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Marburg

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Erstes Blatt

Frage, ob der Kaiser zu

Skichtersrbeinen des Kaisers set

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dem deutschen können glaubt, Frechheiten. Staatssekretär

Sie wünschte sehn- Ende sein möchte, Schmerz austoben

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DieKölnische offiziöse Notiz aus über die Romreise italienischen Presse Teil der deutschen Charakter an Die

der Presse und von verschiedenen unverantwort­lichen italienischen Politikern wurde sie in einer Weise behandelt, wie sie eigentlich nur gerecht­fertigt wäre, wenn man dem Kaiserbesuch mit

Zubiläumsfestlichkeiten nach Rom gehen wäre an sich durchaus diskutabel und ist schwierig gemacht worden durch die überaus geschickte Behandlung, die sie gefunden hat.

allen Mitteln Hintertreiben wollte. Die Frage, ob und in welcher Form Deutschland sich an den Ehrungen bei den geplanten italienischen Fest­lichkeiten beteiligen sollte, hätte man ruhig den beteiligten Regierungen überlasten sollen, an­statt durch unzeitgemäßes Eingreifen eine nach­gerade recht peinliche Lage zu schaffen.

Wundern, die sie uns offenbart, dann zu spät."

Ruth hatte sich zurückgelehnt, lichst, daß diese Unterhaltung zu damit sie in der Einsamkeit den

ihm DOT. Ich

den soll, nur un- 3n

Der heutigen Kummer liegt bei Kreislilatt Nr. 16.

Zeitung" bringt folgende Berlin: Die Erörterungen des Kaisers nehmen in der und leider auch in einem einen sehr bedauerlichen

halten so willst du es ich kann das nicht nehmen ohne weiteres."

Ruth sah mit bangen, unruhigen Augen zu hinüber. Sie richtete sich auf und beugte sich

Du mußt Hans Rochus du mußt.

Seite in dem glänzenden Buche der deutsch-ita- I lienischen Freundschaft." Kommt Kaiser Wil-. Helm nicht,so enthüllt das Ausbleiben plötzlich einen inneren Zustand der Dinge in Deutsch­land, von dem Europa sich nichts träumen laste." Wer einmal in Italien z. B. gewesen ist, weiß daß die Ausländer ihre Kenntnis des deutschen Landes ausschließlich aus demB. T." und der Frkf. Ztg." schöpfen. Es ist nicht verwunderlich, wenn ein Ausländer aus dieser Lektüre die Ansicht gewinnen, daß in Deutschland die schiimmsten Korruptionen herrschen, das Land infolge desschwarz-blauen Blockes" vor dem Bankerott stehe, die Regierung unfähig sei usw. Daß in Deutschland jedermann weiß, wie meilen­weit das Blatt von der Kenntnis und dem Emp­finden des deutschen Volkes entfernt ist, tut lei­der nichts zur Sache.

DasBerliner Tageblatt" Hat geglaubt, m>t seiner unablässigen und aufdringlichen Propa­ganda für einen Besuch des Kaisers in Rom den Italienern einen Dienst zu erweisen. Es hat aber auch in den von ihm herbeigeführten Un­terredungen mit italienischen Politikern immer wieder durchblicken lassen, daß das Unterbleiben eines Besuchs des Kaisers in Rom die Bezieh­ungen zwischen Deutschland und Italien emp­findlich stören könnte. Auch diese Auffassung ist falsch. Aus Rom wird berichtet, daß italienische Regierungskreise sich entschieden dagegen ver­wahren, daß die Frage der Romreise des Kaisers für die künftige Richtung der auswärtigen ita­lienischen Politik maßgebend sein und den Drei­bund gefährdet könnte.

Die Sorge um die Beziehungen der Drei­bundmächte wollen wir nicht dem Reklamebe- dürfnis des Berliner Tageblattes überlasten. Der Versuch, den Kaiser auf diesem Wege nach Rom zu zwingen, muß auch von uns als unver­schämt und taktlos zurückgewissen werden, es war kein Beweis politischer Reife und politischen Taktgefühls.

Volke nicht vorenthalten zu erlauben sich aber auch derbe So erklärt der frühere der Justiz Prof. Chimiketi das

lasten könnte, der ihr die Seele fast erdrückte.

Rach einer Weile fuhr Hans Rochus aus schmerz­lichem Sinnen empor und zwang sich zu einer sach­lichen Miene. Als wenn es sich um ein Geschäft handelte, so mußten sie ihre Verbindung lösen. Wi­ste geschlossen worden war, wurde sie auch getrennt.

Deinen Wunsch nach Befreiung kann ich ermesten. Was ich dabei empfinde, darf nicht in Betracht kom­men. Ich will dich nicht halten gegen deinen Willen. Du bist frei, sobald du es wünschest. Was du überRocys- berg sagst ich weiß nicht, wie ich mich dazu ver­halten. Zugeben, dein Vater hat mich übervor­teilt, wie soll man jetzt herausfinden, in welcher Weise. Ich soll Rochsberg als mein Eigentum be.

glutroten Strahlen durch die Bäume und tauchte den Himmel in glühend loderndes Licht. Born am Park unter den Bäumen lagerten schon die Schatten der beginnenden Dämmerung. Er starrte auf das herr­liche Schauspiel, ohne es zu sehen. Endlich wandte er sich um. Sein Gesicht war bleich und abgespannt, wie nach einem schweren Kampf. Er hielt es im Schatten und sah nach ihr hinüber, die vom Wider­schein der goldroten Glut beleuchtet war. Wie schön sie ihm erschien mit den bang und erwartungsvoll aufgeschlagenen Augen, mit den bebenden leise ge­öffneten Lippen. Er seufzte tief auf.

Du sollst mich auch dazu bereit finden, Ruth. Umsonst darfft du nicht an meine Ritterlichkeit appellieren," jagte er fest.

Sie erhob sich und reichte ihm die Hand.

Ich danke dir. Und nun gestatte, daß ich mich zurückziehe. Morgen vormittag möchte ich Rochsberg verlosten und ich habe noch allerlei zu ordnen. Wir scheiden in Frieden, Hans Rochus, nicht wahr'? Und wir wollen uns ein freundliches Ge­denken bewahren. Sobald ich einen festen Wohnsitz habe, erhältst du Nachricht von mir, damit wir brief­lich alles weitere ordnen können."

Es soll alles nach deinem Wunsche geschehen," sagte er rauh und preßte ihr: Hand an die Lippen.

Und verzeihe, daß ich eine Störung in Jeie Leben brachte werde glücklich!" sagte sie leise.

Er richtete sich empor und trat zurück von ihr.

Ich habe dir nichts zu verzeihen. Habe Dank ich werde nie vergesten, was du für mich getan."

Langsam ging sie hinaus. Wie ein schwarzer Schatten verschwand die Schleppe ihres Kleides.

Er fah ihr nach mit dumpfer Trauer und warf sich in einen Sessel, den Kopf in den Händen bergend.

Wie ein Lichtschein war sie durch sein Leben ge­glitten, ihm einen andern Begriff vom Lebe» bringend. Run war der Lichtschein erloschen.

(Fortsetzung folgt.)

46. Jahrg.

1911.

Unerbetene Berater.

Die Nachricht, daß das deutsche Kronprinzen­paar im April dem italienischen Königspaar in Rom einen offiziellen Besuch abstatten wird, wird in Italien zweifellos mit großer Freude ausgenommen werden. Die liebenswürdige Na­türlichkeit, die dem Kronprinzen soeben in In­dien so viele Freunde erworben hat, wird die Sympathien für das Deutschtum in Italien zweifellos stärken. Und in ganz besonderem Maße wird die ungewöhnliche Anmut der Kron­prinzessin die Herzen eines Volkes, das selbst soviel Grazie besitzt, wie das italienische, int Sturme gewinnen.

Diese, unsere feste Ueberzeugung kann auch dadurch nicht erschüttert werden, daß ein ttcklie- nischer Politiker gestern im Berliner Tageblatte- erklärt hat, der Kaiser müsse selbst nach Rom kommen, eine Vertretung durch den Kronprin­zen wäre dafür kein ausreichender Ersatz. Diese und ähnliche Aeußerungen italienischer Politi­ker, die dasTageblatt" durch seinen unermüd­lichen Ausfrager extrahiert hat, sind nicht nur in Deutschland, sondern auch in Italien als takt­los empfunden worden. Italienische Politiker von natürlichem Selbstgefühl haben den Ein­druck gehabt, daß derartige Bemühungen, mit Hebeln und Schrauben einen Kaiserbesuch in Rom herbeizuführen, dem Kaiser und dem ita­lienischen Volke gleich unangenehm sein müßten. Di angesehene ZeitungPopolo Romano" sagt, die Polemik über den Kaiserbesuch zeuge von haarsträubender politischer Taktlosigkeit. Die Vita" erklärt, es sei unwürdig, den Kaiser ge­wissermaßen als gute Reklamenummer nach Rom zu verlangen.

Die Italiener, deren Stimmen das Blatt

Deutsches Reich-

Bon der Kronprinzenreise. Kalkutta, 23. Febr. Der Kronprinz ist nach Bombay abge­reist. Er überreichte vor seiner Abreise dem Vizekönig, der ihn bis zur Station begleitete, das Bild des Kaisers und den Mitgliedern des Stabes des Vizekönigs Andenken und dem ersten Beamten des Vizeköniglichen Haushalts eine Medaille. Der Kronprinz drückte wiederholt sein Bedauern aus, daß er abreisen müsse. Berlin, 23. Febr. DieNordd. Allgem. Ztg." schreibt: Der Kronprinz wird sich nach seiner Rückkehr aus Indien einige Zeit in Aegypten aufhalten, um einen zu schroffen Klimawechsel zu vermeiden. An den Aufenthalt in Aegypten wird sich dann voraussichtlich ein Besuch des Kronprinzenpaares bei dem Kaiser und der Kaiserin auf der Insel Korfu anschließen. Im Laufe des April werden der Kronprinz und die Kronprinzessin einen offiziellen Besuch in Rom abstatten um dem König und der Königin von Italien die Glückwünsche des deutschen Kaiser­paares zur italienischen Nationalfeier darzu­bringen.

Der Antrag Mirbach soll zuriickaestellt werden, so liest man in derKreuzzeitung". Das ist in ge- wissem Sinne zu bedauern. Wenn man bei einer Be­ratung weiter nichts erreichte, jo war es das, daß die gewöhnliche Verhetzung, die mit der Steuerfrage getrieben wurde, wieder einmal öffentlich' reftgenagelt wurde. Selbst Leute wie Pros. Adolf Wagner, der gegen die letzte Fassung der Finnzreform in schärf­ster Weise aufgetreten ist, hat den Antrag mit unter­schrieben, offenbar, weil auch er der Steuerhetze kei­nen Gewinn für das deutsche Volk erblickt. Aber frei­lich, alles kommt hier, wie wir schon gestern sagten, auf daswie" an und je länger man sich den Antrag ansieht, desto bedenklicher wird man über die Aus­führung der Aufklärung. In parteipolitische Streitig­keiten kann sich und wird sich die Regierung nicht ver­wickeln lassen. Die Schwierigkei. einer objektiven Entstellung der durch die Reform wirklich verursachten Preissteigerung erscheint riesengroß und der Gewinn winzig klein. Ja es ist zu erwarten, daß die Gegen­sätze innerhalb der bürgerlichen Parteien dadurch noch vertieft werden. Dazu rar: der Antrag gut, zu zeigen, wie stark die Furcht vor der Wahrheit bei denen ist, die mit der Steuerhehe krebsen gehen. Die Ausfüh­rung bleibt bedenklich, davon muß man sich je länger je mehr überzeugen, so sehr man eine objektive auto­ritative Feststellung wünschen müßte. Die ehemaligen

Nichterscheinen des Kaisers alsunmöglich" und behauptet, das Deutsche Reich,das seinerzef als ein Bollwerk des freien Fortschritts der Kul­tur begrüßt wurde, erweise sich setzt schon als ein Gebilde aus Pappe". Deutschland sei als ein Land, das seine äußere Politik der inneren Po­litik unterordnet,auf böser- '->me."Das

appelliere an deine Ritterlichkeit. Soll mein Opfer umsonst gewesen sein? Ich habe mich nicht besonnen, deine Frau zu werden, weil ich es als Notwendig­keit empfand, dir dein Eigentum zurückzugeben. Du darfst dich nicht weigern, es anzunehmen. Wenn ich dir, so lange wir uns kennen, auch nur eine Spur von Achtung und Sympathie eingeflößt habe, so laß mich nicht vergeblich bitten. Nimm an, was ich dir biete im innigen Bestreben, meines Vaters Schuld zu sühnen. Es soll mir ein Zeichen fein, daß du mir und ihm großherzig verzeihst."

Sie sagte es in leibenlschaft kicher Erregung. Zum erftenmale sah et sie anders als ruhig und beherrscht. Und sie sah schön aus mit diesem belebten, erregten Ausdruck. Doppelt hart war es ihm, sie zu verlieren.

Er sprang auf und trat an das Fenster. Draußen war die Sonne im Untergeben. Sie warf die letzten,

lassen mußte, denn et konnte sie nicht zwingen, die Lüge" weiterzuleben. die sie gebemfitigt hatte.

Langsam, wie aus tiefem Sinnen heraus, sagte er:

Der heutige Tag bringt mit viel lleber- raschungen. Ich kann mich nicht fo schnell hinein­finden. Jedenfalls habe ich dir viel abzubitten, Ruth. Ich habe dich vollständig verkannt. Freilich du hast es mit auch sehr schwer gemacht, dich zu erkennen. Ich hielt dich lange Zeit für unbedeutend, indolent und seelenlos bis mir endlich die Augen aufgingen. Verzeihe, mir, wenn ich dich je gekränkt habe durch mein Verhalten."

Ich habe dir nichts zu verzeihen du warst stets ritterlich und voll Rücksicht auf mich. Und du wirst mit auch jetzt in dieser kritischen Lage deine Güte beweisen."

Indem ich dich ungehindert gehen lasse?" fragte er gepreßt.

Ja. Eine weitere Gemeinschaft zwischen uns ist unmöglich nach diesem."

Et sah vor sich hin.

Du hast mich nie geliebt und wirst mich niemals lieben lernen?

Sie fühlte, wie ihr das Blut ins Gesicht trieb. Deshalb erwiderte sie doppelt schroff:

Nein ich habe mir Mühe gegeben, dich lieben zu lernen, als ich dein Weib wurde. Aber die Liebe stirbt am Zwang."

Er sah sie trüb an.

Die Liebe stirbt am Zwang so sagtest du in einem deiner Büchet, in dem du unsere Geschichte schriebst. Dorahnend hast du das Ende erfaßt. Da der Grund, bet bich an mich gebunden, hinfällig wurde, lösest du dich von mir. Die Liebe stirbt am Zwang du hast recht. Sie muß von selber kommen, heimlich, auf leisen Sohlen. Und wenn wir die Augen auffchlagen, um sie zu erkennen, find wir ge­blendet von dem Hellen Licht, welches sie aussttahlt, und vermögen sie nicht gleich zu erfassen. Wit find blind und taub bis wir sie erkennen mit allen

(Rmbdrvck"'-ten.)

Der stille See.

Roman von H. Lourths-Mahlet.

(ftortfefeung.)

Hans Rochus begriff von dem allem nur das eine' sie wollte sich von ihm trennen, weil sie ihn nicht liebte, weil ihr das Leben an feiner Seite ein furcht­barer, verhaßter Zwang gewesen war, den sie ab- fchüttelte, sobald es in ihre Macht gegeben.

Diese Gewißheit -nmtte ihn mit heißem Schmerz. Ein Gefühl dumpfer üuol preßte sein Hetz zu­sammen Er machte sich Vorwürfe, daß et die Zeit, da sie ihm gehörte, nicht genügend ausgenutzt hatte, um ihre Liebe zu erringen. Run er erkannte, was sie ihm geworden, weil sie ihm fttll und fest ins Hetz gewachsen war, und daß er sie nicht hatten durfte, wenn sie nicht freiwillig blieb. Das Zusammenleben Cat ihm mußte ihr ein stetes, stilles Martyrium ge­wesen sein, weil sie ihn nicht liebte. Und auch er hotte sie nicht geliebt bis ihm vor kurzem die Augen über ihren Wert aufgegangen waten. Ach, wenn et sie doch halten dürste!

Die Erkenntnis, warum ste seine Frau geworden wat, stellte sie noch höher in seinen Augen. Aber es kam fein Bedenken für ihn so schwer es ihm wurde, er mußte ste freigeben, rückhaltlos und ohne Zögern. Sie durfte nicht einmal ahnen, welchen Schmerz sie ihm damit zufügte, denn ste wat eine von den Naturen, denen es quälend und furchtbar ist, jemand wehe tun zu müssen. Alles bas kam ihm so plötzlich so unerwartet mitten in eine große, heimliche , Hoffnung hinein. Et wat erfüllt gewesen von bem Bestreben, ihr näher zu kommen, ste fich zu gewinnen mit herzlichem Bemühen. Und ehe er dazu kam, ihr sein Denken und Fühlen ganz zu erschließen, sagte sie sich mit kalten Worten von ihm los.

Das empfand et wie einen harten Schicksalsschlag, fett ihn lähmte, den et wehrlos wer sich ergehen I

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Blockgenossen der Linken werden nun einmal, da sie mit ihrer sonstigen Politik keinen Start machen können, dies einfache Mittel der nach unserer An­sicht Fehler der anderen benutzen. Sie werden fich das Mittel nicht aus der Hand nehmen lassen durch eine in ihrer Ausführung recht zweifelhafte Dar­stellung, wie die Regierung ste nach dem Anttag Mirbach geben sollte. So wünschenswert die Auf­klärung ist, so groß find doch auch bei näherem Zu­sehen die Bedenken.

Aus dem Herrenhause. Das Herrenhaus nahm, nachdem einige Denkschriften durch Kennt­nisnahme für erledigt erklärt waren, in ein­maliger Schlußberatung den Gesetzentwurf zur Aenderung der Landgemeindeordnung für Han­nover an, ebenso den Entwurf über die Ver­legung der Landesgrenze gegen das Königreich Bayern. Dann wurden Petitionen verhandelt. Eine Petition des Reichsverbandes der Hut­detaillisten um staatliches Vorgehen gegen die auf Erzielung von Sonderrabatt gerichteten Bestrebungen der Beamten- und Lehrervereine wurde der Staatsregierung als Material über­wiesen. Da weiterer Beratungsstoff nicht vor­lag, vertagte sich das Haus auf unbestimmte Zeit und wird voraussichtlich erst dann wieder zu­sammenberufen werden, wenn fich übersehen läßt, wenn die Zweite Kammer mit der Etats­beratung fertig fein wird.

Der Verkauf des Tempelhofer Feldes. Die Budgetkommission des Reichstages trat in die Erörterung des Verkaufs des Tempelhofer Feldes ein. Der Kriegsminister legte auf Gründ der Rechtslage dar, daß er die staatsrechtliche Verantwortung dafür trage, daß die Genehmi­gung der gesetzgebenden Körperschaften zu den Ergebnissen des rechtlich unanfechtbaren Ver­tragsabschlusses erteilt werde. Der Staatssekre­tär des Reichsschahamts führte aus, es könne ein Zweifel darüber nicht vorhanden fein, daß der Reichstag dem gesamten Vorgehen seine Zustim­mung erteilen werde. Im übrigen stehe außer jedem Zweifel, daß der Gesetzgeber die privat­rechtliche Wirkung der von der Reichsverwal­tung abgeschlossenen Verträge nicht von einer nachträglichen Genehmigung des Reichstages habe abhängig machen wollen. Niemals habe von irgend einer Seite man es auffällig gefun­den, daß die alljährlich nachgewiesenen Veräuße­rungen ohne Genehmigung des Reichstages er­folgt waren. Folgende Resolution:Der Reichs­tag wolle beschließen, die Verbündeten Regie- runoen zu erhüben, dem Reicdstaae baldigst einen Gesetzentwurf über die Einnahmen und Ausgaben des Reiches und über den Rechnungs­hof vorzulegen", wurde einstimmig angenommen. Die Kommission stellte aber in ihrer Mehrheit (Konservative, Reichspartei, wirtschaftliche Ver-