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45. we.

Erstes Blatt

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aber

den Arm um Christianen« Schulter legen;

Angeklagten an und sprechen dem Ralle jede po­litische Bedeutung ab.Daily Lhronicle" sagt: Wenn ausländische Offiziere von unseren Ge­richtshöfen wegen derselben Vergehen verurteilt würden, so würden sie den schwersten Strafen verfallen." Das Blatt zieht den Fall Helm heran und stellt fest, erstens, dafe das Gericht in Winchester die Anklage wegen beabsichtigter Mitteilungen militärischer Geheimnisie an eine fremde Regierung fallen liefe und zweitens, dafe

Parnim:

Und Christian . . wie hat er sich benommen?"

Ich habe ihn bewundert i" antwortete Frau v. Northeimb;nicht ein Wort des Vorwurfes, nur Besorgnis für Christiane, die vor Aufregung ohn­mächtig wurde. Da er des Dienstes wegen nicht

Ihrer selbst willen lege ich Ihnen noch einmal ans Herz, gutwillig zu tun, was Sie endlich tun müsien, denn umzustimmen ist Ihr Vater nie, unter keiner Bedingung. . . Und noch eins: haben Sie sich klar­gemacht, dafe Ihre Verheiratung mit Christian ge- wissermafeen als Entschädigung für ihn geboten ist? . . . Ihr plötzliches Auftauchen hat den Vetter um mehr als zwei Drittel seiner Erbausfichten ver­kürzt . .

Er soll alles behalten alles, alles!" fiel Chri­stiane heftig ein, erhob sich mit zitternd-n Knien, wankte in ihr Schlafzimmer, warf sich aufs Bett und brach in krampfhaftes Schluchzen aus.

Mit triumphierenden Lächeln sah ihr Frau von Northeimb nach und liefe sie allein. Später mochte sich Cara um sie kümmern.

20.

Als der Harthäuser Parnim in der Abenddäm­merung desselben Tages auf dem Elmenacher Bahn­hofe ausstieg, wurde er zu seiner lleberraschung von Melanie Northeimb empfangen.

Sie verstand seinen Blick und erklärte ihm nach der ersten Bcgrüfeung, dafe allerlei vorgefallen sei, was sie ihm mitteilen müsse, ehe er Christiane wiedersehe.

Im Wagen, den sie des abscheulichen Wetters wegen mitgenommen habe, wolle sie berichten.

Sein finsteres Gesicht, das seine neuesten häus­lichen Erlebnisse erraten liefe, verdüsterte sich noch mehr.

Nachdem er dem Kammerdiener, der ihn dies­mal begleitete, befohlen hatte, mit dem Gepäck nach dem Schützenhause zu fahren, bot er Melanie den Arm.

Sprechen Sie!" bat er ungeduldig, indem er sie den Bahnsteig entlang führte.

Im Wagen, lieber Onkel," antwortete Frau von Northeimb;jetzt erzählen Sie mir, wie es Xan*e Karoline geht und was sie zu Ihren Wünschen und Plänen gesagt hat."

Genau, was ich -rwarten mutzte," erwiderte er mit erzwungener Ruhe.Sie beklagt Christians

Schärfe, vielleicht noch mit grötzerer, aufeinander ge­platzt, wie in der vorigen Tagung. Da war schlecht- hin nichts von einer versöhnlichen Stimmung zu merken. Es bereitete den Rednern eine ordentliche Freude, den Gegnern eins auswischen zu können, und der Christus so verhafete Pharisäismus machte sich in unleidlicher Weise breit. Jede Partei matz allen anderen die Schuld an den gegenwärtig so unerquick­lichen Zuständen und an der unleugbaren Mitzstim- mung der Nation bei, selbst wollte keine Partei et­was von Schuld wissen. Daß etwa nach dem Feste die Stimmung im Deutschen Reichstage eine bessere werden wird, ist auch kaum zu erhoffen, obwohl das Parlament gerade in diesem Winter sich hauptsäch­lich mit rein sachlichen Vorlagen, welche die Partei­gegensätze kaum berühren, zu beschäftigen haben wird. Wer aber unerträglich sein will, der findet unter allen Umständen Gelegenheit dazu.

Etwas freundlicher ist schon der Ausblick in un­sere gegenwärtige auswärtige Politik. Ein volles Jahrzehnt hindurch hat Deutschland Leiter der aus­wärtigen Politik gehabt, die ihrer Aufgab nicht ge­wachsen waren, und die infolgedessen auch bei wohl­wollenden Veurteilern Mifestimmung hervorriefen. Der gegenwärtige Staatssekretär des Auswärtigen Amtes hat sich aufeerordentlich glücklich im Reichs­tage eingeführt, seine Rede war eine d»r wenigen Lichtpunkte bei der langdauernden Etatsdebatte. Man hat vqn ihm den Eindruck, datz er ein Mann ist, der nicht unnütz mit dem Säbel rasseln wird, der aber andererseits nicht im geringsten gereizt ist,dem Ansehen Deutschlands etwas zu vergeben. Und dies ist ja die Politik, die jedem guten Deutschen erwünscht ist. Unsere friedliche Gesinnung ist in dem vierzig­jährigen Frieden erprobt, unchristliche Angriffslust und Beutegier liegen uns fern. Wir wollen nicht, mit Kanonenstiefeln angetan, schweren herausfor­dernden Schrittes einherwandeln, aber wir wollen ebensowenig nach der Art von Einbrechern wollene Socken über die Stiefel ziehen, um unseren Schritt unhörbar zu machen.

So scheint also unser« auswärtige Politik in guten Händen zu liegen und dies ist wohl ein Anlatz, unsere Stimmung zu »»bessern. Auch in unserer in­neren Politik werden wir hoffentlich wieder aus der trübseligen Lage und Stimmung der letzten Jahre herauskommen und dann werden wir gern wieder das Fest mit der Freude feiern, mit der uns die Kinder in ihrem unverwüstlichen Optimismus vor­bildlich sind.

Christiane Tanner.

r ' Roman von Claire v. Glvmer,

< Fortsetzung.)

Hrau v. Notheimb machte eine Pause; aber Christiane, die mit gesenktem Kopfe dasatz, blieb stumm. Äre Peinigerin fuhr fort:

Endlich Tante, Karoline... ich meine Ihres Vaters Frau. Kaltherzig und beschränkt, wie sie ist, wird sie sich mit allem Stolz auf ihre unge­prüfte Tugend dagegen sträuben, eine uneheliche Tochter ihres Gatten ins Haus zu nehmen. Zwingt sie der Onkel dazu, so haben Sie, armes Kind, die Hölle auf Erden, und rufen Sie den Vater zu Hilfe, so trifft Sie der Vorwurf, eine gute Ehe gestört zu haben . . . Christiane! Ich glaube gar, Sie weinen!" unterbrach sich Frau Melanie und wollte

Politische Weihnachten.

Eine der glücklichsten Gaben des Kindes, dem ja das Weihnachtsfest vor allen anderen Festen gewid- tnet ist, ist es, sich harmlos an dem Gebotenen nicht nur, sondern auch an dem Gehofften zu erfreuen und das Trübe darüber zu vergessen. Das Kind des armen Mannes sieht nicht die Not seiner Eltern, Denn es sich an dem für 5 Pfennig gekauften Hampel­manns erfreut, und wohl keinem Kinde hat das un­gewöhnlich unfreundliche trübe düstere Wetter, wie wir es in diesem Jahre vor dem Feste gehabt haben, die Vorfreude auf das Fest selbst, auf den Lichter­schmuck des Chrtstbaumes, und auf die Geschenke, trüben können. Die Kinderseele hat ihre Sonne in sich selbst.

Für den Erwachsenen, für den politisch Denken­den und an dem Geschicke seine« Volkes innigen An­teil Nehmenden zumal, stand freilich das so un­freundliche Wetter der letzten Tage in vollem Ein­klänge mit der gegenwärtigen polittschen Lage im Inneren. Wer gehofft hatte, datz die langen parla­mentarischen Sommerferien eine Abkühlung der er­hitzten Gemüter, eine Aussöhnung zwischen den hadernden Parteien herbeiführen würde, der muhte sich durch die kurze vorweihnachtliche Tagung bitter enttäuscht fühlen. Die Gegensätze find mit derselben

unter dem Gesichtspunkte beurteilen, dafe sie eine im Sinne des Wortesfeindliche Handlung" ge» gen unser Vaterland in Friedenszeiten darstellt: durch die Erspähung z. B. unserer Küstenbefesti­gungen und der Oertlichkeiten, die englischen Truppen als Landungsplätze dienen könnten, wird die Widerstandskraft des Landes gegen einen Gegner naturgemäfe erheblich beeinträch­tigt; das ist ohne weiteres klar. Man sieht sich also genau genommen vor die Frage gestellt, ob es richtig und angängig ist, aus edelmütigem Mitgefühle für den verhafteten Offizierspion der eigenen Landesverteidigung indirekt und direkt zu gefährden. Die Antwort brauchen wir nicht zu geben, nur sei noch auf das Folgende hin­gewiesen. Wir sprachen von der Möglichkeit eines direkten Schadens, der aus milder Bestra­fung der Schuldigen erwachsen könne; die beiden englischen Offiziere z. B. wurden, sollten sie etwa nach einem Jahre begnadigt werden, auch ohne im Besitze ihrer Aufzeichnungen zu sein, einen beträchtlichen Teil ihrer an den deutschen Küsten gemachten Erkundungen im Gedächtnis haben, und sie ihrer Admiralität also zweifellos nutzbar machen. Man könnte sie daran durch nichts ver­hindern. Wo solches zu befürchten ist, bleibt also der gegebene Weg, die Spione so lange möglichst in sicherem Gewahrsam zu halten, bis ihre Wahr­nehmungen veraltet sind. Freilich ist das in Be- zust auf WasserverSältnisse usw. nicht möglich, aber im übrigen ergibt es sich doch als Anhalt dafür, dafe für dir Art der Inhaftierung und die Frage einer Begnadigung solche Erwägungen massgebend sein müssen. Ob im vorliegenden Falle die Strafzeit unter diesem Gesichtspunkte lang genug ist, möchten wir bezweifeln.

milde, so hat man sich damit abzufinden: der I höchste deutsche Gerichtshof hat gesprochen. Hier wollen wir uns darauf beschränken, auf die I grundsätzliche Bedeutung der ganzen, während I der letzten Tage aufgerollten Frage ausdrücklich I hinzuweisen. Die Spionage ist ein internatio- I naler Brauch. Ein Staat weife es vom anderen, I eine militärische Behörde von der anderen, dafe I jede mit allen zu Gebote stehenden Mitteln ver- I sucht, in die militärischen Geheimnisse der an- I deren Macht einzudringen und die ihrigen so I sorgsam wie möglich zu bewahren und zu hüten. I Man kann noch so viel gegen die Spionage als | einen der Kulturvölker Europas nicht würdigen I Brauch reden und schreiben: sie ist einmal da I und wird bleiben, solange es Kriegsrüstungen I auf der Welt gibt. Andererseits kann man sich der Einsicht gewife nicht verschliefeen, dafe es in hohem Grade wünschenswert wäre, wenn die I Spionagetätigkeit von Offizieren aufhörte. Ge­rade sie ist besonders geeignet, internationale Komplikationen zu schaffen. Was die persönliche Seite der Sache anlangt, so kann man zwar nicht sagen, dafe die Tätigkeit der Spionage für den Offizier eine unwürdige ist, denn er will keinen materiellen Gewinn durch sie erreichen, sondern nur seinem Lande nützen und setzt dafür seine Freiheit vnd unter Umständen sein Leben anis Spiel. Daher kommt es, dafe man nach Verhaf­tung von solchen Offizieren meist eine oewisse j Sympathie für sie hegt, auch wenn sie und ihre l Absichten unzweifelhaft sind. In der deutschen Presse begegnen wir heute einer ganz allge- i meinen Sympathie für die beiden englischen Offiziere, obgleich sie sich als Spione allergefähr­lichster Sorte gezeigt haben. Wir haben die An­sicht aussprechen hören: solche Leute könne man

verboten.)

mit einer raschen Wendung machte sich das junge Mädchen los.

Lassen Sie mich, lassen Sie mich!" rief sie und drückte mit beiden Händen das Taschentuch vor die Augen.

Frau v. Northeimb stand auf.

Sie vergessen sich, meine Beste," sagte fie in scharfem Tone.Datz ich Ihnen nicht weh tun will, müssen Sie wissen; meine Absicht ist nrr, Sie vor einem Konflikt mit dem Vater zu bewahren und Ihnen zu zeigen, datz cs das Klügste ist, sich ohne Widerrede seinem Willen zu fügen. Heiraten Sie Christian, so find die grötzten Schwierigkeiten Ihrer Lage beseitigt; Sie haben einen Namen, haben Ihr eigenes Haus, haben, wenn Sie Ihre Empfind­lichkeit besiegen und dem Onkel das altarne Duell verschweigen nutzer dem Schuh des Gatten auch seine Lieb«, die Ihnen natürlich verloren geht, wenn Eie den Onkel gegen ihn aufbringen. Von der schiefen Stellung, in die mich solange Sie der East meines Hauses find ein Zerwürfnis zwischen Christian Leopold und dem Harthäuser Onkel ver­setzen mützte, will ich nicht weiter sprechen; aber um

Offiziersspionage.

Aus Marinekreisen wird uns geschrieben:

Nach einer langen und jedenfalls sehr sorg­fältigen Voruntersuchung standen die beiden großbritannischen Offiziere vor dem Reichs­gerichte in Leipzig, welche in den Bestigungen der Insel Borkum festgenommen wurden. Das Urteil ist gefällt worden, und scheint es auch sehr

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Wahl, verspricht zwar, sich um meinetwillen Mühe zu geben, seine Frau freundlich zu empfangen, er­klärt aber, datz es ihr unmöglich sei, meine Tochter ins Haus zu nehmen. So habe ich denn vorläufig darauf verzichtet, Christiane nach Hatthausen zu bringen, und habe mich für ein paar Monate frei- gemacht, um mit ihr auf Reisen zu gehen, bis die Hochzeit statffinden kann . . . Melanie," unterbrach er sich selbst,was betautet Ihr Kopfschütteln, Ihr Seufzen . . .?

Erst einsteigen; da ist der Wagen," sagte Frau v. Northeimb, und begann, sobald fie davonfuhren, mit der Bitte, ihr zu verzeihen, datz fie Unange­nehmes berichten und Christiane anklagen müsse.

Zur Sache!" fiel Parnim ein;was haben Sie ihr vorzuwerfen?"

Datz fie ohne triftigen Grund mit Christian ge­brochen hat," antwortete Melanie.

Parnim fuhr in die Höhe; sein Eefichtsausdruck war in der Dunkelheit des Wagens nicht zu erken­nen, aber der Ton, in tarn er fragte, rate das ge­kommen sei, verriet seine Bestürzung; ohne Einrede hörte er Frau v. Nottheimbs Bericht Über die Vor­gänge dieses Morgens bis zu Ende.

Sie erzählte von Christiane Besuch und Geständ­nissen, beklagte sein Duell, fand aber, datz seine Ge­reiztheit gegen den Briefschreitar begrefflich sei. Leider, fügte fie hinzu, scheine Christiane für den empfindlichen Point d'honneur eines Kavaliers kein Verständnis zu haben wie hätte die in kleinbür­gerlichen Anschauungen Erzogene auch dazu kommen sollen? Diese Beschränktheit wolle fie Christiane nicht anrechnen, aber schmerzlich überrascht hätte fie die Herzlosigkeit, mit der das junge Mädchen ihre Verlobr -Gegeben tnd ohne Zögern die Wünsche des güii ' Katers durchkreuzt habe.

Melanie ichwieg; nach einer Pause fragte

Das ist die heil'qe Weihenacht, Die uns das Christkind hat gebracht. Das grötzte Wunder ist gesckeh'n: Der Herr der Welt als Kind zu fch'n. Er kam. die Menschen zu erlösen Von Finsternis und Macht des Böser: Ehre sei Gott in der Höhe!

In Hütten und im Prunkpalast Das Christkind heute ist zu East, Um alle Christen groh und klein Mit Himmelsgaben zu erfreu'n;

I Und in den hellen Kirchenhallen I Heut frohe Weihnachtslieder schallen: I F.iede, ja Friede auf Erden!

Also hat Gott die Welt geliebt, I Dafe er sich selbst zum Opfer aibt. I Dafür sei taut ihm Dank gebracht I In dieser heil'gen Weihenacht.

| Er wolle uns in Gnaden geben I Ein frohes, sel'ges Weihnachtsleben,

Und den Menschen ein Wohlgesakle« Hermann Haaje-Gelnhanse».

I bleiben konnte, trug er mir auf, der Zornigen zuzu- I reden, und im Laufe des Nachmittags kam ein | Bilett von ihm mit beruhigenden Nachrichten über I den Verwundeten, zärtlichen Fragen nach Chri- 1 stianens Befinden und der Bitte um ein freundliches I Wort von ihr . . . vergebens! Sie bleibt dabei, I nichts von ihm wissen zu wollen. Zureden durfte ich I nicht mehr . . . fie hat heftiges Fieber; ich habe zum I Arzt geschickt."

IWas sagt er? fragte Parnim mit ersttckter I Stimme.

IEr weife noch nicht, was er aus dem Zustande I machen soll," antwortete Melanie.Vielleicht ist « I nur eine vorübergehende Nervenaufregung, jetan- I falls ist vollständige Ruhe geboten... ich glaube, I lieber Onkel, es wäre am besten, wenn Sie vorläuftg I darauf verzichteten, die Kranke zu sehen."

(Fortsetzung folgt.) -

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Weihnachten.

DieOberhessische Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme tat Sonn* und Feiertage. Der Bezugspreis beträgt viertel- "Wl jährlich durch die Post bezogen 2,25 M (ohne Bestellgeld), bei

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Die Jnserttonsgebühr beträgt für Jnserenl-n aus öem engeren Verbreitungsgebiet des Blattes für die 7g» "^ktene Zeile ober deren mannt 15 -3, ffft auswärtige Inserate 20 A, für Reklamen 40 A. Druck und Verlag: Joh. Aug. Koch, Lniversitäts-Puckdrirckerei. Dr. E 6n-»- ' --.»»bnvg.

Markt 21. ",

doch nicht schwer bestrafen, da fie ja eben lediglich I . 9 .. . *

aus edlen, patriotischen Motiven herausgehan- Die englische Presse über das Uttcit delt hätten. Es sei gern zugegeben, dafe das Es- I im Spionaaeprozeß.

mut em gewisses Recht auf solche Auffassung be- 1 ?

sitzt, mehr aber als in irgend einem anderen I I London, 23. Dez. Die englischen Blatter Falle mufe gerade deshalb hier das Wort gelten drücken zwar ihre Sympathie mit den beiden ohne Ansehen der Person". Was will die verurteilten Offizieren aus, finden aber an dem Strafe überhaupt bezwecken? Unseres Erachtens Urteil nichts auszusetzen. Sie erkennen das vor allem Abschreckung. Kämen derartige Spi- I f-"re Verhalten des Gerichtshofes gegenüber den one wegen der Reinheit ihrer Motive mit leich­ten Denkzetteln davon, würden sie also z. B. ge- wohnheitsmäfeig nach Berbüfeung einer leichten Festungsstrafe begnadigt, so würde die Osfizier- spionage naturgemäfe immer mehr in dem be­treffenden Lande überhand nehmen. Es steht dagegen anders, wenn die schweren über diese Vergehen verhängten Strafen genau so abgebüfet werden, wie das Gesetz es will. Die allzu wei­chen Herzen sollten diese Spionage im übrigen

MchM Mim

mit dem Kreisblatt kür die Kreise Marburg Md Kirchhain

und den Beilagen: »Jach Feierabend" (wöchentliche Unterhaltungsbellage) und Landwirtschaftliche Beilage

Marburg

Sonntag, 25. Dezember 1910