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45. Jahr«.

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Erstes Blatt

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Mutter her- ünd wendete Miene und stand ' in ähnlich, daß bisher blind

Der Heulisten Nummer liegt bei Kreisblatt Nr. 101.

schweigst!" trat bebend vor Zorn ihre fin, schob die bestürzte Kleine beiseite sich Christiane zu, die mit erregter blitzenden Augen mitten im Zimmer Haltung und Ausdruck dem Vater so fich Frau o. Northeimb fragte, ob ste

Kalb betäubt von den Eindrücken der letzten Stunden, mit jenem Gefühl des Unwirklichen, das «ns zuweilen in quälenden Tränen befällt, war Christian« mit dem Vater im Schloss« angelangt. Erst als auf sein Klingeln geöffnet wurde und Murner, trotz seiner Bedientendresiur, sein Er­staunen, Christiane am Arme des Herrn von Par- nim zu sehen, nicht verbergen konnte, erwachte sie zu dem Bewußtsein, daß sie auch jetzt wieder pein­lichen Szenen entgegengehe. Wie ein Blitz aus heiterem Himmel mußte die Nachricht ihrer Ver­lobung auf Frau von Northeimb wirken, und welche Bemerkungen Cara in der ersten Ueber- raschung machen würde, war nicht abzusehen.

Der Zufall kaum Christiane zu Hilfe. Kaum hatte sie sich mit Murners Beistand ihrer naffen Hüllen entledigt, als die Tür des Eßzimmers ge­öffnet wurde und Lara in einem kurzen, abgetrage­nen Morgenkleidchen auf der Schwelle erschien, um* sogleich mit einem Schreckensruf wieder zu ver­schwinden. So war es denn eine gegebene Sache, baß die Freundin ihr nacheilte, während Murner seiner gnädigen Frau nur den Herrn von Parnim- Karthausen meldete.

Auch Melanie war noch im Morgenanzuge; aber nachdem sie fich durch einen Blick in den Spiegel Überzeugt hatte, daß sie trotz aller Einfachheit einen Eleganten Eindruck mache, trat sie dem Softe mit Zählendem Gesicht entgege»

laubt, mit meinem Kinde zu verkehren. Jetzt end­lich habe ich den Bann gebrochen; ich mußte mich überzeugen, ob der Freund Christtanens recht hat, der mir schrieb, daß fie und Christian fich lieben. Zu meiner Freude finde ich's bestätigt unb werde tun, was ich kann, um die beiden glücklich zu machen."

Bestürzt hatte Melanie zugehört; aber als Par- nim schwieg, gewann fie es über sich, ihm die Hand zu reichen und für sein Vertrauen zu danken.

Daß ich Christiane mit Freuden hier behalte, brauche ich nicht zu versichern," fügte sie hinzu und sagte damit keine Unwahrheit. Als der Vetter Jonathans Brief erwähnte, hatte fie sich gesagt, daß der arme Christian in eine Falle geraten sei; wie gut, daß fie nun Gelegenheit hatte, ihm beizustehen, indem sie Christiane überwachte und ste womöglich als Intrigantin enüarvte.

Daß ihre Lara inzwischen noch mehr als bisher mit diesem gefährlichen Geschövf zusammen sein muhte, war freilich schlimm . . . aber ä la guerre, comme a la guerre wer eine Tochter zu verhei­raten hat, darf in der Wahl der Mittel nicht skrupu­lös sein! So beantwortete fie denn Parnims Dank für ihre Bereitwilligkeit mit der Bitte, ihr und vor allem ihrer Kleinen dieliebe Lhristtane" nicht zu schnell wieder zu entführen; das Zusammen­sein mit der Freundin sei Laras höchste Wonne.

Nun aber sollen Sie die Tochter haben und bis zur Tischzeit ungestött bleiben," fügte sie hinzu, in­dem fie aufstand und aus dem Zimmer eilte fie konnte nicht mehr! Als die Tür hinter ihr zuge­fallen war, ballte sie die kleinen Hände und biß die Zähne zusammen. Wie sollte sie'« ertrage^

nicht an der moralischen Unterstützung der Ee- noffen ein Interesse haben, ist, zeigt daß Moabit von den Genossen selbst als schwacher Punkt em­pfunden wird.

Da nun einmal der AusdruckSie haben ge­logen" gefallen ist, so lohnt es sich doch, zu unter­suchen, wer gelogen hat: der Reichskanzler, in­dem er die Sozialdemokratie für Moavrt verant­wortlich machte oder die Sozialdemokraten, in­dem sie diese Verantwortung ablehnen. Für den, der als Politiker denVorwärts" täglich liest, ist diese Frage leicht beantwortet, ihm kann es höchstens verwunderlich sein, daß Vor­gänge von der Moabiter Art nicht noch wohl häufiger vorkommen und er muß diese verhält­nismäßige Seltenheit als einen erfreulichen Be- Veweis des gesunden Kerns, der im deutschen Volke steckt, betrachten. Daß von vielen Leuten demokratischen Blättern wie derWelt am Mon­tag" mit Herrn v. Eerlachs Leitartikeln dieselbe Bedeutung beigemesien wird hat eben erst der Prozeß in Moabit gezeigt.

Denn Tag für Tag predigt derVorwärts" nichts anderes als Haß und Verachtung gegen alles, was nicht zur Sozialdemokratie gehört: der Kaiser, die Bundesfürsten, die Männer der Regierung, die politischen Parteien einschließ­lich der Liberalen, das Offizierkorps, die Stu­dentenschaft, die Arbeitgeber: kurz, alles, was nicht Arbeiter und zwar sozialistischer Arbeiter ist, wird als verächtlich und hassenswert hinge­stellt.

Ein Arbeiter, der nicht Sozialdemokrat ist, wird von der sozialistischen Presse noch viel lei­denschaftlicher beschimpft als die Regierung oder die Arbeitgeber. Er rot» als ein Verräter be­handelt und wenn er gar in der Zeit eines Streiks arbeitswillig ist, so wird er für vogelfrei erklärt.

So ist bei Streiks dank der sozialistischen Verhetzung die Gefahr schwerer Exzesse immer vorhanden. Denn ebenso wie es das gute Recht der von den Streiks betroffenen Unternehmer, Arbeitswillige zu suchen und das gute Recht sol­cher Arbeitswilliger, ungestört ihre Arbeit zu verrichten. Der durch die radikale Presse er­regte Haß gegen die Arbeitswilligen löst nur allzu leicht Belästigungen oder gar Mißhand­lungen der Arbeitswilligen aus und da es zwei­fellos die Pflicht des Staates ist, jeden, der ar­beiten will, dabei zu schützen, so sind durch die sozialistische Hetze die Kämpfe zwischen Arbeits­willigen und Streikenden und zwischen den Streikenden und denen, welche die Arbeitswilli­gen zu schützen berufen find d. h. der Polizei, in greifbare Nähe gerückt.

Wer also die moralische Mitverantwortlich­keit der Sozialdemokratie bei derartigen Exzes­sen abstreitet. der lügt. Freilich, die Sozial­demokratie erklärt, den Frieden zu wollen und fie schürt zum Kriege gegen Staaten, deren Ver­fassung ihr nicht genehm ist. Sie erklärt, die Freiheit zu wollen und sie unterbindet den

Jst's möglich, lieber Vetter, bei diesem Regen! ... ich bin tief gerührt," sagte fie, ihm die Hand reichend, die er an die Lippen zog.

Die Rührung verdiene ich nicht," gab er zur Antwort,denn ich komme in eigennütziger Absicht, als Bittender" Und während er fie zum Sofa führte und fich ihr gegenüber setzte, fügte er hinzu:

Sie waren gestern so liebenswürdig, mir Ihr Gastzimmer anzubieten ..."

Sie nehmen es an?" unterbrach ihn Frau von Nottheimb, vor Freude errötend.

Ja, liebe Melanie, wenn auch nicht für mich selbst; ich muß heute nach Harthausen zurück," et» widerte Parnim, und die Brauen zusammen­ziehend, denn et ärgerte fich über das Unbehagen, das ihn beschlich, fügte et hinzu:

Ich bitte Sie, unsere liebe Lhristtane aufzu­nehmen, bis ich fie in mein Haus bringen kann. Sie ist Christians Braut; ihre Großmutter will die Verlobung nicht zugeben; so ist fie für den Augenblick heimatlos. Ich habe mit erlaubt, fie gleich hierher zu führen ... fie ist bei Lata . . .

Jetzt hatte Melanie Nottheimb das Gefühl des Traumhaft-Unwirklichen Christians Braut es war nicht möglich; sie mußte sich verhört haben.

Ich begreife nicht," stieß sie mühsam hervor; sprechen Sie von Christtan Leopold «nd Christtane Tanner?"

Von Christtan Leopold, ja," sing Parnim zögernd an; dann hob et den Kopf und fügte in seiner gewöhnlichen, stolz-entschlossenen Weise hinzu: Da ich Ihre Güte für das Kind in Anspruch nehme, müssen Sie Bescheid wissen, liebe Melanie: Lhristtane ist meine Tochter; sie weiß es aber erst seit heute, denn ihre Großmutter hat mit nicht «t-

Die Sturmscenen im Reichstage.

Daß der Reichskanzler am Sonnabend vor­behaltlos für das Verhalten der Berliner Po­lizei in der Moabiter Angelegenheit eintrat, war sicherlich angesichts des schwebenden Pro­zesses und mancher in diesem Prozesse gemachten Zeugenaussagen etwas ungewöhnlich. Wenn ihm aber aus der bürgerlichen Presse daraus Vorwürfe gemacht werden, so mutz festgestellt werden, daß nicht der Reichskanzler damit be­gonnen hat, das schwebende Verfahren in die Reichstagsdebatte zu ziehen. Als dies von Sei­ten der sozialdemokratischen Redner geschehen war, war es durchaus nötig, daß der oberste Be­amte des Reiches die maßlosen Angriffe der im Wurstkessel" fitzenden Genossen auf die Polizei «sw. zurückwies und die Dinge beim rechten Na­men nannte. Außerdem mutz betont werden, daß Herr von Beihmann-Hollweg am Dienstag ganz ausdrücklich erklärt hat, an irgendeine Einmischung in den Prozeß nicht zu denken, und daß er weiter einzelne Mißgriffe auf polizei­licher Seite zugegeben hat. Vor allem aber mutz man dem Reichskanzler beistimmen, wenn er so­wohl am Sonnabend wie am Dienstag einen Teil der moralischen Schuld an den Moabiter asotflängen der Sozialdemokratie zugewälzt hat. Denn so ist es. Und man mutz ihn Dank sagen, daß er mutig den Stier bei den Hörnern faßte um den Genossen und ihren bürgerlichen Zutrei- bern die Wahrheit sagte.

Die Sozialisten des Reichstags haben denn mit unartikulierten Lauten und mit klaren und groben Beschimpfungen auf diese ihnen unbe­queme Feststellung geantwortet. Ausdrücke wie Schamlosigkeit",Unverschämtheit",Frech­heit",Sie haben gelogen", flogen dem Reichs­kanzler an den Kopf. Die Herren Kuhnert und Genossen find dafür mit einem Ordnungsruf da­vongekommen, im englischen Parlamente wären sie wohl kaum so zart behandelt worden.

Der Redner gegen den Reichskanzler war der Revisionist Dr. David, er schwächte sogar die früher gefallenen revolutionären Bekenntnisse ab. Schauspielerei! So war es auch bei der Moabiter Angelegenheit zweifellos Absicht, daß man diesen Gemäßigten vorschickte: Moabit ist noch lange nicht ein Triumph der sozialdemokra­tischen Sache; wäre es so, so hätte Genosse Lede- bour eine seiner wilden Brandreden loslassen müssen. Auch daß das, was der Reichskanzler sagte, diesen Sturm entfesselte, obwohl es nichts Neues war und allgemeine Auffassung aller, die

3« Kronpttnzenreise. In der amerikanischen Presse ist in letzter Zeit wiederholt der Wunsch i ausgesprochen worden, der Kronprinz möge für , seine Rückkehr nach Europa den Weg über Amerika nehmen. Wie diePost" erfährt, besteht eine solche \ Absicht nicht. Der Kronprinz wird zur Rückreise nach Deutschland den Weg über Sibirien nehmen. ; Ein Besuch Amerikas war im Reiseplan des Kron- prinzen niemals vorgesehen, auch hat e niemals in der Absicht des Kronprinzen gelegen, auf feiner jetzigen Weltreise die deutschen Kolonien zu be- suchen. Wie verlautet, wäre es nicht unmöglich, daß der Kronprinz in einem der nächsten Jahre eine Informationsreise in die deutschen Kolonien unter-. nimmt Von einer späteren Reise nach Nord­amerika ist hingegen bisher nichts bekannt gewor­den. Der Zweck der Kronprinzenreise wird vielfach verkannt. Der Reise liegt die Absicht zugrunde, die älteste englische Kolonie, Vorder-Jndien, und di« alten beiden Kulturreiche des Ostens, China und Japan, kennen zu lernen. Wenn der Kronprinz in späteren Jahren die deutschen Kolonien besuchen wird, so wird er in der Lage sein, wertvolle Ver­gleiche zwischen Entwicklung alter Kolonien (In­dien) und der Entwicklung junger Kolonien in Afrika zu ziehen.

Reichstag. Berlin, 16. Dez. Die vor­gestrige letzte Sitzung des Reichstages vor den Weihnachtsferien bauerte bis 10 Uhr abends. Die nächste Sitzung findet Dienstag den 10. Ja­nuar 2 Uhr statt. Auf der Tagesordnung steht die Jnierpc.'ation der Volkspartei über die Zündwarensteuer und Rechnungssachen.

Zur Kandidatur des Ministers a. D. von Moltke erfährt diePolitische Reichs-Korrespon­denz" aus zuverlässiger Quelle, daß der ehe­malige Minister des Innern die ihm von der konservativen Partei angettagene Kandidatur in Tilsit-Niederung angenommen habe unter der Voraussetzung, daß er im Fall« einer Wahl der Reichspartei beitreten könne.

Landtagsersatzwahlen. Magdeburg, 15. Dez. Bei der im vierten Wahlbezirk des Regie­rungsbezirks Magdeburg stattgehabten Land­tagsersatzwahl wurde der bisherige Abgeordnete, Oberverwaltungsgerichtsrat Eugen Schiffer- Berlin (natlib.) mit allen (655) abgegebenen Stimmen wiedergewählt. Schroda, 15. Dez. Bei der Landtagsersatzwahl im 7. Wahlbezirk des Regierungsbezirks Posen wurden insgesamt 473 Stimmen abgegeben. Hiervon erhielt Rechtsanwalt von Trampozynski-Posen (Pole) 372 und Landschaftsrat Eünther-Erzybno (Rp.) 101 Stimmen. Ersterer ist mithin gewählt.

Deutschlands Außenhandel. Berlin, 15 Dez. Deutschlands Außenhandel erreichte im Spezialhandel ohne Edelmetalle 735 Millionen «M. in der Novembereinfuhr, 7781 Mill. Jt in der Einfuhr der abgelaufenen elf Monate 1910 ge­gen 7730,2 Mill. =Al in dem gleichen Abschnitte des Vorjahres, 649,3 Mill. Ji in der November­ausfuhr, 6744 Mill. <M. in der Ausfuhr der abge­laufenen elf Monate 1910 gegen 5921,4 Mill. <M der abgelaufenen Jahresabschnitte dieses und der gleichen Abschnitte des letzten Jahres. Die Gold- und Silbereinfubr batte einen Wert von

freien Willen des Individuums mehr als es je der absoluttstische Staat getan hat. Sie ertlätt, ein Kulturträger ersten Ranges zu sein und doch gehen von ihr jene Roheiten aus, die wie im vo­rigen Winter bei der ersten Lesung d-r Wahl­rechtsvorlage im Abgeordnetenhause und am letzten Dienstag im Reichstage das Ansehen der Volksvertretung, das gerade einer Volkspartei heilig fein müßte, herabwürdigen. Roheit aber ist immer ein Beweis der Kulturfeindlichkeit. So lügt also die Sozialdemokratie, wenn fie sich eine Freundin des Friedens nennt, so lügt sie, wenn sie sich als Schützerin der Freiheit bezeich­net, so lügt sie, wenn fie fich den Namen der Kul- turttäge::n anmaßt.

Schon bis heute war das Ansehen des Reichs­tages bedenklich gesunken, die brutalen Radau­szenen können nur dazu beitragen es bald auf dem Gefrierpunkt ankommen zu lassen. Der Ton der Volksversammlung wird ja leider allzuhäu- fig in Wallots Bau angeschlagen und Ordnungs­rufe sind nichts Seltenes. Was sich aber hier in diesen Tagen ereignete war Politik der Gosse.

-hbnu- verboten.)

Christiane Tanner.

Roman von Claire ». Glümer.

(gortfetung.)'

XVI.

gewesen sei.

Immer unangenehmer wurde ihr dies Junge Mädchen. Mühsam erzwang fie eine gewisse Freund­lichkeit bei der Bitte, für einige Zeit ihr lieber Gast zu sein, Caras Ungezogenheit zu vergeben und fie dem Onkel Parnim der Christtane im Galen erwarte zu verschweigen. Aber ihr Lächeln rourbe zur Grimasse, als fie hinzufügte:

Vor allem lassen Sie fich gratulieren ... Sie machen eine glänzende Partie." Und als Chri­stiane, peinlich berührt, verschwunden war, st« wußte, wie der enttäuschten Mutter bei diesem Glückwünsche zumute sein mußte hatte Cara bie längst«, schärfste Strafrede ihre« fiebzehnjährigen Lebens auszuhalten.

(Fortsetzung folgt.)

Dis Jnfertionsgebühr beträgt für Inserent-o aus dem engeren Verbreitungsgebiet des Blattes für die 7p/rttene Zeile oder deren Staunt 15 '-3, für auswärtige Inserate 20 A, für Reklamen 40 4. Druck und Verlag: Zeh. Aug. noch, Aniverfitäts-Buchdruckerei. Jnbab»r Dr. C. stirer- 4nrotrg, Marti 21. Tel^-m 55.

Marburg

Soimabend, 17. Dezember 1910

Deutsches Reich.

Die Rede des Reichskanzlers. In der fran­zösischen Presse hat die Rede des Reichskanzlers, besonders der Teil, der fich mit den deutsch-russi­schen Beziehungen befaßt, einiges Mißbehagen erregt. Die russische Presse meint, daß dem ab­solut kein Grund vorliegt. So findet dieBir- schewija Wiwedowsti" das Mißvergnügen des Zemps über die Reichskanzlerrede umso selt- fämer, als man ht Paris über die Grundlagen der russischen Politik unterrichtet ist. Ihre Hauptaufgabe sei die Sicherung der ruMchen Interessen in Persien und hierzu seien ver- ttauensvolle Beziehungen zu Deutschland nötig. Solche Beziehungen seien für Frankreich vorteil­haft das frei von phantastischen Plänen sei und aufrichtig den Frieden liebe. Das richtige Verständnis des französisch-russischen Bündnisses verlange gute Beziehungen zu Deutschland, wo­durch den Franzosen eine friedliche Konkurrenz bei dem Bahnbau in der Türkei ermöglicht werde. Paris, 15. Dez. Der russische Minister des Steuern Ssassonow ermächtigte den Peters­burger Korrespondenten des ,Matin" folgende Erklärung zu veröffentlichen:Ich habe den von mir nach meiner Rückreise aus Potsdam abgege­benen Erklärungen nichts hinzuzufügen noch etwas von ihnen hinwegzunehmen. Meine Un­terredung mit dem Reichskanzler von Beth- mann-Hollweg «nd Herrn von Kiderlen-Wächter hat die vollständige Unversehrtheit bet gegen­wärtigen Gruppierung zur Grundlage gehabt. Die beuffchen Staatsmänner wissen, baß Rutz- lonb seinen Verpflichtungen immer treu ist unb webet ein Erunb noch einen Vorwanb hat, um seinem Bünbnis mit Frankreich und seiner herz­lichen Entente mit England zu entsagen."

DirOoeehessische Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. - Der Vezugspreis betragt viertel- jährlich durch die Post bezogen 2,25 M. (ohne Bestellgeld), bei unseren Zettunqsstellen und der Expedition (Markt 21) MO X (Mr unverlangt zugesandte Manuskripte übernimmt die Redak­tion keinerlei Verantwortung.)

mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

und den Beilagen: .Mach Feierabend" (wöchentliche Unterhaltungsbeilage) «nd Landwirtschaftliche Beilage."

diese Christtane auf dem Platze zu sehen, der ihrer Cara gebührte?

Aber fie war eine tapfere Frau; als sie ihr Schlafzimmer betrat «nd auf den Vorhang zuging, der das Nestchen der Tochter davon ttennte, hatte fie das nötige Glückwunsch-Lächeln in Bereitschaft. Es verschwand jedoch wieder, als fie Cara heftig hörte:

Für mich ist's ja ein Glück, daß dieser greulich« Mensch weggeheiratet wird; aber daß Du es tust, macht mich wütend . . . und nie, nie ..."

Sie brach ab, denn mit dem Zuruf:Du