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45. Jahrg.

Viertes Blatt

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Der restaurierte Dom zu Wetzlar.

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vor«. 0% Uhr: Nach«. 4 Uhr: Predigt.

Der Dom zu Wetzlar, ein altehrwürdiges Denk­mal mittelalterlicher Baukunst, hat in jahrelanger Arbeit eine gründliche Wiederherstellung seiner zum Teil gänzlich verwitterten Äußerstste erhalten Dadurch ist der Dom als ein markantes Wahr­zeichen der alten Kirchenbaukunst und deren Wand­lungen erhalten geblieben, was um so freudiger zu begrüßen ist, al, gerade in Deutschland derartige alte Baudenkmäler äußerst selten stich. Am Sonn­abend voriger Woche wurde der Dom, der übrigen» al» Paritätisch« Kirche sowohl den.Protestanten al» auch den Katholiken offen steht, aus» neu« nach feierlichem Gotte-dionst seiner - eite* - Bestimmung wieder übergebe«. < * «

Verantwortlich für die Redaktion:

Dr. phU. Carl Hitzerot- In Marburg.

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Marburg

Sonntag, 18. Dezember 1910.

Zn der beistehenden Illustration führen wir den Dom unfern Lesern im Bilde vor: die Vorlage hierzu stammt aus dem Atelier des Hofphoto­graphen Spalke in Wetzlar. Der Dom weist die verschiedensten Baustiele auf, wurde er doch i« Laufe von 3 Jahrhunderten errichtet. Au» dem 12. Jahrhundert stammen die Grundmauern, bi, zu dem Dach ist die Architektur fast rein gotisch, wäh­rend der obere Teil des Turme» schon mehr romanische Formen zeigt. Ganz romanisch ist der Querbau der Kirche mit d«m Thor, von dem einzig die unteren Fester die der charakteristischen Spitz' bogen besttzru.

Mo bleibe« die großjährig gewordene« F«rforge;ögli«ge?

Eines der größten Probleme der Fürsorgeerzieh­ung bildet die Versorgung der großjährig gewor­denen Zöglinge.

Durch die Ausführungen des Geheimrats Schlos­ser, des Dezernenten der preußischen Fürsorgeerzieh­ung, auf dem letzten Fürsorgeerziehungstage in Ro­stock ist ja zweifelsfrei festgestellt worden, daß der Erfolg der Fürsorgeerziehung bet weitem besser ist, als man das in weiten Kreisen annimmt. Bon den Zöglingen, die in einem Alter bis zu 14 Jahren in Fürsorgeerziehung gekommen find, zeigten 88 Prozent männliche und 93 Prozent weibliche eine genügende bis gute Führung nach der Entlastung. Ein ganz vorzügliches Ergebnis! Freilich sind diese Zahlen immer mit einem Körnchen Salz zu verstehen; denn einmal sind die Erkundigungen über das Nachleben der Zöglinge doch sehr verschieden gründlich, vor allem aber kann man fast stets nur eine bestimmte Zeitlang die früheren Zöglinge verfolgen, später ent­schwinden sie meist den Blicken des Beobachters.

Sicherlich werden sehr viele Zöglinge, die sich nach der Entlastung in den ersten Jahren gut führen, weil ihnen die Fürsorgeerziehung noch in den Knochen steckt, später beim Hineinkommen in andere Verhält- niste rückfällig. Die großstädtischen Zustände find es namentlich, vor denen man die Zöglinge zu bewahren hat. Gewltz ISHt sich ein GrotzstadtNnd nicht ohne weiteres aufs Land verpflanzen, man muß ihm schon ganz besondere Bedingungen stellen, damit es sieht, daß es auf dem Lande nicht schlechter, sondern bester fährt als in der Großstadt.

Es liegt nun ein tntereffanter Versuch des Pastors Rohr in Sieversdorf (Kreis Ruppin) vor, über den er selbst im neuesten Heft de» «Zentralblattes für Bormundschaftswesen, Jugendgerichte und Fürsorge­erziehung" (Berlin, Earl Heymanns Verlag) berich­tet, um diese großjährig gewordenen Zöglinge dau­ernd an da» Land zu fesieln. Auf die in einem spä­teren Lebensalter von der Großstadt her in Fürsorge­erziehung Gegebenen verzichtet Rohr freilich von vornherein, weil er ganz richtig meint, diese könnten nie mehr so stark mit dem Landleben verwachsen sie das Heimweh nach der Großstadt überwinde*. Er berücksichtigt also nur diejenigen Elemente, die vor dem 14. Lebensjahre der Fürsorgeerziehung über­wiesen wurden.

Diejenigen, die während der Fürsorgeerziehung in der von Rohr geleiteten Kolonie Sieverdorf zu tüchtigen Landarbeitern ausgebildet wurden, enthal­ten nach der Entlastung je 2 Morgen Gartenland zur unentgeltlichen Nutzung auf mindestens 20 Jahre. Die Pflege des Garten nimmt den Inhaber nur dann in- Anspruch, wenn andere landwirtschaftliche Ar­beiten ruhen, d. h. im Spätherbst und im Winter. Die arbeitsreichste Zeit im Landleben hat er daher vollkommen frei zu seiner Verfügung. Er kann bei den Bauern, die brauchbare Arbeiter in der Ernte­zeit wie Stecknadeln suchen, Landarbeit betreiben, oder er kann auch in einer nahegelegenen Papier­fabrik lohnende Beschäftigung finden. Der jährliche Reinertrag des Gartenlandes wird auf mindstens 600 M angenommen. Bon diesem Betrag kann der Besitzer bet seinen anderen Erwerbsmöglichkeiten jährlich sicher die Hälfte sparen, in 20 Jahren also ungefähr 6000 M. Mit diesem Ersparten vermag er in die Reih« der volles Eigentum habenden Land­bewohner einzurücken. Sollte der Inhaber des Gartenlandes die in ihn gesetzten Erwartungen nicht erfüllen, so hat er sein Land mit dem Ablauf des jeweiligen Wirtschaftsjahres, d. h. mit dem 1. Ott., verwirkt.

Diese Einrichtung des Pastors Rohr verbindet in sehr glücklicher Weise die Möglichkeit, al» freier Ar- beiter Geld zu verdienen mit dem Besitz eines be­stimmten Stücke» Land. Sehr gut ist es auch, daß es sich nur um Besitz, nicht um Ejgentum des Landes handelt, weil auf diese Art der frühere Zögling nicht nach seinem Belieben den Boden verwirtschaften kann. Wir wollen nicht sägest, daß das Rohrsche Ex­periment Allheilmittel ist, wo aber die schon erwähn­ten Vorbedingungen gegeben sind, sollte man auch anderswo da» Borgehen von Rohr nachahmen. Hof­fentlich lasten sich dann immer äste« dauernde Er­folge her Fürsorgeerziehung konstatieren.

Rotergraben 5.

Berwmmlung innerhalb der Landeskirche. Mittwoch abends 8% Nbr: Dlaukreuzmitgliederstnnde.

Selbständige evangeh-lrtth. Gemeind«.

Bonn. 9% Uhr: Predigtgottesdienst.

mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

und den Beilagen:Nach Feierabend« (wöchentliche Unterhaltungsbeilage) und Landwirtschaftliche Beilage

Kirchliche Nachrichten.

Sonntag, d«* 18. Dezember 1118. Lutherische Pfarrkirche.

Vorm. 9W Uhr: Herr Pfarrer Heermann.

Bonn. 11% Uhr: »indergottesdienst.

Nachm. 2 Uhr: Herr Pfarrer Korff.

«lisabethkirche.

Norm. 9% Uhr: Herr Pfarrer Manger.

Nach«. 2 Uhr: Herr Pfarrer Metz.

Stefemierte Statt» und Univerfitätskirche.

Norm. 9% Uhr: Herr Pfarrer Eisenberg. (Amte» ^Rmchmittag» 5 Uhr: Liturgisch: Weihnachtsfeier des Kindergottesdienftes. (ÄoOette.)

Katholisch« Kirche.

Vorm. 7% Uhr: Heil. Messe und Frühlehr« (He« Kaplan Witzei).

Vorm. 9% Uhr: Amt und Predigt (Herr Pfarre« D. Weber).

Nachm ° Hhr: Christenlehre und Segensandacht.

Schwanallee 53 Ä.

Jeden Sonntag. Dienstag und Freitag

Abends 8': Uhr: Verlammlung.-

Methodistengemeinde lWötthstraße 15 a).

Vormittags 10 Uhr: Predigt-Gottesdienst. Prediger Harsch.

Vcrm. 11 Ubr Sonntagssckmle.

Abends 8% Uhr: Predigtgottesdienst. Pred. Straehle.

Mittwoch abend 8% Uhr: Bibelstunde (Prediger

Baptistengemeinde (HoMadt 5 pari.)

Bonn. 1011 Uhr Kindergottesdienst.

4-5 Uhr Predigt.

Mittwoch abe«bq sv>gzg Uhr Bibelstunde

Neuapostalische Genreinde.

Vermischtes.

Dreihundert Mark für einen Apfel. Der einer in Covent Garden stattgefundenen Auk­tion zu wohltätigem Zweck wurde, wie man au» London mitteilt, ein wahres Prachtexemplar von Apfel für eine verhältnismäßig hohe Summe verkauft. Es war einGloria Mundi und der schönste seiner Art, der in diesem zahre aus den Markt gebracht wurde. Die Frucht wog über anderthalb Pfund und hatte die Große eines kleinen Kinderkopfes. Mit einer Gurnee (21 M) begann das Bieten auf den Wunder­apfel, der aus einem Obstgarten in Herifort- shires stammt, mch endete mit dem Höchstgebot von 300 Jl.

Die goldene Rose, die unter dem Namen Tugendrose" von den Päpsten solchen Personen fürstlichen Ranges gegben wird, die eine treue Anhänglichkeit an die katholische Kirche bewie­sen haben, ist ein Meisterwerk der Eoldschmiede- kunst. Durch ihre realistische Ausführung er­reicht sie die höchste Aehnlichkeit mit einem Strauch aufblühender Rosen. Das Kunstwerk hat eine Höhe von 80 Zentimeter und stellt einen Strauch dar, von dem Blumen mit mehr als 100 Blätern, alle aus feinstem Eolde gearbeitet, sich abzweigen.__

meinen könnt«, sie seien wirklich mit Seelen begabt. Wer nach Berlin kommt, sollte es nicht versäumen, w anzusehen, denn das Marionettentheater bildet sich allmählich zu einem Faktor des Berliner Theater­lebens heraus, der neben den immer mehr rn den Vordergrund tretenden Varietes dem wirklichen , Theater ernsthafte Konkurrenz zu machen droht.

Die Puppen spielen überhaupt gegenwärtig in Berlin eine bedeutende Rolle. Spielwarengeschäft« und Warenhäuser überbieten sich gegenseitig mit ihren Puppenausstellungen in den Schaufenstern, und - die Neuigkeit des Jahres, dieCharakterpuppe er- . scheint dabei in allen Abstufungen, von der Auto­mobildame bis herab zum Stechttssenbabm M W neuen Puppen, deren jebe ihren besonderen Gesichts ausdruck hat, bald mürrisch, bald freundlich, bald hochmüttg, bald bescheiden, sich bei den wirklichen Kindern so großes Wohlwollen erringen werden wie bei den Erwachsenen Jnteresie fanden, scheint doch noch sehr zweifelhaft. Mir deucht die alte, etwa stumpfsinn.g gleichgültig in diei Welt binein- starrende Puppe war doch noch vielseitiger, als diese neuen Kunstwerke, die eben nur die Rolle bei den Spielen der Kinder übernehmen können, zu denen fi« ihr Gesicht präbeftiniert_______________

Die Jnserttonsgebühr beträgt für Inserent.-" aus dem engeren Verbreitungsgebiet des Blatte» für die 7g^-nltene Zeile oder deren Ramst 15 -8, fflr auswärtige Inserate 20 A, für Reklamen 40 A- Druck und Verlag: Joh. «ug. xöte, Universitats-Buchdruckerei. Inhaber Dr. E. Hitzerarh, -..'üarvurg, Markt 21. Telen^nn 55.

intelluttuelle, Urheber dazu gewesen sei, wird immer noch ebenso lebhaft erörtert, wie in den Tagen der Moabiter Unruhen selbst. Bekanntlich hat sie erst kürzlich im Reichstage zu den Skandalszenen geführt, die die Sozialisten, anscheinend aus schlechtem Ee- wisien heraus, gegen den Reichskanzler provozierten. Auch der Polizeipräsident hat heute einen kurzen Ukas erlasien, in dem er darauf hinweist, daß die staatlichen Sicherheitsorganekeinerlei Partei seren, also von einer Stimmungsmache ihrerseits in dem Moabiter Prozeß keine Rede sein könne. Diese Aeu- ßerung Herrn v. Jagows ist durch einen Satz des Berliner Tagesblattes" hervorgerufen, in dem ge­sagt wurde, der Kanzler habe seine Informationen über die Vorgänge in Moabit vom Polizeipräsidium, und das sei in diesem Falle Partei. Ob es jur Herrn v. Jagow angebracht war. sich in bte Pretz- polemik mit einer derartigen Erklärung einzumischen, sei dahingestellt. Daß es bei dem ersichtlichen Willen einer gewissen Presst, aus dem Moabiter Prozeß Material gegen die Polizei im Besonderen und gegen die bestehende Staatsordnung im Allgemeinen her­auszuschlagen, ohne jeden Nutzen sein wurde, hatte man sich vielleicht schon vorher sagen können.

Für die tägliche Sensation Berlins sorgt zur Zeit immer noch der Professorenstreit Es vergeht kaum ein Tag, in dem nicht eine Erklärung ober Gegen­erklärung einer ber beiben streitenden Parteien in ben Blättern ober am schwarzen Brett der llmver- sität erscheint, babei hat die erstaunte Welt das un­gewöhnliche Schauspiel, daß die Verhandlungen die mit den Kartellträgern gepflogen worden find, in der breitesten Oeffentlichkeit wiedergegeben werden, ein Verfahren, daß man im gewöhnlichen Leben kaum als kommentmäßig bezeichnen durfte. Ja, man hatte sogar Gelegenheit, zu erfahren, bah, Herr Pro­fessor Sehring jemandhinter die Tur setzte^ um das Gespräch zu belauschen, das er nut dem Herrn führte, der ihm Professor Bernhards Forderung überbrachte. Um späterer Zeugschaft willen gewig sehr praktisch, ob der Herr Profesior sich damit aber die Sympathien der Studentenschaft zu erwerben im Stande sein wird, erscheint doch sehr fraglich. Ge­schossen wird nun wohl sedenfalks nt^i mehr, trotz­dem darf man auf den Ausgang bet Angelegenheit recht gespannt sein.

Das Marionettentheater Münchener Künstler, das jetzt in den Ausstellungshallen am Zoo fern an­mutiges Heim aufgeschlagen hat, ist jedenfalls ange­nehmer, als dieses Theater der Leuchten der Wlsien- schaft. Zwar schlägt und schießt der Kasperle nicht, wie er es sonst beim Kasperle-Theater zu tun pflegt, bei jedem Aktschlüsse einen mißliebigen Mitspieler tot, aber die Braunschen Puppen spielen so überaus lebensvoll, wißen sich den Stimmen ihrer mensch­lichen Vormünder so geschickt anzupasien, daß man

DieOderhessische Zeitung« erscheint täglich mit Ausnahme bet Sonn, und Feiertage. Der Bezugspreis beträgt viertel- w* (Mt jährlich durch die Post bezogen 2,25 «ü (ohne Bestellgeld), bei

e/iS. ««v unseren Zeitungsstellen und der Expedition (Markt 21), 21)0

(Für unverlangt zugesandte Manustrtpte übernimmt die Redak- Hon keinerlei Verantwortung.)

Berliner Aller lei.

(Die geheimnisvolle Mordtat. Herr v. Jagow und der Berliner Janhagel. Der Professorenstreit. Kasperle-Theater am Zoo. Charaktergruppen.)

Ganz Berlin steht augenblicklich unter dem Ein­druck des rätselhaften Verbrechens, das an ber alten, einsamen Frau Hoffmann verübt worden ist, und das mit einer Raffiniertheit und Ueberlegtheit aus­geführt worden ist, die einem Connan Doyle Stoff jzu einem seiner Sherlock Holmes-Roman liefern könnte. Man denke: der Mord wird vollbracht, während die Hausbewohner mit einem Polizisten vor der Tür stehen! Der kaltblütige Verbrecher bringt es fertig, den Draußenstehenden die Stimme seines Opfers vorzutäuschen und sie so lange hinzuhalten, bis er die Spuren seiner Tat so geschickt verwischt hat, daß, als endlich die Tür erbrochen ist, und man in die Wohnung der alten Frau eintritt, kein Mensch Verdacht faßt. Man geht anhnungslos an dem Bett vorüber, unter dem die Leiche liegt und begnügt sich mit der Annahme, daß die exzentrisch alte Dame zur Hintertür herausgegangen sei! Das geheimnis­volle Telephongespräch, in dem der Mörder der Portiersfrau mitteilt, Frau Hoffmann sei bei ihm und werde vorläufig nicht in ihre Wohnung zurück- kehren, erreicht vollkommen seinen Zweck! Erst nach Tagen wird schließlich durch einen zufälligen Besuch aus der Provinz die Wohnung erbrochen und man findet die Leiche! Unterdessen kann der Mörder oder ist es eine Frau gewesen? längst in Sicher- hei tsein. Es ist eines jener Verbrechen, wie sie in der Großstadt vielleicht häufiger vorkommen können, wie in kleineren Ortschaften, trotzdem, ober gerabe vielleicht, weil die Leute hier enger beieinander woh­nen und doch gleichgültiger aneinander vorüber­gehen, als in einem kleineren Gemeinwesen, wo jeder den anderen kennt. Wenn man allerdings die Mordftattstik Berlins mit der der Provinz vergleicht, so wird man doch zu dem Ergebnis kommen, daß zahlenmäßig Berlin nicht übertrieben babei im Vor­sprung ist. Aber trotz ber drei Millonen Einwohner fühlt sich eben ber einzelne Berliner durch einen der­artigen Morb ebenso bebroht, wie ber Bürger einer mittleren Provin'stadt mit einer Einwohnerzahl von nur Hunberttausenb. Hnb bei ber natürlich größeren Häufigkeit ber Morbe hat man eben in Berlin bas entsprechend größere Gefühl von Unsicherheit. Ganz abgesehen davon, baß in bkiegroße Gosse" mit der Freizügigkeit eben auch tatsächlich mehr Gesindel zu­sammenströmt, wie in irgend einem anderen Punkt des Reiches.

Die Frage, ob eben dieser Janhagel, der fich mählich zu einer Spezialität ausbildet, die Moabiter Krawalle auf eigene Faust inszeniert hat, oder ob die Sozialdemokratie der, wenn vielleicht auch nur

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