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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

und den Beilagen:Nach Feierabend",Fürs Haus" undLandwirtschaftliche Beilage.

M 86

TieLbcrveffische Zeitung" erscheint täglich mit Äusnahme der Eonn- und Feiertage. Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich durch die Post bezogen 2.25 <jft (ohne Bestellgeld), bei unseren Zeitungsstellen und der Expedition (Markt 21) 2.00 <K frei inS Haus. (Für unver­langt zugesandte Manuskripte übernimmt die Redaktion keinerlei Verantwortung.) Druck der Univ.-Buchdruckerei I. A. Koch (Inh.: Dr. Hiheroth), Markt 21. Telephon 55.

Marburg

Dienstag, 11. April

Ter Anzeigenpreis betrugt für Oie Zgeipaltene Zeile oder deren Raum 15 4-, bei auswärtigen Anzeigen 20 4-, für Reklamen die Zeile 40 4-- Bei Wiederholungen entsprechender Rabatt. Jeder Rabatt gilt als Barrabatt. Bei Konkurs kein Rabatt. Verbindlich­keit für Platz-, Tatenvorfchrift und Beleglieferung ausaeschloffen. Zahlungen im Postscheckverkehr ohne Portokosten unter Nr. 5015 des Postscheckamtes Frankfurt a. M.

46. Jahrp

1911.

MNes Blatt.

Frankfurter Universität.

Die Behandlung der Frage im Herrenhaus gibt derFranks. Ztg." Anlaß zu einigen Be- merkunMl. Zunächst ist das Blatt mit dem hohen Herrenhause durchaus einverstanden, weil es der Frageunbefangener" gegenüber­stehe als das Abgeordnetenhaus. Aus der Rede des Oberbürgermeisters Adickes hebt ste dessen Forderung hervor, daß Frankfurt, das gewisser­maßen schon eine Forschungsuniversität habe, nun auch eine Berechtigungsunversität ver­langen könne. Bei dieser Universität würde es sich freilich nicht nur um die Berechtigung han­deln, die sich in Prüfungen und Diplomen äußern, sondern auch um die Berechtigung bei der Besetzung der Lehrstühle.

Bei der letzteren Frage wird es jedenfalls nicht ganz leicht fein, eine Einigung zu erzielen. Das Blatt greift auf di- Vorschläge der Denk­schrift in diesem Punkte zurück. Man lege auf die Betätigung der Frankfurter Verwaltung dabei Wert, weil man hoffe, daß auf diese Weise gewisse Einseitigkeiten politischer und konfessio­neller Art, die sich bei den Berufungen an an­deren Universitäten bemerkbar machen, sicherer vermieden würden. Nicht darum handelt es sich, irgend eine Politik oder Konfession zu begün­stigen, sondern im Gegenteil den Einfluß von Politik oder Konfession oder Kliquen wirklich auszuschalten.

Man sieht, die Herren wissen ihre Wünsche prinzipiell sehr gut zum Ausdruck zu bringen. Daß man aber auf diesen Punkt der Mitwirkung sehr großen Wert legt, zeigt die Bemerkung des Blattes: Man würde es nicht billigen, wenn das Bestreben, die Universität zu schaffen, dazu verleitete, in diesem Punkte nachzugeben. Dann ist das Blatt mit Adolf Wagner, der Bedenken dagegen geäußert hatte, nicht einver­standen und wendet sich zum Schluß der Frage zu, ob die Regelung der ganzen llniversitäts- frage durch Gesetz geschehen müsse. Auch Prof. Wagner hat dies in der Herrenhaussitzung ver­langt. Das Abgeordn"^ l-aug hat den Antrag, daß die Errichtung Universität in Frank­furt nut durch Gesetz geschehen könne, angenom­men und der Kultusminister hat diesem Antrag, wie man allgemein im Abgeordnetenhause und außerhalb annahm, zugestimmt. Auch dieFrkf. Ztg." hatte diese Ansicht zu der ihrigen gemacht. Aber auf Grund des stenographischen Protokolls glaubt ste jetzt feststellen zu können, daß der Kultusminister in seinen Worten von einer Be, gründung der Universität auf Grund eines Ge­setzes erst dann gesprochen habe, wenn er nicht in der Lage sei, eine private Universität in Frank­furt zu einer staatlichen zu machen, d. h. wenn die notwendigen Modalitäten, wie er sich aus­drückte, dazu nicht gegeben seien. Das Blatt schließt: Dies ist in der Tat d»e Rechtslage. Man wird ja nun sehen, was fid aus alledem weiter entwickelt. Einfach ist die Sache nicht. Die finanzielle Frage ist noch nicht einwandfrei klargestellt, mancherlei Meinungen und Stim­mungen kreuzen sich, und die Gunst einfluß­reicher politischer Parteien ist eben nicht groß, wobei es sich freilich fragt, ob sie in die Lage kommen werden, ihre Gefühle zu betätigen. Würde nur überall so viel Einsicht und guter Wille vorhanden sein, wie gestern im Herren­hause zum Ausdruck kam, dann käme die Sache, wenn der Nervus rerum reicht, doch bald zu einem guten Ende."

Es ist in der Tat so, daß die Antwort des Kultusministers nicht ganz klar ist. Vielleicht mit Absicht. Wie wir bestimmt wissen, ist sie von den Parteien des Abgeordnetenhauses aber als eine Zustimmung zu dem Antrag aufgefaßt worden, wonach eine Frankfurter Universität nur durch Gesetz genehmigt werden kann. Die Parteien des Abgeordnetenhauses werden daher genötigt sein, die verklausulierte Antwort des Kultusministers sich etwas klarer entwickeln zu lassen. Es ist natürlich, daß die sonst für Mehr­heit und Parlamentarismus schwärmenden Frankfurter diesmal ihr absolutistisches Herz entdecken. Wir glauben aber kaum, daß das Ministerium über den Antrag des Abgeord- «etenhaufes, der von allen bis auf die Freisin­nigen angenommen wurde, zur Tagesordnung Ibergehen wird.

Bei dieser Gelegenheit wollen wir übrigens darauf Hinweisen, daß an uns, die wir den Plan der Frankfurter Universität aus allge­meinen und lokalen Gründen lebhaft bekämpfen, sehr oft anonyme Zusendungen gelangen, die sich in nicht gerade schmeichelhaften Worten gegen die von uns vertretene Sache wenden. Daß da­bei für uns auch etwas abfällt, mögen sich die Leser denken. Wir sind an dergleichen Albern­heiten gewöhnt, sie machen uns nichts aus. Eine Zuschrift von gestern mahnt uns aus treuem Herzen zur Vorsicht, indem sie eine von uns und andern aufgestellte Behauptung be­zweifelt. Wie sehr der Schreiber es mit Mar­burg und uns gut meint, geht wohl aus folgen­dem Satz hervor:Geben Sie wegen der (not­wendigen) Anonymität keine Antwort, so wird man die Frankfurter Blätter auf Ihre Be­hauptung aufmerksam machen." Was der naive Schreiber sich wohl bei diesen Zeilen von unserer Angst vor Frankfurter Blättern für einen Be­griff macht! Wir haben schon deshalb selbst­redend keine Veranlassung, auf die Frage des Anonymus einzugehen. Zur Beruhigung wollen wir den vielen offenen und versteckten Freunden einer Universität in Frankfurt, wie sie merk­würdigerweise hier häufiger sind, als man glauben sollte, aber mitteilen, daß wir uns auch weiterhin berufen sehen, gegen das Projekt mit aller Schärfe vorzugehen.

Silberhochzeit des württembergischen Königspaares.

Stuttgart, 8. April. Heute vormittag 10% Uhr fand die kirchliche Feier der silbernen Hoch­zeit des Königspaares in dem stimmungsvoll ge­schmückten großen Marmorsaal des Residenz­schlosses statt. Nachdem die Majestäten bei dem Durchschreiten des Saales die Glückwünsche der Hofstaaten und der Mitglieder der königlichen Familie entgegengenommen hatten, begaben sie sich unter großem Vortritt mit sämtlichen Fürst­lichkeiten in den Saal. Nachdem die Versamm­lung ihre Plätze eingenommen hatte, stimmte der Hofkirchenchor das LiedLebe deine Augen auf" an. Oberhofprediger Dr. v. Kolb sprach ein kurzes Gebet und hielt daran anschließend eine Ansprache, der er die Worte des VersesBis hierher hat uns Gott geführt" zugrunde legte. Hierauf fand im Thronsaal die große Eratu- lationscour statt.

Stuttgart, 8. April. Heute nachmittag 3llhr unternahm das Königspaar in Ealawagen eine Rundfahrt durch die festlich geschmückte Residenz. Der Verkehr auf den Straßen und Plätzen, wo an verschiedenen Orten Musikkorps anläßlich des heutigen Blumentages spielten, war so gewaltig, daß zeitweise der Straßenbahn und Fuhrwerks­verkehr stockte. Das Publikum bereitete dem Königspaar überall stürmische Ovattonen. Nach­dem die Majestäten in das Wilhelmspalais zu- rückgekehrt waren, drängte sich eine nach Tau­senden zählende Menge bis vor den Eingang des Palais. Das Königspaar erschien wiederholt auf dem Balkon, um für die Huldigungen zu danken. Schließlich stimmte die Menge das Lied an:Preisend mit viel schönen Reden".

Stuttgart, 8. April. Wie derSchwäbische Merkur" meldet, hat der Kaiser durch den hie­sigen preußischen Gesandten dem Königspaar ein herzliches Glückwunschschreiben übermitteln lassen.

DieNordd. Allg. Ztg." schreibt:Mit freu­digen Empfindungen begeht das schwäbische Land das frohe Fest im Herrscherhause, das zugleich in den anderen Gauen unseres Vaterlandes war­men Anteil erweckt. Neben König Wilhelm, der als Prinz im Kriege von 1870/71 mit zu Felde Zog und sich längst als hingebender Förderer einer gedeihlichen Entwicklung Württembergs auf allen Gebieten des öffentlichen Lebens, der Kunst und der Wissenschaft bewährt hat, ist Kö­nigin Charlotte bestrebt, die Erziehung und I Ausbildung des weiblichen Geschlechtes in die Bahnen wahren Nutzens für das Ganze zu lei- I ten, in Kranken- und Armenpflege mit leuch- I tenbem Vor bilde voranzugehen. Dem hohen I Paare, das feit nahezu 20 Jahren den Thron I ziert und die Liebe feines angestammten Volkes I genießt, gelten heute auch unsere ehrerbietigsten I Glückwünsche,' möge auf ihm in langer und be- I glückter Regierung stets der reiche Segen ruhen, I der treuer Pflichterfüllung beschieden ist." |

I Die Reise des Kronpnuzenpaares. I Rom, 8. April. Heute fand in Gegenwart des I Königspaares, des deutschen Kronprinzenpaares, I der Minister, der Behörden und zahlreicher ge- I ladener Gäste die feierliche Eröffnung der archä- I alogischen Ausstellung in den Thermen des Dick- I (etian statt. Professor ßanciani, der Präsident I der Ausstellung, hielt die Eröffnungsrede. I Das deutsche Kronprinzenpaar überwies durch I Vermittlung des deutschen Botschafters v. Jagow I dem Bürgermeister von Rom 3000 Franks für I die Armen der Stadt. Das deutsche Kron- I prinzenpaar ist 12 Uhr 40 Min. abgereist, nach- I dem es sich auf dem Bahnhof von dem Königs- I paar verabschiedet hatte. Die Verabschiedung I trug einen privaten Charakter. Bei der Fahrt I zum Bahnhof bereitete die Bevölkerung dem I Königspaare und dem Kronprinzenpaare wieder I herzliche Kundgebungen.Popolo Romano" I schreibt: Der Ton der Trinksprüche des Königs I und des Kronprinzen hätte nicht wärmer sei I können, sowohl was die Gefühle der Herzlichkeit, I welche die beiden ruhmreichen Dynastien und I Nationen verbinden, als auch was die Bande des dreißigjährigen Bündnisses betrifft. Die Resultate des Dreibundes feien ungeheure, da der Dreibund den Völkern den Frieden gesichert, die wirtschaftlichen Kräfte der Nationen ent­wickelt und allen Zweigen der Zivilisation einen bemerkenswetten Impuls gab. Der herzliche Empfang des kronprinzlichen Paares in Rom fei nicht nur ein neuer Beweis der Befestigung des Dreibundes, weil dieser durch Erfahrung kon- solidiett sei, sondern auch ein Beweis der Be­ständigkeit der Absichten und des sickeren Ver­trauens auf die Zukunft. Die jetzige Generation fei sicher, daß der König und das kronprinzliche Paar mit ihren Söhnen dieselben Gefühle treu«" Freundschaft einflößen würden, die zum Wohle des Völkerftiedens die rubmreichen Eltern n«b Großeltern verbänden. Wien, 9. April. Der Kronprinz und die Kronprinzessin sind um 4 Uhr j 20 Min. hier eingetroffen und am Bahnhofe von Kaiser Franz Josef, den Mitgliedern des Kaiserhauses, den Staats- und militärischen Würdenträgern empfangen worden. Der Kaiser und der Kronprinz küßten sich zweimal. Auf der Fahrt nach der Hofburg war das Kronprinzen­paar Gegenstand stürmischer Ovationen. Die Blätter begrüßen das eintreffende Kronprinzen- paar auf das herzlichste. Sie weifen darauf hin, daß der Kronprinz, der Repräsentant der vier­ten kaiserlichen Hobenzollern-Eeneration, für sie kein Fremder und sein erster Wiener Aufenthalt in sympathischer Erinnerung fei. Die Kron­prinzessin, die zum ersten Male nach Wien komme, werde durch ibren Charm und be­strickende Liebenswürdigkeit die Herzen der Wiener gewinnen. Der Erzberzog Franz Fer­dinand ist mit Familie aus Brioni hier einge­troffen. Wien, 8. April. Die ..Polit. Korr." schreibt: Eine Reihe von Ereignissen, die sich in ben letzten Wochen in rascher Folge aneinanber schließen, läßt bie außerorbentliche Intimität, welche bie Höfe von Wien unb Berlin verknüpft, in besonbers sinnfälliger unb erfreulicher Weise zutage treten. Nach bem Besuche bes beutschen Kaiserpaares in Schönbrunn ergriff bet Erz­herzog Franz Ferdinand die Gelegenheit, der Fahrt der hohen Gäste durch die österreichischen Gewässer, um Kaiser Wilhelm durch ein Ge­schwader den Eruß der österreichisch-ungarischen Flotte entbieten zu lassen. Morgen wird sich der Kronprinz Wilhelm in Wien einfinden, um dem Kaiser und König seine Gemahlin, bie Kron­prinzessin Geeilte, vorzustellen. Der Erzberz," Franz Ferbinanb kommt ebenfalls, wie anläßlich des Besuckes des deutschen Kaisers mit Ge­mahlin, wieder aus Brioni, um an diesem neuen Austausch der Herzlichkeiten zwischen den beiden Höfen teilzunehmen. Den Kronprinzen des ver­bündeten deutschen Reiches behielt man in Wien bei seinem ersten Besuck in freundlichstem An­denken. Sein offenes Wesen, seine sehr gewin­nenden Umgangsformen, seine Zuneigung, die er für Oesterreich-Ungarn bekundete, erwarben ihm allgemeine Smpathien, die ihm dauernd ge^ wahrt blieben und sich seither durch verschiedene Vorgänge vertieften. Die Bevölkerung Oester- reich-Unoarns, welche jede Berührung zwischen den Höfen in Wien unb Berlin mit herzlicher Teilnahme begleitet, heißt auch ben jetzigen Be­such freubig willkommen. Das Kronprinzenpaar wird hier von einer Atmosphäre besonberer j

Freunblichkeit umgeben sein, zu bereit Schaffung Kaiser Wilhelm durch seine Persönlichkeit und die Art feines Auftretens in Wien in hohem Maße beigetragen hat. Die Wiener Bevölkerung empfängt bas Kronprinzenpaar mit warmen Gefühlen. Die Zurufe, bie ihm hier entgegen« tönen, gelten gleichzeitig bem auf Korfu weilen- ben deutschen Kaiserpaar.

Politische Umschau.

Die »Sorge der Zukunft".

DieTgl. Rundsch." hat eine Reminiszenz an Blockzeiten und Finanzreform ausgekramt. Danach soll Fürst Bülow als erste Aufgabe bes Blockes bie Finanzreform vorgebabt haben. Et hat sie bann aber zurückgestellt. Als er nach bem Zerfallen bes Blockes ging, soll er bedauert haben, an seiner ersten Idee nicht festgehalten zu haben. DieKöln. Volksztg." schreibt dazu:

Wir können dieseReminiszenz" bis auf ben letzten Satz, welcher neu ist, bestätigen. Wil können sie sogar noch etwas vervollständigen. Die Verschiebung erfolgte auf dringendes An­suchen nationalliberaler Politiker, welche zum damaligen Reichskanzler Fürsten Bülow noch Norderney gereist waren. Damals fiel aus dem Munde Bülows bas grobe Wort:Nun wohl, lassen wir bie Sorge um die Finanzen eine Sorge der ukunft fein", ein Wort, d"s sebr riet mehr von sorglosem, obettlöcklickem Optimis­mus wie von Kenntnis der damaligen Finanz­lage zeugte. Gerade durch die Verschiebung der Finanzreform wurde diese im folaenden Jahre so unendlich viel schwiettger, weil sich inzwischen durch das riesenhaft angewachsene Defizit die Finanzlage außerordentlich verschlechtert batte."

j ......» !_ ......!

Deutsches Reich-

Militärisches. Posen, 8 .April. Graf von Kirchbach, kommandierender General des 5. Ar­meekorps, wurde zum Präsidenten des Reichs­militärgerichts, Generalleutnant v. Strantz, bis­her Kommandeur der 25. Eroßherzoglich Hessi­schen Division Darmstadt, unter Beförderung zum General zum kommandierenden General bes 5. Armeekorps ernannt.

Landtagsersatzwahl. Königsberg (Neu­mark), 8. April. Bei bet Landtagsersatzwahl im Bezirk 3 Bärwalde (Reg.-Bez. Frankfurt, wurde der Rittergutsbesitzer Rittmeister a. D. Kramer (Konservativ) mit 294 Stimmen gewählt. Ein Gegenkandidat war nicht aufgestellt.

Verhaftung von Spionen. Breslau, 8. April. Eine Bande von Spionen, die in der Nacht zum 23. Dezember 1909 das Geschäfts­zimmer des (Srenabierregtments Nr. 10 in Schweibnitz eingebrochen waren unb bort ge­heime Dienstvorschriften gestohlen hatten, ist, wie bieSchlesische Zeitung" melbet, verhaftet worben. Die Diebe hatten bas gestohlene Ma­terial an eine ftembe Macht verkauft.

Deutsche Schiffe im Auslande. Bahia Bianca, 9. April. Nach warmen Kundgebungen der deutschen Kolonie unb ber argentinischen Behörden unb einem glänzenden, an Bord des Kreuzersvon der Tann" gegebenen Fest ist der Kreuzer nach Montevideo gegangen.

Ein nationalliberal-fottfchrittliches Wahl­abkommen. Berlin, 8. April. Die Eeschäfts- führenden Ausschüsse der nationalliberalen Par­tei und der fortschrittlichen Volkspartei haben nach Verständigung mit ihren Landesorganisa­tionen ein Wahlabkommen abgeschlossen. I» den Provinzen Schlesien, Hannover, Thüringen, Oldenburg und Mecklenburg wurden die Wahl­kreise verteilt.

Aus dem Bunde für Mutterschutz. Berlin, 7. April. Der sattsam bekannte Bund für Mutterschutz beschäftigte sich, wie wir derD. Tgsztg." entnehmen, mit der Bestimmung des Gesetzentwurfes gegen die Mißstände im Heilgewerbe, nach der der Verkehr mit Geheimmitteln zur Verhinderung und Be­seitigung der Schwangerschaft verboten werden kann. Ueber die Frage berichtete der sozialdemokratische Abgeordnete Zietzsch. Er sprach sich gegen das Ver­bot aus. Eine dahingehende Resolution wurde an» gev'mmen. Es ist bezeichnend, daß der Bund für Mutterschutz sich einen sozialdemokratischen Abgeord­neten als Redner aussucht unb daß er die Aufgabe des Mutterschutzes darin zu fe'en scheint, die Mutterschaft zu verhindern.

verkauf derBossischeu Zeitung". Wie die Berliner Neuesten Nachrichten" hören, ist heute die Vossische Zeitung" an das Frankfurter Bankhaus! Speyer, Glissen u. Co. verkauft worden. Als Kauf-