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nicht einstimmen in den üblichen Panegyrikus auf wünsche ich alles Gute, Leden bieten kann, aber
Bogen mit Wilhelms Handschrift liebe Christiane, für den Brief er vervollständigt den sympathi-
bei solchen Gelegenheiten den Bräutigam . . . Dir Liebe, Schöne, was das nicht ihm, der mir das
Vaters mehrere fand, und las: „Habe Dank, Deines Vaters,'
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Hefsen-Nafsau und Nachbargebiete.
§§ Cassel, 18. Dez. Hier starb heute nachmittag im fast vollendeten 82. Lebensjahre der Fürstlich Psenburgsche Kammerdirektor a. D., Dichter und Hofrat Karl Preser. Der Verstorbene war ein Casseler Kind,' er war am 21. Dezember 1828 als Sohn eines kurfürstlichen Hofbeamten in Caffel ge-
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3 te, r- ib kl.
Verantwortlich für die Redaktion: Dr. pfiil. Earl Hitzeroth in Marburg.
die nassen Kleider wechseln müsse, und ging in ihr Zimmer.
Die Lampe, die Murner für sie anzündete, trug n --'bst hinauf, um schneller allein zu sein, und ad ihr der Alte mit der geringschätzigen Be- . . ■;!ung nachsah, sie scheine an Bedienung nicht gewöhnt zu sein, fragte sie sich schmerzlich überrascht, warum der Freund geschrieben habe statt zu kommen. Und dann vergaß sie die nassen Kleider, riß den Umschlag auf, in dem sie neben dem Briefe des
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Preser jedoch im Mai 1903, 75 Jahre alt, in den wohlverdienten Ruhestand treten. Er zog nach Cassel und lebte hier als Dichter und Schriftsteller. Aus der großen Zahl seiner Werkiben seien erwähnt: Gedichte: König Antharis Brautfahrt: Die Sterner: Ulrich von Hutten, Heldengedicht: Heimatliche Bilder: Balladen und Romanzen: Das Arnimslied; Waldesrausch: Taxiliade, ein satirisches Gedicht.
schüttet wurden.
Bersuchter Mord. Hamburg, 17. Dez. nachmittag versuchte in einem Keller eines in der Ackerstraße ein mit einer schwarzen bekleideter Mann eine Zigarrenhändlerin
17 bis 19 Jahren.
Bo« einer Schneelawin« überrascht. Innsbruck 17 Dez. Eine gewaltige Schneelawine verschüttete gestern nachmittag im Fuschertal vier mit Holzarbeit b-schäftigte Bauern. Zwei wurden lebend, zwei als Leichen geborgen.
Der Bürgermeister als Bandid. Rom, 17. Dez. In Sisini (Sardinien) mißhandelte eine Räuberbande einen alten Grundbesitzer und dessen Fra«. Dann zogen sie mit einigen tausend Liren ab; der Reffe der lleberfallenen verfolgte die Banditen und erschoß einen derselben; der Getötete war der Bürgermeister von Sisini.
Mit hellem Blick und leichtem Herzen kam ins Schloß zurück.
Murner, der auf ihr Klingeln öffnete, sagte daß ein Brief für sie angekommen sei, den er
haben. Schließlich soll er behauptet haben, daß die sogenannten Beweise für den Primat des Papstes und für gewisse Dogmen (Zölibat, unbefleckte Empfängnis, Znfallibilität) hinfällig seien. Daraufhin ist, wie wir der „D. Tgsztg." entnehmen, Prinz Max nach Rom berufen worden, um dort Widerruf zu leisten.
Hie und da äußert man die Vermutung, daß infolge des Vorkommnisses zu einem Konflikte zwischen dem sächsischen Königshause und dem Papste kommen werde. Daß in dem offiziellen Organ des Vatikans, dem „Osservatore Romano", eine scharfe Erklärung gegen den Prinzen veröffentlicht wurde, soll in Dresden stark verschnupft haben. Wie jetzt jedoch der „Sächs. Landesdienst" meldet, liegen bisher in der Angelegenheit des Prinzen Max von Sachsen amtliche Nachrichten nicht vor. In maßgebenden Kreisen besteht die Auffassung, daß die Angelegenheit lediglich die Person des Prinzen und seine geistliche Tätigkeit berührt und daher bei diesem Stande der Sache kein Anlaß zu einer Stellungnahme der Regierung gegeben ist.
Der Kutscher hat aus der Laube Dilmas eine Bettsackschnur entwendet, von der ein Stück in der Wohnung der Fra« Hoffmann gefunden wurde. Dilma erkannte auch einen mausgrauen Handschuh als dem Kutscher gehörig.
Ihr Trick. Berlin, 17. Dez. Wegen Betruges wurde in Berlin wieder einmal die langgesuchte vielfach bestrafte unv. Marie Eundelach, 11. Juli 1853 in Berlin geboren, festgenommen. Während sie früher immer Aerzte, mildtätige Leute usw. mit ihren Erzählungen von einem soeben erlittenen Unfälle zu Unterstützungen bewog, streift ihr neuer Trick nahe an Erpressung. In der jüngsten Zeit erhielten nämlich höhere Beamte außerhalb Berlins, von denen in den sogenannten Familiennachrichten der Zeitungen stand, daß sie Väter geworden seien, aus Berlin Briefe, deren Schreiberin an ihren Glückwunsch die Erinnerung an angeblich gemeinsam verlebte schöne Stunden und die Bitte um eine Unterstützung knüpfte, da sie, auf dem Wege, sich für eine neue Stellung vorzustellen, einen Unfall mit der Kraftdroschke gehabt und dabei ihr gesamtes Geld verloren habe. Sie rechnete dabei anscheinend darauf, daß die betroffenen Herren unbedingt mal in Berlin gewesen seien und irgendwelche zarten Beziehungen angeknüpft hätten, an die sie nicht mehr erinnert sein wollten und gern ein Lösegeld zahlen würden. Die gewünschte Unterstützung wurde immer unter wechselnden Adressen, wie „Hänsel und Gretel" oder „Rettung" nach verschiedenen Berliner Postämtern erbeten. Die junge Dame mit bett schönen Erinnerungen war die Eundelach. Die Berliner Kriminalpolizei ist der Ansicht, daß die Gundelach schon seit sehr langer Zeit sich nur vom Ertrage strafbarer Handlungen ernährtz hat, und bittet um
Eeliebteste nimmt. — Christtane, wißt Ihr Frauen, wie dem Manne dabei zumute ist? — Wie die Bestie in ihm sich aufbäumt und darnach lechzt, den Nebenbuhler zu vernichten? Auch mich verlangt, ihm Auge in Auge gegenüberzustehen, die Pistole in der sicheren Hand, und dann ...
Deutsches Reich.
— Sine Wahl in der Schule. Leipzig, 15. Dez. In einer größeren Knabenschule in dem benachbarten Pegau hat der Lehrer in der Heimatkunde mit seinen Schülern eine Landtagswahl veranstaltet, um „den Kindern das neue Landtagswahlunrecht", wie die sozialdemokratische „Leipz. Volksztg." schreibt, „begreiflich zu machen". Bei der Wahl erhielt der sozialdemokratische Kandidat 41, der nationalliberale 33, der konservative keine Stimme. Das genannte sozialdemokratische Vlatt fügt dieser Mitteilung hinzu: „Dieser staatsbürgerliche Unterricht gefällt uns!" — Für den Lehrer ist solcher Unterricht äußerst schwierig und allemal eine Taktprobe. Heißsporne werden sich jedenfalls verleiten lassen, den Kindern etwas von ihrer parteipolitischen Anschauung mitzugeben, was freilich nicht ihres Amtes ist.
scheu Eindruck, den ich vor Jahren auf einem Jagddiner von Herrn v. Parnims Persönlichkeit empfangen habe, und ich verstehe, daß Du nicht zaudern konntest, ihm zu glauben. Wenn Du Muße dazu findest, schreibe mir, wie Eure erste Begegnung gewesen ist, und wie sich Euer Verkehr fortan gestalten soll. So gern ich Dich mündlich berichten hörte und Dir dabei in die glückstrahlenden Augen sähe — es ist unmöglich! — Ich kann nicht zu Dir kommen, kann Dir nicht in Gegenwart anderer heuchlerisch zu Deiner Verlobung gratulieren, kann
Ausland.
** Ci« chinefisch-russischer Zwischenfall. Blago- weschtschenk, 17. Dez. Der Kommandeur des Amur- Kosaken Regiments Oberst Raddazi, der sich mit einem Offizier und zwei Ordonnanzen nach der Ortschaft Sachalin auf dem chinesischen Ufer begab, wurde von chinesischen Polizeibeamten festgehalten und mit den Ordonnanzen entwaffnet. Der Offizier der sich frei machen konnte, holte zwei Kosaken- sotnien, und befreite die Verhafteten. Der Erenz- kommissar leitete Untersuchung ein.
Marburg
Dienstag, 20. Dezember 1910
Meldung Geschädigter.
Kircheneinbruch. T r i e », 17. Dez. In Bettingen (Kreis Saarlouis) wurde heute Nacht in der katholischen Kirche eingebrochen und die Monstranz mit der konsekrierten Hostie gestohlen, ebenso das Ciborium, aus dem die konsetrierten Hostien
mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
und den Beilagen: .Mach Feierabend" (wöchentliche Unterhaltungsbeilage) und.Landwirtschaftliche Beilage.
,^ria, was habe ich für Dich!" rief die Kleine, Inden sie die verhaßte Arbeit in den Schoß fallen ließ unb ein vor ihr liegendes Kuvert
< Fortt etzung.l
Als Christiane allein war, tat ihr das leid, ber:;- nun hatte sie sich bie Seele frei gesprochen unb nahm sich vor, alle kleinen Quälereien, auf bie sie bei Rortheimbs gefaßt fein mußte, gelassen zu ertragen. Wenige Tage noch, bann lag bas alles hinter ihr, unb in ben Kämpfen, bie ihr wahrscheinlich bevorstanden, würde sie den Vater und Christtan Seite haben.
Die Insertionsgebühr beträgt für Inserenten aus .Cem engeren Verbreitungsgebiet des Blattes für bie 7o-^"ltene Seile ober deren Raum 15 -3, für auswärtige Inserate 20 <3, für Reklamen 40 4. — Druck und Verlag: Joh. Aug. xöä), Universitäts-Buchdruckerei. Inbab-r Dr. C. ‘titterern. tei-.rbnrg, . . . Markt.21. — Tel-r^ny 55.
den übrigen Postsachen der gnädigen Frau gegeben habe.
„Vom Vater," dachte Christiane, legte Hut und Mantel ab und ging in den Salon, wo Frau von Rortheimb mit Briefen und Zeitungen, Cara mit einer Stickerei bei der Lampe saßen.
boren besuchte das Ditfurthsche Privatinstitut, eiue.l Zeit aufforderte, auf eine Witwe in der Kurfürsten. mit Rerecktiouna versehene Vorschule, und wendete I straße, Ecke Blumenthalstraße, einen Mord zu verübe».
Gestern Hauses Maske
___________ _________ _ zu erwürgen, während eine zweite Person auf bei Straße Posten staub. Auf bas Hilfegeschrei entflohen Leibe, würben jeboch im Laufe des nachmittags festgenommen. Es sind zwei junge Leute im Alter von
verboten.)
Christiane Tamer.
Roman von Claire v. Glümer.
Händen bedeckte.
„Ich weiß schon, einen Brief," sagte Christtane, indem ste herantrat, und Frau von Rortheimb fügte hinzu: „Aus Lingenau, aber der Handschrift »ach nicht von Christtan."
„Rein, von meinem Freunde Wilhelm Mattiny." antwortete Christtane nach einem Blick auf die ßldreffe. lehnte Frau von Rortheimbs Aufforderung, gleich hier zu lesen, mit dem Bemerken ab, daß ste
Dank, daß wir's gehabt haben, Gott sei Dank, daß wir's gemacht haben — Amen."
Im Geiste fasse ich Deine Hand, wünsche Dir nochmals alles Gute «nd sage mit Dir meinem IugendglÜck Lebewohl - Gott sei Dank, daß ich« gehabt habe! -V,- m"
3n einer Art Erstarrung hatte Christtane gelesen; als sie zu Ende war, brach ste in Tränen aus und saß noch in mitten, schweren Gedanken mit dem Briefe in bet Hand, als Murner kam, sie Mm T« 8X1 Run"stand ste hastig auf, kühlte die brennende« Augen, ordnete Haar und Anzug, und für de« Augenblick wurde der Schmerz um den Freund von der Unruhe zurückgedrängt, mit der ste Christian erwartete Was konnte nicht alles geschehen, um da, heißersehnte Beisammensein auch heute wieder M verhindern!
Ihre Besorgnis wat zum Teile berechtigt, Christtan hatte sich zwar schon vor einer Weile ein- ^stellt, aber in Begleitung des kleinen Enke. «
Hm uns das Gratulieren unmöglich M machen, sagte sich Melanie Rottheimb und beobachtete schadenfroh, mit welcher unbehaglichen Spannung Chttsttan immer wieder nach ber Tür sah, während er ihr mitteilte, daß er zu seinem tiefsten Bedauern den Abend nicht bei ihr zubringen könne. Herr v. Lingenau gab heute den bei ihm einquarttette» Offizieren das Abschiedssouper, morgen wurde zum Abmarsch gerüstet und übermorgen ging es in die Residenz zurück. .Leider!" fügte der junge Mann mit höflicher Wehmut hinzu.
(Fortsetzung folgt.)
mit Berechtigung versehene Vorschule, und wendete sich alsdann dem Staatsrechnungsfache zu, indem er in die Dienste der Kurfürstlichen Domänialverwal- tung trat. Hier bestand er im Jahre 1854 das Staatsexamen als Sekretär, verblieb als solcher aber nut bis zum Jahre 1862 in der Domänialver- waltung, worauf er in den Kurhessischen Hofdienst berufen und dem Generalintendanten v. Heeringen, dem Vater des jetzigen preußischen Kriegsministers, als Hoftheaterintendantursekretär zugeteilt wurde. In dieser Eigenschaft wurde ihm die Chefredakteur- stelle der amtlichen „Casseler Zeitung", des Organs der Kurfürstlichen Regierung, übertragen. Mit der politischen Umwälzung im Jahre 1866 wurde Preser seiner Stellungen enthoben; bie amtliche „Casseler Zeitung" ging ein unb Preser folgte bcm letzten Kurfürsten in bie Verbannung nach Böhmen. Hier blieb er bis zum Tobe bes Kurfürsten als besser. Güterverwalter,' nachbem ber Kurfürst verstorben war, würbe Preser als Sekretär bcm Testaments- exukutorium zugeteilt. Inzwischen hatte er burch bte Veröffentlichung ber Broschüren Lezw. Schriften: Pacht, Pachtrecht unb Pachtvertrag; Die Klageverjährungsfristen in Oesterreich; Die Erhaltung bes Bauernstanbs; Die Abstentionspolitik in der modernen Monarchie bie Aufmerksamkeit ber politischen Kreise in Oesterreich auf sich zu lenken verstauben. Kaiser Franz Josef berief Preser in bas Hanbels- ministerium unb gewährte ihm eine Audienz; in dieser Audienz erklärte Preser, das ihm angettagenc ehrenvolle Amt nicht übernehmen zu wollen, da es seiner Wirksamkeit nicht genügenden Spielraum lasse. Preser nahm vielmehr die Stelle eines Zentraldirektors der Graf Erwin von Rostitz'schen Verwaltung an, wo er so verdienstlich wirtte, daß ihn der Fürst zu Yscnburg und Büdingen im Jahre 1884 nach Wächtersbach als Kammerdirektor berief. Preser erfreute sich des unbedinatesten Vertrauens RirrOen: eines körverlichen Leidens wegen mußte
Politische Umschau.
Enten des „Slatin".
Der Pariser „Matin" meldet, daß der Kaiser Über die deutsche Aviatik abfällige Bemerkungen gemacht habe. Luftfahrzeuge seien nur angeschafft worden, um der öffentlichen Meinung Rechnung zu tragen und außerdem nur fünf, weil man der deutschen Industrie nicht traue, soll sich der Kaiser geäußert haben. Die „Information" schreibt dazu, daß die Nachricht von A bis 3 erfunden sei, was freilich zu betonen überflüssig ist. Dann heißt es:
„Es wurde Wert darauf gelegt, daß nur deutsche Fabrikate angekauft wurden, da sie sich bei den letzten Wettbewerben in Johannistal ganz vorzüglich bewährt haben. Es wurden aus dem Grunde nur 5 Apparate gekauft, weil sich nur 5 Firmen bewarben, trotzdem mehr aufgefordert waren. Ferner ist die Meldung, daß der Kaiser in Oesterreich 20 Etrich-Flugapparate habe bestellen lassen, weil die deutschen nicht taugen, ein ganz besonderer Hinweis darauf, daß der Eewährmann des „Matin" tatsächlich mit dem Kaiser kein Wort gesprochen hat, denn die Mitteilung von den 20 Etrich-Apparaten fand sich nur in einigen Blättern, die von einem Telegraphenbureau falsch berichtet worden waren. Ebenso erfunden ist die Mitteilung, daß der Kaiser der deutschen Luftschiffahrt kein Lnteresse entgegenbringe. Wer die wahren Verhältnisse kennt, der weiß, daß die Luftschifffahrt in unserem Kaiser den größten Förderer hat, der an allen Einzelheiten ihrer Entwicklung das allerweitgehendste Interesse zeigt."
Prinz Rax von Sachsen, der Bruder des Königs, der s. Zt. sich ganz dem religiösen Beruf widmete und als Professor für kanonisches Recht in Freiburg in der Schweiz wirkt, ist in einen Konflikt mit der päpstlichen Kurie geraten. Im vorigen Sommer hatte er eine Reise nach dem Orient unternommen, wobei er viel mit Kirchenfürsten der griechischen Kirche über eine Wiedervereinigung der römischen und griechischen Kirche verhandelte. Seine Auffassung hat er jetzt in einem Attikel der Zeitschrift „Orient" veröffentlicht, der sofort das größte Aufsehen erregte, von der Seite des Papstes aber die schärffte Ablehnung erfuhr. Die Publikation wurde sofort inhibiert. Nach einem in der Presse veröffentlichten Auszuge soll Prinz Max schwere Vorwürfe gegen die Leitung der römisch-katohilschen Kirche erhoben haben. Er soll von „Fälschungen" gesprochen haben, die namentlich auf dem Konzil von Florenz begangen worden seien. Er soll ferner die verletzende Sprache der Päpste Nikolaus I. und Leo X. gegen die griechische Kirche scharf gekennzeichnet
Die „Oberhessische Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme ber Sonn- unb Feiertage. — Der Bezugsprei»bettägt viertel- ' '' > Post bezogen 2,25 <M. (ohne Bestell gelb), bei unseren Zeittingsstellen unb ber Expedition (Markt 21), 2JJ0 Jt. (Für unverlangt jugelanbte Manuskripte Übernimmt bie Rebak- Hon keinerlei Verantwortung.)_______________
Unpolitische Tagesnachrichten.
verurteilte Bankiers. Aachen, 17. Dez. Die Inhaber bes verkrachten Bankgeschäftes Drach und Jungschläger würben von ber hiesigen Strafkammer zu zwei Jahren bezw. zwei Monaten Gefängnis verurteilt. '(Sie hatten bie ihnen anvertrauten Selber unterschlagen unb verspekuliert, sobaß ihre Äunben um etwa 300 000 M geschädigt würben.
«us dem Zuge gestürzt. Berlin, 17. Dez. Auf noch nicht aufgeklärte Weise ist heute ftLH ber Fabrikbesitzer Emil Baake aus Schöneberg zwischen Wilbpark unb Werber aus einem Personenzug auf bas Nebengleis gefallen, wo er fünfzehn Minuten später von einem ELterzuge überfahren würbe.
Der Mord in der Blumenthalstraße. Berlin. 17. Dez. Heute früh erstattete ein ungarischer Hanbschuhwiischer, Dilma, ber Polizei «neige, baß ein Kutscher, bet sich, wie bereits festgestellt ist, ben falschen Namen Otto Schulz beilegte, ihn vor einiger
— Verzeih, Chttstiane, fürchte nichts! Meine Liebe zu Dir ist mächtiger als bet Haß gegen ihn. Ja — bies einemal will ich es sagen unb Du mußt es andren; seit Iahten bin ich nur bcm Namen nach Dein Fteunb gewesen; ich habe Dich begehrt mit Sinnen unb Seele unb habe gearbeitet mit aller Kraft, um Dir mit meinem Hetzer» auch bie Heimat am eigenen Herbe bieten zu können. — Bisher war ich überzeugt, bie rechte Liebe müsse Erwiderung finben, unb wo bas nicht bet Fall sei, wäre bet ßiebenbe ein Träumet, ein Phantast, bet sich von seine r Ttugbilbetn freimachen solle unb könne. Das sage ich mit auch jetzt — unb nicht erst feit heute. — Umsonst! Ich muß an meine Liebe glauben, ich fühle ihre Wirklichkeit tn Leib unb Seele, in Blut unb Nerven, in bem wahnsinnigen Rachedurst . . . Ich habe bte Feber weggeworfen, bin htnausge- ftiitmt in Wind unb Regen unb ruhig, wie Du mich kennst, zurückgekommen. — Aber werbe ich so bleiben? — Jedenfalls barf ich Dich erst roiebet« sehen, wenn ich bie Ueberzeugung gewonnen habe, in der formvollen Weise mit Dir verkehren zn können, bie uns fortan geboten fei. Dabei werde ich mich aller Wahrscheinlichkeit nach in Deiner neuen Umgebung unbehaglich fühlen, werde Dir unbehaglich fein, unb wir beibe werben uns sagen, baß wir nichts Besseres tun können, als uns in freundlicher Erinnerung fernzubleiben.
Im letzten Brief» konnte ich noch versprechen, daß Du mich nie entbehren solltest, wenn Du mich brauchst. Die Möglichkeit ist ausgeschlossen, seitdem Dein Vater Dich in feinen Schutz genommen hat So müssen wir denn auch diesen letzten Rest der alten Kamerabschast begraben und wollen ihr «eines Vaters Tischgebet nachrufen: „Gott fei