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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

und den Beilagen:Nach Feierabend"Fürs Haus" undLandwirtschaftliche Vellage.

Jto 51

DieOberheffische Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich durch die Post bezogen 2.25 <* * (ohne Bestellgeld), bei unseren Zeitungsstellen und der Expedition (Markt 21) 2.00 * frei ins Haus. (Für unver­langt zugesandte Manuskripte übernimmt die Redaktion keinerlei Verantwortung.) Druck der Univ.-Buchdruckerei I. A. Koch (Inh.:

Dr. Hitzeroth), Markt 21. Telephon 55.

Marburg

Mittwoch, 1. Mäy

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46. Jahrg.

1911.

Die Fremdenlegion einmal unter die Lupe zu 1 Lumeren mit einzelnen Avgeorvnelen ist erheblich nehmen, das wäre eine Aufgabe für unsere ^rtrftben wo^n. Selbstverständlich soll nicht I ledes Gespräch der Df bittre mit Abgeord- Friedensfreunde! I «eten verboten werden. Die Verfügung richtet

Erstes Blatt

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eine Gefahr, zumal die französischen Werber unter Verletzung des Völkerrechtes ihre Opfer direkt in Deutschland aufsuchen. Die Warnung des Kriegsministers war seine selbstverständliche Pflicht!! Daß die Institution der Fremdenlegion überhaupt dem modernen Völkerrecht direkt ins Gesicht schlagt und eines modernen Kulturvolkes unwürdig ist, wissen aber die Franzosen selbst. Daher auch die Empfindlichkeit an dieser wunden Stelle.

Königliche Staatsregierung zu ersuchen, das Re­gulativ, betreffend die Vergütung für Umzugs­kosten, welche den Lehrern und Lehrerinnen an öffentlichen Volksschulen aus der Staatskasse zu zahlen ist, vom 5. Oktober 1910 (Zentralblatt f. d. ges. Unterrichtsverwaltung S. 867) dahin ab­zuändern, daß die Vergütung den für die mitt­leren Beamten betreffenden Sätzen entsprechend bemessen wird.

Dieser Antrag bezweckt die Regelung der Umzugs- und Reisekosten der Volksschullehrer mit der Stellung in llebereinstimmung zu brin­gen, welche den Lehrern nach ihrer Vorbildung, der Bedeutung und Schwierigkeit ihres Amte»

um ihre Liebe werben würde, ob sie dann nicht wärmer für ihn empfinden konnte.

Er führte jedoch diesen Vorsatz nie aus, denn ehe er dazu kam, aufzubrechen, hielt ihn die Er­innerung an ihren Ausspruch fest: Die Liebe stirbt am Zwang.

Es war besser, er blieb ihr fern. Sie sollte gar nicht wissen, wie wehe sie ihm getan «it ihrem Scheiden.

Unterstützung der Invaliden und ihrer Hinter­bliebenen aus staatlichen Berg- und Hütten­betrieben, für welche die Knappschaftsrente vor dem 1. Januar 1908 festgesetzt worden ist.

Endlich ist vom Abg. Viereck zur zweiten Be­ratung des Etats des Ministeriums der geist­lichen und Unterrichtsanqelegenheiten folgender von Mitgliedern der freikonsetvativen Fraktion unterstützter Antrag gestellt worden: Das Haus der Abgeordneten wolle beschliessen: die Königl. Staatsreqierunq zu ersuchen, bei einer Anzahl von höheren Lehranstalten der östlichen Pro­vinzen die russische Sprache an Stelle der eng­lischen als fakultativen Unterrichtsgegenstand in den Lehrplan aufzunehmen.

Diese derbe, aber richtige offiziöse Abferti- f'-tiig zeigt auch wieder, daß der Wind, der z. Z. im Auswärtigen Amte weht, der richtige ist. Der Vorgang im Reichstag war folgender: Nach­dem der Abg. Erzberger dafür eingetreten war, daß sowohl die Soldaten als auch die Schul- vor der Fremdenlegion gewarnt werden

Kriegsminister und Fremdenlegion.

DieNordd. Allg. Ztg." schreibt: Der Kriegs­minister v. Heeringen drückte im Laufe der De­batte über den Militäretat, als von anderer Seile die Sprache auf die französische Fremden­legion gebracht wurde, mit berechtigter Schärfe seine Entrüstung über deutsche Blätter aus, die für diese, bekanntlich größtenteils aus deutschen Fahnenflüchtigen bestehende Truppe Reklame machen. Nicht nür der preußische Kriegsminister, sondern auch jeder gute Deutsche wird über ein solches unpatriotisches Gebaren entrüstet sein. DerTemps" und einige andere französische Blätter fanden sich bemüßigt, den Kriegs­minister wegen seiner Worte anzugreifen und fabelten dabei sogar von einer Beleidigung der französischen Armee. Wir müssen diese Worte auf das entschiedenste zurückweisen und möchten denTemps" daran erinnern, daß die Art der Rekrutierung bei der Fremdenlegion und die daraus sich ergebenden Folgen wiederholt in

Politische Umschau.

Freikonservative Anträge im Abgeordneten­hause.

Mit Unterstützung der fretkonservativen Fraktion des Abgea-^netenhauses haben die Ab­geordneten Dr. Id» ,:ff und v. Zedlitz und Neukirch folgenden Antrag eingebracht: Das Haus der Abgeordneten wolle beschließen: die

Deutsches Reich.

* Deutschland der erste Gratulant bei de» Festlichkeiten in Rom. Rom, 26. F.-ür. Ent­gegen anderslautenden Berichten stellen Ber­liner Blätter fest, daß der Gratulationsbesuch

Hilde noch liebe. Er sei ih* mit jedem Atemzuge treu ergeben. Wenn sie wolle, könnten sie sich nach Ablauf des Trauerjahres um seinen Cousin ver- iheiraten. Mit der Verlobung wollten sie warten bis (einige Monate mr der Hochzeit. Diese Frist ein- Huhalten sei er genötigt au» Rücksicht auf seinen L)heim und seine Tante, die den Verlust ihres Eo^nes noch nicht verschmerzt hätten, und die er Durch sein eigenes Glück nicht in ihrem Schmerz geriehen wolle. Er verlange aber danach, Gewiß- Weit z» erhalten. 1' "

Krau Werde» wolle.

wird. Die Judenscheu der Offizierskreise ist sonst nicht so groß. Wie gern führt ein Offizier sein Rebeckchen heim (Heiterkeit), und wie viel jüdisches Blut fließt in blauen Adern! Raab hat den Deut­schen Reichstag mit einer antisemitischen Kneipe verwechselt. Redner bespricht dann Fälle von Sol­datenmißhandlungen. Wir Niedergerittenen von 1907 reiten. Die Wahl in Jmmenstadt hat es wieder gezeigt. Dieser schwarze Punkt im Allgäu wird verschwinden trotz Osann und Genossen.

Abg. Kopsch (Vp.)r Der Kriegsminister hat es Herrn Raab zu verdanken, wenn fein Gehalt noch nicht bewilligt ist. Herr Raab wird an den Ant­worten keine große Freude haben, aber wahr­scheinlich schon dankbar sein, daß er überhaupt einer Antwort für wert gehalten wird. (Sehr gut Ilinks.) Es genügt, solche Reden niedriger

Deutscher Reichstag.

(Schluß.)

Abg. Dr^Osann (ntEJ: Wir haben Tm Sams­tag die Unterschrift unserer "Partei zum Schluß^ antrag zurückgezogen, weil wir eine so aufrei­zende und verhetzende Rede wie die des Abg. Raab nicht ohne Widerspruch ins Land hinausgehen lassen wollten. Aus Gründen der Gerechtigkeit müssen wir die gegen unsere jüdischen Mitbürger geschleu­derten Angriffe zurückweisen. Herr Raab hat mit dem Rüstzeug vergangener Jahrhunderte gearbeitet. Auch dieKreuzzeitung" hat ja kürzlich erklärt, daß sich der antisemitische Passus des konserva­tiven Programms praktisch nicht mehr rechtfertigen lasse. (Hört! Hört! links.) Es wäre wünschens­wert, wenn die konservative Partei heute erklären würde, ob sie diesen Standpunkt ihres Haupt­organs ausdrücklich billigt. Ein Unterschied be­züglich der Konfessionen zwischen Juden und Christen darf nicht gemacht werden. Wir ver­langen, baß die militärische Tüchtigkeit für die

sich lediglich gegen die Gesuche von Offizieren, die im Gegensatz zu ihren Vorgesetzten hier einen parlamentarischen Druck ausüben wollen. Sonst find wir nur noch einen keinen Schritt davon entfernt, daß wir konservative, Centrumsoffiziere und liberale Offiziere haben. Ich tue an meinem Teil alles, um die Armee völlig aus dem Partei-

Damit schließt die Aussprache. Das Gehalt des Kriegsminister» wird bewilligt. Die Reso- lution der Volkspartei über die Grundsätze bei der Besetzung des OffizierkorpS wird gegen die »Linke abgelehnt.

$Lett8,taS 1 LVeiterberatung.

Schluß 7 Uhr.:

s vn-, sagte der Kriegsminister nach den vor- !. ...enden stenographischen Berichten folgendes: Der Abg. Erzberger ist dann auf die Fremden­legion zu sprechen gekommen. Auch wir wün­schen, daß nach dieser Richtung möglichste Auf­klärung eintrete. Die Voraussetzung dafür aber ist, daß uns vor allen Dingen auch die Presse unterstützt. Wir erleben es aber, daß die Frem­denlegion in einem Teil der Presse geradezu verherrlicht wird. Das muß öffentlich auf das schärfste gegeißelt werden."

In diesen Worten ist auch nicht die geringste

Verletzung der Waffenehre der Fremdenlegion « hängen./ Der Widerwille iin Hause war ganz zu erblicken. Es ist doch bekannt, daß der Ein- I allgemein. Herr Raab hat die Untergebenen tritt in die Fremdenlegion bei vielen Deutschen, I geradezu zum Diszipliubruch gegen jüdische Bor­speziell im Elsaß, als Folge von Desertation und ^setzte aufgefordert Wohin kommen wir, wenn tRorfofcutm Sa*.x w*. I Die konfessionelle Kluft noch ins Heer kommt?

Verletzung der Dienstpflicht erscheint. Das ist | Wir verlangen für die Abgeordneten das Recht, unS von Offizieren informieren zu lassen. Will der Kriegsminister jedes Gasthaus verbieten, dann muß et seinen Offizieren auch den Besuch des Reichstagsrestaurants untersagen und auch die Lo­kale verbieten, wo sich Konservative mit Sozial­demokraten verbrüdert haben. (Beifall bei den Soz.)

Kriegsminister v. Heeringen: Der Etat von 1911 weist ein Weniger von 4,9 Millionen gegenüber dem Etat für 1910 auf. Die Milirärver- wmtung war redlich bemüht, sich nach der Decke zu strecken. Der Erlaß für den Verkehr von

eine der freiheitlichsten Institutionen. Den Passu» des Bifsingschen Erlasses über die Immunität bei Abgeordneten bedauere auch ich. Der Kommandeur hat da» aber auch eingesehen und den Passus sofort redressiert. Durch vorgekommene Mißhand­lungen wird jeder Offizier schmerzlich berührt. Solche Fälle von Schinderei sind auf bas ent­schiedenste zu mißbilligen. Aber derartige Miß­handlungen gehen doch dauernd zurück .Wir haben weder katholische noch evangelische, noch jüdische, sondern deutsche Soldaten. Eine Vorbereitung, toü sie die sozialdemokratische Partei für unsere Re­kruten unS angedeihen läßt, für die danke ich. Wir begrüßen jede sachliche Kritik, weisen aber jede zersetzende Kritik wegen ihrer bösen Folge»

________ ... _______ __________ .. . ... . zurück. (Beifall rechts.)

und die besten Waffen. ' I , Sächsischer Generalmajor Frhr. v. Lalza em

Abg. Schöpflin (Soz.): Für die jüdische Bour- I llärt, daß der König von Sachsen über die Miß- geosie, die ihre Söhne gern Reserveoffiziere wer- I handlungsfälle im Oschatzer Ulanenregiment feüu den lassen möchte, haben wir feine Veranlassung, I größte Mißbilligung ausgesprochen hak< Das

/ uns besonders ins Zeug zu legen. Aber wir kon- I fahren schwebt noch.

| stotteren, daß hier Recht und. Gesetz, gebrochen | , Bayerischer Generalmajor Frhr. e. Geb sattel erklärt, daß der Borbereitungsunterricht der Je­suiten in Landau in der Pfalz an junge Leute er­teilt wird, die noch nicht Soldaten sind. Die Beteiligung der Armee beschränke sich auf die Lief»

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well, soviel er weiß. Jesuiten in Deutschland sich I Tit. 1 ausgeworfenen Betrag von 120 000 <*' nur vorübergehend aushalten. (Heiterkeit) I auf 200 000 «M. zu erhöhen zwecks ausreichender

Abg. v. Derben (Rp.) erklärt, daß es durch- " ~

aus falsch fei, den Juden die Fähigkeit zum Offi­zier abzusprechen. Der Redner spricht für bit Offizierswahl und die Ehrengerichte.

, Abg. Raab (wirtsch. Vgg.) antwortet nochmals auf bte Angriffe aus dem Hause.

Beförderung allein maßgebend ist. Die Juden verlangen ja auch keine Bevorzugung. Sie wollen nur mit dem gleichen Maße gemessen werden. Wir hielten es für nötig, auf die Ausführungen des . . Herrn Raab eine unbedingte feste und zuverlässige

einer Wetse die Oeffentlichkeif beschäftigten, bte I Antwort zu geben. (Beifall.) Der Redner wendet

nicht geeignet war, die Sympathien der gesit- I sich gegen die Angriffe der Sozialdemokratie aus

teten Welt zu erwecken. die Heeresverwaltung. Auch wir halten eine Er-

---- 1 Höhung der Mannschastslöhne für angebracht. Wir wollen die besten Soldaten, die besten Offiziere

getriebe herauszulassen. Ich brauche keine Mah­nung, keinen Unterschied nm des Glaubens willen in der Armee zu machen. Wieviel Lehrer sind in den letzten Jahren zu Offizieren befördert wor­den! Antisemitische Regungen sind ja hier uni da vorhanden. Ein Volksheer muß' .doch abfärbe» auf die Gesinnungen des Vcllkes. Antisemitisch« , - -

Offiziere und Unteroffiziere in schroffer Form ha» I gebührt und die mit Recht in den Kreisen der ben wir glücklicherweise nicht. Wollten wir «bei I Volksschullehrer bemängelte zu niedrige Seroers men^fo' Ä** & ^ung dieser Stellung in dem erwähnten Erlasse

Die Wa^ der Offiziere durch das OffizierkorpS ist | 8U beseitigen.

Ebenfalls zugunsten der Volksschullehrer ist folgender Antrag der fteikons. Frattion gestellt: Das Haus der Abgeordneten wolle beschließen: die Königliche Staatsregierung zu ersuchen, er­forderlichenfalls noch im Laufe dieser Session einen Nachtragsetat vorzulegen, durch den die Dispositionsfonds so verstärkt werden, daß eine Erhöhung der Ruhegehälter der vor dem 1. April 1908 in den Ruhestand getretenen Volksschul­lehrer und -Lehrerinnen sowie der Relikten­bezüge der Lehrerwitwen und -Waisen ermög­licht wird, die einer Notlage der Beteiligten und der Ungleichheit der früheren Lchrer- gehälter Rechnung trägt.

Ferner liegen zwei weitere Anträge vor:

Die Abg. Spinzig, Lüders und Dr. Wagner (Breslau) beantragen mit Unterstützung von Mitgliedern der freikonservativen Fraktion zur zweiten Beratung des Etats der Berg-, Hütten- und Salinenverwaltung: Das Haus der Abze- orbneten wolle beschließen: die Königliche

so tn Anspruch. Sie ließ in all ihrer jungen Mutter- sorglichkeit ihr Büblein nicht aus den Augen und behütete jeden Atemzug. Als er dann kräftiger wurde und von seiner gesunden Lunge oft ausgie­bigen Gebrauch machte, hätte sie ja mehr Zeit gehabt. Das meiste Interesse hatte der kleine Erdenbürger an feiner Amme, und Ruth wurde förmlich eifer­süchtig auf die dralle, gutmütige Person. Zum Schreiben aber kam sie noch immer nicht.

p Wohl setzte sie sich oft mit den besten Vorsätzen

Anfang April ward in dem stillen Landhaus an ben Schreibtisch, wenn Fräulej 1 Hebenstreit mit am Rhein ein Knablein geboren. Fräulein Heben- I unzufriedenem Gesicht um sie herumstrich. Sie fand streit war fast so selig wie die junge Mutter selbst, I aber die rechten Worte nicht es war so schwer, rn-r? « d°s winzige Menschenkindlein im Arme was sie zu sagen hatte. Auch wartete sie von Tag zu er... mfC^Ute "" leuchtenden Augen I Tag, daß sie Nachricht über die Einleitung der Schei- Evunder an. Und in all ihrer zärtlichen I düng bekam. Warum zögerte Hans Rochus so lange, Seligkeit stagte sie sich bang und verzagt, ob sie nicht I sich frei zu machen? Wollte er sich aus Rücksicht auf ~'nrC~t .getan habe, Hans Rochus die bevor- I sie nicht übereilen, damit es nicht aussah, als könne stehende^ ®eburt feines Kindes zu verschweigen. I et die Zeit nicht erwarten, von ihr loszukommen? Mirfte fie ihm die Nachricht länger vorenthalten? I Sie seufzte tief auf bei dem Gedanken. Es hieß Sie ^ng ernstlich mit sich zu Rate und wußte nicht, I doch nur die Qual verlängern.

""e si.e handeln sollte. I So saß ste wieder eines Tages im vergeblichen

Fraulein Hebenstteit hielt nicht mit ihrer Ansicht I Bemühen, die rechten Worte für Hans Rochus zu Es fei eine große Sünde, dem Herrn Grafen I finden. Mehrere Briefbogen hatte fie schon begonnen

die Geburt seines Sohnes zu verheimlichen. Ruth I und unzufrieden wieder zerrissen. Da brachte ihr

"W Gegeben. Der Later habe Fräülein Hebenstteit einen Bri .f herein der eben

doch ebensoviel Recht an dem Kinde wie die Mutter. I vom Postboten gebracht worden war Ruth er-

drückte ihr Kind an» Herz mit heiliger schrak. Der Brief trug ben S'-pel ihrer Vater-

° ~ . . , , _ , | stadt. Die Handschrift auf dem Kuvert war ihr

1 J.°n wissen, daß du lebst, mein fremb. Sie schloß einen Moment die Augen. Da»

« »ft.m Sie versprach Fraulein war ficket die erwartete Nachricht von der eingetek

f i^en Mann zu schreibe^ sobald sie teten Scheidung, die ihr von einem Rechtsanwalt

wohlauf roßte. Es vergingen aber Wochen, ehe fie 1 zugeschickt wurde.

da?» »am. Zuerst nahm da» kleine Menschenkind fie 1 . (Fortsetzung folgt)

,. , . . I Hilde besann sich nicht lange. Etwas Weiches,

k^^druck ver oten.) I (§utes erwachte in ihr, als sie erkannte, wie treu Der stille See. I sie von Wendling geliebt wurde. Ihr hochmütiges

Roman von H. Eourths-Mahler. ." L?stbewußtsein hatte fie verlassen in der letzten I Zeit. Wat Wendling auch keine so überaus < Fortsetzung.) I glänzende Partie wie Kracht, so brauchte fie doch

Hilde war mißgelaunter denn je, und ihre I nun an seiner Seite nicht darben an allem Schönen, Mutter übertraf sie noch darin. Es wollte sich kein I was das Leben bot. Und lieber als alle andern neuer Verehret zeigen. Kracht sollte, einem Gerücht« I hatte sie Wendling immer gehabt.

infolge, einer jungen Dame in seiner Nachbarschaft I Sie schrieb ihm eine zärtliche Zusage und sagte etfrtg den Hof machen. Er hatte jedenfalls die I ihm in dem Briefe, rote sehr |te sich heimlich nach Neigung zu Hilde Sontheim überwunden. Und bas I ihr.: gesehnt und gebangt hätte, und daß ste ohne beleidigte Hilde geradezu. Alle ihre ehemaligen I ihn nie glücklich geworden wäre. Wendling wat »ereürer rourben ihr im Herzen untreu, und neue I des Glückes voll. Er glaubte an Hilde und kannte fanden sich nicht ein. Das waten keine glänzenden I die Schattenseiten ihres Eharakters nicht.

Aussichten für die Zukunft. I So entstand ein zärtlicher und sehr reget Btief-

iTne9 Tages ein Brief von Wendling I wechsel zwischen ihnen. Kommen wollte et nicht,

ein. Hilde wat nach Empfang desselben wie ver- I bevor fie sich nicht verloben konnten. Es hätte nut wandelt. Wendling teilte ihr mit, daß sein Oheim unnützes Gerede gegeben.

ihm die nötigen Mittel zu einer standesgemäßen I Die Generalin bekam auch wieder bessere Laune .Verbindung bewilligte, und daß et einst bet I und trug den Kopf wieder stolzer und selbstbewußter, 'alleinige Erbe dieses Oheims sein würde. Ob ihn | Seit fie Hilde versorgt wußte für die Zukunst, fand sie sich mit der Enttäuschung ab, daß Kracht nicht ihr Schwiegersohn geworden. Niemand erfuhr von dem Einverständnis zwischen Wendling und Hilde auch Hans Rochus nicht. Ihn hätte es in seinem deprimierten Seelenzustand auch wenig interessiert. Was ging ihn Hilde an, was die ganze Welt! Et ging auf in dem einen, einzigen Gedanken an Ruth. Manchmal war ihm zumute, als könne es nicht möglich fein, daß fie für immer von ihm gegangen , - .. - , fti. Dann trieb es ihn, zu ihr zu eilen, ihr zu

ob Hilde ihn noch liebe und feine i sagen, wie lieb er sie hatte, und sie zu bitten zu B*- 1 ihm zurückzukehten. Wenn er tut heißen Bemühen