Ausland.
** Portugal. Die portugiesische Gesandtschaft in Paris erhielt von dem portugiesischen Minister del Aeuheren Machado eine Depesche, in der es u. o heißt: Die portugiesische Regierung habe an Deutschland und Oesterreich-Ungarn das Ersuchen gerichtet, die gegenwärtig in Portugiesisch-Afrika wirkenden deutschen und österreichisch e Missionare durch pari» giefische Priester ersetzen zu dürfen. Alle Kongregationsgüter, welche von rechtswegen Ausländern gehören, werden diesen zurückerstattet werden.
Marburg und Umgegend.
(Rachdrucl aller Ortgtnalarttkel ist gemäß § 18 bei Urheberrechts nur mit der deutlichen Quellenangabe .LLerhest. Ltg." gestattet.»
Marburg, 14. Febr.
* Reusprachliche Borträge. Einen würdigen Abschluß fanden die diessemestrigen Veranstaltungen der neusprachlichen Abteilung der Marburger Freien Studentenschaft am Freitag, den 10. Februar. 3 Damen und 5 Herren amerikanischer Nation hatten es übernommen E d - ward Bulwer's Drama: „The Lady of Lyons" mit verteilten Rollen zu lesen. Zuvor jedoch spendete Herr Prof. Dr. Victor in liebenswürdiger Weise einige Worte über den Dichter, der bei uns unter dem Namen Bulwer bekannt ist, in England kurzweg Lytton genannt wird, in Wirklichkeit aber den ziemlich schwer zu behaltenden Namen „Sir Edward George Earl Lytton Bulwer" trägt: er nannte seine Hauptromane „Die letzten Tage von Tt-"***'-'" ■ “ und „Rienzi" und ging dann zur „Lady of Lyons" über, das i. I. 1838 entstanden ist. Er bedauerte sehr für die anwesenden Damen, daß sie sich nicht an den glänzenden Uniformen der Offiziere und an den schönen Toiletten der Damen, auf deren Prunk Bulwer für die Aufführung gerechnet hatte, erfreuen könnten, daß hier nicht nach Art von Schauspielen agiert, sondern bloß gelesen werden sollte. Unter der Regie von Herrn Prof. Engel, M. A. Kansas University, wurde das Stück recht flott und hübsch gelesen; einzelne wegen der Kürze der Zeit gestrichene Partien erklärte Mr. Perdelwitz, M. A., in kurzen Worten, lleber den Inhalt des Dramas haben wir schon berichtet. Die einzelnen Teilnehmer können wir hier aus Mangel an Raum nicht aufführen. Großen Beifall spendete das dankbare Publikum den Bemühungen fremden Damen und Herren. Wenn wir diesen Abend erlebt haben, so regt sich in uns der Wunsch, öfter eine solche Gelegenheit zu haben, und wir dürfen wohl den Veranstaltern die Hoffnung aussprechen, daß uns die nächsten Semester Aehnliches bringen mögen. Zum Schluß richtete der Vorsitzende der Neusprochlicken Abteilung einige Dankesworte an die Vorlesenden, an Herr Prof. ViStor für die liebenswürdige Einleitung und an das erschienene Publikum für ihr treues Erscheinen während der ganzen Borträge, und knüpfte daran die Hoffnungen, daß Vorträge, die vielleicht in den nächsten Semestern' veranstaltet würden, einen recht zahlreichen Besuch aufzuweisen haben mögen. Dies ist auch unser Wunsch.
* Eine zweite Eisernte, wie wir sie in diesem Winter haben, ist ein« seltene Erscheinung. 3« den Vorjahren waren die Interessenten meist
Ärljeflifdje Miinti
mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
und den Beilagen: „Nach Feierabend", „Fürs Haus" und „Landwirtschaftliche Beilage.
Jli 39
Die „Lberhesfische Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme Der Sonn- und Feiertage — Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich durch ote Psb bezogen 2.25 M. lohn« Bestellgeld), bei unseren Zei,„ngsstellen uno 6t: Expedition (Markt 21), 2.00 M. frei ins Haus. (Für unverlangt zugesandte Manuskripte übernimmt dre Redaktron keinerlei Verantwortung.) Druck der llniv.-Buchdruckerei 3- A. Koch, Uni).:
Dr Hitzeroth.) Markt 21, — Telephon 55.
Marburg
Mittwoch, 15. Februar
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46. Jchrg.
1911.
Erstes Blatt.
Der heutigen Nummer liegt bei Kreisblatt Nr. 13.
Der kanadisch - amerikanische _ * (Aelienieitiakeitsvertraa.
Seit den Elanztagen Chamberlains ist die Frage der Durchführbarkeit wirtschaftlicher Einigung des großbritischen Reiches auf imperialistischer Grundlage oft genug der Gegenstand oberflächlicher wie auch tiefgründiger Untersuchungen und Erörterungen gewesen. Ebenso war diese Einigung ein Schreckgespenst im besonderen für bett deutschen Reichsbürger. Nach ihrer Durchführung werde die deutsche Zndustrie übet See keine Absatzgebiete mehr finden, und die Folgen davon ließen sich gar nicht ausmalen. In England dachte man ähnlich, und ganz ernsthafte Politiker haben dort erklärt: der Augenblick der Durchführung der Tarifreform für Großbritannien und seine Kolonien werde ein solcher der Kriegsgefahr sein, d.nn man könne wohl annehmen, daß das deutsche Reich allen erdenklichen Widerstand zu leisten versuchen werde. Heute dürfte man drüben wie hüben wesentlich kühler und wesentlich skeptischer denken, und zwar ebensowohl über die Durchführbarkeit der Tarifreform, wie über ihre Wirkungen auf die deutsche Ausfuhr. Wir sehen tatsächlich der Wahrscheinlichkeit mit Ruhe entgegen, daß über kurz oder lang sich der imperialistische Schutzzo.gebaute im britischen Weltreiche durchsetzt, von da an bi- zur praktischen Durchführung wäre noch viel Wasser die Themse hinunter- gelaufen, selbst wenn alle britischen Kolonien ohne Rückhalt das mögliche getan hätten, um mit dem Mutterlands zusammen b:e große und außerordentlich komplizierte Aufgabe in der Praxis z« lösen. Wie groß der Widerstand in Großbritannien selber ist, geht ohne weiteres daraus hervor, daß trott der vielfachen Neuwahlen der letzten Jahre eine Mehrheit für Tarifreform noch nicht zustande gekommen ist, ja daß selbst, als die unionistische Partei am Ruder war, sie die Tarifreform nicht zu vertreten «ugte. Ihr Führer Balfour hat sich bald dafür, bald dagegen ausgesprochen und ist jetzt weiter denn je entf rnt, den Eedat. n energisch zu vertreten, trotzdem hoffen die Chamberlainisten immer und führen von ihrem Standpunkte auch sehr gute Argumente ins Feld. Sie glauben, daß ihre Zeit einmal kommen muß. Da bedeutet nun freilich der Abscyluß des kanadisch-amerikanischen Geoenseitigkeitsvertraqes einen bösen Schlag für die Hoffnungen. Unerwartet ist er nicht gekommen. Die Verhandlungen schweben schon lange, und die kanadische Regierung ließ keinen Zweifel darüber, daß sie volle Freiheit im Abschlüsse von Handelsverträgen für sich beanspruche. Die Unionisten haben auch Recht, wenn sie meinen, es sei möglich gewesen, durch Vorzugszölle Kanada von dem amerikanischen Eegenseitigkeitsvertrage zurückzuhalten. Der kanadische Premierminister, Bit Wilfried Saurier, hat oft genug gesagt, Kanada würde sehr gern mit Großbritannien wirtschaftliche Verträge abschließen, aber es beanspruche habet eine Behandlung, welche ihm entsprechenden Vorteil brächte. Das scheiterte aber an dem Freihandels- dogma der großbritannischen Regierung. Nun ist das Unglück geschehen und es läßt sich auch vom ganz
Die Meininger in Marburg.
Zweites Symphoniekonzert.
Wenn es am Ende des Berichtes über den Ersten Orchesterabend heißt, dieses Konzert habe verheißungsvolle Ausblicke auf die beiden folgenden Veranstaltungen eröffnet, so bezieht sich dieses Urteil ebenso sehr auf die Programmauswahl — und nicht bloß auf die Leistungen der Hofkapelle. Freilich, wenn ein Orchester einen Durchschnitt seines ganzen künstlerischen Könnens geben und sich demnach als möglichst vielseitig geschult bewähren soll, darf man keine zu großen Ansprüche auf Einheitlichkeit der Vor- tragsfolge geltend machen. Immerhin ist eine Grundtendenz für jeden der beiden Symphonieabende festzustellen. Der erste sollte der sog. „modernen Musik zugute kommen (wobei freilich nicht einzusehen ist, warum man nicht lieber an Stelle des Nichtsymphonikers Wagner einen wirklich modernen und zeitgemäßen Tonloser gebracht hat, etwa Max Regers op. 100 („Variationen über ein lustiges Thema von Hiller") oder op. 108 („Symphonischer Prolog zu einer Tragödie"!); der zweite Abend aber war der klastischen Kunst gewidmet und Johannes Brahms mit Recht der Zahl der unbestreitbaren nicht mehr in Zweifel zu ziehenden Klassiker eingereiht.
Eine wundervolle Wiedergabe erfuhr zu- »schst unter Herrn Konzertmeister Treichlers Leitung die O-Dur-Symphonie von Franz Schu-
parteilosen Standpunkte aus nicht leugnen, daß der wirtschaftliche Zusammenschluß Kanadas und der Vereinigten Staaten für Großbritannien weder wirtschaftlich, noch politisch ohne Bedeutung ist. Und sehr möglichweise wird es zu seinen mittelbaren Folgen gehören, daß Großbritannien noch mehr in Abhängigkeit seiner Politik von den Vereinigten Staaten gerät, als es bisher der Fall war.
Politische Umschau.
Eine Rede des Prinzen Heinrich.
Bei dem Kommers der ehemaligen Prinz- Heinrich-Füsiliere hielt Prinz Heinrich folgende bemerkenswerte Ansprache:
Liebe Kameraden! Ich freue mich von Herzen darüber, daß Sie Zeit und Kosten nicht gescheut, und meiner Anregung zu dem heutigen Abend und zu einem Beisammensein beim Glase Bier Folge geleistet haben. Es ist mir dies um so erfreulicher, als wir in einer überaus ernsten und schweren politischen Zeit leben. Trotz eines 40jährigen Friedens erfreut sich das Deutsche Reich nach außen unverändert seiner von allen Seiten geachteten Machtstellung. Sieht man so keinen Anlaß, um den äußeren Feind, die Neider Deutschlands in aller Welt zu fürchten, so haben wir alle Veranlastung, um so wachsamer zu sein und als alte und junge Soldaten zu unserem Kaiser und allerhöchsten Kriegsherrn zu stehen und sich um ihn zu scharen im Kampfe gegen den immer drohender werdenden inneren Feind. Wir sind weit entfernt, irgend jemandem seine politische Meinung wie deren Betätigung auf gesetzlichem Wege zu verargen. Wo aber der Boden des Gesetzes verkksten wird, da hat ein jeder von uns die Pflicht, die Obrigkeit zu unterstützen und dafür zu sorgen, daß Recht und Ordnung nicht verletzt werden. Es wird sich, wie wir alle wisten, im kommenden Jahre in nicht zu fer^r Zeit Gelegenheit bieten, königstreue und s, ttserhaltende Gesinnung bei aller sonstigen Verschiedenheit der Meinungen zu beweisen: Die festeste Stütze des Staates ist und bleibt die Armee unter ihrem allerhöchsten Kriegsherrn. Ihm gelte unser erstes Hoch. Se. Majestät der Kaiser Hurra!
Diese Rede wird in allen königstreuen Kreisen gewiß ein lautes Echo wecken. Die „Franks. Ztg." aber meint: „Mir der „Gelegenheit" sind doch wohl die Wahlen gemeint. Also eine Wahlrede, man darf aber wohl fragen, ob das zu den Aufgaben preußischer Prinzen gehört? Prinz Heinrich hat schon einmal mit einer politischen Rede keine guten Erfahrungen gemacht. Es ist auch nicht bekannt geworden, daß der „innere Feind" beabsichtige, den Boden des Gesetzes zu verlassen." — Damit den lieben Genossen nur kein Leides geschehe!
Deutsches Reich.
— Die Bedingungen der Heeresverwaltung für das neue Zeppelin-Luftschiff. Die Heeres-
, Verwaltung hat in dem mit der Zeppelin-Luft- I schiffbau-Eesellschaft abgeschlossenen Vertrage über Lieferung eines neuen Zeppelin-Luftschiffes ganz bestimmte Bedingungen gestellt. In erster Linie wird eine größere Eigengeschwindigkeit für das zu erbauende Luftschiff verlangt. Sie soll ebenso wie die des „M 3" 16—17 Sekundenmeter betragen, mithin vielbedeutender sein als die des „Z 1". Hinsichtlich des Rauminhalts des neuen Luftschiffes ist eine bestimmte Anzahl von Kubikmetern nicht vorgeschrieben worden, es ist nur gewünscht worden, daß das Luftfahrzeug eine möglichst geringe Größe erhält, soweit dies sich mit dem Prinzip des starren Systems verträgt. Um einen Maßstab zu geben, ist die Länge des Luftschiffes auf 132 Meter bemessen worden. Ferner ist vereinbart worden, daß der neue „Zeppelin", der die Bezeichnung „Z 2“ führen soll, bis zum Oktober geliefert werden soll. Der gegenwärtig nur noch im Besitz der Heeresverwaltung befindliche „Z 1", der in Metz stationiert ist, besitzt eine Länge von 136 Metern und einen Rauminhalt von 12 000 Kubikmetern. Der neue „Z 2" würde demnach annähernd ebenso lang werden. Bedeutend kleiner sind die Schiffe des Parsevaltyps, die 60—70 Meter Länge aufweisen, während die Militärluftschiffe Längenabmessungen zeigen, die etwas bedeutender sind. Abgesehen von dem Versuchsluftschiff, das nut 42 Meter lang ist, haben „M 1“ und „M 2“ gleiche Abmessungen (74 Meter Länge). 83 Meter lang ist „M 3", während „M 4" 9G Meter Länge aufweisen soll. Dieses Luftschiff beginnt demnächst seine Werkstättenfahrten. Als sein Standort ist für später Königsberg vorgesehen. Im übrigen ist es möglich, daß die Heeresverwaltung im Laufe dieses Frühjahrs eine Neueinteilung der Luftschiffe bezüglich ihrer Standorte vornimmt.
— Preßprozeß. Berlin, 13. Febr. Der Redakteur der „Wahrheit", Weber, wurde wegen des Artikels „Harden und seine Freunde moralisch geohrfeigt", auf Grund dessen der Verleger des „Hann. Kuriers", Dr. Jänicke, eine Beleidigungsklage gegen ihn erhoben hatte, vom Schöffengericht zu 900 <M. Geldstrafe verurteilt.
— Kiautschou und die Pest. Berlin, 13. Febr. Nach den letzten amtlichen Meldungen des Gouverneurs von Kiautschou aus Tsingtau ist das Schutzgebiet pestfrei. Aus Tschifu waren nach Tsingtau 200 und aus der Provinz Schantung 250 Todesfälle gemeldet. Die letzte Angabe stammt von in dem Innern der Provinz lebenden Europäern. Die miliiärcsche Abgrenzung des Stadtgebietes und die lleberwachung der Schutzgebietsgrenze seitens der chinesischen Landbevölkerung unter der Leitung des deutschen Bezirksamtes hatte die erhoffte Wirkung. Zur wirksamen Aufrechterhaltung der militärischen Absperrung, die an die Besatzung große Anforderungen stellt, bleiben von den Offizieren und Mannschaften, die am 22. Februar mit dem Dampfer „Neckar" die Heimreise anrreten soll-
bert, deren entzückende Schönheiten in fein abgetönter und vor allem rhythmisch scharf ausgeprägter Weise zur Geltung kamen. Der zweite Teil des Programms enthielt zwei selten gespielte Werke von ungewöhnlich reichem Gehalte: ein Mozartsches Flötenkonzert in 6-Dur, von dem man unbegreiflicherweise zuerst den zweiten, alsdann den ersten Satz und das Finale gar nicht spielte, und das Concerto grosso in d-Moll von Georg Friedrich Händel, llm das Flötenkonzert machte sich Herr Kammervirtuos Mani- gold sehr verdient, und die nicht zu überbietende feine Zurückhaltting, mit der das Orchester die Begleitung ausführte, kann nur dankbar anerkannt werden, lleber die Ausführung der bezifferten Baßstimmen im Händelschen Konzerte mag man verschiedener Meinung fein: es bestätigt sich doch heutigen Tages die Ansicht, daß es dabei ohne Cembalo nicht abgeht. Die Darbietung war im Übrigen stilgerecht und hoch- erfreulich; Concertino und Ripieno-Stimmen haben sich trefflich bewährt. — Demgegenüber trat Beethovens sog. „Erste Leonoren-Ouver- türe" (in Wahrheit ist'» die dritte, 1806—7 für die deutsche Oper in Prag komponiert) ziemlich zurück. — Einen durchaus würdigen aber und echt „akademischen" Abschluß fand das Konzert mit der glänzenden Wiedergabe von Brahmsens „Festouvertüre" op. 80, die unter den dankerfüllten, jubelnden Beifallsbezeugungen der überaus zahlreichen ZuhörerschHt im „Gaudeamus igitur" ausklang-
Und nun sei noch in Kürze der unstreitig wertvollsten Veranstaltung dieser musikfrohen Festtage gedacht: des Kammermusikkonzerts, das Sonntag vormittag in der llniversftätsaula. stattfand. Hier hatte sich unter Führung des Herrn Prof. Jenner, Konzertmeister Treichler und Prof. Piening eine erlesene Künstlerschar zusammengetan, die in vollendeter Weise ein überaus anmutiges Divertimento von Mozart für Stteichquartett und zwei Hörner, sodann eine dem großen Klarinettenvirtuosen Richard Mühlfeld gewidmete Sonate für Klarinette und Klavier von Gustav Jenner, endlich Johannes Brahmsens Erstes Streichsextett aufführte. In Jenners Sonate tritt dem recht wertvollen und klangschönen ersten Satze das Adagio espressivo mit seiner etwas zerflatternden Stimmung und Themengruppierung nicht ebenbürtig zur Sette, hingegen mutet das Allegretto grazioso mit dem reizvollen Vivace-Zwischensatz sehr sympathisch an und der letzte Satz vollends zeigt den Komponisten auf einer imponierenden Höhe reifen Künstlertums. Leider war Prof. Jenner kein sehr glücklicher Interpret seines schönen Werkes, hingegen war es ein Genuß, dem Spiele des Klarinettisten Wiebel zu lauschen. — lleber die bezaubernde Anmut und ernste Hoheit des Vrahmfischen Sextetts ist nichts zu sagen: man kann nur hören, — und dem Genius der Mensch- Heft danken, daß solche Schönheit und Tiefe hat geboren werden können.
ten, zwei Offiziere und 288 Mann in Tsingtau zurück, um nicht zu sehr auf die neu heran» gekommene junge Mannschaft, die sich erst ein« gewöhnen soll, angewiesen zu sein. Bei dem ostasiatischen Marinedetachement in Peking hat ein Personalwechsel vorläufig nicht stattgefum den. Bei diesem Marineteil sind Pestfälle nicht vorgekommen.
— Aus Deutsch-Südwestafrika. Berlin, 13. Febr. Aus Deutsch-Südwestafrika wird amtlich gemeldet, daß nach einer Mitteilung der eng« lischen Grenzpolizei ein Teil der Simon-Kopper- ßeute bei Pella und der Romansdrift die deutsche Grenze zu überschreiten sucht. Der Polizeiposten bei Romansdrift hörte am Abend des 7. Februar Eewehrfeuer. Da auch auf deutschem Gebiet eine bewaffnete Bande festgestellt wurde und sämtliche Eingeborenen und Viehwächter aus der Gegend von Steinkopf verschwunden sind, wurde das Kommando des Südbezirks angewiesen, diese Bande energisch »u verfolgen und die Bondels zu überwachen. Eine Verbindung zwischen den Simon-Kopper-Le"ten und den Bondels erscheint nicht ausgeschlossen.