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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
und bett Beilagen: „Nach Feierabend", „Fürs Haus" und „Landwirtschaftliche Beilage.
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Marburg
Sonnabend, 21. Januar
1911.
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46. Jahrg.
Erstes Blatt.
Der heutigen Nummer liegt bei Kreisblatt Nr. 6.
Die deutsche llnterseebootsabteilung.
Nach einer Meldung aus Kiel befinden sich nunmehr acht deutsche Unterseeboote im Dienste, und zwar teils als Unterfrebootsflottille, teil» als Ausbildungsfahrzeuge für die Unterseeboots- kchule. Für den letztgenannten Zweck dienen die ältesten Boote. Die Unterseebootsflottille und Unterseebootsschule sind an die mit dem vorigen Oktober neu geschaffene Organisation der Unterseebootsabteilung in Xici uuWvl..,.v|jen und mit ihr zugleich entstanden. Die seit Jahrzehnten als mustergültig erwiesene Organisation der Torpedoabteilungen, welche setzt ja übrigens zu Torpedodivistonen erweitert worden find, hat der Unterseebootsdivision organisatorisch als Muster gedient. Die beiden Waffen sind ja auch sehr nahe verwandt, und der Dienstbetrieb für beide hat die mannigfachsten Berührungspunkte sowohl hinsichtlich der Ausbildung und der militärischen Verwendung, wie auch hinsichtlich der zweckmäßigsten Art der Verwaltung. Auch die Torpedoabteilungen verfügten von Anfang an neben den Bootsdivisionen, deren Zweck ausschließlich militärischer Natur war, über sogen. Schulboote.
Das Kapitel der Schule oder Ausbildung nimmt im 'lnterseebootswesen zweifellos noch einen gröberen Raum ein und besitzt eine noch größere Wichtigkeit, wie im Torpedobootsbetriebe. Das Unterseeboot ist mit Mechanismen aller Art vollgestopft, es verlangt von jedem Manns der Besatzung verhältnismäßig hohe technische Kentnisse und praktische Fertigkeit und erfordert vor allem auch schon für das einfache Fabren an der Wasieroberfläche oder unter Wasier einen besonderen Zeitraum der Gewöhnung. Dieser muß den Beweis erbringen, ob der Matrose, Heizer, Unteroffizier und Offizier für diesen so ganz besonderen Dienst geeignet ist oder nicht. Auf einem so kleinen Fahrzeuge gibt es keine unnötige Person an Bord, sondern jeder einzelne Mann hat eine wichtige Verrichtung, die seine ganzen Fähigkeiten erfordert, ir b deshalb darf auch nur solches Menschenmaterial verwandt werden, welches pbvsislb. intellektuell und nicht zum wenigsten auch moralisch durchaus auf der Höhe stebt. Für diese notwendige Auslese bildet die Unter- fech" schule das Sieb.
Die Unterseebootflottille, deren Zusammensetzung im einzelnen bisher öffentlich nicht bekannt gegeben ist, befindet sich naturgemäß militärisch jesit und bis auf weiter-s noch im
14 (Rachbruck verboten.)
Der stille See.
Roman von H. Csurths-Mahlee.
(Fortsetzung.)
Hilbe war froh, daß er es so ruhig hinnahm. Sie faßte seine Hand.
„Erst sag mir, baß bu nicht mehr böse bist."
„Nein, ich bin nicht böse," erwiberte er, gab aber ihre Hand ohne Druck frei.
Sie merkte es und warf den Kopf trotzig zurück.
„Ich habe mich mit Kracht verlobt," sagte fie.
Er sah vor sich nieb r.
„So — mit Kracht. — Dann kann ich dir gratulieren. Er ist nicht nur enorm reich, sonbern auch ein selten guter und liebenswürdiger Mensch. Nimm meinen Glückwunsch entgegen."
Er richtete sich auf unb küßte ihr mit konventioneller Höflichkeit bte Hanb.
Sie dankte ihm in gleicher Weise, unb es entstand danach eine Pause. Endlich sagte fie leise, einschmeichelnd:
„Hans Rochus, mach doch nicht so ein trauriges Gesicht. Sieh — für dich ist es b^ 4att die höchste Zeit, daß du dich nach einer vermögenden Frau um- fiehft. Ich will dir helfen — ja? Ich suche dir eine Frau aus, die nicht nur reich, sondern auch liebenswürdig ist.«
Am liebsten hätte er ihr voll Biterekit in da» Gesicht gelacht.
„Du bist zu gütig, Hilde. Aber ich muß danken. Dkach dir um mich keine Sorgen," sagte er ruhig.
• „Dann fei aber nicht mehr so traurig. Kracht Dann jede Minute hier sein. Er braucht dir nicht» ßmzumerken." |
Versuchsstadium. Ihr liegt ob, Grundsätze für die Taktik und auch die Strategie des Unterseeboots nach jeder Richtung hin festzulegen und Theorie und Praxis durch wechselseitige Einwirkung aneinander zu entwickeln. Es wäre sehr interesiant, wenn über diese Dinge gelegentlich einmal Zuverläsiiges veröffentlicht werden dürste, aber vorläufig besteht dafür keine Wahrscheinlichkeit, und ihre Schweigsamkeit darf man der Marineverwaltung nicht verübeln, denn fie ist wohl angebracht. Wir wissen nur, daß schon in den vergangenen Herbstmanövern der deutschen Flotte Unterseeboote mitgewirkt haben und man erstaunt über ihre Leistungen und Erfolge gewesen ist. Auch über sehr gute Marschleistungen ist manches in die Oeffentlichkeit gedrungen; man kann mit ihnen zufrieden fein. Freilich ist zu beachten, daß man über die Leistungen der neuesten Boote n^ch nichts weiß, daß aber gerade von ihnen dem Vernehmen nach eine ganz erhebliche Steigerung der Leistungen erwartet werden dürfte. Abgesehen von den acht in Dienst befindlichen Unterseebooten ist noch ungefähr ein halbes Dutzend fertig oder der Fertigstellung nahe. Alles in Allem: die Sache befindet sich auf gutem Wege.
Amtlicke Darstellung des Unglücks des Umerseebootes „U 3*.
In der gestrigen Sitzung der Budgetkommis- fion des Reichstags verlas Staatssekretär v. Tir- pitz nachstehendes amtliches Telegramm aus Kiel über die Ursache und den Verlauf des Unfalls des Unterseebootes „ll 3":
„U 3" machte am 17. Januar vormittags in der Heikendorfer Bucht Trimmübungen, wobfi durch Füllen der Tanks das Boot in tauchbereiten. Zustand gebracht wird, ohne daß eine eigentliche Unterwasserfahrt stattfindet. Das Boot taucht soweit ein, daß das Deck eben unter Wasser kommt, während der Kommandoturm über Wasser bleibt. Als Begleitboot fungierte „ll 1". Außer der etatsmäßigen Besatzung von zwei Seeoffizieren, einem Ingenieur und 18 Mann hatte „ll 3" 10 Unterseebootsschüler an Bord, nämlich drei Seeoffiziere, zwei Ingenieure und fünf Mann. Als beim ersten Trimmen der umgelegte hintere Ventilationsmast ins Wasser kam, trat durch den Schieber, der diesen' Mast gegen das Boot abschließt, aus bisher unerklärter Ursache
Wasser in schnell steigender Menge in den Maschinenraum
ein. Der Komandant ließ sofort die hinteren Ballasttanks ausblasen, um das Boot hinten zu erleichtern. Außerdem wurde versucht, das eindringende Wasser mit der Lenzpumpe auszupumpen. Die Sicherheitsgewichte wurden gelöst und fielen, zugleich wurden Televbonboje und
Er lächelte bitter. Ihre Sorge um ihn galt also nur dem Umstand, daß Kracht keinen Verdacht schöpfte.
„Sei besorgt, ich werde mich zu beherrschen wissen. Außerdem weiß Krackt, als mein Freund, daß ich in swwiettgen Verhältnissen stecke. Er wird begreiflich finden, daß ich nicht so lustig bin."
Die Generalin trat wieder ein und tauschte einen forschenden Blick mit Hilde aus. Hans Rochus fing diesen Blick auf. unb ein starkes Unbehagen nahm von ihm Besitz. Er wußte nun, daß die beiden Damen im Einverständnis waren.
„Krachts Wagen ist eben vorgefahren, Hilde", rief ihr die Mutter wie warnend zu.
„Es ist gut, Mama. Hans Rochus habe ich meine Verlobung schon heute mitgeteilt. Er gehört doch zur Familie."
„Allerdings. Was sagst du dazu, Hans Rochus? Macht Hilde nicht eine glänzende Partie?"
„Gestatte, daß ich dir meine Glückwünsche dabringe, gnädige Tante."
„Ich danke dir, Hans Rochus. Mache es nur Hilde bald nach."
Er neigte nut stumm das Haupt. Kracht trat ein. Mit strahlendem Lächeln begrüßte ihn Hilde, als hätte sie ihn sehnlichst erwartet.
,Hans Rochus ist eingeweiht", sagte sie lächelnd.
Die beiden Freunde reichten sich die Hand, und Hans Rochus empfand plötzlich Mitleid mit Kracht. Es war ihm sehr unangenehm, mit ansehen zu müssen, und liebte Hilde gewiß von ganzem Herzen. Daß sie in ihm nur die reiche Partie sah, wusste er gewiß. Er war ihm sehr unangenehm, mit ansehen zu müssen, daß Hilde Kracht gegenüber scheinbar in Liebe und Zärtlichkeit aufzugehen schien. Obwohl er wußte, daß
Hebebojen steigen gelassen. Trotz dieser Maßregeln stieg das Wasser im Maschinenraum schnell soweit, daß der Raum verlassen werden mußte. Die Leute zogen sich zunächst in die Zentrale zurück und schlossen das Schott, welches auch zunächst dicht hielt. Infolge der eingetretenen starken Neigung des Bootes floß vermutlich in den einzelnen Akkumulatorenzellen Säure über, wodurch Kurzschluß entstand und einige Hartgummikästen, in denen sich die Akkumulatoren befinden, zu rauchen anfingen. Wegen des entstehenden Qualmes gab der Kommandant den Befehl, daß die Besatzung sich hinter das druck- feste Schott des Torpedoraumes (also des vordersten Raumes zurückziehen sollte.
Er selbst blieb in der Zentrale und blies von dort aus nunmehr auch die vorderen Ballasttanks aus, um das Boot vorn, wo sich die Mannschaft befand, zu entlasten und über Wasser zubringen. Der Aufforderung, mit in den Torpedoraum zu kommen, folgte der Kommandant nicht, sondern ging, als er es wegen der Chlordämpfe in der Zentrale nicht mehr aushalten konnte, in den Kommandoturm, um von dort aus das Ausblasen der Ballasttanks fortzusetzen. Spater lief auch die unter dem Kommandoturm belegens Zentrale durch nachdringendes Wasser teilweise voll.
Der Unfall war von „U 1" sofort bemerkt worden. Durch Telephonboje des gesunkenen Bootes wurde die Meldung anfgenommen: „Der Hintere Teil ist voll Wasser g el a u f e n.« Eine wettere Verbindung durch die Telepbonboje war nicht möglich, da inzwischen die Zentrale, in der sich das Telephon befindet, verlassen worden war. Durch Vermittlung des kleinen Kreuzers „Augsburg" wurde die Hilfe der Torpedoinspektion und Werst angerufen. Ta das Hebeschiff „Vulkan" zur Erledigung der periodischen Bodenreintgung im Dock lag, war als erster der Werftkran im Verlaufe einer knappen Stunde zur Stelle. Da nach Lage des Bootes angenommen werden mußte, daß die Besatzung sich vorn befand, wurde mit dem Kran das Vorderteil de» Schiffes soweit angehoben, daß die Mündung der dort liegenden Torpedolanzierrohre über Wasser kamen. Diese Art des Vorgehens schien nach Lage der Sache den schnellsten Erfolg zu versprechen. Auf Heranziehung des „Vulkan", der um 1,25 Uhr mittags eintraf, und der allein imstande war, das Boot in horizontaler Lage zu heben, wurde aber zunächst verzichtet, zumal der Schwimmkran zu dieser Zeit seine Takel durch Taucher schon ein- geschäkelt hätte. Durch die Torpedolanzierrohre wurden
die im Torpedoran« befindlichen 28 Leute gerettet.
Da das Schott zwar wasserdicht, aber nicht gasdicht ist, hatten sie unter den durch das Schott
ihr Wesen nicht echt war, tat ihm doch bas Hetz weh vor Eifersucht. Gar zu reizenb unb holdselig sah bas scköne Mädchen aus. Die weich», schmiegsame Grazie, ihre Bewegunaen, bas süße kosende Plaudern, bte tiefen, heißen Blicke — all bas kannte er an ihr, unb hotte es für ben Ausfluß ihres innersten Wesens gehalten. Es hatte auch ihm einmal gegolten. Nun verschwenbete sie all ben betörenben Zauber an ihren Verlobten, .unb obwohl er nun wußte, baß es nur Komöbie war, er neibete Kracht doch jeder ihrer Blicke unb konnte seine Augen nicht von ihr abwen- ben. Schließlich konnte er es nicht länget ertragen «nh verabschiedete sich unter bem Vorwand einer getroffenen Verabredung.
Tief vetsttrnrnt und niedergedrückt schritt et seiner Wohnung zu. Das Leben erschien ihm schrecklich öde und schal. Lohnte es sich denn, es wetterzuführen und diese elende Komödie weiterzuspielen? War es nicht besser, er machte Schluß und rettete sich wenigstens das eigene Selbstbewusstsein in das dunkle Nichts hinüber? Was hatte er denn vor Hilde voraus? Durfte er ihr einen Vorwurf machen? Tat et nicht das Gleiche? Freilich — fie heuchelte Liebe, wo fie keine emfanb. Das brauchte et gottlob nicht. Ruth Ravenport gab und verlangte keine Liebe von ihm. Er durfte ihr gegenüber wahr und ehrlich bleiben. Das allein machte ihm das Verhältnis et» träglich. Unb war nicht Ruths kühles, nüchternes Benehmen achtenswerter, als Hildes Zättlickkeiis- komöbie? Freilich, Kracht hätte fie wohl nicht zu feiner Braut gemacht, wenn er an ihrer Liebe hätte zweifeln müssen. Wollte fie ben rechten Mann haben, mußte fie ihn burch biefes Spiel erwerben. Das hatte Ruth Ravenpott nicht nötig. Sie schenke ihrem Verlobten mit ihrer Hand das Schloß seiner Väter zurück und ein großes Vermögen dazu. Warum tat
nachdringenden Dämpfen zu leiden gehabt. Sie haben sich nur dadurch solange halten können, daß ihnen durch den vorgesehenen Rotluft-An- schluß Luft von außen durch die Rettungsmannschaften zugeführt wurde und fie die im Unterseeboot befindlichen Mittel für Lufterneuerung in vollem Maße ausnutzten.
Inzwischen war festgestellt worden, daß fich der Kommandant, der Wachoffizier und der Rudergänger im Kommandoturm befanden. Mit diesen wurde eine Verständigung hergestellt und aufrecht erhalten durch beschriebene Tafeln, welche vor die über Wasser ragenden Sehrohre gehalten wurden. Die Antwort erfolgte durch Bewegen der Sehrohre entsprechend den Zeichen des Morsesystems. Der Versuch, dem Turm Lust durch die Sehrohre zuzuführen, gelang nicht, da die Insassen des Turmes den unteren Verschluss der Sehrohre nicht zu öffnen vermochten. Die Antworten über das Befinden lauteten zunächst gut, später ungünstiger, sodaß höchste Eile geboten schien. Infolgedessen sollte versucht werden, mit Hilfe der schon eingeschäkelten Takels eines zweiten herangekommenen Werftkranes das Hinterteil des Bootes soweit zu heben, daß der mittschiffs gelegene Turm über Wasser kam. Hierbei brachen die um das schwere vollgesogene
Hinterschiff gelegten Hebestroppen zweimal, sodaß nunmehr um 6^ -*)t abends nichts anderes übrig blieb, als das Boot nun auch vorne auf den Grund zu senken und mit Hilfe des „Vulkan" horizontal zu heben. Dies gelang um 4 Uhr 35 Min. morgens. Der Turm war trocken und von giftigen Gasen frei. Alle drei Insassen, Kapitänleutnant Ludwig Fischer, Leutnant zur See Kalbe und Torpedomatrose Rieper wurden vorgefunden, wie fie
auf ihrem Posten in ruhiger Haltung bis zu« Schluß
ausgehalten hatten. Das Benehmen der ganzen Besatzung war mustergiltig. Die zuerst geretteten Leute beteiligten fich ohne weiteres an den Rettungsarbeiten. Menn es auch nicht gelungen ist, alle Leute der Besatzung zu retten, so ist doch die Rettung von 28 Mann und die Bergung des Bootes mit großer Freude und Genugtuung zu begrüßen. Alle an den Bergungsarbeiten Beteiligten haben in 2ttstündiger angestrengtester und aufopferunasvollster Arbeit ihr Bestes getan, um das Leben der gefährdeten Kameraden zu retten. An Tauchern standen die ausgebildeten Ilnterfeebootstaucher und eine Ta>'cher- gruppe des Kanalamts zur Verfügung. Die genaue Ursache der Havarie wird sich erst im Dock feststellen lassen. Das Eindecken erfolgt am 19. Januar vormittags. Das Befinden der geretteten Leute ist gut.“
Auch aus der Mitte der Kommission wirb dem Verhalten der Besaitung höchste Anerkennung gezollt. Von fortschrittlicher Seite wird lebhaft gegen A««lasi'""t->n b»n boi-traen ..Tag"
fie es nut? Wirklich nur, um Gräfin Rochsbetg zu heißen unb in seine Kreise eingeföhrt zu werben?
Bisher hatte Hans Rochus ziemlich gedankenlos in ben Tag hineingelebt, ohne fich Sorgen Übet bie Zukunst zu machen. Er hatte wohl längst gewußt, baß er eines Tages bem Ruin eegenüberstehen würbe, unb gleich vielen seiner Standesgenossen wat rhm eine reiche Heirat als das einzige erschienen, fich wieder statt zu machen. So war ihm Ravenpotts Vorschlag nicht so ungeheuerlich ersckienen. Es wat ihm fast angenehm gewesen, daß fich bas alle» so leicht unb spielenb machte. Nur bet Gedanke an Hilde hatte ihn bedrückt. Unb nun wat er auch dieser Sorge lebig. Aber statt nun erleichtert aufzuatmen, fing er an zu grübeln. Es wat burch alle diese Verhältnisse etwas in ihm wachgetufen worden, was fich nicht zum Schweigen bringen lassen wollte. Hatte er früher ernsten Eedank-n nachhär.gen wollen, dann hatte ihn sein leichtlebiger, immer zu Lust und Freud» aufgelegter Vater schnell wieder mit in den Strubel ber ßebensfreuben hineingerissen. Jetzt hatte er niemand mehr, der ihn feinen Grübeleien entriß. Wenn er all die Jahre nicht so toll darauf los gelebt unb auch den Vater ernster beeinflußt hätte — ob be Rochsberg nicht zu halten gewesen wäre, auch ohne Ruth Ravenpott? Wenn er ben Abschied schon vor Jahren genommen unb Rochsberg selbst bewirtschaftet hätte, mit Einsatz seiner ganzen Kraft? Ob ba bet Ruin nicht aufzuhalten gewesen gewesen wäre? Der Jnspettor hatte ficherlich reichlich in seine Tasche» gewirtschaftet — bet a'te wenigstens, denn für bee neuen, bet erst ein Jahr auf Rochsberg weilte, war nickt viel übrig geblieben. Wenn er fich beizest« gegen ben Untergang gestemmt hätte, bann wäre Rochsberg durch eigene Kraft zu hatte» gewesen.
(Fortsetz«g folgt.).