Mttb den Beilagen: „Nach Feierabend" (wöchentliche Unterhaltungsbeilage) «nd.Landwirtschaftliche Beilage."
Marburg
45. Jahrg.
J2304
Donnerstag, 29. Dezember 1910. lO^Pfg" Druck bet Univ. • Buchdrücke ei I. 91? Koch,
(Inh.: Dr. Hitzeroth.) Mark 21, — Telephon 55.
Erstes Blatt
Ricolson, ei» durchaus mann, der als Dertreter
deutschfeindlicher Staats- Englands in Algeciras
der wichtigsten Einzelstaaten Indiens zu 6t» suchen und sich mit deren Verhältnissen vertraut zu machen, tritt er abends die Weiterreise nach Agra an.
— Der Äottig von Sachsen wird seine Asrika- reise am 29. Januar antreten. Am 81. Januar geht er in Genua an Bord des Norddeutschen Lloyddampfers „Großer Kurfürst" und fährt über Neapel nach Port Said, wo er am 4. Februar ankommen wird. Am 5. will er durch den Suezkanal fahren, am 7. Februar in Port Sudan an Land gehen. Das Programm für die Rückreise ist noch nicht festgeletzt.
— Zur Affäre des Prinzen Max. Dresden, 27. Dez. Das „Journal" schreibt: Die Erklärung im amtlichen Teil unseres Blattes vom 24. Dezember betreffend den vielbesprochenen Artikel des Prinzen Max ging uns nicht von der Staatsregierung zu, auch nicht von dem in evangeli- cis beauftragten Staarsminister, sondern vom Ministerium des königlichen Hauses. Wie wir feststellen können, waren weder die Staatsregierung, noch die in evangelicis beauftragten Minister mit der Angelgenheit befaßt und hatten von dem Artikel vor dem Erscheinen keine Kenntis. — Köln, 27. Dez. Der römische Korrespondent der „Kölnischen Volkszeitung" erfährt aus bester Quelle, daß Prinz Max von Sachsen alsbald nach seiner Ankunft im Vatikan eine ihm vorgelegte Erklärung rückbaltlos annahm und unterschrieb. Der Prinz hatte dem Vatikan bereits vor einigen Tagen aus freier Entschließung angezeigt, daß er dorthin kommen werd«.
— „Pastor" Breithaupt. In unserm gestrigen Leitartikel über das Urteil im Mieltschiner Prozeß haben wir den nunmehr verurteilten ehemaligen Leiter der Erziehungsanstalt als „Pastor" bezeichnet, wie das überwiegend in der Presse geschah. Nachdem uns mitgeteilt wird, daß die Bezeichnung von der radikalen Presse dazu benutzt wird, gegen Pastoren- und Lehrerstand zu Hetzen, wollen wir unsererseits auch feststellen, daß Breithaupt weder Pastor noch Lehrer gewesen ist. Er hatte einzig das I. theologische Examen hinter sich. Schuld ist an den Vorgängen also im wesentlichen die „fortschrittliche" Berliner Stadtverwaltung, die einen nicht genügend vorgebildeten und erfahrenen Mann an einen so verantwortungsvollen Posten berief.
— Deutschfeindliches. Ein starkes Stück nationoler Verhetzung leistet sich der „Kirchliche Verein für die innere Mission in Dänemark" in einer von ihm herausgegebenen und von S. K. Salling, dem Vorsteher der Hochschule in Rissen in Dänemark, ver faßten Flugschrift über die „Schule zu Südiütland" die in Massen diesseits und jenseits der Grenze verbreitet wird. In ihr kommt der Haß gegen aller Deutsche nach jeder Richtung hin zum Ausdruck
Die Jus«rtionsgebühr beträgt für bi« 7gespaltene Zeile oder deren Raum 15 4, bei auswärtigen Inseraten 20 4, für Reklamen die Zeile 40 4. Bei Wiederholungen entsprechender Rabatt. Jeder Rabatt gilt av Barrabatt — Für Inserate, bei denen der Auftrag.
eine führende Rolle spielte, und dessen Hauptverdienst das Zustandekommen der englisch-russischen Annäherung ist. Deshalb würde eine unionistische Regierung keine besonderen Erschwerungen für Deutschland im Hinblick auf die auswätige Politik Englands gebracht haben. Vor allem aber würde der ganze Ab- rüftungs- trab Rüstungsbeschränkungsschwindel, der 1907 von dem damaligen liberalen Premierminister Sir Eampbell-Vannermann auf der Haager Konferenz angeregt wurde und seitdem jeden Augenblick als Beunruhigungsmittel der internationalen Beziehungen in Szene gesetzt wird, nicht seine heutige Bedeutung erlangt haben. Die Unionisten haben die Abrüftungsidee immer mißbilligt und zweifellos wären die englisch-deutschen Beziehungen in einer ruhigeren und klareren Linie verlaufen, wenn jenes Gerede nicht immer wieder Beunruhigung und Unklarheit geschaffen hätte. Schließlich sind die sogenannten Flottenpaniken in England, besonders die letzte, mit voller Absicht von der liberalen Negierung hervorgerufen worden, um ihre Stellung zu stärken. Wäre die unionistische Partei bis jetzt am Ruder gewesen, so würde das deutsch-englische Verhältnis sich wahrscheinlich durch eine gleichmäßige Kühle ausgezeichnet haben, die öffentliche Meinung in Deutsch
land hätte immer gewußt, woran sie ist und alles ebenso unbestimmte wie gefährliche Hin und Her wäre uns erspart geblieben. Jedenfalls hätte «ns ein Regierungswechsel nicht von besonderem Schaden sein können.
nommenen Anlauf wahrhaftig nicht gewinnen konnte. Andererseits war innerhalb der unionistischen Partei die Stimmung gegen den Führer Balfour schon lange eine sehr gereizte, und in Privatgesprächen hörte man die unpassendsten Ausdrücke über ihn, die gewöhnlich in der Bezeichnung gipfelten, er besitze nicht die Eigenschaften eines Staatsmannes, sondern die einer ältlichen Angehörigen des weiblichen Geschlechtes Die Spaltung unter den Konservativen scheint ja nunmehr begonnen zu haben. Was und ob etwas darauf folgt, wird lediglich davon abhängen, ob sich ein Mann findet, der ein wirklicher Führer ist und seine Führerschaft durch Taten beweist.
In Deutschland herrscht, wie man wohl als ganz allgemein feststellen kann, Befriedigung über den Ausgang der Wahlen, und das Gefühl, es sei im Interesse der deutsch-englischen Beziehungen und letzten Endes der Erhaltung des Friedens, wenn t~et liberale Regiment so lange wie möglich am Ruder bliebe Diese Ansicht hat auf den ersten Blick alles für sich, aber wir möchten doch bezweifeln, ob sie im vollen Umfange zutreffend ist. Was zunächst die auswärtige Politik anlangt, so ist es eine feststehende Tatsache, daß der Sekretär des Auswärtigen, Sir Edward Grey, bisher eine Politik leitete, die beinahe ohne Ausnahme den Beifall auch der unionistischen Partei gefunden hat. Der permanente Sekretär des Königs ferner, der den Parteiwechsel überdauert, und auf den Gang der auswärtigen Politik einen ganz außerordentlichen Einfluß ausübt, jedenfalls ausgeübt hat, war bis vor kurzem der bekannte Begleiter Eduards VH., Sir Charles Hardinge, ein Imperialist vom reinsten Wasser, der aber inzwischen den verantwortungsvollen Poften eines Vizekönigs von Indien angenommen hat. Sein Nachfolger ist der bisherige Botschafter von Petersburg, Sir Artur
Deutsches Reich-
— Die Reise des Kronprinzen. Jaipur, 27. Dez. Der Kronprinz nahm gestern Abend an einem Festbankett int Palais des Maharadscha teil, besuchte heute das Observatorium und besichtigte die Eingeborenen-Truppen. Der Kronprinz überreichte dem Maharadscha den ihm verliehenen Kgl. Kronenorden erster Klasse. Nachdem der Kronprinz so Gelegenheit hatte, zwei
Politische Umschau.
Die Ausweisung des Herrn Halbwachs.
Zu der von uns bereits mitgeteilten Ausweisung des französischen Studenten Halbwachs schreibt die „Kölnische Zeitung": halbwachs hielt sich in Berlin studierenshalber auf; es wurde ihm dabei auch in entgegenkommender Weise gestattet, auf dem Statistischen Amte zu arbeiten. Den Dank dafür stattete er ab, indem er in der HumaintS Artikel gegen den Reichskanzler Herrn v. Bethmann-Hollweg veröffentlichte, die ganz in der beleidigenden Form radikaler und sozialdemokratischer Blätter gehalten waren. Daraufhin wurde er zunächst noch nicht ausgewiesen, sondern polizeilich verwarnt und erst, als er trotzdem seine alte Tätigkeit fortsetzte, des Landes verwiesen. Die Franzosen werden die Handlungsweise der preußischen Polizeibehörde verstehen; denn bei ihnen gilt ebenso wie bei uns das selbstverständliche Gebot, daß Studenten, die an ausländischen Universitäten studieren, sich nicht taktlos in die Politik der Länder, deren Gastfreundschaft sie genießen, ein- mischen dürfen. Das haben russische Studenten an deutschen Hochschulen schon wiederholt erfahren; was aber den Russen recht ist, ist den Franzosen billig." — Gewiß wird man zugeben müssen, daß das Treiben derartiger Elemente durchaus verwerflich ist. Wenn man aber glaubt, durch Ausweisungsmaßnahmen diesem Treiben einen Riegel vorzuschieben, so zeugt das von einer völligen Verkennung der Verhältnisse. Hetz-Artikel werden stets geschrieben werden. Es kann dabei ganz gleichgültig sein, ob dieselben von Herrn Halbwachs oder Eanzwachs herrühren. Wenn einer ausgewiesen wird, so tritt an dessen Stelle eben ein anderer und der Erfolg ist nur der, daß man aus den professions- mäßigen Hetzern, die mit Recht so beliebten Märtyrer ihrer „Ueberzeugung" macht.
Deutschland und die englischen Wahlen.
Die Neuwahlen in England find nunmehr zum Abschluß gelangt und das Ergebnis ist wieder eine Majorität der liberalen Partei, aber, und das ist der wichtige Nachsatz nur einschließlich der Iren und wie stets der Arbeiterpartei. Bereits Monate vor den Wahlen, als es sich noch um vorläufige Erwägungen «nd um Verhandlungen der Parteien untereinander handelte, hatten wir Gelegenheit, die Ansichten eines hervorragenden englischen Politikers über den voraussichtlichen Ausgang der Wahlen zu hören. Unser Gewährsmann erklärte ohne Bedenken: diese Wahlen würden die Unionisten ebenso wenig ans Ruder bringen, wie die voraufgegangenen, aber die Liberalen würden nur mit geschwächter Autorität siegen und mehr denn je in die irische Abhängigkeit geraten. So ist es gekommen. Nur eins hatte unser Gewährsmann nicht vorausgesehen, oder wenn doch, es nicht gut befunden, zu sagen, nämlich, daß auch die Autorität einer unionistischen Partei und vor allem ihres Führers durch einen dreimal vergebens unter-
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Reichstags- nnd Kandlagoiverhandtungerr haben wir ferner feit dieser Saison einen umfangreichen Bericht eingeführt, ohne den Stoff der Zeitung dadurch z« beschränken.
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Die Gtzerhrfstfche Zeitung mit dem Kreisblatt, für die Kreise Marburg und Kirchha n und der land« wirffchaftlichen, sowie den beiden Unterhaltungsbeilagen kostet vierteljährlich bei den Agenturen 2 Mk., durch die Post bezogen (ohne Bestellgeld) 2.25 ML
Die „Gberhesstsche Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn« und Feiertage. — Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich durch die Post bezogen 2.25 (ohne Bestellgeld), bei unseren Zeitungsstellen und der Expedition (Markt 21), 2.00 -X frei inS Haus. (Für unverlangt zugesandte Manuskrchte übernimmt die Redaktion keinerlei Verantwortung.)
Marburg, Markt 21. — Telephon 55.
69 (Nachdruck verboten.)
Christiane Tanner.
Roman von Claire v. Glümer.
(Fortsetzung.)
21.
Erst drei Tage später erinnerte sich Melanie Northeimb, daß Christian Leopold dringend um Nachricht gebeten hatte. Die Schadenfreude, die sie bei der Erfüllung seines Wunsches empfanb , milderte den Verdruß über die eigene Niederlage. Wie mußte ihren „armen, lieben Vetter" die Mitteilung erschrecken, daß Christiane zu ihrer Großmutter zuriick- gekehrt war und Onkel Parnim durch Caras Unvorsichtigkeit von Christians beleidigendem Verdacht gegen Christiane gehört hakt«.
„. . . Auch allerhand Anklagen seiner Tochter gegen mich," fuhr Frau v. Notheimb in ihrem Briefe fort, „ljat meine törichte Kleine dem Onkel wieder gesagt, so daß nun auch ich in Ungnade gefallen bin. Ohne Abschiedsbesuch, nur durch den Kammerdiener hat er sich empfehlen lassen — und ohne Dank für di« vielen Freundlichkeiten, die ich Ihrer Braut erwiesen habe, ist er abgereist.
Wundern Sie sich etwa, daß ich Christiane r.o,') Ihre Braut nenne? Lieber Vetter, das ist und bleibt sie, bis unser verehrtes Familienoberhaupt die Entlobung gestattet. Ueberdies war das junge Mädchen in höchster Aufregung und heftigem Fieber, als sie sich so schnöde von Ihnen lossagte. Wenn sie wieder gesund ist, hat sie das vielleicht vergessen, oder bereut es, getan zu haben. Sind Sie nun der Klügste, her nachgibt, kommen Sie der Dam« Ihres Herzens helfend entgegen, indem Sie demütig um Verzeihung Riten, so kann sich das Zerwürfnis in Wohlgefallen auflösen, und der glückverheißende Lebensplan, den der gütigste aller Oheime für Sie und seine Tochter ersonnen hat, 6Iei6t unjeftört — Freilich haben Sie sich zu dem Geständnis zu bequemen, daß zu
Ihrem törichten Duell das Briefschreiben des Herrn Martin« nur Vorwand, der wahre Grund Ihre — wenn nicht berechtigte, so doch sehr erklärliche — Eifersucht auf den jungen Mann gewesen ist.
Dies Geständnis dürfte aber erst später zu machen sein. Vorläufig müssen Sie sich, meiner Meinung nach, damit begnügen, Ihre zättliche Sorge um die schwer Erkrankte zu beweisen. — Hierher zu kommen, um sich persönlich zu erkundigen, scheint mir aber nicht ratsam — man könnte Ihmn in der Bürgermeisterei zum zweitenmale die Tür weisen. — Das Beste wäre, Sie ließen sich von Dr. Berg, der die Kranke behandelt, Tag für Tag — Rückantwort gezahlt — telegraphisch über das Befinden Ihrer Braut Nachricht geben. Ihre Verlobung jetzt noch zu verschweigen, scheint mir ebenso unmöglich wie nutzlos. Die Art und Meise, wie Sie auf dem Balle die „schöne Tanner" becoutt haben sollen — mir ist's nicht aufgefallen — hat, wie ick höre, Elmenach und Umgegend alarmiert. Von den leidigen Vorgängen in der Bürgermeisterei und in meinem Hause scheint, Dr. Bergs Andeutungen nach, auch allerlei im Publikum ruchbar geworden zu sein. — So handeln Sie denn sicher im Sinne des Onkels, wenr. Sie Ihrem Verhältnis zu seiner Tochter rückhaltlos den rechten Namen geben. Auch Christiane muß dadurch von der angezweifelten Kraft und Treue Ihrer Liebe überzeugt werden. — Wird sie das nicht, bleibt sie unversöhnlich, wie in der letzten Unterredung mit Ihnen, — Herrgott, welche Beleidigungen haben Sie sich damals von dem hoch- müttgen Geschöpfe gefallen lassen! — so wird sie hoffentlich lebenslang z« ihrem Schaden erfahren, was es heißt, sich den Anordnungen des Harthäuser Parnim zu widersetzen und einem Nothelfer, wie Sie, Vetter, ihr und ihrem Vater gewesen wären, den Laufpaß zu geben.
Zum Schluffe laffen Sie mich ober die Wahrheit gestehen: so lebhaft ich aus Klugheit und Feigheit für Ihre Aussöhnung mtt Christiane Tanner plai-
diert habe, lieber wäre es mir doch, wenn es zum Bruche käme. Es hat etwas jämmerlich Komisches, einen unserer schneidigsten Offiziere um einer hübschen, koketten Kleinstädterin mitten den Rock seines Landesherrn ausziehen und Krautjunker werden zu sehen. — Dem französischen Weisheitsspruche: „Qui'l ne faut jamais discuter les passions" stimme ich unbedingt zu — aber es muß sich um eine wirkliche, unwiderstehliche Leidenschaft handeln, nicht — verzeihen Sie — um eine Liebelei aus Schuljungen- und Backfischtagen.
Wenn Sie ftnden, daß mein Brief voll Widersprüche ist, muß ich's zugeben. Aber wäre Ihrem Benehmen nicht derselbe Vorwurf zu machen? — Jedenfalls hoffe ich, daß Sie in der Länge und selbst in der Konfusion dieser Epistel den Beweis selben, wie gern ich Ihnen zum Herausfinden aus dem Dorngestrüpp behilflich wäre, in das Sie sich leider verstrickt haben.
Bitte, vergessen Sie das Telegraphieren nicht, und bewahren Sie die Antworttelegramme; es sind kostbare Entlastungszeugen . . . Hier unterbrach mich Dr. Berg, den auch ich um tägliche Nachricht gebeten habe. Christianens Zustand bekümmert ihn mehr und mehr: auf sein Verlangen wird Onkel Parnim in den nächsten Tagen den Hofrat Enke aus der Residenz zur Konsultation mitbringen. Zu meinem Bedauern habe ich die Kümmernisse des guten Doktors noch durch eine Frage nach dem Befinden Ihres angeschlossenen Nebenbuhlers verschärft. Nicht daß ihm die Verwundung Sorge machte — sie scheint ganz unbedeutend zu Jein. Wenn ich richtig verstanden habe, hat Ihre Kugel nur eine dünne Randpartie der Lunge durchbohrt und ist jenseits derselben an einer Stelle liegen geblieben, wo sie leicht z« finden und zu entfernen war.
i Nur daß ich von dem Duell unterrichtet bin, versetzt den ängstlichen kleinen Herrn in Bestürzung. — Alle Helfer beim Zweikampf batten fich doch da»
Wort gegeben, nichts davon verlauten zu laffen — und nun mußte er hören, daß man in Elmenach darum wußte. Von hier bis zur Residenz f,atte Famo nicht weit zu fliegen . . und wenn der Herzog bk Geschichte erfuhr!
Ich versuchte den guten Doktor durch die Versicherung zu beruhigen, daß ich nicht durch Elmenacher, fondern durch meinen Beteiligten Detter Parnim ins Geheimnis gezogen worden sei. — Dann hatte ich aber mir selbst eine Rute gebunden — Wenn ich durch den „Hauptschuldigen" — so erlaub ie fich der Wackere Sie zu nennen — von dem Zweikampfe unterichtet sei, werde ich auch die Veranlassung dazu kennen, meinte er und verlangte a!s. Christianens Arzt Auskunft von mir, in welcher Weife die Kranke, die in Fieberphantasien von einem Briefe spreche, der zu der Verwundung des Freundes Anlaß gegeben habe, — in die Angelegenheit verwickelt sei. — Natürlich habe ich mich daraus nicht eingelassen und habe — ob zum Lo-m. ob zur Strafe für meine Verschwiegenheit — einer Schilderung der rührenden Kindheits- und Juaendireund schäft zwischen Christiane Tanner und Wilhelm Marttny nebst einem Hymnus auf die herrlichen Eigenschaften des jungen Mannes auszuhalten gehabt. ■
Neben allen nur denkbaren Eigenschaften des Geistes und Charakters soll er ja auch mit e.ner wahren Siegfriedsschönheit begabt sein. Trifft das zu, lieber Vetter, so begreife ich, daß es Sie gereizt hat. diesen Phönix aus, Christi inens Herzen zu verdrängen, hoffe aber, daß Sie es mannhaft überwinden, wenn das nicht auf immer gelungen fein sollte. — „Dona e mobile!" Jedenfalls hofft und wünscht für Sie allezeit bas Beste Ihre in v? wonbtschäftlicher Teilnahme ergebene Coufine......
Melanie v. Northeim b-Pn im."
. (Fortsetzung fo'Ht.) -----H------