M 87
mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
und den Beilagen: „Nach Feierabend", „Fürs Haus" und „Landwirtschaftliche Beilage.
Tie „Ober hessische Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. — Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich durch die Post bezogen 2.25 M (ohne Bestellgelds, bei unseren Zeitungsstellen und der Expedition (Markt 21) 2.00 <K frei ins Haus. lFür unverlangt zugesandte Manuskripte übernimmt die Redaktion keinerlei Verantwortung.) Druck der Univ.-Buchdruckerei I. A. Koch (Inh.: | Dr. Hitzeroth). Markt 21. — Telephon 55.
Marburg
Mittwoch, 12 April
Der Anzeigenpreis betrugt für die 7gespaltene Zette oder deren Raum 15 4, bei auswärtigen Anzeigen 20 4, für Reklamen die Zeile 40 4- Bei Wiederholungen entsprechender Rabatt. Jeder Rabatt gilt als Barrabatt. Bei Konkurs kein Rabatt. verbindlich« keit für Platz-, Datenvorschrift und Beleglieferung ausgeschlossen. — Zahlungen im Postscheckverkehr — ohne Portokosten — unter Nr. 5015 deS Postscheckamtes Frankfurt a. M.
46. Jahrg.
1911.
Erstes Blatt.
I ~~ -
Der heutigen Nummer liegt bei
Kreisblatt Nr. 28.
Die Baumwollnot und die deutsche Industrie.
Unserer blühenden Baumwollindustrie droht eine ernste Gefahr. Und nicht nur dieser, sondern auch dem gesamten deutschen Verbrauche. Immer drückender wird einesteils das amerikanische Baumwollmonopol für die ganze übrige Welt, insbesondere für Großbritannien und Deutschland, deren Baumwollindustrie in dem letzten Jahrzehnt einen ungeheuren Aufschwung genommen hat. Besitzen wir doch in Deutschland allein 21350 mit der Baumwollindustrie auf das engste zusammenhängende Betriebe, wie Spinnereien, Webereien, Bleichereien, Färbereien und dergl. mehr, in denen über 300 000 Personen beschäftigt werden. Und daß diese Betriebe bei der enorm steigenden Nachfrage nach diesen billigen Kleidungsstoffen in der ganzen Welt recht rentabel sind, wesentlich zu unserem nationalen Wohlstände beitragen, zeigen die Gesellfchaftsbilanzen des Jahres 1908. Wir halten da 131 Erwerbsgesellschaften in Deutschland mit rund 220 Millionen Aktienkapital und 273 Millionen Unternehmungskapital. Von diesen 131 Gesellschaften zahlten Itl Dividende, 20 noch nicht. Nur 21 zahlten weniger als 5 «.$>., 13 zahlten 5 bis 8 v. H., 31 sogar bis 10 ». H. und 52 zahlten 10 bis 50 v. H.
Es ist das Ziel der Nordamerikaner, ihre eigene Industrie derart durch Zurückhaltung von Rohmaterial zu steigern, daß die ganze Welt abhängig werden soll von der amerikanischen Baumwollindustrie,' die Industrien aller anderen Länder sollen auf ein Minimum Tv- schränkt, der Weltverbrauch vorzugsweise Amerika gedeckt, die Preise für diese ihrer Billigkeit wegen unersetzlichen Produkte von Amerika aus reguliert werden. Zwischen 70 und 80 v. H. unseres gesamten Bedarfes an Rohbaumwolle beziehen wir aber aus Nordamerika, dessen gewaltige Position uns gegenüber schon hieraus deutlich hervorgeht. Dagegen müssen wir uns mit aller Macht wehren. Ein gewaltiger Teil unserer nationalen Wirtschaft hängt davon ab.
Es ist verdienstvoll, daß das Kolonialamt, dessen Veröffentlichungen seit 1906 die anderen Reichsämter erheblich übertreffen und in der Presse stets geneigte Aufnahme finden, auf diese Gefahr aufmerksam macht und zur Sammlung ruft. England, Deutschland und Frankreich haben schon eine Organisation geschaffen, um sich des amerikanischen Monopols zu erwehren. Aber wir haben in Afrika Gebiete, in welchen wiVMefen wichtigen Rohstoff erzene unsere Industrie, unfern Handel, unfern Konsum, unsere Arbeiterschaft vor den Ambitionen Nordamerikas schützen können. Togo, Kamerun, Ostafrika, ja auch Südwestafrika kommen dafür in Frage. Staats- und Privatkapital haben schon Ersprießliches in dieser Richtung geleistet. Aber viel, viel mehr muß noch geschehen. Unsere Baumwollproduktion muß nach der eingestandenen Absicht des Kolonialamts das Rückgrat der drei tropischen afrikanischen Kolonien Togo, Kamerun, Ostafrika werden.
Politische Umschau.
Türkische Schwierigkeiten.
Aufstände zu bekämpfen in Gebieten, die an Länder grenzen, deren Bevölkerung mit den Rebellen sympathisiert, und deren Regierungen wenig oder nichts tun, um diesen auch praktisch sich äußernden Sympathien zu begegnen, ist eine heikle Sache. Der Krieg in Südwestafriks hätte nur Monate gedauert und nicht Jahre, wenn wir nicht unter denselben Verhältnissen gelitten hätten, wie die Türken in Albanien. Wurden unsere Gegner von den Truppen an die Grenze gedrückt, dann gingen sie hinüber, ruhten sich aus, heilten ihre Wunden, ergänzten ihren Proviant und Munitionsbedarf, holten neue Nachrichten ein und wechselten wieder auf deutsche» Gebiet zurück. Die namenlose Wut, die unsere Soldaten damals beseelte, welche an der Grenze
lagen und diesem Treiben zusehen mußten, war erklärlich. Und so verstehen wir, wie den Türken ums Herz sein muß, die die Aufrührer nie fassen können trotz allen Schneides der Soldaten, trotz aller Umsicht der Führer, weil die Banden von den Montenegrinern gewarnt, unterrichtet, verproviantiert werden, weil sie in dieses „neutrale" Gebiet hinüberwechseln können, ohne daß ein Hahn danach kräht. Wie es heißt, hat die Pforte ^>er eigenartigen Auffassung den Neutralitätspflichten gegenüber, wie sie Montenegro übt, bei den Mächten Vorstellungen erhoben. Ob sie Erfolg haben werden? Der Schritt der Pforte bei den Mächten mag beantwortet werden wie er wolle, die Türken sind jedenfalls nicht in der Lage, noch länger dieser Begünstigung der Aufständischen durch Montenegro zuzusehen; sie werden nötigenfalls selbst die Neutralität des jüngsten Königreiches erzwingen müssen.
Deutsches Reich-
— Bo« Kaiser. Achilleion, 10. April. Der König der Hellenen ist vormittags 11 Uhr an Bord des Panzerschiffes „Spetzsai" im Hafen von Corfu eingetroffen. Der König nahm an Bord die Meldung der Kommandanten der drei deutschen Schiffe entgegen und wurde an Land von den griechischen Behörden begrüßt. Der König begab sich in den Königspalast, wo ihm Eeneral- adjutant v. Scholl die Grüße des Kaisers überbrachte. Der König empfing v. Scholl überaus -0Nädi«k—.. .....,_u
Ausland.
** Zum Diebstahl im Auswärtigen Amt. Paris, "10. April. In der Angelegenheit des Diebstahls von Aktenstücken verhörte der Untersuchungsrichter heute Maimon. Dieser versicherte, alle Schriftstücke, die ihm mitgeteilt worden seien, wären ihm von Rouet geliefert worden. Maimon erhob Einspruch gegen die Beschuldigung der Spionage und behauptete, die Dokumente hätten lediglich finanzielle Bedeutung gehabt.
** Di« Winzer. Reims, 10. April. Im ganzen Weinbaubezirk von Reims herrscht lebhafte Bewegung. Winzergruppen durchzogen die Straßen und zertrümmerten mit Steinwürfen die Fenster mehrerer Häuser von Geschäftsleuten, die verdächtig sind, den Winzern des Departements Aube wohlwollend gesinnt zu sein. — Troyes, 10. April. Der Präsident des Schutzkomitees der Weinbauer hielt an die Manifestanten eine Ansprache, in der er bat, ruhig zu bleiben. Er würde sich an ihre Spitze stellen, wenn man ihren Forderungen eine kategorische Weigerung entgegensetzten sollte. Die Mitglieder des Schutzkomitees begaben sich dann zur Präfektur, um mit dem Präfekten zu verhandeln. Während dessen blieb die Menge dicht gedrängt vor der von den Truppen umgebenen Präfektur stehen und weigerte sich auseinander zu gehen. In den Hof der Präfektur wurden rote Fahnen geworfen, eine andere an dem Gitter befestigt, jedoch von der Polizei wieder entfernt. Schließlich begaben sich die Winzer unter Vorantritt der Musikkapellen zum Bahnhof, die Truppen in die Kasernen.
** Bom Balkan. Cetinje, 10. April. Nach Meldungen, welche von der Grenze eingetroffen sind, ist es den Aufständischen gelungen, verschiedene Positionen wieder zu erobern und die Truppen bis Suki im Eastratigebiet zurllckzu- werfen, wobei sie einen Teil ihres Tarins verloren. Durch eine Umgehungsbewegung soll es den Aufständischen gelungen sein, die Verbindung zwischen den Truppen und Skutari abzuschneiden. Sie setzten Koeliku in Brand und verhinderten in Sdarbesch am Skutarisee die Landung von 400 aus Skutari angekommenen Nizams.
** Türkei und Persien. Konstantinopel, 10. April. Nach Meldungen, welche der Pforte zugegangen sind, wurde das türkische Konsulat in Bucchir von persischem Pöbel angegriffen, welcher die Auslieferung des Konsuls und eines geflüchteten wegen Mordes verfolgten persischen Polizeibeamten verlangte. Der Pöbel drang in das Konsulat ein, tötete einen Polizeibeamten und zwei Konsulatsdiener und richtete in den Amtsräumen Schaden an. Jnfolgdessen verlangt die Pforte von der persischen Regierung Genugtuung, Bestrafung der Schuldigen und Entschä
digung. Die persische Regierung bewilligte alle Forderungen.
** Revolution in Hongkong. Der „Berliner Lok.-Anz." meldet aus London: Nach Meldungen aus Hongkong ist in Kanton eine ernstliche revolutionäre Bewegung im Gange. Der Tartaren- general, der die Truppen befehligte, wurde ermordet. Die Truppen wurden nach der Stadt, über die der Belagerungszustand verhängt ist, entsandt. Der Mörder des Generals wurde ergriffen.
Marburg und Umgegend.
(Nachdruck aller Drtginalarfitel ist gemäß § 18 bei Urheberrechts nur mit der deutlichen Quellenangabe
.Oberheff. Zig." gestattet.)
Marburg, 11. April.
• Kurhessischer Verein für Luftschrssahrt. Der Ballon „Marburg" ist gestern, am 10. April, vormittags, unter Führung des Herrn Dr. Stuch- tey mit drei Casseler Herren von Cassel aus auf- gestiegen. Die Landung erfolgte sehr glatt bei Empfershausen um 2 Uhr 40 Min. nachmittags.
* Knth. Geweinte. Am Sonntag, abend veranstaltete die katholische Gemeinde im Restaurant Seebode einen glänzend besuchten Familienabend des Bolksvereins. Ernste und aktuelle Fragen standen zur Tagesordnung. Nach kurzer Begrüßung durch den derzeitigen Geschäftsführer Kaplan Witzel, ergriff Herr Pfarrer Dr. Weber das Wort zu einem Einleitungsvortrag, worin er in überzeugender Form die geschichtlichen Beweise für die historische Existenz Christi darlegt. Sodann sprach der Fran- zieksnerpater Dr. theol. Capistran Romeis über die Persönlichkeit Christi im Streite der Eez nwart und im Lichte seines Selbstzeugniffes. Der Redner, der auf diesem Gebiete zu Hause ist und so ganz aus dem Bollen schöpfen kann, entledigt1 sich seiner Aufgabe in meisterhafter Weise, und mit lautloser Stille folgte man seinen einstündigen, überaus populären und packenden Ausführung.
* Arbeitsjubiläum. Am 12 .April werden es 25 Jahre, daß der Weißbinder Peter Hahn aus Cölbe im Baugeschäft des Herrn Weishaupt hier in Arbeit steht.
* Einquartierungsordnung. Wie man uns mitteilt, hat der hiesige Mieterverein gegen die neue Einquartierungsordnung, die den Mietern einen großen Teil dieser Lasten aufbürden will, beim hiesigen Magistrat Einspruch erhoben und zwar weil: 1. die Abwälzung der Quartierleistungsverpflichtung von den Eebäudebesitzern auf den Einmieter nach dem Wortlaut der einschlägigen Gesetze unzulässig ist, da diese Verpflichtung nicht auf Personen, sondern auf den Gebäuden ruht. Für eine auf einem Gebäude liegende Last kann aber nur der Eigentümer des Gebäudes und nicht der Mieter haften. 2. es an einem äußern oder innern Grund, um eine derartig umfassende Abwälzung der Lasten auf die Mieter herbeizuführen, fehlt. Es wurde besonders hervorgehoben, daß schon die Kanalgebührenordnung große Erregung unter den Marburger Mietern hervorgerufen hat und daß auch die neue in Aussicht genommene Belastung nur geeignet sei, das Einvernehmen zwischen Vermietern und Mietern weiter zu verschlechtern. 3. das Gesetz für alle Garnisonorte unbedingt die Katastrierung benutzbaren Gebäude verlangt. Es darf also nicht, wie dies nach § 7 der neuen Ordnung geschehen soll, von der Aufstellung eines Katasters abgesehen werden. Außerdem wurde die Art der Bekanntgabe der Auslage bemängelt, weil die Bekanntgabe weder durch Anschlag am oder im Rathaus, sondern lediglich durch die Zeitungen erfolgt ist, wodurch es niemand möglich war, sich genau über die Auslagezeit zu orientieren. Der Mieterverein beabsichtigt, gegen die Ordnung ev. im Verwaltungsstreitverfahren vorzugehen und man darf auf den Ausgang der Angelegenheit wohl mit Recht gespannt sein.
* Aus dem Reichsgericht schreibt uns unser Korrespondent: Wegen Urkundenfälschung und Bctrugsversuchs ist am 3. Februar vom Landgerichte Marburg der Konditor August Grote zu 3 Wochen Gefängnis, außerdem wegen Konkurrenzvergehens zu 100 Geldstrafe verurteilt worden. Seine Waffelfabrik brannte ab und infolgedessen geriet er in Konkurs. Seine Buchführung war sehr unregelmäßig und ohne lleber- sicht. Die Art des Betriebes machte ihn zum Kaufmann, denn er war ein fabrikmäßiger. Seine Versicherungsgesellschaft hat er zu betrügen versucht, indem er Rechnungen vorlegte, auf denen nachträglich der Datum geändert worden
war. Die Revision des Angeklagten wurde gestern verworfen. Der Reichsanwalt hatte Aufhebung des Urteils beantragt, soweit Urkundenfälschung und Betrugsversuch in Frage kommt. Das Reichsgericht nahm jedoch an, daß die Rechnungen mit Recht als beweiserheblich« Urkunden angesehen worden find.
* Gestohlen wurde aus den Anlagen am Ortenberg eine wertvolle Douglas-Tanne. Ein anderer Zierbaum ist halb aus dem Boden gerissen. Jedenfalls ist der Täter gestört worden.
* Strafkammer. Ein hiesiger Gelegenheitsarbeiter, der sich unsittliche Handlungen mit Kindern hatte zuschulden kommen lassen, wurde zu 9 Monaten Gefängnis verurteilt. — Drei Schulknaben aus Bottenhorn standen unter der Anklage, in die Kapelle eingebrochen zu sein, deu Opferstock erbrochen und etwas Kleingeld daraus entwendet zu haben. Der Hauptübeltäter wurde zu 20 Tagen und die beiden anderen zu je 2 Wochen Gefängnis verurteilt. — Ein junger Mann aus Lixfeld stand unter der Beschuldigung, einen Dorfgenossen mit der Hacke mißhandelt zu haben. Vom Schöffengericht war er deshalb zu 20 Geldstrafe verurteilt worden. In der heutigen Berufungsinstanz machte er geltend, daß der Betreffende in feinen Hof eingedrungen nicht anders wie mit Gewalt zu entfernen gewesen sei. Das Gericht erkannte nach Lage der Sache auf Freisprechung.
• Müllabfuhr. Der Müll, welcher Freitags ab geholt wird, wird wegen dem Karfreitag am Donnerstag (Gründonnerstag), in den betr. Straßen- zügen abgeholt werden.
* Berichtigung. In dem Lokalartikel „6ti <* Erinnerung an Martin Greif" in der letzten Sonntagsnummer (3. Blatt) muß es in der 51. Zeile statt „König Otto" heißen „König Ludwig"; denn bekanntlich ist König Otto der jetzige König von Bayern und wohnt in Fürstenried bei München.
Versammlungen, Konzerte, Tbeater, Bergnügungs- Rachrichten usw.
* „Die Fledermaus" 'n Marburg. Das Koblenzer Opernensemble, das sich gestern mit „Butterfly" aills glänzendste eingeführt, und einen großen künstlerischen Triumph errungen hat, bringt heute die Meisteroperette von Soikin Strauß zur Aufführung. Nachdem das Publikum sich gestern überzeugt hat, daß unsere Gäste uns Aufführungen biet»n, die den höchsten Ansprüchen gerecht werden, darf wohl erwartet werden, daß die heutige und morgige Aufführung (Carmen) ein vollständig ausverkauftes Haus erzielt, weil nur dadurch die große.t Unkosten gedeckt und die Veranstalter zu einer Wiederholung be't Gastspiele, die eW stänvige Einrichtung in unserem Theaterleben werden, und eine wertvolle Bereicherung de- uns zugänglichen Kunstgenüsse bilden sollen, ermutix. werden können. Die Fledermaus ist unseres Wissens in Marburg noch nie aufgeführt worden, und neben den darstellenden Kräften bietet auch das vorzügliche. Philharmonische Orchester der Stadt Koblenz die beste Gewähr, daß das herrliche Werk unter der Leitung von Direktor Dr. Meinecke voll zu seinem Rechte kommt. Es finden nur noch die beiden Borstellungen heute »nd morgen statt.
* Eroßseelheim, 10. April. In der die Meisterprüfung betreffenden Notiz fehlte ein Mann. Es bestanden von hier folgende Herren: Johs. Deuker und Konrad Deuker (Schmiede), Philipp Fus und Konr. Klee (Schreiner), Heinrich Gerber (Anstreicher).
Hessen-Nassau und Nachbargebiete.
Lich, 10. April. Ci.: schrecklicher Unglücksfall, iet auf Unvorsichtigkeit zurück uführen ist, hat sich in der Nacht vom 6. auf 7. d. Mts. auf dem benachbarten Hof Albach zugetragen. Drei polnische Arbeiter ”t« stickten in ihrem Schlafzim mer durch eigenes Verschulden. Um in der Nacht eine warme Stube zu haben, hatten sie einen großen Topf mit glühenden Kohlen aufgestellt und die sich entwickelenden Gase führten ihren Tod herbei.
Witzenhaufen, 10. April. Die Deutsche Kolonialschule Witzenhausen schloß am 1. April ihr Wintersemester und konnte diesesmal 8 Kolonialschüler mit einem Diplomzeugnis entlassen. Außerdem ist eine Reihe Kolonialschüler nach ein- bi, zwei- jähriger Ausbildung ohne Diplomprüfung, aber mit Empfehlung der Kolonialschule abgegangen. Deutsch- Ostafrika, Deutsch-Südwest, Kamerun, Samoa, Australien und Kanada sind die Ziele dieser jungen Leute, nachdem in letzter Zeit erst eine besonder, große Zahl alter Kolonialschüler nach Südwest uni Ostafrika gegangen war. Es mag gleichzeitig wieder einmal darauf hingewiesen werden, daß die Deu »sch» Kolonialschule Eewähr und Berantwortung für di«