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Erstes Blatt

; doch nicht vermag unser Volk rettungslos dem

Nadtkalismu» in die Arme zu treiben, wie un<

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Die englischen Spione wieder Offiziere. Der verhaftete englische Spion gab bekanntlich an, daß er nichts weiter sei, als ein Händler mit altem Eisen und nur zu diesem Zweck mit den Werftarbeitern in Verbindung getreten sei. Es scheint aber, wie aus Marinekreisen mitgeteilt wird, festzustehen, daß sowohl der Verhaftete Spion als auch der leider entflohene zu den eng­lischen Offizieren zu rechnen ist. Es erscheint eigentümlich, daß der Mann, der angeblich mit altem Eisen handelt, sich so intensiv um unsere neuen Kriegsschiffe bekümmert hat, die er doch kaum zu dem alten Eisen wird rechnen wollen. Die Behörden stehen darum diesen Angaben mit Recht sehr ungläubig gegenüber. Das planvolle Vorgehen und die Sachkenntnis der Spione rechtfertigt vielmehr die Annahme, daß es sich tatsächlich, gleicherweise wie bei den beiden vor einigen Monaten Abgeurteilten, um Offiziere handelt. Wenn auch über die Einzelheiten nichts näheres aus Interessen der Landesverteidigung bekannt gegeben wird, so weih man doch, dah das Hauptinteresse der Spione sich auf die Einrich­tungen der Panzer konzentrierte. In Marine­kreisen ist die Empörung über diese fortgesetzt Spionage sehr groß. Man nimmt wohl mit Recht an, dah es sich um ein lange vorbereitetes und weit ausgesponnenes System handelt, und dah jedem Spion seinArbeitsfeld" zugeteilt ist. Die beiden Spione Frentsch und Brandon haben be­kanntlich sich um die Schiffsbauten fast gar nicht gekümmert, sondern ihr ganzes Augenmerk auf die Küstenbefestigung gerichtet. Es wurden bei ihnen bekanntlich 19 Zeichnungen gefunden, die aber nur Einzelheiten über den Entwurf der Festüngsanlägen von Friedrichsort, Kiel, Helgo­land und Wilhelmshaven enthielten. Aufzeich­nungen über Schiffe wurden dagegen nicht ge­funden. Die Borkumer Spione wurden auch bei Besichtigung einer Festungskanone verhaftet. Die Hamburger Spione sind wiederum bei der Ausspionierung unserer neuen Kriegsschiffe er­tappt worden. Es erscheint darum ausgeschlossen, dah hier nicht, ein System oder eine Arbeitstei­lung vorliegt. Ermutigt dürften die Hamburger Spione zu ihrem Tun wohl auch durch die gerin­gen Strafen worden sein, von denen die Bor­kumer Spione getroffen worden sind. Es ist aber zu hoffen, dah ihnen diesmal das Handwerk gründlich gelegt wird. Die Beteiligung von Deutschen an ftemder Spionage ist übrigens äußerst selten. Eine der letzten aufsehenerregen­den Fälle, bei denen ein Deutscher wegen Spio­nage verurteilt wurde, ist der des preuhischen Leutnants Hönsch, der 9 Jahre Zuchtyüus für seinen Berat erhielt. Er verbüßte aber nur ein Jahr in Halle von seiner Strafe, da ihn der Tod ereilte. Die Rechtsprechung gegen deutsche Spione ist mit Recht besonders scharf. Bei dem Prozeß des Leutnants Hönsch erhielt ein anderer Spion, ein Pole, nur 5 Jahre Festung, weil das Reichs­gericht anerkannte, daß es sich um einen Feind der deutschen Natton handelte, und dah darum die Strafe milder ausfallen dürfe.

Der heutige» Auflage für den Kreis Kirä hain liegt Kreisblatt Nr. 23a bei.

fere großstädtisch Radikalen glauben und den an- | dein weiß zu machen versuchen. Der nat.-lib. Abg. Paasche hat vor kurzem gemeint, die Wahl in Eiehen werde eine Art Gradmesser für die andern Wahlen sein, er hat dabei gewiß nicht an die schwere Niederlage feiner Partei dort ge­dacht und nach unserer Auffassung scheidet die auch aus. Aber in anderer Beziehung hat er recht. Das Volk denkt nicht daran, so sans Fayon auf Kommando, den Genossen in der Stichwahl gegen einen rechtsstehenden Mann zu wählen. Ter Bann, in den unsere freisinnigen Agitatoren das Volk versenken wollten, ist gebrochen, zu­gleich ist aufgeräumt mit der Ansicht, dah der ödesteRadikalismusdiebesteWahl- parole sei.

** Frankreich. Paris, 21. März. Die Kam­mer nahm mit 450 gegen 77 Stimmen die für die Militärischen Operationen in Marokko für dar Finanzjahr 1910 angeforderten Ergänzungs­kredite im Betrage von 1528 782 Francs an.

Ausstand in Lissabon. Lissabon, 21. März. An verschiedenen Punkten der Stadt wurden die Straßenbahnen angegriffen. In der Arsenasstrahe umringten Ausständige das Automobil des Ministers des Innern. Patrouillen der republikanischen Garde durchzogen die Stadt und zwangen die Manifestanten die Aevernida da liberdade und die Vorstadt Alcan» taara zu räumen. Als Steine geworfen wurden, zog die Garde blank und zefftreute die Gruppen; viele Verhaftungen wurden vorgenommen. Namentlich wurden die Führer des Syndikats festgenommen. Die Anhänger des Streiks und die Setzer einiger Zei­tungen beteiligen sich ar dem Ausstand, doch wird in den meisten Fabriken und Werkstätten gearbeitet. Die öffentliche Meinung zeigt sich dem Ausstand gegen» üb r feindlich, der als ein Protest gegen die Vorfälle in Setubal von den Arbeitern erklärt worden ist. Das Publikum veranstaltete in diesem Sinne Kund­gebungen auf den Straßen. Die Mannschaften der Boote, welche sich dem Ausstande anschließen wollten, wurden von der republikanischen Garde umzingelt. Einige Verhaftungen wurden vorgenommen.

46. Jahrg

1911

Deutsches Reich.

Sem Kaiser. Kiel, 21. März. Das Kaiser­paar mit Gefolge ist um 2 Uhr 35 Min. hier ein­getroffen. Am Bahnhofe waren zum Empfang erschienen: Das Prinzenpaar Heinrich von Preu- hen, von Tirpitz, der Chef der Hochseeflotte, der Stationschef und der Polizeipräsident. Die Kaiserin nahm im Stadtschloh Wohnung, der Kaiser auf derDeutschland". Das Publikum begrühte die Majestäten mit lautem Hochrufe.

Neinfall.

Ein überraschendes Resultat hatte die gestrige Stichwahl in Gießen. Es lautet:

Siehe n, 21. März. Bel der heutigen Neichstagsstichwahl erhiett Werner (Deutschsoz. und B. d. Landw.) 12 580 Stimmen, Beckmann (Soz.) 11602 Stimmen. Werner ist demnach ge­wählt.

In der Hauptwahl am 10. März wurden zu­sammen 23 511 Stimmen abgegeben. Davon er­hielt Beckmann (Soz.) 7976, Werner (W. Vg.) 7958, Korell (F. Vp.) 5059 und Eisevius (nat.- lib.) 2516 Stimmen.

Die Nationalliberalen hatten zuerst Stim­menfreiheit, dann Eintreten für Werner beschlos­sen. Der Freisinn aber hatte seine alte Verräterei gegenüber der Politik den bürgerleichen Parteien wieder zu Ehren gebracht und Mann für Mann Eintreten für den Genossen von seinen Anhän­gern verlangt. Wären die Wähler der Parole ge­folgt, so würde der Sozialdemokrat gewählt sein. Das Resultat von gestern zeigt aber, dah der Einfluh der freisinnigen Führer versagt hat. Die Erfolge der freisinnigen Herren find eben zum großen Teil nichts als Erfolge einzelner Agitatoren, einen wirklichen Boden haben die freisinnigen politischen Anschauungen üm Volke nicht. Es zeigt auch, daß die Ver­hetzung die heute draußen getrieben wird, es

Ein Sturm in der französischen Kammer.

P a r i s, 21. März. Bei der Beratung des Äte dits für Schaffung eines Unterstaatsfekretäiposieni im Juftizministettum begründete der Berichterstatter Cheron in der Deputiertenkammer die Schaffung die­ses vom juristischen Standpunkt aus. Leföbre du Prey übte Kritik an dieser Forderung und ließ durch­blicken, daß der Posten lediglich geschaffen werden solle, UM Malvy, durch dessen Interpellation ba» Ministerium Brand zu Fall gebracht worden sei, zr versorgen. Im weiteren Verlause der Debatte, in der der Herzog von Rohan (Rechte) gegen die Schaffung eines Unterstaatssekretariats protestierte, während der Sozialistisch-Radikale Lang sich dafür aussprach, bemächtigte sich des Hauses eine große Unruhe; die Redner wurden häufig unterbrach-n. Charles Benoist erklärte, daß in der Budgetkommis­sion auch entfernt nicht eine llebereinstimmung zu Gunsten der Schaffung eines neuen Unterstaats­sekretariats geherrscht habe. Bei fortdauerndem Lärm erklärte Jules Roche, er bestreite der Regierung nicht das Recht zu handeln, wie sie es getan habe, aber er werde aus politischen Gründen gegen das neue Unterstaatssekretariat stimmen. (Zurufe auf zahlreichen Bänken.) Ministerpräsident Monis drückte seine Beftiedigung über die loyale Erklärung Jules Raches aus. Endlich sei er einem Manne begegnet, der sa ehrlich sei, seine Meinung zu sagen. (Beifall.) Bei der äußersten und einem Teil der übrigen Linken, auf den Bänken der Rechten und des Zentrums ent­fesselten die Worte des Ministerpräsidenten einen ohrenbetäubenden Lärm, der von den übrigen Abge­ordneten der Linken mit anhaltenden Beifallskund­gebungen beantwortet wurde. Die Deputierten in der Mitte erhoben sich und ballten die Hände gegen den Ministerpräsidenten, der trotz des unbeschreiblichen Tumults, in dem seine Worte untergingen, unbeirrt seine Rede fortsetzte. Da der Präsident nicht int Stande war, die Ruhe wieder herzustellen, dauerte der Tumult eine Viertelstunde an. Die Sozialisten versuchten einen regelrechten Angriff auf die Rechte und die Mitte, wurden aber von den Saat« dienern mit Hilfe der Deputierten der Linken an ihrem Vorhaben gehindert und zurückge­halten. Während dieser Vorgänge blieb der Minister­präsident Monis auf der Tribüne und diktierte seine Rede den Stenographen. Eine Anzahl der Depu- tierten der Linken und Sozialisten, die sich durch die äußeren Gänge nach der anderen Seite des Sitzungs­saales begeben hatten, erschienen plötzlich auf der Rechten, wo es zu einer- heftigen Wortwechsel kam. Die Progressisten begannen ceegn den Ministerprä­sidenten zu toben. Dieser legte die Hände als Schall­trichter an den Mund, um seine Rede den Steno­graphen weiter diktieren zu können und verließ schließlich die Tribüne unter stürmischem Beifall der Linken, deren Deputierten ihn in großer Zahl beglück­wünschten, daß er während der letzten 20 Minuten solche Kaltblütigkeit gez igt habe. Jules Roches v t» suchte vergeblich zu sprechen, da die Unruhe noch zn groß war. Endlich trat jedoch wieder Ruhe ein. Drelo" verlangte von dem Ministerpräsidenten klipp und klar zu wissen, was er mit seinen Worten ge­meint habe. Monis wollte antworten, aber in dem Lärm, der von neuem begann, verlor sich seine Stimme «nd der Wortwechsel zwischen Deputierten der Rech­ten und der Linken begann ebenfalls von neuem. Endlich gelang es Monis, seine Aeußemngen dahin zu erklären, daß et sich glückt ich gefüllt habe, b t fei en Gegnern eine loyale Stimme zu finden. In bet weiteren Debatte erklärte Jules Roche, die Frage sei rein politisch und sei so auch in der Kommission angesehen worden, wo jeder über den Kredit nach seiner Ueberzeugung gestimmt habe. Da» gleiche **

TieObertiefsische Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn« und Feiertage. Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich durch die Post bezogen 2.25 dH (ohne Bestellgelds, bei unseren Zeitungsstellen und der 6$pebiHon (Markt 21) 2.00 dH frei inS Haus. (Für unver­langt zugesandte Manuskripte übernimmt die Redaktion keinerlei Verantwortung.) Druck der Univ.-Buchdruckerei I. A. Koch (Inh.: Dr. Hitzeroth), Markt 21. Telephon 55.

Ausland.

** Türkei. Konstantinopel, 21. März. Heute Nachmittag wurden die Verträge betreffend den Weiterbau der Bagdadbahn bei Bagdad sowie der Zweiglinie von Omanije nach Alexandrette und den Hafen von Alexandrette vom Eroßwefir und den Vertretern der Bagdadbahn-Eesellschaft tlnterzeichnet. Auf die Strecke Bagdad-Perfischer Golf erstrecken sich die neuen Verträge nicht. Den Blättern zufolge erließen die Söhne des Eroßscherifs von Mekka einen Aufruf an die Stämme von Assyr, in welchem fie die bevor­stehende Ankunft des Eroßscherifs anzeigen und ihre Unterwerfung fordern. Infolgedessen be­ginnen sich einige Stämme zu unterwerfen.

** Belgien und die italienffche Unabhängig» keitsfeier. Brüssel, 21. März In der Kammer­sitzung schlug der Sozialist van der Melde vor, die Kammer solle der italienischen Kammer Glückwünsche zur Jubelfeier der Unabhängigkeit Italiens übermitteln. Die Rechte und der Mi­nisterpräsident widersprechen; letzterer erklärte, die Regierung werde sich der Glückwünsche ent­halten. Schließlich wurde nach heftiger Debatte über das Verhältnis Italiens zur Kurie der An­trag van der Veldes bei Stimmenenthaltung fettens der Rechten angenommen.

Marburg

Donnerstag, 23. März

Das Wetter ist kühl. Die Kaiserin machte heute Nachmittag dem in der Rekonvaleszenz be­findlichen Prinzen Adalbert einen längeren Be­such. Auch der Kaiser erschien am späten Nach­mittag in der Prinzenvilla. Der Reichskanzler ist heute nach Kiel abgereist.

Prinzregent Luitpold. München, 21. März. Der Prinzregent richtete ein Schreiben an den Ministerpräsidenten, in dem er dem Ee- samtministerium und den Mitarbeitern der ein­zelnen Ressorts für die Glückwünsche zu seinem 90. Geburtstag den wärmsten Dank ausspricht. Das Handschreiben schließt: Wenn mir am 12. März in allen Landesteilen herzliche Liebe und innige Verehrung entgegen geklungen ist, so danke ich dies nicht zuletzt den Männern, die mir nach der Verfassung als erste Ratgeber zur Seite stehen und denen gleich mir das Wohl des Lan­des oberstes Gesetz ist.

Landtagsersatzwahl. Zinten, 21. März. Bei der Landtagsersatzwahl im Wahlkreise Heiligenbeil-Pr. Eylau fielen sämtliche 261 ab­gegebene Stimmen auf den Kandidaten der Kon­servativen und des Bundes der Landwirte von Kalckstein-Romitten.

Elsaß-Lothringe«. Berlin, 21. März. In der Reickstagskommisston für die elsaß-lothrin- gische Verfassung wurde die Abstimmung über den § 6 betreffend die Zusammensetzung der Er­sten Kammer, vorgenommen. Sämtliche An­träge, soweit fie nicht vor der Abstimmung zu­rückgezogen wurden, wurden abgelehnt. Von der Regierungsvorlage wurde nur Absatz 1, Ziffer 1 angenommen. Danach werden der Ersten Kam­mer angehören als Mitglieder: Die Bischöfe von Straßburg und Metz, der Präsident des Ober­konsistoriums der Kirche augsburgischer Konfes­sion, der Präsident des Synodalvorstandes der reformierten Kirche und der Präsident des Ober­landesgerichts zu Kolmar.

Dementi. Berlin, 21. März. Gräfin Schlieffen telegraphierte der ZeitungDie Post" aus Sagan, daß die Meldung über den Verkauf ihrer Güter Ponoschau und Barowski unwahr sei. Ein Pole Mielzinski sei ihr und ihrem Jn- spektor unbekannt. Die Nachricht war vom Berl. Tageblatt" verbreitet worden, daßdie jüngst von der Gräfin Ella v. Schlieffen erwor­benen fürstlich Radolinschen Güter Ponoschau und Sarowski, im Kreise Lublinitz, hart an der russischen Grenze, durch Vermittelung des Agen­ten Hartmann in Posen an den polnischen Gra­fen v. Mielzinski weiterverkauft worden seien wobei die Gräfin 300000 M., Herr Hartmann 80 000 «K verdient habe." Diese Nachricht sollte von einer Seite stammen, die in der preußischen Polenpolitik eine führende Rolle spielt. Die Post" meint dazu, dasB. T.", das jetzt anschei­nend sein deutsches Herz entbetft habe, könne sich demnach beruhigen. Es werde aber gut tun, einmal zu sagen, wer die hervorragende Persön­lichkeit in der preußischen Polenpolitik sei, die dievolle Verantwortung" für derartige Un­wahrheiten übernommen habe.

Der Kronprinz ü 'er seine Studien auf der Weltreise.

Scharfe Zurückweisung d:r gegen ihn gerichteten Angriffe.

Der Kronprinz hat nun selbst zu den mannig­fachen Zeitungsäußerungen, daß er auf feiner Reife p: wenig Studien treibe und sich zu viel dem Sport '«nd der Jagd widme, Stellung genommen. Wir la''en schon früher betont, daß der Schein trüge, da »ie Telegramme über den Aufenthalt des Kron- prinzen nur kurze Augenblicksbilder Wiedergaben, ober-den Inhalt seiner Reise nicht erschöpften. Der gekannte Forschungsreisrnde Dr. Oskar Bongard ver- rsfentlicht jetzt imLeipziger Tageblatt" persönliche Leußerungen des Kronprinzen über seine Stubien. Der Kronprinz sagte:Man hat es mir verübelt, >» ich nicht Tag für Tag von Tempel zu Temnel, eon einem Museum in das andere gelaufen bin, -«nd hat es so darzustellen versucht, als hätte ich nut für Jagd, Golfspiel und Polo Sinn gezeigt. Das ist unwahr! Sie, Dr. Bongard, kennen Str Harold Stuart, der mir beigegeben war; es ist einet bet höchsten Beamten des Landes nit dreißigjähriger in­discher Erfahrung. Er wat Tag für Tag von meiner Ankunft in Indien bis zur Abreise um mich und die Unterhaltung mit ihm war eine nie versiegende Quelle der Belehrung, gleichgilttg, ob wir in derEisen- bahn zusmmnenfaßen ober zur Jagd fuhren. Ich habe Ihnen schon Sir John Hewett und Sir Roos Keppel genannt, ähnlich war es mit dem höchsten Richter Indiens, Lord Jenkins, ferner Sir Bayley, dem Re­sidenten in Heiderabad, und den anderen hohen Be­amten unk Offizieren, mit denen ich in Berührung kam. Sie können sich doch denken, daß die Engländer mir gerade ihre bedeutendsten Männer, die sie in Indien haben, zufühtten. Von bet Unterhaltung mit diesen hatte ich in einer halben Stunbe mehr Gewinn, als der tagelange Verkehr mit Durchschnittsmenschen bringen kann. Infor "ierie mich der Umgang mit diesen bedeutenden Männern über die wichtigen Fragen, die Indien betreffen und die Wirtschafts­politik bet Völker beeinflussen, so lernte ich beim Sport, bem ich mich gern httgebe, einen Teil eng­lischen Volkslebens kennen. Bei ben Spielen waren Kaufleute, junge Beamte, Offiziere, kurz alles ver­treten, was an Engländern in Indien lebt. Es waren prächtige Menschen in ihrer ungezwungenen, männlichen Art, die nicht ein einziges Mal taktlos wurden. Durch die Unterhaltung mit ihnen habe ich Einblicke in das englische Leben gewonnen, die mir wertvoll sind und die der Erbe eines Kaiserthrones sonst nicht so leicht erhält. Richt minder wertvoll war es für mich, unsere deutschen Kaufleute und ihr Wirken kennen zu lernen. Es hat mich mit Stolz erfüllt, zu sehen und auch von englischet Seite un­parteiisch zu hören, welch geachtete und bedeutende Stellung sie einnehmen."

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