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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

und den Beilagen:Nach Feierabend",Fürs Haus" undLandwirtschaftliche Beilage.

DieLbrrbesiische Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der (sonn« und Feiertage. Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich durch die Post bezogen 2.25 M lohne Bestellgeld), bei unseren Zeitungsstellen und der Expedition (Markt 21) 2.00 M frei ins Haus. (Für unver­langt zugesandte Manuskripte übernimmt die Redaktion keinerlei Verantwortung.) Druck der Univ.-Buchdruckerei I. A. Koch (Inh.:

Dr. Hiheroth), Markt 21. Telephon 55.

Marburg

Sonntag, 26. MäH

Der Anzeigenpreis betrugt [ur die igeipaltene Zeile oder deren Raum 15 j., bei auswärtigen Anzeigen 20 für Reklamen die Zeile 40 Bei Wiederholungen entsprechender Rabatt. Jeder Rabatt gilt als Barrabatt. Bei Konkurs kein Rabatt. Berbindlich- keit für Platz-, Datenvorfchrist und Beleglieferung ausgeschlossen. Zahlungen im Postscheckverkehr ohne Portokosten unter Nr. 5015 des Postscheckamtes Frankfurt a. M.

46. Jahrg«

1911.

Erstes Blatt

ist eine schöne Sache, daß mit ihm aber gerechte

ist, dann wird das ein die Stadt Frankfurt

appelierte den Optimis- man den Opferstnn der

tiven!" garnicht klar servativen galt ein mein Sohn Brutus? Heydebrand und die

Kanzler und Konserva- geworden. Den Freikon« verwundertes: Auch du, .Aber gegen den Abg. von Seinen fiel kein harte«

dern auch Kanzler, und feine Worte sollen in Paris gehört werden. Das ist manchem kleinen Journalisten, der von der Tribüne wegstürzt

neues Ruhmesblatt für bedeuten.

Oberbürgermeister Adikes mus der berechtigt fei, wenn Bürger kennen gelernt habe.

Die heutige Nummer umfaßt 12 Seiten.

Frist werden ganz kolossale Nachforderungen I der Abg. Funck aus diesen Gründen dafür. Geld kommen. Auf die Dauer werden wir uns immer » i"11

mehr dem Berliner Etat mit 4A Millionen nähern. Wenn man bedenkt, welche Lasten die begrüßens­werte Förderung der Industrie uns auferlegt, muß man bezweifeln, ob außerdem noch Mittel für Universitätszwecke aufgebracht werden.nen. Die Hauptsache ist aber, daß der Oberbürgermeister offen und loyal zugibt, daß die Universität der Willkür der preußischen Staatsau'^cht preisgege' en wird. Eine freie Universität wäre eine Tat im Geist Goethes, der wünschte,auf freiem Grund mit fr .em Volk nu stehen."

Stadtv. Dr. Rumpf (Natl.) bestritt, daß die nationalliberale Landtagsfraktion dem Projekt un­freundlich gegenüberstehe. Mit wenig Ausnahmen n * e sie eine prinzipiell zustimmende Haltung ein.

Stadtv. Funck (Bv.) meint: Wenn es irgend möglich ist, soll auf staatliche Mittel durchaus oer- zichtet werden, weil wir nur dann gewisse Kon­zessionen duriysechen können. Wenn erst die Umrisse des Plans bestimmt feststehen, wird es sicher mög­lich sein, nach weitere Mittel aus privaten Stiftungen flüssig zu machen. Was die Lage in Berlin betrifft, so ist zu bedauern, daß auch die Nationalliberalen die Erledigung durch Gesetz ver­langen. Im vorigen Jahr hat der Minister ge­wünscht, daß dem Staat mehr Mittel aus privaten Kreisen für die Wissenschaft zur Verfügung gest llt werden. Diesmal hat man Derartiges nicht gehört. Der Minister hat sich darauf beschränkt, die Rechts­lage zu erläutern, die u. E. keineswegs klar ist. Wir brauchen die Berechtigung zur Abhaltung der Examina, diese Berechtigung kann uns nur die Re­gierung geben und sie wird sie uns nur geben, wenn wir ihr Einfluß auf die Universität ei l- räumen. Wenn Dr. Qarck weiter der Denkschrift den Vorwurf macht, daß sie auf den Erwerbssinn der Philister" spekuliere, so kann man ruhig sagen, daß die Stifter mit den Zweck verfolgten, die Er­werb s m ö g li chk e i t der Bevölkerung, namentlich auch des Mittelstandes, zu erweitern.

Anerkennung des andern Standpunktes und Verstand verbunden wäre, ist nicht zu behaupten, und haben die Frankfurter durch ihre Verhandlung nicht ge­zeigt. Daß es allgemeine Gründe gibt, die gegen de^ Projekt sprechen, ist klar. Wenn die Mehrheit des Abgeordnetenhauses sie für berechtigt erklärt, so können sie doch so ganz töricht nicht sein, übrigens ist und bleibt uns dieser Effekt die Hauptsache. Frank­furts allgemeine Gründe sind doch eben aus dem Wunsche der Frankfurter selbst geboren!

Aus den Verhandlungen geht hervor, daß die finanziellen Schwierigkeiten, namentlich wenn man ein großes Wachstum der Universität in Be­tracht zieht, noch nicht gehoben sind. Das Wesentliche aber ist, daß die prinzipi-llen Schwierigkeiten, die die Frankfurter mit einer Handbewegung abzutun wünschen, so schwerwiegend sind, daß sich ihm das Par­lament und die Regierung nicht verschließen werden. Daher auch die Klage, daß die Angelegenheit jetzt vor das Parlament kommen soll und nicht ohne Gesetz geregelt werden kann. Die Frankfurter haben die deutliche Empfindung, daß ihnen damit die größte Cchwierigkett in den Weg gelegt wird. Eine Be­stätigung dessen, was wir bereits kürzlich ausführten.

Es ist ja möglich, d-ß die Frankfurter Universität trotz allen Widerstandes kommt. Wir möchten aber vor dem in Marburg so beliebten P e s s' m i s m u s gleichfalls warnen. Die Angelegenheit geht, dar­über täusche sich niemand, Marburg an den Lebens­nerv. Eine Industrie oder sonstige finanzielle Hilfen lassen sich nicht aus dem Boden stampfen. Wir können es vielleicht nicht verhindern, wir kön­nen und müssen aber uns mit allen Mitteln dagegen frisch und freudig wehren. Zum Pessimismus haben wir zur Zeit auch keinen Grund. Das Kultus­ministerium hat bisber ja eigentlich noch garnichts gesagt, auch die Erklärung des Ministers im Abge­ordnetenhause war auf ein nicht so nicht so ge­stimmt. Wird find nicht so töricht, auf die Festigkeit der Ministerien gegenüber dem FrankfurterGe­schenk" Häuser zu bauen. Die Lage hat aber jetzt ein anderes Erficht. Durch die Feststellung des Land­tages, daß die Frankfurter Universität nur durch Ge­setz kommen kann, hat der Widerstand eine feste Form erhalten. Auf dem Wege privater Verhandlungen kann Herr Adickes nun nichts mehr erreichen. Und was das Parlament heute sagt, sagt es hoffentlich auch später.

Marburg und Umgegend.

(Nachdruck aller OrtginalarNkel ist gemäß § 18 de» lltHeberrechts nur mit der deutlichen Quellenangabe

»Oberhess. ytg * aeifutet.)

Marburg, 27. März, i

* Parolemusik findet bei günstiger Witterung am morgigen Sonntag von 121 Uhr auf de« Friedrichsplatz statt. Programm: 1. Armee«' marsch Sir. 214, Marsch b. t Regt. Sten. 1711

Eine frei« Universität, ohne staatliche Aussicht, wünschen wir auch. Dr. Quarck hat dann gewisse Auswüchse im Universitätsleben angeführt. Wir be­kämpfen diese Auswüchse ebensosehr. Es ist deshalb ein starkes Stück, wenn Dr. Quarck sagt, wir wollten sie nach Frankfurt übertragen! n Wir sind aus allge­meinen Gründen und aus lokalen Gründen für die Universität, wenn die Mittel zu erschwingen sind. Es ist bei früheren Gelegenheiten schon gesagt wor­den, daß der Rückgang auf dem Gebiet der Börse und des Handels nicht aufzuhalten ist. Unter diesen Umständen ist es unsere Aufgabe, mit verdoppelter Energie auf andern Gebieten zu arbeiten. Wenn es bei ruhiger und.nüchterner Prüfung sich zeigt, daß die Universität durchführbar

Wort. Der leitende Staatsmann weih, daß sie nur vaterländische Sorgen beseelt und daß diese Sorge im Lande tausendfältig widerhallt. Der Kanzler beruft sich auf Bismarck, der seiner Zeit auf dem Wege vom Norddeutschen Bunde zum Deutschen Reiche auch die Bundesratsstim­mengegen Preußen" sich habe vermehren lassen. Gewiß, aber Bismarck hat auch den Reichstag für die beste Basis der Einheit und Stärke gehalten und sich darin getäuscht. An den Elsaß-Lothringern werden wir ebenso noch alUviov erleben.

Dann führt er aus:

In der Denkschrift wird ausdrücklich erklärt, daß von vornherein allseitiges Einverständnis darüber herrschte, daß größere Opfer aus Steuermitteln aus«

und seinem Blatte telephoniert:Großer Zu­sammenstoß zwischen

geschlossen sein müssen. Gewiß haben Leipzig und München höhere Ausgaben. Aber hier soll doch zu­nächst nur ein Anfang gesetzt werden. Mögen die Nachkommen weiter bauen. Wenn es in den nächsten zwanzig Jahren so weiter geht, wie in den letzten zwanzig Jahren, dann werden unsere Nachkommen die große Universität haben. Wenn man bei bet Akademie nach der Deckung der künftigen Bedürf­nisse gefragt hätte, wäre man eine Antwort schuldig geblieben. Aber die Entwicklung hat gezeigt, baß die Deckungsmittel mit dem Mehrbedarf Schritt hielten. In acht Jahren von 1902/03 bis 1910 sind die Ausgaben von 121 000 M. auf 332 000 M gestiegen und ebenso die Einnahmen. Diese Zistern muß mar. stch vor Äugen holten, wenn man sich fragt, ob wir an eine Universität Herangehen können. Die juri­stische und philosophische Fakultät sollen ganz von den Stiftungen übernommen werden. Für die medi­zinische Fakultät soll die Stadt ihre Kliniken er­öffnen. Dabei würden die Rechte der Stadt gewahrt.

Stadtv. Gräf (Soz.): Wenn ein anderer, als der Oberbürgermeister, die Stif­tungen zu beeinflussen versucht hätte, wäre er abgeblitzt. Auf diesen Einfluß könne er ja stolz sein. Aber die Univer­sität werde noch Millionen und aber­mals Millionen kosten, ohne daß eine zwingende Notwendig keit vorliege.

Auf Vorschlag des Stadtv. Wedel (Vp.) wurde beschlossen, eine Sonderkommission von fünfzehn Mit­gliedern mit der Beratung der Frage zu be­auftragen.

Wir bemerken dazu: Wie man einerseits die Wahrung der berechtigten materiellen Interessen Marburgs als lächerlich verächtlich machen kann und andererseits feststellt, daß die Frankfurter Universität im wesentlichen den materiellen Interessen Frank­furts dienen soll, ist uns unverständlich und wohl nur fürFrankfurter Logik" berechnet. Wir Mar­burger find aus allgemeinen und lokalen Gründen gegen bas Frankfurter Projekt, genau wie 1

Deutsches Reich-

Auswanderefragen und Holland. Berlin, 24. März. Gegenüber den von niederländischer Seite erhobenen Vorwürfen gegen die deutsche Regierung in Bezug auf die Nichterfüllung der Konzession der Auswandererbeförderung an die holländischen Schiffahrtsgesellschaften, erfährt dieNorddeutsche Allgemeine Zeitung" von un­terrichteter Seite: Richtig ist, daß zwei hollän­dische Schiffahrtsgesellschaften beantragten in Deutschland zur Beförderung von Auswanderern zugelassen zu werden. Die Prüfung dieser An- ! träge ist noch nicht abgeschlossen und es läßt sich noch nicht mit Sicherheit übersehen, wie die Ent­scheidung ausfallen wird. Ungerechtfertigt ist es aber, daß die erst noch zu treffende Entscheidung mit der Rücksichtnahme auf die Interessen der deutschen Linien in Zusammenhang gebracht wird. Man wolle diese Angelegenheit mit an­deren schwebenden Fragen verquicken und die Entscheidung Hinhalten, um auf die niederlän­dische Regierung einen Druck auszuüben. Daß bei der Erteilung von Auswandererkonzessionen protektionistische Rücksichten nicht ausschlag­gebend sind, ergibt die Tatsache, daß neben den deutschen Linien eine größere Anzahl von aus­ländischen Schiffahrtsgesellschaften in Deutsch­land als Auswanderungsunternehmer bereits konzessioniert sind.

Bon der Reichsversicherungsordnung. Das große Werk, das schon dem Grafen Posadowsky als feine eigentliche Lebensarbeit erschien, ist in der Kommissionsfassung vollendet. Die in 6 Büchern mit 1754 Paragraphen gegliederte Reichsversichernngsordnung ist durchberaten y»b angenommen, soll noch vor Ostern dem Plenum des Reichstages vorgelegt werden und hier am 2. Mai die zweite Lesung beginnen. Man hofft umso mehr auf glatte Erledigung bis Pfingsten, als die Reichsverficherungsordnung endlich auch die längst geplante Hinterbliebenenfürsorge für Witwen und Waisen des Arbeiterstandes zum Gesetz macht. Schon derantisoziale" Abg. Frei­herr v. Stumm erkannte die Notwendigkeit dieser Fürsorge an und beantragte sie bei der Beratung der ersten Arbeiterversicherungsgesetze. Die Sozialdemokratie müßte natürlich erst recht dafür eintreten, aber es machen sich in der Par­tei Stimmen bemerkbar, die eine Obstruktion gegen die ganze Reichsversicherungsordnung und ihre Ablehnung wünschen, einzig und allein des­halb, weil sie die tollsten Auswüchse unserer Krankenkassenverwaltung beseitigen will. Be­kanntlich hat die Sozialdemokratie über 5000 ihrer Agitatoren dadurch versorgt, daß sie sie zu bezahlten Kassenbeamten gewählt hat, und zwar zum Teil unter Abschluß von Verträgen auf Le­benszeit, die auch durch Gefängnisstrafen, die diese Beamten etwa erleiden, nicht aufgelöst werden. Folche Verträge find nach der jetzigen Fassung der Reichsversicherungsordnung nicht mehr möglich.

| Politische Umschau.

I Kanzler und Konservative.

I Shts Berlin wird uns geschrieben: Ganz ur-» I plötzlich, ohne daß- das Publikum vorher eine I Ahnung davon gehabt hätte, wurde der Don- I nerstag zu einemgroßen Tage" im preußischen Abgeordnetenhause. Dritte Lesung des Etats;

I ulfo für gewöhnlich: schnelles Hinwegwischen I über die bereits längst wohlgeordneten Nipp- I fachen. Diesmal aber kommt eine Reichsfrage, die über Deutschlands Grenzen hinaus Aufsehen

I erregt, zur Verhandlung der Abg. v. Heyde­brand interpelliert wegen der Vundesratsstim- men für Elsaß-Lothringen. Bisher habe Preu­ßen die deutsche Geschichte nicht mitSelbstver­leugnung" gemacht, sondern mit seinem Sinn

I für Ordnung, mit seinem starken Heer, mit seiner gesunden Monarchie. Jetzt auf einmal entfessele es in den Reichslanden die Herrschaft der Massen und beuge sich vor dem Ansturm der liberalen öffentlichen Meinung, gestehe den El­saß-Lothringern sogar drei Bundesratsstimmen

I zu, die nur gegen Preußen gewählt würden. I I Knapp und klar kommt jedes Wort Heydebrands heraus, die Hand unterstreicht energisch die Stellen von Preußens historischem Beruf; der

I ^dner hat alsbald das ganze Haus in feinem I I Bann, so sehr, daß auch der Freikonservative I iiarf^T b-r»n Resonanzboden nicht missen mag unt-v...ich scharfe Worte gegen dieSelbst­verleugnung" findet, obwohl seine Fraktion im Reichstage diese Politik mitgemacht hat. Spät,

I nachdem noch andere Fraktionsführer zu Wort I gekommen sind, erscheint der Ministerpräsident

I v. Bethmann im Saale, nervöser als sonst; man I I merkt es ihm an, daß er sich in einer schweren I Stellung fühlt, daß er wohl weiß, daß die Heyde-

I brandsche Besorgnis bis weit in nationallibe- I täte Kreise im Lande hinein ein stürmisches Echo I findet. Er hilft sich damit, daß et sagt, Preu­ßens Einfluß habe nie auf der Zahl der Bundes- ratsftimmen, nie auf einem mechanischen Addi­tionsexempel beruht; man könne auch die Reichs- I

I lande nicht nur als Glacis gegen Frankreich hin I auffassen, sondern müsse bestrebt sein, sie wirklich

I innerlich an Deutschland anzugliedern und glück- I I lich zu machen. Herr v. Bethmann muß so spte- i 1 chen. Et ist nicht nur Ministerpräsident, son- *

Die Frankfurter Universitätsfrage ftonu, wie bereits kurz berichtet, am Donnerstag in der Frankfurter Stadtverordnetenversammlung zur Beratung. Aus der Debatte ist manches von In­teresse, weshalb wir ausführlicher darauf eingeben. Stadtverordneter Dr. Heilbronn führte aus, daß schon Fürstprimas Dalberg bet Gründung des Eenkenbergischen Jnsfitutes Universitätscharakter zu- erkannt habe. Aber nicht auf vergilbte Pergamente (!!) stütze man sich, sondern auf die Opferfreudigkeit der Frankfurter, die es verdiene, daß ihr jetzt auch gewisse Vorteile erwachsen. Bei der Annek­tion hat das Königswort gelautet:

Euren Anstalten für Wissenschaft und Kunki werden wir unsere besondere Pflege angedeihen lassen."3m preußischen Etat ist diese besondere Pflege" bis jetzt nicht zum Ausdruck gekommen. Um­so mehr können wir erwarten, daß das, was wir aus eigenen Mitteln errichten wollen, wohlwollende Förderung erfahre. Diese Förderung liegt durchaus im Interesse der Staatsverwaltung, da durch die Errichtung der Frankfurter Universität eine Ent­lastung des Budg ts anberer Universt - töten (!) entstehen mürbe. Aber nicht nur ber Fi­nanzminister, auch ber Nachfolger auf bem Sessel Wilhelm o. Humbolbts kann ein solches königliches Eefckenk nicht zurückwetsen. Wenn man steht, wie ein Carnegie Universitäten stiften kann obne d a ß e r den Bürgermeister von Marburg zu fragen braucht, so muß man roieber einmal sagen:Amerika, bu hast es besser." Wenn Mar­burg ben Anspruch erhebt, die ^andesuniversttät für Hessen-Nassau zu fein, so ist darauf hinzuweisen, daß die Provinz ein künstliches Gebilde ist, das in zwei gänzlich verschiedene Hälften zerfällt. Eine Universität Frankfurt würde bei den engen Be­ziehungen zu Siiddeutschland viel mehr auf die süd­deutschen Universitäten einwirken als auf Marburg."

Sorge macht den Herren die Haltung der politi­schen Parteien und in offenbarer Beziehung auf den neuerlichen Artikel derPost« meint er, gewisse Richtungen fei alles verdächtig, was aus Frankfurt I komme. O nein, aber wenn die den preußisch.n I ptooi nicht liebenden Frankfurter ihm etwas I schenken wollen, so heißt es Vorsicht! Diese Kreise I tfeint er, könnten sich beruhigen, wenn die llniverst- kät bem Kultusministerium unterstellt werbe. Das I fei zwar nicht unbedenklich, aber ... Er fordert I nur bei der Universitätsgrändung ausdrücklich, daß I DUTtf) Vertrag die gleichmäßige Behandlung aller j Staatsbürger ome Unterschied des Glaubens festge- | segt werden. Ebenso müßte bei den Kliniken eine brgfalttge Abgrenzung des städtischen und staatlichen kinfluffes erfolgen. I

, Sorgfältig müsse jedenfalls vorher die Finanz- /rage geprüft werden, wozu eine Kommission ein- jefeüt werden soll.

Stadtv. Dr. < ^olg (natl.) wandte sich nach ue*n I Beridjt derFrkf. Ztg.", dem wir hier überall folgen, I fegen das Schlagwort, daß Universitätsdinge Äuf- »aben des Staats feien. Die Förderung der geistigen Entwicklung ist eine Sache jedes Bürgers, nicht eine I Domäne des preußischen Kultusministers. Die I Gründung einer Universität erleichtert jedem Vor- .värtsstrebenden seinen Lebensweg, namentlich wird I ls den Söhnen aus dem Frankfurter Mittelstand er- nöglicht, sich eine abgeschlossene Bildung anzueignen. I

Der sozialistische Stadtv. Dr. Quark wurde etwas I deutlicher, namentlich in Bezug auf die von den Frankfurt:rn so in den Vordergrund geschobenen I Idealistischen Gesichtspunkte. I

«In der Begründung der Denkschrift I

Magistrats ,pielen die materia« I -istischen Gesichtspunkte eine unange- »ehme Rolle. Auf jeder dritten Seite steht der I Nachweis, welchen Vorteil die Wirte, Eewerbe- Leibenden und Handschuhmacher von der Universität I laben. Die Argumente von Marburg und Gießen I fnd lächerlich. Wenn die Leute dort nichts Besseres I rar Hebung ihrer Universität wissen als die Konkurrenzangst und iie schlotternde Haltung, so löhnen sie einem leid tun. Maßgebend für unsere »blehnende Haltung sind folgende Punkte: erstens ist ms Untversitätswefen Sache des Staats der nur ! ftnen Dreadnought weniger zu bauen braucht, um I Rittel genug für eine Universität zu haben, zweitens I leiben hier bie eigentlichen Aufgaben in Elementar- I »ilbungsroefen in unverant.örtlicher Weise, brittens I 4e finanziellen Bedenken, die zwar durch die Denk- chrift möglichst beschwichtigt werden, wahrend doch I jeststeht, daß höchstens für eine Kleinstadt-Universität »rgeforgt ist. Sogar Heidelberg und Freiburg, leine Universitäten (Widerspruch) haben trotz teil- peise ärmlicher Ausstattung (Widerspruch) Etats Pn über zwei Millionen. Das zeigt, daß die jetzigen I ^lirrel bei weitem nicht ausreichen. In zanz kurzer *