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45. Jahrg«

Erstes Blatt

Der heuliqen Nummer liegt bei Kreisblatt Nr. 102.

Halle, 16. Dez. Die Universitätsbehörden haben den von der hingen Freien Studenten­schaft geplanten Vortrag des sozialdemokrati­schen Abgeordneten Dr. Siidekum über das sozialdemokratische Parteiprogramm verboten.

meint: Man könne trotz der Schwierigkeiten Ml Frage auf den Weg einer schiedsgerichtliche, Entscheidung leiten. Man müsse die Frage zu­nächst dahin abändern, ob die Fragen, die zu f< verschiedenen Auffassungen geführt hatten, solche Rechtsfragen sind, die unter die Bestim­mung des deutsch-englischen Schiedsgerichts fal­len oder nicht; es handle sich hier unzweifelhaft um völkerrechtliche Fragen. Wir geben bi< Hoffnung nicht auf, die englische Regierung hiervon zu überzeugen. Vielleicht gibt der Vor­fall den Anlatz, zu erwägen, ob nicht die Ein­richtung einer internationalen Gerichtsbarkeit zugleich auch das Bedürfnis nach einem intet- nationalen Kompetentgerichtshof in irgend einer Form wachruft, der hoffentlich in den vor­liegenden Fragen ad hoc und provisorisch von Großbritannien zugestanden wird.

werden. Kürzlich ist jemand zu zwei Tagen Hast verurteilt worden, weil er vor Gericht eins aus­gebracht hat. (Wiederhoste .stürmische Heiter­keit. Zuruf:Wollen Sie Dr. Henrici nicht auch zwei Tage einsperren? Uebrigens dürfen Sie, selbst wenn ein Fehler begangen worden sein sollte (Vielstimmige Rufe: Aha!) was ich aber leugne das die Freistudentenschaft nicht entgelten lassen!

Darauf hielt Dr. Henrici, von demonstra­tivem Beifall begrützt, eine Rede, um Dr. Roth zu widerlegen. Die Diskussion zog stch dann bis lange nach Mitternacht hin. Schließlich wurde gegen 15 Stimmen folgende Resolution an­genommen:Die im Hohenzollernsaal des Ma­rinehauses zu Berlin am Freitag, den 16. Dez. 1910, versammelten 1000 national gesinnten Akademiker weisen das Verhalten der Leipziger Freistudenten gegen Herrn Dr. Henrici zurück. Zm Gegensätze dazu stellt sich die Akademikerver­sammlung auf den Boden einer nationalen, ins­besondere' monarchischen Staatsauffassung. Auch wendet sie sich mit Entschiedenheit gegen jeden Versuch, sozialdemokratischen Gedanken in der Berliner Studentenschaft einen weiteren Wir­kungskreis zu verschaffen."

Wir können, um es gleich vorweg zu sagen, dieser Praxis der Berliner Studentenschaft keinen Geschmack abgewinnen. Das Kaiserhoch des Herrn Dr. Henrici erscheint uns nicht als ein Panier, um das sich die Nationalgesinnten scharen könnten. Er fühlte sich persönlich pro­voziert durch polnische Zwischenrufe und den ostentativen Beifall, den man Dr. Bernstein spendete, schön hätte er sie widerlegen und richtig kennzeichnen sollen und nicht hinter einem Kaiserhoch Schutz suchen sollen. Doch über Dr. Henricis Verhalten kann man verschiedener Meinung sein, man soll aber nicht eine Sache, die zweifellos gerade nach Ansicht ernst monar­chischer Männer nicht sehr geschmackvoll ist, zum Mittelpunkt einer an sich erfreulichen Kund­gebung machen. Erfreulich ist die Versammlung nämlich sehr in der Beziehung, daß sie die kampfesfreudige, Lberschäumende Entschlossenheit zeigte, mit der die akademische Jugend Berlins für ihre nationale und monarchische Gesinnung und geg^r- das Eindringen demokratischer und sozialistischer Ideen auftrat. Haben wir doch heute schon politische Vereinigungen unter den Studenten, die direkt auf eine Propagierung solcher Ideen hinzielen. Gewöhnlich treten sie freilich unter der Maske der Unparteilichkeit auf. In Göttingen ist es in diesen Tagen aus diesem Grunde zu einem Konflikt gekommen. Zu einer Versammlung desFreibundes", der freisinnigen Organisation in der Studenten­den, in dem der Studentenschaftpolitische schäft, war durch ein Flugblatt eingeladen wor- Eleichgültigkeit und Stumpfheit" vorgeworfen und in dem behauptet wurde, sie seides Ver- mächtnisies der Freiheitskämpfer unwürdig". Als Verfasier des Flugblattes hat sich der Pri­vatdozent Dr. Nelson bekannt. Die Vertreter der meisten Göttinger studentischen Korpora­tionen haben daraufhin eine Eingabe an den Rektor der Universität gerichtet, in der der Rek­tor gebeten wird, dafür sorgen zu wollen, die Studentenschaft davor zu sichern, daß sie in Zu­kunft nicht wieder solchen Herabsetzungen und haltlosen Anschuldigungen ausgesetzt werden. In der Eingabe fand sich eine Ablehnung der parteipolitischen Betätigung der Studenten­schaft. Der Freibund, der übrigens fast überall unter Führung einiger waschecht freisinniger Universitätslehrer auftritt, wird vermutlich auch hier behaupten, daß er mit dem Freisinn nichts zu tun habe.

Gerade diese Ereignisie aber zeigen deutlich, wie nötig es ist, daß dem ThemaStudent und Politik" die größte Aufmerksamkeit gewidmet wird. Wir wollen nicht, daß unsere studentische Jugend fortgesetzt in den Wust der Parteipolitik von heute hineingezogen wird, das haben wir bereits vor einiger Zeit ausgeführt. Wir wol­len ferner nicht, daß die Feinde unserer Mon­archie und Gesellschaftsordnung zu offiziellen Rednern für studentische Organisationen wer­den. Wer stch über das wahre Eeficht der So­zialdemokratie unterrichten will, findet heute Gelegenheit genug an Taten und Worten. Daß in diesem Sinne aus der Studentenschaft selbst heraus der Ruf ertönt, das ist erfteulich an der Berliner Kundgebung und an der Göttinger.

Gleichzeittg geht uns aus Halle folgende Meldung z«:

Die Moabiter Strakenkrawalle vor Gericht.

Berlin, 19. Dez.

Der Moabiter Krawallprozeß ist mit de» heutigen Verhandlungstag in die fünfte Sitzungs­woche eingetreten, aber trotzdem ist noch kein End« abzusehen, sodaß der Prozeß wahrscheinlich auck dann noch verhandelt werden wird, wenn bereit« der große Schwurgerichtsprozeß wegen der Moabit« Krawalle am 9. Januar n. I. seinen Anfang nimmt. Der Vorsitzende Landgerichtsdirektor Lieber er­klärte zu Beginn der heutigen Sitzung, daß et nötig sein würde, auch am Heiligabend in die Ver­handlung einzutreten, um die Vertagungsfrist non drei Tagen nicht zu überschreiten und eine noch, malige Verhandlung des ganzen Prozeßes nach den Weihnachtsfeiertagen vornehmen zu müssen. R.-A. Heinemann beantragt sodann den Polizeipräsidenten v. Zagow aufzufordern, allen Beamten die bisher zur Vernehmung gelangt seien, nachträglich noch di« Genehmigung zur Aussage darüber zu erteilen, wi« viel Vigilanten, Polizeiagenten und sogenannt« Kriminalbeamte zweiter Ordnung und in welche« Kleidung in den Tagen der Moabiter Unruhen, tu den davon betroffenen Straßen tätig gewesen seien, insbesondere auch, welche besonderen Verkleidungen den einzelnen Personen vorgeschrieben waren. R.-A. Rosenfeld benennt dann den bekanntenVor- wärts"-Redakteur Ströbel sowie zahlreiche andere Redaktionsmitglieder des Vorwärts und die Mit­glieder des Redaktions-Sekretariats und der Expedition darüber als Zeugen, daß derVorwärts" keinerlei vorherige Kenntnis von den Vorgängen in Moabit hatte, «wch darüber daß, wie der Polizei- leutnant Faste und der Böttchermeister Drecolt als Zeugen angedeutet hätten, der Redaktion des Vor­wärts telephonisch von dem Restaurant Lanzerath aus mitgeteilt worden sei, bestimmte Personen Hütten sich Urlaub genommen und beabsichtigen während der Moabiter Unruhen die Polizei anh einen Haufen zu locken, oder Rohrleger seien bestellt um zu einem besttmmten Zeitpunkte die Easröhrer durchzuschneiden. Ferner würden alle Redaktion». Mitglieder bezeugen, daß Nachrichten für da» Blatt auch nach 11 Uhr abends noch angenommen werden. Auch über diesen Beweisantrag behält sich das Eettcht die Beschlußfasiung vor.

Es wird dann in der Beweisaufnahme über beit allgemeinen Teil der Anklage fortgefahren und zu­nächst der Arbeiter Kuhl vernommen, der bei einer Attacke der berittenen Schutzleute so schwer verletzt worden sein will, daß, wie er sich ausdrückt, er sei« Leben lang daran zu tragen haben werde. Der Zeuge ist an jenem Abend zum Bahnhof Beusiel- straße gegangen, an dem dieser von der Polizei gestürmt wurde. Obwohl die Straße fast menschen­leer gewesen sei, seien die Schutzleute ohne Rücksicht auf die paar Passanten dahingestürntt und hätte« alles niedergerisien, was ihnen in den Weg ge­kommen sei. Der Zeuge, der mehrere Kriegsdenk- münzen an der Brust trägt, ist dabei von de« Schutzleuten ebenfalls niedergeritten worden. Als et aufstehen wollte, habe er einen Stoß mit dem Säbel­korb bekommen und sei von einem nachfolgende« Schutzmann dirett mit den Füßen getreten worden. Durch den Stoß eines Pferdehufes erlitt er außer­dem eine Schulterquetschung. Der folgende Zeuge, ein Techniker Lembke ist wieder der Meinung, daß das Verhalten der Polizei an den Krawalltagen ein durchaus korrektes gewesen sei. Straßenbahn­schaffner Graul bekundet, daß ein aus seine« Wagen gestiegener Fahrgast sofott von einem Schutz­mann und einem Kriminalbeamten in Zivil, ge­schlagen und gestoßen worden sei. Die Schutz- mannsehefrau Buchwald ist wieder eine Schutzzeugin der Polizei. Sie kam mit einer Milchkanne ans einem Hause und wurde von dahinstürmenden Tumultanten umgerannt. Die Menge rief de« Schutzleuten zu: Bluthunde und Scharftichters- knechte! Die Laternen in der Straße wurden aus- gedreht oder mit Steinen eingeworfen. Dis Zeugin sah auch, wie ein Mann einen zwölfjährige« Knaben hochhob, danttt dieser eine Laterne (W*. drehen konnte. Als bit Zeugin über die «erlewef (

Student und Poliiik.

Das eigenartige Verfahren bet Leipziger Freien Studentenschaft, beren Vorsitzender den Dr. Henrici aus der Versammlung entfernte, weil er als Protest gegen bas provozierende Verhalten der Zuhörer z. T. aus unseren sla- vischen Nachbarländern ein Hoch auf den Kaiser ausbrachte, hat in Berlin zu einer be­wegten Versammlung geführt, die verdient, näher bekannt zu werden. Zu Beginn der Ver­sammlung, zu der auch Mitglieder der Leipziger Freien Studentenschaft herübergekommen waren, um sich zu rechtfertigen, gab es eine sehr heftige Geschäftsordnungsdebatte, nach der die Frei­studenten und Sozialdemokraten in einem an­deren Saale des Marinehauses eine eigne Ver­sammlung abhielten, die aber abgebrochen wer­den mußte, da die vereinsgesetzlichen Vorschrif­ten nicht beachtet waren; ein Teil kehrte darauf zurück. Einem Bericht über die Verhandlungen entnehmen wir folgendes:

Kand. jur. Steinberg als Vertreter der Ber­liner Studentenschaft, erklärte die Aufrechterhal­tung der bestehenden, so glänzend bewährten Staatsform auf monarchischer Grundlage für eins der selbstverständlichen Ideale der deutschen Studentenschaft. (Stürm. Bravo!) Eine Re­publik, wie die Sozialdemokraten sie anstreben, sei für Deutschland unmöglich! Die Tendenz des Leipziger Vortragsabends war ausgesprochen republikanisch, und dafür könne man nun ein­mal keine Sympathien haben. Die Wege, auf denen die Leipziger Freistudentenschaft Erkennt­nis suche, seien nicht die Wege der deutschen Studentenschaft.

Kand. jur. Sonnenberg (für den B. b. St.): Das Wesentliche an der Leipziger Versammlung war der Beifall, der Bernstein gespendet wurde, als er sich zu seinem republikanischen Ideal be­kannte. Er war die Folge des Einflusses sozial-' demokratischer Ideen auf die Besucher des Vor­tragsabends. Wir werden es nicht zulassen, daß innerhalb der Berliner Studentenschaft die So­zialdemokratie wirklichen Einfluß gewinnt. Einstweilen hat sie ihn noch nicht. Wir stehen vor dem Gegensatz zwischen nationaler und kos­mopolitischer Weltanschauung. Die Freistuden­tenschaft mit ihren Toleranzideen ist ungeeignet zur Leistung nationaler Arbeit. Wir anderen lehnen die Sozialdemokratie von unserer natio­nalen Weltauffassung aus mit aller Entschieden­heit ab. (Großer Beifall.)

Dr. Roth (als Vertreter der Leipziger Frei- studentenschast, von der Opposition mit Beifall begrüßt): Unser sehr verehrter Rektor Geheim­rat Lamprecht hat mich u. d' zu der Erklärung berechtigt, daß er den Leiter unserer Versamm­lung, Herrn Dr. Müller et ist hier im Saal als national gesinnten und konservativen Mann kenne. Ich selber stehe Ihren Anschau­ungen ebenfalls nahe, bin allerdings seit Jahren eifriger und tätiger Anhänger der Freistuden- tenbewegung, deren Ideal staatsbürgerlicher Vorbildung ein anderes ist, als das Ihre. Auch wir wissen, was Gift ist. Bernstein sprach matt und langweilig. Der Beifall, den Bernsteins Bekenntnis zur Republik fand, war dünn und. keineswegs demonstrativ. Henricis Diskussions­rede war deplaziert. Daß er überhaupt Beifall fand, dantte er nur der großen Sache, für die er sprach. Auch von Beschimpfungen Henricis nach Schluß seiner Rede haben dessen Nachbarn nichts gehört. Da ging er hin und brachte das Kaiser­hoch aus! (Stürmischer Beifall. Rufe: War ausgezeichnet!) Das Publikum protestierte ge­gen diese Taktlosigkeit! (Allseitiger Widerspruch. Pfui-Rufe.) Ihr Pfui trifft viele unserer na­tional gesinnten Bürger? Dr. Henrici hat un­seren Vortragsabend in eine Volksversammlung verwandelt; der Vorsitzende aber hat ihm die ge­bührende Zurechtweisung erteilt. (Abermals lauter Widerspruch, in den sich Beifallsklatschen mischt.) Henrici ist nicht wegen seines Kaiser- Hochs, sondern der von ihm versuchten Störung wegen aus dem Saale gewiesen worden. (Stür- I mische Heiterkeit.) Ein Kaiserhoch am unrechten I Dtt kann seht wohl als Ungebühr aufgefaßt

Die Borkumer Spionageaffäre vor dem Reichsgericht.

Leipzig, 20. Dez. Vor dem Reichsgericht fin­det morgen die Verhandlung in der Borkumer Spionageaffäre statt, deren Ausgang man na­mentlich in deutschen und englischen militäri­schen Kreisen mit Spannung entgegenfieht. Die Anklage richtet sich gegen die beiden Engländer Brandon und Trench, von denen man den ersteren für einen aktiven englischen Offizier hält. Er wurde in der Nacht zum 24. August d. z. auf der Insel Borkum dabei betroffen, wie er Photographien der stteng geheim gehaltenen Befestigungsanlagen der Insel machte. Das konnte er in jener Rächt sehr bequem, als da­mals gerade der neue große Scheinwerfer pro­biert wurde, der zum Aufsuchen einer etwa herannahenden Flotte dienen soll. Dieser Probe wohnte damals auch der kommandierende Ge­neral bei. Brandon wurde beim Photogra­phieren verhaftet und in das Untersuchungs­gefängnis nach.Emden eingeliefert. Bei seiner Vernehmung, die mit Hilfe eines Dolmetschers vor sich ging, da Brandon nicht deutsch spricht, berief er sich auf seinen Freund Trench. Erst dadurch wurde die Behörde auf den zweiten Engländer aufmerksam. Dieser stellte sich aber freiwillig dem Gericht, um, wie er sagte, seinem Freunde behilflich zu sein, seine Unschuld zu er­weisen. Trench wurde darauf in Freiheit be­lassen und inzwischen eine Durchsuchung der Effekten Brandons vorgenommen. Das Resul­tat dieser Untersuchung war, daß sofort auch gegen Trench ein Haftbefehl erging. Beide Ver­hafteten wurden in der Untersuchung stteng ab­gesondert gehalten. Die von den Behörden so­fort eingeleiteten Untersuchungen ergaben die «vettere Tatsache, daß Brandon und Trench be­reits im vorigen Jahre die deutschen Nordsee­inseln aufgesucht und Zeichnungen angefertigt hatten, offenbar auch zu Spionagezwecken. Die beiden Verdächtigen erklärten, daß sie lediglich Ferienreisende seien und die Photographien nur aus Liebhaberei aufgenommen hätten. Durch die in ihrem Besitze vorgefundenen Pläne mit ausgezeichnetem Zahlenmaterial und Meß­instrumenten find ste aber schwer belastet. In ihren Aussagen waren sie sehr zurückhaltend und brachten auch ihrem Rechtsbeistand, dem Rechts­anwalt Haberselder aus Emden, der ihnen durch Vermittlung des Emdener englischen Vizekon­suls beigegeben wurde, wenig Vertrauen ent­gegen; ste verlangten die Zulassung eines eng­lischen Rechtsanwalts. In England erregte die Spionageaffäre natürlich das größte Aufsehen. Man versuchte die Wichtigkeit des Falles herab­zusetzen, indem man ihn als Parallelfall zu dem des deutschen Offiziers Helm hinstellte, der in Portsmouth ein paar alte Kanonen photogra­phiert hatte. Die deutschen Behörden scheinen dieser Auffassung aber nicht zu sein, denn das dem Oberreichsanwalt eingesandte Belastungs­material hat diesen veranlaßt, von Reichswegen die Klage wegen Ausspionierung militärischer Geheimnisse zu erheben. Die beiden Verhafteten wurden na chLeipzig transportiert und find bis­her in strenger Einzelhaft geblieben.

Deutsches Reich.

Prinz August Wilhelm. Berlin, 19. Dez. DasMi.itärwochenblatt" gibt die Beförderung des Prinzen August Wilhelm zum Hauptmann bekannt.

Dernburg lehnt eine Reichstagskandida- tur ab. Berlin, 18. Dez. Der frühere Staats­sekretär des Reichskolonialamts Dernburg hat nach einer Mitteilung des Berliner Vertreters derFrankfurter Zeitung" grundsätzlich jede Kandidatur für den kommenden Reichstag ab- gelehnt.

Reichstagsabg. Hirschberg f. Allenstein, 19. Dez. Der Reichstagsabgeordnete Hirschberg (Zentr.) ist heute früh in Wartenburg gestorben.

Zur Ablehnung bet deutschen Forderungen aus dem Burenkriege. Köln, 19. Dez. Ein Ber­liner Telegramm betKöln. Ztg." nennt bie Ablehnung bet deutschen Reklamation im Bu­renkriege durch die Engländer bedauerlich und

Marburg

Mittwoch, 21. D^ember 1910

Die Jnserttousgebähr beträgt für Zsiijerenter aus dem engeren Verbreitungsgebiet des Blattes für die Ta-'-dtene Zeile ober deren Raum 15 A, für auswärtige Inserate 20 A. für Reklamen 40 A. Druck und Setlag: Ioh. Aug. Koch, Aniverstt8ts-Buchd"'ckerei. Fubob-r Dr. C.W-r ' nfnirg. Markt 21. 'V-f-'i-n 5\

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DieOberhessische Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme bet Sonn- unb Feiertage. Der Bezugspreis beträgt viettel- jährlich durch die Post bezogen 2,25 M (ohne Bestellgeld), bei unseren Zeitungsstellen und der Ervedition (Markt 21), 2.00 M. (Für unverlangt zugesandte Manuskripte Übernimmt die Redak­tion keinerlei Verantwortung.)

mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

und den «Beilagen: .Mach Feierabend" (wöchentliche Unterhaltungsbeilage) und Landwirtschaftliche Beilage