es ist mir aber eine besondere Herzens­freude, hier in dieser jungen Dame die einzige Toch­ter des Grafen Bergholz vorstellen zu dürfen."

Dabei war es einen Moment wie eine Wolke über des Fürsten Stirn gehuscht, dann aber hatte sich sein grosses, graues Auge fteundlich erhellt, und er hatte lachend geantwortet:

Was, der alte Bergholz, der alte, lustige Berg­holz hält solchen Schatz in seinem alten Eulennest auf der Heide versteckt? Muss hinaus, beste Nieper, muss hinaus"

Und dann hatte- er noch lang und breit mit der Dame geredet, aber ganz leise, während er seinem .Adjutanten zugerufen hatte:

Lieber Niendorf, unterhalten Sie mal «st» bis.

Ein schwarzbrauner Knabe Durchirrte die Heid', Er suchte sein Liebchon, Bis se' Herz brach vor Leid. Elinor seufzte tief auf. Wie töricht das traurig Lied doch war, und wie töricht von ihr, dass sie e« f» wehmütig stimmte.

...... (Fortsetzung folgt.)

Frankreich. Paris, 15. April. Der Senat hat dem Nachtragsetat für die Entsendung einer Abord­nung zu den Jubiläumsfeierlichkeiten in Italien z» gestimmt und bei diesic Gelegenheit Italien dit herzlichsten Grüsse ausgesprochen. Sodann vertagt« sich der Senat bis zum 15. Mai Präsident Ftl- lietcs ist gestern abend in Begleitung der Minister Delcasse, Pams und Chaumont nach Toulon abge­reist, von wo er sich nach Tunis begeben wird. Biserta 17. April. Das zur Begrüssung des Präsi­denten Fallieres entsandte italienische Geschwader ist heute früh um 8 Uhr das englische um 11 Uhr ein­getroffen. Die beiden Schiffsdivisionen anker« nebeneinander im See von Bisetta.

** Portugal.El Mundo" meldet, dass fünf Unteroffiziere in Braga, welche sich gegen die Republik verschworen hatten, verhaftet .mrden. Der Vater eines der Korporale, welcher in Porto wohnt, ist ebenfalls nach Braga gebracht worden.--S» Buarcos bei Figueira wollten während einer Pro­zession die Katholiken die Freidenker zwingen, btl Hüte abzunehmen. Die Folge davon war ein grosse» Tumult, bei dem katholische Heiligenbilder durch Steine zerschmettert wurden. Justizminister Alfonso Costa verbot infolgedessen äussere Kundgebungen der Katholiken in Buarcos und anderen Ortschaften, tos ebenfalls derartige Zwischenfälle vorgekommen waren. Köln 15 April. Wie der Lissaboner Bercchter- statter derKölnischen Zeitung" von bestunterrichte. ter Seite erfährt, ist die vorläufige Regierung berett, die Lösung der Streitfrage über die Güter der geist­lichen Orden dem Haager Schiedshof zu übergeben, sobald einer der Beteiligten einen dahingehende» Vorschlag macht. - Oporto, 17. April. Die in Braga verhafteten Unteroffiziere, welche sich gegen die Re­publik verschworen haben sollten, sind in Freiheit ge­setzt worden. Die Blätter meinen, die Angeelegen- heil sei bedeutungslos.

** Die Lage in Mexiko. Washington, 15. April Zwischen den Aufständischen und den Regierung» trunpen fand hart an der amerikanischen Grenze ei, Gefecht statt, in dessen Verlauf die Regierungstruppei bei Agua Priete über die Grenze gedrängt wurden Die Amerikaner entwaffneten sie und drangen ihre» Veits auf mexikanisches Gebiet vor. Weiter wird ge­meldet: Washington, 15. April. Rach einer bei» Kriegsdepartement eingegangenen Depesche gnjen die amerikanischen Truppen in das Gefecht der Agua Priete nicht, wie zuerst gemeldet, ein, dagegen wurde von amerikanischer Seite, als die Aufständischen ver­schiedene nach der Grenze fliehende Regierunggs. soldaten niederschossen, ein Offizier über die Grenze aeschickt, um die Einstellung des weiteren unnutzen Kampfes zu erwirken. Nach längeren Verhandlungen wurde mit den stteitenden Parteien ein Abkommen erzielt, dass der Rest der mexikanischen Garnison nach Niederlegung der Waffen durch amerikanische Ka­vallerie in amerikanisches Gebiet geleitet wird. Präsiden Taft hatte eine längere Besprechung mit Staatssekretär Knox über die durch die Vorgänge in Douglas (Arizona) geschaffene Lage. Der mexika­nischen Regierung und dem Führer der Aufständische« ist amtlich mitgeteilt worden, dass die Regierung der Vereinigten Staaten derartige Gefechte an der Grenze wie bei Agua Priete nicht dulden werde. London, 15. April. Das Reuter-Bureau meldet ans San Diego in Kalifornien: Das britische Kanonen­bootShearwarter" lief am 11. April auf der Fahtt

Pastorenhaus, und 1 a hatte er ihr lin kleines, weisses Bündel gezeigt, in welchem ein winziges, kleines Menschenkind lag, das sie mit grossen Blau- äugen anlachte. Das war Lottchen gewesen, das süsse kleine Lottchen, von dem sie erst geglaubt, es wäre ein Püppchen, l'nb dann war sie auf bem Arm des großen Jungen eingeschlafen, und er hatte ganz still gesessen, bis Christel kam, sie in den Eosenhof zu tragen; ober sie halte geweint und nicht fort gewollt, und da war sie denn die Nacht im Pastorenhaus ge­blieben. Am anderen Morgen hatte sie Christel ge­weckt und war bann mit ihr über die Heide gegangen zur Mama, und es war alles so schön gewesen zu­letzt auch bet Eosenhof.

Und sie hatte herrliche Tage auf bei Heide verlebt, und es war rat köstlich gewesen in dem alten Hause und in der Pastorei, wo ihre zweite Heimat war, bis zu der Zeit, wo sie weit fort in die Pension kam. Da hatte sie sich fast krank gesehnt nach bei Heide. Aus bei Rückieise abei ins Elternhaus, da war ihr etwas Seltsames passiert. Sie hatte bei einer Jugend­freundin ihrer Mutter, die in der Residenz wohnte, für zwei Tage Rast gemacht, und Frau von Nieper, so hiess die Dame, machte sich ein Vergnügen daraus, ihrer jungen Besucherin alle Herrlichkeiten der Re­sidenz zu zeigen. Auch in bas Theater hatte sie ihren jungen Schützling geführt, und sie hatte ihren Platz gerade gegenüber der Hofloge, in welcher neben dem Herzog ein seltsam schöner junger Mann aufgetau )t war, der unablässig zu ihr herüberblickte. Welche schwärmerischen und doch lusttgen blauen Augen er hatte, und wie schön unb stattlich er dreinschaute. Die ganze Nacht mußte Elinor daran denken. Am anderen Tage war Wettrennen. Frau von Nieper fuhr mit Elinor hinaus nach dem Rennplatz. Das junge Mädchen war fast geblendet von dem Glanz der Uni­formen, den kostbaren Toiletten bei Damen, aber «n-

Ausland.

** Besuch König Peters in Wien. Wien 15. April. Wie bieNeue Freie Presse" aus Belgrad meldet, wird König Peter dem Wiener Hofe im Laufe bes Mai einen Besuch abstatten.

* Der Winzeraufruhr. Reims, 15. April. Aus dem Marnedevartement werden neue Sabotageakte gemeldet. In Trevail zertrümmerten die Winzer heute Morgen, als die Infanterie einrückte, bie Fensterscheiben des Hauses eines Kommissionärs, er­brachen die Keller und zerschlugen 1500 Flaschen. Eine andere Bande verwüstete in Verzeney die Wein­berge des Dauses Moetet Ch-ndon im Umfange von zwanzig Hektar. Jir mehreren Orten des Weinbau­gebietes wurden Verhaftungen vorgenommen. Eveinay, 15. April Gestern abend 9 Uhr errichteten die Winzer von Trepail Barrikaden, um das Ein- brinnen der Treppen zu verhindern und plünderten die Weinhändler aus. Truppen räumten sofort die Barrikaden weg, um eine Zerstörung der Kellereien zu verhüten. Die Winzer rotteten sich jedoch wieder zusammen, und ließen bei einem Kaufmann die Weinfässer auslaufen. Die Aufständischen empfingen die Truppen mit Flaschenscherben, der kommandie­rende Offizier befahl den Soldaten nach vorherge­gangener Aufforderung zur Ruhe blank zu ziehen. Endlich wurden die Aufständischen auseinanderge­trieben; um Mitte.: >cht war die Ruhe wiederher- gestellt. Paris, 14. April. Der Staatsrat hat be­schlossen, eine umfassende Untersuchung in Bezug auf Abänderung der Bestimmungen Über die Abgren­zung der Champagne ei zuleiten, und läßt durch die Präfekten der in Frage kommenden Departements alle Persönlichkeiten, die in der Angelegenheit ver­nommen werden wollen, aufsordern, sich zu melden. Paris, 15. April. Wie aus Epernay gemeld/t wird, sind daselbst von unbekannten Uebeltätem 20 Kilogramm Dynamit gestohlen worden. Die Polizei hat deshalb große Sicherheitsmaßregeln zum Schutze verschiedener Weinbändler getroffen, da befürchtet wird, daß gegen dieselben Anschläge geplant find.

Deutsches Reich-

Bom Kaiser. Achilleion. 15. April. Ge­genüber den auswärts verbreiteten Gerüchten erfährt das W. T. V. von zuständiger Stelle, dass das Befinden des Kaisers ein außerordentlich günstiges ist und daß dem Kaiser der Aufenthalt rm Achilleion wie in früheren Jahren auch jetzt vortrefflich bekommt. Der Kaiser wohnte gestern stundenlang den Ausgrabungen bei Earitza bei, die höchst erfolgreiche Resultate an großen Fun­den aus der vorchristlichen Zeit ergeben. Auch heute begab sich der Kaiser trotz des Regenwet­ters wiederum nach Earitza. Wien, 15. April.

kNackidruck verboten.)

Heidezauber.

Roman vonAnnyWothe. l Fortsetzung, s

Elinor dachte der Vergangenheit. Es war nicht immer so bei ihnen gewesen, wie es jetzt war. Als Jte noch ein kleines, kleines Kind war, da hatten sie in bei Resibenz gewohnt und ihre schöne Mama war oft in Gold und Seide zekleidet an ihr Bettchen ge­kommen, um Abschied zu nehmen, wenn fie zu Spiel und Tanz ging. Und dann kam eine Zeit, da hatte Mama immer geweint, und Papa hatte Tage lang im Hause herumgepoltert oder fie auch getröstet, und zuletzt war alles vettauft worden, das schöne Haus, bet Wagen, bie Pferde, die kostbaren Möbel, alles, alles! Und sie waren fort aus der Residenz in das alte Heidehaus gezogen, das einzige des einst so reichen Besitzes, das dem Grafen Bergholz verblieben. Elinor war damals erst drei Jahre alt gewesen, aber sie wußte noch alle Einzelheiten jenes schieck- li /e: Tages, als sie im Gosenhof anlangten und fie so furchtbar schrie, weil sie sich vor dem alten dunk­len Hause fürchtete und Nlcy. hinein wollte. Da ober war ein baumlanger, etwa vierzehnjähriger Junge vor ihr aufgetaw'jt und hatte sie ohne Ui 'stände auf feine langen Arme genommen unb ins 5aus getragen. Das war köstlich gewesen, und dieser Junge war Wolfgang, Pastors Wolfgang. Und die Frau Pastor war auch gekommen und hatte sich zur Hiffe ange- boten, und Christel, die gute, alte Christel, auf deren Schoße fie später so oft gesessen, den Märchen, bie bie Ulte erzählte, zu lauschen, war ja auch dagewesen: «b fie hatte noch immer geschrteen, weil es so schrecklich war in ben kahlen Stuben, und ba hatte Wolfgang sie mit fortgenommen aber die Heide ins

Politische Umschau.

Ordensschwindel in Frankreich.

Bekanntlich sind inderTheorie alle De­mokraten oder Republikaner Verächter jeden Orden und Titelwesens, in der Praxis liegt frei­lich die Sache anders, und es ist bekannt, daß das höchste der Gefühle im republikanischen Frank­reich irgend ein noch so exottsches Knopflochbänd­chen ist. EinHomme decorö" ist immer noch etwas besonderes. Auf diesem republikanischen Acker, auf dem parlamentarische Bestechung und manches andere wundervoll gedeiht, blüht auch der Ordensschwindel. Jetzt ist man einem solchen auf die Spur gekommen. Es liegen darüber folgende Meldungen vor:

Paris, 15. April. Der Justizminister und der Unterstaatssekretär der Justiz hatten heute nachmittag eine Besprechung mit einem Vertre­ter der Staatsanwaltschaft über einen drohenden Skandal wegen Verkaufs von Ordensauszeich­nungen. Nach dieser Besprechung wurde ein Rechtsanwalt namens Valense verhaftet, bei dem mehrere Diplome für die akademischen Pal­men gefunden wurden, die er zu verkaufen ver­suchte, und die ihm, wie er behauptete, eine poli­tische Persönlichkeit, deren Namen er nannte, übergeben hatte.

Paris, 17. April. Im Auftrage des Rich­ters, der mit der Untersuchung in der Angelegen­heit Valensi betraut ist, wurde gestern nachmit­tag der Präsident der nationalen Liga für Men­schenrechte, Clementi, verhaftet. Clementi wei­gerte sich auf die Fragen des Richters zu ant­worten.

Paris, 17. April. Die wegen Ordens­schwindeleien verhafteten Valensi und Clementi haben, wie die Untersuchung ergeben hat, nicht blos gefälschte Diplome bestehender Orden, son­dern auch vollständig erfundene Dekorationen unter den NamenGoldener Halbmond von Ma­rokko" undGoldenes Kreuz von Italien" ver­kauft. Die letztereOrdensauszeichnung" ver­lieh Valensi u. a. einem Polizeikommissar von Lille.

mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

unb ben Beilagen:Nach Feierabend",Fürs Haus" unbLandwirtschaftliche Vellage.

ch-i die Gräfin, ich hebe hier mit meiner alte, Freundin etwas Wichtiges zu besprechen "

Und dabei hatte der Fürst so schelmisch gelacheltz und der Rittmeister hatte sich auf dem Pferde so lief vo: ihr verneigt, unb bann hatten sie geplaudert, unw bas Rennen war vorübergegangen, ohne daß bei« wußten, wer Sieger geblieben, und als Frau von Nieper mit ihr nach Hause gefahren, ba war Elinor noch immer alles wie »in Traum gewesen. Beim Abschied hatte di. gütige Dame sie mütterlich um­armt und ihr zugeflüstett,demnächst würde etwas Schönes für sie in das Heidehaus geflattert kommen! rrber wie sehr Elinor auch wartete, es kam nicht» Nur die Trauerbotschaft, dass Frau von Nieper ge­storben, traf im Gosenhof ein, sonst wurde ihnen kein« Kunde auf der einsamen Heide.

Das alles sann Schön Elinor, als fie am Bogen­fenster saß und über die goldflirnmerende Heide blickte.

Auf dem Hofe fangen bie Mädchen: Auf der Heide erblühte Die lieblichste Ma*d, ' Ein schwarzbrauner Knabe Hält' gern sie efteit. Da kamen drei Reiter Wie Sturmesgebraus . . . Und öde stand Morgens Das einsame Haus.

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