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46. Jahrg.

1911.

Marburg

Freitag, 10. März

TieOberheffische Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich durch die Post bezogen 2.25 <M. (ohne Bestellgeld), bei unseren Zeitungsstellen und der Expedition (Markt 21) 2.00 <* frei in» Haus. (Für unver­langt zugesandte Manuskripte übernimmt die Redaktion keinerlei Verantwortung.) Truck der Univ.-Buchdruckerei I. A. Koch (Inh.:

Dr. Hitzeroth), Markt 21. Telephon 55.

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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

und den Beilagen:Nach Feierabend",Fürs Haus" undLandwirtschaftliche Beilage.

Eine amerikanische

Probe-Mobilmachung.

Allem Anschein nach scheint es zwischen den Ver- tinigten Staaten und Mexiko jetzt zu einem Waffen- ßange zu kommen. Es liegen zu den Ereignissen xn der mexikanischen Grenze folgend« weitere Meldungen vor:

Washington, 7. März. Eine amt­liche Erklärung zu der Mobilisierung an der mexikanischen Grenze besagt, daß der Präsident die Maßnahme angeordnet habe, um den ganzen Mechanismus der Mobilmachung in größerem Umfange als je zu prüfen. Die Mobilmachung sei vorgenommen worden zur Widerlegung der Be­hauptungen, daß die Armee der Bereinigten Staaten auf einen wirklichen. Krieg nicht vorbe­reitet sei. 20 000 Mann seien in Texas unter Führung des Generals Carter des Gehilfen des Generalstabschefs zusammengezogen. Auch die Flotte wird in den geplanten Manövern eine Rolle spielen. Eine starke Flotte von Panzerkreuzern unter der sich auch die 5. Division der Atlantischen Flotte befindet, wird unter dem Oberbefehl des Kontreadmirals Staunten, in den Gewässern von Texas im Verein mit der Landarmee operieren. Aus der Erklärung der Regierung über den Grund der Mobilisierung an der mexikanischen Grenze erhält sich hier das Gerücht, daß die Regierung sich in Wirklichkeit auf ernste Ereignisse vorbereite, und die Lage der Dinge in Mexiko nicht so befriedigend sei, wie amtlich er­klärt wurde. Im Falle weiterer ausgedehnter Un­ruhen stehen in Cihuabua sehr viele ausländischen Interessen auf dem Spiele. Der englische Bot­schafter Bryce konferierte kürzlich mit dem Staats- bepM*w«*t über die Lage in Mexiko. Es ver­lautet; daß England andeütete, es werde falls Amerika die Ausländer Mexikos nicht beschützen könne, möglicher Weise es als notwendig erachten, feite eigenen Untertanen zu beschützen. Das Trans­portschiffPrairio" geht morgen von Philadelphia mit vier Regimentern Marinetruppen nach Euan- tanaue ab. Aus San Franzisko sind zwei Regimen­ter Infanterie nach der mexikanischen Grenze be­ordert.

Washington, 8. März. Die kommandieren­den Offiziere befolgen überall mit Eifer den Befehl zur Sammlung der Truppen. Zahlreiche Regimenter sind bereits auf dem Marsche nach den Sammel­stellen, andere sind bereit aufzubrechen und warten nur auf die Beiladung, für die von den Bahnver­waltungen auf eine so kurze Ankündigung hin die notwendigen Züge nicht stellen können. Die Schiffe aus dem Atlantischen und Großen Ozean sind damit beschäftigt, Kohlen und Lebensrnittel einzunehmea zur Vorbereitung schneller Fahrten nach dem Golf von Mexiko oder nach den Gewässern Südkalifor- nir:;«. Man glaubt, daß die wirkliche Bedeutung der Mobilmachung auf die Lage in Mexiko zurückzu- ftibtrn ist und auf die wachsende Wahrscheinlichkeit, bah sich die Dinge, dort in einem weniger befriedigen­den Zustande befinden, als die mexikanische Regie- ,n»;g behauptet. Es wird berichtet, daß der Gesund­heitszustand des Präsidenten Diaz in der letzten Zeit frine Freunde beunruhigte. Man muß sich auf wich- t>oe Ereignisse vorbereiten, denn von anderer Seite wird berichtet, daß das Pearson-Syndikat, das g'vße Interessen im nördlichen Mexiko hat, die eng- kische Regierung um angemessenen Schutz für feine und andere fremde Interessen ersuchte mit Rücksicht aus die chaotischen Verhältnisse, die fast sicher dem Schwinden des Ansehens der mexikanischen Regie­rung geschweige dem Zusammenbruch der Regierung des Präsidenten Diaz folgen müßte. Die rege Tätig­keit, die plötzlich eingesetzt hat, scheint die Meldung zu bestätigen, daß der englische Botschafter Brycr angedeutet hat, England werde eingreisen, wenn die Bereinigten Staaten dies nicht selber tun.

Einem Telegramm aus der Hauptstadt Mexikos zufolge, machte der Präsident gestern seinen gewöhn­lichen Spaziergang in den Anlagen des Palastes und erledigte bis spät nachts Staatsgeschäfte, offen­bar, ohne durch die Zusammenziehung der amerika­nischen Truppen beunruhigt zu sein. Eine andere Meldung besagt, daß der Präsident todkrank sei. Durch Kokaineinspritzung sollen die Schmerzen des Todkranken gelindert w-rden.

Die Truppenmobilmachung wird als eine Folge dieser Meldung vom nahe bevorstehenden Tod des Präsidenten betrachtet. Dessen Hinscheiden wird zweifellos eine mexikanische Revolution zum Aus­bruch bringen, bei der die Union für den Schutz ihrer Interessen und die Sicherung ihrer Grenon sorgen muß. Der mexikanische Minister des Aeußern Creel erklärte, es sei augenblicklich kein Anlaß vorhanden für eine Intervention seitens Amerikas. Aus Los Angelos sind gestern Abend neun Zerstörer nach San Pedro abgegangen. Die KreuzerCalifornia", Pennsylvania" undSouth Dakota" laufen heute Mittag aus.

Washington, 8. März. Die mexikanische Sesandschast erklärt, das Gerücht, Mexiko ersuchte dd:r ersuche eine Jnte'oention der Vereinigten Staate« zur Lösung internet Schwierigleiten, sei lächerlich. Mexiko habe die Macht, die Revolution

zu unterdrücken; die öffentliche Meinung stehe der Regierung zur Seite. Die Gefangennahme einer Anzahl Amerikaner, die an der Revolution beteiligt wären, sei auf mexikanischem, nicht aus amerikani­schem Boden erfolgt.

London, 8. März. Das Reutersche Bureau er­fährt von der mexikanischen Gesandtschaft: Der mexikanische Gesandte verstehe nicht die Möglichkeit einer amerikanisch-britischen Intervention und könne nicht glauben, daß die britische Regierung die Fähigkeit der mexikanischen bezweifle, die britischen Untertanen zu schützen. Es sei kein Grund zu der Annahme, daß die Ausländer in Gefahr seien. Die mexikanische Regierung kon.'.te bis jetzt die plündern­den Banden im äußersten Norden Mexikos im Schach halten. Eie werde jedoch amerikanische Schiffe be­willkommnen und die Grenze selber abstreifen lassen, um Zuzüge für die Aufständischen von den Vereinig­ten Staaten her zu verhindern. Letztere wüßten ge­nau, daß die meisten Bewegungen in den Vereinig­ten Staaten entstanden seien, wo Madero noch Pro­paganda betreibe. Die Behörden seien vollkommen im Stande, alle Fremden zu schützen. Revolutionäre Führer in den Bereinigten Staaten seien selber eifrig darauf bedacht, fremde Interessen nicht zu ge­fährden.

Newyork, 8. März. Wie aus El Paso gemel­det wird, erlitten die mexikanischen Revolutionäre bei einem Angriff auf die Stadt Casas Grandes schwere Verluste.

Deutsches Reich-

Som Kaiser. Bremen, 8. März. Der Kaiser mit Gefolge ist heute Mittag um 1 Uhr auf dem Hauptbahnhofe eingetroffen, wo er vom Bürgermeister Marcus empfangen wurde. In seiner Begleitung befanden sich auch der Vize­präsident des Norddeutschen Lloyds Konsul Achellis und der Direktor des Norddeutschen Lloyds Heineken. Vom Bahnhof fuhr der Kaiser im Automobil durch die mit Flaggen geschmück­ten Straßen zum Ratskeller, vor dessen Eingang er von Damen und Kindern Blumensträuße ent­gegen nahm. Im Ratskeller hatte sich ein zahl­reiches Publikum eingefunden, das den «Kaiser mit lebhaften Hurrarufen begrüßte. Zn den Senatsräumen des Ratskellers wurde der Kaiser von den Herren des Senats und dem früheren Bürgermeister Pauli begrüßt. Der Kaiser fährt um 3 Uhr nach Kiel, um sich zu dem erkrankten Prinzen Adalbert zu begeben. Kiel» 8. März. Der Kaiser ist um 6 Uhr 45 Min. hier eingetrof­fen. Auf dem Bahnhof waren Stationskom­mandant Vizeadmiral Schröder, Stadtkomman­dant Oberst Bodungen zur Begrüßung erschienen. Der Kaiser begab sich auf dem Wasserwege nach dem Königlichen Schloß, wo er Wohnung nimmt.

Die Kaiserreise nach Korfu. Berlin, 8. März. Der Kaiser wird, wie man aus bester Quelle hört, begleitet von der Kaiserin, der Prinzessin Viktoria Luise und dem Gefolge die Reise nach Korfu auf dem Wege über Venedig gleich nach dem 20. März antreten.

Ein neuer Direktor des nautischen Departe­ments im Reichsmarineamt. Wie derZnf." mitgeteilt wird, beabsichtigt der Direktor des nautischen Departements im Reichsmarineamt, Vizeadmiral Winkler, demnächst in den Ruhe­stand zu treten. Als sein Nachfolger dürste Kontreadmiral Erapow, der zum Reichsmarine­amt kommandiert ist, ausersehen sein. Kontre- admiral Erapow war von 19091910 zweiter Admiral der Hochseeflotte, hatte vorher die Stel­lung eines Abteilungschefs beim Admiralstabe inne und war vorher Kommandant eines Linien­schiffes.

Reichstagswahlvorbereitungen. Berlin, 8. März. In Bremen hat die Demokratische Ver­einigung den auch hier in Marburg bekannten Professor Dr. Ludwig Eurlitt als Kandidaten aufgestellt.

Die Reichslandfrage. Stuttgart, 8. März. DerSchwäbische Merkur" veröffentlicht einen aus Berlin datierten Artikel über die Reichs­landfrage, worin zunächst festgestellt wird, daß die Vertreter der Verbündeten Regierungen der Schaffung eines selbständigen Bundesstaates unter Ausschaltung des Kaisers als Landesherr ein entschlossenes Nein entgegengesetzt haben. Die erlösende Formel scheine nicht in dem Be­griff derWirtschaftlichen Stimmen" zu liegen, die ein Stimmrecht zweiter Klasse und einen Staat zweiter Klasse bedeuten würden. Das Blatt betont dann, es fei eine große Entstellung der Tatsachen und ein schweres Unrecht, wenn in manchen Schlupfwinkeln des Partikularismus heute noch behauptet werde, das Deutsche R-ich

sei durch die Opfer zustandegekommen, die die kleineren Staaten dem großen Preußen gebracht hätten. Zn Wahrheit, fährt das Blatt fort, hat das Preußen, das heute mehr als 40 Millionen Einwohner zählt, d. h. beinahe zwei Drittel der Bevölkerung des Reiches, dem gemeinsamen Na­tionalstaat mindestens ebensoviel, ja man kann wohl sagen, erheblich mehr geopfert als die an­deren alle, und wir möchten glauben, daß es auch in dieser ernsten Erscheinung das unerläßliche Opfer lieber selbst bringe, statt es von anderen zu fordern und seinerseits auf jede Möglichkeit verzichtet, etwa durch das Hinzutreten der vom Statthalter instruierten elsaß-lothringischen Stimmen eine Mehrheit sich zu schaffen, die es ohne diese neuen Stimmen nicht haben würde, während es auf der anderen Seite die bei der Gegensätzlichkeit mancher wirtschaftlichen Inter­essen immer denkbare Eventualität hinnehmen würde, daß Elsaß-Lothringen einmal die Reihe gegen Preußen verstärke. Das Blatt bezeichnet die Frage als berechtigt, ob Preußen ein solches Opfer bringen darf und betont weiter, sicherlich wird man als unerläßliche Voraussetzung für eine Bejahung dieser Frage einen unlösbaren Zusammenhang, eine absolute gegenseitige Be­dingtheit zwischen der Entscheidung über die Landesherrlichkeit des Kaisers und über die Stellung des Statthalters auf der einen, die Lösung der Stimmrechtfrage auf der anderen Seite statuieren müssen. Ein Berliner Tele­gramm derKölnischen Zeitung" meldet: Es steht nunmehr fest, daß der Bundesrat sich gegen diejenigen Beschlüsse der Kommission erklärt hat, die ^lsatz-Lothringen zum vollen Bundesstaat machen und die Stellung des Kaisers in seinen Befugnissen gegenüber dem Statthalter abändern wollten. Wie das nach der ganzen vorherigen Stellungnahme der Regierung anzunehmen war, hat der Bundesrat diese Kommissionsbeschlüsse als unannehmbar bezeichnet. Dagegen betätigte er in bezug auf die für Elsaß-Lothringen ver­langte Bundesratsstimmen ein weitgehendes Entgegenkommen und hat sich damit einverstan­den erklärt, daß Elsaß-Lothringen diese Stim­men unter einigen praktisch nicht viel bedeuten­den Einschränkungen erhalten solle. Wenn sich für diesen Vorschlag der Regierung in der Kom­mission und im Reichstag eine Mehrheit findet und wenn die weiteren an den sonstigen Erund- zügen der ursprünglichen Regierungsvorlage keine wesentliche Aenderungen vorgenommen werden, so dürfte das Schicksal der Vorlage ge­sichert sein. Wie dieKölnische Zeitung" hört, wird namentlich in süddeutschen Bundesrats­kreisen die gefundene Lösung der Stimmfrage als sehr glücklich bezeichnet und sie begegnet auf dieser Seite nicht nur keinen Bedenken, sondern voller Anerkennung.

Som Serbandstag Deutscher Waren- «nd Kaufhäuser. Die Generalversammlung des Ver­bandes Deutscher Waren- und Kaufhäuser er­klärt, daß die Znvaliden- und Altersversicherung der Privatangestellten bis zu einer gewissen Ee- haltshöhe, etwa 5000 «M. unter Herabsetzung der Altersgrenze van 70 auf 65 Zahre und unter Einführung der Berufsinoalidität wünschens­wert ist. Sie kann aber mit der überwiegenden Mehrheit der Angestellten selbst und mit fast der gesamten Prinzipalität nicht anerkennen, daß der von der Reichsregierung vorgeleate Entwurf die Pensionsfrage der Privatangestellten in be­friedigender und annehmbarer Weise löst. Denn einmal sind die vom Entwurf vorgesehenen Bei­träge zu der geplanten Sonderklasse im Verhält­nis zu deren Leistungen viel zu hohe, und dann ist durch die Vorlage das Fortbestehen der be­währten privaten Pensionskassen fast unmöglich gemacht. Die Generalversammlung bittet daher die Reichsregierung, einen neuen Entwurf vor­zulegen, der bei gleichen Leistungen erheblich niedrige Beiträge vorsieht und die bestehenden leistungsfähigen privaten Pensionskassen unan­getastet läßt.

Deutsch-Reuguinea. Der Paradiesvogek- fäger Richards soweit bekannt, von Geburt ein Deutscher ist im Hinterlande des am Huongolf gelegenen Herzoggebietes (Kaiser Wilhelmsland) von Eingeborenen der Lahe- Wombasstämme ermordet worden. Eine Straf­expedition gegen die schuldigen Stämme wurde »on dem Bezirksamtmann in Friedrich-Wik- helmshafen erfolgreich durchgeführt.

'Ausland.

** Spettalet in der Belgischen Kammer. Brüssel, 8. März. Als bei der Beratung der Interpellation über die Maßregelung einer Leh­rerin die ihrem Orden abtrünnig geworden war, der katholische Deputierte Wauwermanns sagte, daß die Nonnen meistens das Ordenskleid ab- legten, um unabhängiger leben zu können, ent. stand infolge des Protestes der gesamten Linkei ein unbeschreiblicher lärmender Auftritt, be> dem der sozialistische Deputierte Hubin den Red­ner anspie. Dem Antrag, daß die Kammer dem in Frage kommenden Eemeinderat einen Tadel ausspreche, widersetzte sich der Ministerpräsident, blieb aber mit dem Protest in der Minderheit. Unter großer Erregung wurde die Sitzung ge­schlossen.

** Son der Bagdad-Bahn. Paris, 8. März. Der Londoner Korrespondent desTemps" will erfahren haben, daß die türkische Regierung dem englischen Foreign Office den Entwurf eines Abkommens über die Bahnlinie Bagdad-Persi­scher Golf, sowie über die Koweitfrage überreicht habe. Die darin enthaltenen Vorschläge seien noch nicht bekannt. Doch könne man vermuten, daß die deutsche Bagdadbahngesellschaft sich her­beigelassen habe, nur einen kleinen Teil an der Bahnlinie Bagdad-Persischer Golf zu beanspru­chen und daß sie als Ersatz für dieses Zugeständ­nis den Anschluß ihrer Bahn an den Hafen von Alexandretie erhalten werde.

Aus dem englischen Unterhaus. London, 8. März, Zowett (Arbeiterpartei) fragte Sir Erwarb Grey, ob er während der Zeit feiner Amtsführung irgend eine Verpflichtung gegen Frankreich übernommen oder Frankreich das Versprechen gegeben habe, daß in gewissen Fäl­len britische Truppen zur Unterstützung der Ope­rationen der französischen Armee entsendet wür­den. Der Unterstaaissekretär des Auswärtigen verneinte die Anfrage. Zm weiteren Verlaufe der Sitzung fragte Nigham an, ob die Regierung dem von dem Präsidenten Taft ausgesprochenen Wunsche nach einem englisch-amerikanischen Ver? trage zur Regelung aller wie immer gearteten Streitfragen durch einen Schiedsaerichtshof ihre Aufmerksamkeit zugewendet habe. Der Unter­staatssekretär des Auswärtigen Mc. Kinnen- Wood erwiderte, daß alle derartigen Vorschläge natürlich einer sehr wohlwollenden Prüfung be­gegnen würden.

** Serbien. Belgrad, 8. März. Die heutige Konferenz der Minister beschloß, das Kriegs­portefeuille dem General Stevanovio, event. dem General Futnik anzubieten. Die Ernennung des neuen Kriegsministers soll bis morgen erf"lgen, wodurch die Gefahr einer allgemeinen Krisis be­seitigt wird.

Marburg und Umgegend.

(Äad>t'.::c! aller Criginalartitcl ist gemäß § 18 des Urheberrechts nur mit der deutlicben Quellenangabe .Oberheff. Zig." gestattet.)

Marburg, 9. März.

* Ein Antrag unserer Kommunalland­tagsmitglieder wegen der Frage der Frank­furter Stiftungsuniversität. Aus Cassel erhal­ten wir soeben folgende telephonische Mittei­lung: Zn der heutigen ersten Sitzung des Kur­hessischen Kommunallandtags stellten die Abge­ordneten des Kreises Marburg Landrat Geh. Regierungsrat v. Regele in, Oberbürgermei­ster T r o j e und Forstmeister Wolff- Wetter folgenden Antrag: Der Kommunallandtag möge mit Rücssicht auf die beabsichtigte Errichtung einer Stistungsuniverfität in Frankfurt geeig­nete Schritte unternehmen, die Gefahr, welche dadurch für die kurhessische Landesuniversität Marburg entstehen würde, abzuwenden. Eine Notwendigkeit für die Errichtung einer solche« mitteldeutschen Universität liege nicht vor, da die Universitäten Marburg, Gießen, Würzburg, Heidelberg und Bonn völlig genügten. Die Er­richtung einer solchen neuen Stiftungsuniverst- tät in Frankfurt würde ernste und schwere Ge­fahren für die Landesuniversität mit sich brin­gen und um diese nach Möglichkeit abzuwenden, ersuchen die Antragsteller den Kommunalland- tag in dem Sinne zu beschließen, daß an geeig­neter Stelle dagegen Einspruch erhoben wird. Der Vorsitzende Kammerherr Rabe v. Pappen­heim gab die Zusicherung, daß er diesen Antra­in der nächsten Sitzung zur Abstimmnng vor-