Einzelbild herunterladen
 

J2 84

DieOberhessische Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. Der Bezugspreis beträgt vierteliahrlich durch die Post bezogen 2.25 * lohne Bestellgeld), bei unseren ZeUungsstellcn und der Expedition (Markt 21) 2.00 M frei ins Haus. (Für unver­langt zugesandte Manuskripte übernimmt die Redaktion keinerlei Verantwortung.) Druck der Univ.-Buchdruckerei I. A. Koch (Inh.:

Dr. Hitzeroth). Markt 21. Telephon 55.

mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

46. Jahrg.

1911.

Marburg

Sonnabend, 8. April

Der Anzeigenpreis beträgt für die 7gespaltene Zeile oder deren Raum 15 4., bei auswärtigen Anzeigen 20 $>., für Reklamen die Zeile 40 4- Bei Wiederholungen entsprechender Rabatt. Feder Rabatt gilt al« Barrabatt. Bei Konkurs kein Rabatt. Verbindlich« leit für Platz-, Tatenvorfchrift und Beleglieierung ausaeschlofsen. Zahlungen im Postscbeckverkehr ohne Portokosten unter Nr. 5015 des Postscheckamtes Frankfurt e. M.

und den Beilagen:Nach Feierabend",Fürs Haus" undLandwirtschaftliche Beilage.

Erttes Blatt.

Der heutigen Nummer liegt bet Kreisblatt Nr. 27.

Das Kronprinzenpaar in Rom.

Rom. 6. April. Zu Ehren des Kronprin­zenpaares gab die Königin Margherita heute Mittag ein Diner, zu welchem das Gefolge, der Ehrendienst, der deutsche Botschafter und das Personal der Botschaft geladen waren.

R o m, 6. April. Der deutsche Kronprinz be­gab sich heute vormittag in Begleitung seines Adjutanten im Automobil nach Frescati, wo er gegen 10 Uhr eintraf. Die Stadt ist mit deut­schen und italienischen Fahnen geschmückt. Die Menge, welche die Straßen und Plätze die der Kronprinz passierte, füllte, brachte enthusiastische Kundgebungen dar. Der Kronprinz stattete gleich nach seiner Ankunft der Billa Falconieri einen Besuch ab.

R o m, 6. April. Die Morgenblätter bringen ausführliche Berichte über die Ankunft der Kron- prinzlichen Herrschaften.Popolo Romano" schreibt: Der dem Kronprinzenpaar auf dem Wege vom Bahnhof zum Schlöffe besonders auf dem Munizipalplatz bereitete Empfang war nicht nur eine feierliche offizielle Kundgebung, son­dern eine spontane, warme und innige Sympa­thiekundgebung an der alle Klaffen der Bevölke­rung ohne Ausnahme teilnahmen. Der Empfang war derart, daß er an die begeisterten Empfänge erinnert, die Rom dem Großvater und dem Vater des erlauchten Gastes bereitete. Als politische Kundgebung bestätigen die gestrigen Huldigun­gen immer mehr, daß die Fremdherrschaft und das Bündnis der beiden Nationen traditionell geworden ist, sodaß sie im Volksbewußtsein keine Aenderungen mehr erfahren können. Das müs­sen wir zur größeren Befestigung des allgemei­nen Friedens auch soweit der andere Verbündete und Freund Oesterreich-Ungarn in Betracht kommt, schnell zu erreichen suchen.

R o m, 6. April.Vita" sagt: Der Empfang, der gestern dem Kronprinzenpaar bereitet wurde, war würdig der Tradition Roms und des natio­nalen Gedankens. Rom, das Goethe als Gast sah, konnte besser als jede andere Stadt ver­stehen, daß das Bündnis zwischen den beiden Völkern ein altes ist und auf der unerschütter­lichen Basis der Kultur ruht. Rom, das sich Kaiser Friedrich III. erinnert, wie er auf dem Balkon des Quirinals stand, und des Kaisers Wilhelm, der kam, um die Innigkeit der politi­schen Beziehungen zu festigen. Es weiß, welchen Weg beide Staaten in einträchtiger Arbeit für den Frieden zurückgelegt haben. Rom konnte bester, wie jede andere Stadt verstehen, welche Bedeutung es hat, daß der Besuch der deutschen

29 sRockdruck verboten.)

Unverstanden.

: ' Roman von Marl« Leber. "

(Sortierung.)

Ach, welche Freude!" hörte Waldeck da plötz­lich hinter sich sagen. Als er sich umblickte, stand die emsttge Baronin von Dahlen am Arm ihres Gatten vor ihm.

Zwei Hände fttetie» sich dem Doktor mit unver­kennbarer Herzlichkeit entgegen und lebhafte Vor­würfe stürmten auf ihn ein, daß er den Professor noch nicht aufgesucht habe.

Ich bin erst seit drei Tagen wieder hier," ent­schuldigte sich Waldeck,und bisher konnte ich kaum zu Atem kommen. Mein Besuch bet Lucie war der einzige Ruhepunkt seit meiner Rückkehr, aber jetzt bleib: ich fest an der Scholle hängen!"

Nachdem die drei eine Zeitlang lebhaft mitein­ander geplaudert hatten, sagte Elise:

Wie wird sich Elfriede heuen, ihren einstigen Spielgenoffen wiederzusehen! Erinnern Sie sich, Doktor, wie Sie das Mädchen dem armen Fräulein Römer abwendig machten und wie ost Elfriede Ihretwegen die Lektion versäumte?"

Sie lachte; Waldeck aber sagte ernsten Tones: Fräulein Elfriede ist, wie ich höre, eine vielgefeierte junge Dame geworden. Da vergißt man wohl leicht alte Freunde?"

Der Profestor wurde eben von einer hochstehenden Persönlichkeit angesprochen und mutzte die beiden sich selbst überlassen.

»Sie tun mein« Tochter Anrecht," sagte Elise, ben Arm des Doktaes nehmend.Lassen Sie uns zu

Fürstlichkeiten gerade jetzt stattfindet, wo man das Jubiläum der Begründung der Einheit Italiens durch eine Reihe Ausstellungen feiert, welche die erhabenste Leistung sind, die Rom in den vierzig Jahren vollbracht hat. Das Blatt sagt schließlich:Die Bevölkerung brachte durch Zurufe dem Kronprinzenpaar die lebhafteste und auvdluckvollste Begrüßung im Namen des ganzen Italiens dar."

Politische Umschau.

Der Aufstand in Albanien.

Das zweifelhafte Verhalten Montenegros gibt zu allerlei Alarmnachrichten Veranlassung, deren Rich­tigkeit nicht zu prüfen ist. So wird gemeldet:

Konst antinopel, 6. April. DerTanin" bringt ein Telegramm aus Belgrad, wonach das montenegrinische Heer bereits rüsten soll. Ein be­waffneter Zusammenstoß zwischen Montenegro und der Türkei stehe unmittelbar bevor. Zwischen tür­kischen Truppen und einer montenegrinischen Bande, die bei Sienira die Grenze überschreiten wollte, kam es heute zu einem Kampf. Die Monetenegriner wurden zurückgeschlagen. Man ist hier der Ansicht, daß Montenegro die Note der Pforte, worin diese wegen der Unterstützung der Austtändischen durch Waffen und Munition vorstellig wurde, als ein Ultimatum ansteht. Montenegro wird die Note wahrscheinlich nicht beantworten. In offiziellen Kreisen der Pforte versichert man, daß Montenegro den Aufftan nicht dadurch unterstützt hat. indem es früher Waffen und Munition geliefert habe, sondern daß es auch jetzt noch fortfahre, den Malissoren Waf­fen und Munition zu überlassen. Die Lage wird als sehr gespannt betrachtet. Man redet in Offiziers­kreisen bereits von einem nahe bevorstehenden Krieg mit Montenegr.

Wie Montenegro allerdings, der Türkei ernst­haften Widerstand leisten will, ist nicht abzusehen.

C e t i n j e ,6. April. Seit drei Uhr früh kämpfen di- Trupen gegen die Rebellen bei Branfa. Gegen acht Uhr wurde auch oberhalb Dinoschi gekämpft.

Konstantinopel, 6. April Wie einige Bläter erfahren, hat Montenegro die Großmächte in einem Memorandum ersucht, bei der Pforte wegen einer Regelung der Frage der Auswanderung der Malissoren einzujchreiten. In dem Memorandum wird die Gewährung einer allgemeinen Amnestie und die mildere Anwendung der Verfassungsgesetze ange­regt. Schließlich versichert die montenegrinische Re­gierung, daß Montenegro seiner freundschaftlichen Beziehungen zur Pforte aufrechterhalten werde.

Weiter wird aus den türkischen Aufftandsgebieten gemeldet:

Konstantinopel, 6. April. Die Blätter melden unterm 5. April amtlich, daß die neuerlichen Angriffe der Malifforen auf Tuzi zurückgeschlagen und die Malissoren gegen Montenegro zurückgeworfen wurden. Die Truppen hatten 15 Tote und Ver­wundete.

Athen, 6. April. Eine türkische Patrouille griff heute an der Grenze eine * griechischen Posten an, der das Feuer erwiderte. Drei türkische Soldaten wurden getötet. Die Patrouille befand sich aus griechischem Boden.

Konstantinopel, 6. April. Der Komman­deur der Pemen-Erpedition meldet, daß die Truppen in Sannaa eingerückt seien.

ihr gehen, Sie werden sehen, wie sehr das Wieder­sehen sie freuen wird!"

Die Mutter hatte jedoch diesmal ihr Kind nicht rtchtig beurteilt.

Elftiede rrötete zwar heftig, als Waldeck vor -hr stand, aber sie zeigte durchaus keine Freude und ihr Gruß klang fast kühl dem Manne gegenüber, der einst ihr bester Freund gewesen war.

Ein bitteres Lächeln umzuckte Waldecks Lippen bei ihren förmlichen Worten. So herrlich sie sich auch entfaltet hatte, für ihn war sie die herzige Elfriede nicht mehr, deren ganzes Vertrauen er einst besessen hatte.

Im Laufe des Abends sprach er auch noch mit Lady Churchill, aber kein Blick, kein Wort verriet, wie nahe sich einst die beiden gestanden hatten.

Dieser Festlichkeit folgten viele andere, bei denen Waldeck stets mit Jenny und ihrem Gatten zu­sammentraf, und die Umstände brachten es mit sich, daß er mit ihnen verkehrte.

Lord Churchill machte auf ihn den Eindruck eines gutmütigen, schwachen Mannes, der sich vollständig unter der Herrschaft seiner Gattin befand. Ein solcher Gatte wäre Waldeck ihr nie geworden, aber er konnte doch nicht begreifen, daß sie sich in diesem Verhältnis glücklich fühlen konnte.

Die Churchills machten ein großes Haus und sahen fast täglich Gäste bei sich. Waldeck konnte es nicht vermeiden, auch unter diesen zu sein, denn welche Gründe hätte er Lord Churchill angeben können, um dessen Einladung auszuschlagen?

Jenny war ihm gleichgültig geworden, dennoch sah er sie ungern wieder: es war jetzt etwas in ihrem Wesen, was ihn eher abstieß, als anzog und

Konstantinopel, 5. April. Die Truppen in Pemen unternahmen am 1. April bei Bonischmall einen Angriff gegen die Rebellen, die unter großen Verlusten aus ihren Stellen vertrieben wurden.

Ein Dieb im französischen Ministerium des Aeußern.

Paris, 6. April. Im hiesigen Ministe­rium des Aeußern wird über einen daselbst ver­übten Diebstahl von vertraulichen Schriftstücken mitgeteilt, daß der Diebstahl in der letzten Zeit der Amtstätigkeit des früheren Ministers Pich:» bemerkt worden ist. Pichon ersuchte die Sicher- hcitsbehörde, eine Untersuchung einzuleiten und diese führte zur Verhaftung des 22jährigen V- -- konsuls Rouet, den englisch-ägyptischen Bericht­erstatter Moynion und dessen Sekretär Prillier. Rouet, der der Sohn eines pensionierten Kons ffs ist, war feit 1909 der Direktion für politische und Handelsangelegenheiten zugeteilt und hatte in dieser Eigenschaft das Archiv der Unterdirektion Levante Angelegenheiten in Ordnung zu halten. Es sollen ihm hierbei wichtige Schriftstücke iib-'T die Orientfrage, namentlich über die kleinasiati­schen Bahnen durch die Hände gegangen sein. Der verhaftete Maynion, der sich besonders eifrig mit allen diese Bahnen betreffenden Angelegenhei­ten befaßte und an einer Eisenbahnkonzrfsion Hems-Bagdad interessiert sein soll, sei im Mini­sterium des Aeußern bekannt gewesen und habe von Rouet vertrauliche Schriftstücke erhalten. Moynion, der englischer Staatsangehöriger ist, hatte lange Zeit in Klein-Asien und Konstanti­nopel gelebt, wo er eine bedeutende Stellung inneqehabt haben soll. E-ner Blättermeldung zufolge wurden in den Wohnungen der drei Ver­hafteten die in den letzten Tagen eingetrosfenen Briefe beschlagnahmt, die wertvolle Finger-ei-- bezüglich der mit ihnen in Verbindung steh »den Persönlichkeiten enthielten. Mainion war ehe­mals, wie man sagt, von Abdul Hamid beauf­tragt worden, in Paris die Jungtürken zu über­wachen, und hatte versucht, sich Informationen über Fragen zu verschaffen, die den Gegenstand internationaler Unterhandlungen bildeten. Rouet übergab die Dokumente Pailliez, der sie in die Wohnung Mainions trug, wo dieser eine Abschrift anfertigte. Pailliez, der auf frischer Tat ertappt wurde, wurde verhaftet und legte ein Geständnis ab. Mainion wurde bald darauf verhaftet. Die Haussuchung in seiner Wohnung förderte verschiedene Schriftstücke zutage, die sich auf alle europäischen Mächte bezogen.

Deutsches Reich-

Elsaß-Lothringen. Straßburg, 6. April. Der größte Teil der heutigen Sitzung des Lan- desausschuffes zu Elsaß-Lothringen nahm eine längere Debatte über die gestrigen Ausführun­gen im preußischen Herrenhaus über die Verfas­sungsreform in Elsaß-Lotbringen in Anspruch. Die Redner betonten vor Allem die Abhängig­keit des Statthalters und des Ministeriums von

oft fragte er sich staunend, wie er ein fo kaltes, herz­loses Geschöpf einst hatte lieben können?

Mehr als die schöne Amerikanerin beschäftigte ibn Elfriedes verändertes Wesen. Das junge Mädchen trug eine hochmütige Kälte gegen ihn zur Schau, die ihr andern gegenüber vollkomemn fremd war. Wenn sie sich in der fröhlichsten Stimmung be­fand. so genügte das bloße Erscheinen Waldecks, um das Lächeln von ihren Lippen zu vertreiben und eine düstere Wolke auf ihre Stirn zu bannen.

Ihr Benehmen bl eb ihm ein Rätsel und so oft er es auch versuchte, den Grund desselben zu er­forschen, er kam nicht dazu, eine Aufklärung zu er­langen. Elfriede wich geschickt jeder direkten Frage aus, und mitunter streifte ihn ein so seltsamer Blick aus ihren schönen Augen, daß et völlig irre an ihr ward.

Sie konnte ihn doch nicht hassen, sie, die ein so gutes Herz, ein so ftisches, fröhliches Gemüt besaß!

Was sich unter dieser ruhigen Außenseite barg, das sah er nicht. Sie war ihm ein schönes, aber unlösbares Rätsel.

Lady Churchill gab einen großen Maskenball. Alles, was nur Anspruch darauf hatte, zur guten Gesellschaft gezählt zu werden, war eingeladen, und man versprach sich sehr viel von diesem Feste, das eins der glänzendsten dieser Saison werden sollte.

Vielleicht wäre Waldeck nicht hingegangen, aber er wußte, daß er Elfriede dort finden würde und unter dem Schutze der Maskenfreiheit hoffte er, end­lich mit dem jungen Mädchen offen sprechen zu Sinnen.

Es war eine glänzende Versammlung, die in den

Berlin, was apch daraus hervorgehe, daß Fred Herr von Köller gestern ganz anders geredet habt> als er es hier im Landesausschutz als Staats­sekretär tat. Staatssekretär Zorn v. Bulach er­widerte den verschiedenen Rednern, datz es nicht recht sei, die jetzige Regierung zu Gunsten der früheren Köllerschen herabzusetzen. Einmal habe die jetzige Regierung die Verfaffungsvor- läge eingebracht, Md dann sei ihre Stellung nach Einführung des Reichsvereinsgesetzes gegenüber den politischen Umtrieben im Lande eine viel schwierigere: in ökonomischen Fragen sei der Statthalter völlig unabhängig, in nationalen Fragen könne er selbstverständlich keine andere Stellung als der Kaiser einnehmen. Als Preitz am Schluß der Debatte nochmals die Abhängig­keit des Statthalters und des Ministeriums von Berlin feststellen zu müssen glaubte, erklärte der Staatssekretär mit aller Entschiedenheit, datz es für Elsaß-Lothringen keine Berliner, sondern nur eine vom Kaiser eingesetzte Regierung gebe.

Lorraine Sportiv«. Colmar, 6. April. Wie dieElsaß-Lothringische Volkszeitung", das Organ des Landesausschutzabgeordneten Blumen­thal, mitteilt, haben die beiden Angeklagten Schneider und Nicolas aus dem Prozeß gegen dieLorraine Sportive" gegen das Urteil der Metzer Strafkammer Berufung eingelegt. Blu­menthal war bekanntlich Verteidiger in dem Prozeß.

Zum Tode v. Schlichtings. Konstantinopel, 8. April. Die Leiche Schlichtings wurde heute früh an Bord des DampfersSamos" der deut­schen Lavantelinie nach Deutschland übergeführt. Tanin" veröffentlicht eine Depesche des Muftis Kastamunt, der das Blatt ersucht, der Familie Schlichting und dem edlen deutschen Volke das Beileid der Bevölkerung der Wilajete zu übermitteln.

Elektrisierung der Berliner Stadtnah Berlin, 5. April. DenV. P. N." zufolge ist di« Elektrisierung der Berliner Stadtbahn in ein entscheidendes Stadium getreten. Die Verhand­lungen zwischen dem preußischen Eisenvahnmini- ster und dem Finanzminffter dürften in abseh­barer Zeit zu Ende geführt werden, so daß in der nächstjährigen Session des Landtags wahrschein­lich schon Mittel angefordert werden dürften.

Zur Hamburger Spionageangelegenheit. Bremen, 5. April. DieNeue Freie Presse" schreibt: Die drei in Bremen in der Spionage­affäre verhafteten Personen sind: Ein bei der AktiengesellschaftWeser" beschäftigter In­genieur, der aus Oesterreich stammt, ein in Bre­men anlässiger Schiffsmakler sowie die Haus­hälterin eines bei der Norddeutschen Armaturen- und Motorenfabrik beschäftigten Technikers, bet an der ganzen Affäre einen hervorragenden An­teil hat und sich jetzt int Auslande, wahrschein­lich in Italien, befindet, wohin er, allerdings im Auftrage seiner Firma, abgereist ist. Der ver­haftete Schiffsbändler Schulz aus Southampton hat in Bremen zunächst einwandfreie Eeschäfts- -.........---------- --___ - . "3

hellerleuchteten Sälen wogte, aber Waldeck hatte kaum einen flüchtigen Blick für das farbenvrächtige Bild, das sich ihm bot; seine Augen schweiften suchend umher, um die Eine zu finden, roejen der er hergekommen war, aber wenn er schon glaubte, Elfriedes schlanke, graziöse Gestalt herausgefunden zu haben, dann kamen ihm wieder Zweifel, ob sie es auch fei, und so war eine Stunde vergangen, ohne daß Waldeck es über sich hatte gewinnen können, eine der eleganten Masken anzusprechen.

Plötzlich fühlte er leise seinen Arm berührt.

Vor ihm stand ein schwarzer Domino, dessen Augen ihn hinter der Maske hervor glühend an« blickten.

Waldeck hatte durchaus keine Lust, sich in eine Intrige einzulaflen: er blieb habet ruhig stehen und wartete auf die Anrede der Maske. Diese sprach jedoch kein Wort, sondern ergriff nur seinen Arm und zog ihn hastig mit sich fort durch den Schwarm der Gäste.

Widerwillig folgte Waldeck, er wußte, daß diese Dame nicht Elfriede war, denn das junge Mädchen war kleiner und schlanker, aber et hatte auch feine Ahnung, wer diejenige sein konnte, die so lebhaft eine ungestörte Unterredung mit ihm zu wünschen schien.

Der Domino zog ihn schweigend weiter, hatte sich ater so fest an seinen Atm geklammert, daß ein Los- kommen gar nicht mög"ch war.

Dir Maske führte ihn in den Wintergarten, an blühenden Gesträuchern und lauschigen Boskett» vor­bei, bis sie endlich am Ende des Gartens vor timt | Ephculaube Halt machte.

(Fortsetzung folgt.)