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Der heutiqeu Auflage für den Kreis Kirchhain liegt Kreisblatt Nr. 26a bei.
Die vom Reichstag angenommene Resolution der Fortschrittlichen Volkspartei scheint gleichfalls die ungeheuren Schwierigkeiten anzuerkennen, welche der Aufstellung eines solchen Programms entgegenstehen. Sie verlangt deshalb nur, daß Deutschland über das Programm, das etwa andere Mächte aufstellen sollten, verhandeln möge. Den Schiedsgerichten sieht Deutschland, wie der Reichskanzler ausgeführt hat, nicht ablehnend gegenüber. Es hat im Gegenteil den Abschluß von Schiedsverträgen gefördert und wird es auch ferner tun. Aber auch hier wird es einer praktischen Friedenspolitik dienen, wenn es der Schiedssprechung die nicht unmögliche Aufgabe zuweist, über die Unabhängigkeit, Ehre und Existenz der Staaten zu entscheiden, sondern nur klar zu übersehende Rechtsverhältnisse der Schiedssprechung unterwirft. Konform dieser Anschauung akzeptiert die Regierung den von England vorgeschlagenen Nachrichtenaustausch über Schiffsbauten. Eine Bindung der beiderseitigen Streitkräfte liegt darin nicht; es soll nur lleberraschungen vorgebeugt werden, die Paniken und als deren Folge ein krampfhaftes Wettrüsten Hervorrufen könnten. Sowohl im Inlands wie im Auslande erkannte die Presie in überwiegender Mehrheit diese Grundgedanken der Rede des Reichskanzlers als zutreffend an. Nur die Minderzahl erblickt darin Tendenzen, welche einer friedlichen Entwicklung des Völkerlebens widerstrebten. Es verlohnt sich nicht der Mühe, ihnen im einzelnen entgegenzutreten. Sie werden bündig widerlegt durch die Politik, die Deutschland seit vierzig Jahren führt und fernerhin führen wird.
Ferner dürfte noch folgende englische Stimme interessant sein:
London, 1. April. „Westminster Gazette" sagt in einem Leitartikel über die gegenwärtigen Erörterungen der allgemeinen Friedensund Schiedsgerichtsfragen: Es wäre nach unserer Ansicht sehr bedauerlich, wenn die emphatische Sprache des deutschen Reichskanzlers über die Friedensprinzipien im Allgemeinen uns blind machen würde, der Tatsache gegenüber, daß in dieser Rede der Kanzler einen wichtigen praktischen Beitrag geliefert hat zur Herbeiführung besserer Beziehungen in concreto. Die Annahme des Vorschlages, daß England und Deutschland Informationen über das Schiffsbauprogramm austauschen sollen, ist im höchsten Maße dienlich. Wenn er in einem fairen freundlichen Geiste der beiden Seiten ausgeführt wird, kann er trotz Deutschlands Weigerung, über die Friedensprinzipien zu verhandeln, eine tatsächliche Erleichterung für beide Länder im Gefolge haben.
Marburg
Dienstag, 4. April
46. Jahrg.
1911.
senden auch kleinere Fraktionen einen solchen. Die Kommissionsmitglieder werden nach dem von dem Seniorenkonvent auf rechnungsmäßiger Grundlage aufgestellten Plan von den Fraktionen und den dauernden Vereinigungen von mindestens 5 Mitgliedern gewählt, die Vorsitzenden der Kommissionen von den Fraktionen nach einem bestimmten Turnus.
— Deutscher Fliegerkursus. Berlin, 2. April. Am 3. April beginnt in Döberitz der erste Fliegerkursus für die aus der Armee kommandierten Offiziere. Für die erste Ausbildung sind drei Monate bemessen 25 Offiziere, darunter Vertreter des bayerischen, des sächsischen und des würt- tembergischen Kontingentes, sind kommandiert. Mit der Leitung der neugebildeten Lehranstalt ist Oberst Messing beauftragt, als Lehrer fungieren die Oberleutnants Eeerdtz und Erler, ferner die Leutnants Mackenthun, v. Tarnoczy, Freiherr v. Thuena, Förster und Canter.
— Deutsch-englischer Auslieferungs-Vertrag. Berlin, 2. April. Am 1. April fand im Auswärtigen Amt der Austausch der Ratifikationsurkunden zu dem am 30. Januar zwischen Deutschland und Großbritannien abgeschlossenen Vertrage statt, durch den die Auslieferung flüchtiger Verbrecher zwischen den beViYiit Schutzgebieten und einer Anzahl britischer Protektorate, zumal Afrikas, geregelt wird. Der Vertrag tritt am 1. Juni in Kraft.
— Zum Unfall aus „York". Kiel, 1. April. Die Explosion auf dem Panzerkreuzer „Pork" ereignete sich gestern um VA Uhr nachmittags beim Füllen der Tanks mit Benzol im Backbord-Wall- gang der Hinteren Maschine. Das Längsschatt des Ganges wurde herausgeschleudert. Augenblicklich stand der ganze Maschinenraum in Flammen, und eine starke Stichflamme drang durch den Ventilator in den Heizraum. Im Maschinenraum befanden sich zur Zeit der Explosion nur die sechs Marineangehörigen, die teils getötet, teils schwer verletzt wurden. Die herumfliegenden Trümmer des zerstörten Länqsschottes sollen hauptsächlich die drei getöteten Maate getroffen und furchtbar zugerichtet haben. Zur Bewältigung des Feuers wurde zunächst die Werftfeuerwehr herbeigerufen, die im Verein mit der Löschmannschaft des Schiffes besonders den Hauptmaschinenraum unter Wasser nabm und das Feuer in einer halben Stunde bewältigte. — Washington, 1. April. Der Marinesekretär hat dem deutschen Kaiser sein Beileid an dem Unglück auf dem Panzerkreuzer „Pork" übermittelt
Die „Obrrheffische Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. — Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich durch die Post bezogen 2.25 <H (ohne Bestellgeld), bei unseren Zeitungsstellen und der Expedition (Markt 21) 2.00 M frei ins Haus. (Für unverlangt zugesandte Manuskripte übernimmt die Redaktion keinerlei Verantwortung.) Druck der Univ.-Buchdruckerei I. A. Koch (Inh.: | Dr. Hitzeroth), Markt 21. — Telephon 55.
der indogermanischen Sprachwissenschaft und klassischen Philologie in Freiburg, Berlin und Göttingen und erwarb 1903 den Doktorgrad mit einer Arbeit über Plautus. 1904 übernahm er eine Assistentenstelle beim Thesaurus linguae latinae in München und habilitierte sich ebenda im Juni 1908 für vergleichende Sprachwissenschaft. Seine Habilitationsschrift behandelt Fragen der homerischen Grammatik. In der Probevorlesung sprach er über das Thema: „llebersicht der altitalischen Dialekte."
• Stafettenlaus. Unter Aufsicht des Herrn Kommandeurs und der übrigen Herren Offiziere veranstaltete gestern morgen das hiesige Jägerbataillon einen Stafettenlauf über 5 Klmtr. (Eisselbergerstraße-Niederweimar). Zu diesem Lauf hatte jede Kompagnie 25 Mann gestellt, wovon jeder 200 Mir. zu lausen hatte. Die kürzeste Zeit brauchte die 1. Kompagnie, welche 1 Klmtr. in einer Durchschnittszeit von 2,26 Min. durchlief. Es folgten dann: 2. Kompagnie mit 2,31 Min., 4. Kompagnie mit 2,32 Min. und die 3. Kompagnie mit 2,33 Min. Eine sehr schöne Leistung für die Mannschaften.
* Postalisches. Um dem Publikum die Auflieferung von Paketen weiter zu erleichtern, hab das Reichs-Postamt zugelassen, daß die Abholung von Paketen aus der Wohnung der Absender nicht wie bisher bloß schriftlich, sondern auch durch Fernsprecher bei der Postanstalt beantragt werden kann. In den Verzeichnissen der Fernsprechteilnehmer werden die Postdienststellen, an die solche Anträge gerichtet werden können, besonders gekennzeichnet werden. Diese Abholung erstreckt sich auf gewöhnliche Pakete und auf solche Orte, wo die Paketbestellung mit Pferden ausgesührt wird. Die an den abholenden Paket- hestever zu entrichtende Einsammlungsgebühr beträgt 10 Psg. für das Paket.
* Geistliches Konzert. In die ernste Passionszeit, in der wir uns jetzt befinden, paßte so recht das geistliche Konzert, welches der Reformierte Kirchenchor gestern Abend unter der Mitwirkung des Gesangvereins Liedervereins unh der Solisten Fräulein Elisabeth Funk, Marburg (Sopran), Fräulein Käthe Mülter, Hamburg, (Alt), Herrn Philipp Ströbel, Marburg (Baß) und Herrn Heinrich Möller, Grebenstein (Orgel) in der reformierten Kirche veranstaltete. Der verdiente Dirigent beider Chöre, Herr Lehrer Engelhardt, unter dessen Leitung das Konzert stand, zeigte hier, daß er auch auf dem Gebiete der Kirchenmusik als Meister bezeichnet werden kann. Herr Möller-Grebenstein, ein vollendeter Künstler in seinem Fach, brachte mit seinem Orgelvortrag schon am Beginn des Konzerts das Publikum in eine andachtsvolle Stimmung, die sich bei den vortrefflich eingeübten gemeinsamen Chorgesängen des Reformierten Kirchenchors und des Liedervereins, sowie bei den Vorträgen der Solisten noch steigern mußte. Frl. Käthe Müller war mit ihrem klangvollen Alt eine rechte Vertreterin ihrer Partie, sie sang ebenso, wie später Frl. Funk, die über eine frisch« Sopr>nstimme verfügt, mit inniger Anteil- nahmss und starkem Gefühl, sodaß sie den Zuhörern etwas Bleibendes zu geben wußten. Dasselbe ist auch von unserem heimischen Bari- tonisten, Herrn Philipp Ströbel zu sagen, dessen Solo aus'der Matthäus-Passion klar und voll gelang. Der Eesamtchor, der in stattlicher Stärke auftrat, stand wohl gerüstet den mancherlei Schwierigkeiten, die gerade die Kirchenmusik ost bietet, gegenüber und brachte die ihm zufallenden Nummern voll und ganz in formvollendeter Ausführung zu Gehör. Den Schluß des geistlichen Konzerts bildete das in unserer Zeitung schon besprochene neue Kirchenoratorium für Soli, Chor und Gemeindegefang „Christus der Tröster" von Musikdirektor Fritz Zierau in Guben. Das eigenartige Werk kam, wie wohl jeder Teilnehmer des Konzerts gern bestätigen wird, mit eindrucksvoller Wirkung zur Geltung. Es war ein gefälliger Abschluß des Ganzen, als der Gemeindegefang „Ich rief zum Herrn in meiner Not" weihevoll das Gotteshaus durchbrauste. Der Reformierte Kirchenchor und der Liederverein können mit dem Erfolg des Abends wohl zufrieden fein. Der Reinertrag des gutbesuchten Konzerts kommt dem Philippshaus zu Gute. Hinzufügen wollen wir, daß auch viels Landbewohner und Einwohner umliegender Städte, die zum Verkehrstage hier geweilt ! das Konzert besuchten. -- - • - - '
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Die Situation desParlamentarismus in Frankreich.
Aus Paris wird uns geschrieben:
Das Ministerium Monis genießt, trotzdem es einige parlamentarische Vertrauensvoten erhallen hat, die hierzulande meist als große Siege bezeichnet werden, immer noch r-Xu wenig Achtung. Es hat . kei"t gute Presse. Natu retcn die Mehrzahl der Blätter, namentlich die Radikalen, für das Ministerium .ein, was aber nicht viel sagen will. Die großen unabhängigen Zeitungen, wie der „Temps", das „Journal des Debat" und andere find auf das Ministerium nicht gut zu sprechen, nicht nur deshalb, weil sie überhaupt mit der jetzigen radikalen Politik nicht einverstanden sind oder Herrn Monis zürnen, weil er fich sehr milde gegen die gemaßregelten Arbeiter erwiesen hat. Ganz abgesehen von der politischen Gegnerschaft hat man den Eindruck, daß Monis und seine Leute Gegner find, die auch als Gegner wenig Achtung genießen. Bei Briand und Clwrenceau war das anders. Da hatte man wenigstens Respekt.
Das neue Ministerium wird zweifellos die Krise, in der sich Frankreich befindet, beschleunigen. Es zeigt noch deutlicher als seine Vorgänger die große Wunde am Leibe Frankreichs, den Krebsschaden, der im Mittelpunkt der Klagen aller Vernünftigen uns anständigen Leute steht, das Problem, dessen Lösbarkeit oder Unlösbarkeit über das Schicksal Frankreichs entscheidet, den heutigen Geschästsparlamentarismus. Die Zustände, die sich aus diesem allmählich herausgebildet haben, sind nichts weiter als Korruption, aber eine nicht leicht faßbare und mit so schönen Phrasen durchwoben und verdeckte Korruption, in die man von außen sehr schwer Einblick gewinnen kann und gegen die sich eben sehr wenig machen läßt. Das Elend wird täglich für alle, die mit dem Parlament und den Wahlen zu tun haben, durch allerlei Geschichten illustriert. So spielt in Südfrankreich augenblicklich ein Prozeß zwischen dem vorigen Jahr neugewählten Abgeordneten des Departements Landes und einem Chefredakteur eines Lokalblattes Der iSlekafteur hatte mit dem Abgeordneten einen förmlichen Kontrakt abgeschlossen wonach er sich verpflichtete, die Kandidatur in seinem Blatte zu verteidigen, keinen gegen diesen Kandidaten gerichteten Artikel aufkommen zu lassen und auch sonst im Lande zu dessen Gunsten zu wirken. Als Gegenleistung zahlte der Abgeordnete hundert Francs monatlich während der ganzen Wahlperiode an den Chefredakteur und außerdem versprach der Abgeordnete ihm, ihm jähr- lich weitere dreitausend Francs zukommen zu lassen, bis es ihm, dem Abgeordneten gelungen sein werde, dem Redakteur einen staatlichen Tabakverschleiß oder eine ähnliche Einnahmequelle zu verschaffen. Nun hat der Redakteur den Abgeordneten wegen Nichterfüllung des Vertrages verklagt. Der andere, Lei inzwischen zum Abgeordneten gewählt worden ist, gibt zu, den letzten Teil seiner Zusage nicht erfüllt zu haben, entschuldigt sich aber damit, daß erst ms der Redakteur seine Forderung wie einen Wechsel an einen dritten, einen Eeschäftsagenten zediert habe, was gegen die Verabredung gehe, zweitens, daß der Redakteur sich von einem anderen Kandidaten habe kaufen lassen und daß drittens endlich das ganze .Arrangement eine ungesetzliche Grundlage habe.
Man muß nun nicht glauben, daß es sich hier um einen einzelnen Fall handelt. Das Eigenartige an der Geschichte ist nur, daß sie an die Oeffentlichkeit gekommen ist, weil die Leute so dumm und schamlos waren, eine solche Verabredung gleich in einem schriftlichen Vertrag nteoerznlegen. Im allgemeinen werden solche Sachen auch in Frankreich wohl mündlich gemacht. Eine besondere Rolle spielen, wie auch dieser Fall wieder zeigt, die Tabaksverschleiße, die die Abgeordneten bei den Ministern für ihre Wahl- inacher erbetteln oder erzwingen.
Die ftanzöstsche öffentliche Meinung, soweit fie nicht von eben diesem Geschästsparlamentarismus gemacht wird, ist nun der Ansicht, daß alle diese Schäden durch die Einführung der Proportionalwahlen geheilt werden können. Daher ist die Frage des Proporz für die nächsten Jahre der Angelpunkt der fran^sischen Polittk. Was das Ministerium Monis mit dem von Briand eingebrachten Gesetzentwurf anfangen wird, ist freilich noch ganz ungewiß.
Marburg und Umgegend.
(Rächt..-..' aller QriginalarUkel ist gemäß § 18 des (Uhcdct'.echlr nur mit der deutlichen Quellenangabe .Lberhess. Zig." aestatt-t.)
Marburg, 3. April.
* Universität. Wie wir erfahren, hat der Privatdozent für vergleichende Sprachwissenschaft an der Universität München, Dr. phil. Hermann Jacobsohn einen Ruf als außerordentlicher Professor nach Marburg erhalten; er soll hier das früher von Prof. Thumb bekleidete-linguistische Extraordinariat übernehmen. Geboren 1879 zu Lüneburg, am dortigen Gymnasium vorgebildet, widmete fich Jacobsohn dem Studium
Ausland.
•• Die Chauvinisten nunmehr ohne Deutschland. Paris, 2. April. Der Internationale Aeronautische Verband hat für den auf Anregung des hiesigen „Journal" Veranstaltern europäischen Rund- westflug folgenden Plan festgestellt: Paris-Lüttich- Utrecht-Brüssel-London-Paris. Der Rundwettflug, für den Preise im Gesamtbetrag von 412 000 Francs gewidmet wurden, soll am 18. Mai in Vincennes bet Paris seinen Anfang nehmen und bis Ende Juni dauern.
** Marokko. Paris, 1. April. Wie aus Fez unterm 26. März gemeldet wird, verliefen der 22. und 23. März ruhig, nur am 24. März kam es zu einem leichten Scharmützel zwischen den Beni Mter und den Truppen des Sultans. — Tanger, 2. April. Aus Fez wird unterm 27. März gemeldet: Der heutige Tag verlief vollkommen ruhig. Die von den Beni Mter gefangen genommenen Soldaten der Ma- halla wurden wieder freigelassen, nachdem ihnen ihre Waffen und Ausrüstung abgenommen worden war. Unter Vorbehalt wird das Gerücht verzeichnet, die Beni Mter entsandten eine große Tntppenma.ht nach Mekines, wo sie Einzug gehalten und Mulay Ismael als Sultan ausgerufen haben.
Der Netchskanzler und die 9h "Nlf.
Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt: Der Reichskanzler lehnte es in seiner letzten Reichstagsrede «b, den anderen Großmächten ein Programm für die Einschränkung der Rüstungen vorzulegen.
Deutsches Reich-
— Der Kaiser und die österreichische Flotte. Wien, 2. April. Wie die „Zeit" meldet, sandte der deutsche Kaiser aus Korfu an Kaiser Franz Josef folgendes Telegramm: Unter dem Eindruck des Anblickes Deines Geschwaders, welches mich vor Briont bei sonnigem Wetter unter Führung von Franz begrüßt hat, drängt es mich, Dir für die mir dadurch bereitete Freude meinen innigsten Dank zu sagen. Die Schiffe und die Mannschaften sahen ganz vorzüglich aus und manöve- rierten exatt und ausgezeichnet. Ich werde die mir von Dir auch jetzt wieder erwiesene gütigste Aufmerksamkeit in dankbarer Erinnerung bewahren. Die Kaiserin schließt sich meinen innigsten Grüßen an, auch ergriffen von demselben empfangenen denkwürdigen Augenblick. Wilhelm.
— Die Reise des Kronprinzen nach Rom. Achilleion, 1. April. Der Kronprinz und die Kronprinzessin fahren nach den bisherigen Bestimmungen am 4. April vormittags um 9 Uhr an Bord der „Hohenzollern" nach Brindisi und von dort mit der Bahn nach Rom, wo sie am 5. April nachmittags 1 Uhr eintreffen. Der Flügeladjutant des Kaisers, v. Chelius, begleitet den Kronprinzen von hier nach Rom.
— Vom Seniorenkonvent des Abgeordnetenhauses. Berlin, 1. April. Die Eeschäftsordnungs- kommission des Preußischen Abgeordnetenhauses fügte neue Vorschriften über die Fraktionen im Seniorenkonvent und die Bildung von Kommissionen in die Geschäftsordnung ein. Als Fraktionen gelten solche Mitgliedervereinigungen mit politischem Programm, die mindestens 15 Mitglieder haben. Der Seniorenkonvent wird aus Vertretern der Fraktionen gebildet. Auf I 25 Mitglieder entfällt ein Vertreter, jedoch ent
mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
und den Beilagen: „Nach Feierabend", „Fürs Haus" und „Landwirtschaftliche Beilage.