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Erstes Blatt.

Der heutigen Nummer liegt bei Kreisblatt Nr. 7.

& Französische Presiigepolitik.

Den Leitern der französischen Politik geht es zurzeit nicht sehr gut. Herr Pichon wird heftig angegriffen, weil die Geschäfte stocken, mehr noch, weil kein äußerer Erfolg zu verzeichnen ist, der die Nation bewegt und ihr gestattet, sich in dem Glanze Frankreichs zu sonnen. Wenn ftanzösische Ministerien keine äußeren Erfolge zu verzeichnen haben, dann pflegen sie nervös zu werden. Das ist auch diesmal wieder der Fall. Bei der Pots­damer Entrevue ist es noch leidlich gegangen; da wurde die Preffe nervös, und die Regierung tat alles, um sie nach Möglichkeit zu beruhigen, weil die Nervosität in diesem Falle mehr als taktisch unrichtig war. Schließlich hielt Pichon eine große Beruhigungsrede, in der er die Lage Frankreichs als rosig, seine Beziehungen zu allen Mächten als ausgezeichnet schilderte und unter einigem Aufwand von Pathos auf das Gewicht hinwies, das Frankreichs Stimme im Rate der Völker zukomme. Die Ausführungen der ande­ren Kammerredner aber zeigten deutlich, daß man zwar das taktische Interesse begreift, inner­lich aber doch keineswegs zufrieden war. Das Bedürfnis des französischen Ministeriums nach einem äußeren Erfolg ist also aus den Kammer­verhandlungen über die Potsdamer Entrevue nicht geschwächt, sondern gestärtt hervorgegangen.

Die französische Regierung sucht also nach Fragen, in denen solche Prestigeerfolge zu er­zielen sind. Solche Fragen gibt es immer. Frei­lich kehren sich dann solche flüchtige, eigentlich gar nicht aus Gründen auswärtiger Politik ge­suchte und rein äußerliche Erfolge, etwas später, in Mißerfolge, oder sie find von Anfang an sach­lich schädlich, auch wenn dies in der öffentlichen Meinung nicht zum Ausdruck kommt.

Pichon scheint nun erstens in Marokko mit gewissen Bahnplänen einen Schritt vorwärts tun zu wollen. Ob dieses Vorgehen zu einem ftanzösischen Erfolge führen kann, läßt sich noch nicht beurteilen, da noch nicht bekannt ist, wie die anderen interessierten Mächte sich zu diesem Plane stellen werden.

Der Haupttrumpf aber, den Pichon ausspie­len will, soll wohl Missingen sein. Es kann kein Zweifel darüber sein, daß Pichon die Vlissinger Befestigungsfrage dazu benützen will, eine Probe von Frankreichs Einfluß in der Welt zu geben und die Festigkeit der entente cordiale vor aller Welt zu beweisen. Wie man weiß, ist man in letzter Zeit, seit die deutsch-russischen Abmachung gen auch die Möglichkeit einer deutsch-englischen

7 sRochdruck o-ifoten.)

Der Alle See

Roman von H. Couttho-Mahler.

(Horttefcun«)

Und wer ist di« Glückliche?" fragte st« ein wenig mokant und sah ihm tief in di« Augen.

Ihr Blick blieb diesmal wirkungslos.

Ruth Ravenport," sagt« et ernst.

Sie öffnete die Augen weit und sah ganz fassungs­los aus.

Ruth Ravenport? Wer ist denn da»? Doch nicht eine Verwandte eures Bankier» Ravenport?"

Doch. Es ist seine Tochter."

Hilde schüttelte verwundert den Kopf.

Ich bitte dich ist denn Ravenport so reich, daß seine Tochter überhaupt für dich in Frage kommt?"

Wieder rötete stch fein Gesicht unwillig.

Er ist mehrfacher Millionär."

Hilde sprang auf.

Da bin ich allerdings äußerst erstaunt. Da» sieht man diesem Menschen gar nicht an. Ist denn das ganz sicher, Hans Rochus?"

So sicher, als ihm Rochsberg verfallen war mit allem, was früher dazu gehörte."

Sie legte die Hand auf feine Schulter.

Er saß ganz still und rührte sich nicht.

Dann wünsche ich dir Glück, Hans Rochus," sagte st« leis« und beugte stch zu ihm herab.

Ihre Räh« trieb ihm das Blut rascher dutch die Adern. Er stand auf und trat von ihr fort, weil er die Selbstbeherrschung nicht verlieren wollte. Sie bemerkte sehr wohl seine Erregung, und in ihren Augen blitzte e» triumphierend auf.

3$ danke dir," erwidert« er.

ciluiiil

46. Jahrg.

1911.

Marburg

Mittwoch, 25. Januar

mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

und den Beilagen:Nach Feierabend",Fürs Haus" undLandwirtschaftliche Vellage.

TicLberhessische Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der e>onn= und Feiertag«. Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich durch rte Pop bezogen 2.25 M (ohne Bestellgeld), bei unseren ZeU^ngsstellen und der Expedition (Markt 21), 2.00 M frei ins Haus (Für unver­langt zugesandte Manuskripte übermmmt die Redaktrm, kernerki Verantwortung.) Druck der Univ.-Buchdruckerei 3. A. Koch, (Inh..

Dr Hitzeroth.) Markt 21, Telephon 55.

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Verständigung näher gerückt haben, in Frank­reich in Aezug auf die entente cordiale etwas skeptischer geworden. England würde, so be­fürchtet man, einsehen, daß ein französisch-eng­lischer Widerstand gegen die deutsche Politik ohne russische Hilfe noch weniger ausrichten würde, als er mit dieser Hilfe ausge­richtet hat, und einer solchen Gegnerschaft müde, es vorziehen, sich mit einem Rivalen, den es doch nicht unterkriegen kann, zu vertragen. Da mag ein demonstratives Auftreten der entente cor­diale ganz nützlich {ein.

Dazu haben sich die Franzosen die Vlissinger Frage ausgesucht, die offenbar sich ganz gut zu einen solchen Versuch eignet. Erstens deshalb, weil ein solches Vorgehen gegen die Vlissinger Befestigung weit mehr im Interesse Englands als Frankreichs liegt und daher England gewiß getreulich sekundieren wird. Zweitens, weil die Vlissinger Frage auch in Holland selbst bekannt­lich heiß umstritten und es noch ganz ungewiß ist, ob die Anhänger oder die Gegner des Planes schließlich die Oberhand gewinnen werden. Un­ter diesen Umständen ist es sehr leicht möglich, daß der englisch-französische Widerstand und die Möglichkeit von den Holländern immer sehr un­bequemen internationalen Schwierigkeiten den Ausschlag gegen das Befestigungsprojekt geben wird, oder daß dieses auch ohne diese französisch- englische Aktion zum Scheitern kommt. Dann hat Frankreich seinen Sieg, die entente cordiale steht neubekräftigt da, und wieder einmal sind Scheinerfolge Frankreichs gleichzeitig sachliche Erfolge Englands

Politische Umschau.

Der rote Sonntag.

Mit demWeltfeiertag" am 1. Mai ist man hereingefallen; noch einige Jahre weiter und man hat ihn vergessen. Statt dessen bürgert stch in der Internationale der 3. Januarsonntag als weltgeschichtliches Datum ein, denn an diesem Tage führte 1905 der Priester Eapon, der später alsübler Verräter" von den Genossen erkannt und ermordert wurde, die Petersburger Arbei­ter vor das Winterpalais, wo dann der bekannte Zusammenstoß mit den Truppen erfolgte. Dies­mal ist der Tag in Petersburg vollkommen ruhig verlaufen; es gab nur den üblichen Pilgerzug zum Friedhof, wie bei uns zu denMärzgefalle­nen". In Deutschland wurde zuerst 1906 der Versuch gemacht, denroten Sonntag" zu einem Massensturm gegen das Königliche Schloß in Berlin zu benutzen. Die Geschichte mißlang dank der gründlichen Arbeit der Polizei vollständig, und der Kaiser machte am selben Abend eine Fahrt int offenen Automobil durch die Menschen­massen selbst der entfernteren Stadlguartiere, ohne daß es zu dem geringsten Zwischenfall kam. An dem diesjährigen Sonntag ist wieder zu

Dl« Generalin kam zurück und Hilde rief ihr entgegen:

Denke nur, Mama, eine überraschende Neuigkeit. Aber setze dich erst Hans Rochus hat sich verlobt. Mit Peter Ravenports Tochter."

Die Generalin war aber mindestens ebenso er­staunt wie Hilde.

Ravenport» Tochter? Hat er denn eine Tochter?" Eh« Hans Rochus antworten konnte, tat es Hilde für ihn.

Za. ja Mama. Und Millionär mehrfacher Millionär ist er außerdem, du darflt Hans Rochus gratulieren."

Ihre Mutter setzte eine mütterlich wohlwollende Miene auf.

Wirklich, Hans Rochus? Darf ich dir Glück wünschen?"

Du darfst es, gnädige Tante."

Mein Gott, das ist ja eine frohe Nachricht. Run bist du doch mit einemmale aus der scheußlichen Lage. Zch hatte so große Sorge um dich. Knappe Verhältnisse, wie wir sie zum Beispiel gewöhnt, find doch unerträglich für dich. Und Ravenport Millionär? Nun soll einer sagen davon ahnt doch kein Mensch etwas. Er lebt doch so still und zurückgezogen in seinem düsteren Hause. Und darin ist nun die künftige Gräfin Rochsberg auf gewachsen?

Meine Braut ist lange Jahre in einem französt- schen Pensionat gewesen."

Hilde hatte sich wieder in ihren Sessel ge­schmiegt.

Ist sie schön, Hans Rochus?" ftegte sie voller Reugier.

Er fühlte sich unbehaglich.

Schön? Zch weiß nicht, ob ich sie so nennen darf. Jedenfalls» eine eigenartige Erscheinung," et« wibette et. WWVTW J 1

einergewaltigen Demonstration" aufgefordert worden. Namentlich in Berlin wurden Hundert­tausende von Flugblättern, die zum Bersamm- lungsbesuch aufforderten, verbreitet, alle mit demschönen" Motto:Ich bin ein Preuße, kennt Ihr meine Schande!" In 32 Versamm­lungen Groß-Berlins wurde demonstriert, ebenso in anderen Großstädten. Und alles verlief ruhig. So hat die Sozialdemokratie ihre Leute in der Hand!", frohlockt die rote Presse. Aber die Wahrheit wird wohl sein, daß man im Wahl­rechtsradau und im Landfriedensbruch ein Haar gefunden hat, feit die Schutzmannschaft Karabiner erhalten und der Minister des In­nern erklärt hat, man werde Krawalle auch in Zukunft niederschlagen. AnWeltfeiettagen" fehlt es dem Umsturz nicht, wohl aber an der Macht zu ihrer Durchführung. Sonst würden wir nicht nur am Datum von Gapons Komödie, sondern auch an dem der portugiesischen Ope­rettenrevolutionetwas erleben" und alle Kö­nigsmörder der Geschichte feiern müssen.

Deutsches Reich-

51. Bersammlung Deutscher Philologen und Schulmänner in Posen 1911. Die bevor­stehende 51. Versammlung Dc'ttscher Philologen und Schulmänner, für die der genaue Termin aus verschiedenen Gründen bis vor kurzem zwei­felhaft war, wird wie nunmehr endgültig fest­steht, vom 3. bis 6. Oktober d. I. in Posen statt- finden.

Der Entwurf über Erwerb und Verlust der deutschen Staatsangehörigkeit. Wie die Ins " auf eine Anfrage erfährt, befindet sich der Gesetzentwurf über den Erwerb und den Ver­lust der deutschen Staatsangehörigkeit gegen­wärtig zur Durchberatung beim preußischen Staatsministerium. Nach dem Stande der Dinge ist die Einbringung des Gesetzentwurfs in den Bundesrat zur weiteren gesetzlichen Behandlung in ca. 8 Tagen zu erwarten.

Ernteschätzungen der Welt. Berlin, 23. Jan. Nach den Mitteilungen des internatio­nalen landwirtschaftlichen Instituts stellt sich die Weizenernte in Argentinien aus 37 100 000 Dop­pelztr., Chile 9 827 000, Australien 24 422 000, Neuseeland 1 905 000. Die argentinische Hafer­ernte wird auf 5 900,000 Tonnen geschätzt. Hebet den Herbstanbau enthält der Bericht fol­gende Angaben in Prozenten des Vorjahres: Weizen: Belgien 101, Dänemark 103, Spanien 101,5, Canada 100, Vereinigte Staaten 102,5, Britt sch Indien 103. Bulgarien 101. Roggen: Belgien 98. Dänemark 99,6, Spanien 108,5, Ver­einigte Staaten 96.8. Die Gesamtproduktion der nördlichen Westhälfte wird vom internationalen landwirtschaftlichen Institut wie folgt geschätzt: Für Weizen 881 520 000 Dovpelztr. oder im Ver­hältnis zum Ertrage des Vorjahres 100,3 pCt.,

Also häßlich." dachte Hilde befriedigt. Sie ge- hötte zu den Frauen, die allein schön sein und keinen Anbeter verlieren wollen.

Laut fuhr sie fort zu fragen:

Blond oder brünett?"

Sie Hai dunkles Haar und dunkle Augen."

Groß oder klein?"

Größer als du."

Zch bin schrecklich neugierig, sie zu sehen. Du mußt sie zu uns bringen, Han» Rochus, und bald - hörst du?"

Vor der offiziellen Verlobung wollten wir natür­lich keine Besuche machen."

Aber mit uns machst du eine Ausnahme. Wir find doch deine einzigen Verwandten," rief die Generalin mit großer, zur Schau getragener Herz­lichkeit. der jedoch die echte Wärme fehlte.

Zch werde Ruth bitten, euch mit mir in den näch­sten Tagen einen Besuch zu machen."

Das erwarten wir bestimmt, Hans Rochus. Du darfst uns doch nicht wie Fremde behandeln," rief Hilde lebhaft.

Hans Rochus sah mit gemischten Gefühlen in Hildes Augen, die ihn heute plötzlich wieder mit dem alten Feuer anstrahlten. Weshalb tat sie bas° Weckte es ihr Interesse an ihm, daß er verlobt war? Wollte sie probieren, ob ihr Zauber trotz seiner Ver­lobung mit einer anderen noch Macht über ihn besaß?

Ste ist eine Kokette, ein gefallsüchttges, ober­flächliches Geschöpf. Du bist ein Narr, daß du noch einen Gedanken an sie verschwendest," sagte er sich selbst, und mühte sich, ihre Blicke zu vermeiden.

Als Kracht kam, ftag ihm Hilde entgegen.

Hans Rochus ich daff doch Willy die große Neuigkeit anvettrau««? Er gehött doch zur Kamilte." '

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Roggen 418 539 000 Doppelztr. bezw. 96,1 pCt.. Gerste 297 499 000 Doppelztr. bezw. 94,4 pCt.» Hafer 603 182 000 Doppelztr., bezw. 95,1 pCt.» Mais 946 070 000 Doppelztr. bezw. 114,8 pCt.

Ausland.

** Die Unruhe« in Hankau. Hankau, 23. Ian. Die Lage ist ruhiger. Seeleute und Frei­willige sind Tag und Nacht alarmbereit. 2000 Mann chinesischer Truppen sind in die europäi­schen Niederlassungen eingerückt. Wie berichtet wurden zwölf Chinesen getötet und dreizehn ver­wundet. Von den Fremden wurde niemand ver­letzt. Die Vertreter aller Nationen ersuchen tele­graphisch um Beistand.

Die Moabiter Straßenkrawalle vor dem Schwurgericht.

Berlin, 23. Januar.

Nach Eröffnung der heutigen Sitzung nahm noch einmal der Rechtsanwalt Heinemann das Wort zu einigen Ausführungen rechtlicher .»atur. Er bezeich­nete die Taten der Angeklagten alsDumme Jungen­streiche", die durch die Untersuchungshaft genügend gebüßt seien. Der Staatsanwalt bleibt demgegenüber dabei, daß die Tatbestandsmerkmale des Aufruhrs und Landfriedensbruches gegeben seien, denn man dürfe die Straftaten nicht aus dem allgemeinen Rah­men herausgreifen. Auch hätten sich die Schutzleute in der rechtsmäßigen Ausübung ihres Amtes be­funden. Bert»idiger Justizrat Friedmann hält die Teilnahme der Angeklagten an den Exzessen des Jan­hagels nicht für erwiesen. Die wirklich Schuldigen seien von der Polizei nicht gef ßt worden. Der Vor­sitzende Landgettchtsdirektor Unger erteilt dann en Ges-^worenen die Rechtsbelehrung. Er macht die Geschworenen darauf aufmerksam, daß sie an diese Rechtsbelehrung nicht gebunden seien, sondern nur das Gesetz und ihre Ueberzeugung. Bei Erwähnung der polizeilichen Mißgriffe erklärt der Vorsitzende: Wer Polizeibcamte angreift, die Ausschreitungen be­gehen, greift die Polizei nicht recht-widttg an. Wenn ich auf den schrecklichen Fall des getöteten Arbeiters Hermann eingehe, so hätte derjenige, der dreier Brutalität entgegengetreten wäre, keinen rechts­widrigen Angriff auf die als Täter in Betracht kom­menden Polizeibeamten begangen, selbst dann nicht, wenn er etwa einen wohlzezielten Revolverschuß ab­gegeben hätte. Gegen 11 Uhr ziehen sich die Ge­schworenen zur Beratung zurück. Sie erscheinen gegen 1 Uhr noch einmal im Saale und lassen stch vom Vorsitzenden noch eine Rechtsbelehrung r eben. Die ihnen vorgelegten Fragen lauten auf schweren und einfachen Landfriedensbruch, schwe.en und einfachen Aufruhr, Sachbeschädigung, Widerstand gegen die Staatsgewalt, Beleidigung und groben Unfug. Bei sämtlichen Fragen wird die Unters age nach mildern­den Umständen gestellt.

Etwa um 6 Uhr nachmittags erscheinen die Ge­schworenen wieder im Saale und der Obmann ver- fiinbet den Wabrspruch der Geschworenen. Daraus zieht sich der Gerichtshof zur Beratung zurück. Gegen Uhr verkündet der Vorabende Landgerichts- direkkor Unger folgendes Urteil:

Meinetwegen," erwidette dieser mehr ärgerlich als höflich.

Hu so ein böses Gesicht. Schütze mich vor ihm, Willy, er sieht aus, als möchte er beißen," scherzt« sie.

Kracht zog sie fest an sich.

Weh dem, der dir auch nur ein Härchen krümmt, Liebling. Ich lege dir ihn tot zu Füßen," erwidette dieser, und trotz des scherzhaften Klanges bebte feine Stimme von verhaltener Zärtlichkeit.

Hörst du es, Hans Rochus? Run nimm dich in Ächt." 1

Ich tue dir gewiß nichts zu leibe," sagte Hans Rochus, scheinbar auf den Scherz eingehend.

Also hör zu, Willy es gibt ein neues Braut­paar. Hans Rochus bat sich verlobt mit Ruth Ravenport. Vorläufig erfährst du es unter Diskretion."

Die Herren schüttelten sich die Hände und tausch­ten freundschaftliche Worte. Kracht wußte, daß Hans Rochus eine Geldheirat machen mußte, um sich z« halten. Er enthielt sich jeder Frage. Außerdem ließ ihn Hilde gar nicht viel zu Worte kommen. Sie tändelte und koste mit ihm, und er vergaß dabei alle» um sich her.

Hans Rochus verabschiedete sich bald. Er mußt« noch einmal versprechen, Ruth bald zu den Dame« zu bringen. : - .'

Planlos lief er durch die belebten Straßen. Di« Menschen hasteten an ihm vorbei, er ließ feine Augen gleichgültig über sie dahinstreifen. Da fesselte plötzlich eine schlanke, weibliche Gestalt seine Auf­merksamkeit. Sie war eben aus einem Geschäft auf die Straße getreten und ging in mäßiger Entfernung vor ihm her. Etwas in ihrer Haltung fiel ihm auf. War das Ruth? .

(FortfetzARg folgt) - *