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und den Beilagen:Nach Feierabend",Fürs Haus" undLandwirtschaftliche Beilage.

Erstes Blatt

Der heutigen Nummer liegt bei Kreisblatt Nr. 21.

46. Jahrg.

1911. !

furts kaum möglich find, ohne die der Landes» univerfität Marburg 1866 garantierten Privi­legien umzustoßen. Es liegt unseres Erachtens gerade im Interesse des Staates, die mannig­faltigen Kulturzentren, die fich im Laufe der Jahrhunderte gebildet haben und von denen manche durch die großstädtisch-industrielle Ent­wicklung anderer Gebiete in den Hintergrund gedrängt sind, in ihrer eigenartigen Bedeutung zu erhalten und au^ubauen.

Das letztere dürfte bei dem wachsenden An­drang zu den gelehrten Berufen hie und da in Erweiterung der Institute nötig sein. Es ist aber im Jnterefie des Staats ganz gewiß ver­nünftiger, als wenn man eine neue Universität in einer an Universitäten reichen Gegend und in einer Großstadt neu aufkommen läßt, zumal fich dafür kein anderer Grund finden läßt, als die ehrgeizigen Lokalpläne einer reichen Staot. Daß die Bedeutung Marburg als wissens haft- liche Zentrale für die Provinz mit einem Schlage vernichtet wäre, wenn mit Frankfurter Reichtum eine Universität ins Leben gerufen ist, wird kaum jemand bezweifeln. Frankfurt dürfte sicherlich kaum, wie man dort behauptet, aus Berlin oder München Studenten an sich ziehen. Die Städte bieten doch bedeutend mehr als das in vieler Beziehung unsympathische Frankfurt; im Gegenteil, aus den kleineren Universitäten , werden Studenten nach Frankfurt ziehen, weil sie dort neben reicher ausgestatteten Instituten r mehrmodernen Lebensgenuß" finden.

Wir glauben kaum, daß die Frankfurter mit ihrer Behauptung, ihre beabsichtigte Gründung schädige Gießen, Marburg, Bonn usw. weniger, irgend einen Gläubigen finden. Der Staat aber bat die Pflicht, auch für die mit^l-"-en und kleineren Universitäten einzutreten, beson­ders wenn sie wie Marburg in der Lage sind, daß ihnen bei der Annektion von 1866 gewiss« Privilegien garantiert find.

klären zwar, der Fall werde nicht eintreten, aber Kenner der Verhältnifie behaupten es mit durchschlagenden Gründen. Daß die Frankfurter außerdem die besten Dozenten dorthin zu ziehen versuchen werden, dürfte klar sein. Neben der reichen Ausgestaltung der Institute ist die Eehaltsfrage hier entscheidend. Sie werden Ge­hälter bieten, die der Staat nicht bieten kann. Stars" und amerikanische Verhältnisse erschei­nen in der Ferne und für den Staat hat das die Folge, daß auch er durch seinGeschenk" gezwun­gen ist, um einen Dozenten zu halten, «nver- hältnismäßige Ausgaben machen muß.

Ob der Staat durch solche Geschenke fich ver­anlaßt sehen kann, von seinem Prinzip der teilten Staatsuniversität abzugehen, erscheint uns recht fraglich. Denn das darf man fich nicht verhehlen, mit der Genehmigung der Frankfurter Berechtigungsuniverfität ist das Prinzip durchbrochen. Es gibt k ei ne n Grund mehr, Kommunen oder auch Gesell­schaften die Berechtigungen zu versagen, wenn sie nur das Geld zur Gründung und Erhaltung der Universitäten aufbringen. Bei jeder prin­zipiellen Entscheidung soll man sich alle Konse­quenzen klar machen, also sind das keine Phan­tasien.

Was die Ernennung der Professoren angeht, so haben sich ja die Frankfurter den jetzi­gen Verhältnissen angepaßt, rote aus derFrank­furter Ztg." hervorgeht notgedrungen. Aber es ist doch klar, daß der Staat fich dem Stifter der Universität gegenüber gerade in diesem Punkte in einer schwachen Situation befindet. Es wird zwar zunächst bei der Ernennung äußerste Vorsicht und Rüsichtnahme walten. Es dürfte aber nicht lange dauern, so wird der lokale Charakter, politisch genommen, unumschränkt herrschen. Hier liegt für jeden sichtbar die ernste Gefahr. ^Begründen doch die Frankfurter ihre Ablehnung der theologischen Fakul­tät für die zu gründende Univerfität auch da­mit, daß fie dem lokalen Charakter nicht entsprechen würde. Das ist deut­lich genug! Der Staat hat aber kein Jnterefie an Derechtigungssuniversitäten, denen der lokale Charakter so offensichtlich anhastet, es wird eben in jedem Sinne und mit der Zeit mehr und mehr eine wirkliche Frankfurter Universität.

Kurz, der Staat hat nicht nur kein Jnterefie an einer Universitätsgründung in Frankfurt, es bestehen im Gegenteil vom staatlichen Eesichts- puntte aus so ernste Bedenken gegen diesesProjekt, daß es eine Regierung, die nicht nur auf das nächste dentt, aus höheren staatlichen Gesichtspunkten heraus unbedingt ab- lehnen muß."

Wir haben den Ausführungen, mit denen wir uns völlig einverstanden erklären, hinzuzu­fügen, daß die etwaigen Bere<btiaungen Frank-

Marburg

Mittwoch, 15. März

Frankfurter Uninelsitätspläne.

Unter dieser Ueberschrift schreibt die frei- konservativePost":

Im vorigen Jahre drangen zum ersten Male Pläne von einer Universität Frankfurt a. M. in die Oeffentlichkeit, deren Konstituierung nahe beoorstehen sollte. Die Angelegenheit wurde in der rechtsstehenden Presse (Post",Kreuzzei­tung" u. a.) in ablehnendem Sinne besprochen und kam auch im Landtag zur Verhandlung. Der Kultusminister verhielt sich hier gleichfalls ab­lehnend und verwies die Frankfurter mit ihren Instituten auf eine Forschungs - Uni­versität.

Inzwischen sind nun die Vorlagen erschienen, die der Frankfurter Magistrat der Stadtverord­netenversammlung über dieUniversität" zur Beschlußfassung vorlegt. Charakteristisch an ihnen ist, daß gegen das Projett aufgetauchte einzelne Bedenken staatsrechtlicher Natur wohl Bear' tet sind. Frankfurt will seine verschiedenen Institute zu einer BerechtigungsUniversi­tät zusammenschließen, da das ohne die Wah­rung verschiedener Rechte des Staates nicht geht, nimmt man auch diese in den Kauf, ja die Frank­furter schwingen sich sogar entgegen ihren son­stigen demokratischen Ansichten zu einem Loblied auf die Förderung der Universitäten durch die Staatsaufsicht auf. Frankfurter Blätter, die jungliberaleMainbrücke" u. a. erklären außer­dem, Oberbürgermeister A d i ck e s habe im stil­len alle in Berlin vorhandenen Schwierigkeiten beseitigt. Zwar wurde das von derDeutschen Tageszeitung" in Abrede gestellt, und der Kul-

TicOberhessische Zeit»»," erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich durch die Post bezogen 2.25 <X (ohne Bestellgelds, bei unseren Zeitungsstellen und der Expedition (Markt 21) 2.00 * frei ins Haus (Für unver-

tusminister erklärte am Mittwoch in der Kom- | Mission, daß ihm offiziell über die weiteren Pläne der Frankfurter nichts bekannt sei und er daher auf seine vorjährige Erklärung verweisen müsse, offenbar aber ist die Lage des Projettes zurzeit kritisch, und es ist nötig zu sehen, ob der Staat als solcher denn in der Tat ein Interesse an der Gründung einer neuen Berechtigungs- Universität in Frankfurt hat.

Ideell ist natürlich jede Bildungsstätte ein Zuwachs, und man muß den Frankfurtern den Ruhm lassen, daß sie für diese Zwecke zum Teil weitgehende Opfer gebracht haben. Jedoch die Stifter dieser meist vorzüglichen Institute Senkenbergianum, Jnstttut für Gemeinwohl usw. haben nicht daran denken können, ihre Stif­tungen für eine Universität zu machen, sonst hätte ihre Schenkung in der Luft geschwebt. Die Institute erfüllen doch in Zukunft ihren Zweck auch ohne Universitätsberechtigung. Ein Jnterefie an der Gründung neuer Bildungsstät­ten hat der Staat aber nur da, wo er für seine Zwecke solcher bedarf. Aber erstens liegt gerade Frankfurt inmitten eines Kranzes von tüch­tigen, alten, blühenden Hochschulen Heidelberg, Gießen, Marburg, Würzburg, Bonn, Freiburg, Erlangen. Ferner ist an Universitäten in Großstädten kein Mangel. Vom höhe­ren staatlichen Gesichtspunkte aus sollte man, wenn wirklich Universitäten nötig sind, an Gründungen in anderen Gegenden denken. Der Zug nach dem Westen würde durch Frankfurt ohne Rot nur verstärtt. Die Frage, ob es rat­sam ist, daß der Staat die Zentralisierung auch des Studiums in den Großstädten noch mehr fördere, ist doch einfach zu verneinen. Die reichen Bildungsmittel der Großstadt braucht man nicht zu unterschätzen, man soll aber auch nicht die Nachteile der Großstadt für unsere studierende Jugend int Alter von 1825 Jahren außer acht lafien.

Wir bezweifeln ferner, daß uns Universitäten not tun, die Möglichkeit noch mehr junge Leute den gelehrten Berufet: zuzuführen, hat t Ad) ein noch stärkeres Anwachsen derselben zur Folge. Ob das eine erfreuliche Erscheinung ist?! Schon redet man heute von einem gelehrtenPro- l e t a r i a t.

Materiell hat der Staat ebenfalls kein Interesse an der Förderung der Univerfitäts- pläne Frankfurts. Von dem Geschenk, das dem Staat von den Frankfurtern hier geboten wird, wird in Frankfurt viel geschrieben und gesprochen.Quidquid id est, timeo Danaos, et dona ferentes" wird der Staat gut tun, den Frankfurtern gegenüber zu sagen. Es unterliegt doch keinem Zweifel, daß die reichen Mittel, die der Staat in Marburg, Bonn, Hessen in Eießen u. s. f. niedergelegt haben, zum Teil völlig entwertet werden. Die Frankfurter er-

Der Dank des Prinzregenten an die Presse.

München, 13. März. Der Ministerpräsi­dent hat an den Vorstand des Landesverbandes der bayrischen Presse nachstehendes Schreiben ge­richtet:Dem Vorstand des Landesverbandes der bayrischen Presse beehre ich mich im Allerhöchsten Auftrage ergebenst mitzuteilen, daß Se. König!. Hoheit der Prinzregent sich über die rege und vielseitige Tätigkeit gefreut haben, die die bay­rische Presse anläßlich des Allerhöchsten Eeburts- tagsfestes entfaltet hat. Seine Königl. Hoheit haben für die Hingabe, mit der die Presse in diesen Tagen ihrer Aufgabe gewaltet hat, in Worten aufrichtiger Anerkennung gedankt und wollen den Verlegern, den Leitern und Mit­arbeitern und dem Personal all der zahlreichen

Bestellungen

für da» zweite Quartal 1911 auf dieOberhessische Zeituc nebst ihren Beilagen werden von unserer Expedi­tion (Martt 21), unseren Ausgabestellen in Kirchhain, Reustadt, Wetter, Ebs­dorf, Hachborn, HeSkem-Möll«, Lei- denh"fen, Dreihausen, Wittelsberg, Elnhausen, Niederweimar, Nie» derwalgern, Damm und Lohra sowie uon allen Postanstalteu und Landbrieftrager« entgegengenommen.

und der Expedition (Markt 21) 2.00 <Ä frei rnS Haus. (Für unver­langt zugesandte Manuskripte übernimmt tue Redaktion keinerlei Veranttvortung.) Druck der Univ.-Buch drucke re: I. A. Koch (Inh.. Dr. Hitzeroth). Martt 21. Telephon 55.

Der Anzeigenpreis betragt zur Die Igejpaltcne Zeile oder deren Raum 15 4, bei auswärtigen Anzeigen 20 für Reklamen die Zeile 40 4. Bei Wiederholungen entsprechender Rabatt. Jeder Rabatt gilt als Barrabatt. Bei Konkurs kein Rabatt. Verbindlich- keit für Platz-, Datenvorschrift und Beleglieferung ausgeschlossen. Zahlungen im Poftscheckverkehr ohne Portokosten unter Rr. 5015 des Postscheckamtes Frankfurt a. M.

8 (Nachdruck r >

Unverstanden.

Roman von Marie Leber.

(Forttetzung.)

Mit Schaudern dachte die Baronin daran, wie sie förmlich von Ball zu Ball, von Fest zu Fest ge- schlevpt worden war. Wie oft hatte sie den eitlen Mann gebeten, sie zu Hause zu lassen, ihr Sinn stehe nicht nach rauschenden Vergnügungen, fie fühle fich vereinsamt und beängsttgt unter der glänzenden Monge. Ein spöttisches Lachen war die Antwort ge­wesen und Elise war von jeher eine viel zu passive Ratur, um sich gegen den Willen ihres egoistischen Gatten aufzulehnen. Als sie sah, daß ihre Bitten nick j fruchteten, fügte ne sich ergeben den Wünschen ihres Gatten, der einen besonderen Stolz darein setzte, seine Frau bewundert und gefeiert zu sehen.

Bisher war das Herz der jungen Frau un­empfindlich gegen alle Huldigunaen geblieben, aber endlich schlug auch ihre Stunde. Sie begegnete einem Mann, dem ihre Seele beim ersten Blick entgegen­flog und während sie auf ihren Lippen das her­kömmliche Lächeln festzubannen suchte, Köpfte ihr das Herz in ungestümen Schlägen, wenn er in ihre Rahe kam.

Auch er fühlte seine Pusse schneller schlagen, wenn er einem Blick ihrer schönen Augen begegnete, beit Ton ihrer süßen, weichen Stimme vernahm. Aber er suchte nach Kräften dieser Leidenschaft Herr zu werde«, die mächtig wogende Empfindung nieder- Mkämpfen, die sein ganzes Sein zu verändern drohte. Für ihn war sie nicht nur die Gattin eines andern, sondern auch eine vergnügungssüchtige Frau, deren ganzes Glück darin bestand, bewundert und gefeiert tu werden.

Es war ein ewiges Scheiden und Wiederfinden, bis der verhüllende Schleier zerriß und er die ge­liebte Frau in ihrem wahren Licht erblickte.

So süß auch die Enttäuschung war, sie trug eine doppelte Gefahr in ihrem Schoße.

Die Nähe der gefallsüchtigen, eitlen Frau hatte er meiden können: für die unglückliche, unverstandene Gattin schlug fein Herz in heißeren Schlägen.

Liebe, Mitleid und Selbstbeherrschung kämpften einen harten Kampf und beide sahen ein, daß diesem Zustande ein Ende gemacht werden mußt-.

Ohne Worte hatten fie fich verstanden, ohne Worte wußten fie, daß fie. fich liebten und ohne Worte sagten sie einander, daß Trennung das einzige Mittel sei, um sie ihren Pflichten gerecht werden zu lassen.

Pr fessor Erdmann schloß sich einer wissenschaft­lichen Expedition an, die ihn für Jahre von set Heimat fern halten mußte und die Baronin ver­barg ihren Schmerz hinter der Maske einer kühlen Gleichgültigkeit, die ihr mit der Zeit zur zwetten Natur ward.

Die Zeitungen brachten hin und wieder Nach­richten über den kühnen Forschungsreisenden. Das war alles, was sie über ihn erfuhr.

De: Baron starb, das glänzende Gebäude ihres Reichtums fiel in fich zusammen, die gefeierte Salon­dame verschwand von der Stätte ihrer Triumphe und die Jahre der Sklaverei lagen wie ein dumpfer Traum hinter ihr.

Die Baronin war glücklich, wenn sie ihre Tochter zufrieden sah: Elfriede brachte ihr dafür i:e ganze Innigkeit ihres leidenschaftlichen Mädchenherzens entgegen. Es näre ein völlig harmonisches Zu­sammenleben gewesen, wenn nicht die Frau ßanbret ml", ih.er stolzen Strenge in dasselbe gar zu eft einet; Mißton hineingebracht hätte. , , '

Als Doktor Hans Waldeck ins Haus kam, ging für Mc arme Frau ein neuer Glücksstern auf. D»r Doktor war ein Freund von Professor Erdmann und erhielt häufig Briefe von ihm. Die Baronin war überglücklich. daß sie auf diese Art mehr über den geliebten Mann erfahren konnte, als durch die kur­zen Zeitungsnotizen, die ihr viel zu wenig von ihm sagten.

Auch dieses spärlich bemessene Glück hatte nun sein Ende gefunden.

Als Frau von Hohenzil fand, daß Elfriede fich zu viel mit dem Doktor beschäftigte, setzte fie alle Hebel in Bewegung, um ihn von Hohenzil wegzu- brinaen und dies war ihr jetzt gelungen.

Waldeck war mit seiner Schwester nach Eschen­heim gezogen und somit jeder Verkehr mit ihm ab­gebrochen.

behauptet und die Baronin fügte sich geduldig in ihr Schicksal: war es doch, als wollte ihr dieses auch nicht die kleinste Freude gönnen. Aber jetzt galt es ihr Kind, und für Elfriede wollte sie kämpfen.

Die Baronin trocknete ihre Tränen und suchte ihre Gedanken zu sammeln.

Ihre Mutter hatte unleugbar recht, wenn fie be­hauptete, daß eine Verbindung mit den Sternbergs materielle Vorteile bot, wie man fie nicht so leicht in gleichem Maße finden konnte: aber eine Ehe ohne Liebe ist ein trauriges Ding, fie hatte es nur zu bitter erfahren, und Graf Alfred war durchaus nicht der Mann, einem lebhaften, geifttg aufgeweckten Mädchen zärtliche EefLble einzuflößen.

Der blonde, junge Mann mit dem faden, nichts­sagenden Erficht, aus dem zwei hellblaue Augen ver­schwommen in die Welt blickten, vermochte nicht, ein Mädchrnherz zu entflammen, am allerwenigsten aber dasjenige Elfriedes.

--------- == -.......?

Die Baronin erinnerte sich noch sehr gut daran, wie sie den jungen Grafen vor einem halben Jahre bei einem ländlichen Feste getroffen hatte und wie ihre Tochter sich dann zu Hause Über ihn luftig

3U T;c*tTc 'Tti bc >''*<; ur"r 7 ne.rr r *1. aber fich selbst gestehen müssen, daß Elfriedes Spott berechtigt gewesen sei.

Und einem solchen Manne, der ihr als Zielscheibe des Gelächters gedient sollte sie nun ihre Hand rei­chen, um mit ihm fürs Leben verbunden zu sein?

Nein, nun und nimmermehr! Hier mußte Rat geschafft werden, um die Frau Landrat von ihren Plänen abzubringen. »

Ich muß mich an Edgar wenden." dachte dir Baronin,er respektiert den Willen Mamas immer nur, wenn dieser mit feinem eigenen übereinstimmt Er allein versteht es, der Mutter entgegenzutretri ohne fie durch offenen Widerspruch zu reizen. E, wird, er muß mir beistehen, um fie von dieser Idee abzubringen. Sie wird auf ihn eher hören, als auf mich, um so mehr, da er selbst eine Herzenswahl nach ihrem Wunsche getroffen hat!"

Und ohne weiter zu überlegen, setzte fich die Baronin an ihren Schreibtisch, um an ihren Bruder zu schreiben.

Sie sagte sich, daß Eile luftig sei, denn ihre Mut­ter, das wußte fie nur zu gut, war nicht die Frau, einen einmal gefaßten Entschluß lange hinauszu. schieben: fie durfte ihr nicht zuvorkommen, oder alles war umsonst. Rein, Elftiede sollte nicht geopfert werden, um keinen Preis! Sie durfte nicht rote sie durchs Leben gehen, allen Glückes bar, ohne Liebe, unverstanden!

(Fortsetzung folgt.)