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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
und den Beilagen: „Nach Feierabend". „Fürs Haus" und „Landwirtschaftliche Beilage.
Jts. 29
Die „Oberhessische Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn« und Feiertage. — Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich durch jtc W bezogen 2.25 JUL (ohne Bestellgelds, bei unseren Zei^ngssteUen uns oe: Expedition (Markt 21), 2.00 M frei ins Haus (Für unverlangt zugesandte Manuskripte übernimmt die Redaktion keinerler L-e-antwortung.) Druck der Univ.-Vuchdruckerei X A. Koch, (Inh.: Dr. Hitzeroth.) Markt 21, — Telephon 55.
Marburg
Freitag, 3. Februar
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46. Jahrg,
1911.
Erstes Blatt.
Die Rückkehr des Kronprinzen.
i Unsere alten Chinakämpfer, die den unglaublichen Schmutz selbst in der Kaiserstadt Pe- fing gesehen haben, können es verstehen, dass hetzt wegen der Pestgefahr der Kronprinz die Meise abbrechen soll. Mag man drüben auch Hunderttausende dafür ausgeben, daß gesäubert, (gesprengt, gekalkt, desinfiziert wird, so bleibt bet Augiasstall im Grunde doch der alte. Der Pesthauch weht darüber hin bis in die geschmückten Einzugsstratzen; niemand kann die Garantie bafür übernehmen, daß der deutsche Kaisersohn und sein Gefolge davor bewahrt bleiben. Nach jben Mitteilungen namentlich des japanischen ^akterienforschers Dr. Kitasato, der früher jahrelang unter deutschen Professoren gearbeitet Hat, war es Pflicht des Reichskanzlers, die Riick- Herufung des Kronprinzen beim Kaiser anzu- ,regen. Roch ist Tokio und ganz Japan frei vom schwarzen Tode, aber bereits Bangkok, über .besten pestvergiftete schmutzige Kanäle der deutsche Generalarzt Dr. Trumpp in Siam so bittere Wahrheiten veröffentlicht hat, ist bedroht. Niemand kann unter diesen Umständen «sagen, daß der Erbe der deutschen Kaiserkrone allzusehr als Muttersöhnchen behandelt werde, denn im Reiche der Mitte selbst beginnt bereits die Maffenflucht aus den Zentren der Seuche. Außerdem aber — das wird wohl nur aus Takt' fin der amtlichen Kundgebung verschwiegen — tarnt man nicht gut an der Stätte des Jammers jals East erscheinen und Staaten und Gemeinden, die mit Fortschaffung von Leichen alle Hände voll zu tun haben, zu rauschenden Fest- ßtchkeiten veranlassen. Der Besuch wäre so un- jzeitgemätz wie nur möglich. Mag der Kronprinz ihn zu einer anderen, glücklicheren Zeit jroiebet unternehmen, — augenblicklich ist es das Beste, wenn er heimkehrt und zwar unter Ver- Gicht auch auf den ungefährlichen Besuch der Holländischen und amerikanischen Kolonialwelt Im austral-astatischen Archipel, denn sonst fällt die Rückreise durch das Rote Meer in den un- ^erträglichen Sommer und der „Rote Hund" verdirbt dem Reisenden in der letzten Zeit alle Freude.
^Vermutlich wird er mit de.: Ertrag an An- Degungen, den ihm die drei Mc:-ate draußen geboten haben, sehr zufrieden f?h aber auch wir können dankbar auf diese Zeit zurückblicken. iTrotz alles angeblichen „Inkognito" ist er doch eis Repräsentant des deutschen Kaisertums (überall ausgenommen worden, und aus diesem Grunde war es so nützlich für uns, daß — gerade et hinausging.
85 sRackdmck verboten.)
Der stille See.
£ ' Roman von H. Lourths-Mahlet.
■r- '• «Fortsetzung.»
Hilde erhob sich bald und sah Hans Rochus angst, »oll an.
„Ui<b - und Wendling?" fragte sie, unbekümmert, daß sie sich damit verriet.
.Er begegnete mir eben tutb läßt sich den Damen empfeblen. Eine dringende Reise hat ihn gezwungen, Urlaub zu nehmen. Wahrscheinlich wird er nicht wieder zurückkehren. Er wollte sich schon längst versetzen lassen."
Hilde war in einen Sessel zurückg^unken. Gottlob — Wendling war unverwundet, und Kracht würde vielleicht gerettet werden.
„Weih man Näheres über Krachts Verwundung?" fragte die Generalin furchtsam.
„Nein, gnädigste Tante. Kracht hat mich zu sich bitte i lassen. Ich will nachher zu ihm gehen."
Es entstand ein Schweigen.
Endlich sagte Hilde leise:
„Meine Verlobung mit Kracht ist aufgehoben, Hans R chus."
Er sah in ihr blasses Sestcht. Das Her, tat ihm »eh bei ihrem Anblick.
„Ich fürchtete so etwas." - l:-'
„Du weißt — ?“
„Nichts — ich will auch nichts weiter wisse«, als »ie ich dir nützen kann."
„Dann bringe mir Bescheid, wie es Kracht geht.
Und — seine Verzeihung."
Er erhob fich sofort.
„Ich kehre sogleich zurück, wenn ich mit Kracht «elvrocke« habe.“ —
Das Ausland stellt sich den Deutschen als plumpen Kerl vor, bet beim Früh- und Dämmerschoppen sein Sitzfleisch entwickelt und debattiert und diskutiert, während inzwischen — andere Leute die Welt erobern. Und sieht man irgendwo eine behäbig- weibliche Figur, dann zuckt der die Achseln: „German
Frou?" Da steckt doch eine ganz andere Spannkraft in den Leuten, die in Indien für das „größere Britannien" erzogen werden? Die körperliche Zucht, die wir Jahrzehnte lang zu sehr versäumt haben, gibt ihnen diese Frische, diese Eroberungsfreude, diese Selbstverständlichkeit des Herrschens. Nun sahen sie zu ihrem Erstaunen denselben biegsamen Stahl in dem deutschen Kronprinzen; ja selbst sein älterer Begleiter, Exzellenz Graf Dohna, ritt wie der Teufel bei der Hetzjagd und beim Polo. Nicht bei der Lektüre von Zeitungsartikeln, sondern so beim Sport dämmert dem Briten bas Ver- wanbtschaftsgefühl auf. Er reibt fich bie Augen: jetzt weiß et, warum auch bie Deutschen ihre Blicke frei übet bett Erdenrund schweifen lassen, denn fie find nicht mehr vethockt, fie sind wieder die „blonde schweifende Bestie", Nietzsches erträumte Herrengestalt. So etwas spricht fich herum. Von Indien geht es nach England, von England in bie ganze Welt.
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Wie bie „Inf." erfährt, kann angenommen werden, daß die Rückreise des Kronprinzen nach Deutschland, die innerhalb der günstigeren Jahreszeit für die in Betracht kommenden Gewässer angetreten werden soll, zunächst auf bet „Eneisenau" erfolgen wird. Das Schiff ist fahrplanmäßig am 29. Januar von Colombo abgefahren und nach Diamant) Harbour bei Kalkutta unterwegs. Sollte bie Kronprinzessin noch in Aegypten weilen, wenn ihr Gemahl nach bet Fahrt burch das Rote Meer dort eintrifft, so dürste bas konprinzliche Paar dort noch einige Zeit verleben, um bann die Rückreise gemeinsam anzutreten.
Berlin, 1. gebt. In bet Buvgeikom- mission bes Reichstages würbe von Vertretern mehrerer Parteien gewünscht, der Kronprinz möge gebeten werben, vor bet Heimkehr bie östlichen Kolonien zu besuchen. Staatssekretär bes Reichsmarineamtes v. Titpitz führte aus: Vom Standpunkt feines Ressorts erscheine jeder Besuch der deutschen Kolonien, der wahrscheinlich auch schon für einen späteren Zeitpunkt in Aussicht genommen fei, nützlich und wünschenswert. Sodann legte bet Staatssekretär entschieden Verwahrung gegen die abfällige Kritik über bie Kronptinzenreise durch einen sozialdemokratischen Redner ein, der u. a. ausführte: Es fei ein Glück, daß bie Reise schon jetzt abgebrochen worden wäre; die Chinesen und Malaien hätten doch erst im Vorjahre den Abgeordneten Görke gesehen.
Kracht lag mit verbundener Schulter im Beit, als Hans Rochus zu ihm eingelassen wurde. Er suchte diesem die gesunde linke Hand zum Gruß zu geben, und schickte seinen Diener und die Diakonissin hinaus. Hans Rochus nahm an seinem Bett Platz.
„Wie geht es dir, Willy?"
Er lächelte bitter.
„Richt sehr gut, wie du siehst. Ich danke dir. daß du gleich gekommen bist, Hans Rochus. Ich hörte, daß du diese Rächt in deiner Stadtwohnung geblieben bist. So konnte ich dich zum Glück leicht erreichen."
„Sprichst du auch nicht zuviel?"
„Sei unbesorgt, ich bin kein zimperliches Weib. Das bißchen Aderlaß macht mir nichts. E^was anderes macht mir mehr zu lchaffen. Ich brauche einen Menschen, dem ich vertrauen kann — deshalb ließ ich dich rufen. Du bist bet einzige, dem ich mich anvertrauen kann — weil du — Hilde Sontheims Verwandter bist."
„Ich war eben bei den Damen und hörte von Hilde, daß — daß eure Verlobung aufgehoben sei."
Kracht preßte die Lippen aufeinander. Dann sagte er scheinbar ruhig: „Dann brauche ich es dir nicht erst zu sagen. Du, als Hildes Verwandter, hast ein Recht, mich zu fragen, weshalb ich ihr den Ring zurückgeschickt habe. Ich bitte dich aber, es nicht zu tun. Rur so viel — ich konnte nicht anders handeln — es gibt Dinge, über die man nicht hinwegkommen kann."
„Sei unbesorgt — ich frage dich nicht. Ich weiß, wie sehr du Hilde geliebt, und daß nur zwingende Gründe dich zu solch einem Schritt bringen konnten."
Kracht drückte seine Hand.
„Ich danke dir, Hans Rochus, llnd nun zu meinet Bitte. Nimm dich der Damen an. Bielleicht kommen sie durch bie Auflösung bet Verlobung iw mißliche
Politische Umschau.
Das Ende bes Zweibunbes?!
Militärs haben den Vorzug, aufrichtiger fein zu dürfen, als Diplomaten. Davon machen auch französische Generale Gebrauch. Der Kriegs- minister Brun hat jetzt einem Abgeordneten zu- gestanden, baß bie Russen tatsächlich ihre Westgrenze von Truppen allmählich entblößen, und General Bonnal konstatiert „bas traurige Ergebnis", daß Frankreich in einem etwaigen Kriege gegen Deutschlanb auf fich allein angewiesen sein werbe. Wir wollen burchaus noch nicht bie Folgerung bet verängsteten Pariser Presse ziehen, baß der Zweibunb aufgelöst sei; aber jedenfalls hat er aufgehört, irgend etwas Bedrohliches gegen uns zu haben. Als Anfang der neunziger Jahre Major Fukuschini seinen berühmten Distanzritt Berlin-Tokio unternahm, prunkten die russischen Offiziere vor ihm mit ihren geschliffenen Säbeln: nächstens gehe es los gegen Deutschland. Und wenn der frühere Chef des russischen Generalstabes seine alljährliche Reise an die Riviera oder nach Paris unternahm, durchfuhr er Deutschland mit verhängten Coupeefenstern, um das verhaßte Land nicht zu sehen. Seitdem hat fich wirklich vieles gewandelt. Heute ist der deutsche Kaiser in der Petersburger Garde der volkstümlichste Monarch; und der Gedanke, mit den „windigen" Franzosen gemeinsames Spiel gegen Deutschland zu machen, erscheint Politikern wie Militärs off lächerlich.
In Frankreich freilich ist man durch diese Erkenntnis sehr nervös geworden. Ein Zeichen, daß unsere westlichen Nachbarn von Friedensliebe noch, wenig verspüren, obwohl unsere „Friedensfreunde" dies fortgesetzt behaupten. Die Aeußerung bes Generals u. a. hat aber in Frankreich Aufsehen gemacht, unb man versucht offiziell abzuflauen. Das sagen folgenbe Mel- bungen: Paris, 1. Febr. In einer vorn Quai b'Orsay ftammenben Zeitunasnote wird bezüglich der Aeußerung des Generals Bonnal über die Zurückziehung der russischen Truppen von der Westgrenze erklärt, daß Frankreich von den Veränderungen in den russischen Garnisonen verständigt worden fei und daß die russische und die franzöfische Regierung stets in vollem Einvernehmen gehandelt hätten. — In einem inspirierten Artikel schreibt die „Libertck", es sei zwar unleugbar, daß die Politik der Triple- Entente eine gewisse Lauheit unb Wankelmütigkeit aufweise. Aber man erleichtere den Gegnern bietet Mächtegruppierung nut ihr Spiel, wenn man unbegtünbete Alarmrufe ausstoße, wie dies beispielsweise der sozialistische Deputierte Dumonts mit seiner Interpellation über eine angeblich russische Anleihe tue. In Rußland fei gegenwärtig keine Anleihe nötig. Das einzige finanzielle Geschäft, welches heute even-
Verhältnifle. Hilf ihnen, unb jebe Summe steht bit zur Verfügung. Ich weiß, baß schon allerlei Vorbereitungen getroffen sinb: Ordne das alles in delikater Weise. Ich kann ja leider nicht ausgehen. Es wäre mir schrecklich, wenn die Damen i gendwie belästigt würden. Du verstehst, daß mich das quält. Meine Erkrankung kann den Vorwand zum Auffchub bet Hochzeit geben. Das Weitere färbet sich bann. Irgend ein Gründ zur Entlobung läßt sich später finden. Hilde soll das alles einrichten, wie es ihr beliebt."
„Du kannst dich auf mich verlassen, Willy, es soll alles geordnet werden." nrb
„Danke dir. Und noch eins. Da lieber Hans Rock's — da ist das Mädchen — die Dienerin bei Sontheims — Mall» heißt sie wohl. Sorge, daß sie dort aus dem Hause kommt — sie — weißt du — gib ihr einen Wink, daß sie eine vesti" mie Summe von mir erhalten soll, wenn fie hier aus der Stadt verschwindet."
Hans Rochus verstand «ofort, was Kracht damit sagen wollte.
„Es ist gut, Willy. Ich sorge dafür, daß fie geht."
„Schön. Dann ist alles geordnet. Ich danke bit, guter Kerl."
Er lächelte Hans Rochus wehmüttg zu. Dieser drückte ihm bie Hand.
„Du wirst darüber htnwegkommen, Willy."
Kracht antwortete nicht. Sein Blick war umflort, sei« Mund schmerzhaft zusammengepreßt.
„Ich habe noch einen Auftrag, Willy," fuhr Hans Rochus fort, „Hilde läßt dich durch mich um Verzeihung bitten."
Kracht seufzte.
Hans Rochus erhob fich.
„Dann will ich gehen, Willy. Du mußt Ruhe haben. Wen« ich wieder vcn Rochsberg herein-
tuell ins Auge gefaßt werde, feien industrielle unb kommerzielle Sicherheiten unb betreffe bie russischen Bahnen.
Deutsches Reich.
— Der Kaiser. Berlin, 1. Febr. Der Kaiser konferierte heute vormittag im Auswärtigen Amt mit bem Reichskanzler unb dem Staatssekretär v. Kiberlen-Wächter.
— Londoner Glückwunsch. London, 1. Febr. Anläßlich bes Geburtstages bes Kaisers iiber- fanbte bet Lordmayor an Se. Majestät durch die Vermittlung des deutschen Botschafters die Glückwünsche der Stadt. Gras Wslff-Metternich erwiderte, der Kaiser habe ihn beauftragt, für die freundlichen Wünsche Londons seinen besten Dank auszusprechen.
— Prinz Heinrich auf dem Militiir-Zlr-gplatz in Döberitz. Wie der „Inf." mitgeteilt wird, beabsichtigt Prinz Heinrich von Preußen, der sich bekanntlich persönlich dem Flugsport widmet, im Laufe dieser Woche in Döberitz einzutreffen, um den dortigen Militär-Flugplatz in Augenschein zu nehmen. Bei günstiger Witterung dürften Vorführungen der bei der Versuchsabteilung der Verkehrstruppen bereits ausgebildeten Flugzeugführer stattsinden. Gegenwärtig sind bekanntlich 10 Offiziere in dieser Hinsicht tätig. Im Laufe des nächsten Sommers beabsichtigt bie Heeresverwaltung ungefähr 50 Offiziere aus bet Armee als Flugzeugführer in Döberitz auszu-' Silben. Das neue Militärluftschiff „M 4“, bas in der massiven Halle des Luftschrfferoaraillons untergebracht ist, wird gegenwärtig montiert, und die ersten „Werkstättenfahrten" sollen gegen Mitte Februar vorgenommen werden.
— Gesetz gegen die Güterschlächterei. Gera (Reuß), 31. Jan. Der zwanzigste ordentliche Landtag des Fürstentums Reuß j. L. ist vorgestern in Gera eröffnet worden. Von den Gesetzesvorlagen, die ihm unterbreitet worden find, ist die wichtigste ein Gesetzentwurf zur Bekämpfung der Güterschlächterei.
— Der Abgeordnete Liebknecht. Der ehe- mafige Rechtsanwalt Stadthagen ist bekanntlich aus dem Advokatenftande ausoesi.--ren worden, weil er einen Klienten übervorteilt hat; feit* bem bürste er vor Gericht den Mund nicht mehr, auftun unb tat dies umso ergiebiger nun im Reichstage unb als Briefkastenonkel bes „Vorwärts" in bet juristischen Sprechstunbe bet Redaktion^ Von einem andern Stern am Himmel bet sozialdemokratischen Advokatur, bem Abg. Liebknecht, hat jetzt eine als Zeugin im Essener „Kaiserbelegierten"-Prozeß vernommene Frau unter Eid ausgesagt, daß er ihr einst 80 «M. Honorar abgenommen habe, zum Termin aber überhaupt nicht erschienen fei. Das ist auch kein Wunder, denn Herr Liebknecht hat mit Polittk
komme, sehe ich nach dir. Mach, daß du fertig damit wirst, innen unb außen."
„Am guten Willen dazu soll es nicht fehlen. Stift beine Braut, Hans Rochus."
„Danke bir. Ich sehe sie heute noch unb will ihr den Ernst bestellen. Leb wohl — unb gute Besserung."
Hans Rochus fanb bie Damen in nervöicr Erwartung. Er unterrichtete fie, soweit es ana-"naig wat, von seiner Unterredung mit Kracht. Auch leinen, Wunsch, Mally aus bem Hause zu entfernen, verriet er ihnen. Sie sahen unliebsam überrascht auf.
„Mally? Ach — sollte sie i. -^enb eine Rolle gespielt haben in dieser Sache?" fragte bie Generalin erregt.
„Sebenfatts eine sehr häßliche, sonst würbe Krach* nicht auf ihre Entfernung bringen."
„Wir können fie unmöglich entlassen, fie trägt uns aus.“
„Laß bas unsere Sorge sein, gnäbigsie Tante. Das Mäbchen wirb bie Stabt verlassen. Solche Menschen find für Gelb zu allem zu haben."
„Mein Gott, Hans Rochus. Du tust, als wen. Gelb für uns gar keine Rolle spielte. Wit habe« burch diese Verlobung so große Kosten gehabt — natürlich kommen wir nun tn bie greulichste Verlegenheit."
„Kracht hat mich beauflagt, alles zu ordnen, gnädigste Tante. Et will nicht, daß ihr auch nur die geringsten pekuniären Opfer zu bringen habt Hebet* laß das alles mir. Auch mtt bem Mädchen werde ich selbst verhandeln — am besten gleich. Ihr sollt euch' um nichts kümmern. Vorläufig bleiben wir bei bet' Angabe, daß die Hochzett wegen einet ErktanknyG Krachts verschoben ist. Alles andere findet fich.*, ,
Die Generalin atmete auf.
(Fortsetzung folgt)
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