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Marburg

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Erstes Blatt

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Briefkovf zeigte die Firma einer bedeutenden lagsanstalt.

Mechanisch las Hans Rochus den Inhalt

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46. Jahrg.

1911.

Briefes. Und dann weiteten sich seine Augen, er las noch einmal. Auch eiben zweiten und dritten Brief. Alle waren von derselben Firma an Herrn Hans Bolkmar gerichtet, und der Inhalt beha' delte Der- laaebetingungen über die Werke des Verfassers. Plötzlich hatte Hans Rochus den Sinn erfaßt. Er warf die Mappe mit den Briefen auf den Schreibtisch und sprang empor. War das möglich war das denkbar Ruth die stille, schweigsame Ruth, die er für gedankenarm und seelenlos gehalten hatte Ruth war Hans Volkmar. Sie hatteDer stille See" undDer Wille zur Liebe" geschrieben, sie war der feinsinnige, geistvolle Erzähler, der ihn so mächtig gefesselt hatte. Und sie selbst war der stille See das herbe, verschlossene Weib, welches stumm und ohne Klage mit feindlichen Mächten rang. Und er hatte es nicht verstanden, sie in ihrem ganzen Wert zu erkennen. Er schlug sich vor die Stirn. Nun

4000 Mann waren es. Dort wurden sie gestellt. Fester zog sich der Kreis um das befestigte Lager. Am 27. Februar 1900, dem Jahrestage von Majuba. ging Cronje hinüber zu Lord Roberts und unter­zeichnete die Uebergabe. Der britische Feldmarschall telegraphierte an die Königin:Amajuba ist ge­rächt!"

Cronje soll dabei gut verdient haben. So sagten die Gerüchte. Was wahr daran ist, wißen wir nicht. Als Geldverdiener ging er j denfalls später nach St. Louis zur Weltausstellung und mimte gestiefelt und gesporntBurenkrieg" vor dem Publikum in der großen Arena. Nun ist er zur großen Armee be­rufen. Unter dürren Akazien hinter einem Hügel, an dessen Fuße sein Wohnhaus steht, ist er neben dort schon ruhenden Familienmitgliedern gebettet worden. Denken wird man an den einstigen ruhm­vollen Kämpen nur mit bitteren Gefühlen. Er trug die Vierklaue zu Grabe so sagen die Buren.

wurde ihm manches klar. Ihr sonderbares Wesen, als er mit ihr über die Bücher sprach, ihr zurück­haltendes Urteil.

War er denn blind neben ihr hergegangen, daß er nicht begriff, welch ein wertvoller Mensch sie war, welch hoher Geist und welch tiefe Seele sich unter ihrem stillen Wesen barg?

Er ging unruhig auf und ab und konnte das Ueberraschende nicht fassen. Und plötzlich trieb es ihn hinaus. Er konnte hier nicht mehr untätig warten, bis sie kam, er mußte sie suchen, ihr ins Auge sehen und sie fragen:Weshalb wurdest du mein Weib, und warum hast du dir diese Maske vor­genommen, die mich tauschte unb mich verleitete, dich zu verkennen in schmählicher Weise."

Er stürmte davon aber ehe er das Zimmer verlassen hatte, trat Ruth ein. Eie sah voll und ernst in sein Erficht, und unter diesem klaren Blick errötete er wie ein Schuljunge, der Böses getan.

Ruth ich suchte dich hier ein Zufall lies mich diese Briefe finden."

Sie sah nach dem Schreibtisch und errötete, faßt« sich aber sofort. Es war ja so einerlei jetzt, ob « das wußte oder nicht.

Ruth du hast diese Bücher geschrieben?" fragte er gepreßt.

Ja - ich "

Und warum hast du mir das nie gesagt? Ruch ich stehe beschämt ror dir ich bin wie eht Xot neben dir hergegangen."

Sie bob die Hand. Eine stille Klarheit war t» ih.em Wesen und ihre Augen ruhten zum erste« Male lange und fest auf se'nem Gesicht.

(Fortsetzung folgt.)

der Hauptmann Biehl vom 3. Seebataillon, der nach Deutschland zurückreist, seinen Rückweg über Sibirien nimmt, was wohl kaum geschehen wäre, wenn die Pestgefahr so bedeutend wäre, wie aus vielen Berichten ersichtlich ist. Bekanntlich bleibt auch ein Transport, der nach Deutschland zurückkehren sollte, in Tsingtau zurück. Er hat, wie gemeldet, die Stärke von 350 Mann. Die beiden Offiziere, die gleichfalls in Ostasien zu­rückbleiben, sind, wie nunmehr feststeht, der Oberleutnant z. S. Eltester und Oberleutnant Behrens.

Der neueParseval" für die Heeresver­waltung. Es wurde gemeldet, daß die Heeres- waltung ein neues Luftschiff nach dem Typ Parseval" bestellt habe. Das neue Fahrzeug soll ebenso wie der bei der Zeppelin-Luftschiff- bau-Eesellschaft nunmehr" bestellteZeppelin" eine Eigengeschwindigkeit von 16 bis 17 Sekun­denmeter aufweisen und gleichzeitig einen Rauminhalt von rund 5700 Kubikmeter erhal­ten. Zwei Motore von je 160 PS. dienen zum Antrieb der beiden halbstarren Schrauben. Die Ablieferung desParseval"-Luftschiffes, das die BezeichnungP. 3" erhalten soll, dürste bereits im Frühjahr erfolgen, die Motore, die Hülle und sonstige Teile sind bereits in Bitterfeld einge­troffen. Bemerkt fei noch, daß ein bestimmter Termin für die Lieferung von der Heeresver­waltung nicht gesetzt wurde, während der neue Zeppelin" bis zum Oktober des Jahres geliefert werden soll. Das neue MilitärluftschiffM. 4" wird gegenwärtig montiert und soll seine Probefahrten in der nächsten Woche aufnehmen. Major Sperling, der die Ueberführung desM. 3" nach Straßburg leitete, ist wieder eingetrof­fen und wird die Werkstättenfahrten leiten.

Straßburger Agitation. Man schreibt uns: D.e Berfassungsreform für die Reichslande ist in der Sackgasse festgefahren, weil die Par­teien im Reichstage geradezu auf eine elsaß- lothringische Republik hingearbeitet haben; ein auf Lebenszeit gewählter, aber absetzbarer und vom Kaiser unabhängiger Statthalter ist kein Statthalter" mehr, auch kein Bundesfürst, son­dern eben ein Präsident. Run drehen aber die Demokraten den Spieß um, und die steisinnige StraßburgerBürgerzeitung" behauptet, die an sich glückliche Lösung der Berfassungsstage durch die Reichstagskommission finde nur deshalb keine Gnade vor den Augen der Regierung, weil Preußen die Reichslande annettieren wolle. Die süddeutschen Bundesstaaten sollten die Augen aufhalten und das verhindern? Sicherlich bedür­fen die Bundesstaaten nicht erst der steifinnigen Bürgerzeitung" zur Augenöffnung; sie wissen es schon längst, daß es die Demokratie ist, die immer wieder die deutschen Fürsten unter ein­ander zu verhetzen sucht, während Preußen wirk­lich nach Bismarcks Wort nurmoralische Er-

haftete er auf dem Schreibtisch. Nie hatte er hier eine Spur gesehen, daß sie dieses Möbel benutzte. Heute lag eine kleine schwarze Ledermappe darauf * wie vergessen. Sie hatte sicher nicht beabsichttgt, lange fortzubleiben, sonst wäre diese Mappe nicht liegen geblieben. >

Er streckte gedankenverloren die Hand danach aus und öffnete sie. Dabei entglitt sie seiner Hand, und einige Briefe fielen heraus. Geschäfisbriefe schein­bar, denn sie waren mit der Schreibmaschine geschrie­ben und hatten eine Firma aufgedruckt. Er hob sie auf, um sie wieder in die Mappe zu steck n. Dabei blätterte ein Brief auseinander, und als ihn Hans Rochus zusammenfalten wollte, las er absichtslos einen Namen.Herrn Hans Volkmar."

Er stutzte und blickte erstaunt d rauf niedek. Der

Der stille See.

Roman von H. Eontths-Mahler.

(Fotttedmig.)

Hans Rochus kam erst spät aus der Stadt zurück Peter Ravenport hatte zwar als vorsichtiger Mann auch im Falle seines Todes all.s weife eingerichtet. Es gab aber doch allerhand zu erledigen, und Hans Rochus unterzog sich der Mühe ohne Murren.

Ruth ließ sich entschuldigen. Sie fei noch zu müde und wolle gleich liegen bleiben, ließ sie ihm sagen. So saß er allein in dem großen Speisezimmer und fühlte sich schrecklich einsam und unbehaglich. Am liebsten wäre er hinaufgegangen zu Ruth und hätte sich still an ihr Lager gesetzt. Aber er fühlte, daß sie Ruhe brauchte. Irgend etwas mußte sie bei dem plötzlichen Tode ihres Vaters furchtbar erschüttert haben.

' So ging er auch zeitig zu Bett. Am nächsten Vormittag fuhr Ruth mit Hans Rochus zur Be­erdigung. Gleich nachdem diese vorüber war, kehtte sie nach Rochsberg zurück, während Hans Rochus zu- rückblieb, um noch allerlei zu erledigen.

Peter Ravenpott hatte feinen langjährigen Ge­schäftsleiter zu feinem Nachfolger bestimmt. Sein Nachlaß war in musterhafter Ordnung und Ruth seine alleinige Erbin.

Bis zum späten Abend arbeitete Hans Rochus mit dem Geschäftsleiter. Dann fuhr er nach Hause zurück. Ruth war wieder zur Ruhe gegangen.

Am nächsten Morgen mußte er nochmals in die Stadt, und da Ruth noch nicht sichtbar war, ließ et ihr sagen, daß er wahrscheinlich vor Abend nicht zu- rückkor.rmen würde, ist hoffe aber, heute mit allem fertict xu werbe«.

Deutsches Neich-

Ein Antrag über die Reichsfinanzreform. Graf v. Mirbach-Sorqmtten hat im Herrenhause den Antrag gestellt, die Königliche Staatsregie­rung zu ersuchen, in geeigneten, insbesondere kleineren Organen eine offizielle, gemeinver­ständliche Darstellung des Inhaltes der Reichs­finanzreform von 1909 zu geben, sowie der durch die Steuersätze bedingten Preiserhöhungen im Gebiete der Konsumsteuern. Der Antrag wird wie folgt begründet: Obwohl der reelle Handel hinsichtlich der von der Reichsfinanzreform von 1909 betroffenen Waren zweifellos nur die durch die Steuersätze bedingten Preiserhöhungen, zu­züglich eines berechtigten geringen Zuschlages für erhöhte Geldanlagen beim Einkäufe, hat ein­treten lassen, so bestehen im Gegensätze dazu doch noch lebhafte und berechtigte Klagen darüber, daß vielfach auch ganz unberechtigte Preiszu-. schlüge gefordert werden. Wenn im Gegensätze zu dieser Tatsuche früher angenommen worven ist, die Konkurrenz würde Abhilfe schaffen, so ist diese Erwartung leider nicht in Erfüllung ge­gangen. Es darf ferner nicht übersehen werden, daß das Publikum nicht selten auch über den Um­fang der von der Reichsfinanzreform betroffenen Waren getäuscht wird. Eine gemeinverständ­liche Aufklärung seitens der staatlichen Organe liegt im berechtigten Interesse, sowohl des Pu­blikums wie der Königlichen Staatsregierung.

Pestferumimpfung von Mannsi^aften des Ostafiatischen' Detachements. Wie derInf." mitgeteilt wird, sind die Mannschaften des Ost­asiatischen Detachements, die in Peking und Tientsin garnisonieren, gleich nach dem Aus­bruch der Pest in China mit Pestserum geimpft worden. In Peking befinden fich 125, in Tientsin 25 Mann des Detachements. Im übrigen scheint die Pest in Ostasien nicht In dem Maße unter Europäern gefürchtet zu sein, wie man den Zeitungsmeldungen entsprechend anneymen müßte. Als Beweis dafür darf wohl gelten, daß

Marburg und Umgegend.

(Nachdruck aller Driginalarhtel ist gemäß 8 18 bei Urheberrechts nur mit der deutlichen Quellenangabe

Oberhofs. Ztg." gestattet.)

Marburg, 22. Febr.

* Taubstummen-Anstalt. Zu unserer Notiz über die event. Verlegung der Taubstummen- ; Anstalt in Homberg wird uns mitgeteilt, daß , unabhängig von unserer Anregung, die, wie wir betonen wollen, nicht von hier stammt, be- reits früher bei der Stadtverwaltung durch . einen hiesigen Herrn Schritte getan find, die wie wir hören, auf fruchtbaren Boden gefallen find. Hoffentlich wird die Angelegenheit mit größter Beschleunigung weiter behandelt. Sowohl die Stadt wie auch unsere Universität dürfte dabei außerordentlich interessiert sein. Die Anstalt könnte ein Ersatz für die uns weggenommene Versuchsstation bieten. Fast sämtliche Universi­tätsstädte haben bereits derartige Anstalten. Die Gelegenheit ist günstig, d en Unterrichts- Die Gelegenheit ist günstig, den llnterrichts- für Marburg, die Landesuniverfität für Hessen- Nassau, etwas geschehen muß. Beim Herrenhaus liegt auch ein Gesetzentwurf vor, den Schulzwang für Taubstumme und den gleichzuachtenden Schwerhörigen einzuführen, sodaß der Taub­stummenunterricht dadurch eine wesentliche Er­weiterung erfährt. Dagegen läßt sich kaum etwas anführen, da es ja von der Stadt keine Opfer erfordert, die nicht im Verhältnis zu dem zu erwartenden Nutzen ständen. Es mutz für uns wichtig sein, zumal bei der drohenden Konkur- ren von Frankfurt unsere Universitätsinstitute auch mit solchen Anstalten zu umgeben, die für das Studium (Theologen, Sprachforscher und Mediziner) von Wichtigkeit sind. Also dürfte nicht nur der materielle Vorteil des Verkehrs

oberungen" in Süddeutschland erstrebt. Der Reichskanzler hat in seiner Einführungsrede zum Verfasfungsentwurf für Elsaß-Lothringen offen und sicherlich im Sinne aller Bundes- taaten erklärt, datz es einst vielleicht dar Beste gewesen wäre, die Reichslande einfach vor Preutzen übernehmen zu lassen. Jetzt ginge das aber auf keinen Fall. Ganz unsere Meinung und daher auch immer wieder unserceterum cenfeo": Aufteilung unter alle drei Nachbar­staaten? Solange das nicht geschieht, bleiben Stratzburg und Metz Herde einer Agitation, die eines schönen Tages für den Bestand des Reiches gefährlich werden kann, viel gefährlicher noch, als das jetzige Gebelfer der StrahburgerBür­gerzeitung". Nicht die Alten von 1871, sondern die französierten jungen Leute sind die schlimm- ; sten. Und die kommende Generation wird noch ärger das sind die freiwilligen Spione und Par­teigänger der Franzosen für einen Zukunfts­krieg. ______

(Nachdruck --'Den.)

mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

und den Beilagen:Nach Feierabend",Fürs Haus" undLandwittschastllche Berlage

So mußte Ruth ihre Beichte wieder verschieben. Sie war im Gründe froh über den Aufschub. Sie wollte Abschied nehmen von ihrem reizenden Winkel­chen im Park. Morgen würde sie vielleicht Rochs­berg schon verlassen für immer.

Während sie sttll und in sich versunken auf der kleinen Veranda saß, war ihr Mann nach Hause zu­rückgekehrt. Er war ftüher fertig geworden, als er gedacht, und war voll unruhiger Sehnsucht nach Hause gefahren.

Er fragte die Dienerschaft nach feinet Frau. Man hatte sie nicht fortgehen sehen und glaubte sie in ihren Zimmern.

Hans Rochus ging, nachdem et fich umgezogen hatte, in Ruths kleinen Salon, wo er sie zu finden hoffte.

Vergeblich ging er durch ihre Zimmer. Schließ­lich kam er wieder in den kleinen Salon zurück und setzte fich vor Ruths Schreibttsch ans Fenster. Er glaubte, Ruth würde bald zurückkehren. Vielleicht hatt: sie nur einen kurzen Spaziergang unternommen.

Er ließ den Blick suchend hinausschweifen, ohne sie zu entdecken. Dann spann ihn der stille Friede des reizenden Raumes ein.

Träumerisch ließ er seinen Blick von einem Möbel zum andern schweifen. Dott stand der Flügel, dem sie an jenem Sommerabend so wundersame Töne ent­lockt hatte. Seit jener Stunde war etwas Großes, Schönes in ihm aufgewacht, für das er erst keinen Namen finden konnte. Nie hätte er geglaubt, daß er solche Sehnsucht nach der stillen Frau mit dem spontanen Erröten empfinden konnte. Dieses Er­röten was alles hätte es ihm wohl verraten können, wenn er fich eher die Mühe genommen, es zu beachten. War es doch das einzige, was fie ttotz | ihres starken Willens nicht hatte unterdrücken können. * Er ließ den Blick weiter gleiten, und schließlich

Piet Aonje.

(Von einem alten Asttkaner.)

Dom Piet so nannten wir den alten Buren- zeneral war ein richtiger altertümlicher Bur Zwar trug er nicht die Latzhose, welche der Präsident Krüger als allein anständig ansah, aber et ließ den Bart wild wachsen, bas Haar schnitt er kurz über kern fettigen Rockkragen ab. Wasser war für ihn eigentlich nut zum Trinken unb Kochen da. Aber hie grauen Augen des Alten verrieten denSchelm" und einen hohen Erad von Tatkraft. Dom Piet wat reich sonst hätte er es in bet Republik nicht zumvecht generaal" gebracht unb an Auszeichnungen hatte es ihm schon anno 1881 nicht gefehlt, als er feine Scharen am Amajuba gegen btc englischen Stellungen führte.

Im Iahte 1896, als bet Doktor Iameson (einen Einfall nach Transvaal versuchte, wat es Cronje. der den Ruhm für sich in Anspruch nehmen konnte, em Dootnkap die 600rooibaatjes" gefangen ge- no: men zu haben. Dieser Zug ist viel übertrieben worden. Daß etwas im Gange war, wußten wir längst, ober boch bie iransvaalschen Behörden. Unfete scharfsichtigen Zöllner hatten in kapschen Eisenbahn­wagen sogar zwischen doppelten Böden ein Maschinengewehr entdeckt, welches für das Reform- komiiee nach Johannesburg bestimmt war. Trotz­dem überraschten uns die reitenden Boten der Feld- lornets, welche den Befehl brachtenop te zaddelen en te ty, roant de Engelsman tont" eufzusatteln unb zu reiten, denn der Engländer kommt. In wenigen Stunden waren die Kommandos beisammen. Und es war hohe Zeit. Dom Piet stand im dicken Wintermantel es wat Hochsommer mit dem Sjambok in der Hand gerade in den Schützenlinien, als eine Patrouille den Feind 600 Mann meldete, bet sich mit ben Johannesburgett vereinigen sollte. Der Ausgang bc5 Kampfes ist bekannt. Dr. Iameson wie die Johannesburger Forttchrittsleute entgingen dem Strange nur, weil Dom Paul sich für fie ins Zeug legte.

Cronje genoß so vollstes Vertrauen, als der große Krieg ausbrach. Belmont, Eraspan waten die ersten Gefechte. Halbe taktische Niederlagen, wir zogen uns in der Richtung auf Kimberley zurück. Bei Modertiviet wurde Halt gemacht. Lord Methuen berannte vergeblich die schwach besetzte Stellung. Das war Ende November 1899. Am 11. Dezember war die Schlacht bei Magersfontain. Bor uns lagen Drahtverhaue und hinter uns mit Schützengräben be­festigte Höhen. Die besten britischen Truppen rannten uns entgegen. Der Angriff war schneidig. Unsere vordersten Reihen wankten, die Hindernisse waten schon in Feindeshand. Da ertönen Horn- fignale. Anderswo wurden fie aufgenommen. Die Bataillone fluten zurück. Unb nun hält das rasende Schützenfeuet der Buren entsetzliche Ernte. In wilder Flucht eilen die Braven zurück an Ver­folgung dachte wieder niemand, oder vielmehr, Cronje untersagte sie. Der Sieg blieb ungenützt.

French drängte nun vor, umging unsere linke Flanke und entsetzte Kimberley. Die Buten flohen nach Osten. Am Paatdeberg sammelten fie sich, über

DieObethefstsche Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- «nh Simrtaae __Der Bezugspreis betragt vierteljährlich durch

jteS'Äen 2.25°« (ohne Bestellgeld) bei unseren 3etungs teüen , Eroedition (Markt 21), 2.00 M frei ins Haus. (Für unver- lanat iuaelanbte Manuskripte übernimmt die Redaktton tetnerjet Bc-'antwörtung.) Druck der Univ.-Buchdtucketei I. A. Koch, (Inh.. ^ Dr. Hitzeroth.) Markt 21, Telephon 55.____________

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Marburg

Donnerstag, 23. Februar U fcS* ÄVÄÄ'IZÄ; mttgeteUt werden soll, wird eine Gebühr von 10 -3 erhoben