mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
And den Beilagen: „Nach Feierabend" (wöchentliche Unterhaltungsbeilage) und Landwirtschaftliche Beilage."
Ho OüQ jährlich buti
*•=- unseren Zeit
Erstes Blatt
den Vorgang mit-
59
zur
Ob Christiane in«
ich fürchte . . .« begann
sie mit stockendem Atem
stoßen eines Stockes zu
hören; und form hatte
unter einen kroch. Der piekte ihn
des Rades
auf der Leutnant mit dem hindurch.
nach ein
Christiane erblaßte. »Ich weiß nicht . . .
ver- «nd um
zwischen ihrer Großmutter mi'feilen > olle, wie sich ihr Leb«n umgestaltet habe, solle ihr überlasten bleiben. Wie glaubte sie, daß sich die alte Fran dam stellen werde?
mi* ihn, die nächsten Schritte zu beraten. — Von einer Beratung war jedoch nicht die Rede: Parnim verfüate. wie alles werden solle.
Die Verlobung muffe selbstvett ndlich bet« schwieoen bleiben, bis er seine Frau davon unterrichtet habe, sagte er: Das werde jedoch beute noch geschehen: mit dem 7iachnttttagsznge fahre er nach der R sidenz, wäre gegen 8 Uhr
Welt die Gelastenheit geboten sei, die er tSchau trug.
Auch ihres Vaters Gesicht und Stimme rieten keine Bewegung mehr, als er sie Christian aufforderte sich zu ihm zu setzen.
seine Bewegung mit aller Willenskraft nieder« kämpfend:
„Da ist noch jemand, liebes Kind, der Ansprüche an dich macht . . . Christian, gib deiner Braut den Verlobungskuß, und Gott segne Euch, wie ich es tue."
Christian war mit finsterem Gesichte an der Türe stehen geblieben erst als der Oheim sich zu ihm wendete, ttat er, ein Lächeln erzwingend, heran, umarmte Cbris iane und drückte einen so kühlen, flüchtigen Kuß auf ihre Lippen, daß sie erschauerte. f
Aber sie sagte sich, daß seines Oheims Gegenwart auf ihm lasten möge oder daß in der großen
die Kleider zerrissen und beschmutzt. Er sagte zu der Zeugin, daß er nicht wisse, wofür er geschlagen worden sei. — R.-A. Heine: War die Menschenmenge noch dabei, als der Leutnant auf den jungen Mann einhieb? — Zeugin: Rein, nur der Offizier und der junge Mann befanden sich an jener Stelle. — R.-A. Heine: Haben die Schläge des Offiziers den jungen Mann getroffen? — Zeugin: Gewiß. — Staatsanwalt: Der Offizier soll von einem Schutzmann begleitet gewesen sein? — Zeugin: Rein, der Leutnant war allein. — Der Staatsanwalt beantragt hierauf die Ladung des Journalisten Steinberg und mehrerer Schutzleute, die bekunden sollen, b(C die Schutzleute sich korrekt benommen und daß der angeblich geschlagene junge Mann „Bluthunde" gerufen hat. — R.-A. Heine: Ich habe nichts gegen
Marburg
Donnerstag, 15. Dezember 1910.
beugte Gestatt der BÜraermeisterin, mit der Rechten auf ihren Krückstock, mi' der ' inten auf Lores Arm gestützt, ins Zimmer schwankte.
(Fortsetzung folgt)
die Ladung dieser Herren, muß aber doch bemerken, daß, wenn der junge Mann auch wirklich „Bluthunde" gerufen haben sollte, für den Offiizer kein Grund vorlag, mit dem Säbel nach ihm zu stechen. — Die folgende Zeugin Frau Lose sagt über den Vorfall ähnlich aus.
Der Arbeiter Vollbracht hat ebenfalls von dem Vorfall Kenntnis, allerdings nur durch die Erzählungen des jungen Manes, der in der Sickinger- straßs an ihn herangetreten sei und behauptet habe, die Polizeibeamten hätten ihn zum Krüppel geschlagen, obwohl er ohnehin schon infolge eines Beinleidens ein Krüppel sei. Der junge Mann habe dann erzählt, wie man ihn verfolgt, zu Boden geschlagen und auf ihn eingestochen habe, als er sich unter den Wagen gefluchtet hätte. Der Zeuge ist Abstinent und wohnte abends einer Sitzung seines Vereins bei. Er begleitete gegen 11 Uhr ein weibliches Vereinsmitglied zum Bahnhof Beuselftraße und auf dem Heimweg von dort hätte er tüchtige Dresche bekommen. Er hätte weder gewußt was los war, noch sich gar etwa an dem Lärm beteiligt. Trotzdem hätte die Schutzmannskette, die ihm entgegenkam, auch auf ihn wütend eingehanen und zwar mit Eummischläuchen, sodaß er zu Boden stürzte. In dem Augenblick, als er glaubte, man würde ihn vollständig zusammenhauen, habe sich eine Haustür geöffnet und eine Frau habe ihn an den Armen in den Flur gezogen mit dem Ausrufe: um Gottes Willen, man schlägt ihn ja tot. — Maschinist Tiehe hat anscheinend diesen Vorfall mit angesehen, denn er weiß, daß Schutzleute auf einen Mann mit einem Holzbein einschlugen, der dann zu Boden stürzte und in ein Haus hineingezogen wurde. — R.-A. Rosenfeld teilt hierauf mit, daß die Tochter dieses Zeugen in der Eemeindeschule im Verein mit mehre-.-n anderen Schülerinnen einen Aufsatz über den Moabiter Krawall habe schreiben müssen und daß Aufsätze, deren Inhalt ungünstig für die Polizei lautet- von dem Lehrer zurückgegeben worden seien. Der Verteidiger wünscht von dem Zeugen Tietze Näheres über den Inhalt dieser Aufsätze zu erfahren, seine dahingehenden Fragen werden jedoch vom Vorsitzenden als nicht zur Sache gehörig zurückge- wiesen
Es wird dann der Herausgeber der polizeioffiziösen Korrespondenz Journalist Steinberg vernommen, der zu Beginn der Sitzung geladen worden war. Er hat nicht gesehen, daß der unter dem Magen befindliche junge Mann mit dem Stelzbein von dem Polizeileutnant gestochen worden sei. Auch die diesen begleitenden Schutzleute hätten nur versucht, den Mann hervorzuziehen, nicht aber auf ihn eilige« stochen. — Polizeileutnant Falte, der nach der Schilderung der Zeugen für den Vorfall mit dem Krüppel in Betracht kommen kann, bestreitet wiederholt, nach dem jungen Monn gestochen zu haben. Der Sturm auf das Krügersche Lokal lei lediglich erfolgt,
hatte — Jene Glückstrunkenheit, in der alles erreichbar scheint, war über das junge Mädchen gekommen. Nur die Besorgnis, daß der Kranken nach ihrer letzten schlaflosen Nacht eine Gemütsbewegung schaden könnte, verhinderte Christtane sogleich mit dem Briefe des Vaters zu ihr zu gehen. 9
XV.
Seit, als sich Christiane diesen nrcksichtsvollen Zwang auferlegte, hatte die Bürgermeisterin ihren Fensterplatz eingenom« mett indes Lore im anstoßenden Schlafzimmer ausrcnnnte.
_ Ein heftiges Klingeln rief ste in die Wohn« l^be. Die Kranke saß aufrecht, wie lange nicht, hatte das Gesicht dem Fenster zugewandt und befahl, mit dem Finger hinausdeutend:
erkennst Du ihn?«
Zwei hohe Mannergestalten kamen raschen Schrittes über den Platz. Lore beachtete nur oen Offizier.
„grau Pate." stammelte sie erschreckt, „wenn er mcht so jung wäre, kömtte man meinen...«
„Ach was! Das junge Otterinqezücht geht uns nichts an. ... Der andere ist's mit dem wir zu tun haben. Als er um die Kirche bog riß ihm der Wind den Hut vom Kopfe so alt er geworden ist. seit ich ihn auf dem Schützenballe gesehen habe . . . erkannt habe ich ihn gleich. Natürlich hat er eine neue Teufelei im A"?;.' ■ •. Dacht ich's doch . . . hieher kommt S«i.UrtOn ' ' ' "ber ich will ihm die Wege werfen!
Sie lachte ingrimmig vor sich hin; ihr Körper oevte vor Zorn
„Liebe Frau Pate, beruhigen Sie sich!« bat Lore.
„Sttll!« rief die alte Frau und lauschte' jetzt Nang die Haustürschelle; jetzt kamen Männer« schritte die Treppe herauf. Eine Blutwelle stieg der Bürgermeisterin ins Gesicht.
„Schnell, Lore!« befahl sie, „sag' ihm, daß ich ihn nicht sehen will, daß er auf der Stelle gehen soll . . . wird's bald!« I
Lore eilte hinaus, hatte aber nicht den Mui I
ihren Auftrag auszurichten, als sich der schreckliche Mann, ohne sie zu beachten, an die Magd wendete, die eben aus der Küche ttat, und so laut nach Fräulein Tanner ftagte, daß es die Bürgermeisterin hören mußte. Ihre Handglocke ließ denn auch — während das Dienstmädchen die beiden Herren ohneweiteres Christianens Arbeitszimmer führte Sturmläuten erschallen, dem Lore unverzüglich folgen mußte.
Die „Oberqe,,i,Iche Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. — Der Bezugspreis beträgt viertel, '-hrlich durch die Post bezogen 2,25 M föhne Bestellgeld), bei --seren Zeitungsstellen und ber Eroebition (Markt 21), 2.00 <*.. (Für unverlangt zugesanbte Manuflripte übernimmt bie Rebak- hon keinerlei Verantwortung.)
sie sich gffaat, daß es unmöglich sei, als auch schon die Tür geöffnet wurde und d.! große, ge-
menge von den Schutzleuten mit blanker Waffe bie Straße hinabgetrieben wurde. Ein junger Mann, der von einet anderen Richtung kam, wurde von einem Polizeioffizier vorgenommen. Der Offizier schlug ihn mehreremale mit ber blanken Klinge auf ben Rücken, worauf btefer Straße stehenden Handwagen
in Harthausen und könne überrnorge.- mittag wieder in Elmerach fein.
,v> "'-druck verboten.)
Christiane Tamer.
........ ,—..— ~.v.u, denn auf dem Vorplätze alaub'e sie schlürfende Schritte und das Auf-
Deutsch-russische Rückendeckung.
In seinen Reden zum Etat hat der deutsche Reichskanzler u. a. zwei Erklärungen abgegeben, die das Verhältnis des Deutschen Reiches zu Großbritannien und zu Rußland betrafen. Daß unser so wertvolles Verhältnis zum russischen Reiche sich ganz erheblich gebessert und gefestigt hatte, zeigte die Tatsache der Potsdamer Zusammenkunft bereits an sich, und noch mehr taten es die durchweg sehr freundlichen Kommentare der russischen Presse. Gleichwohl war man in Deutschland meist geneigt, das Hauptgewicht auf die Besprechung der russischen und der deutschen Staatsmänner über unseren wirtschaftlichen Anteil am persischen Markte zu legen. Gewiß ist es auch erfreulich, was wir darüber erfahren haben: nämlich daß, wenn Rußland in Zukunft ein Eisenbahnnetz in Persien ausbaut, es auch eine Anfchlußlinie nach der persisch-türkischen Grenze zu legen sich verpflichtet, welche wir wie; der von Bagdad her durch eine kleine Zweigbahn I ^reichen können. Auf diese Weise würde dann der deutsche Handel tatsächlich die Tür nach dem persischen Markte offen finden, - bisher trotz nHer abgegbenen Erklärungen .. der Praxis "'cht der Fall war; es gibt jetzt keine Zufahrtsstraßen nach Persien, die nicht entweder durch russischen oder englischen Einfluß in Anspruch genommen sind.
Wie gesagt, das alles ist erfreulich, aber die ^enbabnplane liegen noch in ferner Zukunft. | our ^tzt viel wichtiger ist die bloße Tatsache daß I ein in solch freundschaftlichem Geiste gefaßtes Abkommen zwischen Deutschland, und gerade auf I ^™Jtrittcnen persischen Marktgebiete, zum Abschluß gekommen ist. Gestattete diese Tatsache schon an sich Schlüsse allgemeiner Natur, so hat I -Reichskanzler sie in seiner Rußland betref- I In "Erklärung in eine Form gefaßt und ihnen Ausdruck verliehen, wie es uns nur mit I ber größten Genugtuung erfüllen kann. Er I ^gte, es fei festgestellt worden: „daß sich beide I Regierungen in keinerlei Kombinationen ein- lassen, d.e eine aggressive Spitze gegen den anderen Teil haben könnten". Wie lange ist es ber, tife man aus Rußland ganz anders lautende I Steuerungen hörte, und als das Gespenst einer oon Großbritannien geführten „Einkreisung" I
stürzte hinter ihm her und Säbel zwischen den Speichen Der Mann bet Zeugin, ber beobachtete, tief: „Herrgott, bet sttcht den 'ja tot! Die Zeugin ließ barauf bie Jalousseen bes Labens herunter, weil ste befürchtete, bie Mei ge würbe
Roman von Claire v. Glümer.
f Sortierung.)
Ein warmes Wort — ob sie das fitthen würde Gut, daß ihr Zeit gegeben war, sich zu 'Een denn wahrend sie las, waren nicht nur affe Demütigungen, die ihre stolze, junge Seele le erfahren, alle Entbehrungen und Härten die ihr Mnges Herz je erlitten hatte, wieder auf sie -mgedrunaen; auch die Leidensgestalt ihrer Mutter stand ihr lebendig vor Augen; ihr Sehnen und Harren, ihr Hoffen und Zagen ihr emiamet Tod — Durfte ihre Tochter das ’ber= rl?rü? Manne verzeihen, der daran
schuld war?
Aber auch er hatte gelitten. Christiane war chrn zu gleichgeartet, um nicht zu fühlen, welche Qual es für diesen stolzen Mann gewesen und immer gebfteben sein mußte, nicht gutmachen zu können, was er an der geliebten Frau gefrevelt hatte. — Und er war ihr Vater!
Ein Schauer ging ihr durch Leib und Seele, als ste sich den Blick vergegenwärtigte, mit dem feine mächtigen Augen fest und warm, prüfend and — wie ste jetzt verstand — bittend auf ihr §55"^ hatten. Sollte, durfte, konnte sie dieser Bitte widerstehen?
Rein, sie konnte nicht — zu schmerzlich hatte sie sich nach dem unbekannten Vater gesehnt zu sehr entsprach die edle Persönlichkeit des endlich Gefundenen dem Traumbilde ihrer Phantasie' kN tief hatten seine Geständnisse sie bewegt.
Wieder und wieder las sie den Brief der ihr zanzes Leben umgestaltete, und dabei stand fieben dem Vater auch Christian vor ihrer Seele vb er schon wußte, wie sich alles gewendet hatte? Mit welchem Entzücken würde» sie sich Mn in die Arme fliegen; mit welchem Stolz ihre Liebe vor aller Welt bekennen, und wie mußte ste Großmutter aufatmen, wenn die Heirat der Enkelin den Makel ihrer Geburt verwischte! ^7/eicht — sie war jetzt milder als früher - I ttelleicht versöhnte sie sich nacb und nach mit dem Ranne, den sie so lange verkannt und gehaßt ।
„Schämst Du Dich nicht!« tief ihr die alte Fra» entgegen. „Ich befehle Dir, dem Unhold die Tür zu weisen, Du ober gestattest, daß er zu Christiane geht, die unter feiner Bedingung mit ihm zusammenkommen durfte.«
„Frau Pate, was kann ich tun, wenn man nicht auf mich hört . . .«
„Als ob Du überhaupt was gesagt hättest!« siel die BÜraermeisterin ein. „Aber eindrängen | soll sich der Bösewicht nicht ... So schwer es mir wird, ich muß mich überwinden, ihm selbst zu sagrtl, was andere nicht bestellen wollen . . . gleich führst Du mich zu ihm.« I
Lore hob bittend die Hände auf. I
»Rur das nicht, Frau Pa'e! — Nur das nicht!« jammerte ste. „Bedenken Sie Ihre Krankheit . . . Ihre Kräfte hallen das nicht aus!«
„Werden es schon aushalien!« antwortete I bie Kranke in so scharfem Tone, daß sich Lore I keinen Widerspruch erlaubte, als die Bürgermeisterin, die auch in der heftiasten Cemütsbe- I wegung das Dekorum nicht außeracht ließ, ihre I Staatshaube und ihr schwarzseidenes Mäntel« I
chen zu bringen befahl. I
* I
Aucb Christiane hatte des Vaters Sttmme auf I
dem Vorplatze gehört, war aufgesprungen, ihm I entaegenzueilen. dann aber wie gelähmt stehen I geblieben. Erst als ste eintrat und die sonst so I herrischen Augen ihr einen angstvoll flehenden I Blick zuwarfen, wich die Erstarrung. Mit einem I leisen Aufschrei flog ste auf ihn zu und lag im | nächsten Augenblick weinend in seinen Annen. |
Eine Weile hielt er sie ftumm an sich gepreßt, I machte sich dann faust von ihr los und sagte, I
Die Inserttonsgebühr beträgt ffi« 3nierentc" aus dem I engeren Verbreitungsgebiet des Blattes für bie 7o-'—-ltene Zeile ober deren Raum 16 g, für auswärtige Inserate 20 A. je
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llniversitäts-Buchdriickerei. ^nbob-r Dr. C. «öi;.-* , n-ixlmra
Markt 21. — Tel-''--,
bes Deutschen Reiches auf offensiver Grundlage I ständige Entente und erinnert an den berühm- umging. Wir haben fteilich diese Einkreisung I ten Rückversicherungsvertrag. Mit einem solchen k1!1 i genommen, denn es waren zu Abkommen kann es Deutschland sich leisten, das
«T • daß der Brei denen, die I Bestehen des Zweibundes und der Tripelentente
ihn bereiten wollten, nicht verdorben werden mit vollständigem Gleichmut zu betrachten,
mutzte. Immerhin tat scharfe Aufmerksamkeit Durch das Abkommen erhält Deutschland den und es gab eine Periode, wo Deutschland, Zugang nach Nordpersien, der ihm wahrscheinlich
nach welcher Seite es sich, abgesehen von seinen im Lande wie Gold zur Macht verhelfen wird
Bundesgenossen, auch wandte, freundliche Ee- —- _________________________________________
Achter nirgends zu sehen bekam. Das ist jetzt I "" —'
ÄÄÄÄÄ5 Die Moabiter Sttaßenkrawa-e vor durch mehr als hundertjährige Tradition ge- (yCItu)!.
HEgte Grundlage. Berlin, 13. Dezember.
Die Rede des Reichskanzlers hat in der I $ei Beginn ber heutigen Sitzung befinden sich russischen Presse eine sehr freundliche Veurtei- I nui Personen auf ber Anklagebank. Den
lung gefunden. So schreibt die Nowoie Übrigen hat ber Vorsitzende gestattet, ihren Ge-
Wremja": Deutschland entsage bezüglich des lchäften nachzugehen. Am Verteidigerttsche nehmen nahen Ostens seiner Rußland MmhGAo» I nut "och Rechtsanwalt Heine und Rechtsanwalt
Rußlandfaatebrfür' Heinemann Platz. - Es wird in ber Erörterung bes 532« Lh«L d,e Verbindung zwischen allgemeinen Teils fortgefahren und zunächst eine A der Bagdadbahn zu. Wir erkennen Frau Thomaske vernommen, bie an einem der bte vollzogene Tatsache von Deutschlands Ent- Krawalltage bei ihrer Schwester in ber Rostocker- gegenkommen an. Es haben nicht nur Deutsch- I straße zu Besuch war und beobachtete, wie bie Volks- tanb und Rußland, sondern auch die Türkei und 1 “' ‘’
Persien davon Vorteil. Die Rede habe sich durch eine in der Diplomatie seltene Aufrichtigkeit ausgezeichnet. Entgegen der Auffassung der französischen Presse bemerkt das Blatt, die Kanzlerrede und ein Interview Ssasonows mit dem Vertreter der „Rowoje Wremja" ließen in genügender Deutlichkeit erkennen, was der Sinn der Potsdamer Unterredung gewesen sei. Bir- shewija Wjedomosti" erkennen an, daß" die Kanzlerrede von dem Geist aufrichtiger Friedensliebe durchweht ist und von dem Wunsche . ----------- -------— _______
diktiert, die Beziehungen zu Rußland und Eng- zurückkommen und den Laben stürmen. Später kam lanb noch vollkommener zu gestalten. Es sei die I bet iunfie Mann in ben Laben herein. Die Zeugin Pflicht der Presse, diese Beziehungen in jeder I wu$te "ber nicht, daß es ber junge Mann war, ber Weise zu unterstützen. I "?*er~ den Wagen geflüchtet war. Dem Mann waren
Aehnlich urteilt die englische Presse. „Daily Eraphic' schreibt: Auf Bethmanns Erklärung deren Richtigkeit von dem hiesigen Auswärtigen Amt anerkannt wurde, fanden verschiedene freundschaftliche Unterredungen über die Flottenfrage statt. Auf Veranlassung des hiesigen Auswärtigen Amts ist aber von dieser Seite kein bestimmter Plan vorgeschlagen worden, der eine Grundlage für die Unterhandlungen bilden konnte. Wenn dieses wahr ist, können wir nur unser Bedauern aussprechen. Es würde unter diesen Umständen besser gewesen fein, die ganze Frage nicht anzurühren. Das Abkommen Deutschlands mit Rußland bedeutet eine voll-