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Oberhessischen Zeitung in Marburg.
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Souulag, den 29. Januar
1911
Hymkniscke MMverjorgung.
Es gibt zwar noch heute traf dem Gebiete der Gesundheitspflege eine ganze Anzahl von Miß- Mnden, die durch gedankenlose Hebung von etaer Generation auf die andere übergehe», doch fie find im Schwinden begriffen. Das geistige Heranreifen breiter Volksschichten und die aufopferungsvollen Bestrebungen der Männer, die sich di« Propagierung der hygienischen Forderung als Leb-nsziel gesetzt haben, ebnen den Weg, um dem vernünftigen Denken und Handeln in der Gesundheitspflege Geltung zu »erschaffen. Nach dieser Richtung hin darf man sich auch von der Internationalen Hygiene-Ausstellung Dresden, die die großzügigste hygienische Belehrung bringt, die es je gab, besonders viel versprechen. Da die Ausstellung namentlich den Gebieten besonders große Aufmerksamkeit zuwendet, auf denen üble Gepflogenheiten lang« Zeit verderblich gewirkt haben, also Gebieten, die ein besonders dankbares Feld für reformatorische Tätigkeit abgeben, so wird fie sich auch eingehend mit der Milchversorgung beschäftigen. Die Vorführungen werden dem Publikum ein um so größeres Interesse bieten, als sich in der Gruppe Milchversorgung so recht das fruchtbare Zusammenarbeiten von Wissenschaft und Industrie erkennen lassen wird.
Man wird an instruktiven Modellen sehen, wie von der Wissenschaft Stein an Stein gefügt wurde, um die Theorie der Milchhngiene aufzubauen, wie von ihr auf Grund exatter Forschung die großen Richtlinien oorgezeichnet wurden, denen dann die Industrie willig folgte. Durch dieses Zufinn men arbeiten wurden der Wissenschaft immer vollkommenere Werk- gevge für die Forschung an die Hand gegeben.
Was gerade ans diesem Gebiet in den letzten Jahren geleistet wurde, wird man an dem modern eingerichteten Musterlaboratorium der Gruppe ^Milchversorgnng- erkennen. Dort wird man sehen, wie die Apparatetechnik der Gegenwart Mittel und Wege an die Hand gibt, um lkntersnchungsmethoden, die früher nur in Forschungsinsfttuten zur Ergründung physikalischer und chemischer Gesetze sowie all- gemeiner biologischer Vorgänge angewandt wurden, für die. Praxis nutzbar zu machen. Es Negt auf der Hand, daß die hohe Entwicklung der Milchunter- /uchnnpstechnik für die Milchbnaiene von außerordentlicher Bedeutung ist. Erst seit man die chemischen und physikalischen Eigenschaften der Milch, die Veränderungen, die sie unter bestimmten Verhältnissen erfährt, festzustellen vermag, sowi- Fälschungen und Verunreinigungen mit Sicherheit erkennen kann, ist man in der Lag«, Milchproduktion, Milchhandel, Milchverwendung und -Verwertung rationell zu gestalten. Rur so ergeben sich auch sichere Grundlagen für gesetzlich« und polizeiliche lleber- wachungsmaßnahmen.
von größter Bedeutung find vor allem die hochwichtige» Ergebnisse der bakteriologischen Milch- Untersuchung, die uns über äußerst verderbliche und folgenschwere Mißstände auf diesem Gebiete die Augen geöffnet haben.
Man wird sich in der Ausstellung durch Augenschein davon Überzügen Granen, welche gefährlichen Feinde unserer Gesundheit Milch und Milchprodutte beherbergen. Es wird sich den Besuchern von stlbst die lleberzeugung aufdrängen, daß im Interesse der Volksgesundheit dieses Nahrungsmittel, das gerade dazu dient, den zarten Organismus des Kinde» zu ernähren, eine ganz besonders sorgfältige Lehand- bmg verdient. Daß die hohe Kindersterblichkeit im ersten Lebensjahre hauptsächlich auf Batterienverun- reinigung zurückzuführen ist, weiß man seit längerer Zeit. Im Laufe der letzten Jahre hat sich herausge- pellt, daß außer den gefürchteten Sommerdiarrhöen der Kinder aridere gefährliche Infektionskrankheiten, wie Tuberkulose, Typhus und Eholera, oft durch in ungeeigneter Meise gewonnene und behandelte Milch Und Milchprodutte verbreitet werden. Durch die Sorglosigkeit gerade der ländlichen Bevölkerung gelangen nicht nur die Erreger *m Krankheiten der milchliefernden Tiere — unter denen die in der Ausstellung besonders berücksichtigten Euterent- zündungen eine große Rolle spielen — sondern auch ■on Menschen stammend« Krankheitskeime, durch wehr oder weniger unmittelbaren Kontav mit kranke» Personen in die Milch.
Die genauere Kenntnis der gefährlichen Milch- »erunreinigungen sowie der biologische» Eigentümlichkeit der Mikroorganismen gab Mittel und Wege an die Hand, um den drohenden Gefahren zu begegnen. Insbesondere lenkt« der Milchschmutz — dessen mannigfaltige Zusammensetzung in guten Dar. fiellun^n auf der Hygiene-Ausstellung oorgeführt werde» wird — die Aufmerksamkeit auf die Vorgänge im Stall. Dort muß die reformierende Töttg- fcii der Hygiene einsetzen, da der Schaden, der durch Lnsauberteit bei der Tierhaltung, beim Melken, Seihen nsw. angertchtet wird, späterhin nm schwer vieder gut gemacht werden Lnn. Deshalb wurde hon den Hygienikern hier eil« möglichst weitgehende Pstpsis gefordert. Daß diese Forderung, die zunächst etwa» übertrieben erscheint, sich praktisch realisieren läßt und auch tatsächlich schon vielfach durchgeführt wird, sollen die Musterställe zeigen, die in instruktiven Modellen, Zeichnungen und Photographien aus her Ausstellung vertreten sein werden. Wenn es tmch schwer gelingen wird, ein völlig keimfreies Arbeit« — wie es im Operationssaal oder im
batteriologifchen Laboratorium geübt wird — zu erreichen, so ist es doch möglich, und zwar auch in tteineren Betrieben, wenigsten» eine weitgehende Sauberkeit zu erzielen, bei der die Verunreinigung der Milch mit sichtbarem Schmutz ganz wegföllt und das Eindringen von Staub und mittostopischen Organismen usw. auf ein Minimum beschränkt bleibt. So legt denn die Hygiene-Ausstellung den Hauptwert darauf, zu zeigen, was gerade unter den prattisch obwaltenden Berhältnisien erreicht werden kann: und ferner de» Rtuhweis zu führe», daß die Durchführung hygienischer Forderunge» die Wirtschaftlichkeit des Betriebes nicht vermindert, sondern ost sogar erhöht. Au» der Ausstellung der Geräte und Stalleinrichtungen, deren Zweckmäßigkeit erprobt ist, werben nicht nur Leiter großer Betriebe, sondern vor allem auch der Heine Mann, der sich ein oder zwei Kühe hält, Nutzen ziehen können.
Da es ebenso wichtig ist, daß die Milch möglichst teimfrei in den Handel kommt, so verdiene» wetter- hin die Apparate und Einrichtungen Beachtung, die zur Abtötung der Milch-Mikroorganismen dienen. Sie mästen natürlich um so wirksamer sein, je weniger teimfrei und sauber im Stall gearbeitet worbe» ist. Die «euere» Eterilisiernngsmethoden, die möglichst vollständig zur Borführung gelangen, werden demonstriere», welche Beränderungen die Milch bei der Sterilisierung erleidet. Eingreifende Desinfekttonsoerfahren, wie man sie mit Rücksicht auf di« außerordentlich hohe Widerstandsfähigkeit mancher Milchkeime anwenden muß. schädigen im allgemeinen auch die Milch. Die Schwierigkeit liegt nun darin, diese Schädigung, die zeitweise — man denke nur an die Borlowsche Krankheit der mit zu lange gekochter Milch ernährten Kinder — eine verhängnisvolle Rolle gespiett hat, zu vermeiden und dabei doch die Batterien zu vernichten.
Ein lehrreiches Kapttel verspricht schließlich noch die Vorführung der Molkereiptdratte (Butter und Köse) sowie ihrer Gewinnung zu werden. 6s werden die neuesten technischen Einrichtungen zum Zeutrifugieren zu sehen sein. Dann wird in eindrucksvoller Weise der Nähr- und Geldwert dieser wichttgen Nahrungsmittel, der zm» Teil, wie zum Beispiel bei der Magermilch, viel zu wenig bekannt ist, erklärt werden. In diesem Abschnitt wird man dann auch an interesianten Objetten sehen, daß die niedrigen Pilze, die im allgemein n von Milch und Mtl^irdutten fern gehalten werden müssen, doch unter Umständen auch von großem Nutzen sein können, wie bei der Herstellung von Kumys, Kefir und anderen Produtten.
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Die Erdnuß.
In den ^Mitteilungen der Deutschen Landwirt- ftbasts-Gesellschast" berichtet der Landwittschaftliche Sachverständige für die Bereinigten Staate« von Amerika i« einem ausführlichen Artikel über die Erdnuß, dem wir das Folgende entnehmen.
Die Erdnuß (Arachis hypoaa«) ist eine ein« iährige Wucherpflanze von 1—2 Fuß Höhe mit dickem, kernigem, haarigem Stamme blaßarüner Farbe. Dir Blüte fitzt am Ende einer langen stielförmigen Kelch- röhre, an deren Boden der Fruchtknoten sich befindet. Nach dem Abfallen der Blüte verlängert sich der Sttel (Dorn) der Kelchröhre nach unten und treibt einige Zoll tief iu den Boden. Der Ettel, der nicht noch ««nigen Stunden nach dem Abfallen der Blüte 1— v — an -U -t-u-i — i en . <» an .u —
Tn Den ytWÜ rrnDTTWqT, ynTvl uv. ,\m yoötfl vtl» dickt sich der Fruchtknoten zu einer weißen bi» dunkelgelben, runzeligen, »st in der Mitte zu kam men ge- sckmütten Schot«, di« bi» zu drei Samenkörner enthält. Dollständig ausgewachsen sind diese Schoten 1—2 Zoll lang, mit dunkelgelber netzattiger Oberfläche. Am meisten ähneln die Früchte äußerlich Erbsenschoten, mit den Nüflen haben fie in der Form nichts gemeinsam: die Struktur und bet Oelgehali des Kernes erinnert etwas an Nüsse, daher mag der Name Erdnuß stammen. Mehr oder weniger zahlreich über die Wurzeln der Pflanze verteilt Hoben sich stecknadelkopfgroße Auswüchse. Diese Knötchen spielen eine wichttge Nolle im Leben her Pflanze. In ihnen lassen fich währenb bes Wachstums der Pftanze mit einem guten Mikroskope Myttaden von Lebewesen beobachten. Diese Batterien ziehen zwar ihre Nahrung aus den Wurzeln, verarbeiten aber für die Pftanze hettäckckliche Mengen au» der Luft attfoen trat menen Stickstoffs.
Sämtliche Bestandteile der Früchte und die Kerne find verwendbar, erstere zur Herstellung von Nahrung»- und Futter- und Düngemitteln, letztere je Futtermitteln und zur Düngung.
Die Herkunft der Erdnuß ist schwer zu bestimmen. Man neigt der Anficht zu, daß Brafilien da» llr- sprnnoskand sei. E» gibt verschiedene Atteu von Erdnüssen. Die bekanntest« ist die kriechende Pirginia-Erbnvß. Ihre Raiffen mit den ausgebrefte- ten Zweigen wachsen flach am Boden und tragen saft tn ihrer ganzen Länge Schoten. Die Strauch-Abart
spanischen Kolonien eingeführte Erdnuß Hai eine verhältnismäßig Heine, aufrechte Ranke, bildet Heine Früchte nahe an der Wurzel und kann viel enger als alle andern gepflanzt werden, so daß fie eine reichere Ernte gibt. Die rote Georgia-Nuß hat wie die rote Tenne sie« mittelgroße, tn die Höhe wachsende Ranken; V;te drei bis vier Kerne enthaltenden Schoten bilden fich hauptsächlich in der Nähe der Wurzeln.
In den Bereinigten Staaten werben nur die genannten Arten gebaut. In Eosta-Rika gibt es eine Erdnußart mit langen, glatten Schoten, die vier bis fünf Körner enthalten; in Argentinien eine große mit tieforangefarbiger Schale; auf den malayi- schen Inseln wachsen ,wei Atten, die weiße und die braune, die ziemlich der weißen und der roten Tennessee gleichen; die indisch« und di« afrikanische Erdnuß find in der Größe der Rord-Karolina ähnlich trab werben besonders wegen des großen Oelgehalts ihrer Kerne gezogen.
Wenn auch die Erdnuß ein Klima verlangt, in dem eine fünfmonatige stossfreie Periode herrscht, so ist es doch für ihren erfolgreichen Bau nicht nöttg, daß die Temperatur außergewöhnlich warm ist Klimattsche Einflüsse üben jedoch eine erhebliche Wirkung auf die Güte der Früchte aus. Es iss erwiesen, daß die in tropischen Gegenden gezogenen Nüsse mehr Oel enthalten, als solche derselben Att aus gemäßigten Kttmaten.
Man beginnt mit dem Pflanzen der Erdnuß im Frühling, wenn der Boden schon durch und durch warm ist. Die beste Zeit ist kurz noch dem Etn- säen von Mais. Die spanische Corte darf etwas später als die virginisch« gepflanzt roerben, da sie fich schneller entwickelt. Im allgemeinen nimmt man zwischen den einzelnen Reihen eine Entfernung von 36 Zoll, doch wechselt diese Entfernung nach dem Boden und den Arten. Entsprechend diesen Entfernungen muß auch die Menge des Samens berechnet werden. Gesät wird mit Maschinen ähnlich den Baumwollsaatmaschinen; die letzt-rn lassen fich sogar ohne große Umänberung für Erdnußsamen verwenden. Die Pflege der Pflanze beginnt, sobald die Reihen erkennbar werden, man setzt fie fori, bis die Ranken den Boden bedecken. Die Arbeit iss ähnlich der bei Mais, Bohnen und ähnlichen Früchten.
Wann die Ernte beginnen soll, läßt fich nicht allgemein bestimmen. Als Regel gilt, daß fie vor den ersten Frösten stattfinden muß, weil die Ranken durch den Frost sehr leiden. Verschiebt man die Ernte zu lange, so beginnen bte erftgerdfteu Nüsse schon zu keimen.
Wenn man die Früchte für den Martt bestimmt hat. ist ein baldig« Einbringen der Pflanzen tn Scheunen nicht angebracht; soll aber die ganze Ernt- verfüttert werden, so werden die Pflanzen ganz so behandelt, wie etwa Dohnen oder Klee. Erdnüsse, die für den Martt bestimmt find, läßt man wenigstens 3—4 Wochen in der angegebenen Weise auf dem Feld aufgeschichtet stehen, zu schnelles Trocknen, wie « bet trocknem und windigem Wetter meist dntritt, ist nicht günstig, da die Früchte dann ein- schrumpfen und dn unvorteilhaftes Aussehen erhalten. Erst wenn die Hülsen träfen und die Samenkörner fest und nußattig geworden find, darf man die Früchte von den Pflanzen pflücken. Die ftühesten Früchte werden mdst nicht besonders gut bezahlt.
Wasser und Feuchtigkeit müssen von den Erdnüssen ferngebalten werden. Sie bedecken fich sonst mit einem feinen Staube, der fich ftft an der Schale ansetzt und Flecken verursacht; daher werden die Nüsse von Großproduzenten tn luftigen, trocknen Speichern, ähnlich wie Getreide, bis zum Verkauf ausbewahtt. Um die Nüsse von der ihnen anhängenden Erde zu befrden, werden fie verschieden behandelt, je nachdem fie mit der Schake verkauft ober aber bi geschältem Zustande verarbeitet werden sollen. Das Reinige» und Sortteren geschieht selten beim Farmer, mdst sind es besonder« Unternehmer bte fich mtt diesem Reinigen befassen.
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Landwirtschaftliches.
Landwirtschaftlich« Ausstellung in Lasse, Nil.
Die Pferdezuchtkommisfion der Landwirtschast»- kammer zu Eassel hat beim Vorstand der Kammer beantragt, daß den Ausstellern von Pferden auf bet Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft 1911 in Eassel die Transportkosten und das Siandgekd vergütd werden. Weiter hat die Komissisn die Kammer zu Prämien für Kaltblüter für die nächstjährige Ausstellung um Bewilligung von Geldmitteln bis zu 4000 «M. et« sucht. An den Kommunaloerband und an die Kreise soll mit der Anregung herangetreien werden, ebenfalls Mittel zur Prämiierung für alle Tiergattungen auf der Ausstellung der Deutschen Landwirtschafts- Gesellschaft 1911 zu Eassel zu bewillige«.
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Pferdezucht.
Di« vruftftuche bet Pferd«.
Die Forschungen betreffend die Heilmittel gegen die Bmstfeuche der Pferde find bislang vergeblich
entwickelt fich mehr ir die Höhe und ttägt ihre Früchte in der Näh« der Pfahlwurzel. In Tennessee find zwei Arten besonders vertreten, die rodfje und tote. Jene gleicht ziemlich der kriechenden Dirgtnia, während die rote etwas Heinere Hülsen mit Renten hervorbringt, die eine dunkelrote Haut haben. Die Nord-Karolina- ober afrikanische Art hat bebeutenb kleinere Frücht« als bte Virginia. Die aus ben
gewesen. Auch außerhalb Deutschlands besteht die Seuche. Koch und Saffky haben fich in der Sache
sehr bemüht. Jetzt hat das Reich fich mit Preußen zusammengetan, um größere Mittel gut Verfügung zv stellen, so daß Preußen 20 000 Ul und das Reich auch 20 000 Jt zahlt. Die Unterdrückung des Rotzes erfolgt jetzt rascher als früher, durchschnittlich in drei Monaten.
Viehzucht.
Hebung der Tierzucht.
Die ständige Zunahme des Bedarf« der Bevölkerung an Fleisch und anderen Erzeugnissen der Viehhaltung läßt es erforderlich erscheinen, die Maßnahmen der Landwittschaftskammem zur Hebung bei verfchiebenen Zweige bet Viehzucht mehr wie bisher zu färb ent unb neben bei Erhöhung bei Leistungsfähigkeit bes Nutzviehes eine stärkere Ver> mehrung bes Eefamtbessanbes an Zucht- unb Nutzvieh anzustreben. Der Dispofittonsfonbs zur Förbe. rung lanbwittschaftsicher Tierhaltungen unb zur Förderung bes Molkerei wesens ist beshalb um 100 000 Ul auf 1050 000 Ul erhöht. Diese Fondsver- stärkvng still oorwiegenb zur Förderung ber Einrichtung non Genossenschaft«»- unb Gemeindeweiden, zur weiteren Verbreitung des Konttollverdns- wesens und zur Unterstützung der auf die Gesunderhaltung des Viehes gerichteten Maßnahmen bet Landwirtfchastskammem verwendet werden. — Die Geflügelzucht wird besonders auch durch Geflügel- zuchtmusteranstoften durch Zuchtverfnche und durch Unttrri*t gefördert. Zu diesem Unterricht werden besonders Lehrer und Frauen herangezogen; Wanderlehrer halten Lehrkurse ab. — Für Ziegenzucht werden 40000 Ul c.t«gegeben. Die Fö berung ist im einzelnen jedoch mit vielen Schwierigkefte i verbunden. Sie erfolgt weniger durch Geldnnterstützungen, alt durch Ziegenzuchtstationen. Die Sehnenziegen Hubei fich durchweg nicht so besonders bewährt.
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Obst- und Gartenbaus
Der Obst» unb Gemüsegarten hn Januar.
Wenn Weihnachten vorüber ist, bann übt bet Winter gewöhnlich sein strenges Regiment Flocken fallen. Eiszapfen hangen gleich gläsernen Franzen an ben Dächern. Klingelnd sausen bie Schlitten cor« Aber. In Pelzen unb Kapuzen bie Menschen, mit allen Anzeichen bet Kälte '■ Gesicht, dahin. Deröbet liegen Feld und Garten
Für den Obst- unb EemLsegärtnet ist ein« stille Zett angebrochen. Di« (Erbe ruh- nun gleichsam von ber Arbeit des letzten Jahres aus und sammelt neue Kräfte, um einen neuen Ftühliny vorzubereiten. Die Gartenzäune und Geräte werden ausgebessert, Beerensträucher (besonders Himbeeren) geschnitten. Bei offener Witterung beendet man bi Arbeiten ber letzten Monate, wie Umstechen d»> Komposthaufen«, Düngen, Rigolen u. bergt Absa>» werben gut Herstellung neuen Kompost, gusammengetrac»«. Neu« Herbstanlagen find festzutreten unb mit "errettetem Dünger zu bedecken. Besondere Obacht wende man jetzt den Wintervorräten zu. Bei trockenem und mil« dem Wetter lüfte man sie tagsüber und s he sie von Zdt zu Zeit durch, um faulende Teile zu entfernen. Pflanzen, die gut Ueberwinterung im Keller stehen, sind nur im dringendsten Notfall und bann sehr wenig zu befeuchten. Hunberi mal eher wirb bei biejen Gewächsen Fäulnis als Vertrocknung zu befürchten sein! Spargel- unb Erbbeerbeete roerucn noch mit leichtern Dünger belegt, Feldsalat und Rapünzchen tdls mit Laub bedeckt, wenn man immer Vorrat haben will. Kästen für das Treiben von Spargel können angelegt werden. Neue Pläne bezüglich der zukünftigen Bepflanzung des Gartens werden vom vorsorglichen Obst- und Eemüsegättner jetzt schon entworfen; auch wird die Anschaffung neuen Eemüse- samens ins Auge gefaßt Wer Vieh h«i, halte es warm! Nichts macht den Winterabend ungemütlicher, als wenn in den Ställen das ff'.eh schreit und hn Hof« ber vor Kälte jtttembe Hund heult. Habe stets dn Herz fit deine Tiere!
Edelreiser.
Zum Schneiden bet Edelreiser ist bis Ende Januar die geeignetste Zett. Später geschnitten« Reiser "btb weniger reich an Reserve-Rährstossen unb hakten sich infolgedessen im Frühjahr weniger lange. Am frühestens find Kirschenreiser zu schneiden. Die Rei- ser werden am besten nach dem Schneiden in einem frostfreien Sand eingeschlagen, woselbst sie bis gum Gebrauch verbleiben.
Weinreben veredeln.
E, ist bekannt, daß fich Weinstöcke nicht in bet Weise wie Obstbäume veredeln lassen. Wer eine schlechte ober zu spät retfenbe Sorte an bte 6übfeit« feines Hauses gepflanzt hat, wäre also wohl gezwungen, zeitlebens fich bamit zu begnügen ober ben Stock wieher herauszureihen, wenn es nicht doch schließlich eine Möglichkeit gäbe, hem alten Stock, recht tief, auf bie Wurzel, Reiset einer besseren Rebe auftupfropfen. Mit biejet Aufgabe befaßte fich hn vorigen Frühjahr ein Wettbewerb bes Prak-