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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

und den Beilagen:Nach Feierabend",Fürs Haus" undLandwirtschaftliche Beilage.

M 81

TieLbrrhessische Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der Sann» und Feiertage. Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich durch die Post bezogen 2.25 <M, lohne Bestellgeld), bei unseren Zcitungsstellcn und der Expedition (Markt 21) 2.00 <M, frei ins Haus. (Für unver­langt zugesandte Manuskripte übernimmt die Redaktion keinerlei Verantwortung.) Druck der Univ.-Buchdruckerei I. A. Koch (Inh.:

I Dr. Hitzeroth), Markt 21. Telephon 55.

Marburg

Mittwoch, 5. April

Der Anzeigenpreis beträgt für die 7gespaltene Zeile oder deren Raum 15 bei auswärtigen Anzeigen 20 j., für Reklamen die Zeile 40 j.. Bei Wiederholungen entsprechender Rabatt. Jeder Rabatt gilt als Barrabatt. Bei Konkurs kein Rabatt. Verbindlich­keit für Platz-, Datenvorfchrist und Belegliefcrung ausgeschlossen. Zahlungen im Postscheckverkehr ohne Portokosten unter Nr. 5015 des Postscheckamtes Frankfurt «. M.

46. Jahrg

1911.

Elftes Blatt.

Zum amerikanisch - englischen Schiedsgerichlsvertraae.

Der Schiedsgerichtsoorschlag des Präsidenten der Bereinigten Staaten, der vom englischen Minister des Auswärtigen, Sir Edward Grey, zunächst in beinah enthusiastischer Weise ausgenommen wurde, dann aber reichlich mit kaltem Wasser vermischt wurde, wird noch immer eifrig in der inter­nationalen Presse besprochen. Sicher ist, dast solche Schiedsgerichisverträge zwischen zwei oder mehreren Staaten eine ganz gute Sache sein können. Bedingung hierfür ist aber, daß man sich der Grenzen bewußt bleibt. Außerhalb dieser Grenzen liegen und müssen immer liegen alle Fragen vitaler Rasur und solche der nationalen Ehre. Will man ab«p wie Tast und Grey andeutesen, auch diese Fragen einbeziehen, so wird der Schiedsge- richtsvertrag zum wertlosen Stück Papier, und der Akt seiner Unterzeichnung zur Heuchelei; denn eine derartige Kurzsichtigkeit einem Staatsmanne zuzu­trauen, ist unmöglich. Der Präsident der Vereinig­ten Staaten, Mr. Taft, beabsichtigt mit jener An­regung ohne Zweifel vor allem, Großbritannien immer fester an die Bereinigten Staaten heranzu­ziehen. Er kann die englische Seemacht vorzüglich gebrauchen als Schutz gegen Japan, und braucht nicht zu besorgen, daß den Vereinigten Staaten irgendwelche unangenehme Folgen erwachsen könn­ten, sogar nicht das geringste Risiko. Auf englischer Seite würden allerdings die Dinge erheblich anders liegen, aber man würde dort wie ja auch schon bis­her, eine gewisse Abhängigkeit von den Vereinigten Staaten in den Kauf nehmen, wenn man mit ihnen zusammen und womöglich unter Hinzunahm« Frank­reichs dann zur politischen Richtschnur nähme, auf Deutschland zu drücken. Frankreich wäre sicher gern bereit dazu. Die Vereinigten Staaten wären also dann bis zu einem gewissen Grade an die frühere Stelle Rußlands getreten. Rußland hot den eng­lischen Wünschen gegenüber versagt, und nun hofft man es mit den Bereinigten Staaten machen zu können. Auf der anderen Seite hat Sir Edward Grey natürlich nicht unterlassen, noch einmal in beweglichen und schönen Worten über eine Ver­ständigung mit Deutschland zu reden. Es ist merk- würdtg, daß die englischen Staatsmänner noch immer nicht aufhören, diese sogenannten Anregungen auszuposaunen. Sie wissen sehr gut, daß eine politische Verständigung von Deutschland durchaus gewünscht wird und immer gewünscht worden ist. Gerade neuerdings hat Deuffchland ja in der Bagdadbahnfrage hinsichtlich des südlichsten Teiles der Bohn wieder ganz erheblich nachgegeben. Aber das findet man, sobald es einmal erreicht ist, in England ganz selbstverständlich. Was der Engländer aber eigentlich unter Verstand gung mit Deutschland versteht, das ist, daß die deutsche Regierung das bestehende Flottengesetzrevidiert", also es umstößt «nd dann möglichst schnell die deutsche Flotte in den alte.: Zustand der Wehrlosigkeit zurückfallen läßt Diesen Gefallen wird keine deutsche Regierung Eng­land oder einer anderen Macht tun, und wir hoffen, daß sie gerade in solchen Zeiten ausländischer Liebenswürdigkeit die Augen ganz besonders offen

Politische Umschau.

DieLorraine Sportive" vor Gericht.

Metz, 1. April. Zn dem Krawallprozeß ge­gen die Vorstandsmitglieder derLorraine Sportive" wurde am Sonnabend Abend die Be­weisaufnahme geschlossen und die Schlußver­handlung auf den Montag anberaumt. Der Schluß der Beweisaufnahme gestaltete sich wie vorauszusehen war, ziemlich eintönig, da alle bei dem Krawall in Tätigkeit getretenen und jetzt als Zeugen vernommenen Polizeibeamten in ihren Aussagen das gleiche Bild der uner­hörten Vorgehens des Hauptangeklagten Sa- main und dessen Genossen entrollten. Aus den Aussagen der Zeugen, welche den vor dem Hotel Terminus formierten Zug durch die Hauptstra­ßen der Stadt marschieren sahen, geht hervor, daß auch hierbei die Teilnehmer sich sehr dreist gegen die Polizei und gegen die Soldaten, welche von dieser zu Hilfe gerufen wurden, benahmen. Es kam dabei zu einer Gefangenenbefreiung und der die Hauptwache befehligende Leutnant sagte sogar aus, daß ihn einer der Demonstran­ten bei dem Tumult vor der Hauptwache mit einem Messer bedroht habe. Die Rufe Vive la France? A bas les Prussiens? Vive la Lorraine? Goaren allgemein. Zum Schluß der Beweisauf­nahme machte noch der Wirt des Hotels Termi­

nus durch seine Angabe einiges Aufsehen, daß ihm trotz der gesprengten Tür und der Zerstö­rung im Saale selbst, ein Schaden nicht entstan­den sei. Das der udlungen beiwohnende Publium benahm |i.., vis zum Schluß dermaßen herausfordernd und ungebührlich, daß der Vor­sitzende mehrmals mit Räumung des Saales drohen und schließlich sogar die Polizeimann« schäften im Eerichtsgebäude verstärken mußte.

M e tz, 3. April. Bei der heutigen Verhand­lung ereignete sich ein Zwischenfall. Als Staats­anwaltsrat Richert mit seiner Anklagerede auf das beanstandete LiedTerre nationale" zu sprechen lam, wurde er plötzlich von einem Un­wohlsein esallen und sank in den Sessel zurück. Die Sitzung wurde infolgedessen unterbrochen. Gegen 11 Uhr wurde die Sitzung wieder ausge­nommen und Richert setzte seine Rede fort. Der Staatsanwalt beantragte gegen Samain wegen Zuwiderhandlung gegen die Polizeiver­ordnung 4 J*. Geldstrafe, wegen Hausfriedens­bruch acht Wochen Gefängnis, gegen Nikolas wegen Aufruhr sechs Monate Gefängnis und we­gen Unfug 14 Tage Haft; gegen Lorenzer 14 Tage Haft, gegen Karl Marin drei Wochen Haft, gegen Ernst Marin, Tournois und Bracchi je drei Tage Haft; gegen Schneider im ganzen acht Monate Gefängnis.

Deutsches Reich-

Die Offiziere des neuen Fliegerkursns in Döberitz. Wie derInf." mitgeteilt wird, sind im ganzen 17 Offiziere der preußischen, sächsi­schen und württembergischen Armee zum Flieger- kursus in Döberitz kommandiert worden. Es sind dies folgende Herren: Oberleutnant Krause (Jnf.-Regt. 44), Oberleutnant Barends (Jnf.- Regt. 144), ferner die Leutnants Vogel von Falckenstein (Augusta - Regt.), Brandenburg (Jnf.-Regt. 149), Schmickaly (Jnf.-Regt. 64), v. Prittwitz und Eaffron (Jäg.-Bat. 6), Graf v. Baudissin (Drag.-Regt. 18), Stille (Paul) (Jnf.-Regt. 77), Frhr. v. Freytag-Loringhoven (Feldart.-Regt. 55), Vogt (Feldart.-Regt. 15)/ Vraun (Drag.-Regt. 9), Reinhardt (Jnf.-Regt. 67), Montll (1. Leibhusaren-Regt.), Hippe (Pio- nier-Bat. 25), Matthes (Fußart.-Regt. 4), und ferner von der sächsischen Armee Leutnant Knofe (Oskar) (Jnf.-Regt. 178), von der württembergi­schen Leutnant I u st i (Jnf.-Regt. 119). Außer den genannten Offizieren sind noch eine Reihe von Offizieren vorgesehen, die im Bedarfsfälle einspringen würden und zunächst in Reserve stehen. Den größten Anteil an Offizieren steut die Infanterie HJäger) mit 10 Offizieren, die leichte Kavallerie (Dragoner und Husaren) ent­sendet 3 Offiziere, 2 gehören der Feldartillerie an und je einer den Pionieren und der Fuß­artilleriewaffe. Der Kursus ist auf 3 Monate berechnet und wird von den bekannten Lehrern in Döberitz geleitet. Die Nachricht, daß Oberst Messing das Kommando der Fliegerschule e- halten habe, ist unrichtig. Dieselbe untersteht nach wie vor der Versuchsabteilung der Ver­kehrstruppen.

Ein Unfall Bei einet militärischen Hebung. Potsdam, 3. April. Heute früh stand die erste Batterie des 2. Feldartillerieregiments am Fuß des Ruinenberges auf dem Bornstödter Felde abgeprotzt zu einer Hebung. Als die Maschinen­gewehr-Kompagnie des ersten Earderegiments zu Fuß mit den Schießübungen begann, wurde die Artilleriebespannung scheu und ging quer über das Bornstädter Feld mit den Protzen nach der Artilleriekaserne zu durch. Die Fahrer konn­ten die Pferde nicht halten und wurden nieder­geworfen. Sieben Mann wurden überfahren und in das Kasernenlazarett gebracht. Fünf von ihnen konnten sofort wieder entlassen werden, während ein Kanonier einen Oberschenkelbruch und ein zweiter Kanonier innere Verletzungen erlitt.

Die Pflichtstundenzahl der Bolksschul- lehrer. Mülheim-Ruhr, 3. April. Die gestrige Generalversammlung des deutschen Klassenleh­rervereins hat folgende Entschließung an den Kultusminister beschlossen:Die Pflichtstunden­zahl der an den Volksschulen beschäftigten Leh­rer und Lehrerinnen bedarf einer Regelung in der Weise, daß die Höchstzahl auf 28 festgesetzt werde und eine Ermäßigung der Stundenzahl nach dem Alter der Lehrkräfte eintritt."

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Ausland.

** Der Ausstand in Albanien. Konstan­tinopel, 3. April. Die von den ausständischen Malissoren belagerte Stadt Tuzi an der monte­negrinischen Grenze wurde Sonnabend durch türkische Truppen nach siegreichem Kampfe ent­setzt; damit ist die Niederlage der Ausständischen entschieden. Die türkischen Truppen haben ihren Erfolg erzielt, noch bevor die von hier abgesand- ten Verstärkungen auf dem Schauplatz eintreffen konnten. Salonik, 3. April. Der Kriegs­minister gab den patriotischen Gefühlen der mo hammedanischen Bevölkerung in der Gegend von Eussinje nach und gestattete die Bewaffnung des dortigen Landsturms. Die Leute waren bis abends bereit und marschierten nach Skutari ab. Die von Skittori abaeaonaenen bestanden einen blutiaen Kampf bei Kostrat.

** Die Weisen in Marokko. Tanger 3. April. Die Beni Mter forderten nach dem Erfolg vom 26. März alle Stämme bis zum Cbarbgebiet auf, sich ihnen zur Belagerung von Fez anzuschlie­ßen. Nach Eingeborenengerüchten sollen die Berber in Fez eingedrungen sein und Mulay Ismael zum Sultan ausqerufen haben. Aus Fez wird unterm 28. März gemeldet: Die Ver­proviantierungskolonne, die gestern zu der gegen die Scherardas operierenden Mahalla abmar­schierte, wurde heute früh bei Obgeb von einer Bande der Beni Mter ausqeplündert. Meh­rere Offiziere und Unteroffiziere der französi­schen Militärmission sind heute nach Fez abge­reist.

** China. Peking, 3. April. In Erledigung der Denkschrift des Kriegsministers Pin-Tsckang, von dem bekannt ist, daß er während der jüng­sten Krisis in einer Denkschrift sich für Eröff­nung der Feindseligkeiten ausgesprochen hatte, ist jetzt ein außerordentliches Edikt erschienen, das dem Regenten den Oberbefehl über die chi­nesischen Streitkräfte verleiht und die Armee auffordert, eingedenk zu sein, daß die Mandschus dank ihrer militärischen Tüchtigkeit China er­oberten und seit drei Jahrhunderten beherrschen. Das sei Chinas einziges Mittel, um die Sicher­heit der Nation aufrechtzuerhalten. Die Bot­schaft wurde den Truvpen auf privatem Wege übermittelt. Auf Anordnung des Vizekönigs der Mandschurei wurden in der Provinz Kirin Bestimmungen eingeführt, welche die Rechte der Europäer, chinesischen Formen Kredit zu gewäh­ren, beschränken. Den Chinesen wird es durch Formalitäten äußerst erschwert, solchen Kredit in Anspruch zu nehmen. Die Chinesen müssen bei derartigen Kreditoperationen den Behörden die Bilanz oorweisen. Durch diese Maßregel hofft die Regierung die Tätigkeit der chinesischen Staatsbank zu haben.

Schaufen ^erwettbewerb.

Das Preisrichterkollegium erkannte folgen­den Firmen Preise zu. (Die Firmen sind alpha­betisch geordnet).

Höch st e Anerkennung.

Wilh. Arcularius, Barfüßerstr. 46/47

E. Baum Ww., Neustadt 27

August Braun, Augustinergasse 1

Jacob Briel, Steinweg 5

N. G. Elwertsche Univerfitätsbuchli..lstnug, Reitgasse 7

Carl Euker, Steinweg 35 a

C. H. Hering, Barfüßerstr. 45

Otto Pabst, Marktgasse 18/20

Andreas Schaefer, Bahnhofstr. 15

John Schneider, Steinweg 8

Carl und Max Schumacher, Bahnhosstr. 21

Lobende Anerkennung.

SB. Adolph Nachf., Bahnhofstr. 14

Karl Albonesy, Wettergasse 11

Carl Andernach, Bahnhofstr. 3

Geschwister Berdnx, Bahnhofstr. 1

I. Bersch, Am Grün 2

M. Blumenfeld & Co., Wettergasse 9

A Deiner?, Friedrichstr. 11 a

M. Eichelbergs Nachf., Barfüßerstr. 50

Rosa Erlanger, Elisabethstr. 15

Christoph Estor, Steinweg 40

S. Freund, Wettergasse 38

I. Heineberg & Co., Steinweg 2y2

C. H. Heßmann, Kasernenstr. 4

Carl Heuser, Barfüßerstr. 35

Heinr. Heuser, Elisabethstr. 6 |

Carl Keßler, Marktgasse 17

I. Klee & Sohn, Steinweg 37

Otto Kratz, Markt 13

T. Markees Ww., Carl Paar, Reitgasse 6

Karl Müller, Barfüßerstr. 48 Kurt Neufeldt, Elisabethstr. 4 Karl Piscator, Hirschberg 2 Josef Nuppel, Barfüßerstr. 27 Franz Rumpf, Neustadt 8 Chr. Schaaf, Wettergasse 27 Balthasar Schirle, Wettergasse 28 Hermann Schlooß, Kasernenstr. 23 Alexander Schmidmann, Barfüßerstr. 25 Ernst Schwaner, Barfüßerstr. 49

E. F. Sipmann Ww., Bahnhofstr. 5 und Wetter­gasse 17

Chr. & H. Sömmering, Inh. Gust. Stolpe, Bar füßerstr. 31

Carl Spangenberg, Bahnhofstr. 11

Louis Textor, Nicolaistr. 5

Peter Tromm, Barfüßerstr. 36

Heinrich Unckel, Neustadt 18 Clara Wacker, Bahnhofstr. 28 Hermann Wöllenstein, SBettergasse 31.

Marburg und Umgegend.

(Nachdruck aller Qriginalarttkel ist gemäß § 18 des Urheberrechts nur mit der deutlichen Quellenangabe »Oberheff. Kg." gestattet.)

Marburg, 4. April.

* Universität. Wie wir hören, hat der Pri- vatdozent Dr. Hermann Jacobsohn in München den Ruf als a. o. Professor für indogermanische Sprachwissenschaft an die hiesige Universität als Nachfolger von Prof. Thumb angenommen und wird sein neues Lehramt mit Beginn des bevor­stehenden Sommersemesters antreten.

* Militärisches. Zur Ausbildung als Flug­zeugführer ist zu dem vom 3. April bis 30. Mai bei der Lehranstalt für Flugwesen in Döberitz stattfindenden ersten Lehrgang vom 13. Armee­korps Leutnant Justi (Eren.-Regt. 119) kom­mandiert worden. (Bergt, unter Deutsches Reich.)

Aprilwetter. Der soeben begonnene April zeigt, seinem üblen Ruf entsprechend, schon im Anfänge seine Launen. Während er uns am Sonnabend und Sonntag noch herrliches Wetter und sogar Eewitterbildungen brachte, herrschte gestern und letzte Nacht Schneetreiben wie mit­ten im Winter. Auch tüchtiger Frost stellte sich ein. Es ist die alte Erfahrung, die man hier schon so manches Jahr hat machen müssen, daß auf ein paar schöne sonnige Tage im März wie­der kalte und unfreundliche Witterung folgt. Die Gartenarbeiten sind schon ziemlich weit vor­geschritten, viele Gärten sogar ganz hergerichtet und bestellt, doch werden die Gartenbesitzer, die mit den Arbeiten noch nicht begonnen haben, wohl gerade soweit hinsichtlich des Wachstums der Gemüse usw. kommen, wie die, die es ziem­lich eilig hatten. Im Sprichwort heißt es übrigens:Es ist kein April so gut, er schickt dem Schäfer Schnee auf den Hut." Doch was schadet das! Und wenn sich der Schnee in Regen ver­wandelt, so ist das dem Landmann noch lieber, verheißen doch kräftige Regenschauer im April eine gute Ernte und einen fruchtbaren Herbst: dennNasser April Ist des Bauern Will?" oder: ..Aprilregen des Bauern Segen."

* Tageslänge im April. Im Ostermond April macht der Tag gewaltige Fortschritte; denn wäh­rend die Tagesspanne zu Anfang des Monats 12 Stunden 50 Min. umfaßt, ist es Ende April beinabe 2 Stunden länger Tag, genau: 14 Stun­den 41 Minuten.

* Wettervoraussage sür Weilburger Wetterdienst­stelle für April. Im April pflegt mit xunebmenbei Sonnenböhe tie Mitteltemperatur des Bezirkes bet Wetterbienststelle Weilburg in den Talern auf 8 Gr. auf ben Höhen auf mindestens 6 Gr zu steigen. Nach mittaas erreicht das Thermometer in den Täler» durchschnittlich schon 13 Er., auf den Höhen bleibt er jedoch im Mittel noch unter 11 Grad. Ausnahms­weise kann es in den Talern über 16 Gr. steigen. Nachts bleibt das Thermometer i t den Tälern durch­schnittlich schon 23 Gr. über 0 Er., auf den Höhen sinkt es jedoch auch im Mittel noch auf 1 Er. unter 0 Grad. Ausnahmsweise sinkt es aber auch in den Tälern 23 unter 0 Erad. Je nach der Lage kön­nen noch 37 Frosttage, auf den Höhen sogar bis 9 Frosttage vorkommen. Mittags steigt das Thermo­meter jedoch im April stets üfrr 0 Erad. Die Zn- nahme der Temperatur ist besonders gegen Anfang und Ende des Monats ziemlich stark. Dies hängt da-' mit zusammen, daß bei uns im April die südwestlichen Winde seltener, dagegen die östlichen Winde (be{*[