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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

und den Beilagen:Nach Feierabend"Fürs Haus" undLandwirtschaftliche Beilage.

JK 36

TieOberhessische Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich durch jte iFot* bezogen 225 «M lohne Bestellgeld), bei unseren Zei^ngsstellen und de: Expedition (Markt 21), 2.00 M. frei ins Haus. (Für unver­langt zugesandte Manuskripte übernimmt die Redaktion keinerlei Verantwortung.) Druck der Univ.-Buchdruckerei 3- A. Koch, (Inh.: Dr. Hitzeroth.) Markt 21, Telephon 55.

Marburg

Sonnabend, 11. Februar

Der Anzeigenpreis beträgt für die 7g.spaltene Zeile oder deren Raum 15 4, bet auswärtigen Anzeigen 20 4, für Reklamen die Zeile 40 4- Bei Wiederholungen entsprechender Rabatt. Zeder Rabatt gilt als Barrabatt. Bei Konkurs kein Rav"tt Verbindlich­keit für Platz-, Datenoorjchrift und Beleglieferung ausgeschlossen. Mr Anzeigen, bet denen der Auftraggeber in der Expedition mtkgeteilt werden soll, wird eine Gebühr von 10 4 erhoben.

46. Jahrg.

1911.

Erstes Blatt.

I ! ' " - l

Der heutigen Nummer liegt bet

Kreisblatt Nr. 12.

Die Wendung in der Rei t slandfrage. (Von unserer Berliner Redaktion.)

Im Reichstage herrscht einige Aufregung fit den Wandelgängen, in denen der hinkende Mephisto eines Pariser Blattes freudestrahlend die Abgeordneten interviewt. Französisch ist heute Trumpf. Ueberall schwirren welsche Laute: überall wird heftig parliert: mit einer Drei­viertelmehrheit hat die Kommission, der die Ver­fassungsreform für Elsaß-Lothringen vorlag, entgegen der Regierungsvorlage dafür gestimmt, daß die Reichslande selbständiger Bundesstaat würden. Ganz leicht ist das nicht geworden. Man erzählt sich, daß es dieserhalb sogar zum Krach innerhalb der nationalliberalen Fraktion gekommen sei. Jedenfalls flog im letzten Mo­ment der Abg. Junck, der eher für Annektion, als für Autonomie ist, aus der Kommission hinaus, und der Führer Bassermann kam mit seinem Füllhorn der Gnaden. Alles, alles sollen die lieben Leutchen haben, meinetwegen 3 Ver­treter im Bundesrat; der Liberalismus be­willigt schon aus Konkurrenzrücksichten minde­stens ebensoviel, wie das Zentrum, die Sozial­demokratie hat erst recht Spendierlust, kurz, wir sind auf dem besten Wege, aus den ehemaligen drei Departements einen neuen Kleinstaat zu machen, der seinen eigenen Partikularismus verbrieft erhält. Unsere Grenzmark soll selb­ständig werden. Straßburg, Breisach, Metz, Diedenhofen, unsere jetzt unter der Hut des Reiches richtiger: Preußens stehenden Festungen, könnte man ja auch gleich dem neuen Staate überantworten. Staatssekretär Delbrück ringt in derKommisston die Hände, aber es hilft nichts. Die sentimentalen Deutschen lassen sich nicht zurückhalten, wenn sie einmal im Bewilli­gen von Freiheiten sind.

Tags zuvor hat der Landesausschuß von Elsaß-Lothringen zu derselben Frage Stellung genommen, selbstverständlich in demselben Sinne. Der eifrigste Rufer im Streit war der Abg. Blumenthal, der freisinnige Demokrat, dessen Beweglichkeit wir einst während einer Legislaturperiode auch im Reichstage mitange­sehen haben. Er wehrte sich buchstäblich mit Händen und mit Füßen gegen die Regierungs­vorlage und wünschte die Errichtung einer Re­publik, Elsaß-Lothringen als selbständiges Mit­glied des Deutschen Reiches. Herr Blumentbal tritt in Nancy als Franzose auf, besitzt die deutsche Reichsangeböriakeit, und ist von russi-

32 (Ra^ruck r-'^'ten.)

Der Alle See

Roman von H. Courths-Mohler.

lftorttebung.I

,MU was beschäftigst du dich eigentlich, wenn du so stundenlang allein oist?" fragte er forschend.

Dr sah er wieder dunkle Glut in ihr Gesicht auf­steigen, trotzdem sie sich abwandte.

Oh ich ich habe allerlei zu tun. Uebrigens wollte ich eine Bitte an dich richten."

Sie ist dir im voraus gewahrt, zumal du so selten um etwas bittest."

Ich sah heute drüben im Park, am äußersten Ende, einen hübschen kleinen Pavillon stehen. Er ist ringsherum von einer Veranda umgeben. Man hat von dieser Veranda einen prachtvollen Ausblick über bas Tal. Der innere Raum ist reizend ausgestattet, tote das Boudoir einer Dame."

Ah, du meinst Mutters Eremitage. Meine Mutter pflegte sich gern l ,rt aufzu'alten. Seit ihrem Lode ist sie nicht mehr benutzt worden."

Jedenfalls nicht. Würde es dir pietätlos er- scheinen, wenn ich dich bitte, den Pavillon wieder instand sehen zu lassen? Im Sommer bietet er einen entzückenden Aufenthalt, und ich möchte ihn benutzen."

Gleich morgen soll er in Ordnung gebracht wer­ben. Pietätlos finde ich es gewiß nicht, wenn du den Geschmack meiner Mutter teilst. Ich wollte, du hättest einmal eine schwerer zu erfüllende Bitte an mich Wenn es dir recht ist, gehen wir heute nachmittag hinüber. Du kannst mir gleich sagen, was du ge- inbeit haben willst."

Du bist sehr freundlich zu mir.

Er faßte .yren Arm.

5)u machst mir das auch so leicht. Anders als | freundlich kann man auch kaum zu dir sein.

schen Eltern geboren. Mehr kann man beim besten Willen nicht verlangen aber wir sähen andere Führer im Reichslande lieber.

Wenn die Regierung fest bleib t, ist nach den Beschlüssen von Berlin und Straßburg die Ver­fassungsreform gescheitert, das jetzige Proviso­rium verewigt. Die Reichslande haben ehedem die Franzosen durch Deutschtümelei geärgert, jetzt ärgern sie uns durch Französelei, und das wird nicht eher aufhören, als bis ihre Bewohner gute Preußen, Badenser und Bayern geworden sind. Das Publikum wird damit bange gemacht, daß Preußen sich wieder einmal en gros im Län­derverschlucken betätigen wolle. Gott bewahre. Würden beide Provinzen preußisch, so hätte Preu­ßen dort ein neues Polen und müßte fortgesetzt ungeheure Gelder zurHebung" des Landes und zur Befriedigung der Schreier, die doch nie be­friedigt sein würden, hineinstecken. Rein, es ge­nügt, wenn zur Rheinprovinz die Ecke von Luxemburg bis Metz und Nov6ant geschlagen wird, das militärisch wichtigste Gebiet, das auch industriell sehr gut zu Saarbrücken paßt. Baden könnte die angrenzenden Teile vom Elsaß erhal­ten, unseretwegen unter Erhebung zum König­reich dann gäbe es doch auch wieder ein deutsches Königtum mehr, während das bayrische und württembergische bekanntlich von Napoleons Gnaden stammen. Zur bayrischen Pfalz aber müßten außer dem Rest von Lothringen auch die Gegenden bis Wörth und Weißenburg kom­men, denn sonst würden die Bayern rabiat; dort, wo sie 1870 zum ersten Mal ihr Blut für die deutsche Einheit vergossen haben, da soll auch die blau-weiße Flagge wehen, wenn schon einmal die Sache geregelt wird. Und das wäre wirklich die beste Regelung: die Leute aus unserer West­mark wären dann Vollbürger dreier großer deut­scher Staaten und würden allmählich ebenso gute Deutsche werden, wie es heute beispielsweise die Schlesier sind.

Deutsches Reich-

Vom Kaiser. Berlin, 9. Febr. Die Er­kältung des Kaisers verläuft regelmäßig. Der Kaiser ist fieberfrei, muß aber noch einige Tage das Zimmer hüten.

Der deutsche Kronprinz mußte, einer Mel­dung derPost" zufolge, zwei Tage hindurch das Bett hüten. Er wird sich voraussichtlich am 14. Februar zum Luftwechsel nach den Sunderbunds begeben und hier auf Büffel jagen. Die verän­derte Reiseordnung sieht vorläufig die Abreise von Kalkutta am 23. Februar vor.

Bundesrat. Berlin, 9. Febr. In der heu­tigen Sitzung des Bundesrates wurde dem vom Reichstag angenommenen Entwurf des Zuwachs­steuergesetzes zugestimmt.

Sie schlug die Augen nieder. Ihr Gesicht bekam den kühlen, leeren Ausdruck wieder.

Da seufzte er entmutigt auf und gab ihren Arm wied.r frei.

Als sie im Schloß ankamen, wurde ihnen Peter Ro"-nport gemeldet, der inzwischen eingetroffen wat. Ruth begrüßte ihn tu . und zurückhaltend wie immer. Hans Rochus wußte, daß zwischen Vater und Tochter kein sonderlich inniges Verhältnis bestand. Die Be­grüßung zwischen ihm und Ravenport fiel herzlicher aus. als zwilchen Vater und To .er.

Rach Tisch zogen sich die beiden Herren in den Rauchsalon zurück, um von Geschäften zu reden. Ruth ging in ihren kleinen Salon, der sich in der ersten Etage im Mittelflügel neben einer Reihe Zimmer befand, die alle zu ihrem ausschließlichen Gebrauch bestimmt waren. Hier hielt sie sich am liebsten auf. Ihr Flügel hatte hier Aufstellung gefunden, und w.nn Hans Rochus abwesend war, musizierte sie fleißig.

Sie glaubte, Hans Rockms Hebe Klaviettmel nicht. Einmal hatte er wütend auf dieelende Klavierseuche" undstümperhaftes Geklimper" ge­scholten, als eine Dame in Gesellschaft etwas vor­spielte. So rührte sie keine Taste an, so lange sie ihn zu Hause wußte.

Auch musizierte sie am liebsten, wenn sie allein war, denn etwas von dem, was sie sonst scheu in sich verschloß^ pflegte sie in den Tönei. zu verraten, die sie dem Instrument entlockte. Daß sie eine Meisterin im Klavierspiel war, hatte man ihr schon im Pensionat oft genug gesagt. Aber auch zu Hause bet dem Vater hatte sie nur musiziert, wenn er nicht da­heim war. Peter Ravenport war alle Musik nur ein störender Lärm, das hatte er seiner Tochter gesagt. Und sie glaubte, Hans Rochus teile diese Ansicht.

Ruth stand am Fenster ihres Salons und sah btnaus in den maiengrünen Park Ein schwerer

WahlrechtsSnderung. Braunschweig, 8. Febr. Bei den bereits erwähnten Verhand­lungen des Landtages des Herzogtums Braun­schweig über die Wahlrechtsänderung nahm auch der Staatsminister von Otto das Wort und er­klärte, daß die Regierung für das allgemeine, gleiche, geheime und direkte Wahlrecht nicht zu haben fei. Minister Wolff sagte:Ob wir in Wort und Bild, in der Presse und auf der Straße beschimpft werden, das ist uns gleich! wir tun unsere Pflicht und lassen uns darin nicht ft"' -m." Die Einzelberatungen des Gesetzentwurfes be­ginnen heute.

Geheime Wahl bei Stadtverordnetenwah­le«. Dem Abgeordnetenhaus ging ein Zentrums­antrag zu, die Staatsregierung zu ersuchen, eine Vorlage einzubringen, durch welche die geheime Wahl bei Stadtverordnetenwahlen zur Einfüh­rung gelangt.

Die elsaß-lothringische Berfassungsfrage. Berlin, 9. Febr. In der Kommission für die Vorberatung des Verfassungsentwurfes für El­saß-Lothringen wurde der Zentrumsantrag mit 16 gegen 4 Stimmen angenommen; die übrigen Mitglieder enthielten sich der Abstimmung. Nach dem Anträge würde Elsaß-Lothringen ein selb­ständiger Bundesstaat werden und drei Stim­men im Bundesrat erhalten. (Siehe Leitartikel). Der Beschluß wurde gefaßt, obgleich Staats­sekretär Delbrück in einem dringenden Appell an die Kommission davon abriet. Der Standpuntt der Verbündeten Regierungen sei der, daß sie über die Vorlage zurzeit nicht hinausgehen könn­ten. Mehr zu sagen, sei er nicht in der Lage. Er wisse nicht, wie er in absehbarer Zeit eine Be­schlußfassung des Bundesrats zu den aufgerollten Fragen herbeiführen solle. Er habe die Befürch­tung, daß die Reform auf unabsehbare Zeit ver­schoben würde. Er würde das sehr bedauern.

Die Fahrkartensteuer. Berlin, 9. Febr. In der Budgetkommission des Abgeordneten­hauses erklärte der Minister hinsichtlich der Fahrkartensteuer, daß nach Ansicht der preußi­schen Eisenbahnverwaltung eine Aenderung der Reichsfahrkartensteuer erfolgen müsse. Es sei beabsichtigt, dem neuen Reichstage eine Vorlage zu machen. Die Revision der Fahrkartensteuer sei für ihn keine Finanzfrage, sondern eine Frage der zweckmäßigen Verteilung des Personenver­kehrs in die einzelnen Klassen. Was die Frage der Elektrisierung anlangt, so erklärte der Mi­nister, daß jetzt zwei Versuche gemacht würden mit der Elektriefierung in einer Flachlandlinie, und auf einer Eebirgsstrecke, und zwar in der Flachlandlinie Magdeburg - Bitterfeld-Leinzig über Halle, und auf der Eebirgsstrecke Lauban- Hirschberg-Königsfeld. Die Elektrisierung dürfe niemals einen Nachteil für den Staat ergeben. In Aussicht habe er gestellt die Elektrisierung von Köln-Düsseldorf und Wiesbaden-Frankfurt.

Seufzer hob ihre Brust. Und bann ging sie lange Zeit rastlos im Zimme auf und ab, bie Stirn in schmerzliche Falten gezogen, bie Augen halb ge­schlossen.

tzt sah ihr Gesicht roeber kühl noch gebauten* leer aus. Das war nicht mehr bie inbolente, gleich­mäßig ruhige Ruth. Dies schmerzverzogene Gesicht war das eines Weibes, in dessen Seele feindliche Gewalten mtteinanber rangen. In der Einsamkeit ihres Zimmers warf sie bie Maske ab. Hier war sie o" " sie selbst. Enblich schien sie ruhiger zu wer­den. Iyre Schritte verlangsamten, das Gesicht glättete sich. Schließlich trat sie an den Schreibtisch heran, der schräg vor dem Fenster stand. Sie ließ sich daran nieder und stützte den Kopf tn die Hänge. Nach einer Weile öffnete sie ein Fach und nahm einen Stoß unbeschriebenen Papiers heraus. Sie begann zu schreiben. Blatt um Blatt füllte sich mit ihrer festen, charakteristischen S+ift, und dabei nahm ihr Gesicht einen friedlich abgeklärten Ausdruck an. Und die großen dunklen Augen leuchteten, wie von einem inneren Feuer erhellt.

Was hätte Hans Rochus wohl gedacht, wenn er sie so gesehen hatte?

An einem heileren Iulitage waren einig* Offiziere mit ihren Damen ii.i Ronsberger S*fog gewesen. Sie waren gleich nach Tisch mit der Bahn angekommen und hatten den kurzen, sehr schönen Weg, der von der Station bergaufwärts durch den Wald führte, zu Fuß zurückgelegt

Ais sie gegen Abend wieder aufbratben nach einem fröhlich verlebten Nachmittag, hatten bie Damen Luft, auch den Rückweg in gleicher Weise anzutreten. Ob­wohl Hans Rochus in liebenswürdigster Weise Wagen zur Heimfahrt zur Verfügung stellte, blieb es bei der Fußpartie bis zur Station. ^,... *

Ruth verabschiedete sich am Fuße beiTfhHtteppc

Wenn diese Bahnen noch nicht in Betrieb seien, so käme es daher, daß die städtischen Verwal­tungen sich noch nicht auseinandergesetzt haben. Ablehnend verhalte er sich gegenüber der Elek­trisierung von Düsseldorf-Dortmund, Rheydt- Neuß, Köln-Elberfeld, Köln-Cassel.

Verurteilter Redakteur. Wegen Beleidi­gung des Abg. Linz (Reichspartei) wurde der Redakteur der radikalliberalenNeuesten Nach­richten", W. Ammenn, Elberfeld, zu 200 M Geld­strafe ( int llnvermögensfalle 20 Tage Gefäng­nis) verurteilt.

Ausland.

* Die britische Krisis. Das Zollabkommen mit den Vereinigten Staaten hat Bestürzung in England hervorgerufen. Kanada hat damit den Anfang in der Bewegung gemacht, die den Wün­schen nach einem Wirtschaftsbund aller britischen Reichsteile entgegenarbeitet. Solange die grö­ßerbritischen Stimmungen die wirtschaftlichen Interessen überwogen, folgten die Kanadier willig der unnatürlichen, politisch aber gerecht­fertigten Politik ihres Premierministers Sir Wilfried Laurier, die Verkehrswege in ost-west­liche Richtung zu zwängen. So eifersüchtig wachte man über diesem Prinzip, daß sogar Schwierig­keiten für die über die großen Seen führenden, von Norden nach Süden laufenden Linien da­raus erwuchsen. Jetzt aber erschließt man sich den Nachbarn im Süden. Die Bahnen, die in Zukunft den Verkehr von Norden und Süden bewerkstelligen, werden Rohstoffe und Nahrungs­mittel nach den Vereinigten Staaten, fertige Produkte nach Kanada führen. England ver­liert trotz Vorzugstarifen einen gewaltigen Teil seiner Ausfuhr an die Vereinigten Staaten, die durch den Bezug von Rohstoffen aus Kanada industriell noch konkurrenzfähiger werden muf­fen. Dem Zollverein folgte das geeinte Deutsch­land; in Nordamerika befürchten die Enaländer nicht ohne Grund dieselbe Entwicklung. Der Be­ginn der Krisis im britischen Weltreiche ist da.

** England und Deutschland. London, 9. Febr. In der heutigen Sitzung des Unterhauses fragte Bytes (lib.) den Staatssekretär des Aus­wärtigen, ob er sich irgendwie zu der in der Sitz­ung des Deutschen Reichstags am 10. Dezember 1910 vom deutschen Reichekanzler gehaltenen Rede äußern wolle, in der dieser die Ansicht aus- drückte, daß eine offene und vertrauensvolle Aussprache das beste Mittel sei, um das Miß­trauen zwischen den beiden Ländern, wegen des gegenseitigen Kräfteverhältnisses zu Wasser und zu Lande zu beseitigen. Ferner fragte Byles, ob neuerdings irgend eine Aussprache stattge­sunden habe, und ob die auf diesen Gegenstand sich beziehenden Akten veröffentlicht werden wür­den. Parlaments - Untersekretär McKinnon

von ihren fröhlich plaubernben Gästen. Hans Rochus ri"f feiner Frau zu, daß et den Herrschaften bas Ge­leit geben wollte, unb winkte ihr einen freundliche« Er ' zu.

St. sah eine Weile hinter ihnen her unb ging bann in ihren C alon. Hans Rochus würde ziemlich eine Stunbe brauchen, bis er zurückkam, wenn er bis zur Station mitging. Die Zeit wollte sie benützen unb roieber einmal nach HerzenslrG musizieren.

Da sie sich allein wußte, gab sie sich mit ganzer Seele dem Genuß hin.

Hans Rochus hatte jeboch seine Gäste nur bis zum Parktor begleitet unb kehrte viel früher zurück, als sie ihn erwartete.

Als er unten durch die weite Halle schritt unb bie mit dicken Teppichen belegte Treppe emporstieg, blieb er plötzlich lauschend stehen. In vollen, brauten* bet Akkorden tönten ihm bie Klänge des Flügels entgegen.

Ein verständnisvolles Aufb .tzen in leinen Augen verriet, daß er sofort die Situation erfaßte. Ruth spielte, weil sie ihn abwesend glaubte.

Er hatte sie nech nie iptelen hören, war auch gar nicht begierig darauf gewesen, sich die üblichen Salonstückchen vorsehen lassen. Es war ihm gm>» entfallen, daß sie so viel Gewicht darauf -Uegt hatte, ifj-n Flügel mit nach Rochsberg zu nehme«.

Run foTe ihn ein Zufall daran erinnern. Je *tet er ihrem Zimmer kam, befto grösi:r unb er­staunter wurden seine Augen. War bas wirklich Ruth, unter deren Fi gern diese beseelt m Töne her* vorc,uollen?

Leise öffnete er die Tür zu de: - Zimmer, welche» dem kleinen Salon am nächsten lag. Dort setzte er sich still in einen Sessel und lauschte wie gebannt auf Ruths Spi.l.

(Fortsetzung folgt.)

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