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Homberg, 17. Dez. Auf Veranlassung des Herrn Landrat von Gehren fand hier am vorigen Mittwoch im hessischen Hof" eine Versammlung von Ver­tretern der Ziegenzuchtvereine unseres Kreises statt. In dieser wurde die Gründung eines Kreisziegen- zuchtverdandes beschlosien, welchem die Ziegenzucht­vereine in Homberg, Falkenberg, Hebel Holzhausen, Mosheim, Unshausen und Singlis beitraten . Zum Vorsitzenden wurde Herr Lehrer Schneider-Mörs­hausen gewählt.

Institute, die einer Anregung des Kaisers ihr Bestehen verdanken. Jetzt macht das Referen­dar-Examen des Prinzen August Wilhelm, des Akademikers der Kaiserfamilie, von sich reden. Es liegt darum die Frage nahe, wie alt die direkten Beziehungen der Hohenzollern zu den Universitäten sind, d. h., seit wann es Brauch geworden ist, daß die Hohenzollernprinzen sich neben ihrer militärischen Ausbildung auch dem Studium auf Universitäten widmen. Im all­gemeinen gibt man sich darüber einer Täuschung hin, denn dieser Brauch ist noch nicht sehr alt. Zum ersten Male bezog ein Hohenzollernprinz im Jahre 1846 die Universität, und zwar, wie es die Hohenzollernprinzen auch heute noch tun, die Universität zu Bonn. Es war dies der Prinz Friedrich Karl, der auf Wunsch seines Oheims sich dem Studium der Rechtswisienschaft wid­mete. Zu den Lehrern dieses Prinzen gehörte Ernst Moritz Arndt und Dahlmann. Seitdem ist dieser Brauch in unserem Kaiserhause all­gemein geworden. Die Prinzen werden dazu angehalten, ihr Abiturientenexamen zu machen, nachdem sie auf der Kadettenschule in Plön dazu vorgebildet wurden. Man findet eine ähnlich« Erscheinung jetzt bei den Angehörigen aller deutschen Fürstengeschlechter. Bei außerdeutschen regierenden Fürsten besteht dieser Brauch aber nur noch in England. In Rußland z. B. wäre ein Studium der Großfürsten an Universitäten eine Unmöglichkeit, an die nicht einmal ein Mensch zu denken wagt.

Maßnahmen nicht dazu beitragen, den inländi­schen Viehstand durch Einschleppung von Seu­chen zu schädigen.

Anschauungsunterricht." Der freisinnige Pa­stor Dörries sang in einer Versammlung der Fort­schrittlichen Volkspartei in Hannover ein begeister-es Loblied auf die .Mrtschaftliche und ethische Bedeu­tung des Streiks". Nach seiner Auffasiung haben die Streiks zur Erziehung der öffentlichen Meinung bei­getragen, sie seien ein Anschauungsunterricht gewesen, ein Menetekel und eine Mahnung an den ruhigen Besitz. Derartige Anschauungen könnte ein unent­wegterGenosse" ruhig in einer sozialdemokratischen Versammlung entwickeln, ohne Gefahr zu laufen, von seinen Patteifreunden als bürgerlicher Auf­fasiung hinreichend verdächtig erklärt zu werden. Die Industrie, namentlich aber auch unsere Hand­wetter und Gewerbetreibenden, danken freundlichst für das Anschaungsunterrichtsmittel, das sie an den Rand des Ruins zu bttngen geeignet ist. Das stän­dige Liebäugeln mit der Umsturzpartei hat allem Anschein nach den Freisinn schon so weit gebracht, daß er blindlings nachbetet, was sozialdemokratisch- Agitatoren den von ihnen düpierten Masien immer vorpredigen.

Oberzolldirektion eingetragen sind.

* Wandervögel. Marburgs Straßen lagen stiller als gewöhnlich;'die akademischen Bürger waren zum Teil schon in die Ferien gereist, zum Teil in ihren Häusern zur letzten Kneipe des Jahre» versammelt.

Marburg

Mittwoch, 21. Dezember 1910.

Unpolitische Tagesnachrichten.

Schweres Brandunglück. Hamburg, 19. Dez. Heute (Montag) mittag goß in der.. Molendorf­straße die 64 Jahre alte Frau Bettie Binder auf einen brennenden Petroleumofen aus einer Kanne Petroleum nach. Die Kanne explodierte, und das brennende Del ergoß sich über die Frau und ihr« beiden Enkel im Alter von zwei und drei Jahren. Sie ließ das kleine Kind, das sie auf dem Arme trug, sofort fallen und rannte, einer Feuersäul« gleich, aus dem Hause, gefolgt von ihrem drei­jährigen Enkel. Nachbarn erstickten die Flammen. Die Frau hatte aber solche Brandwunden erlitten, daß sie vor Ankunft des Arztes ihren Verletzung» erlag. Die beiden Kinder find leichter verletzt.

Ei, Kind verbrannt. Halle a. S., 19. Dez. Als Kinder der Schlosierfamilie Fredzer in Niet lebe, unter dem brennenden Weihnachtsbaum spielten, fingen die Kleider zweier Kinder Feuer. Ein zwei­jähriges Kind verbrannte, da» andere fünfjähttge ist verletzt.

Siäsberischer Ueberfall. Breslau, 19. Dez. Der Kaufmann Karl Lippik, Chef des großen Küchk"»^0j,>-ot^» Lippik il Hinke, der in der Taschenstrage geradeüber dem Pariser Garten seine Wohnung hat, begab fich gestern mit der Tages­löhnung. die er in einer eisernen Kassette mit sich führte, uuch Hause. Er wurde bis zu seinem Hause von extern jungen Mann begleitet. An dem Hause selbst kam ibw seine Schwester, die ihm die Wirt­schaft ffiliit, entgegen, und nahm ihm die Kasiettr ab, nm iie in die Wohnv-.z zu bringen. Als die beiden die Tre pen hinausstieg'en, wurde die junge Dame plötzlich von einem Räuber überfallen und gewürgt, so daß ihr die Kasiete aus den Händen fiel Der ihr folgende Bruder wurde von einem zweiten Räuber angefallen, konnte aber noch an die Tür eines bei ihm wohnenden Chambregarnisten klopfen und um Hilfe rufen. Die Räuber suchten darauf das Weite, ohne etwas erbeutet zu haben. Lands Hut, 19. Dez. Gestern abend drang «in Dieb in das Schlafzimmer des Wirtes Schweizer ein. Als er überrascht wurde,' verletzte et bi« Schwester des Wirtes durch einen Revolverschuß, verletzte ferner den herbeieilenden Knecht lebensge­fährlich durch einen Schuß und brachte sich schließ­lich selbst eine schwere Schußverletzung bei

Die Leiche des Leutnants Lange. R e l l i n g- hausen, 18. Dez. Wie aus Bremen gemeldet wird, hat ein Fischerkutter auf hoher See die Leiche des Leutnants Lange aufgefunden, der sich in de« BallonSaar" befand. Nachdem die Papiere und sonstigen Erkennungszeichen des Toten geborgen waren, wurde der Leichnam ins Meer versentt.

Unfall auf de« Schießplatz. Uelzen, 18. Dez Ein schwerer Unglücksfall ereignete sich derKreis­zeitung" zufolge auf dem Schießplatz Unteilüse der Rheinischen Stahlwarenfabrik, wo man gegenwärtig mit dem Einschießen schwerer Geschütze beschäftigt ist, jedenfalls infolge vorzeitiger Explosion eines Ge- schofles. Ein Mann der Bedienungsmannschaft wurde sofort getötet, zwei andere wurden schwer verletzt.

Deutsches Reich-

Zur mecklenburgisch-n Verfasiung. Schwe­rin, 19. Dez. Als Antwort auf die Ablehnung des'Landesausschusses zu dem Landesregiment ist den Landtagskommisiaren in Malchin unter dem heutigen Datum ein Reskkrpt der Regie­rung zugegangen. In diesem wird ausgeführt. Die Ablehnung jeglichen Zuschusses aus der Landessteuerkasie, also auch die Ablehnung der­jenigen Mittel, welche von den Ständen selbst durch die bisherigen Bewilligungen als notwen­dig anerkannt sind, offenbart den ganzen Ernst der Situation und legt klar vor Augen, daß eine Reform der Landesverfasiung unter Gewährung des Vudgetrechts unabweisbar notwendig ge­worden ist. Die Erteilung des Budgetrechts ist aber mit der ständigen Verfasiung unvereinbar. Es muß daher dringend verlangt werden, daß die Stände durch weiteres Entgegenkommen eine Verständigung über die Verfasiungsreform her­beiführen. Wenn eine Einigung nicht zustande kommen sollte, dann müsie die Regierung zu ihrem tiefsten Bedauern zur Durchführung eines geordneten Landesregiments die Mittel aus dem Domanialkapitalfonds oder aus einer An- keihe entnehmen.

Gegen die Fleischteuernng. Koburg, 19. Dez. Der gemeinschaftliche Landtag der Herzog­tümer Koburg und Gotha beschloß heute vor­mittag mit 22 gegen 5 agrarische Stimmen, die herzogliche Staatsregierung zu ersuchen, im Hin­blick auf die wieder gestiegenen Fleischpreise, welche wettere Bevölkerungsklasien in ihrer Er­nährung schwer schädigen und alle Nahrungs­mittel in die Höhe treiben, unverzüglich alle Schritte zu tun, welche geeignet find, der Fleisch­teuerung zu steuern, insbesondere auch auf Oeff- nung der Grenzen hinzuwirken, soweit solche

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Marburg und Umgegend.

(Rachvruck aller Ottginalarttket ist gemäß § 18 bei Urheberrechts nur mit bet deutlichen Quellenangabe

.Oberheff. Zig." gestattet.;

Marburg, 20. Dez.

* Frauenbildung Frauenstudium. Frau Prof. Jensen hielt in der Mitgliederversammlung unserer Abteilung einen ausgezeichneten, für alle Zuhörer höchst interesianten Vortrag über dieLiteratur der Assyro-Babylonier". Natürlich konnte die Rednerin nut einzelne Proben all bet Schätze von Schriftdenkmälern geben, die man fett einet Reihe von Jahren durch planmäßig geförderte Aus­grabungen dem RuinenhLgel Babyloniens und Afly- riens zu entreißen gewußt hat. Hauptbesitzer des so gewonnenen literattschen Reichtums ist jetzt das btt- tische Museum in London; aber auch die babylonisch- asiyrischen Sammlungen des Berliner Museums fan­gen an, große Bedeutung zu bekommen; und wir dür­fen mit Stolz sagen, daß Deutschland heute in hervor­ragender Weise mithilft, die Schätze des alten Baby­lon und der alten Hauptstadt des asiyttschen Reiches, Asiur, ans Licht zu ziehen. Von den schier unzähligen Texten aüf Stein und vor allem gebrannten Ton, die den verschiedensten Literaturzweigen angehören, hat Frau Jensen mit feinem Takt und sicherem Urteil die auszuwählen verstanden, die für uns am inter­essantesten, weil geeignet waren, uns in ihrer Zu­sammenstellung ein klares Bild von der Denkweise, dem Vorstellungskreise, kurz der Kulturstufe diese, alten Völker zu geben. Mit gewiß seltenem Geschick trug die Rednettn vor: Königsinschriften aus ältester, alter und jüngerer Zeit, die sowohl von Kriegs- wie von Friedenstaten berichteten; z. B. eine Inschrift Sonheribs über die Belagerung Jeru­salems 701 v. Chr., eine Inschrift aus dem Jahre 538 v. Chr., die den Einzug des Cyrus in Babylon schildett, und endlich einen Brief des Nebukadnezar, der von dem Wiederaufbau des Turmtempels von Borsippa, Babylon gegenüber, erzählt, an den sich vermutlich die Sage vom Turmbau zu Babel ange- knüpft hat. Gesetzesvorschriften, z. B. aus dem Codex Hammurabi, 2000 v. Chr. Privat- urkunden, z. B. eine aus dem 7. Jahrhundert v. Chr., die den Kauf einer Frau behandelte, Be­schwörungsformeln, z. B. gegen einen Toten­geist, gegen kranke Augen oder Malaria, Zauber- und Omentexte, Orakelsprüche u.dgl.,vor allem astrologischen Inhalts, die illustrieren, wie der Vorstellungskreis der Asiyrier in außerordentlichem Maße von der Furcht vor Hexerei und Zauberkünsten, von Aberglauben überhaupt, beherrscht wurde. Hymnen des Preises, z. B. an Jschtar. die Göttin im Venusstern, das Licht des Himmels", dann der Buße, der Klage, z. B. den sogenannten Hiobspsalm, und endlich poetische Erzählungen, darunter Schöpfungsmythen aus der Bibliothek Sardanapals, und vor allem den Sintflutbericht aus dem National­epos der Babylonier, demE i l g a m e s ch". Frag­los hat die Vortragende vielen eine Anregung ge­geben, die nicht spurlos an ihnen vorübergehen dürfte.

* Für angehende Zollsupernumerare ist eine neuer­dings durch die Previnzial-Schulkollegien an die höheren Schulen ergangene Mitteilung des Präsi­denten der Dberr-'strirektion von Bedeutung, daß

Hochschulnachrichten.

Seit wann studieren die Hohenzollern?

DerInf." wird geschrieben: Unser Kaiser­haus hat gerade in den letzten Wochen sehr enge Beziehungen zu Universitätskreisen unterhalten. Der Kaiser wurde in jüngster Zeit mehrfach zum Ehrendoktor ernannt, darunter auch bekanntlich von der Berliner Universität. Ist die letzten Wochen fällt auch die Förderung der Universi­täten durch die Gründun« der wissenschaftlichen

Das Interesse des Kaisers für die MMärluftsckiffahrt.

Angesichts der Veröffentlichung desStatin, in der dem Kaiser das Interesie für das Militärluft­schifferwesen abgesprochen wird, wird derInf." von militärischer Seite folgende Mitteilungen gemacht, die angesichts der darin enthaltenen Daten und Tat­sachen besonderes Interesie beanspruchen dürften: Rein vom psychologischen Standpunkte aus dürfte ohne weiteres klar sein, daß die Behauptungen des französischen Blattes direkt unwahr find. Das große Interesie des Kaisers speziell für alle technischen Fragen ist allgemein bekannt und bedarf keiner näheren Erörterung. Daß sich der Monarch als ober­ster Kriegsherr speziell für alle Zweige der Milftär- luftschiffahrt nicht nur interessiert, sondern auch er­wärmt hat, dürfte aus einer ganzen Anzahl ton Vorgängen ersichtlich sin. Der Kaiser wird durch Vorträge des Kriegsministers v. Heeringen, die sich besonders mit allen aktuellen Fragen der Militär­luftschiffahrt und des Flugwesens befasien, dauernd auf seinen Wunsch auf dem Laufenden erhalten. Als ein unvettennbares Zeichen dafür, daß sich der Herrscher gerade für die neuesten Phasen des ein­schlägigen Gebietes inkeresiiert, kann die Tatsache gelten, daß er bei jeder Gelegenheit, wenn er den Inspekteur bes Verkehrswesens, Generalleutnant Frhr v. Lyncker, trifft, ihn in ein fachmännisches Gespräch zieht und nach allen Neuerscheinungen fragt. Das neueste Luftschifi der Milttätver- »eituHö. das fliegt, ist bekanntlich bitW 3 . Zm. Frühjahr mar der Monarch mit dem Prinzen Heinrich von Preußen beim Luftschiffer-Bataivott. . wo er einen verhältnismäßig sehr langen Vortrag über das Luftschiff anhörte und es sehr genau bis in die kleinsten Einzelheiten befichttgte. Der neue M 4", der Anfang des nächsten Jahres seine Probe­flüge aufnehmen soll, soll gleichfalls dem Kaiser vorgesiihrt werden, und es ist anzunehmen, daß lerne Bessbümmg ebenso gründlich geschehen wird. Richt allgemein bekannt dürfte »s sein, daß der Kaiser die letzten Leistungen derParseval"-Luftschiffe nut besonderer Freude verfolgt hat. Schließlich mag noch erwähnt werden, daß et während des letzten Kaisermanövers in seiner Kritik die Leistungen der beiden Luftschiffe lobend hervorhcb. Besttmmt ist, daß an den nächsten Kaisermanövern die militari« scheu Flugzeuge teilnehmen sollen. Vorher, voraus­sichtlich im Frühjahr, werden die Flugzeugführer ihre Apparate dem Kaiser vorführen. Eine zu frühe Besichtigung 'mit nicht ganz fertigen Leistungen würde den militärischen Grundsätzen nicht ent­sprechen.

Selbst der sonst so belebte Markt vor dem altehrwür­digen Rathaus zeigte fich völlig menschenleer. Da fielen vom Turm vier dünne, leise und dann zwölf volle, taute Klänge herab auf die schlummernde Stadt. Und merkwürdig, es wat, als ob thte Echos fich einten zur Musik. Harfentöne kamen naher und näher, ein Trupp fröhlicher Menschen trug fie durch die Gasien. Ein buntes Bild: Männlein und Weib- lein, alles junge, fröhliche Gesichter, die Kleidung echt zigeunerhaft, Hüte in Form umgestulpter Koch- gefäße auf dem Kopfe und wirkliche Kochkessel auf dem Rücken, starksohlige Stiefel an den Fußen und dicke Knüppel in der Hand. In rüstigem Schritt ging's aus der Stadt hinaus den Bergen jenferts bet Lahn zu. Auf ihrem Rücken wanderte man unter mondbeschienenen Bäumen eine Stunde lang, bis man einen freien Platz erreichte. Dort unter einer Buche mächtiger Krone legte jeder eine handvoll Reisig nieder, und bald leuchtete und wärmte ein schönes Feuer in die Nacht hinaus. Ein buntes Treiben b^ gann. Die einen bauten einen Herd von Steinen und kochten auf ihm, was sie mitgebracht für des Leibes Nahrung, die anderen standen oder lagerten sich in malerischen Gruppen. Klänge der Znpfgei^ und alte Lieder sonder Zahl vertrieben den Schlaf. Bald rief der Führet die Seinen auf einen kreisrun­den freien Platz im Tannenwald. Inmitten dieses Platzes brannten viele Kerzen an einem Tannen­baum, der nicht ferne von der Stätte seiner Ehre ge­wachsen war. Dann klangen die kindheitgewohnten Weihnachtslieder fromm und feierlich von dem Munde der Wanderer. Wohl eine Minutelang um­standen die Sänger schweigend bett Baum: wahres Gefühl schließt ben Munb. Nach einer Stunbe waten die Wanberer froh vereint. Dann gaben fie fich zum Scheibegruß bie Hand. Die einen ^jenjaeiter in ihren Töpfen ben heißen Morgenimbiß tragend, die anderen kehrten Heim in ihre Hütten! H«U Heil. Heil! hörte man noch lange von hüben und von

* Mein Lesebuch. Es mag für ein Kind, da» «e erste Fibel hinter sich hat, wirklich ein Triumph sein, in diesem, seinem Lesebuch nun ganz und gar tn feiner Welt zu leben und aus ihr Gedrucktes lesen zu können. Für die Psychologie des Lesens und des Lesenlernens ist das aber von ganz besonderer Be­deutung, daß die Umwelt des Kindes ihm selbst zur Lust und Freude wird und daß fie ihm durch sobh ein gedrucktes Buch geradezu erhöht wird. Da ist jetzt nichts mehr, was nicht wichtig wäre, ob es nun das neue Kleid, das Rumkramen auf dem Boden, ob es die Puppen oder bie Zinnsoldaten sind, ob bie Sommerfrische auf bem Lande oder bet Drachen in bet Luft, bei erste Schnee ober bet Weihnachtsbaum. Das alles erscheint hier aus bem Kinderleben heraus und erscheint eben nicht nur so in den Lesestucken, sondern vor allem auch in den Zeichnungen. Dtto Ubbelohde erweist sich als der größte Mei­ster bet einfachen Linie, bet bie Welt sieht, wie sie fich bem einfachen schlichten Gemüt darstellt, und der btefe Welt ausdrückt, wie fie nur ein großer Künst­let der Feder so klar zum Ausdruck kommen lassen kann. Wit machen auf dieses Buch aufmerksam und hoffen, daß es sich - es kostet 90 Pfg. - tn vielen Familien unter dem Weihnachsbaum finden wirb.

* Der Hessische Kalender 1911 des Malers Hans Meyer-Casiel ist wieder erschienen Auch diesmal nett ausgestattet und künstlerisch wertvoll. Die Litho­graphien zu den einzelnen Monaten bringen wieder charakteristisch schöne Plätze unseres Heimatlandes, so von Marburg einen Blick den Sternweg hinun-er, aus Casiel dieoberste C'ffe, aus Frankfurt einen Blick über den Main und Dom, Gießen, aus Fulda das Schloß, das Kurhaus Wiesbaden, das Homburger Sckloß, Tann in der Rhön, Gudensberg, Fuldatal bei Speele, ein Tal bei Auerbach an der Bergstraße. Man sieht mannigfaltige Wiedergaben künstlerisch inter­essanter Punkte. Die einzelnen Lithographien ;uu> gut ausgeführt, ko baß auch in diesem Jahre bet Hessische Kalender nicht nur bet den Hessen gute Auf­nahme finden dürfte.

Die ^niettionsgebüht beträgt ffi*- Unseren-.- aus bew engeren Verbreitungsgebiet des Blattes, für ?ge-'itene Betle obet beten staunt 15 H, für auswärtige Inserate 20 Ä, für Reklamen 40 4- - Druck undDettag:Joh. llniversitäts-Bucbbrnckerei. fknb-'b-r Di. C. ü>i H tomia.

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