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| Die

. Jahrg.

Marburg, Markt 21. Telephon 55.

Kommunal-Einkommensteuer. Eine rein for­melle Sache, die genehmigt wurde.

Punkt 17: Grundsätze für die Gewährung von Reisekosten, Tagegeldern und Umzugskosten an die Oberlehrerinnen der höheren Mädchen­schule, wurde nach dem Muster der für die Ober­lehrer geltenden Bestimmungen angenommen.

Die Jnsertionsgebühr beträgt für die 7gespaltene Zeile oder deren Raum 15 <F, bei auswärtigen Inseraten 20 4, für Reklamen die Zeile 40 4. Bei Wiederholungen entsprechender Rabatt. Jeder Rabatt gilt als Barrabatt Für Inserate, bei denen der Auftrag­geber in der Exped. niitgeteilt werden soll, wird eine Gebühr von 10 Pfg. erhoben. Druck der Univ. - Buchdruckerei >. A. Koch, (Inh.: Dr. Hitzcroth.) Mark 21, Telephon 55.

mordeten durch behördliche Vermittlung Mittei- | lung davon gemacht und am folgenden Tage der Inhalt des Telegramms veröffentlicht. Ein aus Rabaul über Sydney abgesandtes Telegramm

nung selbst kam man schließlich überein, den Er­last durchzuberaten, dann dem Magistrat zur Genehmigung zu überweisen, der ihn ja, bevor er wieder an die Stadtverordnetenversammlung zurückgeht, veröffentlichen must. Die Beratung soll jedoch erst morgen stattfinden.

Dann wurde noch der Punkt 2 erledigt,In­standsetzung der Räume im Kilian". Hierfür be­willigte man nach dem Anträge die Summe von

Marburg

Sonnabend, 31. Dezember 1910.

mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

und den Beilagen:Nach Feierabend",Fürs Haus" undLandwirtschaftliche Berlage.

| DieOberhesstlchr Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. Der Bezugspreis beträgt oiertel- _,, .... jährlich durch die Post bezogen 2.25« (ohne Bestellgeld), bei

Iw» 3(In unseren Zeitungsstellen und der Expedition (Markt 21), 2.00«

frei ins Haus. (Für unverlangt zugesandte Manuskripte über­nimmt die Redaktion keinerlei Verantwortung.)

Der Heuligen Nummer liegt bei Kreisblatt Nr. 105.

lne reichhaltige Zeitung

ist die beste Unterhaltung!

Die «b-rh-sstsche Zettnng unterrichtet schnell und genau über alle Greigulff- in Reich und Ausland, Stabt, Umgebung und Provinz und nimmt zu ihnen ,ofort und selbständig Stellung. Mehrere

Unlerhallurrgs-Keilage«

«nd ein interessantes Feuilleton ergänzen den Nach- richtenteil bestens. Neber die

Reichstags- ««- Kandtagsverstandlnngen haben wir ferner feit dieser Saison einen umfangreichen Bericht eingeführt, ohne den Stoff der Zeitung dadurch zu beschränken.

Wer eine gut unterrichtete Zeitung lesen will, die einzig der Unterhaltung und Belehrung des Publikums und nicht der politischen Agitation dienen will, abonniere sofort auf die in Stadt und Land am weitesten verbreitete ,»Oberhesfische Zeitnng" die mit ihrer nachweislich ständig wachsenden Auflage zugleich das zugkräftigste Iuferttou«ors«» ist.

Die Gkerhefstsche Zeitung mit dem Kreisblatt, für die Kreise Marburg und Kirchha n und der land­wirtschaftlichen, sowie den beiden Unterhaltungsbeilagen kostet vierteljährlich bei den Agenturen 2 Mk., durch die Post bezogen (ohne Bestellgeld) 2.25 Mk.

Deutsches Reich-

Die Reise der Kronprinzessin. Kairo, 29. Dez. Der DampferMayflower" mit der Kron­prinzessin an Bord ist von Abu Simbel nach Affuan abgefahren.

Zum Tode des Prinzen Friedrich Hohen- lohe-Oehringen. Paris, 29. Dez. Heute nach­mittag fand in Steilbehause die Einsegnung der Leiche des Prinzen Karl Hohenlohe-Oehringen durch den Votschaftspastor Streng statt. Der Trauerfeier wohnten die Witwe mit ihren Töch­tern bei, die Geschwister des Dahingeschiedenen, der Kgl. preuh. Gesandte, Prinz Franz zu Hohenlohe, Prinz Max zu Hohenlohe, Gräfin Hugo Hermersberq, Gräfin Hohenlohe, ferner der deutsche Geschäftsträger von der Lincken, fer­ner Gräfin Jean Castellons, der ungarische Bot­schafter Prinz zu Fürstenberg. Der Sarg wird morgen nach Slawentzitz in Oberschlefien über­führt werden, woselbst am 3. Januar die Beisetz­ung erfolgt.

Die Beisetzung der Leiche des Grafen Ballestrem. Ruda, 29. Dez. Nachdem heute um 7 Uhr in der mit reichem Trauerschm- gestatteten St. Josephskirche ein feierlich-, gutem für den Grafen Vallestrern stattgefundei- hatte, dem die gräfliche Familie, die Angestell­ten und eine sehr große Trauerversammlung bei­wohnte, begann um 10 Uhr vormittags die Trauerfeier. In Vertretung des Kardinals Fürstbischofs Kopp zelebrierte der Weihbischof Augustin-Breslau das Totenamt. Ansprachen hielten der Pfarrer von Ruda in polnischer Sprache und der Pfarrer von Zabrze in deutscher Sprache. Die Gedächtnisrede hielt der Berliner Kanzelredner Pater Voneventura. Er schilderte die Verdienste des Verstorbenen und gedachte der wohltätigen Stiftungen für seine Angestellten und Arbeiter. Als Vertreter des Kaisers nahm der Fürst von Hatzfeldt an der Trauerfeier teil. Ferner waren vertreten die Präsidien des Reichs­tages, des Herrenhauses und des Abgeordneten­hauses. Um 12 Uhr wurde der Sarg, während beffett Böllerschüsse ertönten, vom Katafalk ge­hoben, nach der Krypta in die Kirche getragen und beigesetzt.

Die Unruhen auf den Karolinen. Berlin, 29. Dez. DieNordd. Allgem. Ztg." schreibt: Die Presie hat der Annahme Ausdruck verliehen, dah die Nachricht über den Aufstand in Ponape bereits seit längerer Zeit an amtlicher Stelle bekannt sei, aber der Oeffentlichkeit vorenthal­ten wurde. Demgegenüber sei festgestellt, daß die erste Nachricht durch das am 26. Dezember hier eingetroffene Telegramm des stellvertreten­den Gouverneurs aus Jap hierher gelangte. Am aleichen Tage wurde den Angehörigen der Er­

über die gleichen Vorgänge ist erst am 27. De­zember eingetroffen. Das späte Eintreffen der Nachrichten erklärt sich daraus, daß weder in Ponapee noch in Rabaul irgendwelche telegra­phische Verbindung ist. Der einzige Ort im gan­zen Schutzgebiet, der eine Kabelverbindung be­sitzt, ist Jap in den Westkarolinen, welche Insel von Ponapee über 1000 Seemeilen entfernt ist. Der PostdampferGermania", welcher die regel­mäßige Verbindung der Hauptplätze des Insel- gebietes untereinander mit Hongkotig einerseits und mit Sydney andererseits vermittelt, traf im November in Ponape ein. Bis dahin hatte es jedenfalls an irgendwelcher Möglichkeit für Po­nape gefehlt, eine Verbindung mit der Außen­welt herzustellen. DieGermania" lief nun, als sie die berohte Lage der Europäer in Ponape er­kannte, anstatt die Reise fortzusetzen, von Po­nape nach Rabaul, dem Hauptort des Schutzge­bietes, um Hilfe herbeizuholen. Darauf begab sich, wie in dem Telegramm gemeldet wird, der stellvertretende Gouverneur mit den verfügbaren farbigen Polizeisoldaten wiederum auf direktem Wege nach Ponape und requirierte gleichzeitig den in Neu-Guinea befindlichen KreuzerEor- moran" zur Unterstützung. Nachdem die Polizei­soldaten in Ponape gelandet waren, begab sich dieGermania" nach Jap. Nunmehr war erst die Absendung des am 26. Dezember hierher ge­langten Kabels möglich. In Rabaul ist das Te­legramm mit dieser Nachricht mit derGerma­nia" am 30. Rovember eingetroffen. Die erste Verbindung mit einem Orte mit Kabelverbin­dung stellte der am 17. Dezember von Rabaul nach Sydney abfahrende Lloyddampfer her, wel­cher fahrplanmäßig am 26. Dezember in Sydney eintreffen sollte.

Die Moabiter Strakenkrawalle vor Geriet.

Berlin, 29. Dezember.

Der heutige Berhandlungstag wird wieder durch eine endlose Reihe von Zeugenvernehmungen ausge­füllt, die zum Teil für und zum Teil gegen die Po- lize' lauten. Die Verteidigung sucht zu beweisen, daß die Schutzleute im angetrunkenen Zustande Dienst getan hätten, was von der Gegenseite bestritten wird. Dann wird schließlich die Weiterverhandlung vertagt.

Ausland.

** Die Republik Portugal. Paris, 29. Dez. DemTemps" zufolge habe man in Madrid Nachrichten aus Lissabon erhalten, welche die Lage in Portugal als ziemlich gespannt darstel­len. Die Handwerkerzünfte erheben Forderun­gen, welche man unmöglich befriedigen könne. In der Armee seien zahlreiche Fälle von Diszi­plinlosigkeit vorgekommen. Drei Kreuzer seien unter verschiedenen Vorwänden entfernt worden. Die provisorische Regierung sei weder der Armee noch der Marine sicher. Die Bevölkerung sei sicht­lich beunruhigt.Diario de Naticias" behaup­tet, die Regierung in Liffabon habe eine geheime Gesellschaft entdeckt, welche ein Komplott zur Wiedereinsetzung des Exkönigs Manuel ange­zettelt hätten. Mehrere Verschwörer seien ver­haftet.

Stadtverordneten-Sitzunst.

* Marburg, 29. Dez.

Die heutige Sitzung der Stadtverordneten- Versammlung wurde um y4ß Uhr durch Iustiz- rat Rohde eröffnet. Nach Erledigung des ersten Punktes der TagesordnungMitteilungen zur Kenntnisnahme", ging man über zu Punkt 5 Wahl eines Mitgliedes zur Armenkommission". Anstelle des ausscheidenden Pfarrers Scheffer wurde Herr Pfarrer Heermann und als dessen Stellvertreter Herr Pfarrer Manger gewählt. Stadtv. Dr. Maurmann stellte bei dieser Ge­legenheit noch den Antrag, daß die Kommission aus zwei Mitgliedern mebr bestehen soll. Die­ser Zusatzantrag wurde ebenfalls angenommen.

Dann kam Punkt 12 an die Reihe. Es han­delte sich um die Bewilligung von 2400 für die Auswechslung des Gasrohres am Barfüßer- tor. Dieser Punkt wurde angenommen.

Man kam dann zu Punkt 13 Bewilligung von Geldmitteln für das Gaswerk zur Bezahlung der

Zu Punkt 18Bildung eines Steueraus­gleichsfonds" referierte Stadtv. Storck. Er führte aus, daß dieser Fonds zu dem Zwecke gebildet, werden solle, um den Etat möglichst zu balancie­ren. Dem Fonds sollen die Ueberschüffe aus den einzelnen Einnahmequellen nach Zustimmung beider Korporationen in jedem einzelnen Fall zugeführt werden. Der Antrag wurde angenom­men.

Punkt £: Verwendung der Ueberschüffe des Gaswerks aus dem Jahre 1909. Das Gaswerk hatte im Iahrel909 einen Ueberschuß von 94 482 <AL Davon verbleiben nach den üblichen Ab­zügen ein Ueberschuß von 25 836 <Al. Von dieser Summe soll die Hälfte dem Erneuerungsfonds, die andere Hälfte dem Steuerausgleichsfonds zu­geführt werden, was genehmigt wurde. Beim Wafferwerk dagegen war ein Ueberschuß von 48 365 -st zu verzeichnen, davon verbliebe nach Abzüge noch die Summe von 9630 -st, wovon dem Reservefonds, dem Erneuerungsfonds und dem Steuerausgleichsfonds je % zugeführt werden soll. Auch dies wurde genehmigt.

Man wandte sich darauf dem Punkt 2Erlaß einer neuen Einquartierungsordnung" zu. Nachdem Stadtv. Engel dieses sehr umfangreiche Gesetz zur Verlesung gebracht hatte, was allein y2 Stunde in Anspruch nahm, wurde von Stadrv. Stroinsky der Antrag auf Absetzung von der Tagesordnung gestellt, da man nach dieser Ver­lesung noch gar nicht übersehen könne, welche Schwierigkeiten das Gesetz in sich birgt. Es sei überhaupt ein großer Fehler, daß dieses Gesetz nicht rechtzeitig vervielfältigt und den Stadt­verordnete» sowohl, wie der Preffe, also der Oeffentlichkeit zugängig gemacht worden sei. Hervorzuheben ist, daß nach diesem Gesetz der Besitzer einer Wohnung im Mietswerte von 300 -st verpflichtet ist einen Mann bei sich unter­zubringen, bei 600 -st 2, bei 900 -st 3, bei 1200 -st 4 und für jede 250 -st je einen Mann mehr. Auf die wesentlichste Aenderung gegenüber dem alten Gesetz machte jedoch der Stadtverordneten­vorsteher Dörffler aufmerksam, nämlich, daß es danach nicht mehr allein Sache des Hauseigen­tümers ist, die Mannschaften unterzubringen, sondern daß vielmehr auch der Mieter dazu her­angezogen wird. Es kommt zu einer längeren Diskussion darüber, ob es nicht wünschenswert wäre, die Vorlage nach der alten Ordnung um­zuändern, um sich nicht wieder dem Vorwurf aus­zusetzen, den Mietern eine neue Belastung aufer­legt zu haben. Beigeordn. Schimpfs glaubt be­fürchten zu muffen, daß die Vorlage in ihren Grundzügen abgeändert werden könnte, was nachher wieder nicht die Zustimmung des Ma­gistrats finden würde und zieht die Vorlage da­her zurück.

Hierauf ging man üöer zum nächsten Punkt Anderweitige Festsetzung der Vergütung für die Einquartierung". Die zu gewährende Vergü­tung wird gegenüber den früheren Sätzen erhöht. Der Antrag fand auf Vorschlag der Kommission Annahme.

Beim nächsten Punkt, Wahl des Vorsitzenden und deffen Stellvertreter für das Gewerbe- und Kaufmannsgericht, wurden die bisherigen Mit­glieder wiedergewählt.

Es folgt Punkt 7, Erlaß einer Eeschästsan- weisung für das Kuratorium der Oberrealschule. Es handelt sich um die durch die Amtsnieder­legung des Herr» Pfarrers Scheffer akut gewor­dene Frage, ob das Kuratorium, das durch zwei neue Mitglieder verstärkt werden soll, nur aus Mitgliedern der biesigen Eeistlick'keit bestehen muß. Die Kommission hat das Wort m u ß ge­strichen. Nach kurzer Debatte fand die Faffung der Kommission Annahme.

Zu Punkt 6 gab zunächst Herr Oberbürger­meister Troje eine Erklärung über die Be­schwerde der Heff. Landesztg. ab, daß man ihr die Einsicht in den Erlaß über den Schutz der Stadt Marburg gegen Verunftaltung verweigert habe- Der Vertreter der Preffe fei durchaus höflich be­handelt worden. Es fei lediglich feine eigene Schuld, wenn derselbe seinen Zweck nicht erreicht habe, da er sich nicht an die gewiesene Instanz gewendet habe. Zu dem Punkte der Tagesord­

1300 -st.

Hierauf fand ein Antrag auf Vertagung An­nahme. Morgen soll zuerst der Punkt Vertrau­liches erledigt werden.

Landwirtschaftlicher Verein.

M a r 6 u r g, 29. Dez.

Die heute im Restaurant Pfeiffer abgehal­tene Sitzung des Landwirtschaftlichen Kreisver­eins Marburg war aus allen Teilen unseres Kreises gut besucht. Der Vorsitzende, Oekonomie- rat Direktor Dr. Heffe wünschte im Anschluß an seine Begrüßungsworte den Mitgliedern ein frohes neues Jahr.

Es folgte dann die Aufnahme von 7 neuange­meldeten Mitgliedern. Unter Geschäftlichem brachte der Vorsitzende ein Schreiben des Fabrik­besitzers Schwarzentraub aus Friebertshausen zur Verlesung. Dieser empfiehlt als letztes Mit­tel gegen die Mäuseplage Mohrs Margarine und macht den Vorschlag, bei dieser Fabrik einen Waggon Margarine zu bestellen. Der Vorsitzende meinte unter allgemeinem Beifall, man möge bei dem Einsender einmal ansragen, ob es sich hier um Ernst oder Scherz handle.

Von der Landwirtschaftskammer in Caffel ist ferner ein Schreiben eingegangen, in welchem auf das int nächsten Jahre gelegentlich der gro­ßen Landwirtschaftsausstellung in Caffel statt- findende Trachtenfest aufmerksam gemacht und zu eifriger Beteiligung aufgefordert wird. Zugleich wurden im Schreiben Vorschläge ge­macht, in welcher Weise das Trachtenfest gedacht wird. Es sollen dort auch die historischen Volks­tänze aufgeführt werden. Da die Teilnehmer eine Vergütung erhalten sollen, werden von den landwirtschaftlichen Vereinen Beiträge er­wünscht. Die Eesamtkosten dieser Veranstaltung sind mit rund 3300 -st berechnet. Gutsbesitzer Klingelböfer-Caldern sprach gegen die Beteili­gung. Er halte die Heffentracht für viel zu gut, um sie in Caffel zur Schau zu stellen. Wenn vielleicht ein Mitglied unserer kaiserlichen Fa­milie nach Marburg käme, würde er gern bereit sein, für ein Trachtenfest hier seine ganze Kraft einzusetzen. Nach dem Trachtenfest in Butzbach habe sich ja auch der bekannte hessische Heimat- schriftsteller Heinrich Naumann dagegen ausge­sprochen. Der Vorsitzende meinte hierzu, daß die Teilnahme schon zugesagt fei, er beantrage daher 200 -st zu bewilligen. Als dieser Antrag abge­lehnt wurde, fügte er hinzu, daß man nunmehr mit der Landwirtschaftskammer Rücksprache neh­men muffe, wie die Mittel aufgebracht werden sollten, denn daß der Kreis Marburg beim Trachtenfest vertreten fei, habe man ja früher beschloffen und die Anmeldung fei erfolgt und nicht mehr rückgängig zu machen.

Es folgte die Beschlußfassung über die Anfer­tigung des fünften Jahresberichts.

Alsdann hielt der Vorsitzende einen Vortrag überdie landwirtschaftlichen Betriebe in ihrer Abhängigkeit vom Boden. Zn seiner Einleitung wies er darauf hin, daß es die wichtigste Auf­gabe jeden Landwirts sei, die wesentlichen Be­standteile seines Bodens kennen zu lernen. Es sei die höchste Zeit, daß sich die Landwirte mit der Bodenformation und den einzelnen Abtei­lungen derselben vertraut machten. Nach der Bodenbeschaffenheit müffe sich die ganze Be­triebsweise des Landwirts richten. Der Red­ner erklärte dann die verschiedenen Bodenarten, die die Teilnehmer der Ausflüge in den letzten Jahren kennen gelernt hätten. So z. B. die Zechsteinformation in der Gegend der Wart­burg, die Muschelkalkformation, die sich schon im Kreise Kirchhain bei Momberg zeige und bk man befonbers in Weende kennen gelernt habe. Weiter schilderte er das Rotliegende, das man am besten in der Nahegegend beobachten könne. In der Harzgegend könne man die mannigfal­tigsten Bodenarten sehen, in dergoldenen Aue" dort habe sich das Rotliegende mit dem Buntsandstein, den wir hier hätten, vermischt und goldenen Boden für den Landwirt geschah