Einzelbild herunterladen
 

t

t

45, Jahrg»

*a) jährlich durch die unseren Zeitungsst

Erstes Blatt

i

i

t

>

I

l

58

C5?^4-,s,r,]rr verboten.)

Skandalsucht der

eg; selbst die

Bitte, mein

und wieder sehen zu dürfen,

t e

kämpfe der wirtschaftlichen Mächte sich die Fort­schritte zu eigen machen müssen, welche die Wissen- schäft und der menschliche Erfindungsgeist auf den Gebieten der Pflanzenkunde, Chemie und Tier­zucht, tn der Industrie und Technik tm Laufe der Jahre gezeiftgt haben. Durch diese ihre Bestre­bungen Hot die Deutsche Landwirtschafts-Gesell­schaft in hervorragender Mafle dazu beigetragen,

werde.

Dabei Töchterchen

den Mathild ns Schmach der Zeitungsschreiber preisgegeben

» t

)

I

s

blieb hin

sich auf meine Vaterrechte berief erhielt ich von Mathildens Mutter den Bescheid: freiwillig würden sich die Großeltern nie dazu verstehen, ihre Enkelin einem nein, das Wort kann ich nicht wiederholen, einem Manne, tote ich sei, anzuvertrauen. Möglich, daß meine Ansprüche von Gerichts wegen anerkannt würden; aber

Jubiläumstagung der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft.

Berlin, 12. Dez. 64. Hauptversammlung der deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft. Der Jubiläumsfestakt hatte den Saal des Abgeord­netenhauses bis aus den letzten Platz gefüllt. Landgraf Chlodwig von Heffen-Philippschal be­grüßte den Kaiser, indem et das Gelübde un-

Der heutigen Nummer liegt bei Kreisblatt Nr. 100.

Marburg

Mittwoch, 14. Dezember 1910.

I süße Geschöpf, das mir noch heute der Inbegriff I aller Holdseligkeit ist, in sinnloser Leidenschaft I an mich gerissen.

I Sie war eine Gretchennatur, ganz Hin- I gebung in selbstloser Liebe; ich war ein wilder I Geselle, verwöhnt von Schicksal und Menschen, I unbesonnen, übermütig aber nicht treulos, nicht unehrenhaft. Für den Augenblick mußte ich mich fügen, als mir der Vater trotz meines vorzweiflungsvollen Flehens die Einwilligung zur Heirat mit Mathilde Tanner versagte; mußte

I gehorchen, als ich dem Erbprinzen auf einer zweijährigen Studienreise beigegeben wurde. Ich ging mit der Zuversicht, dem Vater zu be­weis n, daß meine Liebe kein flüchtiger Jugend­rausch war, und mit dem Vorsatze, wenn n dann noch unerbittlich blieb, auch ohne Zu- sttmmung meine Herzens- und Ehrenpflicht gegen Mathilde zu erfüllen.

Sie wußte das und hat an mich geglaubt ihre Briefe werden es Dir beweisen, und ich habe die Aufgabe, mir mein Glück zu erringen, keinen Moment aus den Augen verloren; habe keine Gelegenheit versäumt, mir Kenntnisse zu erwerben, um, falls mein Vater sich von mir lossagte auf eigenen Füßen stehen zu können. Der Erbprinz, der mein Freund geworden War. hatte mit dazu seinen Beistand versprochen. Hoffnungsvoll, mit erweitertem Blick und ge­stählter Kraft trat ich die Heimreise an. In London erreichte mich die Todesnachricht des Vaters, und in der Heimat erfuhr ich daß auch Mathilde, von der ich seit Wochen keine Zeile erhalten hatte, im Grabe lag. I

Anfangs war ich wie betäubt; dann kam der Gedanke an mein Kind. Ich raffte mich auf, ging zerknirschten Herzens nach Elmenach und wurde von Mathildens Eltern nicht angenom­men. Ich schrieb, bittend, demüttg, zwei-, drei­mal. Keine Antwort! Und als ich mich end- 1

noch heute nach achtzehnjähriger Ehe vollständig fremd sind. Ihre unwandelbare Korrektheit hat auf mich einen erkältenden Einfluß. Sie will, tut und versteht nur das Korrekte. Der einzige Fehlgriff ihres Lebens ist, daß sie mich geliebt hat, freilich ehe sie von meiner Vergangenheit unterrichtet war. Sie ist die personifiziert* Pflichttreue; eine musterhafte Hausfrau, eine ge­rechte Herrin, die jedem gibt, was ihm gebührt, aber kein Tüttelchen mehr. Mitleidig und hilfs­bereit unverfchuldeteu Leiden gegenüber, zeigt sic sich erbarmungslos, sobald das Unglück durch Schwäche, Leichtsinn oder Leidenschaft verursacht wurde, denn der Gott, zu dem sie betet, ist der strenge Richter des alten Testaments, der die Sünden der Väter heimsucht bis ins dritte und vierte Glied.

Verstehst Du nun, warum ich keinen Versuch mehr gemacht habe, Dich in mein Haus zu ver­pflanzen? Es hätte Dir nicht zur Heimat wer­den können. Dagegen glaubte ich Dich bei den Großelt-rn liebevoll behütet; umgeben von der Behaglichkeit einer wohlhabenden, angesehenen Bürgerfamilie; gewohnt, den unbekannten Vater zu entbehren, der, wie ein grausamer Brief- ousspruch Deiner Großmutter lautet nichts Besseres für Dich tun konnte, als sich nie in Dein Leben einzudrängen.

So habe ich mich denn darauf beschränkt, Dir Heiratsgut und Erbteil auszusetzen, bis ich durch einen wunderlichen Brief des Mannes, den D« mir als Deinen Lehrer genannt hast, aus meiner ftevelhasten Resignation aufgerüttelt wurde. Erst durch diesen Brief habe ich erfahren, daß die Verhältnisse des Tanner'schen Hauses nicht mehr die alten sind, und daß Du, geliebtes Kind, schon seit Jahren für Deinen Unterhalt arbeitest. Eine Ehre für Dich; für mich aber, der ich im Uehsrfluß lebe, ein unsagbar bitterer Vor­wurf.

mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhair?

und den Beilagen: .Flach Feierabend" (wöchentliche Unterhaltungsbeilage) und Landwirtschaftliche Beilage

H >. ki t w

Wenn ich wirklich bereue, wirklich gutmachen wolle, müsse ich bedingungslos auf einen Prozeß v-rzichten. durch

*»

I

wurde miir abgeschlagen. Wie mein Vater sich geweigertz habe, ihre Mathilde in seine Familie aufzunehmen so weigere sie sich, den Urheber ihres Unglückes über ihre Schwelle kommen zu lassen, schrieb Deine Großmutter.

Ueberdies solle der armen Kleinen die Schmach ihrer Geburt solange wie möglich ver­borgen bleiben; das könne aber nur geschehen, wenn sie beide Eltem für tot halte.

So schloß ich denn ab mit der Vergangenheit, und mein geben bekam einen anderen Inhalt Gleich nach meiner Rückkehr war mir außer dem Vermögen des Vaters mich mts der Familie meiner Mutter eine unerwartete Erbschaft zuge­fallen ; wenige Jahre später wurde ich ebenso un- ertoortet Majoratsherr von Harthausen. Ich war nicht glücklich, abr ich hatte Glück. Mein Besitz wuchs; damit die Pflichten, die er aufer­legt, und ich hatte rastlos zu arbeiten, um ihnen zu genügen.

Ich habe dann auch geheiratet, eine ungeliebte Frau, die mir keine Kinder geschenkt hat. Sie ist die Tochter einer altadeligen verarmten Familie, ein stolzes, verständiges, ober für meine Eigenart verständnisloses Wesen, so daß wir uns, trotz des besten Willens »en beiden Setten, |

Christiane Tanner.

Roman von Claire v. Glümer.

(Fortsetzung.)

Männerschritte, tn denen sie die des Post­boten zu erkennen glaubte, entrißen sie ihren Ge­danken;ein Brief von Wilhelm', dachte sie und ging hinaus, ihn in Empfang zu nehmen. Aber statt des Briefträgers trat ihr ein Mann mit blauer Schürze entgegen, der zu wissen verlangte, ob sie Fräulein Chrifttane Tanner fei, und ihr, als sie bejahte, einen großen Bries mit unbe­kannter Handschrift Übergab. Auf der Rückseite starch;Absender: v. Parnim-Harthmism.'

Wie gelähmt vor Schrecken kam Christiane in ihr Zimmer zurück, sank in den nächsten Sessel, und es dauerte eine Weile, ehe sie bett Mut fand, den Umschlag zu öffnen, dem sie eine Anzahl engbeschriebener Briefbogen entnahm. Dann las Ik:

»Mein liebeg Kind! Ehe wir uns Wied r- sehen, scheittt es mir geboten, Dir zu schreiben, mein bisheriges Verhalten Dir gegenüber zu er- flären und Dir Zett zu geben, Dich zurechtzu- finden.

Deine Unbefangenheit mir gegenüber hat jnir bewiesen, daß man Dir den Namen Deines Vaters nicht genannt hat, und daß ich mich bis heute btnbern ließ. Dir zu sagen: ich bin's, be­greif« ich nicht mehr. Dich aber, mein gelieb- j «8 Kind, bitte ich, toeiterzulesen, eh« Du mich jverur teilst.

In denselben Räumen, wo wir uns vor chentgen Stunden gesehen haben, ist mir auch ®etne Mutter zum erstenmahe begegnet; bald barauf sanden wir uns in Lingenau wieder, wo I pit beide wochenlang zum Besuche waren: sie I m Pfarrhause, ich im Schlosse. Geliebt haben ßtr uns auf den ersten Blick, und ich habe das '

brauch der Amtsgewalt vor, durch den sich die La« mancher Angeklagter wesentlich verbessern würbe. Glaubt der Herr Staatsanwalt, oaß der Herr Reichs­kanzler wirklich etwas von der Integrität der Schutz­leute weiß, so mag er ihn als Zeugen laden. Wir glauben das nicht und haben deshalb keine Anträge zu stellen. Staatsanwalt Steinbrecht: Auch für die Staatsanwaltschaft ist nur das maßgebend, was hier voraekommen ist.

R.-A. Heinemann wendet sich dann auch gegen den Reichskanzler, der durch seine Ausführungen geradezu zu einer Ausdehnung der Beweisaufnahme zwinge. Denn wenn der nach der Verfassung zum obersten Rechtshüter bestimmte Mann durch einseitige und un­gerechte Würdigung der Bewnsaufnahme in ein schwebendes Strafverfahren eingreife, fo zwinge er die Verteidigung geradezu zur Abwehr. R.-A. Cohn meint, es sei wohl am besten, den Reichskanzler ein­fach als Zeugen zu laden, damit er dem Gericht er­zähle, auf welcher Basis er zu feinem günstigen Urteil über die Berliner Polizei gekommen fei. Der Vor­sitzende gibt darauf die Erklärung ab, daß das Ge­richt keinesfalls etwas anderes bei feiner Urteils­fällung erwägen werde, als was im Eerichtsfaale selbst vorgekommen sei. Im Anschluß an diesen Zwischenfall wurde dann die Beweisaufnahme zu dem allgemeinen Teil fortgesetzt. Verschiedene Zeu­gen bekunden wieder, daß die Polizei garnichts un­rechtes getan habe, während andere mit Säbel und Euinrnischläuchen angegriffen worden sein wollen. Zeuge Zigarrenhändler -Hütter hat beobachtet, daß ein in feinem Hause wohnender Friseur sich über das Vorgehen der Polizei so aufregte, daß er einen Krampfanfall bekam. Dabei war die Straße voll­kommen menschenleer. An dem Verhalten der Polizei wurde allgemein Aergernis genommen. Dagegen be­kundet der Rittergutsbesitzer Schmidt (Wilmersdorf) da her ebenfalls Augenzeuge der Unruhen gewesen sei, daß aber seitens der Schutzleute niemals Hebergriffe vorgekommen feien. Man könne int Gegenteil be­haupten, daß die Schutzleute sanft und mit großer lleberlegung vorgingen. Allerdings sei auf das Pu­blikum eingeschlagen worden, aber nur auf Exzeden­ten, die es verdienten, und auch dann nur mit der flachen Klinge, nicht etwa scharf. Der Zeuge erzählt er hätte einen Vorfall gehabt mit einem Kriminal­beamten, der ihm entgegentrat und den Stock erhob. Er, Zeuge, habe dem Beamten bedeutet, daß et ein ruhiger Staatsbürger fei, worauf dieser ihn passieren ließ. Der Zeuge wird von der Verteidigung befragt, ob er sich selbst bei der Polizei gemeldet habe, worauf der Zeuge zunächst der Verteidigung das Recht be­streitet, diese Frage zu stellen. Der Zeuge erklärt schließlich, daß er sich allerdings selbst bei der Polizei gemeldet habe. Die folgende Zeugin ein Fräulein Günther befand sich auf dem Nachhausewege, als sie in der Huttenstraße durch eine Schutzmannskette hin­durch mußte. Die Schutzleute hätten sie zunächst mit unflätigen Redensarten belästigt und ihr zugerufen: Haut doch die alte Trine, daß sie liegen bleibt. Schließlich habe sie sogar noch einen Säbelhieb auf den Rücken bekommen. In ähnlicher Weise wurde ein junger Mann behandelt, der an der Haltestelle stand und auf die Elektrische wartete. Ein Polizist fuhr ihn an, sagte ihm, er solle sich weiter scheren und schlug dann auf ihn ein, bis der Mann mit einem Wagen weiter fahren konnte. Die Zeugin hat sich dem betreffenden Mann zur Verfüaung gestellt, wo­rauf der Schuhmann ihr zurief: Das fehlt noch! und sie mit dem Säbel bedrohte. Nach einer kurzen Pause wurde bann dem Antrag des Angeklagten Kratzert, ihn aus der Untersuchungshaft zu entlassen, Folge gegeben, dagegen die Haftentlassung des Gast­wirts Pilz abgelehnt. Nachdem bann noch R.-A.

Die Insertionsgebühr beträgt fi:- Inserenten aus dem engeren Verbreitungsgebiet bes Blattes für die 7g-'-^ltene Zelle ober deren Staunt 16 für auswärtige Inserate 20 4, für Reklamen 40 4. Druck und Verlag: Ioh. Aug. Räch, llnioersitäts-Buchdruckerei. Inbab-r Dr. E. fiif'e*..." :-;.Tbnrg, Markt 21. Tel----, r,*.

DieOberhessische Zeitung" erscheint täg!. >.t Ausnahme der Sonn- und Feiertage. Der Bezugsp 7 ' s bettägt viertel- ....... '! Post bezogen 2,25 M kbne Bestellgeld), bei _________ Zeitungsstellen und der Ervebition l Markt 21). 2Ü0 M. (Für unverlangt zugesanbte Manuskripte übernimmt die Redak­tion keinerlei Verantwortung.)

!As; Die Moabiter Strakenkrawalle vor

Seite gestanden und ihnen manches edle Samen- I Gerickt.

körn zugeführt, das unter den erwärmenden I «,tn.

»^"^»»^^.Irie^nssonne Wurzel geschlagen Der charakteristtsche Fall des Angeklagten Gast- und hundertfältig Frucht getragen hat. Es ist I wirt Pilz, in dessen Lokal die Arbeitswilligen unter bas verbleibende Verdienst bet Deutschen Land- I Billigung des Wirts von den Streikenden verprügelt toirtschafts-Gefellschast.ss zur rechten Zeit erkannt I worden sein sollen, steht auch heute wieder tm Mittel- zu haben, daß die Landwirte im Konkurrenz- I punkte der Erörterungen. Dazu traten eingehende

(Erörterungen über die Rede des Herrn von Veth- mann-Hollweg zu den Moabiter Vorgängen, sodaß die heutiae Sitzung sich besonders interessant gestal­tete. Zu Beginn der Sitzung beantragte R.-A. Heine die Heranziehung der Akten des Bruhn-Pro- Hesses, da bet in diesem Prozeß mitangetlaate Re­dakteur Rolf Sommer als Polizeizeuge geladen sei. Im Bruhnorozeß fei Sommer nur wegen Verjäh- rung freigekommen und seine Glaubwürdigkeit müsse, die Leistungsfähigkeit bet beutfchen Landwirtschaft I da et damals wegen Beihilfe zur Erpressung ange- sowohl des bäuerlichen wie des Großgrundbe- klagt war, nachgeprüft werden. Der Vorsitzende Land­sitzes zu heben und in weiten Kreisen die Ueber- ^L°dttettor Liebe.: erklärt hierzu.d°ß sich das sUdj werb?. Se^bet^eiter^GrMMung^bw^Borgänge

unf" aufstrebenden und blühenden I in dem Pilzsche nLokal wird zunächst festgestellt, daß Jndusttle nut Nutzen ziehen kann. Mil meinen I der dort verprügelte Zeuge Wellschmidt nicht von Glückwünschen zu der heutigen Jubelfeier der- I dem wegen dieser Prügelei mitangeschuldigten Ba- binde ich herzliche Wünsche für die Zukunft Möge resel zusammengekommen sein kann, da dieser an je» die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft ihren »e", Tage nicht im Pilzschen Lowl war Eine Frau | Sterintz, bte vom Balkon einer Verwandten aus das "Zielen ""J" ' be , " Leben und Treiben vor und tn dem Pilzschen Lokal

scheu Landwirte weiter ihren Fittichen zu sam- I während der Krawalltage beobachtet hat, bekundet

wandelbarer Treue erneuerte unc-> in einem drei- I mein und so auch an ihrem Teile bas Band be- I bann, daß Pilz sich an bet Beleidigung und Verhöh-

fachen Hoch endete, in bas bte Versammlung I festigen, bas alle deutschen Gaue umschließe. Möge I nung der Schutzleute sehr angelegentlich beteiligt

brausend einstimmte. I sie es sich stets angelegen fein lassen, die Siebe habe. Er habe sich gefreut, wenn die Kupferschen

Hierauf verlas bet Kaiser folgend« Rebe: Mr heimischen Scholle zu pflegen und in ihren Wlenwager> demoliertwurden; u nb man MeJBolt«

.Mit besonderer Befriedigung nehme ich die ^^de^Reruistteu^zu^stätien damtt ^dw'^nw nant Folte das Lokal gesperrt/Der Angettagte Pilz

Versicherung unwandelbarer Treue und dankbarer I " . ^I^. Berufstreue ju porfen wnnit bte lanb» I bemerkt hierzu, daß er nicht an dem Krawall teilge-

Gesinnung entgegen welche mir Ihr Präsident I ivtrtschaf ttelbende Bevölkerung sich allerseits als I nommen und deshalb nur Aerger mit seinen Gästen

im Namen der deutschen Landwirte soeben aus- ^n gesunder und verläßlicher Kern des deutschen gehabt habe. Er beruft sich auf verschiedene Zeugen

gesprochen hat. Mein« Beziehungen zur Deut- Volkes bewahre zu Nutz und Frommen des ge- die dann vernommen werden und die bekunden, daß

scheu Landwirtschafts-Gesellschaft reichen bis in fantmn41^tcrIncb§. « Pilz'Tammlunaen v?n Äutei? vor Mnem Lokal

di- Jahre ihrer Gündung zurück. Schon wenige Ut gebBÄ

Wochen nach dem Arttritt meiner Regierung habe I I nem Lokal gar nicht in diesem gewesen fei. R.-A.

ich im Jahr 1888 der Bitte Ihres derzeitigen I wegteiungen der Deutschen Landwirtsschasts-Ge- I Liebknecht stellt im Anschluß an diese Feststellungen

tßräfibenten, des Herzogs von Ratibor will- felffchaft zu ihrer ^ubeltagung zu gratuliern. I den Antrag, auch Pilz aus der Untersuchungshaft zu

fahren das Protettorat über die Deutsche Land- I Dee Aufgaben, au denen die Gesellschaft arbeite, I entlassen. Der Fall Wellschmidt sei in sich Rammen«

MrttäaftSüb«XL in umfaßten alle Gebiete des landwirtschaftlichen gefallen und sonst läge Pilz nichts zur Last. Eventl.

Sren ^Sren^ben Prinze^ei^ LtfS Berufslebens. In bet Erfüllung dieser Arbeit M der Angeklagte bereit eine Kaution zu stellen,

rpaieren ^apren oen Prinzen meines Hauses l ^»-> I Der Vorsitzende Landaerichtsdirektor Lieber weist die

gern gestattet, das Amt des Präsidenten der Ge- °azu bei, daß die Kräfte des Verteidigung darauf hin, daß damit der 53. Antrag

sellschaft zu führen. Der Besuch der so glanzvoll I heimischen Bodens erfannt unb benutzt, aber I eingegangen fei, übet den das Gericht noch zu befin«

und erfolgreich verlaufenen Ausstellungen in I auch gemehrt und erhalten würden , I den habe. Er bitte um Nachprüfung dieser einzelnen Hannover und Berlin hat mir Gelegenheit ge- »«!»« sprach noch Landtoirsschastsmintster Anträge während der Pause damit man nicht ins

gegeben, sich persönlich von den hervorragenden I b Schorlen,er-Sieser, der Präsident des deutschen I Unendliche verhandele. R.-A. Heine: Das würbe auch

Stiftungen ber Deutschen Landwirtschafts-Gesell- , Graf v. Schwerin-Löwitz, nicht de7° Reichskantter'°^°" & Enterb«,

schäft und von ihrer Bedeutung für die Entwick- I Rltterschgftswt v. Freier. I Darauf können wir hier nicht eingehen RA

lung der deutschen Landwirtschaft zu überzeugen. ^"eb^für buWiXrfArtfta' Seine: Der Herr Reichskanzler ist aber'auf'diesen

Mein Erscheinen am heutigen Tage, an welchem I AeichmuMn bekannt gegeben, für Ritterschafts- I Prozeß eingegangen und obwohl ich überzeugt bin,

Ihre Gesellschaft auf ein Vierteljahrhundert treuer I 5" J>tcnr bem.datier und den Bundesfürsten I daß seine Ausführungen für das Gericht von keinem

und zielbewußter Arbeit mit berecbtiater Genua- bantte. Zum Schluß der Festsitzung hielt dann Einfluß sein werden, da es ausschließlich die Beweis-

iunng zurückblicken darf soll der bewährten Lti- no4 der Direftor der Kaiserlich Biologischen An- aufnahme zu würdigen hat, so muß ich doch darauf

terinSunb Führerin auf'dem Gebiete der land- ftatt Land- und Forstwirtschaft, Geheimer Re- I Hinweisen, daß dw Staatsanwaltschaft an die Be- .. .M , I aierunasrat Bros ^r Bebrens lDableml einen I iveisaufnahme nicht gebunden ist, zumal wenn der

Wirtschaftlichen Arbeit in Deutschland meinen "h J oberste Hüter der Reichsverfassung bereits jetzt zu

Kaiserlichen Dank und meine volle Anerkennung . i>cn gegenwärtigen I einem Urteil gekommen ist. wo dieser Prozeß noch

ihres Wirkens und Schaffens bekunden. In I Stand der Bodenbakteriologie. Morgen schlie- I schwebt. Er hat gesagt, daß alle Polizeibeamte jhre den 25 Jahren ihres Bestehens hat die Gesell- I verschiedene Abteilungssttzungen an die I Sckuldiakeit getan haben. Hiergegen aber richten sich

schäft die Wirtschaftlichen und gtistigen Interessen ^eutt9< Festversammlung an. unfere ®emetsanträge bie wir nach dieser Richtung

for >> I ----------- " ==^==saa I hin noch beliebig ausdehnen konnten. Der Staats«

ber Landwtttschaft m glücklicher Weise wahrge- | ------------------------------------------------- | anwalt als Untergebener des Ministerpräsidenten

bleibt angesichts solcher Ausführungen nicht unbeein­flußt. Und so ist es naheliegend, daß die Worte des Reichskanzlers auch auf das Empfinden des Gerichts wirken. Wir haben zu beweisen, daß die Polizeibe­amten durchaus nicht das Lob des Herrn Reichskanz­lers verdienen, da sie durch ihr Verhalten erst die Er­regung in die Bevölkerung hineinaetraaen haben. Gelingt uns der Beweis, daß auch harmlose Leute niedergeschlaaen. beleidigt und verletzt worden sind, und zwar nicht nur in Einzelfällen, so liegt ein Miß-