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Marburg

46 Jahrg.

a r 1 nt 1 a-ber in der Erped. mitgeteilt werden soll, wird eine Gebühr von

^OntlCrSittfl, 5. JklNUgr 1911. $o Ma. «toben. Druck der Unio. . Buchdruckerei X A. Koch,

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(Inh.: Dr. Hitzeroth.) Mark 21, Telephon 55.

die folgenden Ziffern charakterisiert sein.

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festigt ihre Dardanellen und den Bosporus und har einen Flottenplan ausgearbeitet, auch sonst finden wir Flottenpläne in den Niederlanden, in Nor­wegen und Schweden. Allgemeingut der Erkenntnis in großen und kleinen Staaten ist die Wichtigkeit der Seemacht geworden und auch das vergangene Jahr bedeutet eine Weiterentwicklung in dieser Richtung

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Marinerundschau 1910.

(Bon einem alten Seeoffizier.)

Die Entwicklung der deutschen Flotte hat sich wie kn den Vorjahren auch im Jahre 1910 genau pro­grammäßig abgespielt. Ihre Bautätigkeit, einschließ­lich des Abschlusses früherer Vauleistung, mag durch

sich dazu im ganzen zwölf Schlachtschiffe und Panzer > kreuzer, und von diesen werden im Jahre 1911 fertig drei Schlachtschiffe und ein Panzerkreuzer, daß alsr mit dem Herbst 1911 die deutsche Flotte neun Dreadnoughts zählen wird. Der Marineetat für 1911 verlangt wieder vier große Schlachtschiffe. Der Aus­bau der kleinen Kreuzer und der Torpedobootsflotte hat feinen regelmäßigen Fortgang genommen, ebenso der der llnterseebootsflotille, welche jetzt rund ein Dutzend fertiger Boote zählt. Bei dieser Gelegenheit sei erwähnt, die Schaffung der neuen Unterseeboots­abteilung mit der llnterseeboo sschule zu Kiel. Einen wichtigen Entschluß scheint das vergangene Jahr in der Marineverwaltung gezeitigt zu haben, nämlich den Uebergang zu einem schwereren EeschLtz- kaliber für große Schiffe, freilich läßt sich Näheres nicht sagen, da die Sache geheim gehalten wird. Das gilt auch sonst für beinahe alle militärischen Maßnahmen und Entwicklungen innerhalb der Ma­rine, und mag dies bedauerlich für den Ehronisten

Die Jnsertionsgebühr beträgt für die 7gespaltene Zeile oder deren Raum 15 4, bei auswärtigen Inseraten 20 4, für Reklamen die Zeile 40 4. Bei Wiederholungen entsprechender Rabatt. Jeder Rabatt gilt als Barrabatt Für Inserate, bei denen der Auftrag.

sein, so ist es doch richtig und zweckentsprechend. Auch | die Manöver der deutschen Flotte, wie gewöhnlich ohne Unfall verlaufen, haben sich hinter dem Schleier des Eeheimnisies abgespielt. Im übrigen sei erwähnt, die erfreulich fortschreitende Ausgestaltung der deut­schen Küstenbefestigungen uib Helgolands,. die llebungsfahrten der Flotte mit der vollzählig einge­stellten und bewährten Nasiauklasie. Ins Ausland ging der PanzerkreuzerEneisenau", um sich in Ost- afien seinem SchwesterschiffeScharnhorst" zuzu­gesellen; diese Verstärkung der ostasiatischen Station ist bemerkenswert. Von Mißgeschick ist die deutsche Flotte, abgesehen von einigen Torpedobootsunfällen, verschont geblieben, hat dagegen bei diesen eine An­zahl von Menschenleben zu beklagen gehabt. In den höchsten Komandostellen der Marine hat sich nichts geändert.

Blicken wir nach den anderen Ländern hinüber, so zeigt sich das folgende Bild: England rüstet mit Riesenschritten und unter Aufwand von ungeheuren Mitteln weiter, ein Dreadnought folgt dem anderen, ein Riesenkreuzer dem anderen, fertig find im gan­zen deren vierzehn, und im Bau fünfzehn. Diese einfachen Zahlen sprechen eine klarere Sprache, als alle Reden und Gegenreden. Die britische Admira­lität ist mit der Einführung eines schweren Eeschütz- kalibers, dessen wir schon oben Erwähnung taten, rorangegangen. Organisatorisch ist zu bemerken, daß die Konzentration annähernd aller Streitkräfte an den Nordseeküsten planmäßig festgesetzt wird. Die englische Unterseebootswaffe hat große Fortschritte gemacht. In Frankreich scheint sich unter dem neuen Marineminister eine langsame Aufwärtsbewegung eingeleitet zu haben. Zwei Dreadnoughts werden auf Stapel gelegt, und die sechs Schiffe der Danton- klasse, die aus dem Jahre 1907 stammen, nähern sich ihrer Vollendung. Die fertige Flotte hat zum ersten Male seit langer Zeit vereinigte kriegsmäßige Ma­növer abgehalten, sachgemäße Schießübungen nsw. Die Organisation der Marine befindet sich noch in der Umgestaltung, das militärische Element beginnt die ihm früher verloren gegangene Stellung wieder einzunehmen. Ein langfristiges Flottengesetz steht zur Beratung. In den Vereinigten Staaten wurde mit einem Tempo von zwei großen Schiffen jährlich die Flotte «diter vermehrt, für die kommenden Jahre liegen aber weitergehende Pläne Bereits vor. Die fertige Flotte Übt im Verbände von zwei Geschwa­dern zum erstem Male systematisch in größerem Maß­stabe und machte im Dezember, ebenfalls zum ersten Male, eine Reise nach den europäischen Häfen Eng­lands und Frankreichs. Sorge macht den Ameri­kanern die Rückständigkeit ihrer pazffischen Stütz­punkte und Häfen. Die Entwicklung der japanischen Flotte ist gegen frühere Erwartungen zurückgeblieben, weniger aus Geldmangel, als wegen unzureichender industrieller und technischer Hilfsmittel. Zum ersten Male ist wieder ein großes Panzerschiff in England bestellt worden. Rußland hat vier große Schlacht­schiffe in Bau genommen und will sie auf eigenen Werken fertigstellen; ob es gelingt, steht dahin. Die Organisation der russischen Marine sieht noch auf dem alten Fleck. Italien und Oesterreich haben je vier Schlachtschiffe im Bau, bezw. in Vorbereitung, und alle Anzeichen deuten darauf hin, daß hier tat­sächlich einWettbauen" sich entwickeln wird. Die Türkei hat zwei deutsche Schlachtschiffe gekauft, be-

niert und hält sich zum Abmarsch bereit. Lis­sabon, 3. Jan. Das Amtsblatt veröffentlicht einen Regierungserlaß, daß der Staatsvertrat zwischen Italien und Portugal über die Rente der Königin-Witwe Maria Pia erst nach dem Zusammentritt des portugiesischen Parlaments abschließbar sei. Einstweilen sollen der Königin. Witwe monatlich zwei Kontos Reis gezahlt werden.

** Russisches. Petersburg, 3. Jan. Der Se­nator Elischischinski überlieferte dem Gericht den Chef der Wladiwostoker Festungsingenieure, General Schigalowski, wegen Veruntreuung von zwei Millionen Rubeln.

** Honduras. Rewyork, 3. Jan. Meldungen aus New Orleans besagen: Der frühere Präsi­dent Bonilla sei in der Nähe von Puerto Cortes gelandet und habe sich selbst zum konstitutionel­len Präsidenten von Honduras proklamiert. Es werde täglich ein kombinierter Angriff zu Lande und zur See auf Puerto Cortes erwartet. Der DampferHörnet" ist bereit, die Stadt zu be­schießen, falls sie sich nicht ergibt. Dieser Dam­pfer ist vor kurzem von New Orleans nach Nica­ragua gefahren. Der Gesandte von Honduras in Washington hat dem Staatsdepartement vor­läufig Protest dagegen erhoben, daß das Staats­departement die Erlaubnis zur Abfahrt des Dampfers gegeben habe und dies damit begrün­det, daß das Fahrzeug zu einer revolutionären Unternehmung gegen die Regierung von Hon­duras Verwendung finden solle.

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Ausland.

** Was geht in Portugal vor? Aus Lissabon wird d'emTemps" geschrieben: Was gegen­wärtig in Portugal vorgeht, ist unverständlich. Während die Regierung immer wieder versichert, daß im Lande überall Ruhe herrsche, gibt sie ein Dekret heraus, dessen Bestimmungen die Repu­blik vor Angriffen schützen sollen, das aber weit schärfer gefaßt ist als jenes, welches seinerzeit von dem Diktator Franco zum Schutze des- nigstums erlassen wurde. Danach werden tät­liche Angriffe und Beleidigungen gegen den Chef der provisorischen Regierung, Braga, unter be­sondere Gesetzesparagraphen gestellt. Besondere strafgesetzliche Bestimmungen richten sich auch ge­gen denjenigen, der Angriffe gegen die Republik oder die Autorität der gegenwärtigen Regierung richtet, welcher die republikanische Fahne belei­digt oder falsche Gerüchte ausstreut. Und das alles, trotzdem die bestehenden Gesetze vollauf genügen, um solche Uebeltäter gründlich zur Ver­antwortung ziehen zu können. Madrid, 3. Jan.Jmparcial" meldet aus Vigo: Die Be­hörden in Monsao beschlagnahmten an der por­tugiesischen Grenze zwei Automobile mit Ee- webren, die in portuaiefrtoes Gebiet zu kommen versuchten. Die Garnison von Valenca de Minho wurde auf Befehl der Regierung konsig-

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Derrtsches Reich-

Verleihung. Berlin, 3. Jan. DerReichs­anzeiger" meldet die Verleihung des erblichen Adels an den bisherigen Präsidenten des Ober­landesgerichts Hagens und die Verleihung des persönlichen Ranges als Rat erster Klasse an den Gouverneur Dr. Solf.

Trauerfeier für Major Dominik. Ham­burg, 3. Jan. Heute vormittag fand eine Trauerfeier für den Major Dominik statt. Ver­treten war der Senat der Stadt Hamburg, die Deutsche Kolonialgesellschaft, das Kolonialinsti­tut, die geographische Gesellschaft, die Garnison von Hamburg-Altona und viele deutsch-afrika­nische Firmen. Das Infanterieregiment Nr. 76 stellte die Ehrenkompagnie. Professor Passarge vom Kolonialinstitut hielt die Gedächtnisrede. Ferner sprachen Alfred Stärken für den Verein westafrikanischer Kaufleute. Dr. Friedttchsen für die geographische Gesellschaft. Der Hauptpastor Dr. v. Bröcker segnete die Leiche ein, die dann zum Bahnbof übergeführt wurde.

Roman von Claire v. Glümer.

(Schluß.)

Mit Behagen genoß Wilhelm das Gefühl der Be. freiung aus der Krankenstube, sehnsüchtig grüßte er von weitem die Türme von Elmenach, noch wenige Tage, dann würde ihn ein Weg dorthin führen, dann würde er sich bort die Enscheidung über sein Lebensglück holen. Lingenau hatte bisher von den Feldern geplaudert, an denen sie vorüberfuhren, jetzt ging es in den Wald hinein, da erhob er wie bei­läufig die Frage:Wie denkst Du nun über Deine Zukunft, mein Junge?" Wilhelm erwiderte, er wolle sich um eine Anstellung int Privatdienste be­mühen.

So hast Du Deine Absicht, die Dozentenlaufbahn zu ergreifen, aufgegeben?"

Ja, Onkel Lingenau, es ist zu unsicher, wann ich sie erreichen werde, wie lange mich der Staat Überhaupt auf eine einträgliche Stellung wird war­ten lassen."

Das wird dem Staat aber leid tun, wenn Du seinen Dienst verläßt. Denn steh' mal, was ich hier habe'" Damit zog Lingenau einen Brief aus der Brusttasche, bezeichnete Wilhelm darin eine Stelle, und dieser las folgendes:Lieber Lingenau! Sehr erfreut, von Ihnen wieder einmal zu hören, gratu­liere ich Ihnen zuvörderst zu Ihrem Paten Mar- Nny. Der junge Mann ist durch feine Arbeit in inaßgebenden Kreisen auf das vorteilhafteste ausge­fallen, und ich kann ihm eine Zukunft im könig­lichen Dienste prophezeien. Zuerst wird ihm wahr­scheinlich die Verwaltung einer Oberförsterei über­tragen, aber nach wenigen Jahren ist ihm die Be­

rufung an eine Foistakademie sicher. Ich werde ihn jedenfalls im Auge behalten." Soweit las Wilhelm; auf das wärmste sprach er dem alten Lingenau seinen Dank aus, der aber in gewohnter Rauheit zurück- gewiesen wurde; er habe sich nur bei seinem alten Freunde, der Oberforstmeister im Minist'rium fei, erkundigt, welche Folgen die traurige Tatsache haben könne, daß sein Pate Forstwissenschaft studiert habe; von Verwendung für ihn sei keine Rede.

Beglückt kam Wilhelm nach Hause, eine Grund­lage für seine Zukunftspläne war ihm geworden. Roch an demselben Tage schrieb er an Lore.

Er erinnerte sie an bas Büi bnis, das sie einst geschlossen hatten, Christiane vor unheilvollen Ein­flüssen zu bewahren, nun wolle er bas Sicherste tun und Christiane um ihre Hand bitten, sie, Ta tte Lor., solle aber bas Geheimnis, vor allem auch vor ber Bürgermeisterin, wahren und ihm nvr schleunigst mitteilen, wann sie seinen Besuch bei Christiane für angezeigt halte.

Voll Freuben antwortete bte treue Seele, er solle nicht zögern mit seinem Kommen, sie habe nicht unterlassen können, Christiane auszuhorchen, und babei bie Empfindung gehabt, daß sie sich sehne, ihn wiederzusehen. Und bann möchte er auch deshalb kommen, weil sie, Lore, gegenüber ber Bürger­meisterin so schwer unter dem Geheimnis litte, die alte Frau fei schon so mißtrauisch und mürrisch über ihre lebenslustige Stimmung, die sie nicht verbergen könne.

Also, Wilhelm, Du Nichtsnutz." so schloß ber

(Ro-bdrwd verboten.)

Christiane Tamer.

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fast übermütige Brief bei sonst so verzagten Lore, komm' etlenb und bringe uns den Sonnenschein :"

Haus."

Am folgenden Morgen fuhr Wtthelm nach El­menach. Starke Zuversicht erfüllte ihn, als et die Treppen in der Bürgermeisterei hinausstieg, und

genannten Dreadnoughts sind vollendet und in Dienst: vier Schlachtschiffe der Rassauklasse t...d

mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

und den Beilagen:Nach Feierabend",Fürs Haus" undLandwittschastliche Vellage.

Du mich nicht bescheiden und auch nicht morgen. In den nächsten Tagen erwarte rchmeme E nbe- rufung zum Dienst; wir wollen uns schreiben rote in alten Zeiten; nach einem Vierteljahre aber komme ich wieder und hole mir bie Antwort ans meine Werbung. Bis dahin >:be wohl, Christiane, auf Wiedersehen." Er nahm ihre Hände von den Augen, die sie ihm halb widerstrebend ließ, und suhrte sie an die Sippen.

Auf Wiedersehen," flüsterte sie leise und er ver­ließ das Zimmer.

Draußen kam ihm Lore en'geg n mit einer Wett von Fragen im Blick.Geliebte Tante Lore, sagte Wilhelm,noch ist Christiane nicht meine Braut ab<.r doch darfst Du mir Glück wünschen, sie wird es we-den in einem Vierteljahr. Du aber rede nie davon zu ihr, laß sie erst wieder zur Sicherheit ihres Selbst kommen und pflege mit meine Christiane.

Die Bürgermeisterin, die bettlägerig war, tonnt: Wilhelm nicht begrüßen. Aber Lote durfte sie mtt bet Wenbung in Christiane Tanners Geschick be­kannt machen. Lange konnte sich die alte Frau nicht fassen, sie redete vom Sterben in Freuden und wider­sprach sofort diesem Gedanken:Nein, Lore, noch ein paar Jahre sollst Du mich pflegen, vielleicht dürfen wir noch einmal das Glück sehen." Dann ließ sie bie Enkelin zu sich kommen unb war freundlich und zärtlich zu ihr wie rie zuvor.

In der Hauptstadt aber saß um wenige Stunde» später der alte Parnim an seinem Schreibtisch, wt ihm lag das Bild Mathildens und in den Hände» hielt et den Bericht Wilhelms. Und et schaute bas Kind seiner Liebe an und sagte leise:

Jetzt ruht Gottes Segen auf unserem Kinde. Gott bo* verziehen, Mathilde."

Marburg und Umgegend.

k>achd>::ck aller Cnginalarhkt ist gemäß § 18 bei Urheberrechts nur mit der deutlicher, Quellenangabe .Oberhefl. Zig ' ncffattet.)

Marburg, 4. Jan.

* Der Winter vor 100 Jahren. Hebet den Winter vor 100 Jabren berichtet eine thürin­gisch-sächsische Chronik:1811 war ein merkwür­diges Jahr. Im Januar und Februar ging man barfuß, im Mürz blühten die Bäume, im Mai war völlige Ernte und im August Weinlese."

* Born Hauptzollamt. Im Interesse unserer Leser weisen wir auf die im Anzeigenteil entha.ten« Bekanntmachung des Königlichen Hauptzollamtes m Marburg gern hin unb bemerken auf Ersuchen zur näheren Erläuterung noch folgenbes: Nach dem neuen Stempelsteuergesetz sind säm liche währerck der Dauer eines Ja-res in Geltung gewesenen Miet- und Pachtverträge übet bie in ber Bekanntmachung angegebenen Gegenstände sauch die nur mundttch abgeschlossenen) steuerpflichtig. Dabei ist es ohne Bedeutung, ob ber Vertrag das ganze W hiN- burÄ ober nur eine kurze Zeitlang in Kraft ge­wesen ist. Befreit sinb nut solche Vertrage, bei deneü bet für bie ganze Dauer des Vertrages zu entrichtende Zins zusammen 150 M. nicht ubCTfteigt. Dem Zinse sind alle in Geld bestehenden Neben­leistungen an den Vermieter für Schornstein­reinigung, Müllabfuhr, Beleuchtung, Warmwasset-

roenn ihm bas Herz klopfte, so war es nur vor freudiger Erwartung, die Jugendgeliebte zu sehen und zu gewinnen. Lore empfing ihn oben mit offenen Armen.

Gott sei Dank, daß Du kommst; oh, Wilhelm, nun wird noch alles gut werden!" rief sie mit leb­hafter Freude.

Der Himmel wird es geben, Tante Lore," ent­gegnete Wilhelm, aber wo finde ich Christiane?"

Im Eßzimmer," erwiderte Lore,doch laß es mich ihr sagen, daß Du hier bist, sie möchte sonst erschrecken."

Und Lore ging, ihn anzumelden. Keine Minute dauerte es. da ging die Tür auf, und Christiane ita: Über die Schwelle, ihn ;u empfangen.

Willkommen, Wilhelm, unb Tank, daß Du mich nicht verlassen hast," mit den Worten zog sie ihn ins Zimmer.

Konntest Du denken, Christiane," sagte et mit Erschütterung, ihre Krankheit und Gram verratenden Züge betratbtenb, konntest Du denken, daß ich Dich verlassen würde?"

Nein, Wilhelm," erwiderte sie,Du bist und bleibst mein Freund trotz alles Schweren, das ich über Dich gebracht habe."

Christiane," fiel er ein,was Du mir Schweres bereitet hattest, ist hinfällig geworden: die Gewiß­heit, Dich verloren zu haben. Denfft Du noch an meinen letzten Brief an Dich?"

Sie entzog ihm rasch die Hände, die er bisher in den seinen gehalten hatte, hob sie vor die Augen und sank stillweinend auf den Stuhl vor dem Fenster

,An den Brief," fuhr er fort,knüpfe ich an, nicht an unsere frühere Freundschaft. Und ich wiederhole ms, daß ich Dich Immer geliebt habe und Dich h*be 1 wie zuvor und Dich zm» Weibe begehre. Heut« sollst

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