N 85
46. Jahrg.
1911.
Marburg
Sonntag, 9. April
Verantwortung.) Druck der Ihm Dr. Hiheroth), Markt -
mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
und den Beilagen: „Nach Feierabend", „Fürs Haus" und „Landwirtschaftliche Beilage.
Tie „Obertirssischr Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn» und Feiertage. — Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich durch die Post bezogen 2.25 * lohne Bestellgeld), bei unseren Zeitungsstellen und der Expedition (Markt 21) 2.00 F frei in» Hau». (Für unverlangt zugesandte Manuskripte üb- L die Redaktion keinerlei ~ ~ 1 " ' rci I. Ä. Koch (Inh.:
' '.’fion 55.
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Erstes Blatt.
Die heutige Nummer umfaßt 12 Seiten.
lieber die Universität Frankfurt wurde im Herrenhause gestern eingehend verhandelt. Geheimrat Küster-Marburg sprach aufs neue die Bedenken namentlich vom Stand- Punkte der Marburger gegen das Projekt aus. Oberbürgermeister Adickes erwiderte in einer längeren Rede vom Standpunkte Frankfurts aus. Insbesondere vertrat er, wie auch andere Redner, den Gedanken, daft die Universität Marburg nicht geschädigt würde. Es geht nicht an, die Ausführungen,:die im Grunde ja auch nichts Neues gebracht haben, nachdem wir so oft die verschiedenartigen Standpunkte haben zum Wort kommen lassen, aufs neue zu wiederholen. Interessant ist aber, wie Herr Adickes sich mit Marburg auseinandersetzt. Nach der „Franks. Ztg." sagte er folgendes:
„Nun ist mir von dem Herrn Professor Küster vorgehalten worden, ich sei Marburger Ehrendoktor, und ich sollte mich da doch etwas an Marburg erinnern. Gewiß, ich habe ein warmes Gefühl für Marburg, und weil ich die Marburger Verhältnisse kenne, teile ich die Vefürch. tung nicht, daß die Marburger Universität geschädigt werden würde. Die Halste der Marburger Sttchvtten vor zwei Jahren waren 909 JmmakrikuUmte. Marburg hat ja auch den Namen einer Sommer-Universität. Die Studenten, die jetzt nach Marburg gehen, werden auch in Zukunft nach Marburg und nicht nach Frankfurt gehen. Ich habe die Zuversicht, daß Marburg auf denselben Standpunkt kommen wird wie Gießen, wo ein Wortführer in der Stad^erord- neten - Versammlung erklärte: ,Mir fürchten Frankfurt nicht, wer nach Gießen kommt, hat andere Interessen al» der, der nach Frankfurt geht." Im Universitätsleben fließt ja alles, es verschiebt sich alles, sogar innerhalb der Fakultäten. Im Jahre 1864 war Marburg kleiner als Gießen. Unter der preußisiben Herrschaft hat Marburg einen glanzenden Aufschwung genommen und ich bin der feste« Ueberzeugung, daß Marburg nicht durch Frankfurt leiden wird. 1866 hatte Marburg 250 Studenten, das waren 1.9 Prozent der gesamten deutschen Studenten. Heute zählt Marburg 2000 Studenten oder 3,9 Prozent. Marburg hat jetzt einen größeren Prozentsatz aller Studierenden al» früher Die Zahl der Studierenden ist in den letzten Jahren um jährlich 1500 gewachsen und geht man weiter zurück, so betragt der Durchschnitt 1000. In zehn Jahren werden wir also 10000 Studenten mehr
Run führt Marburg immer an, es sei die hessisch-nassauische Landesuniversttät. Das stimmt nicht. Marburg war die beftifchr Universität und die Frankfurter und Nassauer studierten vor 1866 in Göttingen. Marburg war nie die Landesuniversitat für Frankfurt und Nassau. Die Nassauer erinnern sich jetzt daran, daß ihre alte Universität Herborn war. Diese' Universität hat sich zwar nicht lange BoT'-n kön- nen, weil die oranischen Fürsten nicht genügend Geld hatten; deshalb ging die Universität bald wieder ein. Aber jedenfalls hat Nassau feine eigene Landesuniversität gehabt. Nun stimmt es ja, daß Hessen-Nassau und Frankfurt zusammen einen gemeinsamen Oberpräsidenten haben, auch eine gemeinsame OberschuldireMon; aber eine wirkliche Bereinigung zu einer Provinz ist nicht erfolgt. Es gibt einen Kommunalverband Hessen und einen Kommunalverband Nassau und Frankfurt. Die Verhältnisse kn Hessen und in Frankfurt-Nassau sind total verschieden. Marburg irrt also, wenn es glaubt, daß es die Lan- desuniversttät sei. 1R66 tauchte der Gedanke auf, die Universität Marburg nach Frankfurt zu verlegen und die „Kreuzzeitung" unterstützte dies, weil Marburg nicht leistungsfähig war. Das ist nicht geschehen und ich freue mich darüber. Ich freue mich auch über die glänzende Entwicklung, die Marburg genommen hat. Ich vertraue nun auch, daß die Marburger anerkennen werden, was wir anstreben."
Prof. Löning-Halle sprach sich dann noch für das aus idealen Motiven handelnde bahndreckende Frankfurt aus und meinte, wir hätten
noch lange nicht genügend Universitäten. Ebenso der frühere Kultusminister v. Zedlitz, der nur hervorhob, daß die Frankfurter Universität selbstverständlich in allem den preußischen Universitäten gleichen müsse. Die hohen Herren stehen wohl alle etwas unter der Hypnose des Frankfurter Oberbürgermeisters. Dann kam ein Fachmann, der Nationalökonom Eeh. Rat Wagner, der die Dinge vom prinzipiellen Standpunkt aus betrachtete. Er führte aus:
„Wir treten mit diesem Vorschlag in eine neugeschichtliche Phase des llniversitätslebens überhaupt, ich möchte sie die großstädtische Phase nennen. Darin scheint mir manche Bedenklichkeit zu liegen. Mas Frankfurt vom Vorhandensein seiner Institutionen sagt, kann noch von einer Reihe anderer Großstädte gesagt werden. Wir sehen, daß auch schon von anderer Seite vorgegangen ist. Eine Universitätsgründung war auch schon in Hamburg erwogen. Sobald die Bewegung also in Fluß kommt, werden Rivalitäten mitspielen und Köln und Düsseldorf z. 2' werden auch auf den Plan treten. Denken Sie auch an Hannover und Magdeburg. Zn Bayern läge Nürnberg nahe, das hat materiell vielleicht manches für sich. Der Staat würde dadurch in einer Beziehung entlastet. Es wäre auch c" schönes Zeichen, daß bürgerlicher Edelmut un* Patriotismus ideal Zusammenarbeiten. Aber andererseits wäre dann auch nicht sicher, daß die Interessen de» großen modernen be- weglichen Kapitals lleberhand an den Universitäten gewönnen. Aus ihren Kreisen sollen die Gelder fließen. Nun kann man sagen, direkt wird kein solcher Einfluß möglich jein, aber indirekt ist dieBe- fürchtung nicht von der Hand zu weisen, daß der Geist der Dinge wirten wird. Ich befürchte doch, wir würden zu amerikanischen Gründungen kommen. Einflüsse werden sich nach verschiedenen Seiten geltend machen. Das medizinische und naturwissenschaftliche Gebiet wird wenig berührt werden, das philosophische und das theologisch Gebiet auch nur wenig, wohl aber das staats- wissenjchaftliche Gebiet, wo di« Presse sehr maßgebend ist. Ich könnte mir das so denken, daß bei der Wahl eines Rationalökonomen die Frage sehr in Betracht kommen: Wie steht der Mann gegenüber den Interessen des Kapitals, wie steht er zu den sozialen Fragen, wie steht er zur Börsensreiheit, zur Freiheit des Aktienkapitals? Werden sich da nicht gewisse Interessen geltend machen? Run kann man sagen, die Interessen fehlen auch sonst nicht. Das mag richtig sein. Da» Vorschlagsrecht der Universitäten hat ja auch hie und da Interessen Rechnung getragen. Aber die Staalsregierung ist doch unabhängig bei den Berufungen, und uj glaube, die Kommunalverwaltungen und die Kommunen werden nicht so unabhängig sein. Aber auch die Frage der Studenten ist wichtig. Ich spreche cis einer der ältesten Berliner Lehrer. Berlin hatte nach dem letzten Kriege kaum Studenten, jetzt haben wir viele Tausende. Die drei Universitäten Berlin, München und Leipzig haben annähernd 20 000 Studenten, da» ist mehr als ein Drittel der gesamten deutschen Studierenden. Nun sollen neue Großstädte dazukommen. Das hat manches Erfreuliche für sich, es hat aber auch soziale und sittliche Bedenken. Die Entwicklung kann auch zu weit gehen. Frankfurts Ernennung zur Universität wird die Folge haben, daß ein immer größerer Teil der Studenten nicht mehr an die kleinen Universitäten gehen wird, und diese werden nur vegetieren. Als Universitätslehrer habe ich ein Empfinden dafür, daß das nicht gut ist. (Sehr richtig!) Greifswald, Göttingen, Jena, Tübingen usw. find doch Brennpunkte des geistigen Lebens. Sie haben so gut gewirkt wie die kleinen Residenzen, sie find ffiiittel- punkte der Kulturentwicklung. Tas ist eine Wohltat für das deutsche Volk. (Sehr richtig!) Insofern hängt also die Frage auch mit großen Fragen zusammen. Das alles aber kann mich nicht bestimmen, zumal jetzt, wo wir über das Projekt noch nichts wissen, mich gegen das Projekt zu c:' >rn. Herr Kollege Hille- brandt hat ja auch yui<aj)t gemeint, daß etwa schon die konservative Fraktion Stellung gegen das Gesetz genommen habe. Wir sind noch nicht so unterrichtet darüber, daß wir schon jetzt ein Urteil dafür oder dagegen abgeben möchte».
Den Weg des Gesetzes aber halten wir jedenfalls heute schon für nötig, damit auch das Herrenhaus ein Wort mitzureden hat. Auf dem Wege der Verwaltung also darf nichts geschehen. Genügende Garantien müssen geschaffen werden, daß der Einfluß des Staates bei Verufungs- und Vefetzungs- fragen gewahrt bleibe. Dann mag auch Frankfurt eine ganz geeignete Stadt für eine Universität sein. Darüber behalten wir uns unsere Stellungnahme vor." (Lebhafter Beifall.)
Bemerkt sei noch, daß Herr Adickes besonders bedauerte, daß das Abgeordnetenhaus eine ablehnende Haltung angenommen habe. Die Bedenken des Eeh. Rat. Wagner sind dieselben, wie sie in den Artikeln der „Kreuzzeitung", der „Post" u a. und auch bei uns öfter geltend gemacht sind. Wenn auch das Frankfurter Organ fie als unbeachtlich und — widerlegt glaubt abtun zu können, es wird sich ihrer Wucht kein ruhig Denkender entziehen können.
Aus den Verhandlungen ist wohl das wichtigste, daß der Frankfurter Oberbürgermeister uns Marburger wegdisputieren will, daß wt> die Landesuniversität für Hessen-Nassau seien, heute müssen doch alle Nassauer und Frankfurter unsere Universität besuchen. Was bedeutet denn dann anders?!
Seit 1866 sind wir also Landes-Universität von Hessen-Nassau und wenn man uns dieses Privileg nimmt, so schädigt man uns ganz einfach zu Gunsten der Geldmetropole Frankfurt. Wir haben auch bereits öfters als irrig zurück- gewiesen, daß Marburg durch Frankfurt nicht geschädigt werden würde, das können nur Leute behaupten, die mit den Marburger Verhältnissen nicht vertraut sind oder die ein Interesse daran haben, den Marburger Widerstand durch Ueberredung auszuschalten.
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Deutsches Reich-
— Da« Kronprinzenpaar in Rom. Rom, 7. April. Der König und der deutsche Kronprinz besichtigten heute vormittag die Kürassier-Kaserne, wo die Mannschaften Uebungen ausführten. Später begaben sich der König und der Kronprinz in die Kaserne de» 2. Erenadierregiments. — Nach der Besichtigung des 2. Grenadierregiments begaben sich der König und der deutsche Kronprinz im strömenden Regen zum Pianza Santa Croß, wo fie die Parade über die dort aufgestellte Kavallerie und Artillerie ab- nahmrn. Sie kehrten dann im Automobil zum Qurinal zurück. Das Publikum bereitet den hohen Herrschaften überall begeisterte Kundgebungen. — Der König und die Königin begaben sich heute Nachmittag mit ihren (Säften, dem deutschen Kronprinzenpaar, im Automobil vom Königlichen Schlosse nach dem Lastet Porziano.
— Der Termin der Reichstagswahle«. Berlin, 7. April. Die Meldung drr „Voss Ztg." über den Termin der Reichstagswahlen wird von politischen Kreisen al» unzutreffend betrachtet. (Der Wunsch wird wieder einmal der Vater de» Gedankens!)
— Wahlfragen in Anhalt. Dessau, 8. April. Der anhaliische Landtag beschloß die fakultativ« Einführung der geheimen Wahl zu den Eemeinderäten auf dem Lande.
— Landtagsersatzwahl. Iarotschin, 7. April. Bei der Landtagswahl für den verstorbenen Abgeordneten Zazdowsky im achten Posener Wahlkreis erhielt der Pole Kurzawski-Pakosch 379, der Deutsche Prinz Stolberg-Wernigerode 169 Stimmen.
Ausland.
** Zu dem Dokumente i-Dirbstahl im auswärtige« Amte Frankre-chs. Paris, 7. April. Der des Doku- menten-Diebstahls angeklagte Maimon erhob vor dem Untersuchungsrichter in entschiedenen Worten Einspruch gegen seine Verhaftung Er erklärte, er begreife diese Maßnahme nicht. Er sei ein Freund Frankreichs und habe immer für Frankreich gearbeitet. Dies sei eine seltsame Art, geleistete Dienste zu belohnen. In den Wandclgängen der Kammer wird erzählt, daß man in der Wohnung Maimon» Briefe des Redakteurs des „Temps" gesunden habe. Redakteur Tardieu erklärte einem Berichterstatter, diese Briefe bezögen sich auf ein im Jahre 1909 zwischen dem französischen Botschafter Cambon und dem Foreign Ofice verabredetes Bahnprojekt, das damals von der französischen Regierung angestrebt, inzwischen aber wieder fallen gelassen worden fei. Maimon habe an diesen Verhandlungen al» Sozius des Ingenieur» Barry teilgenommen, der in dem geplanten Bahnprojekt Homs-Bagdad die englische Gruppe vertreten sollte. — Maimons Frau erklärte, daß die gegen ihren Gatten erhobenen Beschwerden eine Niedertracht wären.
•• Mexiko. Köln a. Rh., 7. April. Rach einer Meldung der -Köln ztg." aus San Antonio wm
7. d. M- wurden die Friedensverhandlungen in Etz Paso nach 24stüdigem, unterbrochenem Depeschen», wechs-l mit den Aufständischen in Chihuahua und der- Regierung in Mexiko ergebnislos abgebrochen, »eil; der Rebellenführer Francisko Madero aus den Rücktritt des Präsidenten 'Diag bestehe.
“ Ucberfall auf das britische Konsulat. London^ 7. April. Dem Reuierschen Bureau wird aus Bagdad gemeldet: Das britische Konsulat in KermanschaH ro itbe von Räubern überfallen. Eine Person wurde getötet, das im Konsulat vorhanden Geld geraubt.
“ Setzerausstand. Serajewo, 7. April. Infolge des Setzerausstandes verfügten die Herausgeber der Zeitungen die Aussperrung des Personals. Di» Blätter erscheinen nicht.
*• Bom Balkan. Konstantinopel, 7. April. In» folge des Memorandums der montenegrinischen Regierung gab die Pforte den türkischen Botschaften! Instruktion bezüglich der mündlichen Beantwortung des Momorandums für den Fall, daß das Momoram dum berücksichtigt werden sollte Die Botschafter sollen betonen, das Verfaffungsregime schließe di» Befreiung von Steuern und Militärdienst aus. Anstatt eine solche Vermittlung zu Gunsten der Albane», sen anzuregen, hätte Montenegro besser getan, di«' Grenze für die Albanesen zu sperren und jede Unter», stützung zu verweigern. — Der montenegrinische Geschäftsträger gab dem Minister des Aeußern eine Er-' klärung ab, daß Montenegro sein Versprechen gut; Wahrung vollständiger Neutralität halten werde und. die hierzu erforderlichen Maßnahmen traf. Di« Pforte wird gebeten, ihrerseits Maßnahmen treffen, um die Albanesen am Ueberschreiten bet, Grenze zu hindern. Der Geschäftsträger bat, auf dis türkische Presse in beruhigendem Sinne einzuwirken.
** Marokko. London, 7. April. Der Vertreter der „Times" in Tanger drahtet, daß die Verbindung zwischen Fez und der Mahalla, die 8 Meilen nördlich von der Stadt im Lager liegt, abgeschnitten wurde. Am Morgen des 1. April schickte der Sultan die Löh« nung für die Soldaten unter einer starken Eskorte^ aber die Abteilung stieß auf eine große Räuberbande und sah sich gezwungen, in die Stadt zurückzukehre«. Weiter meldet dasselbe Telegramm, es scheine jetztz daß alle Städte in der Nähe von Fez sich ohne Aus« nähme der Rebellion anges,hlos,en hätten. Die Lagt wurde gestern in Tano-r al» äußerst kritisch angesehen. Offenbar hat der Sultan vergebliche Versuch« gemacht, die Unterstützung einiger mächtiger Scherift! vom Stamme der Hyaina für sich zu gewinnen iS der Hoffnung, durch diese auf die anderen Stämme einwirken zu können. — Madrid, 7. April. Di» Blätter widmen der mc.rokkanischen Frage längere Besprechungen. Di: ministerielle „Manana" schreibt^ Der Eintritt Delcassees in das Kabinett Moni» hatte voraussehen lassen können, daß das marotka»! nis'; Problem eine zugespitzte Form annehme« > würde, bis jetzt aber sei jeder Alarm verfrüht, den«i von e^ner Mitwirkung der spanischen Armee in ' Marokko fei man noch weit entfernt, da diese Mit», Wirkung von vielen Verwicklungen abhängig fei, dir! vorläufig noch nicht eingerreten seien. Die Regie»' rung sei freilich vollkommen davon überzeugt, daß. eir: Intervention erfolgen müsse, falls sich die Lage i äußerst ernst gestalte, was fie jedoch zu vermeiden sich i angelegen sein lasse. s
“ Japan. Tokio, 7. April. In der öffentlichen Meinung herrscht die Ansicht vor, der Handelsvertrag! mit Amerika diene einseitig amerikanischen In- teressen. Das Blatt „Nitschi-Schinbun" schreibt, dcrj Vertrag fei für Japan enteyrend, fordert den Rücktritt de» Kabinetts und tadelt den Minister de» Aeußern scharf. Die Führer der Saijukaiparte sagen: Die Regierung tat, was sie tun konnte.
Marburg und Umgegeno.
lRachdeuc! aller Lngtnalariitcl ist gemäß § 18 de» Urheberrechts nur mit der deutlichen Quellenangabe „Oberhess. Ztg." gestaltet.)
Marburg, 8. April.
* Bom Palmsonntag. Palmsonntag oder Palmarum ist der Tag der Palmen. Die christliche Welt feiert mit ihm das Andenken an de« letzten scierlichen Einzug Jesu in Jerusalem, wobei das Volk nach Joh. 12, 13 Palm'weige auf den Weg streute. Schon im heidnischen Altertum, namentlich bei den Römern, galt die Palme als Sinnbild des Zuges. Mit Palmzweigen > wurde der heimkehrende Sieger empfangen und geleitet. Bei festlichen Aufzügen, sei es zur. Feier eines Sieges, sei es zur Begrüßung eines Königs, trug man Palmzweige, richtiger Palmblätter, wie sie auch am fröhlichen Laubhüttenfest die Laubhütten zierten und in den Hände« getragen wurden als Zeichen der Freude und des Sieges. In der griechischen Kirche wurde der Palmsonntag schon im 4. Jahrhundert höchst feierlich begangen: in der römischen Kirche feierte man ihn dagegen erst im 6. Jahrhundert, und allgemein wurde seine Feier erst zur Zeit! Karls des Großen. Früher hatten viele Kirche»^ den Trauck. em Palmsonntag den. Einzug. Jej«